Schmugglerhäuschen…

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Casas do Contrabando – Galegos – Portugal

Von der Pousada in Evora fahren wir den wunderschönen Ort Marvao an. Wie ein Storchennest hoch oben, etwa 800 m über dem Meeresspiegel, liegt der kleine, idyllische Ort im São Mamede Gebirge, eingesäumt von einer alten starken Festungsmauer. Wir laufen oben auf der Mauer entlang, genießen wundervolle weite Blicke in die Ferne und haben Spanien ganz nah zu unseren Füßen. In der Burganlage herrscht reges Treiben, denn es steht ein Musikfestival an. Stühle, Traktoren, Menschen – Hektik. Über einen schmalen Einstieg gelangen wir über ein paar Treppen in die Zisterne. Von einer kleinen Plattform haben wir einen tollen Blick über den mittelalterlichen Wasserspeicher. Auch hier am Boden der Zisterne stehen die Stühle für die nahenden Konzerte. Sicher eine sehr besondere Atmosphäre hier unten.

Unser Ziel des Tages ist noch einige Meter weiter entfernt. Am Fuße des Berges liegt der Ort Portagem, aber für uns geht es weiter hinaus aus der Stadt, ab ins Grüne. Es wird ruhiger und grüner und verlassener und dann erreichen wir ein sehr verschlafenes kleines Dörfchen, Galegos, oder besser eine kleine Ansiedlung von Häusern… Eines davon soll unsere Unterkunft sein: die Casas do Contrabando.

Wir finden sie, klingeln und Eduardo kommt an die Tür. Wir seien ein wenig früh dran und er sei noch nicht ganz fertig mit den Zimmern… Was tun? Im Ort scheint es nichts zu geben. Also wieder zurück nach Portagem und dort ein bisschen umschauen. In einem kleinen Farmshop decken wir uns mit Tapas für den Abend ein. Ein bisschen Schinken, verschiedene Käsesorten, Oliven und Baguette und noch einige Flaschen verschiedener Biersorten von einer kleinen Brauerei in der Nähe. Im Farmshop gönnen wir uns noch einen Kaffee und ein Pastel de Nata.

Zurück bei Eduardo werden wir herzlichst erneut empfangen. Jetzt ist er ganz entspannt und ein sehr warmherziger Gastgeber. Wir fühlen uns super wohl und erfahren gleich, dass wir die einzigen Gäste für die Nacht sind.

Durch Eduardos wunderschöne, lichtdurchflutete Küche gelangen wir in den kleinen Garten mit kleinem Pool. Der Garten fällt zu einer Seite ab, im Tal fließt ein Flüsschen vorbei. Es plätschert. Herrlich. Die Kinder lesen, wir dümpeln im Pool und verkosten mit Eduardo die erste Geschmacksrichtung des Craft-Bieres der Barona Brewing Company.

Wir reden und reden. Es ist so schön, ein bisschen in die Geschichte eines Einheimischen eintauchen zu können. Eduardo hat es in Covid19 Zeiten aus dem hektischen Stadtleben aufs Land hinausgezogen. Mit sehr viel Liebe hat er das alte Casa de Contrabando, das Schmugglerhäuschen, umgebaut und erweitert. Er hat ein Händchen für schöne Details. Wie sich später rausstellt, hat er auch die vielen wundervollen Gemälde im Haus selber gemalt.

Das Häuschen ist ein Schmugglerhäusen, weil direkt hinter der Hausmauer ein einspuriger geteerter Weg zur Grenze nach Spanien führt. Die ist nur etwa 1,3 km vom Haus entfernt, somit war früher der Ort Galegos ein beliebtes Schmugglerörtchen.

Spanien so nah?

Da werden wir und die Kinder gleich hellhörig. Und somit geht es nach der Poolsession in der Abendsonne los und wir marschieren Richtung grüne Grenze. Wir kommen an einem kleinen Bauernhof vorbei mit einem kläffenden, offensichtlich aber blinden Hund, sonst nur goldenes, langes Gras, das so wunderschön in der Abendsonne leuchtet. Recht schnell sind wir dann an der Grenze. Vollkommen unspektakulär. Zwei Schritte und wir sind in Spanien. Es ist ebenso still und verlassen in dem kleinen Örtchen dort, wie in Galegos auf der portugiesischen Seite. Vor einem Haus sitzt eine Gruppe älterer Menschen auf Plastikhockern oder -stühlen. Über was sie wohl reden? Viel passieren wird hier sicherlich nicht. Wir grüßen freundlich und sorgen ganz sicher dafür, dass sie nun für die nächste halbe Stunde Gesprächsstoff haben. Vielleicht sind wir auch morgen noch Thema… Wir schnappen nur ein paar Wortfetzen auf, aber sie sprechen Spanisch. Ein Auto steht in einer Einfahrt, auch hier das E auf blauem Hintergrund mit Europasternen darüber.

