Raus aus der Hitze.

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Nur noch wenige Tage und ich werde mit den Kindern nach Deutschland fliegen. Familie und Freunde besuchen und natürlich somit auch die Hitze hinter uns lassen. Ich habe ja die vergangenen Tage schon einmal über die stetig steigenden Temperaturen berichtet.

Die Sommerferien stehen vor der Tür. Fast alle Mütter mit Kindern, zumindest sehr, sehr viele, die ich kenne, nutzen die Zeit, um eben Freunde und Familie in anderen Ländern zu besuchen. In Ländern, in denen die Temperaturen vielleicht etwas angenehmer sind. Es gibt allerdings auch Familien, die nach Tunesien oder Ägypten fliegen, wo die Temperaturen natürlich nicht so angenehm sein werden, wie in Deutschland. Somit haben wir Glück, den Sommer draußen, im Wald, auf der wunderschönen Terrasse meiner Eltern oder bei Ausflügen zu genießen. Und natürlich sehr wichtig: wertvolle und schöne Zeiten mit Familie und Freunden zu verbringen. Zeit mit Mamas und Papas, Omas und Opas, Schwestern und Schwager, Cousins und Cousinen, Neffen und Nichten, Tanten und Onkels und Freunde zu treffen.

49 Nächte insgesamt auf Tour – aus dem Koffer leben.

21 Nächte bei meiner Familie

6 Nächte bei zwei befreundeten Familien

22 Übernachtungen in 16 verschiedene Hotels und Übernachtung.

Ihr könnt euch vorstellen, was das für eine aufwendige Organisation im Voraus war. Denn arbeitende Freunde müssen zeitlich auf die irgendwie doch wenigen Wochenenden verteilt werden. Da natürlich auch Ferienzeit und somit Reisezeit in Deutschland herrscht, müssen wir Termine aus Nordrhein Westfalen, Hessen und Bayern beachten, damit wir überhaupt eine Chance bekommen, Zeit mit Freunden und Familie zu verbringen. Ich habe noch wichtige, unaufschiebbare Termine für Tage dazwischen vereinbaren müssen. Ich würde zu gerne noch so viele andere Freunde treffen, aber obwohl man vorab glaubt, man hat ja soooo viele Zeit, ist die Zeit leider doch sehr begrenzt. Dieses Jahr habe ich zum Glück viel, viel früher mit der Planung und Buchung angefangen, so dass alles schon jetzt entspannter ablief, als im ersten Sommer. Zudem erlebe ich jetzt, dass es sich auszahlt, früh zu buchen. Viele befreundete Familien, die nicht so rechtzeitig geplant und gebucht haben, klagen nun über sehr hohe Flug- und Mietwagenpreise. Wir waren sehr früh dran und konnten relativ gute Preise ergattern.

Jedes Jahr lernt man neu dazu. Nun im zweiten Sommer dieser Art von Reise war die Planung besser, somit hoffentlich die Reise entspannter. Ich habe mehr regelmäßige Ruhezeiten bei meinen Eltern eingeplant, in denen wir entspannte Familienzeit mit Ausflügen und einfach mit Genießen verbringen können. Zudem habe ich hierfür aber auch einige Ausflugswünsche im Kopf, damit die Kinder fern von jeglichen Bildschirmzeiten gemeinsame WIR-Zeit verbringen werden. Wird sich zeigen, ob das alles so klappt.

Ich habe heute zudem drei Sets von Koffer Organizern bestellt. Denn dies war auch ein Punkt im letzten Jahr, der genervt hat: Dieses ewige Chaos beim „aus dem Koffer leben“.

So und natürlich fragt ihr euch die ganze Zeit, warum ich immer nur von Müttern und Kindern rede…? Was machen die Väter dazu?

Erstmal spreche ich hier einfach nur aus Erfahrungen in unserer direkten Umgebung. Und da sind meist die Väter, die jenigen, die hier arbeiten. Sehr oft sind die Väter auch sehr viel auf Geschäftsreisen und nutzen die Zeit, um eventuell noch die ein oder andere Geschäftsreise einzuschieben. Die Väter arbeiten in klimatisierten Büros und müssen nicht die Kinder in den Sommerferien bespaßen.

Das heißt somit, dass in unserem Falle, mein Mann drei Wochen Sommerurlaub genommen hat, den wir dann gemeinsam auf einem Roadtrip verbringen. Sicher das Highlight für uns alle. Die Väter haben keine zwei Monate im Sommer Urlaub, so wie die Kinder Ferien. Und wie wir alle wissen, müssen die Kinder in dieser Zeit beschäftigt werden. Diese Zeit nutzen wir, um die fehlende gemeimsame Zeit mit Familie und alten Freunden aufzuholen.

Und ich kann mir sicher nicht vorstellen, die nächsten zwei Monate mit den Kindern in Einkaufzentren zu verbringen… Da freuen wir uns auf die Natur in Europa.

Schöne Ferien!

Was macht ihr in den Ferien?

„Experience Canada´s Seacoast“.

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Nova Scotia.

Das hört sich so verlockend an… Im Jahr 2001 durfte ich bei einer der besten Inforeisen meines Lebens dabei sein. Eine Inforeise ist eine mit Programmpunkten extrem vollgepackte Tour zum Kennenlernen einer Region und somit zum anschließenden besseren Verkauf für Reisebüro-Mitarbeiter.

„Ankunft in Montreal, Stadtrundfahrt durch die kanadische Stadt der französischen Lebensfreude. Fahrt mit VIA Rail „The Ocean“ Richtung Halifax. Übernachtung im Zug. Ankunft Halifax – der größten Stadt der Atlantikprovinzen. Beim Besuch der Zitadelle und dem Maritime Museum of Atlantic werden Sie in den Bann der Geschichte Nova Scotias gezogen. Auf dem Weg nach White Point Beach erleben Sie die schöne Südküste mit Peggy´s Cove Lighthouse, Mahone Bay und der historischen Stadt Lunenburg mit ihren bunten Häusern und weißen Kirchen. Übernachtung in White Point Beach, Flug nach Vancouver – Anschluss…“

Erst fünf Tage vor Abflug bekam ich die Zusage, da irgendjemand hatte nicht mitfliegen können und somit doch einiges verpassen würde…

Flug mit Air Canada ab Frankfurt. Erstes Zusammentreffen der Gruppe. Bunt gemischt und es schien eine harmonische Truppe zusammengekommen zu sein. Beste Voraussetzungen. Tolle erste Gespräche auf dem langen Flug nach Montreal.

