Nach sechs Jahren zurück in der alten Heimat…

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Johannesburg – Südafrika.

Tshukudu Bush Lodge, Pilanesberg.

Die Herbstferien liegen nun schon einen Monat und 10 Tage zurück. Es fühlt sich an, wie ein halbes Jahr. Heute finde ich endlich mal Zeit, euch von der gigantischen Reise zu erzählen.

Wer hier schon ein bisschen länger mitliest, weiß, dass ich oder wir als Familie sehr stark mit Afrika verbunden sind, besonders natürlich mit unserer früheren Wahlheimat Johannesburg und Umgebung. Da geht das Herz auf, besagt ja das bekannte Sprichwort und so ist es, wenn wir Fuß auf den afrikanischen Kontinent setzen.

Am 15. Okotober 2022 also nach 6,5 Jahren endlich mal wieder in Südafrika.
Das Gefühl? Unbeschreiblich.
Die Fahrt vom Flughafen zum ersten Übernachtungsstopp bei einem guten Freund: Vertraut.
20 Uhr – Licht aus – Loadshedding: TIA. This is Africa.

Ein kurzweiliger Abend, ganz so, als ob man letztes Wochenende erst gemeinsam an einem Tisch saß, aber auch ein kurzer Abend. Denn wir haben einen langen Anreisetag hinter uns. Die frühe, natürliche Dunkelheit und zusätzlich natürlich der Verlust des elektrischen Lichtes, bewegen uns dazu, den Abend relativ früh zu beenden.

Glücklich und irgendwie „zu Hause“ fallen wir in die Betten.

Morgen geht es in den afrikanischen Busch und wir können es eigentlich gar nicht mehr abwarten.

Nach dem Frühstück fahren wir etwa 2,5 Stunden Richtung Nord-Westen. Auch hier: alles vertraut und das leichte Kribbeln im Bauch, dass man auch nach der langen Zeit, einfach den Weg kennt und alles so aussieht, wie es immer aussah.

Erster Anlaufpunkt die Bakubung Lodge im Pilanesberg Nationalpark. Hier schlafen wir aber nicht. Hier checken wir in unsere viel, viel kleinere Lodge, tief im Park drin ein. Denn die Bakubung Lodge entspricht eher einem Hotelkomplex, wir aber wollen richtiges Bush-Feeling.

Am Parkplatz laden wir unsere Rucksäcke und Koffer in einen offenen Safari-Jeep um und dann weht uns der trockene, südafrikanische Wind durch die Haare. Es hat seit sechs Monaten nicht geregnet, die Luft ist also wirklich trocken, man spürt und riecht es. Fast eine Stunde fahren wir durch den Park, sehen schon erste Tiere, bevor wir an unsere Lodge kommen. Mitten im Nationalpark, nicht eingezäunt, hoch oben auf einem kleinen felsigen Berg gelegen. Genauer gesagt, 132 Stufen hoch gelegen. Man sollte also gut zu Fuß sein, denn diese Stufen muss man für jeden Game Drive runter und dann natürlich auch wieder hoch.

Die reetgedeckten Stelzenhäuser hänge an der Hügelkante. Überall laufen unzählige Dassies (Klipschliefer) umher, große und kleine, agile und faule Vertreter. Zu süß.

Da unsere Zwillinge nun 12 Jahre alt sind, müssen wir leider in den Lodgen immer zwei Zimmer buchen, was natürlich generell schön ist, aber preislich schon reinhaut. Die beiden sind aber ebenso verzückt wie wir, beim Betreten der Häuser. Der Blick von der großen Holzterrasse über die weite afrikanische Ebene ist unglaublich beeindruckend. Wir sehen von der Terrasse aus bereits Giraffen und Nashörner im Tal.

Die Lodge hat nur sechs Chalets, die insgesamt maximal 20 Personen beherbergen können. Genau das, was wir wollten.

Aber das ist nur der Anfang….

Nach einem kurzen Mittagssnack, chillen wir alle auf den gemütlichen Holzstühlen auf der Terrasse mit dem Fernglas in der Hand. Der eine döst ein bisschen, der andere liest. Ich bereite mir noch einen Kaffee und esse dazu einen Buttermilk-Rusk. Den ich nur abbeißen kann, wenn ich ihn ein wenig im Kaffee aufgeweicht habe. Ich weiß jetzt schon, was wir auf jeden Fall mit zurück nach Dubai nehmen werden….

Am Nachmittag gibt es noch ein paar Kleinigkeiten zum Snacken, bevor unser Game-Drive startet. Unser Auto ist gut gefüllt, aber es ist eine wirklich nette Truppe. Drei Damen aus Australien, die zu einer Hochzeitsfeier in Südafrika sind, ein Paar aus Pretoria und wir vier.

Bereits auf dem Weg von unserer Lodge hinunter in den weitläufigen Park, sehen wir eine „Journey of Giraffe“, so wird eine Gruppe von Giraffen genannt, wir sehen Warzenschweine, Kudus, Impalas, zwei gelbe „yellow hornbills“, also zwei südliche Gelbschnabeltokos mit Schnabel, die zur Familie der Nashornvögel gehören und sechs Nashörner, alle mit gekürzten Hörner.

Der Pilanesberg Nationalpark ist ein staatlicher Park und da die Anti-Wilderer-Einheiten eine Menge Geld kosten, und dieses in den staatlichen Nationalparks natürlich immer eher knapp ist, schneidet man den Nashörnern das kostbare Gut ab, um sie vor einem grausamen Tod zu bewahren.

Wir werden auf unserer Reise auch noch Nashörner mit Nashorn sehen…

An einem Ausguck am Wasserloch dürfen wir das Auto verlassen. Über Holzplanken, rechts und links von einem hohen Zaun geschützt, gelangen wir sicher zu Fuß zur Beobachtungsstelle. Und was für ein Glück: wir sehen badende Elefanten. Das spektakuläre Schauspiel dauert nur etwa 10 Minuten und dann verschwindet die kleine Herde wieder im Busch, auf Nimmerwiedersehen. Auf dem Weg zurück zum Auto, kommt uns eine nächste, kleine Besuchergruppe entgegen. Sie wissen es nicht, aber sie haben dieses Schauspiel um nur wenige Minuten verpasst und ganz sicher, taucht innerhalb kürzester Zeit keine weitere Badegruppe auf. Aber das ist eben die freie Natur, kein Zoo. Wir sind auf jeden Fall sehr dankbar.

Am Auto hat unser Fahrer und Guide bereits ein Tischchen hergerichtet mit Knabbereien und Getränken. Der Parkplatz des Ausgucks ist halb eingezäunt, damit wir uns einigermaßen sicher am Boden aufhalten können. Mit einem Windhoek Bier stoßen wir auf unseren Urlaub an. Es fühlt sich noch total unrealistisch an, aber gleichzeitig auch so vertraut, gut und erholsam.