Das kleine Lokal, welches wohl am Wochenende geöffnet ist, hat leider unter der Woche geschlossen. Somit machen wir uns recht bald auf den Rückweg. Ein super netter Abstecher.

Übrigens beträgt der Zeitunterschied zwischen den beiden Ländern eine Stunde. Wenn man eine Weile wartet, stellen sich tatsächlich die Uhren des Smartphones um.

Tapas

In Eduardos Küche richte ich unsere Tapas her. Er beäugt mich und ich bekomme gleich eine Einweisung in die verschiedenen Käsesorten, die wir gekauft haben und wie ich welche schneiden sollte. Auch das Schinkenschneiden übernimmt er gleich. Ich glaube, ich mache ihn ganz nervös mit meiner deutschen Art… Er richtet alles nett für uns auf Schieferplatten an und drängt darauf, dass ich draußen Platz nehme und er uns bedient. Also gut…. Er ist der Gastgeber, ich der Gast.

Wir genießen die Leckereien aus dem Farmshop und später gesellt sich Eduardo noch für einen Plausch zu uns. Wir erfahren auch endlich ein bisschen mehr über die Korkeichen. Was mich am meisten fasziniert:  Den Kork der Korkeichen kann und darf man alle neun Jahre ernten. Auf den Rinden findet man nämlich immer wieder Zahlen. Mal ausgeschriebene Jahreszahlen, mal aber auch nur eine einzige Zahl. Wir sehen danach alle Korkeichen mit ganz anderen Augen.
Der Abend klingt im Garten am Pool aus. Wir schlafen super, bei gekipptem Fenster mit dem Plätschern des Baches…

Was für eine Idylle.

Das Frühstück am nächsten Morgen ist mit viel Liebe im Garten angerichtet. Eduardo liebt es Gäste zu bewirten, das spürt man. Den Honig aus der Gegend verschlingt unserer Tochter gar, so dass zwei Mal Nachschub geholt werden muss.

Vor unserer Abfahrt reicht uns Eduardo noch ein EinmachGlas mit bunten Zettelchen. Wir sollen doch noch unseren „Spruch“ ziehen.

Nur zwei unserer vier gezogenen Sprüche:

Mein Spruch: Give without remembering and receive without forgetting.

Ich liebe ihn.

Der Spruch meiner Tochter: No one is you and that is your power.

Stark.

Die Männer der Familie ziehen portugiesische Sprüche, die uns Eduardo geduldig übersetzt.

Was für ein Aufenthalt. Von Ankunft bis Abreise rund. Rundum zum Wohlfühlen.

Eduardo begleitet uns noch zum Auto. Wir machen noch ein Gruppenfoto und verabschieden uns, wie von einem guten Freund, den wir eine Zeitlang nicht sehen werden: mit einer herzlichen, langen Umarmung.

zu Fuß nach Spanien…

Marvão

Korkeichen Portugals

Pousadas in Portugal

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3 Wochen mit dem Auto durch Portugal

Jetzt sind wir seit drei Wochen wieder in Dubai nach 7 wahnsinnig erlebnisreichen Wochen unterwegs. Nach Hause kommen ist so wunderschön, zu Hause sein und leben auch, aber wie Ihr euch sicher bei meiner Blogseite hier denken könnt, ist on the road – auf EntdeckerTour – sein ebenso schön.

In meinem Beitrag im Juli 22 habe ich euch schon von ein paar Erlebnissen von einer lang vergangenen Portugalreise erzählt. Jetzt haben wir dort angeknüpft und den Rest Portugals erkundet. In eben diesem Bericht habe ich schon einmal die Pousadas erwähnt. Damals haben wir zwar in keiner übernachtet, aber haben dieses wunderschöne alte Gemäuer entdeckt, dass heute eine Pousada ist. Ebenfalls damals haben wir uns vorgenommen, dort einmal zu übernachten. Ich nehme es vorweg: Diese Pousada lag leider nicht auf dem Weg, somit viel diese Übernachtung flach, aber ich habe einige andere wundervolle Pousadas mit in unseren Reiseplan gepackt. Jetzt rede ich immer von Pousadas und ihr fragt euch vielleicht: Was ist das überhaupt?

Für Pousadas wurden historische Gebäude, wie alte Klöster, Burgen oder Schlösser, zu Unterkünften umgebaut. Da die Gemäuer oft unter Denkmalschutz stehen, haben diese Häuser immer ein besonderes Flair und eine tolle Geschichte. In den angeschlossenen Restaurants der Pousadas werden oft die für diese Region typischen Gerichte angeboten. Also auch ein Geschmackserlebnis, wobei die Karte meist ein sehr begrenztes Angebot bietet. Auch Weine der Region werden angeboten, wenn verfügbar.

