Entdecker Overload – Runde 2

Auswandern

Und wieder einmal haben wir wilde Wochen hinter uns. Es ist so lage her, dass ich hier regelmäßig etwas für euch schreiben konnte, weil schlichtweg einfach keine Zeit war.

Vom 4. bis 11. Dezember Besuch von meiner lieben Freundin aus Deutschland. Eine Woche gemeinsam EntdeckerGlück pur. Keine Zeit diese ganzen Eindrücke wirklich zu verarbeiten, denn die Schulferien stehen an und ich fliege mit den Kindern nach Deutschland. Der Hund muss in die Pension und braucht kurzfristig noch Bluttests, Hektik bricht aus, aber es geht alles gut.

Vom 13. bis 21. Dezember Besuch bei der Familie in Deutschland. Wunderschöne Familienzeit und Spaziergänge, Spaziergänge, Spaziergänge und meine liebe Schwester wird 40.

Weihnachtsfeiertage in Dubai. Unbeschreiblich schöne, entspannte Familien- und Poolzeit. Baumschmücken, Raclette, Grillen mit Freunden, Expo. Gut gehen lassen.

27. Dezember bis 4. Januar Besuch von Freunden mit Baby. Mehr Expo, VIEL Regen, Feuerwerke zu Silvester, Grillen, Chillen und Erleben.

4. Januar bis 9. Janaur Besuch von einem Freund aus Deutschland. Expo.
Gleichzeitig 4. Januar bis 20. Januar (heute) Besuch vom Schwiegervater aus Deutschland.
Erster Besuch des Schwiegervaters in Dubai mit entsprechendem Programm.
Zusätzlich noch die Kinder seit 3. Januar im FernUnterricht über Zoom, wegen Corona Fällen in der Schule.

Nach 4 Wochen Besuch am Stück, Deutschland und Weihnachten, heute mal durchatmen und wieder schreiben. Und da kommt mir wieder die geläufige Frage in den Sinn: Und was machst Du da so?

Gestern habe ich mich mit meiner Freundin, die Anfang Dezember zu Besuch war, ausgetauscht. Mir war bewusst geworden, dass ich überhaupt nie Zeit und Gelegenheit hatte, all die Eindrücke, die wir gemeinsam erleben durften, irgendwie zu verarbeiten. Wir haben zu dieser Zeit jeden Moment 100 % genossen, aber dann war der Moment weg. Der nächste Moment und somit der nächste Eindruck stand an. Und ich will mich nicht beschweren oder jammern, ich will einfach nur feststellen, dass es schade ist und war, dass manchmal gar keine Zeit zum reflektieren und in Erinnerung rufen bleibt, weil ein wundervolles Ereignis, das nächste förmlich jagt.

Ich bin sehr glücklich, über jeden tollen Moment, jede Sekunde, die ich mit all den lieben Menschen um mich herum genießen durfte. Jedes Mal bin ich gerührt und dankbar, denn es ist nicht selbstverständlich. Es ist schön, wunderschön.

Und mit dem Schreiben und Teilen von meinen Erlebnissen, rufe ich diese EntdeckerGlück Momente bewusst aus meiner Erinnerung ab und finde somit dann doch irgendwann noch die Ruhe und den Moment, diese noch einmal zu reflektieren.

Regentage Dubai

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Wassereinbruch – überdurchschnittlicher Durchschnitt

Also wenn man mal so im Internet stöbert, wie viele Tage es durchschnittlich in den UAE regnet, dann findet man einen Wert von 0,8 Tage pro Monat.

Das Jahr 2022 erscheint mir persönlich somit bereits jetzt als das regenreichste Jahr, drinnen wie draußen. Am 31. Dezember fing alles an. Immer wieder Regen über den Tag verteilt. Irgendwann solch heftige Regenschauer, dass wir sämtliche Polster unserer Außenmöbel sogar von der überdachten Terrasse entfernen und ins Haus schleppen müssen. Das Wohnzimmer wird zu einem ungemütlichen Matratzenlager, fast wie diese chaotischen „Kissenecken“ in den 80ern. Super nervig. Zudem haben wir genau zu dieser Zeit noch Besuch von Freunden aus Deutschland. Ein Pärchen mit einem sechs Monate alten Baby, das zum Glück noch nicht in der Lage ist, sich von der Stelle zu bewegen, denn sonst wäre das heillose Chaos im Chaos noch von Babyaktivitäten getoppt worden. Da es im Jahre 2021 eigentlich kein einziges Mal geregnet hat, muss also schnell noch die Quote erfüllt werden. Schön. Da Statistiken im Internet auch meinen, dass es meist zwei Tage im Jahre regnet, fehlt also aus 2021 ein Tag. Dieser wird wohl gleich am 1. Januar nachgeholt. Und im direkten Anschluss, am 2. und am 3. werden wohl gleich noch die Tage von 2022 angehängt.

Für unser neu erworbenes Eigenheim ist es leider auch die erste Bewährungsprobe… durchgefallen, würde ich da mal zusammenfassen. Bereits am Silvestertag gesellen sich zu Kissen und Polstertürmen im Wohnbereich noch unzählige Eimer und Handtücher im gesamten Haus verteilt. Was mit leichten Rinnsalen im Treppenhaus von der Decke startet, steigert sich zu kleinen, stetigen Wasserfällen über die ganze Nacht. Aus der Decke über dem bedachten Bereich der Haustür ist der Wasserfall Niagarafall-mäßig unterwegs… Das kleine Flachdach, welches wir über das kleine Badfenster unserer Tochter erreichen können, hat sich in einen privaten SonderPool verwandelt. Zuerst steigt unsere 11-jährige Tochter durch das Fenster gräbt und fühlt im DRECK nach dem eventuell vorhandenen Abfluss, der aber wenn vorhanden, definitiv verstopft ist. Auf dem Nachbardach kommunizieren wir mit unseren Nachbarn, die ebenfalls mit exakt gleicher Überschwemmungssituation zu kämpfen haben. Erst als mein Mann sich zirkusfähig durch das kleine Fenster schlängelt, bessert sich langsam die Situation. Mit Eimern schöpfen wir im Team (er außen, ich innen) das Wasser nun vom Dach in die Toilette unserer Tochter. Nachdem ich doch anfange, mir Gedanken zu machen, dass bei den vielen Steinen, die mit reingereicht werden, eventuell bald auch noch die Toilette verstopft und überschwemmt, kommt das Küchensieb in der Toilettenbrille zum Einsatz und so filtern das Regenwasser steinfrei. Was für eine Aktion, was für eine Sauerrei…

