Braunfels für 20 Stunden

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Hessen – Lahn-Dill-Kreis

Meine Oma feiert ihren 89. Geburtstag im August 2021. Zu meiner und ihrer Freude, fällt dieser Tag in unseren, ab jetzt alljährlichen, Sommer-Langzeit-Aufenthalt. Meine Oma liebt das Reisen, sie findet darin wahrscheinlich das EntdeckerGlück genauso wie ich. Ich habe auch schon einige tolle Touren mit ihr gemacht. Wir waren schon zu 10 Tage mit dem Mietwagen auf Mallorca unterwegs und haben eine Woche Flusskreuzfahrt in Frankreich genossen. Sie hat uns auch mehrmals für je zwei Wochen in Südafrika besucht. Einmal sogar ganz alleine mit Anfang 80, mit ihrer sieben Jahre jüngeren Schwester. Auch in Milwaukee, USA hat sie uns besucht.

Zu ihrem 89. kam mir somit natürlich die Idee, ihr eine Übernachtung mit mir und den Kindern in einem Hotel zu schenken. Die Wahl fiel auf das Schlosshotel in Braunfels.

Die Lage des Hotels war ungeahnt perfekt, auf Höhe der Altstadt, so dass es für meine Oma kein Problem war, mit dem Rollator die Stadt mit uns zu Fuß zu erkunden. Die Altstadt befindet sich auf dem Hügel rund um den Schlossberg, während die nicht so schöne Neustadt im Tal liegt. Der Luftkurort im nördlichen Taunus hat wirklich eine gut erhaltene und gepflegte kleine Fachwerkaltstadt rund um den historischen Marktplatz. Wir laufen einige der kleinen, verwinkelten Gassen ab und schreiten durch alte Stadttore. Danach braucht Oma eine kleine Pause. Während meine Tochter mit ihrer Uroma auf dem Marktplatz auf einer Bank ein Schwätzchen hält, machen mein Sohn und ich uns auf den kurzen Weg zum Schloss. Durch ein großes, rotes hölzernes Fall-Tor betreten wir die Schlossanlage. Beeindruckend führt uns ein breiter Treppengang weiter hinauf zum Schlosshof. Im Hof tummeln sich schon Besucher, die auf eine Führung warten. Wir aber entschließen uns, nur das Museum zu besuchen. An einem Drehkreuz zahlen wir je drei Euro und können uns dann selber „einlassen“. Das Museum ist beeindruckend. Waffen, Münzen, Kleidung, Schmuck, Uniformen, Siegel, Glas, Orden und vieles, vieles mehr. Immer weiter reihen sich die verschiedenen Räume aneinander. Super spannend, kurzweilig und auch mein 11-jähriger Sohn ist begeistert.

Geschichtlich beladen machen wir uns wieder auf den Weg zum Marktplatz. Kaffee und Eiscreme steht als nächstes auf dem Programm.

Damit sind wir gestärkt und spazieren noch ein wenig durch den Kurpark Herrengarten. Dieser Terrassengarten wurde bereits im 17. Jahrhundert angelegt. Die Kinder rennen und toben, die Oma und ich schlendern gemütlich hinterher. Am meisten begeistert mich ein wirklich großer Mammutbaum, der mich sofort an einen Besuch des Sequoia Nationalparks in den USA erinnert.

Direkt hinter dem Herrengarten kommen wir durch einen schmalen Gang wieder auf den Hof unseres Hotels. Genug gelaufen. Das Hotel hat einen wunderschönen Aufenthaltsraum mit vielen Gesellschaftsspielen und einer Selbstbedienungs-Bar auf Vertrauensbasis. Wir haben das Glück, dass wir an einem Montag in Braunfels sind und weil die Restaurants in Braunfels montags geschlossen haben, bietet das Hotel nur an diesem Wochentag (momentan) abends ein Essen für seine Gäste an. Draußen regnet es mittlerweile, wir sind viel gelaufen, hatten einen super schönen Tag und viel frische Luft und genießen das Verweilen in toller Umgebung.

Wir lernen Kniffel Duell kennen, das unerwartet viel Spaß macht, spielen unzählige Runden Qwixx, eines meiner Lieblingsspiele und werden zur Krönung noch mit einer köstlichen Suppe verwöhnt.

Später ziehen wir uns in unsere königlichen Gemächer im Schlosshotel zurück und schlafen zufrieden ein.

In dem wunderschönen Raum, in dem wir den Abend haben ausklingen lassen, starten wir den nächsten Tag mit klingenden Tassen mit köstlichem Kaffee.

Fazit: Braunfels lohnt sich auf jeden Fall für eine Nacht. Bei mehreren Übernachtungen würde man dann anfangen, die Umgebung zu erkunden oder zu erwandern.

Für meine Oma, die UrOma meiner Kinder:

Oma, es war ein so schöner Ausflug mit Dir, so wie all unsere gemeinsame Zeit immer und überall. Ich freue mich jetzt schon RIESIG, wenn Du uns im Februar in Dubai besuchen kommst.
Du bist die Beste – ich hab dich lieb. Pass gut auf dich auf.

Strohblume…

Diese kleine gelbe Blüte durfte ich Dank meiner Oma, in Braunfels kennenlernen. Sie fühlt sich komplett KÜNSTLICH anfühlt. Unser Sohn, konnte gar nicht glauben, dass sie echt ist. Man lernt nie aus. Eine „StrohBlume“ – im wahrsten Sinne des Wortes. Über solche kleinen Entdeckungen kann ich mich ja riesig freuen.

Deutschland 2. Immer wieder neu.

