Reiseführer Johannesburg.

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Der ultimative Reiseführer für Johannesburg – 172 places to be & see!

Es ist soweit. Was lange währt… endlich geschafft. Bereits während meiner Zeit in Johannesburg, habe ich mich so in diese Stadt verliebt, dass ich damals beschloss, einen Reiseführer für Jozi zu erstellen. Ich habe auch damals schon angefangen. Erstmal mit unendlich vielen Besuchen von unendlich vielen Plätzchen und Schätzchen in und um die Stadt. Diese Stadt hat gegen so viele unzählige Vorurteile zu kämpfen, aber sie hat jeden, den ich in die Stadt einführen durfte, verzaubert.
Und jetzt soll jeder, der immer noch an der Schönheit der Stadt zweifelt auch noch überzeugt werden.

Vielleicht wanderst Du bald mit oder ohne Anhang nach Johannesburg, Südafrika aus…
Vielleicht hast Du bald, ob beruflich oder privat, einen etwas längeren Aufenthalt dort…
Vielleicht reist Du urlaubstechnisch nach Südafrika und möchtest in die geschichtsträchtigen Stadt tiefer einsteigen…

Hier bist Du richtig. Mein absoluter InsiderGuide mit „172 places to be & see“ steht jetzt zum Verkauf bereit.

Johannesburg und Umgebung
by Nicole Boenke-Feuring

Die Arbeit daran hat sich über viele Jahre hingezogen. Zwei große Umzüge, Familienzuwachs und vieles mehr, umso glücklicher bin ich jetzt, dass er fertig ist und für euch zu haben ist.

Er soll allen Lesenden das bieten, was ich immer vermisst habe: Ein schön bebilderter Wegweiser in und um die Wahlheimat Johannesburg. Es gibt so viel zu entdecken!!

Eure PDF-Datei des Reiseführers als Doppelseite wie in einem Buch anzeigen

Wenn Ihr eine PDF-Datei das erste Mal öffnet, werden die Seiten u. U. einzeln angezeigt. Ihr könnt die Ansicht so ändern, dass zwei Seiten nebeneinander angezeigt werden, wie in einem Buch. Im Folgenden wird erläutert, wie Ihr die Darstellung in Adobe Reader ändern könnt (einem gängigen Programm zum Anzeigen von PDF-Dateien, das kostenlos bei Adobe heruntergeladen werden kann)

Im Adobe Reader unter Ansicht – Seitenanzeige – Zweiseitenansicht – wählen

Außerdem die Option – Deckblatt in Zweiseitenansicht einblenden – ausschalten.

Dann erscheint Eure pdf Version exakt so auf dem Bildschirm, als ob ihr das Buch vor Euch liegen hättet.

Viel Spaß in Johannesburg!

Nach sechs Jahren zurück in der alten Heimat…

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Johannesburg – Südafrika.

Tshukudu Bush Lodge, Pilanesberg.

Die Herbstferien liegen nun schon einen Monat und 10 Tage zurück. Es fühlt sich an, wie ein halbes Jahr. Heute finde ich endlich mal Zeit, euch von der gigantischen Reise zu erzählen.

Wer hier schon ein bisschen länger mitliest, weiß, dass ich oder wir als Familie sehr stark mit Afrika verbunden sind, besonders natürlich mit unserer früheren Wahlheimat Johannesburg und Umgebung. Da geht das Herz auf, besagt ja das bekannte Sprichwort und so ist es, wenn wir Fuß auf den afrikanischen Kontinent setzen.

Am 15. Okotober 2022 also nach 6,5 Jahren endlich mal wieder in Südafrika.
Das Gefühl? Unbeschreiblich.
Die Fahrt vom Flughafen zum ersten Übernachtungsstopp bei einem guten Freund: Vertraut.
20 Uhr – Licht aus – Loadshedding: TIA. This is Africa.

Ein kurzweiliger Abend, ganz so, als ob man letztes Wochenende erst gemeinsam an einem Tisch saß, aber auch ein kurzer Abend. Denn wir haben einen langen Anreisetag hinter uns. Die frühe, natürliche Dunkelheit und zusätzlich natürlich der Verlust des elektrischen Lichtes, bewegen uns dazu, den Abend relativ früh zu beenden.

Glücklich und irgendwie „zu Hause“ fallen wir in die Betten.

Morgen geht es in den afrikanischen Busch und wir können es eigentlich gar nicht mehr abwarten.

Nach dem Frühstück fahren wir etwa 2,5 Stunden Richtung Nord-Westen. Auch hier: alles vertraut und das leichte Kribbeln im Bauch, dass man auch nach der langen Zeit, einfach den Weg kennt und alles so aussieht, wie es immer aussah.

Erster Anlaufpunkt die Bakubung Lodge im Pilanesberg Nationalpark. Hier schlafen wir aber nicht. Hier checken wir in unsere viel, viel kleinere Lodge, tief im Park drin ein. Denn die Bakubung Lodge entspricht eher einem Hotelkomplex, wir aber wollen richtiges Bush-Feeling.

Am Parkplatz laden wir unsere Rucksäcke und Koffer in einen offenen Safari-Jeep um und dann weht uns der trockene, südafrikanische Wind durch die Haare. Es hat seit sechs Monaten nicht geregnet, die Luft ist also wirklich trocken, man spürt und riecht es. Fast eine Stunde fahren wir durch den Park, sehen schon erste Tiere, bevor wir an unsere Lodge kommen. Mitten im Nationalpark, nicht eingezäunt, hoch oben auf einem kleinen felsigen Berg gelegen. Genauer gesagt, 132 Stufen hoch gelegen. Man sollte also gut zu Fuß sein, denn diese Stufen muss man für jeden Game Drive runter und dann natürlich auch wieder hoch.

Die reetgedeckten Stelzenhäuser hänge an der Hügelkante. Überall laufen unzählige Dassies (Klipschliefer) umher, große und kleine, agile und faule Vertreter. Zu süß.

Da unsere Zwillinge nun 12 Jahre alt sind, müssen wir leider in den Lodgen immer zwei Zimmer buchen, was natürlich generell schön ist, aber preislich schon reinhaut. Die beiden sind aber ebenso verzückt wie wir, beim Betreten der Häuser. Der Blick von der großen Holzterrasse über die weite afrikanische Ebene ist unglaublich beeindruckend. Wir sehen von der Terrasse aus bereits Giraffen und Nashörner im Tal.

Die Lodge hat nur sechs Chalets, die insgesamt maximal 20 Personen beherbergen können. Genau das, was wir wollten.

Aber das ist nur der Anfang….

