Door County

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– im Norden Wisconsins.

Zum Indian Summer fahren wir in den Norden Wisconsins, in eine Region, die sich Door County nennt. Man fährt von Milwaukee etwa 2,5 bis 3 Stunden – etwa 260 km. Door County liegt auf einer langgezogenen Landzunge, die weit in den Lake Michigan hineinragt und sich über eine Länge von etwa 140 km erstreckt.

Früh machen wir uns auf den Weg. Von Milwaukee kommend passiert man die Orte mit dem Namen New Holstein, Kiel, Denmark, Luxemburg und Brussels…

Unser erster Anlaufpunkt ist der Miniort mit vielleicht 1000 Einwohnern – Baileys Harbor. Der Ort liegt an der Ostküste von Door County, sozusagen zum offenen See hin. Am Hafenufer sitzen Fischer und hoffen auf ihr Glück. Es liegt ein rotes Boot mit der Aufschrift Stephan Masher – Roes Salvage Co – Sturgeon Bay – Door County im Hafen. Es ist ein wunderschöner Anblick. Das Herbstlicht mit dem strahlend roten Boot. Sehr beschaulich. Die Szenerie erinnert mich sehr an eine Reise nach Nova Scotia in Canada, an den Ort Lunenburg, wo ich damals ein ähnliches Foto gemacht habe.

Die Weiterfahrt bringt uns ins noch beschaulichere Egg Harbor. Etwa 20 Minuten Fahrzeit benötigen wir für die Fahrt von der Ostküste von Door County an die Westküste, an der Egg Harbor liegt. Der Ort hat nur noch etwa 200 Einwohner. Am Hafen steht ein kleines hölzernes Haus halb auf Stelzen mit der für Amerika so typischen überdachten Holzterrasse, der Porch, mit der Aufschrift Harbor Master. Davor wehen die Stars and Strips im Wind. Auf einer Bank sitzt ein älteres Ehepaar und schaut auf den See, der in der Morgensonne noch dunkel erscheint und das Sonnenlicht 1000 glitzernde Diamanten darauf zaubert. Im Shipwrecked Brew Pub & Restaurant gönnen wir uns eine Bierverkostung und ein paar Snacks. Ein wirklich pittoreskes Örtchen.

Wir fahren anschließend noch knapp sieben Kilometer weiter nach Norden, unser Ziel für heute: Fish Creek. Denn hier haben wir für den frühen Abend ein „Fish Boil“ gebucht. Absolutes Highlight in Door County und ein Muss. Nicht zu verwechseln mit dem ebenso für Wisconsin üblichen „Fish Fry“, dass jeden Freitag in VIELEN Lokalitäten angeboten wird (panierter, frittierter Fisch mit Pommes und einer oft hausgemachten Remoulade).

Das „Fish Boil“ in Door County ist ein weit größeres Ereignis. Es gibt verschiedene Restaurants oder Familien, die diese traditionelle Art der Fisch-Zubereitung anbieten. Wir landen in einem sehr familiären Umfeld, bei „Pelletiers“. Herrlich. Über offenem Feuer wird der frische Fang des Tages zubereitet, aber nicht nur der, es werden auch Kartoffeln und Zwiebeln gereicht.

Der Fisch wird in kleine Stücke geschnitten und kommt in eine Art großen „Frittierkorb“. Zwiebeln und den Kartoffeln kommen meist in einen separaten Korbeinsatz, da diese etwas länger garen müssen. Über einer großen Feuerstelle wird in einem großen Topf sehr stark gesalzenes Wasser zum Kochen gebracht. Sobald es kocht, wird der Korb (oder die Körbe) in das kochende Wasser eingesetzt. Die Gäste stehen um das Feuer herum und schauen gespannt dem Spektakel zu. Der FeuerKoch erzählt die Geschichte des Fish Boil. Eine tolle Atmosphäre. Dann müssen alle einen Schritt zurücktreten. Der Feuerteufel gibt einen Schuss Petroleum in die Flamen und diese schießen noch einmal richtig in die Höhe und bringen das Wasser im Topf zum Überkochen. Dabei quillt natürlich auch die Schaumschicht mit dem ausgetretenen Fischöl über den Rand und feuert die Flammen gleich noch mehr an. Und dann ist es fertig, unser Essen. Der Essraum erinnert mehr an ein Wohnzimmer als an ein Restaurant. Wir bekommen zum Fisch die Kartoffeln und Zwiebeln gereicht und auch noch ein wenig hausgemachten Krautsalat. Was für ein Festmahl.

