Whiplash.

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Neue englische Vokal gelernt.

Vorweg: Schmerzen sind um, schlaflose Nächte überstanden und ich bin wieder funktionsfähig und schmerzfrei.

Was war passiert? Ich war mit den Kindern Schlittschuhlaufen (in Dubai), bin gestürzt, habe mir ein Schleudertrauma zugezogen und somit eine neue Vokabel gelernt. Hätte auch schmerzfreier geschehen können.

Es war ein schulfreier Tag, die Kinder hatten die Idee, Eislaufen zu gehen und ich war so mutig, es ihnen gleich zu tun. Das letzte Mal stand ich vor vielleicht 20 Jahren auf Schlittschuhen, aber ich konnte mich erinnern, damals lief das ganz gut. Also, was soll schon passieren? Ich bin dabei. Und es lief gut!

Die Kinder waren doch eher sehr skeptisch, dass die Mutter sich jetzt auf das Eis wagt, drängten doch sehr, dass ich mir doch einen Pinguin nehmen solle. Aber nein, brauch ich nicht. Und somit Schlittschuh an, Socken als Handschuhe (eben falls ich mal hinfallen sollte…) und raus aufs Eis. Und die Kinder staunten – ich auch. Denn es lief wirklich gut. Schnell war ich wieder im Rhythmus und drehte meine Runden. Ob das wohl so ist, wie beim Radfahren, dass man das nie verlernt? Es flutschte und machte richtig Laune. Gute Musik, Runde um Runde, tatsächlich in der Lage, die ein oder andere Person zu überholen. Ich war richtig stolz und die Kinder richtig baff.

Und dann bin ich ein bisschen gefallen. Wirklich alles ganz harmlos in Zeitlupe, nichts Wildes. Ganz langsam auf die linke Pobacke. Ich habe nur einen kurzen, heftigen Stich im Kopfbereich gespürt, aber sonst alles gut. Tat auch nicht weiter weh, aber ich erinnere mich, dass das mein einziger Gedanke war: „Warum jetzt dieser kurze Schmerz im Kopfbereich und keine Schmerzen an Po oder Hüfte?“….

Aufstehen, weiter geht´s. Genauso schnell, es macht richtig Spaß.

Zwei Tage später verspüre ich leichte Nackenschmerzen. Ich meine noch, es kommt von der Klimaanlage. Leider wird die Situation immer schlimmer und ich kann fast kein Auto mehr fahren, denn über die Schulter kann ich nicht mehr blicken. Nachts aber überkommt mich dann der richtig heftige Schmerz. Ich schlafe keine Nacht mehr. Kann nur noch in einer einzigen, sehr unbequemen, starren Rückenlage liegen, aber auch das nur unter extremen Schmerzen. Es wird von Tag zu Tag schlimmer. Also versuche ich es nach mehreren Tagen dann abends mit Schmerzmitteln. Erst 400 Ibu, dann 800er Ibu… Leider hilft nichts. Ich grübele ewig, was ich falsch gemacht haben könnte. Denke immer wieder, es muss an den Klimaanlagen liegen.

Als ich nach neuen Tagen eine sehr schlimme Nacht habe, kommt mir plötzlich mitten in meinem Nacht-Schmerz-Delirium mein Eislauf-Sturz in den Sinn. Das ist es! Schleudertraume vielleicht? Noch in der Nacht googele ich die Übersetzung: Whiplash.

Tag 10 rufe ich sofort morgens beim Arzt an mit meiner Vermutung. Die Sprechstundenhilfe kennt leider auch die Vokabel nicht und ist überfordert, bei welchem Arzt sie mich einbuchen soll. Wir einigen uns erstmal auf einen Hausarzt.

Die Ärztin ist wirklich super bemüht, aber leider spüre ich schon während der Untersuchung, dass wir nicht auf dem gleichen Weg sind. Ich stimme einer Röntgenaufnahme des Halsbereiches zu, um sicher zu sein, dass nichts angebrochen ist. Ich bekomme eine Spritze mit Schmerzmitteln und noch eine Alternative zu Ibu, Tabletten zur Muskelentspannung, die ich drei Tage lang nehmen soll, und Voltaren Creme.

Ich mache mehrmals den Versuch, sie zu überzeugen, dass ich vielleicht einfach einen Chiropraktiker sehen sollte, aber davon will sie nichts hören. Vehement redet sie dagegen.

Zumindest kann ich in dieser Nacht, Dank der Spritze, seit 10 Tagen ENDLICH mal wieder schlafen.

Ich nehme zwei Tage lang diese Muskelentspannungstabletten und die Voltaren Creme, keine Besserung.

Nach einer extrem schlimmen Nacht, die ich aus Verzweiflung zeitweise auf den kalten, harten Badfliesen verbringe, weil diese vom Schmerz ablenken, muss am nächsten Tag ein Chiropraktiker her.

Ich bekomme tatsächlich für mittags einen Termin, bei einer Empfehlung einer Freundin. Was für ein Glück. Hoffnung! Mit dem Taxi fahre ich apathisch und fix und fertig in die Praxis, immer kurz vor einem Heulanfall. Als ich endlich vor dem netten Retter sitze, kommen mir auch gleich wieder die Tränen. Ich erzähle ihm die Ereignisse und Versuche der letzten 11 Tage exakt so, wie ich sie Tage zuvor der Ärztin geschildert habe, ohne wohlgemerkt je das Wort „Whiplash“ in den Mund zu nehmen. Das erste was er nach meiner Schilderung sagt: Whiplash, ganz klar. Er schaut sich noch kurz meinen Nacken an und dann geht die Behandlung los.

Wirklich schmerzhaft, aber ich halte tapfer durch. Ich will einfach nur, dass es besser wird. Er verschreibt mir Voltaren Tabletten und verordnet mir ein ständiges Wärmen der betroffenen Stellen, besonders nachts. Denn der Schmerz nachts wird durch die ausgekühlten Muskeln verursacht. Ich bekomme drei Übungen gezeigt, die ich zusätzlich so oft wie möglich machen soll

Und was soll ich sagen, bereits in dieser Nacht, schlafe ich, wahrscheinlich Dank der Voltaren Tabletten wieder durch. Und am nächsten Morgen verspüre ich eine erhebliche Verbesserung. Noch ein weiterer Tag meine Übungen, viel Wärme und abends noch eine Voltaren: und am nächsten Tag fühle ich mich wieder unter den Lebenden. Ich bin wieder ich. Ohne Schmerzen. Gut gelaunt, weil schmerzfrei und ausgeschlafen.