In Spanien heißen diese Art von Unterkünften „Paradores“.

Wir haben gleich in der ersten Nacht mit einer Pousada gestartet.

Pousada Castelo de Alvito

Im kleinen Örtchen Alvito im Südosten, gelegen, etwa drei Stunden vom Flughafen Lissabon entfernt, in der Region Alentejo. Das Alentejo ist die Region der Störche und Korkeichen.

„Historisches Hotelgebäude aus dem sechzehnten Jahrhundert. Diese Burg war einst der Wohnsitz eines Baron-Geschlechtes, das in königlicher Gunst stand“, so beschreibt die Pousada Homepage die Anlage.

Super herzlich werden wir hier empfangen. Die Zimmer mit Verbindungstür begeistern sofort die ganze Familie. Auf dem Weg zu unseren Zimmern fällt unser Blick durch die Fenster auf den Burg-Innenhof. Hier herrscht bereits reges Treiben in Vorbereitung auf den angekündigten Grillabend.

Nach BESTAUNEN der Zimmer; nach dem langen Sitzen am Flughafen, im Flieger und anschließend im Auto, zieht es die Kinder und uns zur Erfrischung an den Pool im Garten. Aber der Pool (Dubai-verwöhnt…) ist uns zu kalt. Somit entscheiden wir uns spontan für einen kurzen Spaziergang durch das Örtchen. Ein Miniörtchen, beherrscht von der Präsenz der Pousada. Aber ein erster Eindruck Portugals. Portugals Erde unter den Füßen, durch die Gassen schlendern… wir entdecken eine alte Kirche mit einem kleinen Vorgarten. Mehr gibt es eigentlich nicht.

Später im gemütlichen, schützenden Innenhof genießen wir unsere erste Flasche eines grünen Weines aus der Region. Urlaub. Das Essen in Buffetform ist überhaupt nicht nach unserem Geschmack, weder mögen wir Buffets, noch sind wir Fans von Grillabenden aus Chafing Dishes. Aber am Anreisetag wollten wir es so einfach wie möglich, denn in einem 2500 EinwohnerOrt ist natürlich unklar, was man an einem Samstagabend sonst noch für Alternativen hat.

Immerhin belohnt uns das Ambiente und der Wein. Wir genießen.

Die Kellner können nur sehr bedingt ein paar Worte in Englisch. Somit ist am nächsten Morgen vor der Abreise gleich mal eine kleine Spracheinführung bei der Rezeptionistin fällig.

Während die Kinder noch schlafen, ziehen wir frühmorgens wieder eine Runde durch Ort. Dieser schläft noch wunderschön ruhig. Nur auf einem Dorfplatz, fast direkt neben der Pousada, wird ein Markt aufgebaut. Vor einem Minicafé daneben sitzen bereits ein paar wenige Männer und trinken Kaffee und rauchen. Wir gesellen uns dazu. Bestellen auch zwei Kaffee, keine Zigaretten für uns, und beobachten den Markttrubel. Es wird noch aufgebaut und die Waren werden zur Schau ausgelegt. Viele Standbetreiber kommen auch ins Café und trinken noch einen Kaffee, bevor der Verkaufstag startet. Der Kaffee (Größe: Doppelter-Espresso) schmeckt köstlich, wir nehmen noch einen zweiten, bevor wir die Kinder zum Frühstück abholen. 0,80 € kostet uns ein Kaffee. Wow.

Eindrücke aus der Pousada Castelo de Alvito

Pousada Castelo de Beja oder auch Pousada de San Francisco genannt.

Etwa 40 km südlich von Alvito gelegen, in Beja

Panoramaansicht

„Die Pousada de Beja (am Gebäude außen steht heute Pousada de San Francisco) ist eine wahre Oase inmitten der Alentejo-Ebene mit einer fast 800-jährigen Geschichte. Reisen Sie zurück in vergangen Jahrhunderte in diesem herrlichen Rückzugsort in der Alentejo-Ebene.  Die Pousada de Beja befindet sich in einem alten Franziskanerkloster in der Stadt Beja im Alentejo. Die Pousada befindet sich im Stadtzentrum, nur 700 Meter von der Burg sowie 200 Meter vom Museu Rainha D. Leonor entfernt. Die Pousada ist ein majestätisches, architektonisches Werk, das die religiöse und gotische Bauweise in Portugal repräsentiert. Die 20 Zimmer befinden sich in den ehemaligen Mönchszellen“

So wird sie beschrieben auf der Pousada Homepage, unsere Unterkunft in Beja. Die Anreise führt uns an verlassenen, teils verfallenen Industriegebäuden am Ortseingang vorbei. In der gleichen Gegend fahren wir an sehr einfachen, ärmlichen, fast trostlosen Unterkünften vorbei, in heruntergekommenen, alten kleinen Häusern. Verwohnte alte Stühle oder Sessel stehen auf dem Gehweg, Wäsche hängt an den Mauern der verlassenen Fabrikmauern auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Wir fühlen uns wirklich unwohl, denn wir werden gleich, nicht weit entfernt in einem wunderschönen historischen Gebäude absteigen. Krasser Gegensatz.