Ankunft dort und Empfang von der Reiseleitung mit einer großen Überraschung. Da wir die erste Nacht im Zug verbringen würden, uns aber keiner mitgeteilt hatte, doch eine separate Tasche für eben diese eine Übernachtung zu packen, startete ein hektisches Gewimmel von 20 Leuten am Flughafen in Montreal. Das schweißte die Gruppe gleich noch mehr zusammen, denn jeder musste nun vor den Augen aller, erstmal seinen Koffer öffnen und irgendwie für die erste Nacht und den nächsten Tag umpacken. Manche hatten keinen Rucksack oder keine kleine Tasche zur Hand. Ein wildes Tauschen und Organisieren startete und Spaß war garantiert auf dieser Tour.

Nachdem die Koffer und Taschen dann im Bus verstaut waren, die erste Aufregung überstanden war, startete unsere Rundfahrt durch die franko-kanadische Metropole am St. Lorenz-Strom. Es war November, graues, düsteres Wetter, aber es war einfach schön. Überall hing schon die Weihnachtsdeko und wir bestaunten die wunderschönen Beleuchtungen. Ich erinnere mich auch noch an einen kurzen Stopp in einem unterirdischen Einkaufszentrum.

Wir bekamen alle ein „Nova Scotia – Canada“ – Namensschild umgehängt, was der ganzen Gruppe super half, recht schnell alle Namen zu verinnerlichen.

Ich war zu der Zeit Vegetarierin und habe mich, gefühlt, die komplette Zeit der Reise von Caesar Salad ernährt. So auch bei unserem sehr späten Lunchstopp beim traditionellen Smoked Meat Essen. Der erste Caesar Salad von noch vielen dieser Reise.

Am Bahnhof von Montreal wandern unsere Koffer in die Gepäckwagon und wir in unsere zugeteilten Abteile. Manche haben ein komfortables Doppel- oder Viererabteil. Ich bin mit einer größeren Gruppe in einem Großraumabteil. Was bedeutet, dass beim Betreten des Zuges noch alles den Anschein hat, als ob es gar keine Schlafmöglichkeiten gibt. Aber während wir beim Abendessen im Bordrestaurant sitzen, werden die Schlafgemächer hergerichtet. Draußen ist es mittlerweile dunkel, es haben sich erste kleine Grüppchen gefunden. Zu viert sitzen wir am Tisch im Restaurant und irgendwie können wir unser Glück gar nicht fassen. Es ist alles so spannend: Meine überhaupt erste Übernachtung in einem Zug. Und das mit so einer tollen Truppe.

Wir haben riesigen Spaß beim Essen, lachen viel, genießen, trinken unser erstes kanadisches Bier und freuen uns einfach, auf das, was da die nächsten 9 Tage noch vor uns liegen wird.

Jetzt legen wir uns gleich erstmal in die Kojen. Vorfreude. In unserem Großraumabteil wurden von den Decken die oberen Betten heruntergeklappt, eines davon ist mein Gemach für die Nacht. Die unteren Sitze wurden ebenfalls in Kojen umgewandelt. Alles abgetrennt durch separate Vorhänge und Netze. Super gemütlich meine kleine „Muschel“. Ich habe ja nicht viel dabei, außer einer wirklich kleinen Tasche, die findet hier locker Platz. Am Wagon Ende befindet sich eine Nasszelle, die wir uns teilen.

Es ist super gemütlich. Das Rattern des Zuges, die ganzen unbekannten Geräusche, ich in meiner „Muschel“. Ich bin auch froh, eine obere „Muschel“ ergattert zu haben. WohlfühlGefühl. Ob ich viel Schlaf bekommen habe, kann ich gar nicht mehr sagen, aber ich starte aufgeregt und neugierig in den neuen Tag. Nach dem Frühstück im Boardrestaurant sitzen wir stundenlang im Panoramawagen mit großen Panoramafenstern auf der oberen Etage. WOW. Es scheint, wir haben den ganzen Panoramawagen für uns. Wir starren stundenlang aus dem Fenster, während Ort wie Rimouski, Mont-Joli, Metapédia oder Campbellton an uns vorbeiziehen. Ein Ort bleibt uns besonders in Erinnerung: Moncton. Hier, gefühlt mitten im Nirgendwo, machen wir einen längeren Stopp. Einige aus der Gruppe steigen aus, um aus der Telefonzelle am Bahnsteig, nach Hause zu telefonieren. Nach Abfahrt, fragen wir uns schon, ob es denn jeder wieder rechtzeitig zurück in den Zug geschafft hat. Irgendwann trudeln dann doch wieder alle im Panoramawagen ein. Uns fällt auf, dass wir erstaunlich viele Friedhöfe entlang des Weges sehen… In Moncton ist auch noch Besuch für uns zugestiegen. Wir bekommen während der Fahrt noch eine ausführliche Einführung von einem Tourismusbüro Mitarbeiter der Provinz Nova Scotia, der wir gespannt bei einem Kaffee und Gebäck lauschen. Wir erfahren aber nicht nur viel über die Provinz Nova Scotias, sondern bekommen auch eine Einführung in die Provinzen Newfoundland, New Brunswick und Prince Edward Island.  Da freuen wir uns gleich noch mehr auf die nächsten Tage. Wow. Fast 1400 km rattern wir über die Schienen dahin.

Etwa 22 Stunden später kommen wir am frühen Abend in Halifax an. Wir checken noch schnell im Hotel ein, bevor wir sofort wieder mit dem Bus zur Zitadelle gefahren werden, wo heute Abend in festlicher Atmosphäre ein Hummeressen für uns stattfindet. Begrüßt werden wir von „Soldaten“ in schottischen Kilts begleitet von Dudelsackmusik. Eine tolle Stimmung. Wir bekommen alle Plastik-Lätzchen um den Hals und zur Belustigung aller, auch noch Schaumstoff-Hummer auf Haarreifen auf den Kopf. Wie eine Horde Kindergartenkinder sind wir alle am Giggeln. Alles ist festlich, weihnachtlich geschmückt im Raum. Was für ein Abschluss eines wundervollen Tages.

Vollkommen müde, aber ebenso vollkommen glücklich fallen wir alle an diesem Abend ins Bett. Es rattert nicht, es ist erstaunlich still und meine Zimmergenossin schnarcht auch nicht. Wunderbar.

