iSimangaliso – Teil 3

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St. Lucia

Es geht weiter. Neuer Tag, neues Ziel. Ziel ist das eigentliche Hauptgebiet des iSimangaloso Wetland Parks. Im Ort St. Lucia haben wir uns in ein Guesthouse eingemietet. Den Ort erreichen wir über eine große Brücke, die einen Fluß überquert. Wir erspähen hier schon bei der Anfahrt große Nilpferdgruppen.

Nach einem ausgedehnten köstlichen Mittagessen im touristisch gut erschlossenen Ort, begeben wir uns auf eine Bootsfahrt. Graue Wolken hängen über uns, es ist nicht kalt, aber es könnte auch jederzeit anfangen zu regnen. Wir haben Glück, in jeglicher Hinsicht. Kein Regen und sehr, sehr viele Nilpferd Begegnungen. Große und Kleinere, im Wasser und am Ufer, mit weit aufgesperrten Mäulern und immer wieder auch die verschiedensten Vögel, u.a. imposante Seeadler, auf die uns der Guide aufmerksam macht. Es ist ein wunderschönes Erlebnis, den Nilpferden doch so nah zu sein, in ihrem Element, dem Wasser.

In unserer Reet-gedeckten Hütte kochen wir uns Spaghetti mit Tomatensoße, bereiten einen frischen Salat und genießen eine wohlschmeckende Flasche Südafrikanischen Rotwein. Der Tag könnte nicht schöner enden.

Den nächsten Tag geht es durch Naturschutzgebiete, den iSimangaliso Wetland Park, weiter Richtung Süden. Ziel ist die Ingwenya Lodge in St. Lucia. Wir begegnen Nyalas und Nashörnern, und treffen immer wieder auf Wasser. Wilde Ufer mit Stegen, Schwimmen Verboten Schildern und Warnung vor Krokodilen. Der Himmel ist immer noch stark bewölkt, aber es bleibt weitgehend trocken. Irgendwie passt das Wetter zum feuchten Wetland Park. Zu unserer rechten Seite durchziehen immer wieder Seen die Landschaft und zur linken erstreckt sich der indische Ozean. Am Mission Rock klettern wir auf den Felsen umher und am Cape Vidal haben wir die Füße im Sand. Die Brandung tobt laut und der Wind schüttelt uns ganz schön durch. Kalt ist es nicht wirklich, aber doch irgendwie ungemütlich.

Der iSimangaliso ist ein Wort aus der Sprache der Zulu und bedeutet so etwas wie ein Wunder, wunderlich. Wir sind nicht mehr verwundert, wir sind verzaubert von der wilden, weiten Natur.

Den Tag beschließen wir in einem der vielen Restaurants in St. Lucia und gehen früh ins Bett.

Wir könnten noch viele weitere Tage in dieser Umgebung verbringen, aber der Alltag ruft und wir müssen zurück. Am nächsten Tag treten wir früh den langen Rückweg nach Johannesburg an. Etwa 600 km liegen vor uns und eventuell wieder die ein oder andere Baustelle…

Erinnerungen aus unserer Südafrika Zeit.

Eindrücke der Rückreise:

iSimangaliso – Teil 2

Rund um Afrika

Sodwana Bay

Am nächsten Morgen machen wir uns auf den Weg nach Sodwana Bay. Die Sandpisten von gestern haben uns gefallen und so wählen wir spontan die Route durch den „Coastal Forest“. Auf abwechslungsreichen, einspurigen Sandpisten, geht es durch tiefsten Wald. Die Spur ist so eng, dass immer wieder Äste unser Auto streifen, sowohl von oben, als auch auf der Seite. Gegenverkehr, den wir zum Glück nicht oft haben, fordert Fahrergeschick. Einer muss meist rückwärtsfahren, bis man eine Ausweichmöglichkeit gefunden hat, nicht immer einfach auf der engen Piste. Unser Motto: Der Weg ist das Ziel. Wir lassen uns durch nichts aus der Ruhe bringen. Uns wird ein wunderbarer Blick auf Lake Sibhaya geboten, dem größten Frischwasser See Südafrika, in dem sich gerade eine Herde Kühe bei einem Bad erfrischt.