Nach einem kurzen Mittagssnack, chillen wir alle auf den gemütlichen Holzstühlen auf der Terrasse mit dem Fernglas in der Hand. Der eine döst ein bisschen, der andere liest. Ich bereite mir noch einen Kaffee und esse dazu einen Buttermilk-Rusk. Den ich nur abbeißen kann, wenn ich ihn ein wenig im Kaffee aufgeweicht habe. Ich weiß jetzt schon, was wir auf jeden Fall mit zurück nach Dubai nehmen werden….

Am Nachmittag gibt es noch ein paar Kleinigkeiten zum Snacken, bevor unser Game-Drive startet. Unser Auto ist gut gefüllt, aber es ist eine wirklich nette Truppe. Drei Damen aus Australien, die zu einer Hochzeitsfeier in Südafrika sind, ein Paar aus Pretoria und wir vier.

Bereits auf dem Weg von unserer Lodge hinunter in den weitläufigen Park, sehen wir eine „Journey of Giraffe“, so wird eine Gruppe von Giraffen genannt, wir sehen Warzenschweine, Kudus, Impalas, zwei gelbe „yellow hornbills“, also zwei südliche Gelbschnabeltokos mit Schnabel, die zur Familie der Nashornvögel gehören und sechs Nashörner, alle mit gekürzten Hörner.

Der Pilanesberg Nationalpark ist ein staatlicher Park und da die Anti-Wilderer-Einheiten eine Menge Geld kosten, und dieses in den staatlichen Nationalparks natürlich immer eher knapp ist, schneidet man den Nashörnern das kostbare Gut ab, um sie vor einem grausamen Tod zu bewahren.

Wir werden auf unserer Reise auch noch Nashörner mit Nashorn sehen…

An einem Ausguck am Wasserloch dürfen wir das Auto verlassen. Über Holzplanken, rechts und links von einem hohen Zaun geschützt, gelangen wir sicher zu Fuß zur Beobachtungsstelle. Und was für ein Glück: wir sehen badende Elefanten. Das spektakuläre Schauspiel dauert nur etwa 10 Minuten und dann verschwindet die kleine Herde wieder im Busch, auf Nimmerwiedersehen. Auf dem Weg zurück zum Auto, kommt uns eine nächste, kleine Besuchergruppe entgegen. Sie wissen es nicht, aber sie haben dieses Schauspiel um nur wenige Minuten verpasst und ganz sicher, taucht innerhalb kürzester Zeit keine weitere Badegruppe auf. Aber das ist eben die freie Natur, kein Zoo. Wir sind auf jeden Fall sehr dankbar.

Am Auto hat unser Fahrer und Guide bereits ein Tischchen hergerichtet mit Knabbereien und Getränken. Der Parkplatz des Ausgucks ist halb eingezäunt, damit wir uns einigermaßen sicher am Boden aufhalten können. Mit einem Windhoek Bier stoßen wir auf unseren Urlaub an. Es fühlt sich noch total unrealistisch an, aber gleichzeitig auch so vertraut, gut und erholsam.

Zurück in der Lodge, heißt es erstmal die 132 Stufen erklimmen. Oben lodert bereits ein Lagerfeuer in einer Feuerschale. Drumherum „Regie“-Stühle und Steinbänke in den Fels gebaut. Im einzige, kleinen Gemeinschafts-Innenraum ist eine lange Tafel gedeckt.

Das gefällt uns nun gar nicht…

Wir bitten darum, ob wir mit den Kindern separat an einem Tisch draußen essen dürfen. Geht klar. Sofort wird umgebaut und aufgebaut und innerhalb weniger Minuten, haben wir eine liebevoll dekorierte kleine Tafel ganz für uns alleine. Unser Sohn schläft leider bereits nach der Vorspeise auf dem Tisch ein und auch unsere Tochter kämpft mit der Müdigkeit. Wir haben so viele Eindrücke gesammelt am ersten Tag, so viel frische Luft, so viele Erinnerungen, die wieder aufkommen und das gemütliche Bett, dass auf einen wartet. So wird aus der Tafel zu viert, recht schnell eine romantische Tafel bei flackerndem Kerzenschein zu zweit. Das Essen ist viel zu viel und viel zu spät für uns. Heute machen wir noch den Fehler und versuchen auch noch, den Nachtisch zu essen. Das erste und letzte Mal auf dieser Reise.

Um 4:30 Uhr am nächsten Morgen werden wir wieder geweckt. Dick eingemummelt in Pullis und Westen mit Schals sind wir trotzdem dankbar, dass im Auto auch noch Decken auf uns warten, denn die Luft ist wirklich noch kühl im Oktober. Eingemummelt starren wir alle in den Bush und suchen nach Tieren. Recht bald treffen wir die tierischen Kollegen von gestern wieder. Besonders beeindruckend heute: Ein Elefant, der direkt hinter unserem Auto die Straße kreuzt, neben der Straße kurz anhält, unser Auto beobachtet und ganz tief in seinem Inneren ein drohendes Grollen hervorbringt. Er wollte ganz klar einen Eindruck hinterlassen und hat auch einen Eindruck hinterlassen.

Über den Pilanesbergen geht die Sonne auf, ein wunderschöner Heißluftballon zieht ebenfalls über den Park, geziert von einem Kameldornbaum mit einem Elefanten und einer Giraffe. Was für eine Show, fast kitschig.

Absolutes Highlight

Dieser fast nicht mehr zu toppende Anblick wird aber dann doch noch getoppt. Denn auf einem relativ freien Feld entdecken wir eine Gruppe Löwen, direkt neben der Straße. Der Heißluftballon dahinter, die aufgehende Sonne rechts von uns. Wir können unser Glück gar nicht fassen, aber es wird noch besser. Denn die Löwen haben es auch noch auf eine Herde Zebras abgesehen und somit werden wir an diesem Morgen noch Zeuge des Anpirschens, des Jagens und des Versagens.

Ich bin fast froh, dass die Löwen nicht erfolgreich waren, denn ich weiß nicht, wie unser Sohn diese Situation dann aufgefasst hätte… Wir waren einmal in Kenia mit ihm Angeln und das hat in einem totalen, emotionalen Desaster geendet…

Bestimmt eine Stunde dauert diese Live-Show am Morgen. Wir bewegen uns nur auf unserem Sitz im Auto, sonst verweilen wir still an einer Stelle mit ausgeschaltetem Motor. Im Hintergrund immer die Szene des Heißluftballons. Wie wir von unserem Fahrer hören, landet dieser gewöhnlich jeden Morgen auf dem Feld neben der Straße, wo heute aber die Löwen Verweilen und Jagen. Bedeutet es muss ein neuer Landeplatz her. Dieser liegt dann etwa 500 m weiter drin im Bush, aber für uns immer noch hinter den Löwen. Somit sehen wir nicht nur die Löwen jagen, sondern auch noch den Heißluftballon landen. Denke: Adrenalin pur für die Ballon-Fahrer.