Ein super Erlebnis, die Klamotten reif für die Wäsche. Räucherkammer oder Lagerfeuer – Duft.

Nach einer guten Nacht nach all der frischen Luft und den vielen Eindrücken machen wir uns heute auf den Weg zur Fähre, die uns ganz am oberen Zipfel von Door County auf die noch weiter nördlich vorgelagerte Insel „Washington Island“ bringt. Dort wollen wir Radfahren und die Insel erkunden. Von Northport setzen wir über. Nach etwa einer halben Stunde sind wir im Inselglück. Die Insel hat etwa 700 Einwohner und eine Größe von 8 auf 10 km. Perfekte Größe, um sie mit Fahrrädern zu erkunden und das tun wir. Wir bekommen an der Vermietstation eine Karte ausgehändigt (Erinnerung: back in 2005, da war man noch nicht mit Smartphone ausgestattet, mit jeglichem Kartenmaterial online verfügbar unterwegs…)  Es sind kaum Autos unterwegs und somit ist es nicht weiter schlimm, dass wir immer auf der Straße fahren. Wir kommen immer wieder an Stellen, wo wir einen Blick auf das Meer erhaschen können. Leider funktioniert bei meinem Fahrrad, wie sich später herausstellen wird, die Gangschaltung nicht. Aber die Erhebungen sind nicht allzu steil und es geht schon… Unser Ziel ist der für die Insel bekannte „Schoolhouse Beach“, an einer wunderschönen Bucht mit seinen weißen, strahlenden Steinen, ganz im Norden der Insel. Wir sind die einzigen Besucher an dem Morgen. Der Anblick ist traumhaft. Leider haben wir den großen Fehler gemacht und keine Getränke mitgenommen. Wir hatten gehofft, irgendwo vielleicht einkehren zu können. Aber leider werden wir nicht fündig. Wir radeln trotzdem noch durstig weiter zum Mountain Park Lookout Tower, besteigen ihn auch noch mit trockenen Kehlen. Die Aussicht von hier oben lenkt kurz unsere Aufmerksamkeit auf den Durst ab. Auf einer Bank sitzen wir und schauen in das weite Grün um uns herum.

Erst 4,5 km weiter erreichen wir den rettenden Manns´s Store mit dem vielversprechenden Schild „Serving the Island since 1903“. Kühle Getränke. Wie man sich doch über Kleinigkeiten freuen kann.

Weiter geht es zurück zum Hafen, Räder wieder abgeben und rauf auf die Fähre.

Es war ein toller Morgen auf einer idyllischen Insel. Haben wir einen weißen Stein vom Schoolhouse Beach in der Tasche…?

Zurück auf dem Festland begeben wir uns noch auf eine kleine Leuchtturm Tour. Erster Stopp der „Cana Island Lighthouse“, an der Ostküste von Door County, in der Nähe von Baileys Harbor.

Immer an der Küste entlang fahren wir weiter Richtung Süden. Nach etwa 32 km erreichen wir den Cave Point County Park. Der buntgefärbte Laubwald auf schroffen Felsen am Ufer des Lake Michigan ist der Einstieg zum Indian Summer Feeling. Erneut wunderschön. Ein kleiner Spaziergang entlang der Küste bringt uns zum angrenzenden Whitefish Dunes State Park. Hier das krasse Gegenteil zu der schroffen Felsküste: Sanddünen. Über hölzerne Treppen gelangen wir an einen weiten, feinen Sandstrand am Lake Michigan.

Das alles in unserer damaligen Heimat: Wisconsin.

Am Strand kommen wir mit einem netten Herrn mit Hund ins Gespräch. Er empfiehlt uns noch einen besonders schönen Leuchtturm.

Entlang der Küste geht es weiter nach Süden. Nächster Stopp: der wunderschöne, rote Leuchtturm von Sturgeon Bay. Über einen langen geschaffenen Betonsteg geht es weit aufs Wasser hinaus. Wir laufen bis zum Ende, aber den Leuchtturm direkt können wir nicht erreichen. Er ist einzig für den Leuchtturmwärter über einen auf einer höheren Ebene gelegenen Steg erreichtbar, denn er liegt auf einer kleinen geschaffenen Insel wenige Meter vor uns im Meer: der Sturgeon Bay Ship Canal Pierhead Lighthouse. So schön, wie der Anblick des roten Bootes in Baileys Harbor, mit der Aufschrift Stephan Masher – Roes Salvage Co – Sturgeon Bay. Denn wie ich später nachlese, hatte die Firma, eines eingewanderten Norwegers, der eine Schiffsflotte auf dem Lake Michigan betrieb zur Verschiffung von Fracht, zum Transport von Holz oder auch Rettungsschiffe in Sturgeon Bay seinen Firmensitz. Der Herr Roes.

