6.500 km entfernt läuten gerade die Glocken…

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… die Kirchglocken für meine Oma.

Meine liebe Omi, die gestern im Alter von 89 Jahren verstorben ist. Wie unendlich dankbar bin ich, dass ich im Dezember, trotz all der Corona Panik in Deutschland, mit meinen Kindern zusammen noch einmal die Reise angetreten habe, um eine Woche FamilienZeit in meinem Elternhaus mit meinen Eltern und eben meiner lieben Omi zu verbringen. Es war eine wunderschöne, intensive Zeit. Wir haben so viel gelacht, gespielt, geredet, einfach genossen. Wer hätte ahnen können, dass es dann doch irgendwie so schnell unwiederbringlich sein wird.

Am 21. Dezember sind wir zurück nach Dubai geflogen. Am 24. Dezember kam sie ins Krankenhaus, zu viel Wasser im Körper, wie schon so oft. Allen Ärzten hat sie noch erzählt, dass ihr einziger, großer Wunsch noch ist, uns einmal in Dubai zu besuchen. Leider wurde sie aber nicht mehr stabil. Ich habe sie noch gefragt, ob ich sie über Weihnachten einfach mitnehmen soll. Rollstuhlservice am Flughafen, Rollstuhlanmietung vor Ort, aber zur Verwunderung vieler Familienmitglieder, hat sie damals schon nein gesagt. Sie müsse erst wieder zu Kräften kommen, aber das kam sie nicht mehr.

Ich schicke ihr schon immer täglich WhatApp Sprachnachrichten, regelmäßig (fast täglich) geschmückt mit Fotos, sei es von mir, von der Sonne, vom Mittagessen, vom Hund, vom Haus, vom Garten, von den Erlebnissen…. Ich weiß, dass sie sich darüber freut. Gefreut hat. Ich habe mich so mit ihr verbunden gefühlt und ich denke, sie auch mit mir. Ich habe ihr meine alltäglichen Erlebnisse, vom Spaziergang mit dem Hund, vom Einkaufen, von Erlebnissen mit Freunden, Geschichten von den Kindern oder meinem Mann erzählt… Ich habe sie einfach an unserem Leben teilhaben lassen. Ein Stück Nähe aus der Ferne vermitteln, das war mein Ziel und mein Wunsch. Und der Omi die Langeweile austreiben, denn wenn man so alt wird, hat man nicht mehr viele Freunde um sich herum. Viele sind verstorben oder selber nicht mehr fit, um regelmäßig Besuche zu tätigen oder einfach zu tief in ihren eigenen „Angelegenheiten“ verstrickt, dass sie gar nicht darüber nachdenken, wie gut ein bisschen ZEIT einem Menschen tun kann.

Da die liebe Omi von Tag zu Tag schwächer wurde, war die Nachricht von gestern von mir erwartet… irgendwie…

Am schlimmsten hat mich die Nachricht meiner Oma getroffen, die ich am Dienstag, den 25. Januar 2022 von ihr bekommen habe: „Nun ist mein Traum von Dubai geplatzt. Ich habe mich so darauf gefreut. Nun wird es nichts mehr. Ich denke oft an euch. Hab euch von Herzen lieb. Oma Lore. Drücke die Kinder von mir“

Diese Worte haben mich so hart getroffen, weil ich weiß, wie sehr sie sich gewünscht hat, noch ein einziges Mal uns in Dubai zu besuchen.

Ich weiß aber auch, wie dankbar sie (und auch wir) von ganzem Herzen sind, dass wir so viele unbeschreiblich schöne gemeinsame Erlebnisse hatten, solch beeindruckende gemeinsame Reisen erleben durften, einfach so viel wertvolle gemeinsame Zeit miteinander verbringen konnten. Das war ein sehr großes Privileg.

Und weil meine Omi so reiselustig und neugierig war, wie ich es bin, hat sie uns immer überall besucht.

Hierbei war es ein großes Geschenk für sie, dass unser Lebensweg uns nach Amerika, nach Bayern und nach Südafrika geführt hat und wir mit ihr all diese Ziele intensiv gemeinsam bereisen konnten und die schönsten, schillerndsten Erinnerungen formen konnten. Denn ohne diese, unsere Lebensstationen hätten wir zwar Zeit zusammen verbracht, aber wir wären nie, so intensiv gemeinsam gereist und zusammen gewesen.

Somit zum Abschluss: So schwer es für mich gerade auch ist, NICHT bei der Familie in Hessen zu sein, nicht bei meiner Oma gewesen zu sein, als sie auf ihre letzte Reise gestartet ist, bin ich so unendlich dankbar für unser aktives HerumTreiberLeben und all die Möglichkeiten, die es mir/uns gegeben hat, gemeinsam diese besondere und, ich sage es noch einmal, intensive Zeit zu erleben.

Ich werde nächste Woche noch eine Reise für die Oma antreten. Ich werde nach Deutschland fliegen und ihr ein letztes Mal „Auf Wiedersehen“ sagen, wenn wir ihre Asche unter einem Baum der Erde übergeben und die Oma eins wird, mit der Erde auf der wir weiterleben werden, mit unseren gemeinsamen Erinnerungen… wird sie NIE VERGESSEN SEIN.

Und ich werde eine kleines bisschen Dubai Sand im Gepäck für sie dabeihaben…

Omi, du warst die Beste und ich habe dich unendlich lieb, für immer.