Am Ende der Straße läuft derweil weiteren Nachbarn die Garage voll Wasser. Dessen ebenfalls 11-jährige Sohn steht knietief in der Garage im Wasser und verkündet, dass es sogar bis in Haus läuft. Leider ist die Straße zu deren Haus hin sehr abschüssig. Da geht es uns ja noch recht gut.

Das war unser Ende 2021 und unser Start 2022. Nebenbei hatten wir aber super schöne Tage auf der Expo, tolle Stunden mit tollen Freunden, ein super harmonisches Silvester mit mehreren Feuerwerken, die wir von unserer Dachterrasse (Klimaanlagen-Außenstelle) aus genießen durften. Ab 19 Uhr gibt es stündlich ein Feuerwerk im Global Village Vergnügungspark und um Mitternacht konnten wir sogar recht gut das Feuerwerk rund um den Burj Khalifa sehen. Selbst den Abschluss des Expo Feuerwerks haben wir noch auch weiter Ferne verfolgen können.

Toller Start also, neben dem ständigen Trocknen und/oder Austauschen der Handtücher, Eimern leeren, neuen Eimer an neuen undichten Stellen platzieren und ständig auf der Hut sein, dass es weitere Wassereinbrüche gibt. Es folgten Absprachen über Verbesserungsmöglichkeiten mit den Handwerkern und darauf Taten.

Noch sind viele Zimmerdecken braun-gelblich eingefärbt vom eindringenden Wasser, aber da warten wir mal mit den anstehenden Malerarbeiten, bis dann wirklich die Regenzeit 2022 überstanden ist.

Denn gestern war Tag 4 im Monat Januar, der durchschnittlich 0,8 Tage Regen….

Beruhigend war, dass auch im „fancy-schmancy“ Trump Golf Club am Neujahrstag, die gleiche Eimer-Tücher Situation herrschte, wie bei uns zu Hause 😉

Permits…

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Move in Permit – Move out Permit

Um in eine Wohnanlage (hier: Compound) einziehen zu können oder auch ausziehen zu können, muss man eine Genehmigung beantragen.

Bei dem ersten Einzug ins gemietete Haus hier, hat uns zum Glück die Maklerin darauf hingewiesen. Wir hatten allerdings einen sehr, sehr großen Container, einen 40 ft high cube, eigentlich den größten, den es für solch einen Übersee-Umzug gibt. Genau dies hatten wir bei Beantragung der Genehmigung nicht angegeben, weil wir es einfach nicht wussten. Somit gab es eine kleine, zum Glück sehr „nette“ Diskussion mit dem Sicherheitspersonal, aber das Problem konnte gelöst werden.

Nachdem wir beim Online-Portal und der App des Compound Betreibers registriert waren, konnten wir sehr einfach und schnell mit zwei Klicks die Move-Out Permit beantragen und erhielten die Bestätigung bereits kurze Zeit später. Unser Umzug sollte oder besser musste an einem Freitag und Samstag über die Bühne gehen, denn die Zeit drängte ja. Die Baustelle auf der einen Seite war nicht wirklich fertig und das gemietete Haus musste aber am Sonntag besenrein übergeben werden. Es gab noch ein paar viele Acrylfarbflecken auf dem Zimmerboden unserer Tochter mit Verdünnung zu entfernen und die ein oder andere Wand musste auch noch gestrichen werden. Da ich diese Genehmigung für Freitag und Samstag so einfach erhalten hatte, habe ich mir überhaupt nicht weiter darüber Gedanken gemacht, dass eventuell im neuen Compound ein Einzug am Freitag gar nicht möglich sein könnte.

Ich versuchte verzweifelt, die Genehmigung über die Online-Plattform zu erhalten. Da scheiterte ich allerdings bereits an der Registrierung…  Im Büro, das ich darauf hin aufsuchte, erhielt ich eine E-Mail-Adresse, an die ich mich wenden sollte. Aber auch hier keine Antwort. Es folgten weitere Besuche im Büro, bis ich durch Zufall auf die Büroleitung stieß. Diese half mir freundlichste und wir konnten schlussendlich einen Tag später das Problem soweit lösen, dass ich zumindest die Genehmigung in der Hand hielt, diese allerdings mit dem breit aufgedruckten Zusatz: Freitag kein Ein- oder Auszug. (obwohl mir das die Büroleitung bereits zugesichert hatte) Zum Glück konnte ich schlussendlich noch eine E-Mail von Ihr ergattern, in der Sie es mir freundlicherweise noch einmal schriftlich zusagt.

Am Umzugstag war der Umzugsleiter dann allerdings so skeptisch, dass ich beschloss, vorab zum Sicherheitsgate zu fahren mit meiner Genehmigung und der E-Mail, um mir dort vom „diensthabenden“ Personal bestätigen zu lassen, dass die beiden LKWs auch wirklich Einlass gewährt bekämen. Diese zusätzliche Fahrt dorthin hat sich gelohnt, denn es war nicht so einfach, wie gedacht. Es wurde der Sicherheitschef angerufen, der mit einem Kollegen dann extra zum entsprechenden Gate kam. Und nur mit ein paar sehr, sehr netten Worten und einer gemeinsamen Besichtigung des Innenhofes rund um unser Haus, bekam ich dann die Garantie, dass es klappen würde. Sehr, sehr nett die beiden Herren und schlussendlich folgen diese auch nur den Vorschriften.