Einige Fotos später treten wir den Rückweg an und haben gleich den Blick auf den nächsten Leuchtturm: der Sturgeon Bay Canal Leuchtturm. Dieser liegt am Ende des Steges auf dem Festland und markiert dort noch einmal die Einfahrt in den Kanal der zur Bucht von Sturgeon Bay führt.

In Sturgeon Bay überqueren wir die Brücke, die uns endgültig zurück aufs Festland von Door County führt.

Aber der ganzen Sehenswürdigkeiten noch nicht genug. Etwa 40 km weiter südlich in Algoma, kurz vor „Alaska“, besuchen wir noch die „von Stiehl Winery“. Wir bekommen eine kleine Führung, bestaunen den „Gewurztraminer“ und in Gips-Verbände eingepackte Kirschweine. Mit ein paar Erinnerungsflaschen im Gepäck machen wir uns dann auf den Rückweg.

Was für ein beeindruckendes, abwechslungsreiches Wochenende. WOW.

Cedarburg.

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Cedarburg ist eine Kleinstadt am Cedar Creek gelegen, in Ozaukee County im Bundesstaat Wisconsin mit etwa 11.000 Einwohner. Besonders bekannt und oft besucht ist die Stadt wegen ihres wunderschönen, gepflegten historischen Stadtkerns, mit kleinen, feinen Shops, einladenden Cafés und Restaurants, Kunstgallerien und Museen und einfach besonders viel Charme.

Der Ort liegt etwa 20 Meilen/32 km nördlich von Milwaukee am Cedar Creek mit einer wunderschönen überdachten Holzbrücke, ein bisschen wie aus dem Film „Die Brücken am Fluss“. Sehr idyllisch.

Ich liebte es durch die Antik Geschäfte zu Bummeln. Noch heute ist ein alter Koffer bei uns, den wir damals dort gekauft haben. In meiner Lieblingsfarbe Grün, ist dieser schon weitgereist mit uns von USA, über Südafrika und Deutschland nach Dubai. Nie im Gepäck natürlich, sondern immer im Container.

Zu Halloween z.B. ist der Ort wunderschön geschmückt.

Immer einen Abstecher wert, kann ich nur empfehlen.

Wochenendtour durch Wisconsin

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… mit einer Chevy Corvair. Back in 2005.

Nach den ersten Tagen mit unseren Freunden aus Deutschland in Milwaukee, wollen wir noch auf große Fahrt.

Wisconsin erkunden. Ich habe eine kleine Wochenend-Mini-Rundreise ausgearbeitet und die starten wir heute bei Sonnenschein mit offenem Dach unseres historischen Cabrios aus dem Jahre 1964.

Raus auf´s Land. Über Jefferson gelangen wir nach etwa 1,5 Stunden nach Madison, der Hauptstadt Wisconsins. Wir besichtigen das beeindruckende Capitol, der Lake Monona auf der einen Seite und der Lake Mendota auf der anderen. Wir bestaunen die Kunst in der Kuppel und die all die prächtigen Deckendekoration.

Nach dem Einchecken im Hotel lassen wir den Abend mal wieder in einer Hausbrauerei ausklingen, typische Wisconsin.

Den nächsten Tag fahren wir nur eine kurze Strecke bis Spring Green, vielleicht eine Stunde Fahrt. Ziel heute ist das House on the Rock. Eine wahre und im wahrsten Sinne fast unbeschreibliche Kuriosität. Wir wussten nicht wirklich was uns erwartet. Wir zahlen Eintritt und dann geht die Entdeckungstour los. Was wohl mal als „besonderes“ Wohnhaus eines gewissen Alex Jordan im Jahre 1960 anfing, entwickelte sich über viele Jahre zu etwas Unbeschreiblichem.