Nach so viel Aufregung… Zeit für einen Kaffee. An einem „Rastplatz“-Gebäude im Park aus dem Jahre 1936 machen wir unseren Stopp. Wir haben Zeit, kurz die Toiletten aufzusuchen und dann wartet schon der Kaffee auf uns. Es gibt frisch gebackene Muffins, aber keine Rusks. Schade.

Die Kinder wundern sich…

Mit ihrem Kakao in der Hand beobachten die zwei eine Bande Affen, die sich über einen Mülleimer hermachen, bis ein Fahrer sie verscheucht und sie wieder in die Natur flüchten und sicherlich später zurückkommen werden…
„Das war doch früher immer anders, da waren wir doch irgendwie mitten im Busch und haben da einen Stopp gemacht“, kommt die Erinnerung der beiden zurück.

Und ja, das stimmt. In den staatlichen Parks, wie z. B. auch dem Krüger Park, dürfen die Fahrzeuge nur in bestimmten, abgesicherten Bereichen stoppen, die auf jeden Fall von einer Seite her komplett geschützt sind. Da trügt die beiden die Erinnerung nicht, denn wir waren meist, eigentlich immer, mit Besuchern in privaten Parks, wo das ein bisschen anders abläuft. Spannend, dass das doch in ihren Köpfen anders abgespeichert ist, denn immerhin waren die beiden erst sechs Jahre als, als wir Südafrika verlassen haben.

Aber das kommt später noch,

versichere ich den beiden. Es muss ja für uns alle noch eine Steigerung auf dieser Reise geben.

Auf dem Rückweg begegnen wir noch einer Elefantenherde mit kleinen Jungelefanten. Ein Baby trinkt bei der Mama Muttermilch. So süß.

Die Lodge hätte einen kleinen Pool, aber es ist zu kalt. Bewölkt, keine Sonne, Zeit nach dem sehr reichhaltigen, ausgiebigen Frühstück noch eine Runde zu schlafen. Im Urlaub um 4:30 Uhr geweckt zu werden, ist eigentlich nicht meine Wahl, mittags schlafen eigentlich auch nicht, aber für diese Naturerlebnisse, nehme ich das nur zu gerne in Kauf. In der Lodge ist es ruhig, alle ziehen sich auf ihre Zimmer zurück.

Erst am späten Nachmittag treffen sich alle wieder zum Snack und Drink vor der nächsten Ausfahrt ein. Zebras, Giraffen, Nashörner, Impalas, Wildschweine, Nashörner… Highlight des Abends bei bewölktem Himmel und kühlen Temperaturen: Ein Nilpferd, das bereits am frühen Abend das Wasser verlässt und an Land wandert. Und wir sehen es, direkt vor uns.

An einem anderen Wasserloch stoppen wir wieder und dürfen das Auto verlassen. Auf zum Ausguck. Der komplett stille See, keine Wasserbewegung, vor uns, vor dem wolkenverhangenen grauen Himmel ist malerisch. Ein toter Baum. Die noch übrig gebliebenen, abgestorbenen Äste und der Stamm ragen aus dem Wasser. Absolute Stille vor uns.

Erst auf dem Rückweg über die Holzplanken gesäumt von einem Zaun, der hin und wieder einen kleinen Ausguck bietet, fallen uns die zwitschernden Vögel im Schilf auf. Was für ein Kontrast zu der Ruhe des Sees. Bei der Lautstärke muss es eine ganze Vogelkolonie sein, die sich da unterhält oder beschimpft.

Nach 132 Stufen zurück in der Lodge halten die Kinder heute sogar bis zur Hauptspeise durch.

Der Game-Drive am Morgen muss heute für uns ausfallen. Wir machen uns auf den Weg zur nächsten Lodge. Somit haben wir etwa eine Stunde Fahrt von der Lodge bis zu unserem Auto vor uns und dann noch mal etwa drei Stunden Fahrt bis zum nächsten Parkplatz und bis zum nächsten Park.

Einem privaten Game-Reserve. Unserem Lieblingsort in der Umgebung von Johannesburg.

Lasst euch überraschen. Mehr die nächsten Tage.

Zugfahrt Johannesburg – Kapstadt

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… oder natürlich Kapstadt – Johannesburg. 25 Stunden, die sich lohnen.

Wenn ihr von Johannesburg nach Kapstadt kommen müsst oder wollt, könnt ihr die etwa 1500 Kilometer

  1. mit dem Auto fahren – das dauert ca. 15 Stunden Fahrtzeit
  2. fliegen entweder von Lanseria Flughafen im Norden Johannesburgs oder vom O.R. Tambo Airport – das dauert ca. 2 Stunden
  3. oder aber Zugfahren – das ist ein besonderes Erlebnis von 25 Stunden

Wir sind mit dem Zug Premier Class, der den wunderschönen Namen Shosholoza Meyl trägt, die Strecke von Johannesburg nach Kapstadt gefahren. Mit dem Taxi haben wir uns zum Bahnhof bringen lassen. Hier gab es bereits einen separaten Wartebereich mit gemütlichen Sofas, bevor wir zum Zug geleitet wurden. Durch die Fenster konnten wir im Speisewagen schon die eingedeckten Tische mit Biltong, Nüssen und Chips sehen.

Durch den schmalen Zug Gang suchten wir uns den Weg zur Kabine 3E, wo bereits ein Namensschildchen unsere Ankunft ankündigte. Im Inneren standen zwei Wasserflaschen und ein Begrüßungsschreiben für uns parat. Es lagen auch schon Kopfkissen auf den Sitzbänken, die aber erst gegen Abend zu Betten umfunktioniert werden würden.

Im Speisewagen, bei einem Gläschen Sekt und Biltong, setzte sich der Zug in Bewegung. Die Ausfahrt aus Johannesburg führte uns an in die Jahre gekommenen Hochhäusern und auch Townships vorbei. Die Bahnschienen immer wieder mit hohen Stacheldrahtzäunen von der Stadtwelt abgetrennt. Durch Industriegebiete führte der Weg immer weiter aus der Stadt hinaus und unser Weg führte uns vom Speisewagen in den Barwagen. Die 80er Jahre anmutende Einrichtung war super sauber und gepflegt und kein bisschen unangenehm. Man konnte sich einfach nur wohlfühlen und das wirklich nette und aufmerksame Zugpersonal setzte noch das Sahnehäubchen obenauf.

Golden trockenes Buschgras flog bildlich am Fenster vorbei, nachdem wir die Stadt verlassen hatten. Ewige Weite, die die Ausmaße Südafrikas erahnen lassen. Aber auch immer und immer wieder weitläufige, sehr große Ansiedlungen sehr einfacher Unterkünfte, mit vereinzelten „Plumpsklo“ Häuschen, die die krassen Unterschiede des Landes zeigen.