Es lief somit alles sehr reibungslos, aber lieber einmal mehr vergewissern, absichern und an die entsprechenden Genehmigungen frühzeitig einholen.

Umzug – 14,2 km Entfernung

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Nach dem letzten, großen Umzug von 6030 km von Nandlstadt, Bayern nach Dubai, UAE erschien dieser Umzug von nur 14,2 km ein Klacks. Und so war es auch. Inwieweit man natürlich immer von einem Klacks bei einem Umzug und dem damit verbundenen Chaos über mehrere Tage, Wochen reden kann. Denn bis wieder alles seinen richtigen Ort am neuen Platz findet – das dauert…. Wir haben ja wirklich schon viel Übung

von den Eltern nach Freising – eins

von Freising nach Biedenkopf – zwei

von Biedenkopf nach Würzburg – drei

von Würzburg – nach Regensburg in eine Wohnung – vier

von der Wohnung in Regensburg in ein Haus – fünf

von Regensburg nach Milwaukee, USA – 1. Wohnung – sechs

von der 1. In die 2. Wohnung in Milwaukee – sieben

von Milwaukee nach Johannesburg, Südafrika (1. Haus) – acht

vom 1. Haus ins 2. Haus in Johannesburg – neun

von Johannesburg nach Nandlstadt, Bayern – zehn

vom gemieteten Haus in Bayern ins Eigenheim in Nandlstadt – elf

von Nandlstadt nach Dubai, UAE – zwölf

vom gemieteten Haus in Dubai in Eigenheit in Dubai – dreizehn

Trotz all der Übung, ist ein Umzug immer anstrengend, die Organisation drumherum, das Einleben, das Ordnung schaffen, das Einleben, die Infrastruktur drum herum wieder aufbauen usw. usw. Die Liste ist unendlich. Und jeder der das schon mal durchhat, weiß wovon ich spreche.

Den ein oder anderen Umzug haben wir mit sehr lieben, fleißigen Freunden gemanagt. Dieses Mal aber haben wir uns ein Umzugsunternehmen gegönnt. Einfach zu viel Umzug über die letzten Jahre und der vorletzte mit den fleißigsten Helfern das größte Desaster, denn sowohl mein Mann und ich KRANK und somit kurzfristig kurz nach Umzugsstart komplett ausgeknockt.

Dieses Mal also ein einfacher Umzug mit einem lokalen Umzugsunternehmen. Glückgriff und Volltreffer. Super Team, extrem schnell und zuverlässig.

Das Team rückte gar mit einem ganzen TeamBus an. Wie in einem Ameisenhaufen ging es bei uns zu und innerhalb kürzester Zeit, kurz nach meinem ersten Kaffee am Morgen war bereits das komplette obere Stockwerk verpackt. Wir staunten nicht schlecht.

Und wer hätte es gedacht? Bereits am ersten Abend war das neue Haus soweit eingerichtet, dass wir alle in einigermaßen fertigen Zimmern in den eigenen vier Wänden nächtigen konnten. Unglaublich. Wir hätten das nie gedacht.

Der nächste Tag, pünktlichste gestartet, verlief ebenso schnell und reibungslos und am Nachmittag war alles im Haus an einem Platz. Das vieles später wohl am falschen Platz sein sollte, war mehr der Tatsache geschuldet, dass die Räumlichkeiten im neuen Haus leicht umorganisiert wurden und noch werden… Aber es wird. Jeden Tag ein kleines Stück weiter.

Somit war der Umzug am Samstagabend fertig und am Sonntag konnten die Handwerker wieder weitermachen, denn die waren ja leider noch nicht fertig. Was aber auch nicht anders zu erwarten gewesen war.

Wir sind am 12. November im neuen Haus gewesen und langsam werden die Handwerker Besuche seltener. Es sei denn, wie gestern, dass unerwartet irgendwo Wasser aus der Wand quillt….

Fazit: Umzug, Dank tollem, professionellem Umzugsunternehmen perfekt über die Bühne gebracht. Und jetzt erstmal, hoffentlich, LANGE kein Umzug  mehr in Sicht, sondern einfach nur genießen, leben und gutgehen lassen.

Haustür, Fenster und Löcher in Wänden…

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Etwas, das uns von Anfang an nicht an unserem Hauses gefallen hat, waren die Fenster und Türen. Da alle Scheiben von außen dunkel „verspiegelt“ sind, fällt relativ wenig Tageslicht in die tollen Räume. Nach der Schlüsselübergabe und dem ersten wirklich vertraut werden mit den eigenen vier Wänden, kam uns sehr schnell die Idee, die Fenster im Wohnbereich direkt austauschen zu lassen, zwei der vier Fenster zu verbinden und eine große Schiebetür einzusetzen, sodass wir richtig viel Licht, Luft und Leichtigkeit in den Raum bekommen. Der Bauleiter, der am nächsten Morgen mit unserem doch nicht allzu kleinen Extraauftrag konfrontiert wurde, legte sich erst einmal für zwei Minuten schweigend, leicht blass um die Nase, mitten in eben diesem noch dunklen Wohnbereich auf den Boden… O.k., dieser Zusatz für die sowieso schon sehr knapp bemessenen 11 Tage Umbauphase, war keine Kleinigkeit. Ich half ihm ein bisschen zurück auf die Beine, in dem ich beteuerte, dass ich mich um die Beschaffung und Einbau der Fenster- und Türlieferanten kümmern würde. Somit auch für mich spontan eine große Herausforderung. Am nächsten Morgen erstmal ab ins Internet, dann ab ins Auto. Klinken putzen. Größte Überraschung bei dieser Tour, in welchen versteckten Industrie-„Hinterhöfen“ sich diese Anbieter befinden. Super spannend, kann ich euch nur sagen!! Da das Auffinden viel länger dauerte, als gedacht, habe ich nur zwei Anbieter abklappern können. Der erste machte einen guten Eindruck, war aber in keinster Weise auf wirkliche Besucher vor Ort eingestellt. Nichts desto trotz aber super freundlich und bereits ein Tag später war der verantwortliche Verkäufer bei mir vor Ort, drei Stunden später hatte ich das Angebot. Der zweite Verkäufer, mit dem ich telefonisch in dem etwas hübscheren Verkaufsraum nur telefonisch verbunden wurde, meldete sich nie wieder bei mir.