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Ich bin ja immer noch im Prozess, meine 6-wöchige Sommerreise zu verarbeiten, zu reflektieren, zu genießen. Ich schwelge noch in all den wunderschönen Entdeckungen, die ich auf dieser Reise wieder machen konnte und lass mich davon irgendwie auch immer noch berieseln und beflügeln, obwohl der Alltag schon wieder voll und ganz eingekehrt ist. 

Einer meiner Grundsätze, schon immer, bei jeder Reise nach Deutschland (wir sind ja doch schon einige Jahre in der Welt unterwegs): Mindestens eine neue Stadt besuchen. 

Das kann ich jedem nur empfehlen. 

Dieses Mal, da ich ja wirklich lange unterwegs war, habe ich nicht nur eine neue Stadt besucht. 

Mit meiner SandkastenFreundin, die sich glücklicherweise auch 24 Stunden aus ihrem Familienalltag freischaufeln konnte, fuhr ich für eine Nacht nach Mainz. Einfach mal beide frei und ganz unbeschwert und ohne Verantwortung Zeit zum Quatschen. Das konnten wir schon immer gut. Auch wenn die Zeit dafür immer rarer wird. Dieses Mal hat es geklappt. Das zentrale Hotel war nur wenige Meter vom idyllischen Platz rund um den Dom entfernt. Und klar, wartet dort direkt der erste Aperol Spritz auf uns. Den Platz und den Dom, kann man schließlich auch im Sitzen betrachten. Die Sehenswürdigkeiten von Mainz haben wir mehr im Vorbeigehen mitgenommen. Die Neuigkeiten austauschen und ratschen, ratschen, ratschen – das war der Mittelpunkt des Mainz-Kurztrips. Aber ich kann nur sagen: eine wunderschöne Stadt. Und kein Wetterchen kann hier die Stimmung trüben. Mainz – vielleicht mal wieder, denn die Heimat der Mainzelmännchen könnte gerne weiter erkundet werden und ihre Existenz haben wir fast vollkommen ignoriert…

Ich hatte das wunderbare Glück, den 89. Geburtstag meiner lieben Oma im August mitfeiern zu können. Etwas ganz Besonderes. Als Geschenk habe ich meiner reiselustigen Oma eine Übernachtung nur mit mir und den Kindern im Schlosshotel in Braunfels geschenkt. Somit ging es ein paar Tage später schon los auf unsere Überraschungstour. Das Städtchen hat sich als kleine Perle entpuppt. Da Oma natürlich nicht mehr so fit auf den Beinen ist, haben sich die Wege auch mal kurz getrennt. Meine Tochter hat mit der Uroma auf dem Marktplatz geplaudert, während ich mit meinem Sohn das Schloss besichtigt habe. Wir haben gemeinsam den Kurpark Herrengarten erkundet, sind durch die wenigen, feinen Geschäfte gebummelt, durch die Gässchen geschlendert, Eisgegessen und einfach nur rundum die gemeinsame Zeit genossen. Das Schlosshotel hatte einen liebevoll gestalteten Raum zum Verweilen, an dem glücklicherweise an einem Abend in der Woche auch Essen serviert wird. Somit musste die liebe Oma nicht noch einmal den Rollator losschieben. Wir haben drei Stunden lang gemeinsam Spiele gespielt. Selbst ein neues Spiel, Kniffel Duell, haben wir uns an dem Abend noch beigebracht. Dank der großen Auswahl in der „SpieleBar“ des Hotels. 

Aber es müssen nicht immer gleich neue Städte sein. Einfach mal an dem Ort, wo du bist, vielleicht auch schon ewig wohnst, nach Neuem Ausschau halten. 

Meine Eltern und Oma habe ich zu einem Museumbesuch in Marburg an der Lahn „animiert“. Alle super skeptisch, aber sie kamen mit. Das Kunstmuseum war sehr schön renoviert, hatte Kunst u.a. von Künstlern aus der direkten Umgebung, was zu tollen, unerwarteten Eindrücken geführt hat und es gastierte eine Fotoausstellung, die bis heute zum Running Gag zwischen meinem Papa und mir geführt hat. 
Bei einem kurzen Spaziergang entlang der Lahn in Marburg haben wir noch einen Abstecher, in einen mir bis dahin unbekannten Stadtteil Marburgs gemacht. Beeindruckende Fachwerkhäuser mit Kaffeerösterei und Kunstgalerien hat mich total überrascht: Weidenhausen.

Zu einem Mittagessen in einem „neuen“ Lokal im hessischen Hinterland, sind wir statt mit dem Auto zu fahren, einfach mal zu Fuß gelaufen. Ein Lokal, dass es schon viele Jahre gibt, ich bis dahin aber nie besucht hatte, haben wir bewusst ausgewählt, um etwas Neues kennenzulernen. Die Strecke, die ich sonst immer nur mit dem Auto fahre, war ein echtes Erlebnis, sie über Fahrrad- und Fußwege zu erkunden. Es gab sogar für Hin- und Rückweg noch zwei verschiedene Wege, die wir laufen konnten. Die Kinder mussten wir allerding mit einem Stopp bei der Eisdiele bei Laune halten, damit sie die 12 km auch mitmarschiert sind. 

Ich liebe es, immer und überall wo ich bin, einfach Neues zu erkunden, auszuprobieren – zu entdecken. 

EntdeckerGlück. 

Wir waren während unserer 6-wöchigen Sommerreise auch noch zwei Wochen in Griechenland… Zum 4. Mal auf der gleichen kleinen Insel, die 20 km in der Länge misst und 4,5 km in der Breite. Und auch hier, wenn man sich wirklich drauf einlässt, gibt es auch beim 5. Mal noch so viel zu entdecken. Davon die nächsten Tage mehr.

Eindrücke von Mainz

Schnappschüsse aus Braunfels

Unterwegs in Marburg an der Lahn