„Surreale“ Zeit.

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Es war ja super ruhig hier…

Ruhig auf meiner EntdeckerGlück Seite hier, aber in unserem Leben natürlich eher nicht ruhig, seit meinem letzten Beitrag im Januar 2026.

Wir hatten noch Besuch von meinen Eltern im Februar, haben tolle Erlebnisse zusammen gehabt, haben den 16. Geburtstag unserer Zwillinge gefeiert und dann …
War alles anders.
War alles neu.
War alles unruhig.

Und vor allem – war alles

SURREAL…

Samstagmorgen, 28. Februar 2026 – Dubai
Wochenende, wie immer, Kaffee auf der Terrasse, Frühstück. 
Sohn Verabredung mit Freunden und ich mit Tochter zum Bücherflohmarkt. 
Und dann, keine Ahnung, wie alles kam… 
Es ging alles schnell, zumindest gefühlt.
Erste Nachricht von Freunden aus Deutschland, ob wir o.k. sind.
Heiko am Flughafen in Zürich – 15:16 Uhr – kein Check-In. 
erste Berichte von Freunden aus Abu Dhabi – „Detonationen“…
15:26 Uhr – offizielle Meldung Emirates streicht alle Flüge. 

Chaos in allen möglichen WhatsApp Gruppen. 
Allgemeiner Konsens: in Innenräumen aufhalten, wenn möglich in Räumen mit wenig Fenstern in unteren Stockwerken…

Sind wir jetzt in einem Kriegsgebiet?

Auch hier bei uns in Dubai, erste „Knall“-Geräusche. 
Wir können noch nicht einschätzen, was das ist. 

Am besten auch der Sohn mit dem Taxi nach Hause – so schnell wie möglich. 
Gegen 17 Uhr kommt er an. 
Mehr „Einschläge“. Wände wackeln immer mal wieder, Fenster vibrieren. 

Die ganze Zeit Updates über die lokalen Nachrichten. 

Dann zum Glück die ausführliche Erklärung, woher die „Einschläge/Knall-Geräusche“ kommen. 
In den Nachrichten wird das Abfang/Abwehr-System des Landes detailiert erklärt, damit wir vor Ort die doch wirklich beängstigenden Geräusche verstehen können. Etwas Erleichterung in dieser surrealen Situation.

Die größte Gefahr kommt von herunterfallenden Trümmerteilen abgewehrter Bedrohungen. 

Somit ist es am sichersten im Haus. 
Dann plötzlich die Meldung Feuer auf der Palme. 
Immer wieder laute „Einschläge“ in unserer Nähe. (Die ja dann keine Einschläge, sondern „Interceptions“ sind, verbunden mit lauten „Geräuschen“ bei denen eben die Abwehr erfolgreich war.
Wir richten ein Matratzenlager im Wohnzimmer ein – Wohnzimmer leider mit riesiger Fensterfront… Was nun?
Wir decken diese mit der Gästezimmermatratze ab. Gibt Dunkelheit in der Nacht und gleichzeitig Sicherheit vor eventuellen Glassplittern…

Dann wieder Erleichterung, denn laut lokalen Medien wurde das Feuer auf der Palm Jumeirah und auch am Burj al Arab ebenfalls von solchen herabfallenden Trümmerteilen verursacht und keine direkten Angriffe auf diese Gebäude. Zum Glück.

23:45 Uhr – wir versuchen zur Ruhe zu kommen. Wir drei verunsichert – viel reden. 
Mein Mann wird erstmal in der Schweiz feststecken.
Die Erklärungen für die Geräusche noch mal besprechen. 
Ah, man soll die Fenster nicht alle komplett verschließen. Lieber leicht geöffnet – Tipp aus einer WhatsApp Gruppe.
Also nochmal Rundgang durch Haus – Fenster kippen. 

Die ganze Nacht immer mal wieder sehr laute Knalle – wackelnde Fenster. Düsenjets auch immer wieder zu hören.
Absolut SURREAL! Unbeschreiblich. 

Sind wir jetzt im Krieg gelandet?