(Wenn also jemand wirklich glaubt, Dubai sei überall nur Glanz, Glamour und Luxus… – hier geht alles und hier gibt es alles.)

Somit fiel die Wahl ganz gezwungen spontan auf den einen Anbieter. Da aber sowohl die Qualität der Rahmen und Fenster im „Showroom“, als auch die Ausführungen des Verkäufers im persönlichen Gespräch ganz nach unseren Vorstellungen verlaufen war, war das keine schwierige Entscheidung. Zudem importiert die Firma ihre UPVC Profile auch noch aus Deutschland.

Nicht ganz so spontan und schnell ließ sich die Wand davon überzeugen, dass sie Raum für Licht geben sollte. Es waren so viele Stahlstreben in der Wand verarbeitet, dass es unbeschreiblich viel Lärm und Staub für die Nachbarn hieß. Ich fühlte mich so schlecht, dass ich zu beiden direkten Nachbarn je mit einem großen Blumenstrauß UND eine sehr großen Leckerli-Packung eines bekannten deutschen Süßwarenherstellers erneute Klinken putze. Was für eine Freude bei den Nachbarn über die nette Geste und was für eine Freude bei mir über die netten Nachbarn. Ich war regelrecht beflügelt von diesem Gefühl. Denn in unserem Mietshaus zuvor kannten wir seit einem Jahr keine einzige Person in unserer kompletten Nachbarschaft.

Neben der großen Fensterfront tauschten wir ebenfalls die Badfenster in den drei Bädern aus, die sowieso gerichtet werden mussten.

Gerade just in diesem Moment sitze ich hier und bekomme heute auch noch meine neue Haustüre.

Welche Freude, damit nun gleich noch das Maximum an Lichteinfall geschaffen zu haben.

Bei Einzug waren zwar die Fensterrahmen alle eingesetzt und die Schiebetür verschließbar, allerdings kam das Glas nicht rechtzeitig… und wir mussten mehrere Tage mit verbarrikadierten Fensterrahmen leben, die somit natürlich erstmal jeglichen kleinsten Lichteinfall verhinderten.

Das Fenster im unteren Bad war gar für mehrere Tage sowohl ohne Rahmen, als auch ohne Verbarrikatierung, da die Fliesenleger noch die begehbare Dusche rund um das neue Fenster fliesen und verfugen mussten. Zum Glück wohnen wir jetzt in Dubai und ich habe mir wirklich keine Gedanken gemacht, dass jemand hier nachts einsteigen könnte.

Aber, was soll ich sagen. Jetzt haben wir einen wunderschönen lichtdurchfluteten Wohnbereich und in etwa zwei Stunden auch noch einen ebenso lichtdurchfluteten Eingangsbereich. Wunderschön.

Nachteil: Wir sind jetzt so begeistert von den neuen Fenstern, dass sicher im Laufe des nächsten Jahres noch das ein oder andere weitere ausgetauscht werden wird.

Auch der Bauleiter ist total begeistert von dem Anbieter und die beiden arbeiten mittlerweile auch sehr innig zusammen… Ich sollte da mal nach Provision fragen.

Schließlich war ich auf Fenster- und Türenjagd in düsteren Hinterhöfen unterwegs 😉

Zur Erklärung: Wir wollten keine Metalltür in günstig (hier am häufigsten im Angebot, eben auch im China Markt – Dragon Mart. Oder in verschiedenen anderen sehr schmucken Show-Räumen von internationalen Anbietern. Wir wollten auch keine Holztür, sondern hatten uns auf UPVC entschieden. Da wir sowohl in Deutschland, als auch damals in Südafrika solche Türen hatten uns sehr, sehr zufrieden waren. Und für UPVC gibt es nicht ganz so viele Anbieter.

Vorher:

Während den Bauarbeiten:

Nachher:

Bad Renovierungen        

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Wasser marsch…

Wir hatten das große Glück, dass das Bad im Elternschlafzimmer bereits komplett renoviert worden war, vor gar nicht allzu langer Zeit und dies auch sehr geschmackvoll. Leider waren die beiden Bäder der Kinder in einem schlechten Zustand. Die Toiletten schrecklich, die Aufbauten hinter den Toiletten in einem sehr littichen Zustand. Littich…? Wohl „hessisch“ für eine wirklich schwache Ausführung; eben einen schlechten Zustand. Die mit Folie überzogenen Waschtische mit Waschbecken durchweicht im unteren Bereich, die Folie lose an allen Ecken und Enden und die Fenster schlossen auch nicht wirklich richtig

Des Weiteren war im unteren Bereich ein „Powder Room“, darüber habe ich im Artikel „Haussuche“ bereits berichtet. Daneben liegt die „Study“ (ebenfalls im Artikel Haussuche zu finden), die von uns zum Gästezimmer umfunktioniert werden sollte. Somit brauchte aber dieser Powder Room, der nun als Badezimmer für Gäste fungieren soll, auch eine Dusche und eine generelle Überholung und auch hier ein neues Fenster und eine Tür! Große Pläne also schon für 11 Tage…. (neben all den anderen Ideen, die wir für die 11 Tage entwickelt hatten)

Für die Fenster habe ich eine Lösung gefunden, davon die Tage mehr. Den Rest übernahmen die fleißigen Arbeiter, die zu Hauf das Haus belebten. Ich habe Stunden im Dragon Mart, einem Chinesischen Alleshändler Riesenmarkt, verbracht, um Toiletten, Waschtische, Armaturen usw. usw. zu wählen, zu bestellen und natürlich zu zahlen. Es lief alles Hand in Hand.