Zurück in der Lodge, heißt es erstmal die 132 Stufen erklimmen. Oben lodert bereits ein Lagerfeuer in einer Feuerschale. Drumherum „Regie“-Stühle und Steinbänke in den Fels gebaut. Im einzige, kleinen Gemeinschafts-Innenraum ist eine lange Tafel gedeckt.

Das gefällt uns nun gar nicht…

Wir bitten darum, ob wir mit den Kindern separat an einem Tisch draußen essen dürfen. Geht klar. Sofort wird umgebaut und aufgebaut und innerhalb weniger Minuten, haben wir eine liebevoll dekorierte kleine Tafel ganz für uns alleine. Unser Sohn schläft leider bereits nach der Vorspeise auf dem Tisch ein und auch unsere Tochter kämpft mit der Müdigkeit. Wir haben so viele Eindrücke gesammelt am ersten Tag, so viel frische Luft, so viele Erinnerungen, die wieder aufkommen und das gemütliche Bett, dass auf einen wartet. So wird aus der Tafel zu viert, recht schnell eine romantische Tafel bei flackerndem Kerzenschein zu zweit. Das Essen ist viel zu viel und viel zu spät für uns. Heute machen wir noch den Fehler und versuchen auch noch, den Nachtisch zu essen. Das erste und letzte Mal auf dieser Reise.

Um 4:30 Uhr am nächsten Morgen werden wir wieder geweckt. Dick eingemummelt in Pullis und Westen mit Schals sind wir trotzdem dankbar, dass im Auto auch noch Decken auf uns warten, denn die Luft ist wirklich noch kühl im Oktober. Eingemummelt starren wir alle in den Bush und suchen nach Tieren. Recht bald treffen wir die tierischen Kollegen von gestern wieder. Besonders beeindruckend heute: Ein Elefant, der direkt hinter unserem Auto die Straße kreuzt, neben der Straße kurz anhält, unser Auto beobachtet und ganz tief in seinem Inneren ein drohendes Grollen hervorbringt. Er wollte ganz klar einen Eindruck hinterlassen und hat auch einen Eindruck hinterlassen.

Über den Pilanesbergen geht die Sonne auf, ein wunderschöner Heißluftballon zieht ebenfalls über den Park, geziert von einem Kameldornbaum mit einem Elefanten und einer Giraffe. Was für eine Show, fast kitschig.

Absolutes Highlight

Dieser fast nicht mehr zu toppende Anblick wird aber dann doch noch getoppt. Denn auf einem relativ freien Feld entdecken wir eine Gruppe Löwen, direkt neben der Straße. Der Heißluftballon dahinter, die aufgehende Sonne rechts von uns. Wir können unser Glück gar nicht fassen, aber es wird noch besser. Denn die Löwen haben es auch noch auf eine Herde Zebras abgesehen und somit werden wir an diesem Morgen noch Zeuge des Anpirschens, des Jagens und des Versagens.

Ich bin fast froh, dass die Löwen nicht erfolgreich waren, denn ich weiß nicht, wie unser Sohn diese Situation dann aufgefasst hätte… Wir waren einmal in Kenia mit ihm Angeln und das hat in einem totalen, emotionalen Desaster geendet…

Bestimmt eine Stunde dauert diese Live-Show am Morgen. Wir bewegen uns nur auf unserem Sitz im Auto, sonst verweilen wir still an einer Stelle mit ausgeschaltetem Motor. Im Hintergrund immer die Szene des Heißluftballons. Wie wir von unserem Fahrer hören, landet dieser gewöhnlich jeden Morgen auf dem Feld neben der Straße, wo heute aber die Löwen Verweilen und Jagen. Bedeutet es muss ein neuer Landeplatz her. Dieser liegt dann etwa 500 m weiter drin im Bush, aber für uns immer noch hinter den Löwen. Somit sehen wir nicht nur die Löwen jagen, sondern auch noch den Heißluftballon landen. Denke: Adrenalin pur für die Ballon-Fahrer.

Nach so viel Aufregung… Zeit für einen Kaffee. An einem „Rastplatz“-Gebäude im Park aus dem Jahre 1936 machen wir unseren Stopp. Wir haben Zeit, kurz die Toiletten aufzusuchen und dann wartet schon der Kaffee auf uns. Es gibt frisch gebackene Muffins, aber keine Rusks. Schade.

Die Kinder wundern sich…

Mit ihrem Kakao in der Hand beobachten die zwei eine Bande Affen, die sich über einen Mülleimer hermachen, bis ein Fahrer sie verscheucht und sie wieder in die Natur flüchten und sicherlich später zurückkommen werden…
„Das war doch früher immer anders, da waren wir doch irgendwie mitten im Busch und haben da einen Stopp gemacht“, kommt die Erinnerung der beiden zurück.

Und ja, das stimmt. In den staatlichen Parks, wie z. B. auch dem Krüger Park, dürfen die Fahrzeuge nur in bestimmten, abgesicherten Bereichen stoppen, die auf jeden Fall von einer Seite her komplett geschützt sind. Da trügt die beiden die Erinnerung nicht, denn wir waren meist, eigentlich immer, mit Besuchern in privaten Parks, wo das ein bisschen anders abläuft. Spannend, dass das doch in ihren Köpfen anders abgespeichert ist, denn immerhin waren die beiden erst sechs Jahre als, als wir Südafrika verlassen haben.

Aber das kommt später noch,

versichere ich den beiden. Es muss ja für uns alle noch eine Steigerung auf dieser Reise geben.

Auf dem Rückweg begegnen wir noch einer Elefantenherde mit kleinen Jungelefanten. Ein Baby trinkt bei der Mama Muttermilch. So süß.

Die Lodge hätte einen kleinen Pool, aber es ist zu kalt. Bewölkt, keine Sonne, Zeit nach dem sehr reichhaltigen, ausgiebigen Frühstück noch eine Runde zu schlafen. Im Urlaub um 4:30 Uhr geweckt zu werden, ist eigentlich nicht meine Wahl, mittags schlafen eigentlich auch nicht, aber für diese Naturerlebnisse, nehme ich das nur zu gerne in Kauf. In der Lodge ist es ruhig, alle ziehen sich auf ihre Zimmer zurück.

Erst am späten Nachmittag treffen sich alle wieder zum Snack und Drink vor der nächsten Ausfahrt ein. Zebras, Giraffen, Nashörner, Impalas, Wildschweine, Nashörner… Highlight des Abends bei bewölktem Himmel und kühlen Temperaturen: Ein Nilpferd, das bereits am frühen Abend das Wasser verlässt und an Land wandert. Und wir sehen es, direkt vor uns.

An einem anderen Wasserloch stoppen wir wieder und dürfen das Auto verlassen. Auf zum Ausguck. Der komplett stille See, keine Wasserbewegung, vor uns, vor dem wolkenverhangenen grauen Himmel ist malerisch. Ein toter Baum. Die noch übrig gebliebenen, abgestorbenen Äste und der Stamm ragen aus dem Wasser. Absolute Stille vor uns.