Früh geht es am nächsten Morgen wieder los. Schnell noch frühstücken. Wir haben etwa 250 km vor uns mit einem tollen roten Bus der Gray Line, der ausschaut, wie ein alter Eisenbahnwagon auf Rädern. Wunderschön und so passend als Farbklecks in der doch recht trüben Wetterstimmung, die aber wiederum perfekt zu diesen kleinen idyllischen Fischerörtchen entlang der Küste passt. Es geht an die wunderschöne Südküste Nova Scotia´s. Die Bilderbuch Anblicke könnten schöner nicht sein. Und da wir Ende November, in der absoluten Nebensaison, unterwegs sind, sind wir fast überall alleine. Über dem Ortsschild von Beales Bailiwick, direkt am berühmten Peggy´s Cove Leuchtturm (dem wohl meistfotografierten Leuchtturm Kanadas) prangt ein großes Schild mit roter Schrift „End of Season Sale“. Wir kehren unterwegs an der Küste in einem Lokal ein, welches einzig für uns alleine noch einmal extra geöffnet zu haben scheint. Ein Caesar Salad so gut wie der andere, auch hier im Nirgendwo. Die ruhige Stimmung an der Küste beruhigt die Sinne. Der weiße, strahlende Leuchtturm auf den vorgelagerten Felsklippen ist ein wahrer Fels in der Brandung. Wunderschön anzuschauen vor dem grauen Himmel.

Der Busfahrer stellt wieder sein kleines blaues Höckerchen vor den roten Bus, damit wir komfortabl einschlafen können, einsteigen können, meine ich natürlich. Denn Einschlafen, dass passiert erst, als wir wieder im warmen Bus in die Sitze gekuschelt sind und Nova Scotia wie im Film auf dem Weg zu unserem nächsten Stopp, Lunenburg, an uns vorbeizieht. Zumindest bei manchen aus der Gruppe hat die viele frische Luft die Augenlider beschwert…

In Lunenburg erwartet uns die „Angela Merkel“ Nova Scotias (sieht ihr wirklich sehr ähnlich), zu einem geführten Rundgang durch das pittoreske Örtchen. Überall an den Parkuhren kleben Zettelchen mit der Aufschrift „Free Parking – Merry Xmas! 2-hour limit“. Sehr sympathisch, aber gefühlt ist auch niemand im Ort unterwegs, der irgendwo parken könnte oder möchte, außer unserer Gruppe von 20 neuen Nova Scotia Fans.

Eine der weiße Holzkirchen, die, die direkt neben der Feuerwehr stand, ist leider erst kürzlich abgebrannt und nur noch in Ruinen zu bestaunen. Überall im Ort stehen wunderschöne, farbenfrohe holzverkleidete Häuser, viele reichlich mit Weihnachtsdeko verziert. Besonders imposant die Lunenburg Academy, ein großer schwarz-weißer Gebäudekomplex mit rotem Dach.

Mir persönlich gefällt allerdings ein rotes Gebäude am Wasser am besten. Die leuchtend rote Farbe des Hauses mit der Aufschrift Lunenburg vor einem Anlegesteg, an dem ein größeres schwarzes Boot liegt. Wie ein Gemälde, super schön.

Nach der interessanten Tour mit Angela, geht es weiter, immer an der Küste entlang nach White Point Beach. Hier erwartet uns nebelige Stimmung außen und heimelige Stimmung innen. Wir haben wunderschöne Zimmer mit Holzterrassen zum Wasser hin. Im Hauptgebäude brennt im Kamin ein Feuer, überall leuchten Weihnachtslichtchen. Mal wieder: Wunderschön.

Wir fühlen uns alle in die Ferienanlage von Dirty Dancing gebeamt. Das bleibt auch das Motto des ganzen Abends. Überhaupt immer, wenn wir später wieder von White Point Beach sprechen, sprechen wir eigentlich von Dirty Dancing. Überall auf den Rasenflächen hoppeln Hasen umher, die sich sogar streicheln lassen. Es bleibt nicht viel Zeit, denn nach dem Essen im Haupthaus, heute mache ich eine Ausnahme als Vegetarier, denn es gibt wunderbare Steaks, ist für uns im Garten ein großes Lagerfeuer geschürt. In unsere Winterjacken gekuschelt, immer noch im Nebel, rösten wir Marshmallows. Ein Sternenkundler hat für uns ein großes Fernrohr aufgebaut und erklärt uns, wann immer der Nebel sich ein wenig lichtet, die Sternenbilder über Nova Scotia. „It´s a great day at WHITE POINT BEACH“.

Noch bevor wir ins Bett gehen, ich habe heute eine neue ZimmerFreundin, kommen wir zwei auf die glorreiche Idee, unsere Jacken, die unbeschreiblich stark nach Lagerfeuer riechen und ja noch einige Zeit in Kanada durchhalten müssen, auf die Terrasse zu hängen. Der nächste Morgen zeigt dann leider, dass die Idee überhaupt gar nicht glorreich war, sondern mehr als bescheiden, denn unsere Winterjacken sind komplett nass von dem Nebel der Nacht. Dumm gelaufen. Eine extra Zwiebelschicht mehr ist heute angesagt, bis die Jacken im Bus hoffentlich relativ schnell wieder etwas trocknen.

Wir fahren heute zurück nach Halifax und besuchen dort das Maritime Museum of the Atlantic. Unter anderem erfahren wir hier, was die Titanic mit Halifax verbindet. Alle Überlebenden kamen damals nach New York und alle, die bei dem tragischen Unglück ums Leben kamen, wurden nach Halifax gebracht. Im Anschluss besuchen wir auch den Fairview Lawn Friedhof, auf dem die meisten ihre letzte Ruhe fanden.

Anschließend checken wir im Hotel ein, noch schnell duschen, aufwärmen und frisch machen, bevor unsere Pub Crawl Tour startet. Im Foyer des Hotels empfängt uns unser Busfahrer der letzten drei Tage, der uns mit so viel Freude im roten Bus durch Nova Scotia gefahren hat, im traditionellen Kilt. Das ist mal eine Überraschung. Überall sind wir immer wieder mal mit Dudelsack Musik empfangen worden, aber dieser Abend nun wird live begleitet von einem Dudelsackspieler. Mit ihm und sehr guter Stimmung ziehen wir durch die Kneipen der Stadt. Wir sind ausgestattet mit gelben Regenhauben, die wir den ganzen Abend tragen. Wir müssen für die Einheimischen wirklich lächerlich ausgeschaut haben, aber uns ist das Grinsen nicht mehr aus den Gesichtern zu bekommen. Der Abend ist eine riesen Gaudi, immer wieder ruft uns der Dudelsackspieler zum Weiterzug in die nächste Kneipe. Was für ein wunderschöner, überraschender Abschied unserer intensiven Mini-Tour durch Nova Scotia.

Wir fliegen am nächsten Tag, sehr früh – nach wenig Schlaf, noch für ein paar weitere prallgefüllte Tage nach Vancouver an die Westküste.

Nova Scotia hat einige wundervolle TREUE neue Fans. Forever.

Und noch viel schöner und wertvoller, ich bin immer noch Teil einer Gruppe von 8 besonderen Menschen dieser Gruppe von damals, 2001… Wir sind immer noch im ständigen Austausch und verbunden.