Weite, schwarz verbrannte Grasflächen, am Horizont noch die Rauchschwaden zu erkennen, ziehen ebenfalls an unserem Fenster vorbei. Auch der ein oder andere Zug rauscht mit lautem Donnern durch unser Blickfeld und reist uns aus den Tagträumen. Wir sitzen einfach nur da und lassen uns von der Show vor dem Fenster berieseln. Es ist so entspannend.

Der Tag neigt sich dem Ende zu und da in Südafrika die Sonne immer sehr früh untergeht, neigt auch sie sich immer weiter Richtung Erdkrümmung, um bald zu verschwinden. Aber vorher zaubert sie für uns noch ein unbeschreiblich wunderschönes, goldenes Licht auf die Landschaft.

Im Speisewagen ist unser Tisch schon wieder liebevoll für uns eingedeckt. Bereits zum Mittagessen wurden wir hier mit einem 4-Gänge-Menü verwöhnt. Am Nachmittag servierte man uns einen High-Tea und nun werden wir mit einem 5-Gänge-Menü in die Nacht verabschiedet. Da wir uns nur mehrmals vom Speise-, zum Barwagen oder mal auf ein Stündchen in unsere Kabine bewegt haben, ist der Hunger nicht wirklich groß. Aber das Essen ist großartig, also essen wir natürlich trotzdem.

In der Kabine warten zwei gemütliche Betten auf uns. Der Zug rattert weiter Richtung Süden. Wir lesen noch ein paar Seiten, aber viele von euch kennen sicher dieses ermüdende Gefühl, was einen immer bei Zugfahrten überkommt. Schon bald können wir die Augen nicht mehr offenhalten. Aber ich werde mehrmals in der Nacht wach, und wage jedes Mal einen Blick aus dem Fenster. Natürlich ist in der Dunkelheit nicht allzu viel zu erkennen, aber doch bekomme ich in diesen Momenten hin und wieder einen kleinen Einblick in die sich leicht verändernde Landschaft. Früh bin ich wieder wach, weil ich unbedingt den Sonnenaufgang miterleben möchte. Und wir haben Glück, denn der Blick aus unserem Kabinenfenster, ins Bett gekuschelt, bietet Prime Plätze zum Tagesanfang. Das goldene Gras vom Vortag ist einer fast Steppen-ähnlichen Öde gewichen.

Noch aus dem Bett nehmen wir ein Schild wahr „Prince Albert Road“, das bedeutet, wir sind gar nicht mehr allzu weit von Kapstadt entfernt. Schäfchen-Wolken am blauen Himmel, in der Ferne sind immer wieder Berge zu erkennen und bald neben den Schäfchen Wolken auch noch Schafe neben der Bahnstrecke. Idylle pur. Und wir noch im Bett. Am Horizont meinen wir, Berge mit etwas Schnee erkennen zu können, es ist August, tiefster Winter in Südafrika.

Wir rattern über eine eiserne Brücke. Kahle Berge und kahle Bäume ziehen an unserem bewegten „Gemälderahmen“ vorbei. Immer mal wieder taucht eine Windwasserpumpe auf, deren Windmühle sicher im Wind knattert. Mein Mann liest das Buch Hirschgulasch, aber ich kann gar nicht aufhören, aus dem Fenster zu starren. Und wie gut, dass ich aus dem Fenster schaue, denn dann plötzlich taucht ein Hügel mit Schneekuppe sehr nahe auf. Und noch vor dem Frühstück zeigt uns die Landschaft, dass wir nun wirklich nicht mehr weit von Kapstadt entfernt sein können, denn die ersten Weinanbaugebiete tauchen auf, die Schnee-gekrönten Berge immer im Hintergrund. Wunderschön. Die Berge kommen manchmal sehr nahe und auch ein Flüsschen begleitet unsere Fahrt für eine Weile.

Wir machen einen Stopp in Worcester, ebenfalls noch vor dem Frühstück. Wenige Leute steigen aus und ein, sehr wenige. Aber am Bahnhof ist einiges los.

Kurz nach unserem Stopp erwartet uns ein tolles Naturschauspiel. Man kennt vom Tafelberg ja das berühmte Tischtuch, wenn sich eine dünne Wolkendecke langsam über den Berg hinweg zieht und Richtung Kapstadt gemächlich hinabfällt und die Wolken sich dann „magisch“ aufzulösen scheinen. Was eben den Anschein erweckt, dass auf dem Plateau des Tafelberges ein Tischtuch liegt. Wir haben diesen Effekt jetzt auf den Bergen, hinten den Weinstöcken, die uns nach Worcester begegnen, während wir beim Frühstück mal wieder im Speisewagen sitzen. Das Wetter wird schlechter, Regen zieht auf und es ist so behaglich, gemütlich im Zug. Fast schade, dass die 25 Stunden schon bald um sind und wir aussteigen werden müssen.

Während wir aus Kristallgläsern ein sehr üppiges, gutes Frühstück mit warmem Kaffee oder Tee genießen, zieht kurz vor Kapstadt noch ein wirklich riesiges Squatter Camp an unserem Fenster vorbei. Die extrem einfachen Blechhütten, manche gar nur mit Folie oder Tüten abgedeckt, bieten sicher kaum, bis gar keinen Schutz vor der Kälte des afrikanischen Winters, geschweige denn wirklichen Schutz vor dem Regenschauer. An ein üppiges Frühstück mit Eiern, Speck, Süßem und warmen Getränken überhaupt nicht zu denken… Aber solche krassen Unterschiede bringen einen natürlich immer wieder zum Nachdenken, holen einen auf den Boden der Tatsachen zurück und lassen einen noch viel mehr Dankbarkeit empfinden für das, was man selber hat und Respekt und Mitgefühl denen gegenüber, die das eben nicht haben und nicht haben können und werden.

Und nicht nur sekunden-, sondern minutenlang fahren wir an den Hütten vorbei…

Kurze Zeit später erkennen wir schon die Silhouette von Kapstadt mit dem Lionshead.

Eine Stunde VOR der geplanten Ankunftszeit fahren wir in den Bahnhof ein. Wo gibt´s denn sowas?

Es waren wunderschöne 24 ganz besondere Stunden. Kann ich jedem, der die Zeit und Lust hat, nur empfehlen.

Premier Class – Shosholoza Meyl

Wanderungen rund um Joburg

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In kleinen Tagesausflügen kann man die wunderschöne Natur rund um Johannesburg erwandern. 

In einer Millionenstadt wie Johannesburg, vermißt man oft die Bewegung in der Natur. Die Stadt wird zwar mit über 10 Millionen gepflanzten Bäumen als der „größte menschlich geschaffene Wald“ bezeichnet, aber das bedeutet nicht, dass man sich überall in diesem Wald auch auf Spazier- oder Wanderwege bewegen kann. In verschiedenen Naturparks rund um Johannesburg kann man allerdings die frische Luft, die Bewegung und die afrikanische Pflanzen- und Tierwelt ganz nah erleben.  