Wir müssen noch ein letztes Stück auf geteerter Straße fahren, bevor wir unsere Unterkunft, die Sodwana Bay Lodge, erreichen. Sodwana Bay ist bekannt für seine Tauchgründe im Indischen Ozean. Aber wir bleiben an Land. Mit Etienne, unserem Quad-Bike-Führer, begeben wir uns erneut auf wilde Fahrt über Sandpisten, weit abgeschieden von der Zivilisation. Mit ihm fahren wir durch unberührte Natur über Hinterwege erneut an das Ufer des Lake Sibhaya. Etienne ist erst seit sechs Monaten hier. Er ist Priester und will hier eine Gemeinde aufbauen. „Ich bin Gottes Ruf gefolgt“, erzählt er uns. Um momentan sein Leben zu finanzieren, begleitet er auf geführten Quad Touren die Reisenden zu Zielen in der Region. Mit ihm entdecken wir in einer Seitenbucht des Sees wieder ein Nilpferd. Über weite, ebene Sandpisten fahren wir dahin, den frischen Fahrtwind im Gesicht. Hin und wieder begegnen uns Kuhherden, sonst sehen wir keine Menschenseele. Am Ufer angekommen, ist Etienne der erste, der in die Fluten springt. Den Staub der Tour herunterwaschen und das kühlende Nass genießen. Wir folgen ihm sofort, aber erst nachdem wir dann doch noch einmal die Krokodil- und Nilpferdfrage geklärt haben. Etienne bestätigt uns mehrmals, dass das Wasser absolut rein ist. So rein, dass er auch gleich seine Wasserflasche mit Seewasser füllt. Wir bleiben dann doch lieber bei unserem Mineralwasser. Auf der einen Seite des Ufers erheben sich grünbewachsene Berge, denken wir. Etienne erklärt uns, dass dies alles bewachsene Sanddünen sind und direkt dahinter, ganz nah, der indische Ozean liegt. Die Dünen sind bis zu 168 m hoch, erzählt er.

In der Nachmittagssonne geht es den gleichen Weg zurück nach Sodwana Bay. Fast drei Stunden waren wir unterwegs und es war einfach herrlich.

Duschen und schnell Abendessen, bevor der Höhepunkt des Tages ansteht. Ob die Quad-Tour noch zu toppen ist? Von November bis etwa Februar kommen nachts Meeresschildkröten in Sodwana Bay an den Strand, der den nördlichen Teil des iSimangaliso Weltland Park bildet, um dort ihre Eier abzulegen.

Unser Führer für heute Abend erwartet uns mit einem offenen Safari-Allrad-Fahrzeug. Sein Name ist Jabulani, was uns natürlich sofort an den offiziellen Ball der WM-Fußballmeisterschaft erinnert. Jabulani ist Zulu und bedeutet frei übersetzt so viel wie „be happy“, sei glücklich, erklärt uns Jabulani auf meine Nachfrage. Wir begeben uns Richtung Strand. Jabulani muss uns am Wachhäuschen einschreiben. Keiner kommt mit seinem eigenen PKW an den Strand. Schildkröten-Touren gibt es nur geführt mit ausgebildeten Führern. Der Vollmond steht schon am Himmel und taucht das rauschende Meer in eine mystische Stimmung. Dank des Lichtes des Mondes können wir sehr weit schauen. Es dauert nicht lange und Jabulani kann uns schon Spuren einer Schildkröte im Sand zeigen. Diesen ersten Spuren nach, muss die Schildkröte eine beachtliche Größe haben. Schon wenige Kilometer weiter, treffen wir auf eine zweite Gruppe, die bereits um eine Schildkröte herumstehen. Laut Jabulani kommen die Weibchen bei der Eiablage so in Extase, dass sie nichts um sich herum wahrnehmen. Wir sind zu sechts in unserem Jeep und die zweite Gruppe besteht aus weiteren sechs Personen. Mir scheint das zu viel und alles ist sehr unruhig. Ich habe andauernd das Gefühl, dass so viele Menschen vielleicht doch die Schildkröte stören. Der Führer der zweiten Gruppe beginnt dann auch noch, während des Eierlege-Aktes, die Schildkröte zu vermessen. So schön dieses Naturschauspiel anzuschauen ist, ich entferne mich, weil es mich traurig stimmt, dass wir so in die Natur „eingreifen“.