Wir betreten also ein Haus, welches anfangs wirklich an ein Wohnhaus erinnern könnte. Irgendwie hat dieses Haus dann aber kein Ende. Ich weiß nicht, wie viele Stunden wir von einem Raum zum nächsten Raum, durch einen Saal hin zu einem spiralförmigen Raum, durch unzählige weitere Säle und Räume, hinaus in eine dünne verglaste Spitze usw. usw. usw. gehen. Es nimmt kein Ende. Und es handelt sich hier nicht um ein Schloss. Der versteckte Gebäudekomplex liegt im Grünen verborgen und man kann von all dem nichts erahnen. Noch einige unserer Besucher werden wir während unserer Zeit in Milwaukee noch hierherbringen…

Was ist in den Räumen? – fragt man sich jetzt natürlich. Alles – ist dazu die Antwort. Die Räume haben Namen wie „Heritage of the Sea“, „Infinity Room“, „Tribute to Nostalgia“, „Alex Jorden Center“, „Sculpture Garden“, „Gate House“, „Spirit of Aviation“, „Music of Yesterday“, „Streets of Yesterday“, „The Mill House“ usw usw.

Wir sind vollkommen sprachlos nach dieser ersten Besichtigung. Was war das denn? Absoluter Overload an Eindrücken. Noch lange bleibt das Haus Gesprächsthema an dem Tag.

Leider ist das Wetter nach dem verrückten Haus etwas schlechter geworden, es könnte fast regnen und wir müssen das Verdeck schließen. Das trübt aber keineswegs unsere Stimmung.

Durch weites Farmland, mit den für mich für Amerika typischen Silos überall, fahren wir dahin. Wieder ein Stück zurück nach Osten und dann ab in den Norden. Wir queren tolle Eisenbrücken und genießen den Weg und die Eindrücke.

Nächster und letzter Stopp: Wollersheim Winery in Prairie du Sac, denn auch Wein gibt es in Wisconsin. Hier bekommen wir eine informative, kurzweilige Führung durch die Weinkeller, bevor wir im Hof mit Blick auf die Weinberge unter dem „Scheunendach“ eine kleine Weinverkostung starten. Ich mag den Pinot Noir.

Mit ein paar Flaschen im Kofferraum machen wir uns auch schon wieder auf den Rückweg nach Milwaukee. Der Mini-Kurztripp und das Wochenende ist um, die tollen Eindrücke und gemeinsamen Erlebnisse bleiben aber für immer. Und Wisconsin hat wieder noch mehr Gesicht bekommen. Da gibt´s noch einiges mehr zu erkunden. Das merke ich. Und ich bin baff, wieviel wir in so kurzer Zeit sehen und entdecken konnten.

Milwaukee Brewers –

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Baseball Spiel.

Milwaukee ist schon ein wenig die Stadt der Hausbrauereien, umso lustiger, dass selbst die Baseball Mannschaft Milwaukee Brewers heißt.

Da Milwaukee in den entscheidenden Jahren der Stadtplanung einmal einen deutschen Bürgermeister hatte und auch früher sehr viele Deutsche sich in und um Milwaukee angesiedelt haben, trifft man immer wieder auf deutsche Lokale oder Traditionen.

Eine große bekannte Firma aus Milwaukee ist die Firma Usinger, die Wurstwaren produzieren. Nicht verwunderlich, dass die Wurst auch bei den Milwaukee Brewers eine Rolle spielt und bei einem Baseballspiel in der Pause auf keinen Fall das „Sausage Race“ fehlen darf.

Wir haben also Tickets für ein Spiel gebucht, sitzen auf den Tribünen des Miller Stadiums (wieder mal Brauereigeschichte der Gegend…) und versuchen, das Spiel zu verstehen. Bisschen wir Brennball früher in der Schule… Es spielen heute die Yankees gegen die Brewers. Blauer Himmel, Sonnenschein, immer wieder kommt ein Verkäufer mit gekühlten Miller Bieren im Angebot vorbei. Tolle Stimmung, denn die Brewers liegen vorne.

Bei einem Home Run der Brewers rutscht das Maskottchen der Mannschaft, ein Männchen mit großem gelben Schnurbart, Bernie Brewer, auf einer großen gelben Rutsche von einer Etage des Stadions zur darunter liegenden, begleitet von großem Jubel. Außer uns, wir verpassen es erstmal und müssen die Besucher neben uns fragen, was nun los ist, was wir verpasst haben. Beim nächsten Mal wissen wir Bescheid.

In der Pause kommt dann das berühmte Sausage Race. Da rennt ein Wiener gegen eine Lyoner und eine Poloni. Was für ein Spaß, das Publikum tobt vor Lachen. Immer mal wieder fällt auch ein Würstchen um und bekommt von Begleitern wieder auf die Beine geholfen. Ich kugel mich vor Lachen.

Es wird langsam dunkel und das Spiel neigt sich dem Ende. Die Stimmung ist ausgelassen und glücklich, denn die Brewers gewinnen. Was für ein Erlebnis!
Brewers, wir kommen wieder, eine tolle Erfahrung. So richtig das Gefühl im American Live Style angekommen zu sein.

