Entlang der Straßen …

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… Mosambiks.

… Erholt geht es Richtung Küste. Wir werden heute das Meer sehen, den Indischen Ozean.
Doch bevor wir dahin gelangen, sehen wir unzählige Menschen entlang den Straßen. Meist Frauen, die alles Erdenkliche auf dem Kopf transportieren: Brennholz, Eimer, Kanister, Körbe, Bündel – alles was man sich vorstellen kann oder auch nicht, wird hier auf diese Art und Weise transportiert. Und nicht nur die Last auf dem Kopf wird getragen, oft haben die Frauen noch Kinder auf den Rücken gebunden, Taschen, Eimer, Kanister oder Bündel in den Händen. Ich ziehe meinen Hut vor dieser Belastung des täglichen Lebens. Guter Vorsatz für mich: einfach viel, viel weniger Jammern und Beschweren, und vor allem dankbar sein.

Entlang der Straße werden die unterschiedlichsten Waren zum Kauf angeboten, wie Obst und Gemüse, Kohlen und Holz.

Wir könnten stundenlang weiterfahren und all die Begebenheit entlang der Straße beobachten.

Für die komplette Kollektion habe ich ein Coffee-Table Buch erstellt:

Great Zimbabwe

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UNESCO Welterbestätte

… einer der Höhepunkte der Reise. Die Ruinen von Great Zimbabwe zählen zu den größten und ältesten Bauwerken Afrikas südlich der Sahara. Als erster weißer Entdecker gilt der Deutsche, Carl Mauch, der nach mehreren gescheiterten Versuchen 1871 endlich an sein langersehntes Ziel kam.

Auf einem Berg liegt die „Akropolis“, der Bergkomplex. Über enge Treppen, oft beidseitig gesäumt von hohen Felsen, wandelt man langsam hinauf. Es empfiehlt sich einen Führer vor Ort zu nehmen. Während dem Aufstieg versorgt dieser einen mit den geschichtlichen Hintergründen. Es gibt viele Theorien um den Sinn und Nutzen dieser etwa 40 ha großen Anlage. Bei solchen Mauerstärken war natürlich der Verdacht da, dass es sich um Wehranlagen handelte. Dies könnte man beim Besuch der Stätten auf dem Berg auch denken. Aber sobald man auf die Steinruinen im Tal schaut, weiß man, dass die Anlage wehrtechnisch nicht gut positioniert gewesen wäre. Alle Gebäude im Tal sind sehr gut von weiter Entfernung und allen umliegenden Bergen zu sehen. Die Mauern weisen keine Schießscharten auf und es gäbe auch nicht genügend Platz, um große Streitmächte unterzubringen. Also wurde diese Theorie verworfen.

Heute geht man davon aus, dass es sich um eine religiöse Einrichtung handelte. Man fand Monolithen, Türmchen und Plattformen, die Altaren ähnelten. Angaben über die damalige Bevölkerungszahl reichen von 1000 bis 10.000.
Die Ruinen im Tal sind sicher die bekanntesten und auch die beeindruckensten. In einer kreisförmigen Mauereinfriedung, mit bis zu 5,20 m dicken Wänden, sollen, laut unserer Führerin, neben religösen Zeremonien auch die jungen Frauen und Mädchen auf Ihre Aufgaben in der Ehe vorbereitet worden sein…

Man fragt sich natürlich, warum dafür solch imposante Mauern gebaut wurden und diese auch noch in einer doppelten Ausführung als Ringmauer, mit einer Höhe von bis zu 9,80 m?

Bei manchen Erläuterungen kommen sicherlich Zweifel auf, aber ohne Führer wäre der ganze Besuch nur halb so spannend.

Die Ruinen sind ein absolutes Muss, einfach ein magischer Ort und sollten bei einem Simbabwe Besuch nicht fehlen.

Zum Abendessen im Hotel rufen Trommelschläge.

Falls Du Interesse hast, die Tour nachzufahren, habe ich ein kleines Reisehandbuch für dich erstellt, das auch unsere Unterkünfte enthält:

Mehr Interesse an der Tour? Hier gibt´s auch noch weitere Geschichten des Roadtrips:
https://entdeckerglueck.com/2021/09/12/afrika-16-tage-4-lander/

„Ein Königreich im Himmel“

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Grandiose Gebirgsketten, sattes Grün und unberührte Natur. Lesotho – „the kingdom in the sky“, das „Königreich im Himmel“. Stippvisite.

Noch eine Nacht in Clarens, im Free State, Südafrika, bevor wir morgen unsere Fahrt durch Lesotho starten. Wir sind gespannt auf unser erstes Königreich und auf den Sani Pass, der so bekannt und viel umworben ist. Noch einen Nachmittag und einmal schlafen und dann geht es los.