Erst auf dem Rückweg über die Holzplanken gesäumt von einem Zaun, der hin und wieder einen kleinen Ausguck bietet, fallen uns die zwitschernden Vögel im Schilf auf. Was für ein Kontrast zu der Ruhe des Sees. Bei der Lautstärke muss es eine ganze Vogelkolonie sein, die sich da unterhält oder beschimpft.

Nach 132 Stufen zurück in der Lodge halten die Kinder heute sogar bis zur Hauptspeise durch.

Der Game-Drive am Morgen muss heute für uns ausfallen. Wir machen uns auf den Weg zur nächsten Lodge. Somit haben wir etwa eine Stunde Fahrt von der Lodge bis zu unserem Auto vor uns und dann noch mal etwa drei Stunden Fahrt bis zum nächsten Parkplatz und bis zum nächsten Park.

Einem privaten Game-Reserve. Unserem Lieblingsort in der Umgebung von Johannesburg.

Lasst euch überraschen. Mehr die nächsten Tage.

Baustelle…

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… mal wieder.

Das Leben in Dubai besteht natürlich nicht immer nur aus Sonne, Sommer, Sonnenschein… na ja, eigentlich doch. Denn die drei Dinge sind fast täglich gegeben. Was ich vielleicht eher sagen will, das Leben besteht hier nicht immer nur aus Strandstunden, Wasserplantschen oder Cocktailsschlürfen, denn wir leben hier und machen hier keinen Urlaub.

Realität: zwei kranke Kinder übers Wochende zu versorgen und seit einer Woche mal wieder Baustelle ums Haus.

Wie ich ja bereits vorab schon mehr als einmal berichtet habe, ist Baustelle immer mit viel Arbeit verbunden, obwohl ich weder auf der Leiter stehe und streiche, noch Fliesen verlege. Es gilt Genehmigungen einzuholen, Arbeiter zu kontrolieren oder zu überwachen… und vieles mehr.

Aktuelles Projekt: Haus streichen – außen.

Auch hierzu gab es ja bereits mal einen Beitrag in dem ich mich über die vorgeschriebenen Farben ausgelassen habe. Das war nun auch der Grund, weswegen das Projekt ein wenig auf Eis lag, denn ich hatte keine Energie mehr, mich damit weiter zu beschäftigen. Jetzt, eine gute Zeit nach den Sommerferien und somit nach den letzten Bauarbeiten, bin ich die hoffentlich letzten Projekt angegangen.

Wir haben uns mal wieder mit der vorgeschriebenen Farbpalette beschäftigt und ich habe am 31. Oktober 2022 den Antrag gestellt, unser Haus streichen lassen zu dürfen, in der VORGESCHRIEBENEN Farbkombination. KEINE WAHL!

Also sollte man meinen, dass es auch keine große Verzögerung bei der Beantragung der Genehmigung geben sollte… Aber – sag niemals NIE.

Denn heute, 21. November 2022 halte ich nun endlich nach endlosen Telefonaten und Emails meine Genehmigung in den Händen.

Wohlgemerkt: Nicht für meine Wunschfarbe – sondern für die, von der Baugesellschaft vorgeschriebene, Farbe.

Große Überraschung Ende der letzten Woche: Die Ausstellung der Genehmigung der Streichung (noch mal: für eine von mir nicht gewünschte Farbe) kostet mich nun auch noch 1050 AED.

Lustige Geschichte: Mit Erhalt der Zahlungsaufforderung bekam ich in der Email den Hinweis, dass das Streichen meines Hauses in der Farb Y…-… genehmigt ist. Um noch einmal auf Nummer sicher zu gehen, checke ich die Farbe noch mal in Google. Ein richtig dunkles, Zartbitter – Schokoladen-Braun poppt auf meinem Bildschirm auf. Da ist doch etwas schief gelaufen… Diese Farbe darf man nämlich für die Fensterumrahmungen nutzen, nicht, um sein komplettes Haus damit zu streichen. Aber gut, dass ich 1050 AED dafür zahlen darf, dass ich dann noch kontrollieren muss, was man mir so genehmigt, obwohl ich es nicht beantragt habe…
Die heutige Genehmigung erhält die korrekten Angaben zu den vorgeschriebenen Farben. Perfekt.

Mit dieser Genehmigung in der Hand muss ich nun wieder einen weiteren Genehmigungsprozess starten. Denn jetzt benötige ich wieder eine Zutrittserlaubnis, damit das Anstreicherteam samt Material und Gerüst in das Wohngebiet einfahren darf. Mal schauen, wie lange das dauern wird. Diese ist aber zumindest kostenlos.

Ich halte euch auf dem Laufenden.

Sperrmüll

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in Dubai.

Alles was man in Deutschland zum Sperrmüll geben würde oder am Wertstoffhof abgeben könnte, das lässt man hier eigentlich von der Firma „Take my Junk“ abholen. Wir haben von dem Team schon einiges abholen lassen, besonders in der Umzugszeit. Wenn dann plötzlich doch noch etwas übrig bleibt, nicht mehr gebraucht wird, der Container voll ist, man die Artikel weder in Flohmarktgruppen über WhatsApp oder Facebook, über Dubizzle oder sonst wie verkaufen oder einfach loswerden konnte, dann ruft man das Take my Junk Team an.

Das Team kommt mit ihrem kleinen LKW vorbei und checkt die „Waren“. Wenn diese noch in einem guten Zustand sind und weiterverkauft werden können, dann werden diese kostenlos mitgenommen. Wenn allerdings die „Waren“ für sie nicht mehr verkäuflich sind, also schlichtweg kaputt, dann muss man je nach Menge einen meist doch recht kleinen Obolus zahlen, denn dann übernimmt die Firma die Entsortung.

Von einer Bekannten haben wir erfahren, dass die Firma im Nachbar-Emirat Ajman ein Gebrauchtwaren-Kaufhaus betreibt. Das war somit Ziel unserer kleinen Mädels-EntdeckerTruppe diese Woche.

In einem Industriegebiet finden wir die große gelbe Halle und betreten sie. Wir sind zu viert unterwegs, aber recht bald verlieren wir uns aus den Augen und sind somit in zwei zweier Gruppen unterwegs. Die Hallen, über zwei Etagen, sind fast bis unter die Decke mit Waren vollgestopft. Staub überall, denn die große Hallentür steht den ganzen Tag offen. In der oberen Etage unter dem Blechdach braten wir wie Hühnchen auf dem Grill. Stühle, Tische bis unter die Decke, Schreibtische, Bürostühle, Betten jeglicher Art und Form, Matratzen und sogar richtig gute Lattenroste. Bilder und Spiegel in jeder erdenklichen Größe; Fitnessgeräte und Fitnesszubehör in Mengen, Haushaltswaren, Mülleimer, Grill, Bücher, Schuhe, Skischuhe, Spiele; alles rund ums Tier, Fahrräder und Roller, Rollstühle und Krücken, Schränke und Regale, Tennisschläger, Stative, eine seperate Kleiderabteilung, Gardinen usw. usw.. In jeder Ecke entdecken wir wieder neue, vollkommen unerwartete Überraschungen. Ich könnte hier noch ewig weiter aufzählen.