Sonntag – Tag 2 – 1. März

00.36 Uhr gerade war ein bisschen Ruhe einkehrt in unserem Matratzenlager…
Der erste NOTFALL – ALARM auf dem Handy. 
Ein durchdringender Ton, der einem sofort das Herz bis zum Hals schlagen lässt. 
Aber was ändert es… 
Wir sind schon für uns am sichersten Ort im Haus – da bleiben wir. 

1:56 Uhr: Zwischenstand: Es wurden 137 Raketen und 209 Drohnen erfolgreich abgewehrt. 

7:57 Uhr: Ankündigung: Online Unterricht bis einschließlich Mittwoch. 
Es ist ruhiger heute…
Wir Spielen „Das Spiel des Lebens“ – wir haben ja Zeit.
Wir spielen es gleich 3x an diesem Tag.

Immer wieder hören wir Abwehrerfolge und Kampfjets fliegen…
Aber wir sind schon ruhiger. Innerlich ruhiger als gestern.

Reger Austausch mit Freunden vor Ort in Dubai und Abu Dhabi, zusätzlich immer wieder Updates über die lokalen Nachrichtenkanäle und Austausch oder Infos in WhatsApp Gruppen. Zusammenhalt.

Das Abwehrsystem wird noch näher erklärt. Langsam werden wir zu Experten der neuen Geräusche in unsere Leben.

Mehr Verständnis – mehr innere Ruhe.

Trotzdem immer mal wieder die durchdringende ALARM Meldung auf unseren Handys.
Der Puls schlägt jedes Mal schneller.

Montag – Tag 3 – 2. März

Start online Unterricht. Läuft so la la.
Adrian in der GEMS Wellington Schule bekommt mehr Aufgaben, die er alleine erledigen muss.
Coral in der Deutschen Schule hat fast durchgehend online Unterricht – mein klarer Favorit.

Kids tauschen sich immer wieder mit Freunden aus, ebenso ich. Tut gut, verbindet, beruhigt.
Heiko hängt immer noch in der Schweiz fest.

Das ganze Leben findet irgendwie rund um das WohnzimmerMatratzenlager statt – gemütlich.
Coral spielt immer wieder Saxophone – Adrian tanzt mit Kopfhörern auf den Ohren.

Wir spielen wieder zwei Runden „Spiel des Lebens“.

Immer wieder ALARM Meldungen zwischendurch.
Täglich Statistiken über die abgewehrten Bedrohungen.

Surreal.

Dienstag – Tag 4 – 3. März

News: Online Unterricht bis einschließlich Freitag verlängert.
Wir müssen mal raus.
Treffen zum Kaffeetrinken mit Freunden im Café in der Community. So schön, in der Sonne zusammen zu sitzen.
Zum Abendessen treffen mit anderen Freunden beim Italiener direkt neben an.
Super schöne Stunden – tut gut. Der Italiener hier bei uns in der Wohnanlage ist bis auf den letzten Platz VOLL. Keiner will sich weit vom Haus entfernen.

Ich mag einen Spruch der online gepostet wurde:
UAE residents right now: fully safe, fully trusting the government, fully panicken about Eid travel plans.

Denn eigentlich haben wir in 10 Tagen Frühlingsferien für zwei Wochen. Wir haben Woche Skifahren mit einer Gruppe Freunde von 13 Personen in Georgien gebucht, ab 14. März.
Anschließend wollten die kids und ich noch für 5 Nächte nach Doha/Qatar fliegen.
Flüge und Hotels sind gebucht, Ausflüge reserviert…

Heiko sitzt aber immer noch einer Schweiz fest, noch gehen nur spärlich Flüge.

Mittwoch – Tag 5 – 4. März
Ankündigung: Die Frühlingsferien werden um eine Woche vorverlegt. Start somit nicht am 14. März, sondern am 7. März.
Jetzt dann mal an die Organisation der Umbuchungen und Stornierungen, zumindest teilweise. Bei den Fluggesellschaften müssen wir auf die Stornierung von deren Seite warten. Hotels und Ausflüge Doha kann ich auf jeden Fall stornieren. Diese Reise wäre jetzt außerhalb der Ferien.
Georgien erfrage ich schon mal die Umbuchungs- und Stornobedingungen des Hotels.