Für meine FNBs und FNSs.

Temperatur steht auf „Sauna“

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Letzte Woche dachte ich noch, dass ich eigentlich noch gar nicht bereit bin, bald nach Deutschland in die Sommerferien zu gehen. Die Temperaturen waren noch angenehm und ich hatte immer noch das Gefühl, wir können schon noch etwas unternehmen. Seit Sonntag allerdings habe ich jetzt doch das Gefühl, es geht nichts mehr draußen. Nach einem relativ entspannten Sharjah Ausflug mit den Kindern am Samstag, waren wir Sonntag erneut in Sharjah. Allerdings nicht mehr an der Küste, sondern in der Wüste bei einem Museum zu archäologischen Ausgrabungen. Da leider ist uns die Hitze extrem entgegengeschlagen. Ich dachte noch, ach liegt an der Wüste. Aber in Dubai wurde es leider nicht besser. Und seit gestern, Montag, haben wir nun gefühlt die Sauna-Temperaturen erreicht. Alleine wenn ich nur morgens den Müll rausbringe, die Hundekacke im Garten aufsammele oder die Wäsche aufhänge: Schweißperlen innerhalb kürzester Zeit über den ganzen Körper verteilt – SOFORT. Krass.

Nach der Wüste hatten wir die Vorstellung, noch schnell in den Pool springen und erfrischen. Meine Tochter springt, schreit: Kochwasser! Wie die Lobster haben wir uns gefühlt. So wie man mit ganz kleinen Schritten im Frühjahr als Weichei in die Nordsee einsteigen würde, so habe ich mich in Minischritten in den Pool gequält. Einmal kurz untertauen, dann aber schnell wieder raus. Ich habe die Hitze darin nicht ausgehalten.

Ich bin ja generell kein Sauna Fan, aber habe momentan ständig das Gefühl: Das ist Sauna. Jetzt habe ich heute aus Spaß mal Saunatemperaturen mit entsprechenden Luftfeuchtigkeiten gegoogelt. Die moderate Sauna-Variante haben wir erreicht.

Gefühlt heute 52 Grad mit einer Luftfeuchtigkeit von 45 %.

Trinken nicht vergessen, würde ich da mal sagen.

Gestern Abend bin ich die allabendliche Runde mit dem Hund gelaufen und auch da haben wir spontan die Runde etwas gekürzt. Sowohl dem Hund als auch mir, hing die Zunge aus dem Mund – DURST.

Somit bin ich nun doch froh, dass der Flug bald ansteht. Und da ja auch in Deutschland die Hitzewelle herrscht, musste ich gleich gestern Abend checken, wie da so die Temperaturen sind: Keine Sauna. Passt – wir kommen.

Aus Neugier musste ich ja dann gleich mal „meine“ Vergleichsorte checken 😉 Ich würde mal sagen: Dubai führt… Saunatechnisch…

Aruba.

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… one happy Island. Back in 2006.

Ein Freund von uns arbeitet bei der lokalen Brauerei „Balashi“. Na, wenn das mal kein Grund ist, einen Abstecher nach Aruba zu machen.

Wir wohnen zu der Zeit in Milwaukee, Wisconsin und der Flug von Chicago dauert nur etwa 5,5 Stunden. Perfekt für eine Woche InselTraum.

Wir buchen uns in einem kleineren Gästehaus „Arubiana Inn“ ein. Unser Freund empfängt uns mit einer Kiste Balashi Bier bereits auf dem Parkplatz des Flughafens. Wir zischen einen ersten Welcome Drink, aber dann erstmal mit dem Mietwagen zum Einchecken. Den Weg dorthin säumen tolle, farbenfrohe Häuser im kolonial Stil. Zart rosa; hellblau wie das Meer; dunkelrot, immer kombiniert mit Weiß. Wunderschön.

Das Haus hat einen kleinen Pool im Innenhof, um den sich die einstöckigen Gebäude mit den Zimmern verteilen. Sehr idyllisch.

Wir genießen tolle Strände und toben in den Wellen.

Einer unserer ersten Ausflüge führt uns in eine Höhle. Der Name vielversprechend: Tunnel of Love Grotto. Am „Eingang“ bekam mein Mann einen dicken Scheinwerfer und ich eine kleine Taschenlampe. Man erklärte uns, dass wir uns immer an den Pfeilen orientieren sollten. Am Ende wäre dann wieder ein Ausgang. Mein, nein ich kann sagen unser HöhlenDRAMA begann. Seitdem können wir beide keine Tropfsteinhöhle oder ähnliches mehr besuchen.

Wir machen uns also auf den Weg, steigen einen steinigen Pfad hinab in die Höhle. Zu Beginn können wir noch gut sehen, denn es kommt noch etwas Tageslicht ins Innere, aber klar, je weiter wir vordringen, desto dunkler wird es. Wir haben beide die Lampen an, können auch immer die Pfeile gut finden. Wir treten offensichtlich in einen großen, hohen Höhlenraum, es hallt und unser Licht wird über uns von der Dunkelheit verschluckt. Echt gruselig. Wir wagen uns tatsächlich noch weiter, wobei ich mich heute frage, Warum haben wir das getan? Das Auffinden der Pfeile wird immer schwieriger, der Gang immer enger und niedriger… Langsam kommt uns das wirklich recht seltsam vor. Ist das noch der Weg, haben wir irgendwo einen Fehler gemacht. Stockfinster ist es um uns herum. Im Schein der Lampen suchen wir nach weiteren Pfeilen. Der Gang ist mittlerweile so schmal, dass mein Mann schon fast auf den Knien weiter müsste und ich auch bald, wenn wir in den Gang hineinleuchten wird unsere Angst immer größer. Wir müssen hier etwas übersehen haben. Panik kommt auf. Ich versuche mich oder uns immer wieder zu beruhigen und einfach noch einmal nach Hinweisen Ausschau zu halten. Und dann sehe ich ihn, den rettenden Pfeil, der nach oben zeigt? Kurz vor dem wirklich niedrigen Tunnel vor uns zu unseren Füßen. Mit viel Anstrengung und wenn wir kurz unser Licht ausschalten, sehen wir von oben einen kleinen Lichteinfall. Da müssen wir hoch. Jetzt aber schnell, bevor uns die Panik komplett einnimmt.

Und es geht hoch, es geht Richtung Licht, Richtung frischer Luft und dann sehen wir den Himmel. Was für ein unbeschreibliches Glücksgefühl. Vollkommen fertig, erschöpft sinken wir auf den Boden und atmen uns erst einmal wieder zu etwas Ruhe. Es dauert eine ganze Weile, bevor wir den Rückweg zum Ausgangspunkt antreten können. An einer Gabelung treffen wir auf ein Pärchen mit einem älteren Familienmitglied, die auch in die Höhle wollen. Ich glaube, sie können uns ansehen, dass es keine gute Idee ist. Wir müssen sie stoppen und das tun wir. Gemeinsam gehen wir zurück. Die dreier Gruppe erleichtert, dass sie uns getroffen haben, wir erleichtert, dass wir es geschafft haben.