Kurz vor Pretoria liegt das Groenkloof Nature Reserve, mit einer Vielzahl von Tieren, wie Impala, Kudu, Strauße, Kuhantilopen und Rappenantilopen. Der Park bietet verschiedene Wanderrouten an: 3,5 km (rote Markierung), 4 km (weiße Route) und 10,5 km (gelbe Markierung).

Groenkloof Nature Reserve

Die gelbe Tour führt erst einmal stetig bergauf. Man hat einen freien Blick auf das imposante Vortrekker Monument auf dem gegenüberliegenden Berg. Dieses wurde von 1937 bis 1949 gebaut und erinnert an die Vortrekker, die 100 Jahre zuvor vom Kap aus in den Norden zogen, um weitere Siedlungen zu erschließen. 

Leider hat man nicht nur das imposante Bauwerk im Blickfeld, sondern auch die Autobahn. Diese begleitet einen noch einige Meter, bevor sich der Weg endlich abwendet. Die Natur im Park ist sehr dicht verwachsen und schön. Die Klippschliefer sonnen sich auf den Felsvorsprüngen, laufen aber sofort davon, wenn man sich nicht leise verhält. 

Der Weg schlengelt sich weiter in die afrikanische Wildnis. Man kann Straußen begegenen oder auch Zebras. Hin und wieder kreuzt man den 4×4 Geländeweg und einen Mountain-Bike Pfad. In einer langgezogenen Kurve geht es langsam um den Berg herum und abwärts, bevor man wieder den Ausgangspunkt erreicht. Der Parkplatz bietet schöne Grillplätze unter schattigen Bäumen. 

Da der Park sehr einfach zu erreichen ist, ist er, trotz der kleinen Mankos, einen Wandertag wert.  

Hennops – Krokodilberg Trail

Nur etwa 40 km nördlich von Johannesburg liegt der Hennops Wanderpfad in den Magaliesbergen. Es gibt zwei Touren. Besonders schön ist der 11,4 km lange Krokodilberg Trail. Dieser führt anfangs entlang des Hennops Flusses, bis man an eine abenteuerliche Hängebrücke gelangt, die einen über den Hennops führt. Wenig später geht der Weg steil bergauf, weg vom Fluß. Man hat herrliche Ausblicke auf die umliegenden Magaliesberge und die Schlucht, die man gerade über die Hängebrücke überquert hat. Es geht durch einen Aloe Wald und dann steil bergab, mit dem Blick auf ein stillgelegtes Atomkraftwerk. Hier beim Abstieg ist es etwas schwierig die Wegbeschilderung zu finden, aber alle Wege führen nach unten… Der nicht beschilderte, ausgetrampelte Pfad ist steiler und kräftezährender als der eigentliche Weg. Am Fuße des Berges angekommen stößt man auf eine alte Ruine, ein Feldhospital aus Zeiten des Anglo Boer Krieges. Von nun an geht es durch ebene, weite Flächen zurück Richtung Hennops.

Mit einer handbetriebenen kleinen Seilbahn überquert man wieder abenteuerlich den Fluß und gelangt in wenigen Metern zurück zum Parkplatz. 

Die kürzere, einfach zu gehende Alternative ist derZebraweg. Dieser ist etwa sechs Kilometer lang, ohne große Anstiege und führt durch ein eingezäuntes Wildgehege.  

Hennops – Zebraweg

In der Nähe von Hekpoort, an den südlichen Hängen der Magaliesberge bietet Go Vertical (Rustig) drei sehr gepflegte, gut ausgeschilderte Wanderrouten. Nur etwa 45 Minuten von Johannesburg entfernt ist diese Tour ideal für eine Wochenend-Tageswanderung.

Die Woodland Tour ist nur fünf Kilometer lang und mehr ein Spaziergang als eine Wanderung.  

Der acht Kilometer lange Crag Pfad ist anspruchsvoller, führt an den Hängen der Magaliesberge entlang und zu beeindruckenden Berghöhlen, wie der Neujahrshöhle. Die Tour verläuft größtenteils durch Wald und ist somit ideal geeignet für Sommertage. 

Die Summit Route umfaßt zehn Kilometer. Der Weg führt anfangs durch einen kleinen, schattigen Wald. Dann geht es steil bergauf. Kurz vor erreichen des Plateaus, lädt eine große, kühle Höhle zum Verschaufen ein. Anschließend geht es die letzten harten Meter weiter bergauf. Auf dem Bergplateau angekommen wird man mit einem atemberaubenden Blick auf die umliegenden Berge und die Täler belohnt. Allerdings ist nun der Schatten komplett verschwunden. Man sieht afrikanische Blumen und Kleintiere, bewundert die Aussicht und eh man sich versieht, geht es schon wieder abwärts. Und das richtig steil. Stöcke wären hier hilfreich, ist doch der Untergrund sehr steinig und zwischendurch auch etwas rutschig. 

Go Vertical – Summit Route

Am Ausgangspunkt wieder angekommen kann man sich im liebevoll dekorierten Restaurant mit einem kühlen Getränk erfrischen.

Im Walter Sisulu National Botanical Garden gibt es neben einem schönen Wanderweg noch viel mehr zu entdecken. Der Park bietet eine prächtige Flora und Fauna auf etwa 300 ha. Der große Witpoortjie Wasserfall ist einer der landschaftlichen Höhepunkte. Mit etwas Glück und abhängig von der Jahreszeit kann man hier ein Felsenadler (Kaffernadler) Pärchen beobachten. In der Nähe des Wasserfalles sieht man das gewaltige Nest aus Ästen und Zweigen. Meist besteht die Brut aus zwei Eiern. Immer tötet das Ältere kurz nach dem Schlüpfen das Jüngere.

Der Wanderweg führt neben dem Wasserfall in die Höhe. Oben angekommen geht es entlang des Flusses weiter, bis der Weg nach rechts abbiegt. Man schaut von hier auf eine Häuseransiedlung auf dem Berg, direkt neben dem Parkgebiet. Der Weg führt weiter bergauf bevor es dann wieder steil bergab geht. Dieser Abstieg ist sehr steil mit großen Stufen, die für kleinere Kinder nicht unbedingt geeignet sind. Im Tal geht es dann zurück Richtung Picknickwiese, die einen pefekten Ausklang für den Tag in der Natur bietet. Benannt wurde der Park nach dem südafrikanischen Antiapartheid-Kämpfer und Politiker Walter Max Ulyate Sisulu.