Abends erstmal Weinchen mit einer Freundin auf der Terrasse.
Schlafen weiter im Matratzenlager im Wohnzimmer, immer mal wieder eine ALARM Meldung auf dem Handy. Überlegen aber, doch wieder in unsere Schlafzimmer umzuziehen.
Irgendwie alles mittlerweile NORMAL.

Donnerstag – Tag 6 – 5. März

Nachdem online Unterricht – Abbau unseres Matratzenlagers. Rückzug in die Schlafzimmer.
Fühlt sich gut an. Waren aber super gemütliche Stunden zusammen. Ich habe es genossen! Hatte etwas Besonderes!

Freitag – Tag 7 – 6. März

Heiko ist auf einem frühen Rückflug mit Emirates nach Dubai gebucht. Hoffen wir, es klappt alles.

Wenn ein ALARM auf unser Handy kommt – versammeln wir uns im Wohnzimmer.

Heiko back home!!! MEGA! Schön, ab jetzt Verantwortung zu teilen.

17:30 Uhr „Biergarten“ im benachbarten PoloClub. Ohne ALARM, mit LiveMusik und Blick auf die Lichtershow am Burj Khalifa in der Ferne. Tolles schönes Gefühl. Freunde kommen noch dazu. 21 Uhr ein letzter Absacker bei uns. 22 Uhr noch ein Alarm und dann aber Ruhe und ab ins Bett.

Nachts, haben wir beschlossen, schlafen wir einfach weiter. Es geht ja mehr darum, dass wir uns in Innenräumen aufhalten sollen und das tun wir ja sowieso, wenn wir im Bett liegen.

Samstag – Tag 8 – 7. März

Ausschlafen, Sporteln, SonneTanken im Garten, Spaziergang mit dem Hund.
Die Kids sind mit Freunden zum Eislaufen in die Dubai Mall gefahren.

Nachmittags grillen mit Freunden. So schön – so normal.

Abends, zum Glück nach dem Essen, wieder eine ALARM, alle ab ins Haus. Wir spielen Qwirkle bin in die Nacht. Einfach entspannt, lustig. Normal – tut gut.

Sonntag – Tag 9 – 8. März

Again… Ausschlafen, Sporteln, SonneTanken im Garten, Spaziergang mit dem Hund. FernsehAbend auf dem Sofa.

Montag – Tag 10 – 9. März

Ferien.
Passend dazu – gleich morgens die Streichung unseres Fluges nach Georgien. Somit können wir jetzt wenigstens die Umbuchung/Storno Planung abschließen. Wir verschieben auf einen unbestimmten, grob geschätzten Termin für die Frühjahrferien 2027. Storno – würden wir zu viel Geld verlieren.

Was aber nun? Bleiben wir die ganzen zwei Wochen zu Hause?

Frust!

Termin Reiki/Chakra Healing Sessions für die Kinder heute Mittag. War als eine Aktivität für die zwei während der verkürzten Ramadan Schulzeiten geplant. Die erste Woche wollten wir aber nicht hinfahren. Somit jetzt heute. Wir fühlen uns eh wirklich sicher und man will immer mehr Normal haben. Und Reiki und Chakra Healing kann ja in der Zeit nur guttun.

Im Wartebereich hektisches Überlegen, was wir nun mit diesen vorgezogenen Ferien anfangen unter diesen surrealen Umständen.


Kids haben für abends ein Fastenbrechen mit Freunden organisiert.
Schön, die Kinder mal wieder zusammen lachen und genießen zu sehen.

Wir beschließen dann, nach Südafrika zu fliegen, die alte Heimat.
Eine Woche Safari, einfach nur Natur, Tiere und Ruhe.
Mein Mann müsste eh eigentlich in der zweiten Woche dieser vorgezogenen Ferien nach Johannesburg ins Büro. Und wo wir die zweite Woche Online-Unterricht machen – auch egal.