Die Pousada liegt an einem großen, zentralen Platz. Auch hier noch ein herzlicher Empfang. Der Eingangsbereich erstreckt sich in einen imposanten Raum, mit enormer Deckenhöhe hinein. Ein weiterer Gang führt wenige Stufen hinab in das einladende Restaurant, in dem wir direkt einen Tisch für abends reservieren. Der Weg zu unserer Zelle führt durch eine Kapelle.

Wir packen die Badetasche und ab zum Pool. Dort lassen wir den Nachmittag ausklingen. Es sind mehrere Kinder am Pool, somit darf ruhig ein bisschen getobt werden.

Den Abend genießen wir im Gewölberestaurant. Die Kinder staunen erstmal nicht schlecht, als sie den doch üppig mit Besteck, Geschirr und Gläsern bedeckten Tisch entdecken. Natürlich machen wir uns den Spaß und bestellen dem Besteck entsprechend auch mehrere Gänge. Ein großer Spaß. Denn zum Highlight wollen die Kinder nun auch ihr Wasser aus den Weingläsern der Umgebung angepasst, stilgerecht trinken. Ein toller Abend, bei dem viel Essen hin und her getauscht wird. Denn die schwarzen Nudeln finden keinen Einklang bei dem einen, aber dafür das Fleischgericht. Somit startet ein wildes Tauschen und Probieren, als wir unsere Hauptgänge erhalten. Ein toller Familienabend.

Eindrücke der Pousada Castelo de Beja oder auch Pousada de San Francisco:

Pousada Convento de Evora in Evora

„In diesem Kloster aus dem 15. Jahrhundert sind die Spuren seiner ursprünglichen Architektur erhalten geblieben. Die Pousada Convento de Évora, die auch den Namen Pousada dos Lóios trägt, befindet sich in der Museumsstadt, die als Weltkulturerbe ausgezeichnet wurde: Évora. Die Pousada liegt zwischen der gotischen Kathedrale Évora und dem alten römischen Tempel, in der Nähe der Praça do Giraldo und des Colégio do Espírito Santo.
In dem Gebäude sind Spuren seiner ursprünglichen Architektur erhalten, z. B. die Kreuzgänge im Innenhof, die ein Ort der Ruhe und des Friedens sind und einen Außenpool sowie einen Ruhebereich beherbergen. Bei den Zimmern handelt es sich um die alten Zellen der Mönche“,
so wird Sie beschrieben unsere nächste Pousada auf der Homepage der Pousadas.

Die Lage neben dem alten römischen Tempel ist schon bei der Ankunft absolut beeindruckend. Wir haben riesen Glück und bekommen, nach Anfrage in der Rezeption, doch tatsächlich einen Parkplatz in direkter Nähe zur Pousada zugewiesen. Es war perfektes Timing, dass wir doch fast zwei Stunden vor dem offiziellen Check-In ankamen. Wir parken und schlendern dann erstmal durch die Gassen Evoras. Die Kinder sind hier ganz begeistern, weil es die dritte Unterkunft im Land ist und jetzt tatsächlich endlich auch weitere Touristen und auch die klassischen Touristenläden dazu, in den Gassen auftauchen. Überall im Angebot jegliche Produkte aus Kork: Schüsseln, Taschen, Hüte, Schmuck und vieles vieles mehr. In einer Seitengasse finden wir eine tolle Eisdiele. Es sind so viele Menschen hier in den Gassen unterwegs, überall Stühle vor den Cafés und Restaurants. Richtig Leben.

Weitere Eindrücke der Pousada Convento de Evora:

Pousada Viana do Castelo

„Einer der fantastischsten Ausblicke in ganz Portugal

Die Pousada de Viana do Castelo befindet sich auf dem Gipfel des Monte de Santa Luzia in Viana do Castelo. Durch seine erhöhte Lage und den Anmut wirkt das Hotel wie ein zusätzliches, verschönerndes Wahrzeichen der Stadt Viana do Castelo. Es bietet seinen Gästen einen der fantastischsten Ausblicke in ganz Portugal – hoch oben auf dem Berg, oberhalb der Stadt und des Rio Lima gelegen, den Atlantik und den berühmten Templo de Santa Luzia überragend, welcher, nur wenige hundert Meter vom Abhang entfernt, die Landschaft und das Panorama prägt.