Was für eine Tortur, nur um eine neue englische Vokabel zu lernen 😉

Whiplash – Schleudertrauma.

Und Eislaufen… hat wirklich richtig Spaß gemacht. Ich denke, ich werde es trotzdem beim nächsten Mal wieder tun.

Mein Maß ist voll.

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Baustellen Pause.

Wenn frau seit Mai 2016 (vor sechs Jahren also) zwei internationale Umzüge (Südafrika – Deutschland / Deutschland – Dubai) hinter sich hat; zwei Mal ein Haus gekauft (auch wieder eins verkauft) und jeweils umgebaut hat; man sowohl innerhalb Deutschlands einmal noch umgezogen ist und nun auch in Dubai noch einmal mal umgezogen ist – dann darf man die Nase voll haben. Fünf Umzüge in sechs Jahren, geht, reicht aber jetzt erstmal.

Seit 1. November laufen hier im jetzigen Haus immer mal wieder die Baustellen an. Von vielen habe ich ja ausführlich und oft „genervt“ berichtet. Die momentane, die DackNeudeckung, ist jetzt erstmal das Ende… Gefühlt wird es sicher noch mindestens eine weitere Woche dauern, ich hoffe nicht länger. Aber ich habe jetzt echt die Notbremse reinhauen müssen. Es sind damit noch lange nicht alle angefangenen Baustellen abgeschlossen und auch nicht alle noch ausstehenden Baustellen ad acta gelegt, aber zumindest erstmal auf Eis gelegt. Ich brauche Pause. Und die nehme ich mir jetzt – bis mindestens einen Monat nach den Sommerferien. Ich will einfach mal „normal“ leben. Nicht mich täglich mit Themen beschäftigen, die zwar unser Haus betreffen und somit eigentlich auch meine 100%ige Aufmerksamkeit verdient hätten, die mich aber zum jetzigen Zeitpunkt einfach nur nerven und ständig auf die Palme bringen. Die mich gar nicht mehr „ich selber“ sein lassen. Nur noch gereizt und genervt. Das bin ich nicht. Bin doch eigentlich der Sonnenschein, aber wenn ich mich momentan über irgendwelche HausUmbauThemen unterhalten muss, brodelt da was in mir, Lava von ganz tief unten… und die Lava kann echt böse werden und ausbrechen. Aber ich will nicht ausbrechen, ich will mal wieder runterkommen vom BaustellenBlues. Möchte wieder ich werden, regenerieren. Da hilft auch mein reingequetschtes Fitness Programm und meine 10 Minuten Meditation täglich nichts mehr, denn auch das passiert momentan nur alles in Eile, weil ja dann wieder eine Horde Dacharbeiter aufläuft und ihre Arbeit machen und ich natürlich nur anwesend sein muss. Aber sie sind da, ständig.

Ich habe nebenbei natürlich Zeit, hier zu schreiben oder all die über die letzten Wochen liegengebliebenen Emails usw zu erledigen. Und ich werde wieder Spaß daran haben, mich den Baustellen zu widmen, nur eben jetzt nicht. Jetzt ist genug.

Hab keine wahre Vorstellung, was ich dann mache. Vielleicht mache ich dann mal einen Termin für den lange überfälligen Zahnarztbesuch aus… Ich will nur einfach einmal wieder das Gefühl haben, selber entscheiden zu können.

Ich habe die Tage zu einer Freundin gesagt, in meinem absoluten Frust, dass ich diesen Job kündigen würde, wenn es einer wäre: „Baustellen-Organisatorin“. Und so ist es. Wie gesagt, eventuell bin ich in zwei Wochen schon wieder drüber hinweg, aber momentan stecke ich fest, im BaustellenBlues. Und davon muss ich mich erstmal freischwimmen. Pause.

Und ich weiß sowieso, dass es irgendwann weitergehen muss und wird. Dann, wenn ich wieder bereit bin, bin ich auch gerne wieder dabei und motiviert. Nur jetzt halt nicht…

Zum Feierabend mache ich mir jetzt ein Bier auf. Keine Maß, ein kleines Glas…

Baustellen…

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… mal wieder.

Ich mag euch noch ein bisschen Etwas aus dem Hause „Baustelle“ berichten. Könnte jetzt gleich wieder mit meinen Access Cards anfangen, denn das scheint schon ein immer andauerndes MEGA PROBLEM hier zu sein. Mag aber auch sein, dass mich mittlerweile die Mitarbeiter an entsprechender Stelle auf dem Kieker haben, weil ich diese unprofessionelle Handhabung und die unbeschreibliche Bürokratie und Unzuverlässigkeit nicht mehr ertragen kann und meinem Unmut an verschiedensten Stellen leider freien Lauf lassen musste… Nicht im besten Tone, ich weiß, aber ich konnte und kann einfach nicht mehr an mich halten. Es ist für mich nicht akzeptable und nicht erträglich und geht mir gehörig auf die Nerven. So ist dann nun auch Woche drei der weiteren Baustellen gestartet.

Nach den elektrischen Schocks im Gartenbereich mussten wir ja die komplette Bodenbedeckung erneuern lassen. Noch mehr Staub und Dreck vom ewigen Fliesenschneiden als sowieso schon immer WüstenSandLuft im Garten und auf der Terrasse… Aber die Fliesenleger waren die bis jetzt Besten, professionellsten Arbeiter, die wir hatten. Super tolle Arbeit. Leider keine Verständigung möglich, denn Englisch wird nicht gesprochen. Zur Kommunikation dient Zeichensprache, Deuten und Raten… Nicht wirklich hilfreich, aber zwei Mal am Tag schaut einer vorbei, der Englisch kann. Es gehen Liter um Liter Wasser an die Bauarbeiter, denn die Temperaturen liegen meist um die 40 Grad.

Die Steigerung dessen nun, die Bauarbeiter, die unser Dach neu abdichten und decken. Hier fließt das Wasser in riesigen Gallonen, jeden Tag schaffe ich Nachschub ran und ich bewundere die Ausdauer und das Durchhaltevermögen. Unglaublich. Auf dem Dach, den ganzen Tag ohne Schatten…

Wir hatten anfänglich einige Schwierigkeiten. Beginnend mit erneutem Access Pass Drama. Mein Fehler, zunächst. Ich hatte eine Genehmigung beantragt, die mich schon viele Nerven und Ausdauer gekostet hat. Die Genehmigung hatte ich für 4 Wochen beantragt, habe beim Erhalt des Access Passes leider nicht wirklich die Zeitspanne kontrolliert und somit übersehen, dass die Genehmigung nur für eine Woche gültig war. Wie bitte, soll man ein Dach in einer Woche abtragen, abdichten und und neu decken? Somit Montagmorgen der Anruf vom Sicherheitsteam am Einlass in die Wohnanlage… Keine gültige Permit für das Team. Mein Puls steigt, mein Herz fängt an zu rasen und meine Laune ist am Montagmorgen bereits im Keller, im tiefsten Stollen… Der 1,5-stündige Marathon beginnt.