 Suikerbosrand Nature Reserve

Suikerbosrand Nature Reserve

In der Nähe von Heidelberg, etwa eine Stunde südlich von Johannesburg liegt das Suikerbosrand Nature Reserve. Das Gebiet umfaßt insgesamt etwa 12000 ha. Die Höhenunterschiede reichen von 1500 bis 1900 m über NN. Der Park hat seinen Namen von der Pflanze Highveld Protea/Suikerbos (Protea caffra), einem kleinen Baum oder Busch mit einer wunderschönen Blüte. Die Königsprotea (Protea cynaroides) ist die südafrikanische Nationalblume aus der gleichen Familie.

Der Bokmakiere Pfad ist am Besten geeigent für eine Tagestour. Man kann zwischen 10 (folgen Sie den gelben Fußspuren) und 17 (folgen Sie den grünen Fußspuren) Kilometern wählen. Mit etwas Glück sieht man Eland, Zebra, Gnus und Paviane während der Wanderung, um nur einige zu nennen. Unbedingt an einen Sonnenhut denken. Die Strecke führt über weites Land, mit schönen Ausblicken, mit wenig bis gar kein Schatten. Fernglas nicht vergessen.

Die einfachere, kürzere Alternative ist der Cheetah Informations-Pfad. Dieser liegt in der Nähe des Besucherzentrums und nimmt etwa zwei Stunden in Anspruch. Hierbei steht nicht der Wandergedanke im Vordergrund, sondern die Möglichkeit, etwas über das direkte Umfeld und seine Beschaffenheit zu erfahren.  

Suikerbosrand Nature Reserve

Der Start- und Endpunkt der Wanderungen liegt am Suikerbosrand Protea Hotel. Im Garten kann man bei einem Kaffee oder einer kühlen Erfrischung wieder zu Kräften kommen. 

Weitere Touren, die ich noch empfehlen kann:

Klipriviersberg Nature Reserve mit unzähligen verschiedenen Touren jeder Länge. 30-40 km südlich von Johannesburg.  

Klipriviersberg Nature Reserve

Das Fairie Glen Nature Reserve liegt etwas südlich-östlich von Pretoria. Auch hier gibt es verschiedene Wanderwege.  

Farie Glen Nature Reserve

Ein bisschen anspruchsvoller ist die Tour am Shelter Rock in den Magaliesbergen. Wanderungen müssen vor 11 Uhrstarten. Es geht etwa vier Kilometer bergauf und anschließend natürlich wieder zurück. Dauer etwa vier Stunden, mit Kindern vielleicht etwas länger. Es gibt Treppen-Querungen über Zäune – für Hunde also weniger geeignet. Westlich von Johannesburg gelegen, ca. 1 Stunde und 15 Minuten Anfahrt. 

Shelter Rock
Shelter Rock

Es gibt auch noch eine schöne (long) Tour auf der Saamrus Guest Farm in den Magaliesbergen, aber die ist momentan wohl nur für Hausgäste offen. Einfach mal anfragen.  

Saamrus Guest Farm

Nach all den wunderschönen Naturerlebnissen fühlt man sich auch in und um die Millionenstadt Johannesburg dem afrikanischen Busch ganz nah.

„Ahoi“ – Kapitän auf dem Hausboot

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– nur eine Stunde Fahrt von Johannesburg entfernt

Unberührte Natur, dichtes Schilf, ruhiges Wasser, große Vogelvielfalt und wunderschöne Sonnenuntergänge – all das nur eine Stunde südlich von Johannesburg. Auf einem Hausboot der eigene Kapitän sein und für ein verlängertes Wochenende den Vaal River entlangschippern.

Ob wir wissen, wie man ein Boot steuert, will Wellington der freundliche Mitarbeiter von Old Willow No. 7, unserem Bootvermieter, wissen. „Woher?“ fragen wir. Also gibt es eine kurze Einweisung. Nicht nur Boot steuern will geübt sein, man sollte auch wissen, wie die Toilette funktionert, wo die Schwimmwesten sich befinden, wie Herd und Ofen zu benutzen sind, wie man Strom spart und den Tank wechselt. 

Es hört sich viel an, aber es stellt sich bald heraus, dass alles sehr einfach zu bedienen ist. Es ist Winter in Südafrika und somit nicht viel Verkehr auf dem Fluss. Für das erste Mal Kapitän sein, sicher nicht allzu schlecht. Auf geht´s wir stechen in See oder besser in „Fluß“.

15 Kilometer in jede Richtung sind von unserer Anlegestelle, direkt am „Millionares Bend“, einfach an einem Wochenende zu erkunden. „Millionärs Kurve“ erklärt recht schnell, wie prachtvoll hier die Häuser und wie groß die Grundstücke entlang des Flußabschnittes sind. 

Den ersten Tag gehen wir langsam an. Nach kurzer Fahrt biegen wir in einen Seitenarm mit dem Namen Leeuspruit ab. Auf einer Seite reihen sich Häuser direkt an den Fluß und auf der anderen Seite steht dichtes Schilf. Wir ankern auf der Naturseite. Die Vögel zwitschern laut im Schilf. Die Angeln werden ausgeworfen, der Grill gestartet. Wir haben natürlich Fleisch dabei, da wir nicht erwarten, so schnell einen Fisch zu fangen. 

In Winterjacken und Wolldecken gehüllt genießen wir ein Glas Wein, ein Straußensteak und nebenbei auch noch den feuerroten Sonnenuntergang.

In der Kajüte liegen dicke Decken und Wärmflaschen bereit. Wir kuscheln uns in das gemütliche Bett und schlafen ganz entspannt ein.

Der nächste Morgen ist kalt, richtig kalt. Wir entscheiden uns für ein Frühstück im Innenraum. Der heiße Kaffee wärmt schön von innen, das Radio an Bord berieselt uns mit afrikanischer Musik. Wieder in Winterjacken gehüllt, starten wir den Motor, Anker lichten und weiter geht es auf Erkundungsfahrt des Vaal River. 

Heute fahren wir fast 18 Kilometer in die andere Richtung. Doch zu allererst machen wir Halt bei unserem Vermieter. Die Batterien werden geladen, das Boot geputzt, Frischwasser aufgefüllt, die Füllmenge des Tankes geprüft und der Grill neu bestückt. Nebenbei bekommen wir von dem freundlichen Besitzer, David, Ratschläge zu besserem Angelerfolg. 20 Minuten später geht es wieder los. 

Wir  passieren riesige Prachthäuser, aber auch einfache Hütten. Überall entlang des Ufers zwitschern Vögel in allen Größen. Wir begegenen wenig Booten. Und obwohl heute Feiertag ist, sehen viele Wochenendhäuser unbewohnt und auch einige Restaurants geschlossen aus. Es ist eben Winter. Im Emerald Casino machen wir Halt und mischen uns unter die Menschenmassen, die hier herumspazieren. Wir halten uns nicht zu lange auf, da wir schon nach kurzer Zeit die Idylle und die Ruhe unseres Bootes vermissen und auch keine Spielernaturen sind. 