Nach nur acht Eiern, ist Schluss. Das Weibchen pudelt das Gelege geduldig und gründlich mit Sand ein. Ganz geschickt, um Nesträuber zu verwirren, täuscht sie an einer etwa einen Meter entfernten Stelle ein erneutes Nest vor. Wie clever die Natur ist. Dann macht sie sich auf den Weg zurück ins Wasser. Die Weibchen kehren zur Eiablage an den Strand zurück, an dem sie selber das Licht der Welt erblickten. Jabulani sagt, dass nur sehr, sehr wenige Babyschildkröten überlegen werden. Viele Eier werden, z.B. von Krabben, bereits aus dem Nest gestohlen und verzehrt, trotz Vortäuschmanöver.

Wir fahren weiter, die zweite Gruppe verweilt für eine flüssige Erfrischung, was mir ganz recht ist. Ich wünsche mir wieder Abstand und Einsamkeit, soweit das natürlich mit sechs weiteren Personen im Auto möglich ist.

Es dauert nicht lange und Jabulani entdeckt bereits die zweite Schildkröte aus dem Meer kommen. Er sagt, wir haben riesen Glück, den Tag zuvor, hat die Gruppe nur eine Schildkröte gesehen.

Unsere zweite Kandidatin sehen wir aus dem Meer steigen. Dank Vollmond können wir auch aus dem Auto beobachten, wie sie die ideale Stelle für die Eiablage sorgfältig aussucht. Wir verharren im Auto und sind alle ganz still, obwohl der rauschende Ozean sicher alle Gespräche übertönen würde.

Nach einiger Zeit verläßt Jabulani das Auto und schleicht sich an das Weibchen heran. Ganz leise, ganz langsam. Er will sicher sein, dass sie bereits mit dem Buddeln fertig ist und möchte herausfinden, in welche Richtung der Kopf zeigt. Wir dürfen uns dann zusammen mit ihm von hinten der Schildkröte nähern. Und dann geht es auch schon los, die Loggerhead Schildkröte (unechte Karettschildkröte) legt los. Ein Ei nach dem anderen fällt in die Grube. Die Eier sind rund und haben die Größe von Tischtennisbällen. Immer drei, vier fallen schnell hintereinander. Wir zählen 84 Eier. Jabulani erklärt uns, dass die Loggerhead Schildkröte generell um die 80 Eier legt. Da die vorherige Eiablage nach acht Eiern abgebrochen wurde, ist dies ein klares Zeichen, dass sich das Weibchen gestört gefühlt hat, für mich.

Während die Eier in das Nest fallen, ist es uns gestattet, von der Hinteransicht Fotos auch mit Blitz zu machen. Sobald die Eiablage beendet ist, müssen wir das Fotografieren einstellen. Schweigend beobachten wir das Bemühen, die Eier gut mit Sand zu bedecken und anschließend die Spuren zu verwischen. Zufrieden macht sich die Mutter dann wieder auf in die Fluten. Wir folgen ihr mit unseren Blicken so lange, bis sie in den Wellen verschwindet. Etwa eine Stunde dauert dieses ganze stille, schweigende Schauspiel. Wir sind alle so fasziniert und gerührt, dass wir dieses besondere Naturereignis erleben durften. Sehr ergreifend. Applaus wäre jetzt das richtige im Theater, aber hier, genießen und danken wir schweigend.

Es ist schon fast 23 Uhr und wir begeben uns langsam auf den Rückweg. Wir haben sicher 40-50 km am Strand zurückgelegt. Auf dem Rückweg machen wir dann noch eine glückliche Entdeckung. Eine weitere Schildkröte kommt an Land. Dieses Exemplar ist noch einmal größer als die beiden vorherigen, wir sind sprachlos. Jabulani erklärt uns, dass es sich hierbei um eine Leatherback – eine Lederschildkröte handelt. Sie ist die größte lebende Schildkröten Art. Ihre „Spannweite“ ist beeindruckend. Sie braucht erheblich länger, bis sie den richtigen Platz zur Eiablage gefunden hat. Langsam geht es auf 1 Uhr zu und auch wenn wir wollten, könnten wir nicht noch eine weitere Stunde hier verharren. Die Flut kommt und wir müssen uns auf den Rückweg machen. Immer noch ganz beeindruckt, von diesen Erlebnissen der Nacht, genießen wir alle schweigend noch den Anblick des Wolkenspiel mit dem Licht des Vollmondes auf unserem Weg zurück ins Hotel.

Wir haben nicht viele, aber nur wahnsinnig beeindruckende Stunden in Sodwana Bay verbracht.

