Afrika „Feeling“ rund um Johannesburg

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Elefanten Waisenhaus und Monate Game Lodge

Johannesburg, oft auch nur Jo´burg oder Jozi genannt, ist eine Millionenstadt und die Wirtschaftsmetropole Südafrikas. Mit einem Besuch im Elefanten Waisenhaus vor den Toren der Stadt oder ein paar Nächten auf einer Safari-Lodge rundet man seinen Großstadtaufenthalt ab und kommt der Natur Afrikas ganz nah.  

Verlässt man Johannesburg Richtung Norden findet man sich bald in hügeliger, grüner Landschaft wieder. Man entflieht schnell dem Trubel der Stadt. Die Straßen schlängeln sich durch die bergige Weite bis hin zum Hartbeespoort Dam. 

Unser Ziel ist das Elefanten Waisenhaus. In einem afrikanisch anmutenden, Reet gedecktem Haus werden wir empfangen. Auf der Terrasse bekommen wir einen ersten Blick auf die verspielten Gefährten, die uns die nächsten zweieinhalb Stunden begleiten werden. Von den freundlichen Mitarbeitern erfahren wir mehr über die Herkunft und die Schicksale der fünf Elefanten, die momentan in diesem Waisenhaus versorgt werden. Sie heißen Amarula, Temba, Khumba, Mvusu und  Masadi. Temba ist die jüngste und ist sieben Jahre alt.  

Die Einrichtung vermittelt nicht nur Interessantes über die afrikanischen Elefanten (Loxodonta Africana), sondern gibt uns die Möglichkeit, in einer interaktiven Begegnung den Tieren ganz nah zu kommen. 

Wir fühlen die runzelige, feste Haut am Rücken, berühren die feinen, weichen Bereiche hinter den Ohren, halten die borstigen Enden des Schwanzes in den Händen und fühlen die soften Fußsohlen. Woran erkannt man nun den afrikanischen Elefanten? Unser Guide gibt uns den Tipp, dass seine Ohren die Form des Kontinentes Afrika haben. Tatsächlich! 

Mit einem dicken, feucht-dreckigen Elefantenkuss auf die Wange verabschieden wir uns erstmal. 

Jeder Elefant hat seine eigene Schlafkammer, die jeden Tag komplett gereinigt und für die Nacht hergerichtet wird. Zimmerservice – fast wie im Hotel. 

Während wir noch über die Anatomie der Elefanten aufgeklärt werden, stehen die Vierbeiner ganz neugierig hinter uns. Sie strecken uns, über einen Zaun hinweg, die Rüssel entgegen, steigen sogar mit einem Fuß auf den Zaun, nur um uns näher zu kommen. Nach der Anatomiestunde wird uns klar warum. Die Elefanten kannten schon den nächsten Programmpunkt: Füttern!

Wir bekommen zwei Eimer gefüllt mit Trockenfutter und eine kurze Anweisung, wie wir am besten und am sichersten Füttern. Gierig werden uns immer wieder die Rüssel entgegengestreckt, keine Bewegung bleibt unbeobachtet, wollen die Elefanten doch sicher sein, dass wir gerecht verteilen.

Zum Abschluss drehen wir noch eine Runde „trunk-in-hand“, was so viel bedeutet, wie Händchenhalten oder besser Rüsselhalten. Der Elefant legt seinen Rüssel in die Hand und wir machen einen kurzen Spaziergang über den Platz. 

Zur abschließenden Krönung wird bei Interesse auch ein kurzer Elefanten Ritt angeboten. 

Den schönen Morgen schließen wir mit einem köstlichen 3-Gänge-Mittagessen auf der Terrasse ab, mit Blick auf die neu gewonnen Freunde. Dazu trinken wir einen Rock Shanty, ein typisch südafrikanisches Erfrischungsgetränk.

Monate Game Lodge – etwa zwei Stunden von Johannesburg entfernt

Wir sind auf den Geschmack gekommen, wollen noch mehr Afrika Feeling und buchen eine Game-Lodge für zwei Nächte. Game bedeutet Wild. Und eine Game-Lodge ist die Bezeichnung für eine Unterkunft im Busch gelegen, oft auf einem privaten, sehr weitläufigen Grundstück mit wilden, afrikanischen Tieren. 

Wir wollen nicht weit fahren und haben uns deshalb für die malaria-freie „Monate Game-Lodge“ entschieden. Diese ist etwa zwei Stunden Fahrtzeit nördlich von Johannesburg gelegen, in der Provinz Limpopo. 

Sobald wir von der Hauptstraße abfahren, hört die geteerte Straße auf und die Schotterpiste beginnt. Wir fühlen uns Afrika gleich noch ein Stück näher. An der Lodge werden wir von sehr nettem Personal mit einem frischen Fruchtsaft erwartet. Man erklärt uns den typischen Tagesablauf bei dieser Art von Urlaub und wir wissen jetzt schon, dass wir eine spannende, gute Zeit haben werden. 

Zimmer beziehen und ab in den Pool zur Abkühlung, bevor wir unser Mittagessen unter einem schattigen Sonnenschirm bei sommerlichen Temperaturen einnehmen. 