Danach führen uns die Touren nur noch an die Strände und in nette Restaurants. Abenteuer brauchen wir keine mehr. Unser Freund zeigt uns, sobald er Feierabend hat, kultige Bars und Restaurants und wir genießen einfach das typische Inselleben.

Wir speisen im Gasparito, essen Fisch im Driftwood, schlemmen italienisch in der Trattoria el Faro Blanco in der Nähe des California Lighthouses mit einem atemberaubenden Sonnenuntergang zum Nachtisch.

Verbringen natürlich auch einen Abend in Arubas berühmtester Bar, „Charlies Bar“ in San Nicolas.

Eine kurzweilige SonnenWoche auf eine der ABC Inseln, der niederländischen Antillen.

San Juan – Puerto Rico

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…4 Tage Städtetripp. Back in 2006.

„Isla del Encanto“ – wie die Nummerschilder so schön verkünden.

Im Juni stoppen wir für ein verlängertes Wochenende, vier Tage, in San Juan im Hotel „El Convento“. Eine Oase in der Stadt. Was für ein wunderschöner Ort und eine ebenso wunderschöne Stadt.

Ohne viel vorab gelesen zu haben, lassen wir uns durch die Gassen treiben. Wunderschöne bunte Häuser zieren unseren Weg, wir haben einen schnellen Kaffee in mehreren der wunderschönen kleinen Kaffeehäuser. Immer wieder sind Häuserfronten reich verziert mit Fliesen, bedruckt mit bunter Werbung oder mit Ornamenten oder Blumen. Wunderschön. Natürlich treffen wir irgendwann auf das Fort San Cristobal. Ein Schild am Eingang verrät, dass es sich um ein „U.S Department of Interior National Park Service“ handelt und eine San Juan National Historic Site ist. Erbaut von den Spaniern im Jahre 1783. Eine imposante Anlage mit wunderbaren Ausblicken.

Der zweite Tag bringt so viel Regen, dass wir fast den ganzen Tag in den wunderschön überdachten Gängen unseres Hotels verbringen. Wir lesen stundenlang, reden, spielen Karten, gönnen uns immer wieder mal einen Kaffee, auch mal mit einem kleinen Gebäck. Es bleibt warm und die es ist unbeschreiblich schön und beruhigend, hier einfach geschützt dem karibischen Regen zu lauschen. Uns berieseln zu lassen, von den Geräuschen und dem, was wir heute lesen und genießen. Entspannung pur.

Am nächsten Tag lacht die Sonne wieder und wir machen uns wieder zu Fuß auf den Weg, lassen uns treiben durch die Gassen. Können wieder an dem ein oder anderen Kaffeehaus nicht vorbeigehen. Wir besuchen noch die Festung San Felipe de Morro, auf einer grünen, weiten Landzunge gelegen, nicht allzu weit von unserem Hotel entfernt. Ein langer Weg führt durch grüne Grasfelder zum Fort hin. Eine absolute Überraschung für uns, wo wir vorher wirklich keine Reiseführer gelesen haben. Der Bau begann bereits im Jahre 1539, endete aber dann vollständig erst im Jahre 1790. Das Fort bewachte die Hauptstadt, San Juan, der Insel, Puerto Rico. Die Stadt hat so viele kleine Überraschungen für uns parat.

Auf dem Rückweg besuchen wir den wohl berühmtesten Friedhof der Insel „Santa María Magdalena de Pazzis Cemetery“. Dieser stammt aus dem 19. Jahrhundert und die Spanier bauten ihn vor den Toren der Stadt, da sie glaubten, nach dem Tod startet eine große Reise in das, was danach kommt. Somit meinten Sie, dass die direkte Lage am Meer den Beginn der Ewigkeit symbolisiert.

Ein ganz besonderer, kurzer Städtetrip endet mit einem netten Abend mit Arbeitskollegen meines Mannes. Einer der Kollegen setzt sich spontan noch ans Klavier im Restaurant und krönt den Aufenthalt noch mit ein paar wunderschönen Stücken.

Ich fliege nach Hause und mein Mann bleibt noch für seine Geschäftstermine.

Wie haben so unglaublich viel in so kurzer Zeit gesehen und entdeckt in dieser wunderschönen Stadt.
„Isla del Encanto“ – Insel der Verzauberung, des Charmes oder des Liebreizes. Wir können allem nur 100%ig zustimmen. Wir sind vollkommen verzaubert von Charmes des Städtchen.
Es fühlt sich an, als ob wir gar eine ganze Woche hier verbracht haben. Und es hätte noch so viel mehr zu sehen gegeben vor den Toren der Stadt.. ein nächstes Mal.

Puero Rico ist ein Außenstaat der USA. Man zahlt in US Dollar.

Wir wohnten damals in Milwaukee, Wisconsin und sind von Chicago, Illinois aus geflogen, etwa 4,5 Stunden Flugzeit.

Niagara Fälle.

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Leben in USA – Back in 2005.

Emails an meine liebe Freundin in Regensburg.

…. Morgen kommt schon wieder Besuch. Es kommt ein Kollege meines Mannes, den ich aus Regensburg kenne. Mit ihm waren wir ein, zwei Mal abends unterwegs, haben ihn mal beim Grillen getroffen, aber mehr nicht. Einen netten Eindruck hat er hinterlassen und Heiko meint, ich soll ruhig mit ihm fahren. Und somit werden wir morgen aufbrechen zu den Niagara Fällen. Bin so gespannt. Er kennt wohl Leute in London, Ontario in Canada, dort wollen wir vorbeischauen. Ich lass mich überraschen.
Also denke ich mal, bis nach dem Trip!
Deine Nicole

29. Aug 2005
von: Nicole
an: meine liebe Freundin in Regensburg
Betreff: wieder in Milwaukee

Hallihallo,
ich bin wieder zurück in Milwaukee, bin ich froh, wenn ich endlich mal wieder ein paar Tage hier weiterleben kann. Der kleine Roadtrip zu den Niagara Fällen war wirklich klasse und mit Jochen war es auch richtig lustig. Der ist total unkompliziert.

Gestartet sind wir dann sehr früh in Milwaukee, am Lake Michigan entlang nach Süden und dann rüber Richtung Kanada. Puh, das war ein langer, langer FahrTag. Knapp über neun Stunden waren wir unterwegs, etwa 900 km. Heftig, aber auch wunderschön das weite Land zu „erfahren“. Ich liebe es.