Die Pousada, die aus dem Jahr 1979 stammt, ist das Ergebnis der exzellenten Restauration und Umstrukturierung des ehemaligen Hotels de Santa Luzia. Dabei wurden die charakteristischen Merkmale, die das Hotel auszeichneten, ebenso beibehalten wie die hohen Mauern aus Granit und die breiten Bogengänge.

GRÜNDE FÜR DIE WAHL:
Einhundert Jahre altes Hotel, das ein Projekt des Architekten Miguel Ventura Terra ist.
Es befindet sich auf dem Monte de Santa Luzia.
Auf dem Gipfel des Berges implantiert.“

So wird sie beschrieben – die Pousada Viano do Castelo.

Der Blick ist gigantisch schön. Der Service und die Freundlichkeit lassen doch etwas zu wünschen übrig (das müssen wir aber leider ganz krass auf fast unserer ganzen Portugalreise feststellen und ertragen. So etwas haben wir noch NIE in der Form irgendwo auf dieser Welt erlebt).

Auch die Zimmer sind ganz schön in die Jahre gekommen. Da die Pousada weit außerhalb der Stadt, sehr weit oben auf dem Berg liegt, fährt man für die Sehenswürdigkeiten, Strände oder Cafés und Restaurants eine gute Strecke hinab oder eben hinauf

Aber irgendwie versöhnt einen an diesem Ort der Blick von der Terrasse mit all dem. Ein versteckter Weg führt zum wirklich großen Pool. Auch hier kein Service, also unbedingt vielleicht Wasser und ein paar Snacks für die Kinder einpacken.
Am Morgen vor dem Frühstück werden wir noch mit einer unglaublich wunderschönen Nebelstimmung überrascht. Das ganze Tal ist verschwunden, nur wir in der Pousada und leichte Schemen des „Templo Santa Luzia“ ragen über die Nebelschwaden hinaus. Eine ganz besondere Stimmung zum Abschiedsfrühstück.

Das für euch mal ein erster Ausschnitt aus unserer beeindruckenden Portugalrundreise.

Mehr davon die nächsten Tage…

Wir waren noch im Schmugglerhäusen, sind zu Fuß nach Spanien gelaufen, haben 3D Filme in Burgen gesehen, Ruinen erkundet, eine beeindruckende Führung von einem Schüler bekommen, sind aus Porto früher abgereist und so vieles, vieles mehr…. Schaut mal wieder vorbei! Ich freu mich.

Den Frühling in Portugal genießen.

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Aufzeichnungen einer Reise im Jahre 2002. Und in nur wenigen Tagen geht es erneut auf einen Roadtrip durch Portugal. 2,5 Wochen, 13 verschiedene Unterkünfte liegen vor uns. Wir freuen uns – so wie damals.

In Erinnerungen schwelgen: Bei diesem Regenwetter Anfang März habe ich eigentlich nur noch auf den Frühling gewartet, daß die Sonne wieder vom Himmel lacht und meine Laune hebt. Da war der Gedanke nach Urlaub gar nicht so fern. Und dann dieses Angebot für Portugal, Algarve zu diesem Preis, da mußten wir natürlich nicht lange überlegen.

Einfach nur mit dem Auto durch den Frühling düsen und an sonnigen Plätzen mal ein oder zwei Cappuccino genießen. Das kann man sich eingehen lassen.

Also rein in den Flieger bei Regenwetter und raus in den Sonnenschein.

Mietwagen gleich ab Flughafen. Das Wetter ist schließlich noch nicht so sicher, daß wir eine Woche am Strand liegen wollen oder können. Außerdem möchten wir jetzt nach den langen Winterabenden auf der Couch bei Tee endlich raus an die frische Luft, auf Tour und etwas erleben…

Nach Bezug unseres Appartements lassen wir den ersten Tag mit einem Kaffee und einem guten Buch auf dem Balkon ausklingen. Immer mit der Nase Richtung Sonne.

Aber heute geht es ab ins Auto und raus in die Berge.

Wir sind in der Algarve, ganz im Süden Portugals und eigentlich nur ein kleiner Teil des Landes, aber sehr interessant. Die Mauren nannten diesen Fleck Al-Gharb (der Westen), weil diese Provinz eindeutig im äußersten Westen ihres Reiches lag. Für uns heute einfach nur der Süden mit viel Sonne, die wir jetzt genießen werden.