Clarens ist ein Kleinod. Unzählige Kunstgalerien haben sich hier niedergelassen. Es gibt viele Geschäfte, sehr gute Restaurants und Cafés. Auch eine eigene Hausbrauerei hat der Ort zu bieten. „Früher haben wir direkt in der Gaststätte gebraut. Aber wir hatten so einen großen Zulauf, dass wir schon bald in ein neues Gebäude umziehen mussten. Auch dort war der Platz begrenzt. Damit wir mehr Gäste bedienen können, haben wir nun die Brauanlage auf unserer Farm aufgestellt“, erzählt uns Stephan Meyer, der Betreiber der „Clarens Brewery“. Wir bekommen ein rustikales Holzbrett mit den verschiedenen Biersorten zum Probieren. Schnell sind unsere zwei Favoriten ausgemacht. Das Clarens Red, ein bernsteinfarbenes Bier, das laut Karte 2008 den nationalen Hausbrauer Wettbewerb gewonnen hat und das Clarens Stout, ein schwarzes, cremiges Bier. Auch Apfelwein wird vom Betreiber Ehepaar mit eigenen Früchten selber hergestellt.

Clarens

Am nächsten Morgen brechen wir früh auf, zu unserer Stippvisite. Die Einreise nach Lesotho verläuft reibungslos. Lesotho ist ein Königreich, das komplett von seinem Nachbarland Südafrika eingeschlossen ist. Wegen seiner extremen Höhenlage wird es oft als „The kingdom in the sky“, das „Königreich im Himmel“ bezeichnet. Und schnell ist klar, dass wir, trotz der Nähe zu Südafrika, hier in einer anderen Welt sind. Zu allererst fällt einem der neue Baustil der Häuser auf. Diese sind nun rund und aus Lehm oder Stein gebaut, gedeckt mit Strohdächern, hin und wieder auch mit Wellblech. Ein ganz anderes Bild, als nur wenige Kilometer zuvor in Südafrika.

Wir bewegen uns auf der A1 Richtung Mokhotlong. Die geteerten Straßen sind einem sehr guten Zustand. Rasant steigen wir höher, die Vegetation wird schnell dünner. Bald verschwinden Bäume komplett von der Bildfläche und es säumen saftig grüne Wiesen die Hänge der umliegenden Berge. Wir begegnen immer weniger Autos. Die Einheimischen, die Basotho, bewegen sich größtenteils zu Fuß, reiten Pferde oder Esel. Alle grüßen uns freundlich winkend. Wir sehen für Stunden kein anderes Auto, aber begegenen unzähligen freilaufenden Eseln, Ziegen, Kühen und Schafen. Die Höhenmeter steigen. Das wir nun richtig in den Bergen sind, erzählen uns nicht nur die Schilder entlang des Weges, Tsehlanyane River 2595 m oder Moteng Pass 2820m, sondern auch der Hinweis auf die Mahlasela Ski Slope 3222 m mit dazugehörigem Schlepplift. Da wir im Sommer unterwegs sind, ist es hier ruhig. Auch der Pistenbully steht gelangweilt am Ende der Abfahrt und wartet auf Schnee und Arbeit.

Über die Hochebene fahren wir dahin, durch das Königreich im Himmel. Die Weite der Berge, das frische Grün der Wiesen und die Nähe zum Himmel sind faszinierend.

Immer wieder begegnen uns einheimische Männer auf Pferden. Die Reiter sind in bunte Wolldecken gehüllt und tragen Wollmützen auf dem Kopf. Sie werden für uns das Symbol Lesothos.

Wir lassen Mokhotlong links liegen und biegen auf die A14 ab. Die Straße bleibt weiter in einem sehr guten Zustand und wir fragen uns oft, wann endlich der berühmt, berüchtigte Sani Pass startet, den man nur mit einem Allrad Auto mit genügend Bodenfreiheit fahren darf und der für viele eine fahrtechnische Herausforderung ist. Dann der Wandel, der Teerbelag hört auf, der Zustand bleibt aber weiterhin sehr gut. Wir fahren vorbei an vielen kleinen Ansiedlungen runder Häuser. Immer wieder teilen wir die Fahrbahn mit Eseln, Kühen und Schafen. Die Straße steigt noch einmal richtig an und wird schmaler. Ein Auto mit südafrikanischem Kennzeichen überholt uns. Auf der Ladefläche des Pickups sitzt ein Mann auf einem Campingstuhl mit einer Dose Bier in der Hand, daneben auf einem kleineren Stuhl der Sohn. Nicht genug der kostbaren Ladung, steht noch ein weiterer Herr hinter den Beiden und hält sich am Dach der Fahrerkabine fest. Die Sache sieht nicht sehr sicher aus, macht der ganzen Familie aber sichtlich Spass. Zwei Frauen sitzen in der Fahrerkabine und düsen mit ihrer heiklen Ladung den Berg hinauf. Uns kommt der Gedanke: TIA – this is Africa…

Die Straße wird kurviger und schlängelt sich entlang der Berghänge. Wir überqueren kleine Gebirgsbäche und passieren Wasserfälle. Auf einem weiteren Hochplateau taucht dann das Schild „Sani Pass“ auf. Und kurze Zeit später erreichen wir schon wieder die Grenzstation auf 2873 m. Kinder spielen in den Pfützen. In einer Blechhütte verkaufen Frauen die für Lesotho typischen Basotho-Strohhüte, Mokorotlo genannnt. Diese spitzen Hüte zieren nicht nur die Nummernschilder des Landes, sondern auch die Nationalflagge.