Milwaukee erkunden…

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… Wisconsin.
Besuch aus Deutschland – back in 2005.

Im Jahre 2005 sind wir vom wunderschönen Regensburg in der Oberpfalz ins ebenso wunderschöne Milwaukee in Bundesstaat Wisconsin gefunden. Ich, damals Reiseverkehrskauffrau in Deutschland, wusste von Milwaukee ich eigentlich nichts, ebenso wie vom Bundesstaat Wisconsin. Keine Ahnung. Das waren jetzt keine Ziele, die bei einem klassischen Amerika Urlauber auf der to-do Liste stehen und somit bei mir nie auf dem Radar waren. Umso spannender, dass uns die Entsendung meines Mannes genau in diese Stadt verschlagen hat, denn die entpuppte sich als wahre Perle mit wundervollen Menschen, tollem Livestyle. Wir fühlten uns pudelwohl. Und einer Stadt wie Regensburg das Wasser reichen zu können, das ist schon eher Oberklasse.

Wenn also Besuch aus Deutschland kam, bekamen die erstmal die klassische kleine Spaziertour durch die Stadt. Unser Apartment im historischen Stadtteil „Third Ward“ gelegen, war die erste Überraschung. Das Third Ward ist ein ehemaliges Industrie- und Geschäftsviertel, das sich zu einer hippen Wohngegend entwickelt hat, mit wundervollen Restaurants und Cafés mit kleinen Boutique Geschäften. Den Lake Michigan auf der einen Seite, nur durch einen Parkplatz vom Seeufer getrennt und dem Milwaukee River Walk, einer Flusspromenade entlang des Milwaukee Rivers auf der anderen Seite. Schöner kann eine Stadt nicht gelegen und auch nicht angelegt sein.

Wir spazieren also mit dem Besuch hinunter zum Ufer des Lake Michigans. Große Parkanlagen ziehen sich entlang des Ufers. Der weitläufige Henry Maier Festival Park, in dem jährlich das größte Musikfestival der Welt stattfindet, liegt am Ufer, nicht weit von unserem Apartment entfernt. Nach etwa zwei Kilometern erreichen wir das heutige Wahrzeichen der Stadt, das Milwaukee Art Museum (MAM). Entworfen hat es der bekannte spanische Architekt Santiago Calatrava, eröffnet wurde es im Jahre 2001. Während der Öffnungszeiten breitet es seine mächtigen, weißen Flügel weit aus mit Blick zum Meer. Ein wunderschönes Gebäude, lichtdurchflutet im Inneren. Erster WOW Effekt für die gerade angereisten Besucher. Wir sehen gar eine Schildkröte auf den Steinen am Ufer des Sees direkt vor dem Museum.

Von hier aus laufen wir in die Stadt hinein. Immer wieder faszinieren mich die Hintergassen zwischen den prachtvollen Häuserfronten. Denn hinter jeder Häuserfassade befindet sich eine Überraschung. Gassen in denen die Mülltonnen stehen, Autos von Anwohnern parken, Hintereingänge und Rolltore, die für die Anlieferung der Waren vom Besucher eigentlich versteckt bleiben sollen.

Wir laufen weiter bis wir auf den Riverwalk stoßen. Ziel für eine Erfrischung ist dort die Rock Bottom Brauerei. Ein lokales Bierchen aus einer der vielen Milwaukee Hausbrauereien am Ufer des Milwaukee River. Unbezahlbar schön.

Nach der Verschnaufpause geht es weiter entlang des Flusses fast bis zum Ende des Third Wards, dort wo sich der Milwaukee River mit dem Lake Michigan trifft. Von hier laufen wir entlang der Flussmündung weiter Richtung See. Ziel: der wunderschöne rote Leuchtturm Pierhead Lighthouse. Ich liebe ihn.

Den Abschluss des Tages und das Ende des Ankunftstages feiern wir in einer weiteren Hausbrauerei am Riverwalk im Third Ward, dem Ale House mit Flussblick auf den Milwaukee River.
Aber trotz schönen Wetters sitzen wir drinnen, denn dort spielt eine Live Band.

Ein klassischer Ankunftstag zur Begrüßung vieler Besucher, die wir über die Jahre empfangen können. Und ich kann euch versichern, dass alleine dieser erste Eindruck, egal zu welcher Jahreszeiten, jeden in den Bann Milwaukees gezogen hat. Es ist einfach eine lebens- und liebenswerte Stadt.