Unsere erste Tour führt uns Richtung spanische Grenze. Den ersten Stop legen wir in Castro Marim ein. Der wirklich kleine Ort wird von zwei großen Burgen beherrscht. Wir sind ganz alleine in den Ruinen und können in aller Ruhe diesen herrlichen Ausblick genießen. Vor den Toren Castro Marims glitzert die Sonne in den unzähligen Salzseen, die sich bis zur spanischen Grenze zu ziehen scheinen. Am Horizont sehen wir eine große Hängebrücke, die Portugal mit dem Nachbarland verbindet und bei dieser altertümlichen Stimmung eigentlich so gar nicht ins Bild paßt. Unter uns auf einem kleinen Dorfplatz können wir das Waschhaus des Ortes sehen, wo die Frauen des Dorfes zusammenkommen und die bunte Wäsche zum Trocknen in der Sonne hängt.

Das ist genau diese Art von Urlaub, die wir uns erhofft hatten, überall noch Ruhe und wenig Touristen. Sind wir ja selber…

Auf geht’s mit unserem kleinen Flitzer immer am Grenzfluß Guadiana entlang ins Landesinnere. Nie hätten wir uns diese Landschaft so saftig grün vorgestellt. Vielleicht liegt es auch an dem enormen Gewitter, das uns in der letzten Nacht lange wachgehalten hat.

Über einen kleinen Abstecher von unserer Route gelangen wir nach Mértola. Nächster Ort, nächste Burg. Mertóla liegt zwischen zwei Flüssen, was natürlich wieder von oben einen schönen Ausblick bietet. Auch hier ist wieder kaum jemand außer uns und dem Kassierer. Bei ihm zahlen wir unseren Eintritt, damit wir noch den Aussichtsturm besteigen dürfen. Er versucht uns noch zu erklären, was wir mit unserem gezahlten Eintritt zusätzlich im Ort besuchen können. Nett von ihm, aber leider können wir kein Wort Portugiesisch und er kein Wort in irgendeiner anderen Sprache. Er ist super bemüht und versucht es immer wieder.

Beim Abstieg von der Burg holt uns der Regen von der letzten Nacht ein, so daß wir nur noch durch den Ort eilen bis zum nächsten Café, in dem wir die einzigen Ausländer sind. Wir lassen uns den Cappuccino schmecken und erfreuen uns an diesem Sonntag an der Lebensfreude der Portugiesen, die egal welchen Alters alle in diesem einen Café versammelt scheinen.

Auf dem Weg zum Auto leuchten uns dann schon wieder die reifen Orangen in ihren kräftigen Farben entgegen, angestrahlt von der Sonne.

Ab jetzt werden die Straßen noch einsamer und einspurig. Rechts und links von uns liegen weite grüne Wiesen und plötzlich stehen wir mitten in einer Schafherde, die langsam die Straßenseite wechselt und wir kommen uns vor, als ob die Zeit stillsteht.

Kilometer später erwartet uns die nächste Überraschung. Damit hätte ich überhaupt nicht gerechnet: Ein großer Baum in dem vier Storchenpaare ihre Nester gebaut haben. Da bleiben wir natürlich erst einmal stehen und müssen dieses Naturschauspiel eine Weile beobachten. Wann hat man schon die Gelegenheit, gleich so viele Störche auf einmal zu sehen.

Den Abend lassen wir in einem netten Fischrestaurant irgendwo an der Küste ausklingen.

Nach einer weiteren Nacht mit Gewitter und Hagel und dementsprechend wieder wenig Schlaf starten wir am nächsten Tag in die andere Richtung. Nach den ganz östlichen zurückgelegten Metern von Portugal, wollen wir heute auf der Autobahn in den äußersten Westen des europäischen Festlandes. Bevor wir den Ausblick in Sao Vicente genießen, machen wir einen Abstecher nach Sagres. Die Beschreibung des Reiseführers hört sich vielversprechend an: „Auf den Spuren der Seefahrer.“ Der erste Eindruck, diese riesige strahlend weiße Festung, die da vor uns liegt, ist es auch: beeindruckend. Aber es ist wie der Eintritt hinter eine Fassade. Auf einem riesigen Areal steht eine Kapelle, ein anderes altes Haus, ein paar Kanonen, ein nicht gerade hübscher Leuchtturm. O.k., wir werden eine Runde über dieses steinige Stückchen Land wandern, den Wind durch unsere Haare wehen lassen und uns einfach an dem gigantischen Ausblick auf den westlichsten Zipfel, Kap Sao Vicente, erfreuen.