Also buchen wir ganz spontan zwei Wochen Südafrika.

Donnerstag, 12. März – Abflug:

Erste Nacht in einem Hotel in Johannesburg. Nachts scheint es eine Veranstaltung zu geben, es ist irgendwie laut, auch mit Knallen…
Ich schrecke sofort hoch. Obwohl man es zu Hause gar nicht so realisiert hat, scheint im Unterbewusstsein doch eine enorme Anspannung angestaut zu sein. Schreckhaftigkeit.

Freitag, 13. März – Fahrt in den afrikanischen Busch:

Unglaublich, je weiter wir in die Natur kommen, desto mehr fällt von mir ab. Der Körper entspannt, obwohl ich vorher nie wirklich gemerkt habe, dass ich angespannt war.
Es laufen gar ein paar Tränchen des Glücks die Wange runter, als wir von der Teerstraße auf die Schotterpiste abbiegen. Es fühlt sich so gut an, so beruhigend. Unbeschreiblich schön.

Noch eine letzte Schrecksituation. In der ersten Lodge, die Häuschen liegen weit auseinander, kein Internet Empfang, kein Telefon im Chalet, die Teenager in einem Häuschen und wir Eltern im anderen. Das Camp nicht eingezäunt, deshalb darf man nachts nicht allein herumlaufen. Eines der Kinder bekommt aber nachts eine leichte Panikattacke… Das zweite Kind versucht im letzten Badezimmereck Internetempfang über die Rezeption zu erreichen und es gelingt zum Glück. Über WhatsApp können uns die Kinder erreichen und erst jetzt realisieren wir, dass es überhaupt kein Notfall-Equipment oder eine NotfallNummer im Zimmer gibt. Somit verlässt mein Mann dann doch ungenehmigt nachts im Dunkeln das Zimmer mit HandyTaschenlampe, denn auch eine Taschenlampe können wir im Zimmer nicht finden, und wir teilen uns Eltern-technisch je mit einem Kind dann auf.
Am nächsten Morgen besprechen wir das erstmal mit der Rezeption. Es wird dann umgehend dafür gesorgt, dass zumindest die Internetverbindung in den Zimmern (die von einem Blitz zerstört worden war) wieder hergestellt wird und wir eine NotfallNummer bekommen.

Nach diesem letzten Schockmoment und nervenaufreibendem Erlebnis, kehrt Ruhe ein.
Innerlich und außen.

Eine Woche Safari in zwei verschiedenen Lodgen. Es tut so gut. Ins Grüne starren, Tiere suchen, finden und beobachten und sich an der Natur erfreuen.

Anschließend noch eine Woche Johannesburg. Nach dem Online Unterricht am Morgen im Hotelzimmer, frischen ich mit den Teenagern die Erinnerungen der Kindheit wieder auf. Wir machen eine Tour durch Soweto, durch Maboneng, ins Elefanten-Waisenhaus und auf einen großen afrikanischen Markt am Hartebeesportdam und bummeln durchs Montecasino. All das, was wir früher mehr als einmal gemacht haben, aber an das sich die beiden natürlich nur aufgrund der Fotos daran erinnern konnten.

Nach zwei Wochen geht es zurück nach Hause. So schön!!

Samstag, 28. März – Back in Dubai – Juhuuu

Aber schon auf dem Weg vom Flughafen zum Haus erreicht uns wieder eine AlarmMeldung auf dem Handy.

Wir sind 6 Nächte zu Hause.

Da die Zentralen Klassenarbeiten der Deutschen Schule aber verschoben wurden, es weiter mit dem Online Unterricht geht, beschließen wir unter Tränen noch mal nach Deutschland zu fliegen.

Freitag, 3. April – auf dem Weg nach Deutschland

Wir sitzen wieder im Flieger, nur die kids und ich – auf dem Weg nach Hessen zu meinen Eltern.
3, 5 Wochen Deutschland, Online Unterricht.
Ich gehe jeden Tag super viel spazieren, raus, Natur, laufen, denn die Kinder sitzen sowieso im Unterricht, ich muss meinen Kopf frei bekommen.