Erster Versuch beim Sicherheitsmann am Eingang: Keine Chance. Er gibt mir eine Telefonnummer.

Zweiter Versuch per Telefon: Drei Mal werde ich verbunden und in Warteschleifen gestellt, denn keiner ist zuständig. Die letzte Person macht zumindest Anstalten, den zuständigen Mitarbeiter zu kontaktieren (per Email… während ich am Telefon warte…). Leider ist der Herr nicht erreichbar oder antwortet nicht. Ich soll doch ins zuständige Büro fahren, vielleicht können die helfen.

Dritter Versuch: Ich fahre ins zuständige Büro. Eine der Damen, die meinen Anfall bereits bei der letzten Access Permit Odyssee mitbekommen hat, fängt bei meinem Anblick hektisch an, ihre Fingernägel zu kauen. Unsichere Blicke zur Kollegin. Die übernimmt gleich. Ich schildere mein Dilemma, Tränen der Wut und Verzweiflung in meinen Augen. Da stehen 8 Männer an der Eingangsschranke und warten darauf, endlich die Arbeit zu beginnen, für die ich ja bereits eine Genehmigung für die vergangene Woche hatte (obwohl für vier Wochen beantragt…), ich die Besitzerin des Hauses bin, kann ich nicht die Mannschaft zu meinem Haus bekommen.

Die Mitarbeiterin scheint meine Verzweiflung und meine Wut zu spüren und richtig zu deuten. Ich reiße hier gleich die Bude ab, wenn ich nicht endlich die Einlassgenehmigung bekomme. Sie macht einen Anruf und versichert mir, dass ihr Kollege im unteren Stockwerk, die Genehmigung ausstellt. WIRKLICH???? Ich bin baff, zu Tränen gerührt und teile ihr meine Dankbarkeit von Herzen gerne mit.

Der Kollege möchte alle möglichen Dokumente von mir haben. Da ich diese ja erst vor zwei Wochen,in der letzten Odyssee, alle eingeschickt habe, kann ich damit dienen. Aber weit gefehlt.

Wie dieser aufmerksame Mitarbeiter nun feststellt, fehlt einmal der Fahrzeugregistrierungsschein und zweitens – die alte Version der Identifikationen der Dacharbeiter weißt einen anderen Arbeitergeber auf, als die Gewerbeanmeldung, die ich eingereicht hatte. Der Marathon wird zum Triathlon. Denn jetzt heißt es umswitchen. Über den Chef der Truppe und über den Vorarbeiter der Truppe am Sicherheitscheck versuche ich die korrigierten Dokumente zu bekommen… Die Fahrzeugregistrierung, die ich per Whats App erhalten ist abgelaufen, neue Bitte. Von mindestens einem Arbeiter brauche ich nun noch sein Visum, seinen Reisepass und seinen lokalen Identifikationsausweis…

Zusätzlich muss ich nun noch einen NOC – ein „No Objection Certificate/Letter“ schreiben.

Warum brauchte ich mindestens zwei dieser Dokumente für den letzten Access Pass nicht, den, der nur eine Woche gültig war?

Der wirklich hilfreiche Mitarbeiter macht natürlich nur seine Arbeit. Und dann geschieht das Wunder. Er greift zum Telefon, redet mit jemandem in einer mir nicht bekannten Sprache und erklärt mir anschließend, er habe schon einmal beim Sicherheitscheck angerufen, dass die Dacharbeiter bitte eingelassen werden, die Permit wird gleich nachgereicht. Am liebsten würde ich ihm um den Hals fallen. Es läuft. Handschriftlich verfasse ich das NOC, scanne es mir gleich ein. Wir warten auf die Unterlagen, die nach und nach eintrudeln. Es dauert… Der „Mitarbeiter“ gibt mir seine E-Mail-Adresse und bittet mich, einfach alle Unterlagen zu senden, sobald ich diese von der Firma beisammenhabe. Wieder und wieder garantiert er mir, dass er dann die Genehmigung gleich ausstellt und mir zukommen lässt. Soll ich ihm vertrauen?

Da nun ja aber die Dachdecker bereits am Haus auf mich warten werden, tue ich es. Ich fahre.

Am Haus angekommen sind leider keine Arbeiter anzutreffen… Ich betrete gerade das Haus, da klingelt mein Telefon. Der Vorarbeiter am Sicherheitscheck fragt, wie lange es denn noch dauern würde. Ich bin verwundert? Sie sind nicht eingelassen worden und stehen immer noch wartend an der Schranke.

Jetzt drohe ich fast durch die Decke zu gehen. Ich muss einmal RICHTIG LAUT schreien, ganz alleine im Wohnzimmer, brülle ich einmal laut in den Raum. Ich kann nicht mehr. Hätte auch durch die Decke gehen können, denn vielleicht wird die ja nochmal IRGENDWANN…. gedeckt.

Also ins Auto zurück, auf zu dem netten BüroMitarbeiter. Kurz bevor ich dort ankomme, klingelt wieder mein Telefon. Sie sind drin! Jetzt also plötzlich doch… Das verstehe irgendjemand!

Im Kreisverkehr einmal rum und auch ich fahre jetzt nicht durch die Anwohnerschranke, sondern reihe mich in die Schlage der anstehenden „Besucher/Arbeiter“ ein. Der wahrscheinlich vollkommen unbeteiligte Sicherheitsmann, der an mein Autofenster tritt, bekommt es oder besser MICH nun geballt ab. Aber nicht nur er hört, was ich zu sagen habe, alle anderen (und es sind viele), die auch auf Einlass hoffen, bekommen diesen Wutanfall einer hysterisch gewordenen europäischen Frau mit. Ich schreie den Mitarbeiter an, ob er glaubt, dass ich die dumme, gelangweilte, blonde Europäerin bin, mit der man das machen kann? Mehrmals muss ich darauf drängen zu erfahren, wo genau jetzt hier der Fehler lag, dass trotz des Anrufes des zuständigen Mitarbeiters aus dem Büro, meine Dachdecker nicht eingelassen wurden… MissKommunikation in ihrem MINI-kleinen Büro… Aha.