In einer kleinen hinteren Ecken, entdecken wir sogar eine Werkstatt, in der Sofas (Sofas gibt es auch!) neu bezogen werden.

Ich weiß nicht, wie viele Stunden wir uns in diesem Gewirr verloren haben. Mit leichten „Staublungen“, verlassen wir vollkommen baff, diese Location. Was für ein ausgefallener, spaßiger Ausflug heute.

Und das Beste, man weiß jetzt wirklich, dass die Sachen nicht einfach im Müll landen, sondern vielleicht irgendwann einen neuen Besitzer finden, der sich über die günstige Anschaffung freut.

Unbedingt verhandeln, wenn ihr fündig werden würdet.

P.s.: Heute, einen Tag später habe ich noch eine zusätzliche Info bekommen. Von Dubai Municipalities gibt es auch noch ein Nummer, die man anrufen kann, damit kaputte Waren wohl innerhalb von maximal drei Tagen abgeholt werden. (Der Kontakt berichtete, dass nach dem Anruf bereits drei Stunden später bereits die Sachen abgeholt wurden.) Telefonnummer. 80090.
WICHTIG! – Man muss seine Makani Nummer angeben. Diese Nummer hängt außen am Haus. Foto hängt unten an.

Hier ein paar Eindrücke:

Makani Nummer:

Al Mamzar Beach

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Dubai und Sharjah

Wer hier schon ein bisschen mitgelesen hat, weiß, dass ich ein Fan des Radfahrens bin. Und somit ging es heute mal wieder auf Erkundungstour. Zusammen mit meiner lieben Freundin Julia, die ebenso Rad-begeistert ist, wie ich suchen wir uns immer auf der Careem Bike App eine Vermietstation aus in einer Gegend, die wir noch nicht kennen und dann geht es los.

Heute war der Al Mamzar Beach mit dem Al Mamzar Beach Park unser Ziel. Witzig hierbei, die eine Seite er großen Bucht, liegt auf der Seite von Sharjah, hier haben wir auch die Mietstation gewählt, und die andere Seite, die mit dem Al Mamazar Beach Park liegt schon im Emirat Dubai.

Heute, Dienstagmorgen, waren doch erstaunlich viele Menschen am Wasser, im Wasser oder auf den Outdoor-Fitness-Anlagen in Action. Der Radweg schlängelt sich immer direkt am Strand entlang, nur hin und wieder teilt man sich den Weg mit den Fußgängern. Im Al Mamzar Beach Park angekommen, war leider der erste Eingang nur für Autos. Wir mussten weiterfahren bis zum Maingate. Hier brauchten wir die NOL Card, zum betreten. Diese Karte benötigt man z.B. auch, um hier die Metro zu benutzen. Glücklicherweise hatte Julia eine Karte und wir konnten diese nutzen. Alternativ kann man am Maingate aber auch diese Karte erstehen. Leider durften wir im Park dann auch kein Rad fahren. Wir haben die Räder (unabgeschlossen) am Eingang stehen lassen und haben den Park zu Fuß erkundet. Heute, Dienstag, war „Ladys and Children Day“. Super wenig los, traumhafte Strände, Toiletten- und Duschanlagen und mehrere kleine Verkaufsbuden. Hier gefiel mir besonders die lila-farbene Fruchthütte. Wir sind zwei Buchten abgelaufen und haben noch vergeblich das Schwimmbad gesucht, aber leider verpasst, dafür aber eine Skaterrampe entdeckt.

Radtausch.

Anschließend wieder zurück aufs Rad und an einer auf dem Rückweg liegenden Station haben wir unsere Rad getauscht. Denn das Interessante bei Careem Bike ist, dass man für einen Tag 20 AED zahlt. Diese 20 AED erlauben es einem ein Rad für 45 Minuten zu nutzen. Ich kann am selben Tag immer wieder kostenlos für 45 Minuten Räder ausleihen, egal wo in der Stadt, aber sobald ich einmal die 45 Minuten überschreite mit ein und dem selben Rad, werden mir zusätzliche Gebühren berechnet. Somit, wann immer wir auf unseren Strecken die Careem Radstationen sehen, tauschen wir immer das Rad und verlängern somit unsere Zeit und sparen Geld.

Die Strecke heute war nur etwa 11 km lang, plus die etwa 1 km zu Fuß durch den Park.

Es war ein traumhaft schöner Morgen und was gibt es Schöneres, als neue Ecken in der Stadt zu erkunden? Ich liebe es.

Al Qattara Arts Centre

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Al Ain – Emirat Abu Dhabi

Nach einer kleinen Radtour in der Oase von Al Ain, einer UNESCO World Heritage Site, bleibt noch ein wenig Zeit, bis die Kinder aus der Schule kommen…

Auf dem vielen Infomaterial, welches wir über Al Ain und Umgebung bei unserem ersten Stopp eingesammelt haben, entdecken wir so viele Möglichkeiten. Wir entscheiden uns spontan für einen weiteren Stopp im Al Qattara Arts Centre, da dieses sozusagen auf dem Rückweg nach Dubai liegt. Auch hier werden wir wieder von sehr freundlichen Mitarbeiterinnen empfangen, die sich sichtlich über unseren Besuch freuen. Auch hier treffen wir erneut auf einige Schulklassen. Zwei große Gruppen von Teenagerinnen sind im Gebäude unterwegs.

Das Kunstzentrum ist im ehemaligen Bin Ati Al Darmaki Haus, einem traditionellen Lehmziegel Bau, untergebracht. Archäologische Ausgraben, die man bei Umbauarbeiten im „Keller“ entdeckte, sind heute Teil einer permanenten archäologischen Ausstellung im Untergeschoss.

Im oberen Teil gibt es verschiedene permanente oder temporäre Kunstausstellungen oder -installationen.

Zudem erfahren wir, dass das Zentrum auch in verschiedenen Werkräumen, wie man sie aus früheren Schulzeiten kennt, Workshops und Kurse anbietet: von Töpfern, über Malen, bis hin zu Kalligrafie und einiges mehr.

Ebenfalls ein wundervoller Ort mit so netten Menschen.

Al Ain Oase

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UNESCO World Heritage Site

Es ist Mitte Oktober, das Wetter wird wieder angenehmer und ich muss wieder raus, etwas Neues erkunden. Zeit für eine kleine Oasen Erkundung.

Von Dubai fährt man etwa 1 Stunde und 15 Minuten nach Al Ain, ein Ort im Emirat Abu Dhabi, direkt an der Grenze zum Oman. Überraschend groß ist die Stadt und eigentlich mitten drin, die Oase. Auf dem Weg zu Eingang fahren wir am prachtvollen Sheikh Zayed Palace Museum, dass auch kurz als das Al Ain Place Museum bezeichnet wird, vorbei. Direkt dahinter erstreckt sich bereits die Oase. Auf dem kleinen Parkplatz stehen schon einige Autos, aber wir begegnen später nur einer weiteren Besucherin.