An einem Wochenende fahren wir nach Saarbrücken. Eine Klassenkameradin und sehr, sehr gute Freundin der Kinder ist direkt in der ersten Woche der Angriffe ausgereist. Die Familie wollte sowieso nach den Sommerferien zurück nach Deutschland gehen und hatte dies unerwartet und traurig für die Kinder von heute auf morgen vorgezogen. Sehr viele Tränen gab es da in der ersten Woche. Kein Abschied von einer guten Freundin, einfach Trennung.
Diese Freundin besuchen die Kinder für zwei Nächte. Ich fahren sie hin und treffe mich derweil mit meiner guten Freundin übers Wochenende. Wir haben alle eine richtig tolle Zeit. Die Kinder so ein richtiges Teenager Wochenende.

Ein weiteres Wochenende treffen wir uns mit meinem Mann in Stuttgart, denn er ist geschäftlich in der Schweiz zwischendurch und wir können das gut kombinieren. Familienzeit ist ja eher rar im Moment. Wir haben eine wertvolle schöne Zeit in Stuttgart. Und dann trennen sich die Wege wieder.

Dienstag, 28. April – Heimflug nach Dubai

Und wieder am Flughafen.

Mittwoch, 29. April – Ausschlafen

Ankommen

Donnerstag, 30. April – erster Tag Schule

Seit bereits einer Woche ist die Schule wieder geöffnet, aber mit der Option online weiter am Unterricht teilzunehmen oder in der Schule zu sein.

Heute nach all der langen, langen Zeit also der erste Tag wieder für unsere Kids: Back to school. Kinder endlich wieder unter ihren Freunden. Teenagergespräche.
Ich will wieder Freunde treffen. Habe das vermisst.
Wir sind alle sehr aktiv und genießen. So schön, wieder zu Hause zu sein. Kein Alarm, keine hörbaren Abwehraktionen. Waffenruhe…

Montag, 4. Mai – Alarm

Jetzt war es fast die ganze Zeit in der wir in Deutschland waren ruhig, nur anfänglich noch Alarm und dann einfach Ruhe. Waffenruhe. Die Kinder waren jetzt zwei Tage in der Schule, Donnerstag und Freitag und heute bin ich mit Freundinnen noch mal im Global Village. Und wir sind gerade durch den Eingangsbereich im ersten Länderpavillon, Indien, Kleider shoppen, da kommt er: wieder ein Alarm. Entwarnung. Noch ein Alarm. Entwarnung. Noch ein Alarm…
O.k., wir fahren doch wieder nach Hause.
Entwarnung.
Wir sitzen alle im Wohnzimmer und quatschen. Keine Angst, keine Anspannung. Wir sind entspannt. Denn wir wissen ja, dass wir sicher sind.
Aber natürlich, war mir gleich beim ersten Alarm klar, ab Dienstag wieder Online Unterricht.
Nicht zu fassen. Wir müssen echt schon lachen.

So ein SURREALES, chaotisches, unplanbares, unruhiges Jahr hatten wir bis jetzt, wenn ich mich recht erinnere, noch nie in unserem Leben. Man könnte sich jetzt aufregen, verzweifeln, man kann es aber auch einfach hinnehmen. Ändern kann man sowieso nichts und dass wir sicher sind und gesund sind, das ist einfach nur das aller Wichtigste.
Obwohl nach all der langen Zeit, Routine auch schon mal wieder etwas wirklich Schönes wäre. Aber egal, wir leben einfach weiter im chaotischen Leben.
Freunde treffen, das Leben genießen und Dubai genießen!