Dhaya Fort – Ras al Khaimah

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Das Dhayah Fort liegt etwas hinter dem Ort Ras al Khaimah auf einer Anhöhe. Unser Navi gibt uns die Erlebnisroute quer durch die Hintergassen mit Ziegen, Müll, ungeteert. Immer in unserem Blick das Fort hoch oben auf dem Hügel, nicht im Blick, der Zugang dazu. Zäune links von dem schmalen einspurigen Schotterweg, rechts Häuserreihen, vor und hinter uns Ziegen. Irgendwann müssen wir wenden. Die Kinder finden es schon super spannend, ich auch. Einfaches Dorfleben mittendrin. Denn UAE ist nicht nur Prunk, Glanz und Glamour, es gibt auch das einfache, das andere Leben. Der erneute Versuch führt uns durch mehr unbekannte einspurige Gassen zu einer plötzlich vor uns liegenden Teerstraße. Die Zufahrt zum Fort. Wie gut, dass wir die mal nicht sofort gefunden haben, den spannenden Teil hätten wir sonst nämlich verpasst. Beim Fort kein Eintritt, keine Besucher, alles leer. Ein Traum für uns. Wir erklimmen die 240 Stufen bei 37 Grad und haben einen wunderschönen Rundumblick. Darunter viele wirklich grüne Flächen, Palmengärten – eine wahre Oase. Früher war das Fort Verteidigungsposten. Laut der Erklärungen auf der Tourismusseite von Ras al Khaimah entstand das existierende Fort im 19. Jahrhundert auf den Fundamenten viel älterer Gebäude. Es war und ist historisch bedeutend, denn im Jahre 1819 war es der letzte Ort des Wiederstandes gegen einen Angriff der Britten. Am 22.12.1819 wurde es dann getroffen und man gab auf. Im April 2001 wurde es wieder neu aufgebaut.

Entdecker Overload – Runde 2

Auswandern

Und wieder einmal haben wir wilde Wochen hinter uns. Es ist so lage her, dass ich hier regelmäßig etwas für euch schreiben konnte, weil schlichtweg einfach keine Zeit war.

Vom 4. bis 11. Dezember Besuch von meiner lieben Freundin aus Deutschland. Eine Woche gemeinsam EntdeckerGlück pur. Keine Zeit diese ganzen Eindrücke wirklich zu verarbeiten, denn die Schulferien stehen an und ich fliege mit den Kindern nach Deutschland. Der Hund muss in die Pension und braucht kurzfristig noch Bluttests, Hektik bricht aus, aber es geht alles gut.

Vom 13. bis 21. Dezember Besuch bei der Familie in Deutschland. Wunderschöne Familienzeit und Spaziergänge, Spaziergänge, Spaziergänge und meine liebe Schwester wird 40.

Weihnachtsfeiertage in Dubai. Unbeschreiblich schöne, entspannte Familien- und Poolzeit. Baumschmücken, Raclette, Grillen mit Freunden, Expo. Gut gehen lassen.

27. Dezember bis 4. Januar Besuch von Freunden mit Baby. Mehr Expo, VIEL Regen, Feuerwerke zu Silvester, Grillen, Chillen und Erleben.

4. Januar bis 9. Janaur Besuch von einem Freund aus Deutschland. Expo.
Gleichzeitig 4. Januar bis 20. Januar (heute) Besuch vom Schwiegervater aus Deutschland.
Erster Besuch des Schwiegervaters in Dubai mit entsprechendem Programm.
Zusätzlich noch die Kinder seit 3. Januar im FernUnterricht über Zoom, wegen Corona Fällen in der Schule.

Nach 4 Wochen Besuch am Stück, Deutschland und Weihnachten, heute mal durchatmen und wieder schreiben. Und da kommt mir wieder die geläufige Frage in den Sinn: Und was machst Du da so?

Gestern habe ich mich mit meiner Freundin, die Anfang Dezember zu Besuch war, ausgetauscht. Mir war bewusst geworden, dass ich überhaupt nie Zeit und Gelegenheit hatte, all die Eindrücke, die wir gemeinsam erleben durften, irgendwie zu verarbeiten. Wir haben zu dieser Zeit jeden Moment 100 % genossen, aber dann war der Moment weg. Der nächste Moment und somit der nächste Eindruck stand an. Und ich will mich nicht beschweren oder jammern, ich will einfach nur feststellen, dass es schade ist und war, dass manchmal gar keine Zeit zum reflektieren und in Erinnerung rufen bleibt, weil ein wundervolles Ereignis, das nächste förmlich jagt.