Jochens Freunde haben wir in einem Lokal in London, Ontario getroffen und uns gleich super unterhalten. Eine sehr angenehme Familie. Und wie schon erwartet, haben sie uns auch gleich zum Übernachten zu sich nach Hause eingeladen. Super nett. Wir waren aber wie erschlagen von der langen Fahrt und sind nach ein paar Bierchen und weiteren netten Gesprächen auf dem Sofa, früh ins Bett.

Beim Frühstück wiederum hat der Freund uns angeboten, seine Mutter anzurufen, die nämlich direkt in Niagara Falls, Ontario wohnt, und zu fragen, ob wir dort übernachten können. Hat er dann auch gleich gemacht und die nächste Nacht war gebucht. Ich war ja erst wirklich skeptisch, aber Jochen hatte die Mutter vor Jahren schon einmal kennengelernt. So haben wir uns auch noch gleich die Kosten für die nächste Nacht gespart.

Nach dem Frühstück sind wir losgedüst und haben uns die Niagara Fälle auf der kanadischen Seite angeschaut. Wir waren super begeistert. Entlang des Ufers erstreckt sich ein großer Park. Immer wieder hat man neue, spektakuläre Blicke auf die Fälle. Mit lautem Getöse rauscht das Wasser mit solcher Macht in die Tiefe – wow. Und wie nah man immer wieder an den Abgrund kommt, wahnsinn! Und falls du dich wunderst: stets sicher hinter Absperrungen. Unten in der Gischt sehen wir unzählige Boote, beladen mit Menschen, alle geschützt durch die gleichen blauen Schutzmäntelchen. Ein tolles Bild. Berauscht vom Getöse, haben wir uns im ruhigen Auto dann auf den Weg zur „Mutter“ gemacht, deren Haus wir auch relativ schnell, in einem ruhigen Wohngebiet, gefunden haben. Willkommen in Deutschland, kann ich dazu nur sagen… Sie ist damals, ich weiß leider nicht mehr wann, mit ihrem Mann erst von Deutschland nach Südamerika ausgewandert. Dort kamen sie aber gar nicht zurecht und sind von dort nach drei Jahren weiter nach Kanada, wo schon ein Verwandter von ihnen wohnte. Wenn man sich das damals, zu der Zeit alles vorstellt, dann kann ich nur sagen: Hut ab! Die Auswanderer haben damals noch Briefe geschrieben, die ewige Zeiten unterwegs waren. Sie sind damals auch noch mit dem Schiff nach Südamerika gefahren und dann, das erste Mal, nach Kanada geflogen. Sie sprachen zu der Zeit aber weder Spanisch noch Englisch, als die ankamen. Ich habe vollen Respekt vor diesen Leuten. Deshalb haben wir uns auch geduldig beim Abendessen, die GANZEN Geschichten angehört. Wir haben NICHTS erzählt. Aber die Geschichten waren so spannend und beeindruckend und wir hatten einen wunderschönen Abend. Und die „Mutter“ hat sich so über die Gesellschaft im Hause gefreut.

Jeder von uns hat ein typisches altmodisches, deutsches Gästezimmer im Keller des Hauses bekommen, trotzdem total gemütlich.

Am nächsten Morgen wurden wir mit Frühstückseiern, selbstgemachter Marmelade und selbstgebackenem Brot verwöhnt. Ein typisch deutsches, köstliches Frühstück. So lieb, diese Frau. Danach ging es gestärkt weiter über die Grenze zurück nach USA. Dort haben wir uns ebenfalls die Fälle angeschaut, die so ganz anders von dieser Seite zu erleben sind, viel ruhiger, ursprünglicher.

Ich kann nicht sagen, welche Seite mir besser gefiel, aber riesig beeindruckt hat mich die Tatsache, wie extremst nah man an den Abgrund auf der US Seite rankam. Wahnsinn!

Entlang des Ufers des Lake Erie machten wir uns langsam auf den Rückweg. An einer richtig netten Fischbude am Seeufer haben wir uns noch Fish & Chips gegönnt. Strahlend blauer Himmel mit Seeblick – wunderschön. Damit die Fahrt nicht so lang wurde wie bei der Hinreise, haben wir in Cleveland, Ohio noch eine Nacht verbracht, bevor es am nächsten Morgen weiter ging. Am südlichen Zipfel des Lake Michigan schloss sich unsere Runde und wir fuhren zurück nach Milwaukee.

Die Tour, drei Nächte, war jetzt mal schlappe 2050 km lang. That´s America. Krass, oder?

Und dann war ich, wie schon erwähnt, einfach froh, auch mal wieder zu Hause zu sein. War doch ein bisschen viel die letzten Wochen und dann vermiss ich Milwaukee so richtig stark und will dort endlich wieder die Zeit genießen. Und klar, keine Ruhe für uns: Am 1. September kommen ja schon meine Eltern und die Oma.  Arbeiten könnte ich gar nicht gehen, keine Zeit! 😉
Mal schauen, wann ich dir wieder schreiben kann

Dir die allerliebsten Grüße von hier
Deine Nicole

Ikea.

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Ja, es gibt natürlich auch in Dubai Ikea. Ich habe morgens online eine Bestellung inkl. Lieferung aufgegeben. Beim Abschluss konnte ich den Anlieferungstermin wählen. Früheste mögliche Anlieferung am gleichen Tag zwischen 15 und 22 Uhr. Gebucht.

Abends um 19 Uhr hatte ich dann über Zoom Elternversammlung der Schule und alleine aus diesem Grund war ich um 22 Uhr noch wach, mein Handy noch an, als das Telefon klingelte. Meine Ikea Lieferung ist jetzt in meiner Nähe, ich soll mich bereithalten. (Denn eigentlich liege ich unter der Woche spätestens um 21:45 Uhr im Bett). Ikea? Das hatte ich ja überhaupt nicht mehr auf dem Radar. Um 22:10 Uhr klingelt es dann und meine Lieferung ist da.

Man könnte jetzt meinen, dass wäre eine absolute Ausnahme. ABER ich habe schon im November 2021 eine Bestellung inklusive Lieferung und Aufbau bei Ikea platziert. Auch hier der Vermerk: Anlieferung zwischen 15 und 22 Uhr. Damals klingelte um 21:30 Uhr das Aufbauteam mit meiner Lieferung. 4x musste nun der Ingolf (Barhocker) aufgebaut werden. Ich auf dem Sofa, auch weit über meine eigentliche Bettzeit hinaus, bis irgendwann in der Nacht meine vier Ingolfs an der KüchenInsel standen.