Keines der Bäder war dann leider beim Einzug komplett fertig, aber kurze Zeit später zumindest zwei davon.

Wobei dann ein Bad wieder stillgelegt wurde, nachdem dann das untere Gästebad fertig angeschlossen war, denn bei der Abnahme gab es eine Überraschung. Ich habe mit dem Bauleiter und dem „Übersetzer“ die Anschlüsse der Armaturen überprüft. Wasser marsch. Und leider kam das Wasser nicht nur aus den Hähnen, Brausen und Köpfen, sondern auch aus einem „Gartenschlauch“, der über der Dusche aus der Decke baumelte… Das erklärte dann eventuell auch, warum in dem darüber liegenden Bad am Abend zuvor kein Wasser mehr lief. Somit wurde dann wieder das obere Bad auseinandergenommen…. Tief durchatmen, am Besten mal kurz meditieren und bloß nicht aufregen. Es wurden wieder Fliesen rausgerissen, die Toilette abgeschraubt und somit zog erneut, in dem so frisch geputzten Bad, CHAOS und Dreck ein. 1,5 Tage später waren beide Bäder wieder funktionsfertig und das Problem gelöst. Endlich.

Jetzt musste nur das Gästebad noch verputzt werden und die Tür gesetzt werden. Auch das ist jetzt soweit fertig. Fehlt noch das Licht, der Spjegel und die Reinigung und ein paar Kleinteile…

Die Bäder strahlen in einem neuen Glanz, es macht uns wirklich glücklich und wir sind froh, uns zur Erneuerung durchgerungen zu haben.

Sprachbarrieren: In den Kinderbädern ist es fast unmöglich einen Toilettenpapier-Halter anzubringen. Denn auf der einen Seite ist die gläserne Duschwand und auf der anderen Seite der nagelneue Waschtisch… Leider hatte ich bereits die Wandhalter gekauft, weil ich das Problem vorher nicht erkannt hatte. So waren die Arbeiter eifrig dabei mir Handtuchhalter anzubringen und eben auch die Halter. In den Kinderbädern war ich ratlos und erklärte in einfachstem Englisch (meiner Meinung nach) die Halter sollen NICHT angebracht werden, ich würde mich am nächsten Tag entscheiden. „NOT today, will decide/will tell you TOMORROW“. Mit entsprechenden abwinkenden Handzeichen… Ich war keine zwei Minuten aus dem Bad, da höre ich die Bohrmaschine…. Somit haben wir jetzt zwei Löcher an nicht vorgesehener Stelle in den neuen Fliesen, die „professionell“ wieder zugespachtelt wurden, nachdem aus meinem Wutanfall offensichtlich klar zu verstehen war, dass wohl etwas falsch gelaufen war….

Schlüsselübergabe und UmBauBeginn

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Am 1. November 2021 haben wir ihn dann in den Händen: unseren Schlüssel für´s Eigenheim.

Und damit noch gleich eine große Ladung ORGANISATION an der Backe. Von Arbeit kann ich nicht reden, denn in diesem Falle werden wir arbeiten lassen. Viele, die bei unserem letzten Umbau (2018) so fleißig mitgeholfen haben, können unsere Entscheidung nur zu gut verstehen. Zudem haben wir natürlich hier nicht das super fleißige Freunde-Backup von ganz besonderen Wichteln, die uns in Nandlstadt so unbeschreiblich toll unterstützt haben. Also lassen wir jetzt arbeiten. Ich habe durch eine Empfehlung einer Freundin einen top Umbauleiter gefunden. Duncan. Ohne ihn und sein Team hätten wir nie den groben Umbau in 11 Tagen geschafft. Denn nur 11 Tage lagen zwischen Schlüsselübergabe und Einzug. Unser Mietvertrag im alten Haus lief zum 14. November aus, also musste gezwungenermaßen der Umzug am 12. Und 13. November über die Bühne gehen. Und wir haben es geschafft. Mit kleinen und größeren offenen Baustellen, aber so einer Grundlage im Eigenheim, dass man dort wohnen kann. Zwar war nur ein Bad ganz fertig, aber das ist wohl eher ein Luxusproblem, wenn nur eines von vier Bädern frei ist. Fast lächerlich, darüber zu reden, aber leider war halt trotzdem nach Einzug Staub und Bauarbeiter im ganzen Haus auf meinem Tagesordnungspunkt.

Es ist nicht das erste Haus, welches wir gekauft und umgebaut haben, bzw. umbauen lassen haben.

Interessant ist, dass man hier nur minimalistisch mit den Bauarbeitern kommunizieren kann, denn die wenigsten können ausreichend Englisch. Ich bin mittlerweile umbautechnisch mit einem sehr guten, umfangreichen Vokabular ausgestattet, nach diversen Baustellen 😉, eben auch in Südafrika. Dort allerdings, war es überhaupt kein Problem mit allen Bauarbeitern fließend zu kommunizieren. Vielmehr habe ich so viele Vokabeln rund um das Thema Hausbau gelernt. Hier in Dubai muss man eigentlich immer warten, bis der „Mittelmann“ wieder vorbeischaut, um den Arbeitern die Arbeiten oder Anliegen zu erklären. Schon gewöhnungsbedürftig.

Aber heute ist der 24. November und ich kann nur sagen, der Großteil ist jetzt endlich geschafft. Die gröbsten Arbeiten im HausInneren abgeschlossen. Nur noch Kleinigkeiten und etwas Außenbereich steht noch an. Und natürlich das finale Dekorieren und Verräumen… Das wird sicher noch eine ganze Weile dauern, aber ich lasse mir jetzt auch Zeit, denn die 11 Tage Umbau (neben Besuch aus Deutschland und Schulalltag) waren wirklich hart. Und wenn täglich um die 20-24 Arbeiter auf der Baustelle rumwuseln… Hut ab.