Um 16 Uhr ist Abfahrt zu unserem ersten Game-Drive in einem offenen Safari-Fahrzeug. Alleine dieses Gefährt ist schon ein Erlebnis. Sobald wir den Bereich der Unterkunft verlassen haben, sehen wir Springböcke, Kudus, Zebras, Wasserböcke, Giraffen und vieles mehr – das ist Afrika. Unser Fahrer hält oft an, gibt uns ausreichend Zeit die verschiedenen Tiere zu beobachten und erzählt uns eine Menge über die Flora und Fauna Afrikas.  

Kurz vor Sonnenuntergang stoppt der Fahrer erneut und wir steigen alle aus. Erst zögerlich, haben wir doch gehört, es soll auch Nashörner und Geparden geben. Und dann haben wir unseren ersten Sundowner im Busch. Mit einem südafrikanischen Weißwein in der Hand, den grasenden Giraffen nicht weit von uns entfernt, genießen wir den Sonnenuntergang. 

Zurück in der Lodge erwartet uns ein Abendessen in einer Höhle. Wir steigen die Stufen hinauf und dort oben in einer natürlichen Grotte im Berg stehen gedeckte Tische im Kerzenschein. In schweren, gusseisernen Töpfen, mit Kohlen befeuert, köcheln köstliche, afrikanische Spezialitäten. Wir essen Kudu und Pap (eine Art Maisbrei) – und können kaum glauben, dass wir uns nur zwei Stunden von der Millionenstadt Johannesburg entfernt befinden. 

Am nächsten Morgen stehen wir bereits um fünf Uhr auf und eine halbe Stunde später starten wir zum nächsten Game-Drive. Es ist kühl und wir haben uns dick angezogen, aber im Safari-Fahrzeug warten auch noch kuschelige Decken auf uns. Eingemummelt geht es wieder hinaus in die Natur. Die Sonne steigt langsam höher und die Natur erwacht. In der Kühle des Morgens entdecken wir viele bekannte Tiere vom Vorabend wieder, haben aber auch das Glück, den Geparden zu finden. Diese Schönheit der Natur ist unglaublich faszinierend. Im Alltag wollen wir uns kaum vorstellen jeden Morgen um fünf Uhr auszustehen und schon bald die Arbeit zu beginnen, aber hier im Busch, sind wir gerne bereit, solche Uhrzeiten in Kauf zu nehmen. Die Natur belohnt uns dafür. 

Wir machen noch einen Kaffeestopp im Busch und kehren dann nach einer weiteren Stunde Tierbeobachtungen hungrig zur Lodge zurück. Dort wartet ein herzhaftes Frühstück auf uns. 

Anschließend ist Freizeit angesagt. Was tun den ganzen Tag? Wir entschließen uns zum Tontauben schießen. Ein großer Spaß, da wir dies alle noch nie gemacht haben. Nach einer Einführung in die Sicherheit und die Technik des Gewehres geht es los, die ersten Schieß-Versuche. Meine zehn Tontauben bleiben verschont, ich erziele keinen einzigen Treffer. Ich investiere in fünf weitere Tontauben, aber auch diese entwischen mir. 

Die spätere Erfrischung im Pool und der zweite Platz in einem kleinen Minigolf Turnier lassen schnell die Misserfolge beim Tontauben schießen vergessen. 

Bei unserem abendlichen Game-Drive haben wir dann noch eine Begegnung der besonderen Art – Nashörner. Gewaltige Tiere, die in einer Gruppe von vier auf unserem Weg stehen und nicht zur Seite gehen wollen. Uns gibt das viel Zeit, die riesigen Geschöpfe zu beobachten und zu fotografieren. Mit der untergehenden Sonne und den trockenen, gold-leuchtenden Wiesen fühlen wir uns der Natur ganz nah und vom Afrika Fieber gepackt. 

Erst nach zwanzig Minuten macht sich die kleine Herde langsam auf den Weg, immer unserem Pfad entlang, bis sie dann im Busch verschwindet.

Zurück im Camp wartet ein großes Lagerfeuer auf uns. In bequemen Campingstühlen genießen einen Aperitif mit Blick in das flackernde Feuer, bevor wir unter dem weiten Sternenhimmel unser Abendessen einnehmen. 

Der nächste Morgen beginnt natürlich wieder um fünf Uhr. Und nein, wir sind es immer noch nicht leid, Tiere zu suchen, zu beobachten und zu fotografieren. Auch wenn sich viele Tierarten immer wiederholen, können wir nicht genug bekommen und die Faszination bleibt. Nachdem wir die großen Tiere schon kennen, interessieren uns nun auch die kleineren Lebewesen, wie Vögel oder Spinnen, die wir bisher überhaupt nicht wahrgenommen haben. Wir genießen noch einmal zwei Stunden in der Wildnis, bevor wir zu unserem letzten Frühstück in die Lodge zurückkehren. 

Danach heißt es packen und Abschied nehmen. Ein faszinierender Kurzaufenthalt liegt hinter uns und wir sind uns jetzt schon sicher, dass wir nicht das letzte Mal in dieser Buschwelt Afrikas Urlaub gemacht haben.

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