Am Eingang wird unser Impfzertifikat gecheckt und wir bekommen zur Orientierung eine Karte der Oase. Der nette Herr erklärt uns, dass wir entweder die Oase erlaufen können, was laut seinen Angaben, etwa 2,5 Stunden dauern würde oder wir könnten uns ein Fahrrad nehmen oder eine geführte 20-minütige Tour buchen.

Über einen kleinen Hof erreichen wir ein Häuschen, vor dem bereits zwei Fahrräder stehen. Perfekt. Wir buchen diese für eine Stunde für 30 AED. (Man hätte auch eine halbe Stunde buchen können…)

Der nette Herr empfiehlt uns aber vorab, dass etwa 200 m entfernte Eco Centre zu besuchen. Denn laut seiner Aussage, gibt es keine weiteren Infotafeln auf dem Gelände.

Im Eco Centre erfahren wir einiges über die Produktgewinnung aus einer Dattelpalme und bekommen eine kleine Videovorführung, die uns sofort an unsere Expo-Erlebnisse erinnert.

Jetzt aber ab aufs Rad und rein in die Oase. Auf gepflasterten sandfarbenen Wegen, rechts und links gesäumt von ebenfalls sandfarbenen Mauern, erkunden wir das Grün. So schön, hier im Schatten herumzufahren. Und an den Mauern hängen immer wieder Tafeln mit Erklärungen an denen wir anhalten. Kleine Gatter führen hinunter in die Palmengärten, viele davon aber geschlossen. In manchen Anlagen sehen wir Arbeiter: die einen erneuern die Bewässerungsanlagen (Falaj) oder bauen gar neue, andere pflügen die Erde um, oder pflegen die Palmen.

Durch einen kleinen Seitenausgang im Osten verlassen wir die Oase und fahren um das, momentan geschlossene, Al Ain Museum herum zum nächsten Gate und dort wieder in die Oase hinein. Das gleiche versuchen wir auch am Al Ain Souk Gate, damit wir sozusagen eine große 8 in und um die Oase fahren können. Allerdings stoßen wir am Al Ain Souk Gate auf eine zu große Straße. Somit müssen wir doch auf der gleichen Strecke wieder zurück zum Westgate. In nur etwa 35 Minuten haben wir somit die komplette Oase mit dem Rad erfahren.

Zurück am Westgate herrscht hier plötzlich großer Andrang: Mehrere Schulklassen sind dort versammelt. Im Schatten picknicken sie und besuchen in Etappen den kleinen Shop und das Artisanal Craft Centre. Wir schließen uns an. Überall sehr nettes Personal, die sich auch trotz dem Tumult der jüngeren Schüler, sehr viel Zeit für uns nehmen und viel erklären.

Ein wundervoller Morgen.

Es ist so weit!

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Der ultimative Reiseführer für Johannesburg ist da!

Was lange währt… endlich geschafft. Bereits während meiner Zeit in Johannesburg, habe ich mich so in diese Stadt verliebt, dass ich damals beschloss, einen Reiseführer für Jozi zu erstellen. Ich habe auch damals schon angefangen. Erstmal mit unendlich vielen Besuchen von unendlich vielen Plätzchen und Schätzchen in und um die Stadt. Diese Stadt hat gegen so viele unzählige Vorurteile zu kämpfen, aber sie hat jeden, den ich in die Stadt einführen durfte, verzaubert.
Und jetzt soll jeder, der immer noch an der Schönheit der Stadt zweifelt auch noch überzeugt werden.

Vielleicht wanderst Du bald mit oder ohne Anhang nach Johannesburg, Südafrika aus…
Vielleicht hast Du bald, ob beruflich oder privat, einen etwas längeren Aufenthalt dort…
Vielleicht reist Du urlaubstechnisch nach Südafrika und möchtest in die geschichtsträchtigen Stadt tiefer einsteigen…

Hier bist Du richtig. Mein absoluter InsiderGuide mit „172 places to be & see“ steht jetzt zum Verkauf bereit.

Johannesburg und Umgebung
by Nicole Boenke-Feuring

Die Arbeit daran hat sich über viele Jahre hingezogen. Zwei große Umzüge, Familienzuwachs und vieles mehr, umso glücklicher bin ich jetzt, dass er fertig ist und für euch zu haben ist.

Er soll allen Lesenden das bieten, was ich immer vermisst habe: Ein schön bebilderter Wegweiser in und um die Wahlheimat Johannesburg. Es gibt so viel zu entdecken!!

Eure PDF-Datei des Reiseführers als Doppelseite wie in einem Buch anzeigen

    Wenn Ihr eine PDF-Datei das erste Mal öffnet, werden die Seiten u. U. einzeln angezeigt. Ihr könnt die Ansicht so ändern, dass zwei Seiten nebeneinander angezeigt werden, wie in einem Buch. Im Folgenden wird erläutert, wie Ihr die Darstellung in Adobe Reader ändern könnt (einem gängigen Programm zum Anzeigen von PDF-Dateien, das kostenlos bei Adobe heruntergeladen werden kann)

    Im Adobe Reader unter Ansicht – Seitenanzeige – Zweiseitenansicht – wählen

    Außerdem die Option – Deckblatt in Zweiseitenansicht einblenden – ausschalten.

    Dann erscheint Eure pdf Version exakt so auf dem Bildschirm, als ob ihr das Buch vor Euch liegen hättet.

    Viel Spaß in Johannesburg!

      Schmugglerhäuschen…

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      Casas do Contrabando – Galegos – Portugal

      Von der Pousada in Evora fahren wir den wunderschönen Ort Marvao an. Wie ein Storchennest hoch oben, etwa 800 m über dem Meeresspiegel, liegt der kleine, idyllische Ort im São Mamede Gebirge, eingesäumt von einer alten starken Festungsmauer. Wir laufen oben auf der Mauer entlang, genießen wundervolle weite Blicke in die Ferne und haben Spanien ganz nah zu unseren Füßen. In der Burganlage herrscht reges Treiben, denn es steht ein Musikfestival an. Stühle, Traktoren, Menschen – Hektik. Über einen schmalen Einstieg gelangen wir über ein paar Treppen in die Zisterne. Von einer kleinen Plattform haben wir einen tollen Blick über den mittelalterlichen Wasserspeicher. Auch hier am Boden der Zisterne stehen die Stühle für die nahenden Konzerte. Sicher eine sehr besondere Atmosphäre hier unten.

      Unser Ziel des Tages ist noch einige Meter weiter entfernt. Am Fuße des Berges liegt der Ort Portagem, aber für uns geht es weiter hinaus aus der Stadt, ab ins Grüne. Es wird ruhiger und grüner und verlassener und dann erreichen wir ein sehr verschlafenes kleines Dörfchen, Galegos, oder besser eine kleine Ansiedlung von Häusern… Eines davon soll unsere Unterkunft sein: die Casas do Contrabando.