Entdecker Overload

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… heute Expo.

Mein letzter Eintrag hier ist über einen Monat her. Die Zeit ist seitdem nur so verflogen. Totaler Overload an Eindrücken und Erlebnissen. Unglaublich.

Expo, Expo, Expo; 2x Besuch aus Deutschland, Herbstferien mit mehr Expo, Wandern in den Hatta Bergen, Umbau, Umbau, Umbau – Umzug, mehr Umbau, Umbau… Nebenbei natürlich Klassenarbeiten, Hausaufgaben, Musikunterricht usw. usw.

KRASS, kann ich euch nur sagen. Alles super schön, überwältigend, aber natürlich auch M E G A anstrengend.

Wo soll ich anfangen?

Erstmal zur Expo – ongoing SUPER WOW Erlebnisse.

Wir waren bereits über 10x auf dem Expo Gelände. Die Saison Family Karte hat sich also auf jeden Fall gelohnt. Trotz der vielen Besuche haben wir noch lange nicht alle Pavillons gesehen. Wir nehmen uns aber auch wirklich Zeit, zu verweilen, denn meiner Meinung nach haben wir früh genug mit unseren Besuchen angefangen und werden es auf jeden Fall bis Ende März schaffen, hoffentlich alle besucht zu haben. Bei den Besuchen schwebt man förmlich von einer WOW Wolke zur nächsten. Es ist unglaublich, was sich die Länder alles haben einfallen lassen. Manche bestechen alleine durch die Architektur, andere durch die Interaktionen oder Installationen. Es ist unbeschreiblich, was man dort alles erleben kann. „RIESEN“ im Mobility Pavillon, Bällebaden im Deutschen Pavillon, Schwäbisch essen im Baden-Württemberg Haus, absolute Faszination über mehrere Etagen im Marrokko Gebäude, Glitzerwelt rund um Pakistan, Stahlstehlen Installation der besonderen Art in Bahrain, Wärme und Herzlichkeit in Nigeria, Hängematten über Wasser in Brasilien, WOW in Spanien, Waffeln und WOW in den Niederlanden, Schneeflocken in der Tschechei, grünes Haus in Singapor usw usw. Für unzählige Eindrücke gerne auf meinem Instagram Account vorbeischauen.

Und das Unglaubliche ja, solch eine harmonische, weltverbindende Massenveranstaltung (mit Maskenpflicht) zu Zeiten, in denen die Welt z.B. in Deutschland wieder Corona-verrückt spielt.

Ich bin einfach froh, dass ich meine erste Expo hier mit meiner Familie erleben und genießen kann in vollen Zügen. Und ihr könnt sicher sein, bis Ende März, ist unser Fokus weiterhin SO OFT WIE MÖGLICH EXPO!

Braunfels für 20 Stunden

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Hessen – Lahn-Dill-Kreis

Meine Oma feiert ihren 89. Geburtstag im August 2021. Zu meiner und ihrer Freude, fällt dieser Tag in unseren, ab jetzt alljährlichen, Sommer-Langzeit-Aufenthalt. Meine Oma liebt das Reisen, sie findet darin wahrscheinlich das EntdeckerGlück genauso wie ich. Ich habe auch schon einige tolle Touren mit ihr gemacht. Wir waren schon zu 10 Tage mit dem Mietwagen auf Mallorca unterwegs und haben eine Woche Flusskreuzfahrt in Frankreich genossen. Sie hat uns auch mehrmals für je zwei Wochen in Südafrika besucht. Einmal sogar ganz alleine mit Anfang 80, mit ihrer sieben Jahre jüngeren Schwester. Auch in Milwaukee, USA hat sie uns besucht.

Zu ihrem 89. kam mir somit natürlich die Idee, ihr eine Übernachtung mit mir und den Kindern in einem Hotel zu schenken. Die Wahl fiel auf das Schlosshotel in Braunfels.

Die Lage des Hotels war ungeahnt perfekt, auf Höhe der Altstadt, so dass es für meine Oma kein Problem war, mit dem Rollator die Stadt mit uns zu Fuß zu erkunden. Die Altstadt befindet sich auf dem Hügel rund um den Schlossberg, während die nicht so schöne Neustadt im Tal liegt. Der Luftkurort im nördlichen Taunus hat wirklich eine gut erhaltene und gepflegte kleine Fachwerkaltstadt rund um den historischen Marktplatz. Wir laufen einige der kleinen, verwinkelten Gassen ab und schreiten durch alte Stadttore. Danach braucht Oma eine kleine Pause. Während meine Tochter mit ihrer Uroma auf dem Marktplatz auf einer Bank ein Schwätzchen hält, machen mein Sohn und ich uns auf den kurzen Weg zum Schloss. Durch ein großes, rotes hölzernes Fall-Tor betreten wir die Schlossanlage. Beeindruckend führt uns ein breiter Treppengang weiter hinauf zum Schlosshof. Im Hof tummeln sich schon Besucher, die auf eine Führung warten. Wir aber entschließen uns, nur das Museum zu besuchen. An einem Drehkreuz zahlen wir je drei Euro und können uns dann selber „einlassen“. Das Museum ist beeindruckend. Waffen, Münzen, Kleidung, Schmuck, Uniformen, Siegel, Glas, Orden und vieles, vieles mehr. Immer weiter reihen sich die verschiedenen Räume aneinander. Super spannend, kurzweilig und auch mein 11-jähriger Sohn ist begeistert.

Geschichtlich beladen machen wir uns wieder auf den Weg zum Marktplatz. Kaffee und Eiscreme steht als nächstes auf dem Programm.