Freitag, 22. Mai – 12:34 Uhr – 37 Grad – wir sitzen wieder im Auto…

… auf dem Weg zum Flughafen. Es geht wieder nach Deutschland. Wir haben schon wieder eine Woche Ferien, Eid al Adha Ferien. Ich wäre sowieso geflogen, da meine liebe Mama am 24. Mai 26 ihren 70. Geburtstag feiert. Jetzt haben wir beschlossen, alle noch mal zu fliegen.  Bisschen Geburtstag, bisschen Roadtrip. Nach dem Geburtstag erkunden wir das wunderschöne Bacharach am Rhein für eine Nacht, anschließend genießen wir die internationalen Vibes in der beeindruckenden Stadt Luxemburg für zwei Nächte, (leider nur mein Mann und ich – Kinder krank im Appartement mit Tee und Vitaminen) dann noch eine Nacht Koblenz (eigentlich ganz alleine für mich, denn jetzt alle drei krank im Hotelbett), bevor es noch eine Nacht zurück nach Hessen geht. Noch mal Familie und Freunde und dann wieder nach Hause.

Zumindest die kids und ich, denn Heiko muss wieder weiter, noch mal in die Schweiz.

Samstag, 30. Mai – zurück nach Hause – Dubai wir kommen.

Montag, Dienstag und Donnerstag dann „endlich“ die ZKs, die Zentralen Klassenarbeiten an der Deutschen Internationalen Schule Dubai, in all diesem Chaos. Die KMK, Kultusministekonferenz Deutschland, ist der Meinungen, dass diese unbedingt noch geschrieben werden müssen. Die mündlichen Abiturprüfungen stehen noch aus, die Realschüler stehen vor ihren Abschlüssen – was für ein Chaos in dieser ganzen Zeit und was für Belastungen für die Schüler. Immer wieder verschobene Termine, dann zwischendurch die Idee der KMK, dass man zu Prüfungen nach Qatar fliegen soll… von einem Kriegsgebiet ins nächste… dann die Überlegung, ob man für Reisenden die Prüfungen in deutschen Schulen in Deutschland unter Aufsicht organisieren soll, oder sollen sie ganz abgesagt werden? Es unglaublich, durch was die Schüler da durchmussten.
Aber es ist alles geschafft. Vielleicht nicht immer mit den erhofften Noten, aber geschafft ist geschafft.

Und in meinem Kopf…. In 4 Wochen, am 3. Juli fangen dann unsere zwei Monate Sommerferien schon wieder an…
Eine Woche vor dieser letzten Deutschland Reise habe ich beschlossen, den geplanten Sommerurlaub, nämlich eine Reise durch Deutschland abzusagen. Wir waren jetzt so viel in Deutschland, ich mag etwas anderes sehen und erleben. Ich brauche etwas Neues. Günstig (!) wäre auch nicht schlecht nach all den Reisen der letzten Monate… Es wäre sehr sehr wichtig!!
Also alles storniert und ein neues Ziel gesucht und gebucht.

Montag, 1. Juni – krank

Wir nervig ist das denn bitte? Jetzt sind wir endlich wieder zu Hause und jetzt hat es mich voll erwischt. Mega Erkältung, Husten, Hitzewallungen, ohne Fieber. Ich bin krank, echt krank. Ich hatte so viel geplant für die Woche, wollte so viele Freunde treffen… Alles abgesagt. Bett, Sofa, Tee… Mehr geht nicht.
Für 1,5 Wochen – schlapp, husten, schlafen.

Zwischendurch muss ich aber unbedingt noch die Reiseplanung für den Sommer abschließen, denn ich bin überhaupt kein Typ von „vor Ort organisieren“ bei Reisen. Das große, grobe Gerüst muss komplett stehen, damit ich entspannt auf Reisen gehen kann. Vielleicht liegt es daran, dass ich ja jahrelang im Reisebüro tätig war… Vielleicht aber auch einfach an der Tatsache, dass ich alleine für die komplette Reiseplanung, Organisation und Buchung zuständig bin. Ich liebe es ja auch, muss ich ja gestehen. Aber es sollte eben vor Abflug alles in meinem Kopf geplant sein, damit auch ich auf Reisen einfach entspannen kann und nicht vor Ort immer wieder Zeit mit weiterer Organisation oder Buchung verschwenden muss. Wenn ich vor Ort bin, will genießen, in den Tag leben und mich um (fast) nichts mehr kümmern müssen.