      Wir finden sie, klingeln und Eduardo kommt an die Tür. Wir seien ein wenig früh dran und er sei noch nicht ganz fertig mit den Zimmern… Was tun? Im Ort scheint es nichts zu geben. Also wieder zurück nach Portagem und dort ein bisschen umschauen. In einem kleinen Farmshop decken wir uns mit Tapas für den Abend ein. Ein bisschen Schinken, verschiedene Käsesorten, Oliven und Baguette und noch einige Flaschen verschiedener Biersorten von einer kleinen Brauerei in der Nähe. Im Farmshop gönnen wir uns noch einen Kaffee und ein Pastel de Nata.

      Zurück bei Eduardo werden wir herzlichst erneut empfangen. Jetzt ist er ganz entspannt und ein sehr warmherziger Gastgeber. Wir fühlen uns super wohl und erfahren gleich, dass wir die einzigen Gäste für die Nacht sind.

      Durch Eduardos wunderschöne, lichtdurchflutete Küche gelangen wir in den kleinen Garten mit kleinem Pool. Der Garten fällt zu einer Seite ab, im Tal fließt ein Flüsschen vorbei. Es plätschert. Herrlich. Die Kinder lesen, wir dümpeln im Pool und verkosten mit Eduardo die erste Geschmacksrichtung des Craft-Bieres der Barona Brewing Company.

      Wir reden und reden. Es ist so schön, ein bisschen in die Geschichte eines Einheimischen eintauchen zu können. Eduardo hat es in Covid19 Zeiten aus dem hektischen Stadtleben aufs Land hinausgezogen. Mit sehr viel Liebe hat er das alte Casa de Contrabando, das Schmugglerhäuschen, umgebaut und erweitert. Er hat ein Händchen für schöne Details. Wie sich später rausstellt, hat er auch die vielen wundervollen Gemälde im Haus selber gemalt.

      Das Häuschen ist ein Schmugglerhäusen, weil direkt hinter der Hausmauer ein einspuriger geteerter Weg zur Grenze nach Spanien führt. Die ist nur etwa 1,3 km vom Haus entfernt, somit war früher der Ort Galegos ein beliebtes Schmugglerörtchen.

      Spanien so nah?

      Da werden wir und die Kinder gleich hellhörig. Und somit geht es nach der Poolsession in der Abendsonne los und wir marschieren Richtung grüne Grenze. Wir kommen an einem kleinen Bauernhof vorbei mit einem kläffenden, offensichtlich aber blinden Hund, sonst nur goldenes, langes Gras, das so wunderschön in der Abendsonne leuchtet. Recht schnell sind wir dann an der Grenze. Vollkommen unspektakulär. Zwei Schritte und wir sind in Spanien. Es ist ebenso still und verlassen in dem kleinen Örtchen dort, wie in Galegos auf der portugiesischen Seite. Vor einem Haus sitzt eine Gruppe älterer Menschen auf Plastikhockern oder -stühlen. Über was sie wohl reden? Viel passieren wird hier sicherlich nicht. Wir grüßen freundlich und sorgen ganz sicher dafür, dass sie nun für die nächste halbe Stunde Gesprächsstoff haben. Vielleicht sind wir auch morgen noch Thema… Wir schnappen nur ein paar Wortfetzen auf, aber sie sprechen Spanisch. Ein Auto steht in einer Einfahrt, auch hier das E auf blauem Hintergrund mit Europasternen darüber.

      Das kleine Lokal, welches wohl am Wochenende geöffnet ist, hat leider unter der Woche geschlossen. Somit machen wir uns recht bald auf den Rückweg. Ein super netter Abstecher.

      Übrigens beträgt der Zeitunterschied zwischen den beiden Ländern eine Stunde. Wenn man eine Weile wartet, stellen sich tatsächlich die Uhren des Smartphones um.

      Tapas

      In Eduardos Küche richte ich unsere Tapas her. Er beäugt mich und ich bekomme gleich eine Einweisung in die verschiedenen Käsesorten, die wir gekauft haben und wie ich welche schneiden sollte. Auch das Schinkenschneiden übernimmt er gleich. Ich glaube, ich mache ihn ganz nervös mit meiner deutschen Art… Er richtet alles nett für uns auf Schieferplatten an und drängt darauf, dass ich draußen Platz nehme und er uns bedient. Also gut…. Er ist der Gastgeber, ich der Gast.

      Wir genießen die Leckereien aus dem Farmshop und später gesellt sich Eduardo noch für einen Plausch zu uns. Wir erfahren auch endlich ein bisschen mehr über die Korkeichen. Was mich am meisten fasziniert:  Den Kork der Korkeichen kann und darf man alle neun Jahre ernten. Auf den Rinden findet man nämlich immer wieder Zahlen. Mal ausgeschriebene Jahreszahlen, mal aber auch nur eine einzige Zahl. Wir sehen danach alle Korkeichen mit ganz anderen Augen.
      Der Abend klingt im Garten am Pool aus. Wir schlafen super, bei gekipptem Fenster mit dem Plätschern des Baches…

      Was für eine Idylle.

      Das Frühstück am nächsten Morgen ist mit viel Liebe im Garten angerichtet. Eduardo liebt es Gäste zu bewirten, das spürt man. Den Honig aus der Gegend verschlingt unserer Tochter gar, so dass zwei Mal Nachschub geholt werden muss.

      Vor unserer Abfahrt reicht uns Eduardo noch ein EinmachGlas mit bunten Zettelchen. Wir sollen doch noch unseren „Spruch“ ziehen.

      Nur zwei unserer vier gezogenen Sprüche:

      Mein Spruch: Give without remembering and receive without forgetting.

      Ich liebe ihn.

      Der Spruch meiner Tochter: No one is you and that is your power.

      Stark.

      Die Männer der Familie ziehen portugiesische Sprüche, die uns Eduardo geduldig übersetzt.

      Was für ein Aufenthalt. Von Ankunft bis Abreise rund. Rundum zum Wohlfühlen.

      Eduardo begleitet uns noch zum Auto. Wir machen noch ein Gruppenfoto und verabschieden uns, wie von einem guten Freund, den wir eine Zeitlang nicht sehen werden: mit einer herzlichen, langen Umarmung.

      zu Fuß nach Spanien…

      Marvão

      Korkeichen Portugals

      Portugal

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      Meine erste Portugalreise war bereits im Jahr 1999: Städtereise Lissabon. Gefolgt von einer Reise im Jahr 2002 an die Algarve, mehr Erkunden als Strandurlaub. Dieses Jahr, zwanzig Jahre später, 2022, sind wir nun als Familie für einen fast dreiwöchigen Roadtrip nach Portugal zurückgekehrt.

      Von diesem beeindruckenden Tripp möchte ich Euch die nächsten Wochen hier erzählen. Und somit Euch vielleicht ein paar Anregungen für Eure nächste Reise mitgeben.