Braunfels für 20 Stunden

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Hessen – Lahn-Dill-Kreis

Meine Oma feiert ihren 89. Geburtstag im August 2021. Zu meiner und ihrer Freude, fällt dieser Tag in unseren, ab jetzt alljährlichen, Sommer-Langzeit-Aufenthalt. Meine Oma liebt das Reisen, sie findet darin wahrscheinlich das EntdeckerGlück genauso wie ich. Ich habe auch schon einige tolle Touren mit ihr gemacht. Wir waren schon zu 10 Tage mit dem Mietwagen auf Mallorca unterwegs und haben eine Woche Flusskreuzfahrt in Frankreich genossen. Sie hat uns auch mehrmals für je zwei Wochen in Südafrika besucht. Einmal sogar ganz alleine mit Anfang 80, mit ihrer sieben Jahre jüngeren Schwester. Auch in Milwaukee, USA hat sie uns besucht.

Zu ihrem 89. kam mir somit natürlich die Idee, ihr eine Übernachtung mit mir und den Kindern in einem Hotel zu schenken. Die Wahl fiel auf das Schlosshotel in Braunfels.

Die Lage des Hotels war ungeahnt perfekt, auf Höhe der Altstadt, so dass es für meine Oma kein Problem war, mit dem Rollator die Stadt mit uns zu Fuß zu erkunden. Die Altstadt befindet sich auf dem Hügel rund um den Schlossberg, während die nicht so schöne Neustadt im Tal liegt. Der Luftkurort im nördlichen Taunus hat wirklich eine gut erhaltene und gepflegte kleine Fachwerkaltstadt rund um den historischen Marktplatz. Wir laufen einige der kleinen, verwinkelten Gassen ab und schreiten durch alte Stadttore. Danach braucht Oma eine kleine Pause. Während meine Tochter mit ihrer Uroma auf dem Marktplatz auf einer Bank ein Schwätzchen hält, machen mein Sohn und ich uns auf den kurzen Weg zum Schloss. Durch ein großes, rotes hölzernes Fall-Tor betreten wir die Schlossanlage. Beeindruckend führt uns ein breiter Treppengang weiter hinauf zum Schlosshof. Im Hof tummeln sich schon Besucher, die auf eine Führung warten. Wir aber entschließen uns, nur das Museum zu besuchen. An einem Drehkreuz zahlen wir je drei Euro und können uns dann selber „einlassen“. Das Museum ist beeindruckend. Waffen, Münzen, Kleidung, Schmuck, Uniformen, Siegel, Glas, Orden und vieles, vieles mehr. Immer weiter reihen sich die verschiedenen Räume aneinander. Super spannend, kurzweilig und auch mein 11-jähriger Sohn ist begeistert.

Geschichtlich beladen machen wir uns wieder auf den Weg zum Marktplatz. Kaffee und Eiscreme steht als nächstes auf dem Programm.

Damit sind wir gestärkt und spazieren noch ein wenig durch den Kurpark Herrengarten. Dieser Terrassengarten wurde bereits im 17. Jahrhundert angelegt. Die Kinder rennen und toben, die Oma und ich schlendern gemütlich hinterher. Am meisten begeistert mich ein wirklich großer Mammutbaum, der mich sofort an einen Besuch des Sequoia Nationalparks in den USA erinnert.

Direkt hinter dem Herrengarten kommen wir durch einen schmalen Gang wieder auf den Hof unseres Hotels. Genug gelaufen. Das Hotel hat einen wunderschönen Aufenthaltsraum mit vielen Gesellschaftsspielen und einer Selbstbedienungs-Bar auf Vertrauensbasis. Wir haben das Glück, dass wir an einem Montag in Braunfels sind und weil die Restaurants in Braunfels montags geschlossen haben, bietet das Hotel nur an diesem Wochentag (momentan) abends ein Essen für seine Gäste an. Draußen regnet es mittlerweile, wir sind viel gelaufen, hatten einen super schönen Tag und viel frische Luft und genießen das Verweilen in toller Umgebung.

Wir lernen Kniffel Duell kennen, das unerwartet viel Spaß macht, spielen unzählige Runden Qwixx, eines meiner Lieblingsspiele und werden zur Krönung noch mit einer köstlichen Suppe verwöhnt.

Später ziehen wir uns in unsere königlichen Gemächer im Schlosshotel zurück und schlafen zufrieden ein.

In dem wunderschönen Raum, in dem wir den Abend haben ausklingen lassen, starten wir den nächsten Tag mit klingenden Tassen mit köstlichem Kaffee.

Fazit: Braunfels lohnt sich auf jeden Fall für eine Nacht. Bei mehreren Übernachtungen würde man dann anfangen, die Umgebung zu erkunden oder zu erwandern.

Für meine Oma, die UrOma meiner Kinder:

Oma, es war ein so schöner Ausflug mit Dir, so wie all unsere gemeinsame Zeit immer und überall. Ich freue mich jetzt schon RIESIG, wenn Du uns im Februar in Dubai besuchen kommst.
Du bist die Beste – ich hab dich lieb. Pass gut auf dich auf.

Strohblume…

Diese kleine gelbe Blüte durfte ich Dank meiner Oma, in Braunfels kennenlernen. Sie fühlt sich komplett KÜNSTLICH anfühlt. Unser Sohn, konnte gar nicht glauben, dass sie echt ist. Man lernt nie aus. Eine „StrohBlume“ – im wahrsten Sinne des Wortes. Über solche kleinen Entdeckungen kann ich mich ja riesig freuen.