In einem einfachen, kleinen gemauerten Haus bekommen wir unseren Ausreisestempel. Ab jetzt befinden wir uns wieder auf südafrikanischem Boden. Aber erst am Fuße des Sani Passes werden wir die Grenzstation passieren und offiziel einreisen.

Wir schauen uns nach der höchsten Gaststätte Afrikas um, die natürlich ebenso umworben wird, wie der Sani Pass selber. Erfolglos. Auf einem Hügel zu unserer Linken sichten wir zwar Menschen auf einem Berg herumklettern, allerdings sehen wir keine Zufahrt. „Das höchste Pub wird wohl von südafrikanischer Seite erreichbar sein“, denken wir… Langsam begeben wir uns auf den Weg bergab und stellen nach wenigen Metern fest, wir haben diesen besonderen Stopp verpasst! Wir sind vorbeigefahren. Der Pass ist schnell so steil, dass klar ist, hier gibt es keine Abfahrt mehr und kein Wenden. Wenn wir hier oben in luftiger Höhe noch einmal einkehren wollen, müssen wir wieder kommen.

Die Spannung steigt. Was wird uns erwarten auf diesem besonderen Pass? Erst einmal haben wir einen atemberaubenden Blick auf die grünen, unendlichen Berghügel, die nun in Südafrika vor uns liegen. Endlos und auch dem Himmel ganz nah erscheint einem diese Landschaft. Aber nun ist auch Wachsamkeit auf der Straße gefragt. Mehrere 4×4 Fahrzeuge schlängeln sich die engen, steilen Kurven hinauf. Räder drehen durch und Steine spritzen. Langsam, langsam bewegt sich die Karawane aufwärts. Wir sind auf dem Weg abwärts. Durch den Linksverkehr befinden wir uns die ersten Meter ganz dicht an am Abgrund, der sehr steil in die Tiefe fällt. Im Kriechtempo geht es voran. Wir können uns gar nicht sattsehen an den grasbewachsenen Bergen um uns herum, die herrlich grün leuchten, wenn die Sonne durch die Wolkendecke scheint. Immer wieder enge Kurven, steile Abhänge. Hin und wieder kann man in der Tiefe Autowracks erkennen, aus vergangenen Zeiten, wie es scheint, oft vom Rost komplett zerfressen. Gemächlich und vorsichtig geht es abwärts. Langsam tauchen wieder Büsche und Bäume auf und zieren die grünen Hügel. Die Vegetations wird üppiger und wir kommen dem Tal näher. Viel zu schnell ist der Fahrspaß vorbei und wir erreichen die südafrikansiche Grenzstation – ohne besondere Vorkommnisse und sicher. Nach der Faszination der Berge erscheint der weitere Weg unbeeindruckend. Wir erreichen Himeville und das gleichnamige „The Himeville Arms Hotel“ mit zwei Sternen. Gebaut wurde es bereits 1904. Ein Hotel, dass an der Geschichte des Sani Passes teilhaben konnte. An der Rezeption erwerben wir ein Buch mit dem Titel „Sani Pass – Riding the Dragon“ von David Alexander. David hat in frühen Jahren Pionierarbeit geleistet. Er hat hier seinen Traum verwirklicht. Regelmäßig und motorisiert bediente er die beschwerliche Strecke von Kwa-Zulu Natal in Südafrika durch die Drakensberge, über den Sani Pass nach Mokhotlong in Lesotho. Zuvor waren die einzigen Transportmittel vierbeinig. Pferde oder Mulis trugen auf ihrem Rücken die oft schwere Last unter extremsten Bedingungen bergauf. Mit David Alexander und seinem Team gelang es in mühsamer Arbeit und riskanten Aktionen den Pass mit einem 4×4 Fahrzeug zu bezwingen. 1955 wurde das „Mokhotlong Mountain Transport“ Unternehmen gegründet. Über die Jahre entwickelte sich ein richtiger Sani Pass Tourismus. Viele Reisende stiegen im Himeville Arms Hotel ab, bevor sie die damals abenteuerliche Reise starteten. Noch heute bietet das Unternehmen begleitete Touren an, allerdings unter dem Namen „Sani Pass Tours“ und mit dem neuen Betreiber, Steve Botha. Also auch der Reisende, der sich nicht im eigenen Auto auf die abenteuerliche Reise wagen möchte, kann dieses wunderschöne Naturerlebnis erfahren.

Wir sind noch nicht zu Hause angekommen, aber unser Ziel ist schon heute, den Pass noch einmal in umgekehrte Richtung zu fahren – hinauf. Und ganz sicher, dann einen Stop im höchsten Pub Afrikas zu machen und die Aussicht zu genießen.