Ich bin sehr glücklich, über jeden tollen Moment, jede Sekunde, die ich mit all den lieben Menschen um mich herum genießen durfte. Jedes Mal bin ich gerührt und dankbar, denn es ist nicht selbstverständlich. Es ist schön, wunderschön.

Und mit dem Schreiben und Teilen von meinen Erlebnissen, rufe ich diese EntdeckerGlück Momente bewusst aus meiner Erinnerung ab und finde somit dann doch irgendwann noch die Ruhe und den Moment, diese noch einmal zu reflektieren.

Permits…

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Move in Permit – Move out Permit

Um in eine Wohnanlage (hier: Compound) einziehen zu können oder auch ausziehen zu können, muss man eine Genehmigung beantragen.

Bei dem ersten Einzug ins gemietete Haus hier, hat uns zum Glück die Maklerin darauf hingewiesen. Wir hatten allerdings einen sehr, sehr großen Container, einen 40 ft high cube, eigentlich den größten, den es für solch einen Übersee-Umzug gibt. Genau dies hatten wir bei Beantragung der Genehmigung nicht angegeben, weil wir es einfach nicht wussten. Somit gab es eine kleine, zum Glück sehr „nette“ Diskussion mit dem Sicherheitspersonal, aber das Problem konnte gelöst werden.

Nachdem wir beim Online-Portal und der App des Compound Betreibers registriert waren, konnten wir sehr einfach und schnell mit zwei Klicks die Move-Out Permit beantragen und erhielten die Bestätigung bereits kurze Zeit später. Unser Umzug sollte oder besser musste an einem Freitag und Samstag über die Bühne gehen, denn die Zeit drängte ja. Die Baustelle auf der einen Seite war nicht wirklich fertig und das gemietete Haus musste aber am Sonntag besenrein übergeben werden. Es gab noch ein paar viele Acrylfarbflecken auf dem Zimmerboden unserer Tochter mit Verdünnung zu entfernen und die ein oder andere Wand musste auch noch gestrichen werden. Da ich diese Genehmigung für Freitag und Samstag so einfach erhalten hatte, habe ich mir überhaupt nicht weiter darüber Gedanken gemacht, dass eventuell im neuen Compound ein Einzug am Freitag gar nicht möglich sein könnte.

Ich versuchte verzweifelt, die Genehmigung über die Online-Plattform zu erhalten. Da scheiterte ich allerdings bereits an der Registrierung…  Im Büro, das ich darauf hin aufsuchte, erhielt ich eine E-Mail-Adresse, an die ich mich wenden sollte. Aber auch hier keine Antwort. Es folgten weitere Besuche im Büro, bis ich durch Zufall auf die Büroleitung stieß. Diese half mir freundlichste und wir konnten schlussendlich einen Tag später das Problem soweit lösen, dass ich zumindest die Genehmigung in der Hand hielt, diese allerdings mit dem breit aufgedruckten Zusatz: Freitag kein Ein- oder Auszug. (obwohl mir das die Büroleitung bereits zugesichert hatte) Zum Glück konnte ich schlussendlich noch eine E-Mail von Ihr ergattern, in der Sie es mir freundlicherweise noch einmal schriftlich zusagt.

Am Umzugstag war der Umzugsleiter dann allerdings so skeptisch, dass ich beschloss, vorab zum Sicherheitsgate zu fahren mit meiner Genehmigung und der E-Mail, um mir dort vom „diensthabenden“ Personal bestätigen zu lassen, dass die beiden LKWs auch wirklich Einlass gewährt bekämen. Diese zusätzliche Fahrt dorthin hat sich gelohnt, denn es war nicht so einfach, wie gedacht. Es wurde der Sicherheitschef angerufen, der mit einem Kollegen dann extra zum entsprechenden Gate kam. Und nur mit ein paar sehr, sehr netten Worten und einer gemeinsamen Besichtigung des Innenhofes rund um unser Haus, bekam ich dann die Garantie, dass es klappen würde. Sehr, sehr nett die beiden Herren und schlussendlich folgen diese auch nur den Vorschriften.

Es lief somit alles sehr reibungslos, aber lieber einmal mehr vergewissern, absichern und an die entsprechenden Genehmigungen frühzeitig einholen.