Der heutige Ankerplatz heißt Taaibos Spruit, ein Nebenfluss des Vaal. Flaches Land zu jeder Seite, hin und wieder säumt Schilf das Ufer, aber auch abgebrannte, schwarze Felder zieren den Weg. Wir begegnen vielen Angelern entlang unseres Wasserweges. Freundlich grüßt man sich. 

In einem ruhigen Eck ankern wir wieder dicht am Schilf. Ganz in der Ferne können wir die Kühltürme eines Atomkraftwerkes sehen. Die Angeln werden ausgeworfen. Da wir noch gut gesättigt sind von unserem üppigen Mittagessen im Casino, ist keiner enttäuscht, dass wir wieder keinen Fisch fangen und somit das Abendessen spontan ausfällt. All die Ratschläge und zusätzlichen Anlockmittel Davids haben uns heute nicht geholfen.

Die Nacht fühlt sich erheblich kühler an und früh kuscheln wir uns in die warmen Betten. 

Der nächste Morgen bestätigt unser Gefühl. Alles ist gefroren, leicht weiß überzogen und Nebel steigt vom Fluß auf. Eine wunderschöne Landschaft. Nach einer heißen Dusche an Bord, heißem Tee mit köstlichem Kuchen zum Frühstück, wagen wir uns an die frische Luft. Unser Atem ist gut sichtbar. Wir geben den Fischen eine weitere Stunde zum Anbeisen, bevor wir uns, ohne Fang, zu unserem Stopp an der Vermietstation aufmachen. 

Frisch betankt und gesäubert ist unser Ziel heute die  Staumauer. David hat keine weiteren Angel-Ratschläge auf Lager, außer Geduld, Geduld, Geduld.

Die Landschaft der heutigen Flußseite ist hügeliger und felsiger. Der Staudamm wurde bereits 1938 angelegt. Musste 14 Jahre später erweitert werden, um die ansteigende Bevölkerungszahl versorgen zu können. Heute sind die Kapazitäten lange nicht mehr ausreichend und man muss auf andere Resourcen ausweichen.

Wir ankern im Schilf des Cloudy Creek, einem weiteren Zufluß zum Vaal River. Ein erneuter Angelversuch wird gestartet, aber kein Erfolg erwartet. Wir heizen den Grill an, packen uns in Decken und Jacken und genießen südafrikanischen Wein, Steaks und Borewoers, eine besonders gewürzte lokale Bratwurst. 

Und dann steht schon die letzte Nacht unseres Wochenendausflugs bevor. Mit einem wunderschönen, klaren Sonnenuntergang beendet die Natur unseren Tag. Die Dunkelheit kommt früh, bereits um 19 Uhr ist es finster. Wir sitzen um den Grill herum und lassen die letzten Tage Revue passien. Schon heute steht fest, dass wir wiederkommen werden. Vielleicht das nächste Mal im Sommer. Aber nur vielleicht. Die Ruhe und die besondere Stimmung im Winter haben uns auch sehr gut gefallen. 

Ahoi!

Wir sind ein paar Jahre später noch einmal im Sommer zurückgekehrt. Die Abende an Deck in der kühleren Zeit waren auf jeden Fall, trotz Decken und Winterjacken, viel gemütlicher, denn im Sommer machen leider auch die Mücken hier Urlaub…

Afrika „Feeling“ rund um Johannesburg

Rund um Afrika, Startseite

Elefanten Waisenhaus und Monate Game Lodge

Johannesburg, oft auch nur Jo´burg oder Jozi genannt, ist eine Millionenstadt und die Wirtschaftsmetropole Südafrikas. Mit einem Besuch im Elefanten Waisenhaus vor den Toren der Stadt oder ein paar Nächten auf einer Safari-Lodge rundet man seinen Großstadtaufenthalt ab und kommt der Natur Afrikas ganz nah.  

Verlässt man Johannesburg Richtung Norden findet man sich bald in hügeliger, grüner Landschaft wieder. Man entflieht schnell dem Trubel der Stadt. Die Straßen schlängeln sich durch die bergige Weite bis hin zum Hartbeespoort Dam. 

Unser Ziel ist das Elefanten Waisenhaus. In einem afrikanisch anmutenden, Reet gedecktem Haus werden wir empfangen. Auf der Terrasse bekommen wir einen ersten Blick auf die verspielten Gefährten, die uns die nächsten zweieinhalb Stunden begleiten werden. Von den freundlichen Mitarbeitern erfahren wir mehr über die Herkunft und die Schicksale der fünf Elefanten, die momentan in diesem Waisenhaus versorgt werden. Sie heißen Amarula, Temba, Khumba, Mvusu und  Masadi. Temba ist die jüngste und ist sieben Jahre alt.  

Die Einrichtung vermittelt nicht nur Interessantes über die afrikanischen Elefanten (Loxodonta Africana), sondern gibt uns die Möglichkeit, in einer interaktiven Begegnung den Tieren ganz nah zu kommen. 

Wir fühlen die runzelige, feste Haut am Rücken, berühren die feinen, weichen Bereiche hinter den Ohren, halten die borstigen Enden des Schwanzes in den Händen und fühlen die soften Fußsohlen. Woran erkannt man nun den afrikanischen Elefanten? Unser Guide gibt uns den Tipp, dass seine Ohren die Form des Kontinentes Afrika haben. Tatsächlich! 

Mit einem dicken, feucht-dreckigen Elefantenkuss auf die Wange verabschieden wir uns erstmal. 

Jeder Elefant hat seine eigene Schlafkammer, die jeden Tag komplett gereinigt und für die Nacht hergerichtet wird. Zimmerservice – fast wie im Hotel. 

Während wir noch über die Anatomie der Elefanten aufgeklärt werden, stehen die Vierbeiner ganz neugierig hinter uns. Sie strecken uns, über einen Zaun hinweg, die Rüssel entgegen, steigen sogar mit einem Fuß auf den Zaun, nur um uns näher zu kommen. Nach der Anatomiestunde wird uns klar warum. Die Elefanten kannten schon den nächsten Programmpunkt: Füttern!

Wir bekommen zwei Eimer gefüllt mit Trockenfutter und eine kurze Anweisung, wie wir am besten und am sichersten Füttern. Gierig werden uns immer wieder die Rüssel entgegengestreckt, keine Bewegung bleibt unbeobachtet, wollen die Elefanten doch sicher sein, dass wir gerecht verteilen.

Zum Abschluss drehen wir noch eine Runde „trunk-in-hand“, was so viel bedeutet, wie Händchenhalten oder besser Rüsselhalten. Der Elefant legt seinen Rüssel in die Hand und wir machen einen kurzen Spaziergang über den Platz. 