Das nächste Mal sollte ich unbedingt noch mal checken, ob man vielleicht auch eine Anlieferung zwischen 6 und 15 Uhr wählen kann. Das wäre dann doch eher meine Zeit unter der Woche.
Augen auf bei der Ikea Bestellung.

Noch eine Ikea-Anekdote: Im alten Haus habe ich schon einmal eine Kücheninsel ebenfalls mit zwei Ingolfs bestellt, inklusive Aufbau. Die zwei Aufbauhelden kamen schön angenehm am Nachmittag. Die Arbeit startete und ich habe mich doch sehr gewundert, dass die Insel, irgendwie nicht die Form annahm, die sie hätte annehmen sollen. Auf der einen Seite sollten die beiden Ingolfs Platz zum Sitzen bieten, während auf der anderen Seite zwei Regalbretter Platz für Töpfe, Teller oder ähnliches bieten sollten. Das ganze Konstrukt sah sehr seltsam aus. Somit musste ich mit einspringen. Die Zeichnung ignorierten die beiden Aufbauer vollkommen, ebenso die Aufbauanleitung. Ich habe dann ein Foto der Insel im online Katalog rausgegraben und immer wieder versucht vorzumachen, dass ich mit dem Ingolf an der Insel sitzen möchte, hierfür aber kein Platz ist, denn da wo wir zwei sitzen wollten, war einfach eine Wand, die Wand, die die Insel mittig in zwei Teile hätte teilen sollen. Und schneller als man schaut, war ich nicht Teil des Aufbauteams, sondern wir bildeten ein neues UmbauTeam. Und wir haben es geschafft.

Mittlerweile ist die alte KüchenInsel mit Ingolf ins Zimmer unserer Tochter umgezogen und zum Mal- und Schreibtisch umfunktioniert.

Was habt ihr für Erfahrungen bei Ikea Lieferungen gemacht?

Kein KaltDuscher

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Noch ein bisschen was aus dem Leben. Heute eine eventuell bisschen verwirrende Geschichte. Ich hoffe, ihr könnt mir folgen…

Wir sind ja nun noch kein Jahr in unserem Haus, somit habe ich noch keinen kompletten Sommer hier erlebt. Wir sind gerade in den SommerAnfängen, aber es scheint die gleiche Situation im neuen Haus zu sein, wie im alten. Und davon möchte ich euch erzählen.

Es fängt diese Zeit an, in der wir, fast kein warmes Wasser mehr aus der Leitung bekommen, nur noch heißes. Also KALTES Wasser aus dem Hahn, schon ein paar Tage gar nicht mehr machbar.

Somit dusche ich gerade noch auf der vollen KaltStellung, um eine einigermaßen erträglich Duschtemperatur zu erzielen. Nur mal so für Euch: Einen Pool habe ich am liebsten so um die 30 bis 32 Grad. Das sind meine Temperaturen. Ich könnt euch also vorstellen, dass ich wahrlich KEIN Kaltduscher sein werde.

Jetzt kommt bald die Zeit, in der wir die Heißwasserbereiter/Boiler, die in jedem Raum, der Wasser liefert, in der Zwischendecke hängen, ausschalten werden. Denn so können wir dann, dass über die nächsten Wochen immer heißer werdende Wasser aus der Leitung, mit dem kalten Wasser aus dem kleinen Wassertank in der Zwischendecke auf eine angenehme Temperatur mischen. Wie das geht und was ich hier für wirres Zeug erzähle? Da wir im Haus mittlerweile sehr oft nur noch mit Klimaanlage leben, sind die Räume angenehm gekühlt und somit zieht diese Kühle auch in die Zwischendecken hinein, in denen die Heißwasserbereiter hängen. Wenn wir also die Heizfunktion der Tanks ausschalten, wird durch die Klimaanlagen auch das Wasser gekühlt. So dass wir dann das heiße Wasser aus der Leitung mit dem gekühlten Wasser aus dem Heißwasserbereiter auf eine perfekte Duschtemperatur mischen können.

Jetzt habe ich da nur eine verwirrende Frage im Kopf, die mich beschäftigt…?

Wir lassen gerade einen Solar-betriebenen Wassertank auf dem Dach installieren, der uns in Zukunft umweltfreundlich das heiße Wasser bereiten soll, welches durch neu verlegte Wasserleiten in den Zwischendecken zu den Nassräumen geführt wird. Die vielen kleinen (etwa 20-30 Liter fassenden) Heißwasserbereiter werden dann stillgelegt und entleert.

Nun mein Bedenken: wie bekomme ich dann angenehme Wassertemperaturen gemischt, wenn sowohl das Wasser aus der Leitung, als auch das Wasser aus dem neuen Tank ständig „überhitzt“ ist…?

Gute Frage, oder? Ich werde euch von meinen Erfahrungen berichten, wenn der Sommer sich noch weiter sommerlich verstärkt hat.

Baustellen-Geschichten…

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… habe ich lange keine erzählt, obwohl es viel zu berichten gäbe. Aber heute will ich mal wieder eine mit euch teilen.

Es geht um den Anstrich unseres Hauses in der Farbe Hellgrau mit weißen Rahmen rund um die Fenster und Türen.

Momentan ist unser Haus Cremefarben gestrichen mit gelben Umrandungen rund um die Fenster und Türen. Nicht meine liebste Farbe und da wir durch einige Umbauarbeiten nun definitiv das Haus auch von außen streichen lassen müssen, darf es gerne eine neue Farbe sein.

Ich habe mich mal in der Nachbarschaft umgeschaut und mir gefällt die weitverbreitete Kombi von einem Hellgrau mit weiß abgesetzten Fenstern und Türen. Ganz dezent, nichts Auffälliges, nichts Außergewöhnliches. Aber trotzdem muss ich bei der Verwaltungsgesellschaft unserer Wohnanlage, diesen Neuanstrich genehmigen lassen.

Also auf in den Farbladen, denn ich benötige den RAL Code.

Zusätzlich zu dem Antragsschreiben muss ich noch Passkopien, Visakopien, lokale Ausweisdokumente und den lokalen „Grundbucheintrag“ einreichen.

Und innerhalb kürzester Zeit bekomme ich eine Absage. Die Farbekombination ist nicht genehmigt, im Anhang eine Farbpalette zulässiger Farben, alles in leichten Pastelltönen…

Warum gibt es so viele graue Häuser um mich herum?

Heute bin ich umhergefahren und habe wahllos Fotos von all den grauen Häusern in direkter Umgebung gemacht und habe erneut nett angefragt, wie es sein kann, dass es so viele graue Häuser gibt?

Ich bin gespannt, was ich dieses Mal für eine Antwort bekommen werde. Drückt mir die Daumen.

Ich werde berichten!

Whiplash.

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Neue englische Vokal gelernt.