Damit sind wir gestärkt und spazieren noch ein wenig durch den Kurpark Herrengarten. Dieser Terrassengarten wurde bereits im 17. Jahrhundert angelegt. Die Kinder rennen und toben, die Oma und ich schlendern gemütlich hinterher. Am meisten begeistert mich ein wirklich großer Mammutbaum, der mich sofort an einen Besuch des Sequoia Nationalparks in den USA erinnert.

Direkt hinter dem Herrengarten kommen wir durch einen schmalen Gang wieder auf den Hof unseres Hotels. Genug gelaufen. Das Hotel hat einen wunderschönen Aufenthaltsraum mit vielen Gesellschaftsspielen und einer Selbstbedienungs-Bar auf Vertrauensbasis. Wir haben das Glück, dass wir an einem Montag in Braunfels sind und weil die Restaurants in Braunfels montags geschlossen haben, bietet das Hotel nur an diesem Wochentag (momentan) abends ein Essen für seine Gäste an. Draußen regnet es mittlerweile, wir sind viel gelaufen, hatten einen super schönen Tag und viel frische Luft und genießen das Verweilen in toller Umgebung.

Wir lernen Kniffel Duell kennen, das unerwartet viel Spaß macht, spielen unzählige Runden Qwixx, eines meiner Lieblingsspiele und werden zur Krönung noch mit einer köstlichen Suppe verwöhnt.

Später ziehen wir uns in unsere königlichen Gemächer im Schlosshotel zurück und schlafen zufrieden ein.

In dem wunderschönen Raum, in dem wir den Abend haben ausklingen lassen, starten wir den nächsten Tag mit klingenden Tassen mit köstlichem Kaffee.

Fazit: Braunfels lohnt sich auf jeden Fall für eine Nacht. Bei mehreren Übernachtungen würde man dann anfangen, die Umgebung zu erkunden oder zu erwandern.

Für meine Oma, die UrOma meiner Kinder:

Oma, es war ein so schöner Ausflug mit Dir, so wie all unsere gemeinsame Zeit immer und überall. Ich freue mich jetzt schon RIESIG, wenn Du uns im Februar in Dubai besuchen kommst.
Du bist die Beste – ich hab dich lieb. Pass gut auf dich auf.

Strohblume…

Diese kleine gelbe Blüte durfte ich Dank meiner Oma, in Braunfels kennenlernen. Sie fühlt sich komplett KÜNSTLICH anfühlt. Unser Sohn, konnte gar nicht glauben, dass sie echt ist. Man lernt nie aus. Eine „StrohBlume“ – im wahrsten Sinne des Wortes. Über solche kleinen Entdeckungen kann ich mich ja riesig freuen.

Kopenhagen für ein Wochenende

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Novemberausflug mit meiner ältesten Freundin. Früher schoben wir zwei unseren Kinderwagen zusammen durch das hessische Hinterland, jetzt ziehen wir unsere Koffer gemeinsam Richtung Bahn, die uns in die Stadt zu unserem Hotel bringen wird. Wir machen einen Mädels Ausflug. An einem Wochenende im November fliegen wir von zwei unterschiedlichen deutschen Flughäfen in die Hauptstadt Dänemarks, Kopenhagen. In meinen drei Jahren in Milwaukee, USA, war eine meiner besten Freundinnen Dänin. Ich habe damals viele ihrer wirklich offenen, netten Familienmitglieder kennengelernt, schon einiges über Sitten und Gebräuche erfahren – u.a., dass die Dänen gerne Smørrebrød essen, eigentlich nur ein Butterbrot, aber daraus wurde schon in Milwaukee ein Hype gemacht. Ich freute mich also sehr darauf, dieses Land, besser diese Stadt, dessen Menschen ich schon lieben gelernt hatte, kennenzulernen.

Die Lage unseres Hotels direkt am Rathausplatz, in der Nähe des Tivoli ist perfekt für unser Erkundungswochenende. Ebenfalls toll, der Empfang des netten Rezeptionisten und der direkte Hinweis auf die Bar neben der Rezeption, an der wir uns jederzeit kostenlos unsere Wasserflaschen auffüllen lassen können. Ein einfaches und kleines Extra, aber in einer doch recht teuren Stadt – Gold (Geld) wert.

Nur kurz Koffer ins Zimmer und dann los. Erstes Carlsberg Bier zum Mittagessen serviert von einer gutgelaunten Bedienung im Zalt. Erste Überraschung, die doch erstaunlichen Preise vor Ort. Aber das trübt unsere Stimmung kein bisschen, genauso wenig wie das trübe, kühle Wetter. Wir lassen uns einfach ohne Ziel durch die Gassen treiben, die Stadt auf uns wirken, ohne Ziel und ohne Plan. Immer wieder kommen wir zum Wasser, überqueren Brücken jeder Größe, bestaunen bunte Schiffe und machen viel zu viele Fotos von denselben. Immer wieder stoßen wir auf Plätze mit kleinen Weihnachtsmärkten und immer wieder gönnen wir uns einen Glühwein, um uns auch von innen zu wärmen. Die Mützen unserer Jacken tief ins Gesicht gezogen, denn es weht ein wirklich kalter, feuchter Wind. Am Nachmittag wollen wir eigentlich noch den Weg zur Kleinen Meerjungfrau finden. Vorbei an der beeindruckenden Frederiks Kirche und am Design Museum laufen wir Richtung Kastell und stoßen wieder auf Wasser. Nicht mehr weit bis zur Meerjungfrau. Aber kurz zuvor stoßen wir auf etwas, das uns magisch anzieht. Toldboden.