Viel mehr begeistert uns dann auf der Fahrt weiter die (heute: ehemalige) Pousada „Fortaleza do Beliche“. Von außen wirkt sie wie eine weitere Festung. Nur eine Mauer aus rauhem Naturstein mit einem kleinen Durchgang Richtung Meer. In dem schönen Garten mit Blick aufs Meer und einer kleinen Kapelle genießen wir die Mittagssonne und unseren Cappuccino. Nur vier Zimmer gibt es in dieser Pousada. Die Pousadas Historicas (die mir lieber sind) sind staatlich geführte Gasthäuser, die in alten Schlössern, Klöstern oder Burgen untergebracht sind. Einfach zum Träumen, mit extra viel Flair. Außerdem gibt es noch die neu gebauten Pousadas (Pousadas Regionais) die durch ihre Lage z. B. in Naturschutzgebieten auffallen.

Über kleine Küstenstraßen, mit einsamen weiten, weißen Dünenstränden, wie ich sie mir nie an der Algarve vorgestellt hätte, kommen wir über die Autobahn zurück zu unserem Appartement.

Nach der ersten ruhigen Nacht und einem köstlichen Frühstück, geht es heute wieder ganz nach Osten. Es steht die Grenzstadt Vila Real de Sto. António auf dem Programm. Laut unserem Reiseführer, eine Stadt, in die man zum Einkaufen fahren sollte. So wie es angeblich auch sehr viele Spanier machen, die extra mit der Fähre übersetzen, weil das Angebot so reichhaltig und günstig ist. Wir wissen ja, daß noch keine Saison ist, aber wo sollen diese Läden sein. In den Läden, an denen wir vorbeischlendern, ist nichts, was einen wirklich begeistern könnte. Die Mode scheint veraltet und Anglerzubehör benötigen wir nicht. Genauso wollten wir unseren Hausstand nicht mit altmodischen Handtüchern, Tischdecken oder netten Kaffeetassensets auffüllen. Da gesellen wir uns doch lieber auf dem großen, schönen Marktplatz zu den Rentnern und genießen mal wieder den blauen Himmel und das Leben, bei einem Cappuccino.

Was uns später viel mehr interessiert, als wir endlich diese uninteressante Einkaufsstraße verlassen haben und Richtung Hafen schlendern, sind die wenigen Fischerboote die gerade anlegen. Über den stillgelegten Bahnhof gelangen wir in eine Ecke, in die sich wahrscheinlich kaum ein Tourist verirrt. Wir können so ungestört den Fischern bei der Arbeit zuschauen. Der Ausflug hat sich allein deshalb schon wieder gelohnt.

Auf dem Rückweg machen wir noch einen Stop in Tavira. Der Ort ist durch einen Fluß getrennt über den sich viele Brücken spannen. Erinnert ein bißchen an Venedig (wo ich noch nie war). Die Fischstände der Markthalle mussten weichen und heute haben sich nette Cafés und kleine Geschäfte angesiedelt. Einfach nett zum Nachmittagsbummel.

Zufrieden gönnen wir uns heute noch ein paar ruhige Stunden auf unserem Balkon, auf dem anscheinend nie die Sonne untergeht. 

Unglaublich, aber schon wieder eine Nacht ohne Gewitter. Und wie jeden Morgen begrüßt uns die Sonne mit ihrem Lächeln. Danke, dafür!

Heute steht Faro auf dem Programm. Wir parken auf dem großen gebührenfreien Parkplatz Largo de Sáo Francisco. Von dort laufen wir Richtung Stadt und können es kaum glauben, wie viele Storchennester es in dieser Stadt gibt. Auf unzähligen Schornsteinen und Kirchen haben sich immer mindestens ein Storchenpaar angesiedelt. Und außer uns scheint niemand immer die Augen auf die Dächer gerichtet durch die Stadt zu laufen.

Hier kann man gut einkaufen! Es gibt eine sehr hübsch angelegte Fußgängerzone mit interessanten Geschäften, die für jeden Geschmack etwas bieten.

Zum Abschluß wollen wir noch das im Reiseführer empfohlene „hinreißende Seefahrtmuseum“ anschauen. Leider können wir es erst nicht finden und laufen die Hafengegend ewig mit unserem Stadtplan ab. Als wir endlich den kleinen unscheinbaren Eingang entdecken, hängt dort ein Schild mit den Öffnungszeiten: 14-17 Uhr. Das paßt uns trotz Urlaub nicht ganz in den Zeitplan. Es ist nämlich erst 12 Uhr und wir haben sonst eigentlich alles gesehen. So müssen wir leider auf das wahrscheinlich hinreißende Museum verzichten.

Auf zum Auto immer wieder an neuen Storchennestern vorbei und dann auf nach Olhao.

Nach langem Reden mit der Polizei über unseren Parkplatz, können wir endlich die Tour durch den Fischmarkt starten.  Der Duft ist unverkennbar. Wir sehen jede Art von großen und kleinen Fischen, bereits ausgenommen und zerlegt oder auch noch ganz am Stück. Auf uralten Waagen, lassen sowohl Junge als auch Alte ihr Abendessen abwiegen. Hätten wir keine Halbpension, würden wir hier sicher auch kaufen. Der Fisch ist wirklich frisch und die Atmosphäre einfach schön.