Jetzt habe ich ja doch wieder die Geschichte vom Access Pass erzählt… Mist. Eigentlich wollte ich ja erzählen, dass wir jetzt zwar ein neues Dach bekommen, dass hoffentlich in der nächsten Regenzeit uns und unser Hausinneres trocken hält, dafür aber von den Dachdeckern wieder die nagelneuen Fliesen, die in mühevoller, schweißtreibender Arbeit die letzten zwei Woche verlegt wurden, zerschmettert wurden.

Denn plötzlich fielen am zweiten Tag, beim Abdecken des Daches, sehr große Betonstücke herunter. Die Fliesenleger waren zum Glück in einer anderen Ecke beschäftigt, denn die hätte es hart und schwer getroffen. Ich bin schockiert. Ich laufe, mal wieder laut keifend, zur Terrassentür und BRÜLLE hoch, dass das stoppen muss. Mein Blick fällt auf die Betonbrocken vor mir, die auf der neu gefliesten Terrasse liegen und dann sehe ich sie: die zerschmetterten Fliesen… Ich könnte heulen, tobe aber auch vor Wut. Der Vorarbeiter kommt schnell vom Dach und bekommt nun auch in geballter Ladung meinen Unmut über ständiges unprofessionelles Arbeiten mit. Denke auch, er hat echt Angst vor mir. Und keiner dieser Männer beneidet meinen Mann, um diese herumschreiende, tobende Furie. „Voll peinlich“, würden meine Teenager Kinder sagen. Aber ich bin am Ende mit den Nerven und diese liegen blank.

Und was passiert? Sofort eilen sie zum Auto und holen Abdeckmaterial. Ich kann es nicht fassen!

Seitdem arbeiten sie wirklich gut und zuverlässig, soweit ich das beurteilen kann. Ich habe mich vor versammelter Mannschaft auf dem Dach einmal entschuldigt, für mein „Ausflippen“. Verstanden hat es keiner, es sei denn, der Vorarbeiter hat es ihnen anschließend übersetzt. Ich versorge sie täglich mit mehreren Gallonen Wasser, Keksen, Schokolade… Nervennahrung, damit sie dort oben auf dem Dach nicht die Nerven verlieren, wie ich so oft die letzten Wochen…

Und wenn das Dach fertig ist, kommen einfach wieder die professionellen Fliesenleger und tauschen dann wieder die kaputten Fliesen aus…

Ein Kreislauf…

Jetzt muss ich nur noch an meinen Kreislauf denken. Ich meditiere jetzt wieder täglich.

Access Permits

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… die zweite…

Ich habe hier ja bereits ein anderes Mal etwas über Access Permits erzählt. Da ich gerade mal wieder diese Woche, noch laufend, wieder einen interessanten Fall habe, möchte ich den doch noch mit euch teilen.

Wenn man also hier an seinem Haus etwas reparieren oder erneuern möchte und man dazu einen Handwerker oder mehrere braucht, benötigt man eine Access Permit.

In Deutschland, jemand hat ein Häuschen und es kann kommen wer will. Hier nicht so. Man wohnt hier in Compounds, in anderen Ländern nennt man sie Estates, und diese haben ein Verwaltungsbüro. Zum Betreten oder Befahren, braucht man entweder als Bewohner einen „Karte“, die an der Windschutzscheibe des Autos klebt oder eben einen „Access Pass“. So einen Pass brauche ich also für fast jeden Handwerker.

Jetzt sollten eigentlich am Montag den 25. April 2022 die Dachdecker anfangen, unser Dach abzudichten und neu einzudecken, denn wir hatten ja, wie in einem anderen Artikel beschrieben, einen krassen Wassereinbruch an mehreren Stellen in der letzten Regenwoche.

Ich habe also wohlweißlich eine Woche vorher, alle nötigen Unterlagen des Unternehmens eingesammelt und dies per E-Mail, wie vorgeschrieben, an das Office Management Team geschickt. Schon im Betreff hatte ich angegeben, dass die Arbeiten am Montag, den 25. April starten werden. Die E-Mail ist am 18. April rausgegangen und ich habe auch sofort die automatisierte Ticket Reference Nummer erhalten. Dann aber passiert nichts. Also habe ich zwei Tage später, eine erneute E-Mail gesendet und auf meine Ticket Nummer verwiesen und erneut das Datum, den 25. April hervorgehoben. Wieder nichts. Also habe ich Freitagvormittag angerufen. Ali versicherte mir, ich erhielt meine Permit innerhalb der nächsten 10 Minuten. Erhalten habe ich nichts. Gehört auch nichts.

Also rufe ich am nächsten Tag, Samstag, wieder an. Und erfahre dort von einem Mitarbeiter, dass ja Samstag und Sonntag von der Abteilung, die ich bräuchte, niemand arbeitet. Fragezeichen in meinen Augen, Aggression und Unmut in mir und klar erkennbar in meiner Stimme. Somit keine Chance, dass die Dacharbeiter am Montag starten können. Denn ich kann frühestens Montag wieder anrufen oder im Büro vorbeischauen, dann ruft das Büro für mich die „ach so wichtige“ Nummer an.

In der letzten Hoffnung stehen ich Montagmorgen 8 Uhr vor dem Büro. Ramadan Bürozeiten: Start erst um 9 Uhr. Aber die Tür geht auf und ich treffe auf eine nette Dame. Sie kann in ihrem Computer sehen, dass Freitag Ali etwas an meinem Fall gearbeitet hat, aber es dann im System irgendwo hängegeblieben ist…
Hilft mir jetzt nicht weiter und meinen Dachdeckern auch nicht… Die nette Dame, kann jetzt nichts machen, aber ab 9 Uhr irgendwann könnte sie dann eventuell den zuständigen Herrn erreichen…. Aha.

Während ich dasitze und erneut meinem ganzen Unmut freien Lauf lasse, ihr natürlich immer wieder versichere, dass ich weiß, dass es nicht ihre Schuld ist, klingelt mein Telefon.

Das Security Gate. Das magische Tor, an dem man den ebenso magischen Access Pass vorzeigen muss, ruft mich an. Na Dankeschön. Es steht ein Fliesenlieferung vor dem Gate, die sie nicht reinlassen können, weil er keine Access Permit hat.

So, jetzt bekommt auch noch der nette Herr am Telefon meine Laune ab… und die hat es in sich. Ich bin kurz vor dem Explodieren, hochroter Kopf und vor Verzweiflung mittlerweile Tränen in den Augen. Wo bin ich denn hier gelandet?