Das dann, wie gesagt, leider alles in meiner Krank-sein Woche. Immer mal wieder vom Bett an den Laptop, dann mal wieder aufs Sofa, Tee kochen, Laptop, usw…
Aber alles gebucht, erledigt, fühlt sich gut an. Noch eine Impfung die nächsten Tage, dann sollte alles soweit passen. Regenjacken auch mal gekauft 😉  

Donnerstag, 18. Juni – noch zwei 2,5 Wochen bis zu den Ferien

Heute sitze ich hier und mag jetzt wirklich meinen Blogbeitrag fertig schreiben. Lange habe ich überlegt, ob ich zu dieser Situation noch etwas schreiben soll. Aber ich hatte es schon angefangen. Warum dann nicht zu Ende bringen.

Und vielleicht fragt sich schon der ein oder andere, wie man durch so eine Zeit kommt, hier zumindest mal ein Auszug.

Und jetzt nicht mehr lange…

6 Wochen Asien. Asien ist wirklich günstig und ich bin darüber sehr positiv überrascht und weiß, es war und ist die richtige Entscheidung, auch wenn wettertechnisch nicht die beste Reisezeit ist. 6 Wochen Unterkünfte und Ausflüge kosten etwa so viel wie 2,5-3 Wochen Europa. Und dann mal ganz abgesehen von den Nebenkosten vor Ort, die sind natürlich auch weit erfreulicher als auf Europa Reisen.
Thailand und Vietnam. Beides neue Länder für uns, für mich.
Thailand 2 Wochen und Vietnam 2 Wochen – ich alleine mit den Kindern. Ich habe schon Respekt davor, eben weil alles neu für mich ist.
Wir freuen uns unbeschreiblich auf diese Reise, auf die Erlebnisse und die neuen gemeinsamen Entdeckungen. Ich bin super gespannt.

Und dann hoffe ich, dass das neue Jahr (das neue Jahr beginnt für mich nicht am 1. Januar sondern mit dem neuen Schuljahr, das dieses Jahr am 31. August startet) – das dieses Jahr kein Surreales Jahr, sondern ein ganz normales neues Jahr mit ganz viel ROUTINE und RUHE wird. Mit Routine, Harmonie, Gesundheit und Liebe und natürlich vielen magischen Momenten.

Ich bin natürlich auch froh und glücklich, über all die magischen, besonderen Momente die wir auch während dieser surrealen Zeit trotzdem erleben durften. Wir haben so unglaublich viel in dieser Zeit gelernt, so unzählige neue Erfahrungen gesammelt, die man gar nicht unbedingt sammeln wollte, so viel gesehen, so viel Zeit mit lieben, wichtigen Menschen verbringen dürfen, Zeit gehabt, alte Freundschaften auch wieder aufzufrischen. Ich bin für all das Dankbar.


Ganz besonders DANKBAR in einem Land zu Leben – der UAE, die sich so unglaublich um ihre Einwohner gekümmert und gesorgt haben und am aller wichtigsten irgendwann diese Weitsicht und Weisheit hatten in ein extrem gutes Verteidigungssystem und eine wahnsinnig zuverlässige Armee zu investieren, die uns beschützt haben, sicher gehalten haben. DANKE!  

Denke man kann sich gar nicht vorstellen, durch was für Strapazen und Belastungen die Regierung und die Armee in diesen Zeiten gegangen sein muss. DANKE.

Und jetzt mag ich noch eine Aussage von gestern von meiner lieben Nachbarin mit euch teilen. Die meinte gestern: „So, jetzt haben wir Corona erlebt, Krieg erlebt, jetzt wäre ich bereit für die Außerirdischen.“ Ich musste so lachen. Weiß aber trotzdem nicht, ob ich mir DAS für mein nächstes Jahr wünschen möchte. Es darf einfach ein ganz normales, unaufgeregtes Jahr werden. 😉