Wir verlieben uns sofort in diese Location. Untergebracht in einer alten Industriehalle mit Blick aufs Wasser im Bezirk Nordre Toldbod. Kuschelig warm, sitzen wir auf Kunstfellen an langen Tischen auf rustikalen Holzbänken. Die Tische mit Kerzenlicht geschmückt. Es ist einfach ein wunderschöner Ort. Somit verweilen wir auch spontan viel länger als geplant, genießen köstliches Essen und den ein oder anderen Drink. Aber geplant hatten wir ja eigentlich nur, dass wir Zeit miteinander verbringen wollen… Die bronzene Meerjungfrau sitzt seit 1913 auf ihrem Stein und wird auch morgen noch dort sitzen. Wobei das ja nicht ganz stimmt. Das Original wird angeblich an einem geheimen Ort aufbewahrt. Hier sitzt eine Kopie des Entwurfes, aber auch die sitzt seit 1913 dort.

Durch windige Gassen schlendern wir zurück zum Hotel.

Den nächsten Morgen starten wir mit der Hop-on Hop-off Bustour. Aus der Bustour wird sehr schnell eine Bootsfahrt, im Ticketpreis inklusive. Diese wird leider der totale Reinfall, denn da es draußen kontinuierlich regnet, bringen die vielen Menschen, die sich ins Trockene des Bootes flüchten, so viel Feuchtigkeit mit hinein, dass die Fenster und das Glasdach komplett beschlagen und wir wirklich nichts mehr von Kopenhagen sehen können. Wir machen das Beste daraus. Etwa eine Stunde lang quatschen wir, lachen uns schlapp über die skurrile Situation, lauschen schon gar nicht mehr den Erzählungen über die Lautsprecher, die wir sowieso nicht mehr verstehen können, denn das ganze Boot ist in großes Geschnatter verfallen. Wir verlassen nur einmal unseren Sitzplatz und wagen uns für ein paar Minuten in die nasse Kälte am Heck des Schiffes. Irgendwie war es dann doch ein lustiges Erlebnis, aber nicht empfehlenswert. Ziemlich lange warten wir auf den nächsten Tourbus. Nächster Ausstieg für uns: die Ice-Bar. Obwohl die Temperaturen eh schon sehr kühl sind, es leicht nieselt, wagen wir es. Am Eingang lassen wir uns zusätzlich zu unseren Winterjacken auch noch in Spezial-Capes packen und dann geht es durch eine Kälteschleuse in die Bar aus Eis. Wie kleine Kinder freuen wir uns über das Erlebnis – alles aus EIS. Tische, Bänke, Wände, Theke… wieder entstehen viel zu viele Fotos, weil wir so begeistert sind. Aber nach gut 40 Minuten dringt die Kälte dann auch durch das Cape und die Winterjacke an den Körper. Zeit, uns wieder auf den Weg zu machen. Nicht weit entfernt finden wir ein nettes Eck-Café mit einem Tisch am Fenster. „Det Elektriske Hjørne“ – die elektrische Ecke. Zwei heiße, köstliche Kaffees bringen die innere Wärme zurück. Das Leben pulsiert hier bereits am frühen Nachmittag und fast fällt es uns schwer, weiter auf Erkundungstour zu gehen.

Nächstes Ziel sind die wundervollen Gärten des Schloss Rosenborg. Natürlich fehlt hier im November die bunte Blütenpracht, aber auch der graue Himmel mit der beeindruckenden, grünen Hecken-Schnittkunst sind sehenswert. Die Kronjuwelen, die wir Schoss bei einer Führung besichtigen könnten, müssen auf einen nächsten Besuch von uns warten. Wir wollen noch die Wachablösung im Hofe des Schlosses Amalienborg sehen. Da wir etwas früh dran sind und beide wasserverliebt, machen wir noch einen kurzen Abstecher durch den Amalienhaven, einen kleinen Park nicht weit vom Schloss entfernt, ans Ufer. Und wie es der Zufall so will, steht eine hübsche, blaue Ape mit Aufschrift Kaffe-Drønet dort und wartet auf uns. Unsere kalten Füße geben uns eindeutig zu verstehen, dass wir ein heißes Getränk dringend benötigen, um den Marsch der Garde zu verfolgen.

Und dann marschieren sie nach langem Warten endlich. Viele Schaulustige drängen sich auf den Platz, laute Befehle schallen immer mal wieder über den Platz, Stiefelgeklapper, WachHerren mit überdimensionalen PuschelHüten wechseln Positionen… Aber mal ehrlich, es gibt Spannenderes.

Körper und Geist absolut unter Kontrolle schaffen wir heute den Weg vorbei am Toldboden, dem Zollhaus, Richtung Meerjungfrau. Auch hier, viele Menschen und die Frau viel kleiner, als ich erwartet hatte. Aber gut, es heißt ja auch die KLEINE Meerjungfrau. Wir versuchen ein paar Fotos ohne die Menschenmassen zu ergattern. Einige Asiaten klettern fast rüber auf den Felsen, immer der Gefahr ausgesetzt, entweder in das eiskalte Wasser zu fallen oder zumindest nasse Füße zu bekommen. Zu viel Trubel hier, weiter geht´s. Wir wollen nämlich noch das Kastell erkunden. Die Zitadelle stammt aus dem 17. Jahrhundert und auf den Hügeln weht leider der Wind mit gefühlt 17 Knoten. Die Kälte drängt schon ganz bald durch unsere dicken Winterjacken und Schuhe, aber es geht nicht mehr. Zu kalt die frische Brise. Und ganz ohne können wir heute doch nicht… Toldboden ist so nah und lockt uns wieder. Nur kurz aufwärmen, stärken und dann aber wirklich weiter. Aber nein, auch heute bleiben wir einfach sitzen, lassen den Abend ausklingen und genießen. Es ist schließlich unser letzter Abend.

Wir haben so viele tolle Eindrücke gesammelt, eine wunderschöne gemeinsame Zeit erlebt, einige Gelegenheiten für wirklich längst überfällige Gespräche gefunden und leider vergessen, Smørrebrød zu essen. Das bedeutet wohl, ich muss noch einmal wiederkommen.