Ich schnauze diesen Herren also an, dass er jetzt auf der Stelle, meine Fliesen für den Poolbereich, der ja unter Strom stand…  hereinlassen los und mir bloß NIE WIEDER mit dem Wort Access Permit kommen soll.

Die Dame im Büro lasse ich einfach sitzen und zische ab. Ich reiße der sonst nämlich noch ihren Access Pass vom Hals….

Ich persönlich brauche ja diese Access Pässe nicht. In anderen Ländern bekam ich einfach einen Anruf vom Gate, ob ich Person xy erwarte und dann waren die drin, ohne Access Pass.

Das ist nicht der erste A… P… Marathon, den ich hinter mir habe. Und nachdem ich heute zwei Menschen echt rundgemacht habe, für etwas, wo sie persönlich gar nichts können, gab´s anschließend eine ausführliche E-Mail.

Denn als ich heute nach Hause kam und meine E-Mails checkte, ob ich den Pass von dem Herren ab 9 Uhr schon erhalten hatte, war da keine E-Mail von ihm, wer immer er ist, the Mistery Man, sondern vom „Customer Happiness Team“, mit der Frage, was genau, denn die Dachdecker machen werden… Dachdecken? Aber die E-Mail von DEM Absender kam mir natürlich gerade recht, denn denen habe ich dann wirklich auf nette, vernünftige Art und Weise mal meine Sichtweise geschildert und ihnen klar gemacht, dass eine Woche Gerenne, Emails und Telefonieren wegen EINEM EINIZGEN ACCESS PASS ganz klar REIN GAR NICHTS mit Customer Happiness zu tun hat…

Und wenn mich noch einmal jemand aus Deutschland fragt: Und, was machst Du da so?… Ja, weiß ich jetzt auch nicht…

Blog schreiben, um mich manchmal abzureagieren 😉

Zusatz: Nachdem ich stundenlang wieder nichts höre und erneut nachfrage, ob ich denn noch mit einer permit für den nächsten Tage rechnen kann, kommt die Antwort, dass die Arbeiten ja IM HAUS sind und man dazu eine Versicherungsfrage noch klären muss. Ich weiße dann mal in einer kurzen, knappen E-Mail darauf hin, dass sich UNSER DACH im Außenbereich des Hauses befindet….

Wahrscheinlich denkt natürlich jetzt der ein oder andere: Was regt die sich denn darüber so auf. Ihr kennt alle, denke ich, diese MomentAufregung, die man dann einfach mal wieder loswerden muss.

Ich liebe diese Stadt, ich liebe dieses Land und fühle mich PUDELWOHL. Ich bin super glücklich mit der Entscheidung, „ausgewandert“ zu sein, dass die Wahl auf Dubai fiel und, dass wir uns für die wunderschöne Community „The Villa“ mit so vielen tollen Menschen und wunderschönen Grünanlagen entschieden haben. Und ja, ich weiß auch, dass es nirgends perfekt ist und es immer mal die kleinen Dinge gibt, egal wo auf dieser Welt, über die man sich einfach mal auslassen muss. Ganz natürlich finde ich. Aber ich finde es ebenso wichtig, nicht immer nur die perfekte GlitzerSuperWelt mit euch zu teile, sondern auch die kleinen Stories des Lebens…

Elektro-Schock

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Rund ums Haus…

Wir kommen ja gerade aus den Osterferien und hatten unter anderem Besuch von lieben Freunden mit Teenager Jungs, Zwillinge, im advanced Teenager Alter – 15 Jahre. In Kombi mit unseren Zwillingen im Teenager Anfangsstadium – 12 Jahre, fand eine sehr harmonische gemeinsame Bespaßung am Nachmittag statt. Pool-Crazyness – mal mit Ball mal ohne, auf jeden Fall mit viel Wasserplantschen und spritzen rund um den Pool. Wir Eltern alle sehr positiv überrascht. So überrascht, dass die Stimmung an einem Nachmittag richtig elektrisierte… Meine Tochter ruft ganz aufgeregt: „Mama, Mama, an dieser einen Stelle vibrieren meine Füße!“ Wie bitte? Ich begebe mit also an besagte Stelle und stelle mich barfuß auf die WPC Platte und auch meine Füße vibrieren und die leicht elektrischen Stöße ziehen hoch bis zum Knie. SOFORT alle Kinder aus dem Pool, runter von den nassen Flächen und Schuhe an. Bei genauem Hinschauen steigt zwischen den WPC Platten sogar leichter Rauch auf. Ich bin schockiert, Herzrasen. Wir reisen zwei, drei Platten mit dem Schraubenzieher raus und was finden wir? Zwei gelb ummantelte, dünne Kabel laufen unter den Platten lang, eingequetscht unter den Querlatten und leicht in Kontakt mit den Metallverklickungen der WPC Platten. Und ein Kabel: schwarz durchgeschmorrt. Unglaublich. Pool erstmal geschlossen. Mein Mann legt abends diesen Stromkreis lahm und gibt somit den Pool erstmal wieder frei. Allerdings haben wir jetzt wieder Baustelle im Garten.  Denn jetzt muss eindeutig die komplette WPC Umrundung um den Pool herum raus und erneuert werden und ganz wichtig: auf weitere ähnliche „Stromleitungen“ überprüft werden.

Da wir auch noch nicht die Terrasse haben Fliesen lassen, nachdem die neuen Fenster und Türen reinkamen, wird das nun noch gleich mitgemacht. Nicht, dass ich nicht schon längst die Nase voll hätte von Baustellen, aber gut, dies alles soll angeblich bis zum Wochenende wieder fertig sein. Und dass, trotz Ramadan und Fasten er Arbeiter. Ich bewundere diese Ausdauer.

Und bin dankbar, dass das sofort diese Woche erledigt werden konnte.

Mein Tipp: Stromkabel, Steckdosen oder ähnliches … nicht immer alles für sicher erklären. Oft fehlt die Erdung, das dritte, wichtige Käbelchen…

Besuch – Urlaub – Besuch – Besuch

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3 Wochen EntdeckerGlück UAE

Wow, was habe ich für unbeschreibliche Wochen hinter mir. Entdecker Overload der ganz großen Extraklasse. Ich bin so dankbar, all das mit solch mir lieben und wichtigen Menschen in den letzten drei Wochen teilen zu dürfen. Und obwohl ich fast sagen kann, ich hatte drei Wochen „Urlaub“ am Stück, war ich wirklich unglaublich erschöpft am letzten Freitag, nachdem mein Dauer-„Sightseeing“ ein Ende hatte.