      Schmuggler-
      häuschen

      Casas do Contrabandos
      in Galegos

      Pousadas in Portugal

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      3 Wochen mit dem Auto durch Portugal

      Jetzt sind wir seit drei Wochen wieder in Dubai nach 7 wahnsinnig erlebnisreichen Wochen unterwegs. Nach Hause kommen ist so wunderschön, zu Hause sein und leben auch, aber wie Ihr euch sicher bei meiner Blogseite hier denken könnt, ist on the road – auf EntdeckerTour – sein ebenso schön.

      In meinem Beitrag im Juli 22 habe ich euch schon von ein paar Erlebnissen von einer lang vergangenen Portugalreise erzählt. Jetzt haben wir dort angeknüpft und den Rest Portugals erkundet. In eben diesem Bericht habe ich schon einmal die Pousadas erwähnt. Damals haben wir zwar in keiner übernachtet, aber haben dieses wunderschöne alte Gemäuer entdeckt, dass heute eine Pousada ist. Ebenfalls damals haben wir uns vorgenommen, dort einmal zu übernachten. Ich nehme es vorweg: Diese Pousada lag leider nicht auf dem Weg, somit viel diese Übernachtung flach, aber ich habe einige andere wundervolle Pousadas mit in unseren Reiseplan gepackt. Jetzt rede ich immer von Pousadas und ihr fragt euch vielleicht: Was ist das überhaupt?

      Für Pousadas wurden historische Gebäude, wie alte Klöster, Burgen oder Schlösser, zu Unterkünften umgebaut. Da die Gemäuer oft unter Denkmalschutz stehen, haben diese Häuser immer ein besonderes Flair und eine tolle Geschichte. In den angeschlossenen Restaurants der Pousadas werden oft die für diese Region typischen Gerichte angeboten. Also auch ein Geschmackserlebnis, wobei die Karte meist ein sehr begrenztes Angebot bietet. Auch Weine der Region werden angeboten, wenn verfügbar.

      In Spanien heißen diese Art von Unterkünften „Paradores“.

      Wir haben gleich in der ersten Nacht mit einer Pousada gestartet.

      Pousada Castelo de Alvito

      Im kleinen Örtchen Alvito im Südosten, gelegen, etwa drei Stunden vom Flughafen Lissabon entfernt, in der Region Alentejo. Das Alentejo ist die Region der Störche und Korkeichen.

      „Historisches Hotelgebäude aus dem sechzehnten Jahrhundert. Diese Burg war einst der Wohnsitz eines Baron-Geschlechtes, das in königlicher Gunst stand“, so beschreibt die Pousada Homepage die Anlage.

      Super herzlich werden wir hier empfangen. Die Zimmer mit Verbindungstür begeistern sofort die ganze Familie. Auf dem Weg zu unseren Zimmern fällt unser Blick durch die Fenster auf den Burg-Innenhof. Hier herrscht bereits reges Treiben in Vorbereitung auf den angekündigten Grillabend.

      Nach BESTAUNEN der Zimmer; nach dem langen Sitzen am Flughafen, im Flieger und anschließend im Auto, zieht es die Kinder und uns zur Erfrischung an den Pool im Garten. Aber der Pool (Dubai-verwöhnt…) ist uns zu kalt. Somit entscheiden wir uns spontan für einen kurzen Spaziergang durch das Örtchen. Ein Miniörtchen, beherrscht von der Präsenz der Pousada. Aber ein erster Eindruck Portugals. Portugals Erde unter den Füßen, durch die Gassen schlendern… wir entdecken eine alte Kirche mit einem kleinen Vorgarten. Mehr gibt es eigentlich nicht.

      Später im gemütlichen, schützenden Innenhof genießen wir unsere erste Flasche eines grünen Weines aus der Region. Urlaub. Das Essen in Buffetform ist überhaupt nicht nach unserem Geschmack, weder mögen wir Buffets, noch sind wir Fans von Grillabenden aus Chafing Dishes. Aber am Anreisetag wollten wir es so einfach wie möglich, denn in einem 2500 EinwohnerOrt ist natürlich unklar, was man an einem Samstagabend sonst noch für Alternativen hat.

      Immerhin belohnt uns das Ambiente und der Wein. Wir genießen.

      Die Kellner können nur sehr bedingt ein paar Worte in Englisch. Somit ist am nächsten Morgen vor der Abreise gleich mal eine kleine Spracheinführung bei der Rezeptionistin fällig.

      Während die Kinder noch schlafen, ziehen wir frühmorgens wieder eine Runde durch Ort. Dieser schläft noch wunderschön ruhig. Nur auf einem Dorfplatz, fast direkt neben der Pousada, wird ein Markt aufgebaut. Vor einem Minicafé daneben sitzen bereits ein paar wenige Männer und trinken Kaffee und rauchen. Wir gesellen uns dazu. Bestellen auch zwei Kaffee, keine Zigaretten für uns, und beobachten den Markttrubel. Es wird noch aufgebaut und die Waren werden zur Schau ausgelegt. Viele Standbetreiber kommen auch ins Café und trinken noch einen Kaffee, bevor der Verkaufstag startet. Der Kaffee (Größe: Doppelter-Espresso) schmeckt köstlich, wir nehmen noch einen zweiten, bevor wir die Kinder zum Frühstück abholen. 0,80 € kostet uns ein Kaffee. Wow.

      Eindrücke aus der Pousada Castelo de Alvito

      Pousada Castelo de Beja oder auch Pousada de San Francisco genannt.

      Etwa 40 km südlich von Alvito gelegen, in Beja

      Panoramaansicht

      „Die Pousada de Beja (am Gebäude außen steht heute Pousada de San Francisco) ist eine wahre Oase inmitten der Alentejo-Ebene mit einer fast 800-jährigen Geschichte. Reisen Sie zurück in vergangen Jahrhunderte in diesem herrlichen Rückzugsort in der Alentejo-Ebene.  Die Pousada de Beja befindet sich in einem alten Franziskanerkloster in der Stadt Beja im Alentejo. Die Pousada befindet sich im Stadtzentrum, nur 700 Meter von der Burg sowie 200 Meter vom Museu Rainha D. Leonor entfernt. Die Pousada ist ein majestätisches, architektonisches Werk, das die religiöse und gotische Bauweise in Portugal repräsentiert. Die 20 Zimmer befinden sich in den ehemaligen Mönchszellen“

      So wird sie beschrieben auf der Pousada Homepage, unsere Unterkunft in Beja. Die Anreise führt uns an verlassenen, teils verfallenen Industriegebäuden am Ortseingang vorbei. In der gleichen Gegend fahren wir an sehr einfachen, ärmlichen, fast trostlosen Unterkünften vorbei, in heruntergekommenen, alten kleinen Häusern. Verwohnte alte Stühle oder Sessel stehen auf dem Gehweg, Wäsche hängt an den Mauern der verlassenen Fabrikmauern auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Wir fühlen uns wirklich unwohl, denn wir werden gleich, nicht weit entfernt in einem wunderschönen historischen Gebäude absteigen. Krasser Gegensatz.