Vorweg: Schmerzen sind um, schlaflose Nächte überstanden und ich bin wieder funktionsfähig und schmerzfrei.

Was war passiert? Ich war mit den Kindern Schlittschuhlaufen (in Dubai), bin gestürzt, habe mir ein Schleudertrauma zugezogen und somit eine neue Vokabel gelernt. Hätte auch schmerzfreier geschehen können.

Es war ein schulfreier Tag, die Kinder hatten die Idee, Eislaufen zu gehen und ich war so mutig, es ihnen gleich zu tun. Das letzte Mal stand ich vor vielleicht 20 Jahren auf Schlittschuhen, aber ich konnte mich erinnern, damals lief das ganz gut. Also, was soll schon passieren? Ich bin dabei. Und es lief gut!

Die Kinder waren doch eher sehr skeptisch, dass die Mutter sich jetzt auf das Eis wagt, drängten doch sehr, dass ich mir doch einen Pinguin nehmen solle. Aber nein, brauch ich nicht. Und somit Schlittschuh an, Socken als Handschuhe (eben falls ich mal hinfallen sollte…) und raus aufs Eis. Und die Kinder staunten – ich auch. Denn es lief wirklich gut. Schnell war ich wieder im Rhythmus und drehte meine Runden. Ob das wohl so ist, wie beim Radfahren, dass man das nie verlernt? Es flutschte und machte richtig Laune. Gute Musik, Runde um Runde, tatsächlich in der Lage, die ein oder andere Person zu überholen. Ich war richtig stolz und die Kinder richtig baff.

Und dann bin ich ein bisschen gefallen. Wirklich alles ganz harmlos in Zeitlupe, nichts Wildes. Ganz langsam auf die linke Pobacke. Ich habe nur einen kurzen, heftigen Stich im Kopfbereich gespürt, aber sonst alles gut. Tat auch nicht weiter weh, aber ich erinnere mich, dass das mein einziger Gedanke war: „Warum jetzt dieser kurze Schmerz im Kopfbereich und keine Schmerzen an Po oder Hüfte?“….

Aufstehen, weiter geht´s. Genauso schnell, es macht richtig Spaß.

Zwei Tage später verspüre ich leichte Nackenschmerzen. Ich meine noch, es kommt von der Klimaanlage. Leider wird die Situation immer schlimmer und ich kann fast kein Auto mehr fahren, denn über die Schulter kann ich nicht mehr blicken. Nachts aber überkommt mich dann der richtig heftige Schmerz. Ich schlafe keine Nacht mehr. Kann nur noch in einer einzigen, sehr unbequemen, starren Rückenlage liegen, aber auch das nur unter extremen Schmerzen. Es wird von Tag zu Tag schlimmer. Also versuche ich es nach mehreren Tagen dann abends mit Schmerzmitteln. Erst 400 Ibu, dann 800er Ibu… Leider hilft nichts. Ich grübele ewig, was ich falsch gemacht haben könnte. Denke immer wieder, es muss an den Klimaanlagen liegen.

Als ich nach neuen Tagen eine sehr schlimme Nacht habe, kommt mir plötzlich mitten in meinem Nacht-Schmerz-Delirium mein Eislauf-Sturz in den Sinn. Das ist es! Schleudertraume vielleicht? Noch in der Nacht googele ich die Übersetzung: Whiplash.

Tag 10 rufe ich sofort morgens beim Arzt an mit meiner Vermutung. Die Sprechstundenhilfe kennt leider auch die Vokabel nicht und ist überfordert, bei welchem Arzt sie mich einbuchen soll. Wir einigen uns erstmal auf einen Hausarzt.

Die Ärztin ist wirklich super bemüht, aber leider spüre ich schon während der Untersuchung, dass wir nicht auf dem gleichen Weg sind. Ich stimme einer Röntgenaufnahme des Halsbereiches zu, um sicher zu sein, dass nichts angebrochen ist. Ich bekomme eine Spritze mit Schmerzmitteln und noch eine Alternative zu Ibu, Tabletten zur Muskelentspannung, die ich drei Tage lang nehmen soll, und Voltaren Creme.

Ich mache mehrmals den Versuch, sie zu überzeugen, dass ich vielleicht einfach einen Chiropraktiker sehen sollte, aber davon will sie nichts hören. Vehement redet sie dagegen.

Zumindest kann ich in dieser Nacht, Dank der Spritze, seit 10 Tagen ENDLICH mal wieder schlafen.

Ich nehme zwei Tage lang diese Muskelentspannungstabletten und die Voltaren Creme, keine Besserung.

Nach einer extrem schlimmen Nacht, die ich aus Verzweiflung zeitweise auf den kalten, harten Badfliesen verbringe, weil diese vom Schmerz ablenken, muss am nächsten Tag ein Chiropraktiker her.

Ich bekomme tatsächlich für mittags einen Termin, bei einer Empfehlung einer Freundin. Was für ein Glück. Hoffnung! Mit dem Taxi fahre ich apathisch und fix und fertig in die Praxis, immer kurz vor einem Heulanfall. Als ich endlich vor dem netten Retter sitze, kommen mir auch gleich wieder die Tränen. Ich erzähle ihm die Ereignisse und Versuche der letzten 11 Tage exakt so, wie ich sie Tage zuvor der Ärztin geschildert habe, ohne wohlgemerkt je das Wort „Whiplash“ in den Mund zu nehmen. Das erste was er nach meiner Schilderung sagt: Whiplash, ganz klar. Er schaut sich noch kurz meinen Nacken an und dann geht die Behandlung los.

Wirklich schmerzhaft, aber ich halte tapfer durch. Ich will einfach nur, dass es besser wird. Er verschreibt mir Voltaren Tabletten und verordnet mir ein ständiges Wärmen der betroffenen Stellen, besonders nachts. Denn der Schmerz nachts wird durch die ausgekühlten Muskeln verursacht. Ich bekomme drei Übungen gezeigt, die ich zusätzlich so oft wie möglich machen soll

Und was soll ich sagen, bereits in dieser Nacht, schlafe ich, wahrscheinlich Dank der Voltaren Tabletten wieder durch. Und am nächsten Morgen verspüre ich eine erhebliche Verbesserung. Noch ein weiterer Tag meine Übungen, viel Wärme und abends noch eine Voltaren: und am nächsten Tag fühle ich mich wieder unter den Lebenden. Ich bin wieder ich. Ohne Schmerzen. Gut gelaunt, weil schmerzfrei und ausgeschlafen.

Was für eine Tortur, nur um eine neue englische Vokabel zu lernen 😉

Whiplash – Schleudertrauma.

Und Eislaufen… hat wirklich richtig Spaß gemacht. Ich denke, ich werde es trotzdem beim nächsten Mal wieder tun.