Es fing damit an, dass eine liebe Freundin noch zum Expo Endspurt mir Gesellschaft aus Deutschland leisten wollte. Diesen Endspurt wollten nicht nur wir hinlegen und somit war nach zwei Tage, die Expo für uns vom Programm gestrichen. Es waren so viele Besucher vor Ort, dass die Schlangen vor den Pavillons ermüdend lang waren und selbst die kleineren Pavillons so gut besucht waren, dass es einfach keinen Spaß mehr gemacht hat. Meine Familie und ich haben zu meiner großen Erleichterung ja bereits mit Expo Eröffnung im Oktober, jedes freie Wochenende auf dem Gelände verbracht und wirklich genießen können. Denn anfangs war der Run auf die Weltausstellung nicht so groß, wie erwartet. Da auch meine Freundin mit mir zusammen schon einige entspannte Expo Tage zuvor auf früheren Besuchen erleben durfte, fiel es auch ihr nicht schwer, spontan auf mein Alternativprogramm umzuschwenken.

Wir haben so viel erlebt, davon werde ich euch hier in den nächsten Tagen berichten…

Meine Freundin flog am Freitag wieder zurück ins kalte Deutschland und wir starteten in die Osterferien und machten uns am nächsten Tag auf zu einen einwöchigen Roadtrip durch die Vereinigten Arabischen Emirate. Denn für uns gibt es hier in der neuen Heimat immer noch viel vor der Haustür zu entdecken, also liegt das UrlaubsGlück direkt vor der Tür. In meiner ReiseplanLeidenschaft hatte ich einen gut gefüllten Reiseplan ausgearbeitet und die Familie hat sich überraschen lassen.

Wir haben so viel erlebt, davon werde ich euch hier in den nächsten Tagen berichten…

Unser Trip endete eine Woche später am Freitag, den 1. April. Direkt in dieser Nacht von Freitag auf Samstag kam meine „älteste“ Freundin aus Deutschland angereist. Da es sich hier um einen mega spontanen Besuch handelte, kam ich gar nicht dazu, mir viele Gedanken, um unser gemeinsames Programm zu machen. Klar war nur, dass ebenfalls meine Kinder bespaßt werden mussten, denn die hatten ihre zweite Ferienwoche. Und auch diese Woche war schlussendlich reich gefüllt mit Entdeckungen.

Wir haben so viel erlebt, davon werde ich euch hier in den nächsten Tagen berichten…

Fazit: Ich habe innerhalb von drei Wochen so extrem viel von meinem neuen Heimatland entdecken können. Wahnsinn. Da ein Highlight im Sprint auf ein nächstes folgte, fehlte komplett die Zeit, das Erlebte wirklich im Kopf verarbeiten zu können, was vielleicht mein Erschöpfungsgefühl am Ende erklärt. Ich werde die nächsten Tage nutzen, mit euch in kleinen Beiträgen die tollen Sehenswürdigkeiten und Erlebnisse zu teilen und somit gleich für mich zu verarbeiten. Ich bin mir sicher, dass das ein oder andere super Spannende für euch dabei sein wird. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben so viel mehr zu bieten als Strand, Luxushotels und Einkaufzentren.

Lasst euch überraschen!

Wer aufmerksam war… merkt, dass nun in meinen Erzählungen ein „Besuch“ des Titels des Beitrages fehlt. Dieser Besuch sitzt gerade im Flieger und kommt heute Nacht an.

Aber hier wird es mit meinen Eindrücken weniger werden, denn die liebe, befreundete Familie mit zwei Teenager Jungs, wird Dubai mit Taxi auf eigenen Faust erkunden. Ich werde mich meinem Alltag widmen, das Erlebte der letzten drei Wochen mit euch zusammen verarbeiten und ganz sicher, viele schöne Abende mit den Freunden verbringen. Ich freu mich drauf.

Ramadan Schulzeit

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Am 2. April hat der Ramadan 2022 gestartet. Generell merkt man in Dubai keine große Veränderung während dieser Zeit. Vereinzelt haben Cafés oder Restaurants den Außenbereich tagsüber geschlossen und öffnen diesen erst wieder nach Sonnenuntergang. Aber es gibt auch andere Restaurants, manchmal am selben Strandabschnitt, nur wenige Meter voneinander entfernt, die den ganzen Tag sowohl am Strand, als auch im Außenbereich auf der Terrasse, Getränke, auch Alkohol, und Essen servieren. Aus Respekt sollte man nicht sichtbar draußen Essen oder Trinken.

Die erste Woche des Ramadans hatten wir noch Ferien (Osterferien), aber heute hat die Schule wieder gestartet. Schule zu Ramadan Zeiten ist eine verkürzte Unterrichts-Zeit mit einem angepassten Stundenplan.

Der Unterricht an der Deutschen Internationalen Schule Dubai (DISD) startet nicht wie gewohnt um 07:50 Uhr (mit Bus Abfahrt von zu Hause um 07:05 Uhr), sondern erst um 08:15 Uhr (mit Bus Abfahrt von zu Hause um 07:43 Uhr).

Ebenso am Nachmittag endet der Unterricht nicht wie gewohnt um 14:10 Uhr sondern bereits um 13:15 Uhr, was für uns eine Ankunft mit dem Bus um 13:45 Uhr zu Hause bedeutet und nicht, wie sonst, erst um 14:40 Uhr. Jeglicher Unterricht am Nachmittag oder Zusatz-Aktivitäten am Nachmittag fallen in dieser Zeit an der DISD aus.

Ich bin froh, dass ich nicht arbeite und somit natürlich ohne Probleme diese zusätzlichen freien Stunden am Nachmittag super abfangen kann. Sonst ist wirklich einfach frühe Planung gefragt, gerade bei jüngeren Kindern.

6.500 km entfernt läuten gerade die Glocken…

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… die Kirchglocken für meine Oma.

Meine liebe Omi, die gestern im Alter von 89 Jahren verstorben ist. Wie unendlich dankbar bin ich, dass ich im Dezember, trotz all der Corona Panik in Deutschland, mit meinen Kindern zusammen noch einmal die Reise angetreten habe, um eine Woche FamilienZeit in meinem Elternhaus mit meinen Eltern und eben meiner lieben Omi zu verbringen. Es war eine wunderschöne, intensive Zeit. Wir haben so viel gelacht, gespielt, geredet, einfach genossen. Wer hätte ahnen können, dass es dann doch irgendwie so schnell unwiederbringlich sein wird.