      Die Pousada liegt an einem großen, zentralen Platz. Auch hier noch ein herzlicher Empfang. Der Eingangsbereich erstreckt sich in einen imposanten Raum, mit enormer Deckenhöhe hinein. Ein weiterer Gang führt wenige Stufen hinab in das einladende Restaurant, in dem wir direkt einen Tisch für abends reservieren. Der Weg zu unserer Zelle führt durch eine Kapelle.

      Wir packen die Badetasche und ab zum Pool. Dort lassen wir den Nachmittag ausklingen. Es sind mehrere Kinder am Pool, somit darf ruhig ein bisschen getobt werden.

      Den Abend genießen wir im Gewölberestaurant. Die Kinder staunen erstmal nicht schlecht, als sie den doch üppig mit Besteck, Geschirr und Gläsern bedeckten Tisch entdecken. Natürlich machen wir uns den Spaß und bestellen dem Besteck entsprechend auch mehrere Gänge. Ein großer Spaß. Denn zum Highlight wollen die Kinder nun auch ihr Wasser aus den Weingläsern der Umgebung angepasst, stilgerecht trinken. Ein toller Abend, bei dem viel Essen hin und her getauscht wird. Denn die schwarzen Nudeln finden keinen Einklang bei dem einen, aber dafür das Fleischgericht. Somit startet ein wildes Tauschen und Probieren, als wir unsere Hauptgänge erhalten. Ein toller Familienabend.

      Eindrücke der Pousada Castelo de Beja oder auch Pousada de San Francisco:

      Pousada Convento de Evora in Evora

      „In diesem Kloster aus dem 15. Jahrhundert sind die Spuren seiner ursprünglichen Architektur erhalten geblieben. Die Pousada Convento de Évora, die auch den Namen Pousada dos Lóios trägt, befindet sich in der Museumsstadt, die als Weltkulturerbe ausgezeichnet wurde: Évora. Die Pousada liegt zwischen der gotischen Kathedrale Évora und dem alten römischen Tempel, in der Nähe der Praça do Giraldo und des Colégio do Espírito Santo.
      In dem Gebäude sind Spuren seiner ursprünglichen Architektur erhalten, z. B. die Kreuzgänge im Innenhof, die ein Ort der Ruhe und des Friedens sind und einen Außenpool sowie einen Ruhebereich beherbergen. Bei den Zimmern handelt es sich um die alten Zellen der Mönche“,
      so wird Sie beschrieben unsere nächste Pousada auf der Homepage der Pousadas.

      Die Lage neben dem alten römischen Tempel ist schon bei der Ankunft absolut beeindruckend. Wir haben riesen Glück und bekommen, nach Anfrage in der Rezeption, doch tatsächlich einen Parkplatz in direkter Nähe zur Pousada zugewiesen. Es war perfektes Timing, dass wir doch fast zwei Stunden vor dem offiziellen Check-In ankamen. Wir parken und schlendern dann erstmal durch die Gassen Evoras. Die Kinder sind hier ganz begeistern, weil es die dritte Unterkunft im Land ist und jetzt tatsächlich endlich auch weitere Touristen und auch die klassischen Touristenläden dazu, in den Gassen auftauchen. Überall im Angebot jegliche Produkte aus Kork: Schüsseln, Taschen, Hüte, Schmuck und vieles vieles mehr. In einer Seitengasse finden wir eine tolle Eisdiele. Es sind so viele Menschen hier in den Gassen unterwegs, überall Stühle vor den Cafés und Restaurants. Richtig Leben.

      Weitere Eindrücke der Pousada Convento de Evora:

      Pousada Viana do Castelo

      „Einer der fantastischsten Ausblicke in ganz Portugal

      Die Pousada de Viana do Castelo befindet sich auf dem Gipfel des Monte de Santa Luzia in Viana do Castelo. Durch seine erhöhte Lage und den Anmut wirkt das Hotel wie ein zusätzliches, verschönerndes Wahrzeichen der Stadt Viana do Castelo. Es bietet seinen Gästen einen der fantastischsten Ausblicke in ganz Portugal – hoch oben auf dem Berg, oberhalb der Stadt und des Rio Lima gelegen, den Atlantik und den berühmten Templo de Santa Luzia überragend, welcher, nur wenige hundert Meter vom Abhang entfernt, die Landschaft und das Panorama prägt.

      Die Pousada, die aus dem Jahr 1979 stammt, ist das Ergebnis der exzellenten Restauration und Umstrukturierung des ehemaligen Hotels de Santa Luzia. Dabei wurden die charakteristischen Merkmale, die das Hotel auszeichneten, ebenso beibehalten wie die hohen Mauern aus Granit und die breiten Bogengänge.

      GRÜNDE FÜR DIE WAHL:
      Einhundert Jahre altes Hotel, das ein Projekt des Architekten Miguel Ventura Terra ist.
      Es befindet sich auf dem Monte de Santa Luzia.
      Auf dem Gipfel des Berges implantiert.“

      So wird sie beschrieben – die Pousada Viano do Castelo.

      Der Blick ist gigantisch schön. Der Service und die Freundlichkeit lassen doch etwas zu wünschen übrig (das müssen wir aber leider ganz krass auf fast unserer ganzen Portugalreise feststellen und ertragen. So etwas haben wir noch NIE in der Form irgendwo auf dieser Welt erlebt).

      Auch die Zimmer sind ganz schön in die Jahre gekommen. Da die Pousada weit außerhalb der Stadt, sehr weit oben auf dem Berg liegt, fährt man für die Sehenswürdigkeiten, Strände oder Cafés und Restaurants eine gute Strecke hinab oder eben hinauf

      Aber irgendwie versöhnt einen an diesem Ort der Blick von der Terrasse mit all dem. Ein versteckter Weg führt zum wirklich großen Pool. Auch hier kein Service, also unbedingt vielleicht Wasser und ein paar Snacks für die Kinder einpacken.
      Am Morgen vor dem Frühstück werden wir noch mit einer unglaublich wunderschönen Nebelstimmung überrascht. Das ganze Tal ist verschwunden, nur wir in der Pousada und leichte Schemen des „Templo Santa Luzia“ ragen über die Nebelschwaden hinaus. Eine ganz besondere Stimmung zum Abschiedsfrühstück.

      Das für euch mal ein erster Ausschnitt aus unserer beeindruckenden Portugalrundreise.

      Mehr davon die nächsten Tage…

      Wir waren noch im Schmugglerhäusen, sind zu Fuß nach Spanien gelaufen, haben 3D Filme in Burgen gesehen, Ruinen erkundet, eine beeindruckende Führung von einem Schüler bekommen, sind aus Porto früher abgereist und so vieles, vieles mehr…. Schaut mal wieder vorbei! Ich freu mich.