In der nächsten Halle, können wir an den Ständen nicht mehr nur vorbeigehen. Wir kaufen Weintrauben, Erdbeeren und eingelegte Oliven von einer netten, alten Bäuerin. Draußen auf der Hafenmauer mit Blick über den Atlantik genießen wir unsere Früchte.

Auf dem Heimweg nehmen wir wieder einen kleinen Umweg in Kauf und machen noch einen Abstecher nach Estoi. Dort soll es, laut Reiseführer, einen herrlichen, verwunschenen Palast geben. Den müssen wir sehen. Und diesmal hat er nicht zu viel versprochen. Durch ein uriges Eingangstor, gelangen wir vorbei an einem leicht verfallen Herrenhaus (für uns Herrenhaus, den Zeichen über den Türen nach, früher Pferde- und Kuhstall) an einen wirklichen Palast. Vom Brunnen aus hat man einen herrlichen Blick über einen verwilderten Garten. Im Hintergrund sind große Azulejos. Diese Fliesenbilder sind typisch für Portugal und stammen ursprünglich aus dem persischen Raum. Eine Treppe führt vor ein großes Eisentor, das den Eingang in einen weiteren Garten versperrt, aber den Blick auf den wirklich verwunschenen rosa Palast freigibt. Das ist mit das Schönste, was wir bis jetzt gesehen haben. Die Stadt Faro hat dieses Anwesen aufgekauft und es wurde 2009 dort eine weitere Pousada eröffnet. Das wird uns bestimmt eine weitere Reise an die Algarve wert sein. Besonders, weil die Lage perfekt ist: In der Mitte der Algarve. Wir verbringen noch viele, viele Minuten einfach nur mit Staunen und Genießen.

Ab nach Albufeira, dem Trubel- und Touristenort im Sommer. Aber jetzt, nichts von alle dem. Wir genießen die Ruhe, schlendern durch die Gassen, haben einen wunderbaren Blick auf diese typische Felsküste der Algarve, die es auch am Strand von Albufeira gibt. Eine Familie tummelt sich tatsächlich schon im Meer. Das ist uns noch zu kalt. Wir bevorzugen mal wieder ein Café auf dem Marktplatz und bestellen uns den täglichen Cappuccino.

Und danach wieder ab in die Berge. Über Paderne, Portela geht es nach Alte. Dieser wirklich typisch kleine, weiße Ort schmiegt sich an die Berge. Wir bummeln durch die Gassen immer Ausschau haltend nach den berühmten Quellen, die es hier geben soll. Wir finden sie mal wieder nicht. Erst auf der Weiterfahrt, kommt uns ein Hinweisschild entgegen. Die Quellen können uns überhaupt nicht begeistert. Es gibt viele Picknickplätze und Snackbars und Restaurants. Aber schön ist es hier nicht wirklich. Also lieber wieder auf die Straße und durch die Natur zurück über Loulé, der letzte Punkt auf unserem heutigen Programm. Diese Stadt zieht uns auch sofort in ihren Bann. In der Markthalle können wir an den frischen Erdbeeren natürlich wieder nicht vorbeigehen. Die Stadt lebt, es sind viele junge Leute unterwegs und wir genießen erneut einfach nur die Atmosphäre, während wir durch die Gassen laufen.

Wir können nicht genug bekommen und wollen auch noch die letzte Pousada in dieser Region besuchen. Eine von dem Typ „Regionais“. Diese liegt bei Sao Bras de Alportel. Nach mal wieder ewigem Suchen werden wir fündig und enttäuscht. Ein großer, weißer Kasten. Der Blick ganz nett, aber nichts Besonderes. Nein, dann lieber wieder zurück auf unseren Balkon und in Ruhe die letzten Sonnenstrahlen genießen, bevor wir morgen wieder unsere Heimreise antreten. Aber wir sind super erholt, haben viel gesehen, die Sonne und das Leben genossen.

Kurz: Wir sind zufrieden mit der Welt und Portugal, wir kommen sicher einmal wieder.

Falls Ihr euch wundert, warum und wie ich solch alte Geschichten im Moment ausgrabe: Ich habe zu unserer Zeit in Würzburg eine Fernschulung für „Journalistisches Schreiben“ gemacht, über ein Jahr lang. Und in dieser Zeit musste ich hierfür doch einige Arbeiten erstellen und somit liegen all diese Geschichten fertig auf meinem Laptop rum… Zum Teilen mit euch. Zum Erinnern für mich.