Am 21. Dezember sind wir zurück nach Dubai geflogen. Am 24. Dezember kam sie ins Krankenhaus, zu viel Wasser im Körper, wie schon so oft. Allen Ärzten hat sie noch erzählt, dass ihr einziger, großer Wunsch noch ist, uns einmal in Dubai zu besuchen. Leider wurde sie aber nicht mehr stabil. Ich habe sie noch gefragt, ob ich sie über Weihnachten einfach mitnehmen soll. Rollstuhlservice am Flughafen, Rollstuhlanmietung vor Ort, aber zur Verwunderung vieler Familienmitglieder, hat sie damals schon nein gesagt. Sie müsse erst wieder zu Kräften kommen, aber das kam sie nicht mehr.

Ich schicke ihr schon immer täglich WhatApp Sprachnachrichten, regelmäßig (fast täglich) geschmückt mit Fotos, sei es von mir, von der Sonne, vom Mittagessen, vom Hund, vom Haus, vom Garten, von den Erlebnissen…. Ich weiß, dass sie sich darüber freut. Gefreut hat. Ich habe mich so mit ihr verbunden gefühlt und ich denke, sie auch mit mir. Ich habe ihr meine alltäglichen Erlebnisse, vom Spaziergang mit dem Hund, vom Einkaufen, von Erlebnissen mit Freunden, Geschichten von den Kindern oder meinem Mann erzählt… Ich habe sie einfach an unserem Leben teilhaben lassen. Ein Stück Nähe aus der Ferne vermitteln, das war mein Ziel und mein Wunsch. Und der Omi die Langeweile austreiben, denn wenn man so alt wird, hat man nicht mehr viele Freunde um sich herum. Viele sind verstorben oder selber nicht mehr fit, um regelmäßig Besuche zu tätigen oder einfach zu tief in ihren eigenen „Angelegenheiten“ verstrickt, dass sie gar nicht darüber nachdenken, wie gut ein bisschen ZEIT einem Menschen tun kann.

Da die liebe Omi von Tag zu Tag schwächer wurde, war die Nachricht von gestern von mir erwartet… irgendwie…

Am schlimmsten hat mich die Nachricht meiner Oma getroffen, die ich am Dienstag, den 25. Januar 2022 von ihr bekommen habe: „Nun ist mein Traum von Dubai geplatzt. Ich habe mich so darauf gefreut. Nun wird es nichts mehr. Ich denke oft an euch. Hab euch von Herzen lieb. Oma Lore. Drücke die Kinder von mir“

Diese Worte haben mich so hart getroffen, weil ich weiß, wie sehr sie sich gewünscht hat, noch ein einziges Mal uns in Dubai zu besuchen.

Ich weiß aber auch, wie dankbar sie (und auch wir) von ganzem Herzen sind, dass wir so viele unbeschreiblich schöne gemeinsame Erlebnisse hatten, solch beeindruckende gemeinsame Reisen erleben durften, einfach so viel wertvolle gemeinsame Zeit miteinander verbringen konnten. Das war ein sehr großes Privileg.

Und weil meine Omi so reiselustig und neugierig war, wie ich es bin, hat sie uns immer überall besucht.

Hierbei war es ein großes Geschenk für sie, dass unser Lebensweg uns nach Amerika, nach Bayern und nach Südafrika geführt hat und wir mit ihr all diese Ziele intensiv gemeinsam bereisen konnten und die schönsten, schillerndsten Erinnerungen formen konnten. Denn ohne diese, unsere Lebensstationen hätten wir zwar Zeit zusammen verbracht, aber wir wären nie, so intensiv gemeinsam gereist und zusammen gewesen.

Somit zum Abschluss: So schwer es für mich gerade auch ist, NICHT bei der Familie in Hessen zu sein, nicht bei meiner Oma gewesen zu sein, als sie auf ihre letzte Reise gestartet ist, bin ich so unendlich dankbar für unser aktives HerumTreiberLeben und all die Möglichkeiten, die es mir/uns gegeben hat, gemeinsam diese besondere und, ich sage es noch einmal, intensive Zeit zu erleben.

Ich werde nächste Woche noch eine Reise für die Oma antreten. Ich werde nach Deutschland fliegen und ihr ein letztes Mal „Auf Wiedersehen“ sagen, wenn wir ihre Asche unter einem Baum der Erde übergeben und die Oma eins wird, mit der Erde auf der wir weiterleben werden, mit unseren gemeinsamen Erinnerungen… wird sie NIE VERGESSEN SEIN.

Und ich werde eine kleines bisschen Dubai Sand im Gepäck für sie dabeihaben…

Omi, du warst die Beste und ich habe dich unendlich lieb, für immer.

Entdecker Overload – Runde 2

Auswandern

Und wieder einmal haben wir wilde Wochen hinter uns. Es ist so lage her, dass ich hier regelmäßig etwas für euch schreiben konnte, weil schlichtweg einfach keine Zeit war.

Vom 4. bis 11. Dezember Besuch von meiner lieben Freundin aus Deutschland. Eine Woche gemeinsam EntdeckerGlück pur. Keine Zeit diese ganzen Eindrücke wirklich zu verarbeiten, denn die Schulferien stehen an und ich fliege mit den Kindern nach Deutschland. Der Hund muss in die Pension und braucht kurzfristig noch Bluttests, Hektik bricht aus, aber es geht alles gut.

Vom 13. bis 21. Dezember Besuch bei der Familie in Deutschland. Wunderschöne Familienzeit und Spaziergänge, Spaziergänge, Spaziergänge und meine liebe Schwester wird 40.

Weihnachtsfeiertage in Dubai. Unbeschreiblich schöne, entspannte Familien- und Poolzeit. Baumschmücken, Raclette, Grillen mit Freunden, Expo. Gut gehen lassen.

27. Dezember bis 4. Januar Besuch von Freunden mit Baby. Mehr Expo, VIEL Regen, Feuerwerke zu Silvester, Grillen, Chillen und Erleben.

4. Januar bis 9. Janaur Besuch von einem Freund aus Deutschland. Expo.
Gleichzeitig 4. Januar bis 20. Januar (heute) Besuch vom Schwiegervater aus Deutschland.
Erster Besuch des Schwiegervaters in Dubai mit entsprechendem Programm.
Zusätzlich noch die Kinder seit 3. Januar im FernUnterricht über Zoom, wegen Corona Fällen in der Schule.

Nach 4 Wochen Besuch am Stück, Deutschland und Weihnachten, heute mal durchatmen und wieder schreiben. Und da kommt mir wieder die geläufige Frage in den Sinn: Und was machst Du da so?