Zur abschließenden Krönung wird bei Interesse auch ein kurzer Elefanten Ritt angeboten. 

Den schönen Morgen schließen wir mit einem köstlichen 3-Gänge-Mittagessen auf der Terrasse ab, mit Blick auf die neu gewonnen Freunde. Dazu trinken wir einen Rock Shanty, ein typisch südafrikanisches Erfrischungsgetränk.

Monate Game Lodge – etwa zwei Stunden von Johannesburg entfernt

Wir sind auf den Geschmack gekommen, wollen noch mehr Afrika Feeling und buchen eine Game-Lodge für zwei Nächte. Game bedeutet Wild. Und eine Game-Lodge ist die Bezeichnung für eine Unterkunft im Busch gelegen, oft auf einem privaten, sehr weitläufigen Grundstück mit wilden, afrikanischen Tieren. 

Wir wollen nicht weit fahren und haben uns deshalb für die malaria-freie „Monate Game-Lodge“ entschieden. Diese ist etwa zwei Stunden Fahrtzeit nördlich von Johannesburg gelegen, in der Provinz Limpopo. 

Sobald wir von der Hauptstraße abfahren, hört die geteerte Straße auf und die Schotterpiste beginnt. Wir fühlen uns Afrika gleich noch ein Stück näher. An der Lodge werden wir von sehr nettem Personal mit einem frischen Fruchtsaft erwartet. Man erklärt uns den typischen Tagesablauf bei dieser Art von Urlaub und wir wissen jetzt schon, dass wir eine spannende, gute Zeit haben werden. 

Zimmer beziehen und ab in den Pool zur Abkühlung, bevor wir unser Mittagessen unter einem schattigen Sonnenschirm bei sommerlichen Temperaturen einnehmen. 

Um 16 Uhr ist Abfahrt zu unserem ersten Game-Drive in einem offenen Safari-Fahrzeug. Alleine dieses Gefährt ist schon ein Erlebnis. Sobald wir den Bereich der Unterkunft verlassen haben, sehen wir Springböcke, Kudus, Zebras, Wasserböcke, Giraffen und vieles mehr – das ist Afrika. Unser Fahrer hält oft an, gibt uns ausreichend Zeit die verschiedenen Tiere zu beobachten und erzählt uns eine Menge über die Flora und Fauna Afrikas.  

Kurz vor Sonnenuntergang stoppt der Fahrer erneut und wir steigen alle aus. Erst zögerlich, haben wir doch gehört, es soll auch Nashörner und Geparden geben. Und dann haben wir unseren ersten Sundowner im Busch. Mit einem südafrikanischen Weißwein in der Hand, den grasenden Giraffen nicht weit von uns entfernt, genießen wir den Sonnenuntergang. 

Zurück in der Lodge erwartet uns ein Abendessen in einer Höhle. Wir steigen die Stufen hinauf und dort oben in einer natürlichen Grotte im Berg stehen gedeckte Tische im Kerzenschein. In schweren, gusseisernen Töpfen, mit Kohlen befeuert, köcheln köstliche, afrikanische Spezialitäten. Wir essen Kudu und Pap (eine Art Maisbrei) – und können kaum glauben, dass wir uns nur zwei Stunden von der Millionenstadt Johannesburg entfernt befinden. 

Am nächsten Morgen stehen wir bereits um fünf Uhr auf und eine halbe Stunde später starten wir zum nächsten Game-Drive. Es ist kühl und wir haben uns dick angezogen, aber im Safari-Fahrzeug warten auch noch kuschelige Decken auf uns. Eingemummelt geht es wieder hinaus in die Natur. Die Sonne steigt langsam höher und die Natur erwacht. In der Kühle des Morgens entdecken wir viele bekannte Tiere vom Vorabend wieder, haben aber auch das Glück, den Geparden zu finden. Diese Schönheit der Natur ist unglaublich faszinierend. Im Alltag wollen wir uns kaum vorstellen jeden Morgen um fünf Uhr auszustehen und schon bald die Arbeit zu beginnen, aber hier im Busch, sind wir gerne bereit, solche Uhrzeiten in Kauf zu nehmen. Die Natur belohnt uns dafür. 

Wir machen noch einen Kaffeestopp im Busch und kehren dann nach einer weiteren Stunde Tierbeobachtungen hungrig zur Lodge zurück. Dort wartet ein herzhaftes Frühstück auf uns. 

Anschließend ist Freizeit angesagt. Was tun den ganzen Tag? Wir entschließen uns zum Tontauben schießen. Ein großer Spaß, da wir dies alle noch nie gemacht haben. Nach einer Einführung in die Sicherheit und die Technik des Gewehres geht es los, die ersten Schieß-Versuche. Meine zehn Tontauben bleiben verschont, ich erziele keinen einzigen Treffer. Ich investiere in fünf weitere Tontauben, aber auch diese entwischen mir. 

Die spätere Erfrischung im Pool und der zweite Platz in einem kleinen Minigolf Turnier lassen schnell die Misserfolge beim Tontauben schießen vergessen. 

Bei unserem abendlichen Game-Drive haben wir dann noch eine Begegnung der besonderen Art – Nashörner. Gewaltige Tiere, die in einer Gruppe von vier auf unserem Weg stehen und nicht zur Seite gehen wollen. Uns gibt das viel Zeit, die riesigen Geschöpfe zu beobachten und zu fotografieren. Mit der untergehenden Sonne und den trockenen, gold-leuchtenden Wiesen fühlen wir uns der Natur ganz nah und vom Afrika Fieber gepackt. 

Erst nach zwanzig Minuten macht sich die kleine Herde langsam auf den Weg, immer unserem Pfad entlang, bis sie dann im Busch verschwindet.

Zurück im Camp wartet ein großes Lagerfeuer auf uns. In bequemen Campingstühlen genießen einen Aperitif mit Blick in das flackernde Feuer, bevor wir unter dem weiten Sternenhimmel unser Abendessen einnehmen. 

Der nächste Morgen beginnt natürlich wieder um fünf Uhr. Und nein, wir sind es immer noch nicht leid, Tiere zu suchen, zu beobachten und zu fotografieren. Auch wenn sich viele Tierarten immer wiederholen, können wir nicht genug bekommen und die Faszination bleibt. Nachdem wir die großen Tiere schon kennen, interessieren uns nun auch die kleineren Lebewesen, wie Vögel oder Spinnen, die wir bisher überhaupt nicht wahrgenommen haben. Wir genießen noch einmal zwei Stunden in der Wildnis, bevor wir zu unserem letzten Frühstück in die Lodge zurückkehren. 

Danach heißt es packen und Abschied nehmen. Ein faszinierender Kurzaufenthalt liegt hinter uns und wir sind uns jetzt schon sicher, dass wir nicht das letzte Mal in dieser Buschwelt Afrikas Urlaub gemacht haben.