Gestern habe ich mich mit meiner Freundin, die Anfang Dezember zu Besuch war, ausgetauscht. Mir war bewusst geworden, dass ich überhaupt nie Zeit und Gelegenheit hatte, all die Eindrücke, die wir gemeinsam erleben durften, irgendwie zu verarbeiten. Wir haben zu dieser Zeit jeden Moment 100 % genossen, aber dann war der Moment weg. Der nächste Moment und somit der nächste Eindruck stand an. Und ich will mich nicht beschweren oder jammern, ich will einfach nur feststellen, dass es schade ist und war, dass manchmal gar keine Zeit zum reflektieren und in Erinnerung rufen bleibt, weil ein wundervolles Ereignis, das nächste förmlich jagt.

Ich bin sehr glücklich, über jeden tollen Moment, jede Sekunde, die ich mit all den lieben Menschen um mich herum genießen durfte. Jedes Mal bin ich gerührt und dankbar, denn es ist nicht selbstverständlich. Es ist schön, wunderschön.

Und mit dem Schreiben und Teilen von meinen Erlebnissen, rufe ich diese EntdeckerGlück Momente bewusst aus meiner Erinnerung ab und finde somit dann doch irgendwann noch die Ruhe und den Moment, diese noch einmal zu reflektieren.

Regentage Dubai

Auswandern, Startseite

Wassereinbruch – überdurchschnittlicher Durchschnitt

Also wenn man mal so im Internet stöbert, wie viele Tage es durchschnittlich in den UAE regnet, dann findet man einen Wert von 0,8 Tage pro Monat.

Das Jahr 2022 erscheint mir persönlich somit bereits jetzt als das regenreichste Jahr, drinnen wie draußen. Am 31. Dezember fing alles an. Immer wieder Regen über den Tag verteilt. Irgendwann solch heftige Regenschauer, dass wir sämtliche Polster unserer Außenmöbel sogar von der überdachten Terrasse entfernen und ins Haus schleppen müssen. Das Wohnzimmer wird zu einem ungemütlichen Matratzenlager, fast wie diese chaotischen „Kissenecken“ in den 80ern. Super nervig. Zudem haben wir genau zu dieser Zeit noch Besuch von Freunden aus Deutschland. Ein Pärchen mit einem sechs Monate alten Baby, das zum Glück noch nicht in der Lage ist, sich von der Stelle zu bewegen, denn sonst wäre das heillose Chaos im Chaos noch von Babyaktivitäten getoppt worden. Da es im Jahre 2021 eigentlich kein einziges Mal geregnet hat, muss also schnell noch die Quote erfüllt werden. Schön. Da Statistiken im Internet auch meinen, dass es meist zwei Tage im Jahre regnet, fehlt also aus 2021 ein Tag. Dieser wird wohl gleich am 1. Januar nachgeholt. Und im direkten Anschluss, am 2. und am 3. werden wohl gleich noch die Tage von 2022 angehängt.

Für unser neu erworbenes Eigenheim ist es leider auch die erste Bewährungsprobe… durchgefallen, würde ich da mal zusammenfassen. Bereits am Silvestertag gesellen sich zu Kissen und Polstertürmen im Wohnbereich noch unzählige Eimer und Handtücher im gesamten Haus verteilt. Was mit leichten Rinnsalen im Treppenhaus von der Decke startet, steigert sich zu kleinen, stetigen Wasserfällen über die ganze Nacht. Aus der Decke über dem bedachten Bereich der Haustür ist der Wasserfall Niagarafall-mäßig unterwegs… Das kleine Flachdach, welches wir über das kleine Badfenster unserer Tochter erreichen können, hat sich in einen privaten SonderPool verwandelt. Zuerst steigt unsere 11-jährige Tochter durch das Fenster gräbt und fühlt im DRECK nach dem eventuell vorhandenen Abfluss, der aber wenn vorhanden, definitiv verstopft ist. Auf dem Nachbardach kommunizieren wir mit unseren Nachbarn, die ebenfalls mit exakt gleicher Überschwemmungssituation zu kämpfen haben. Erst als mein Mann sich zirkusfähig durch das kleine Fenster schlängelt, bessert sich langsam die Situation. Mit Eimern schöpfen wir im Team (er außen, ich innen) das Wasser nun vom Dach in die Toilette unserer Tochter. Nachdem ich doch anfange, mir Gedanken zu machen, dass bei den vielen Steinen, die mit reingereicht werden, eventuell bald auch noch die Toilette verstopft und überschwemmt, kommt das Küchensieb in der Toilettenbrille zum Einsatz und so filtern das Regenwasser steinfrei. Was für eine Aktion, was für eine Sauerrei…

Am Ende der Straße läuft derweil weiteren Nachbarn die Garage voll Wasser. Dessen ebenfalls 11-jährige Sohn steht knietief in der Garage im Wasser und verkündet, dass es sogar bis in Haus läuft. Leider ist die Straße zu deren Haus hin sehr abschüssig. Da geht es uns ja noch recht gut.

Das war unser Ende 2021 und unser Start 2022. Nebenbei hatten wir aber super schöne Tage auf der Expo, tolle Stunden mit tollen Freunden, ein super harmonisches Silvester mit mehreren Feuerwerken, die wir von unserer Dachterrasse (Klimaanlagen-Außenstelle) aus genießen durften. Ab 19 Uhr gibt es stündlich ein Feuerwerk im Global Village Vergnügungspark und um Mitternacht konnten wir sogar recht gut das Feuerwerk rund um den Burj Khalifa sehen. Selbst den Abschluss des Expo Feuerwerks haben wir noch auch weiter Ferne verfolgen können.

Toller Start also, neben dem ständigen Trocknen und/oder Austauschen der Handtücher, Eimern leeren, neuen Eimer an neuen undichten Stellen platzieren und ständig auf der Hut sein, dass es weitere Wassereinbrüche gibt. Es folgten Absprachen über Verbesserungsmöglichkeiten mit den Handwerkern und darauf Taten.

Noch sind viele Zimmerdecken braun-gelblich eingefärbt vom eindringenden Wasser, aber da warten wir mal mit den anstehenden Malerarbeiten, bis dann wirklich die Regenzeit 2022 überstanden ist.

Denn gestern war Tag 4 im Monat Januar, der durchschnittlich 0,8 Tage Regen….

Beruhigend war, dass auch im „fancy-schmancy“ Trump Golf Club am Neujahrstag, die gleiche Eimer-Tücher Situation herrschte, wie bei uns zu Hause 😉