Haustür, Fenster und Löcher in Wänden…

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Etwas, das uns von Anfang an nicht an unserem Hauses gefallen hat, waren die Fenster und Türen. Da alle Scheiben von außen dunkel „verspiegelt“ sind, fällt relativ wenig Tageslicht in die tollen Räume. Nach der Schlüsselübergabe und dem ersten wirklich vertraut werden mit den eigenen vier Wänden, kam uns sehr schnell die Idee, die Fenster im Wohnbereich direkt austauschen zu lassen, zwei der vier Fenster zu verbinden und eine große Schiebetür einzusetzen, sodass wir richtig viel Licht, Luft und Leichtigkeit in den Raum bekommen. Der Bauleiter, der am nächsten Morgen mit unserem doch nicht allzu kleinen Extraauftrag konfrontiert wurde, legte sich erst einmal für zwei Minuten schweigend, leicht blass um die Nase, mitten in eben diesem noch dunklen Wohnbereich auf den Boden… O.k., dieser Zusatz für die sowieso schon sehr knapp bemessenen 11 Tage Umbauphase, war keine Kleinigkeit. Ich half ihm ein bisschen zurück auf die Beine, in dem ich beteuerte, dass ich mich um die Beschaffung und Einbau der Fenster- und Türlieferanten kümmern würde. Somit auch für mich spontan eine große Herausforderung. Am nächsten Morgen erstmal ab ins Internet, dann ab ins Auto. Klinken putzen. Größte Überraschung bei dieser Tour, in welchen versteckten Industrie-„Hinterhöfen“ sich diese Anbieter befinden. Super spannend, kann ich euch nur sagen!! Da das Auffinden viel länger dauerte, als gedacht, habe ich nur zwei Anbieter abklappern können. Der erste machte einen guten Eindruck, war aber in keinster Weise auf wirkliche Besucher vor Ort eingestellt. Nichts desto trotz aber super freundlich und bereits ein Tag später war der verantwortliche Verkäufer bei mir vor Ort, drei Stunden später hatte ich das Angebot. Der zweite Verkäufer, mit dem ich telefonisch in dem etwas hübscheren Verkaufsraum nur telefonisch verbunden wurde, meldete sich nie wieder bei mir.

(Wenn also jemand wirklich glaubt, Dubai sei überall nur Glanz, Glamour und Luxus… – hier geht alles und hier gibt es alles.)

Somit fiel die Wahl ganz gezwungen spontan auf den einen Anbieter. Da aber sowohl die Qualität der Rahmen und Fenster im „Showroom“, als auch die Ausführungen des Verkäufers im persönlichen Gespräch ganz nach unseren Vorstellungen verlaufen war, war das keine schwierige Entscheidung. Zudem importiert die Firma ihre UPVC Profile auch noch aus Deutschland.

Nicht ganz so spontan und schnell ließ sich die Wand davon überzeugen, dass sie Raum für Licht geben sollte. Es waren so viele Stahlstreben in der Wand verarbeitet, dass es unbeschreiblich viel Lärm und Staub für die Nachbarn hieß. Ich fühlte mich so schlecht, dass ich zu beiden direkten Nachbarn je mit einem großen Blumenstrauß UND eine sehr großen Leckerli-Packung eines bekannten deutschen Süßwarenherstellers erneute Klinken putze. Was für eine Freude bei den Nachbarn über die nette Geste und was für eine Freude bei mir über die netten Nachbarn. Ich war regelrecht beflügelt von diesem Gefühl. Denn in unserem Mietshaus zuvor kannten wir seit einem Jahr keine einzige Person in unserer kompletten Nachbarschaft.

Neben der großen Fensterfront tauschten wir ebenfalls die Badfenster in den drei Bädern aus, die sowieso gerichtet werden mussten.

Gerade just in diesem Moment sitze ich hier und bekomme heute auch noch meine neue Haustüre.

Welche Freude, damit nun gleich noch das Maximum an Lichteinfall geschaffen zu haben.

Bei Einzug waren zwar die Fensterrahmen alle eingesetzt und die Schiebetür verschließbar, allerdings kam das Glas nicht rechtzeitig… und wir mussten mehrere Tage mit verbarrikadierten Fensterrahmen leben, die somit natürlich erstmal jeglichen kleinsten Lichteinfall verhinderten.

Das Fenster im unteren Bad war gar für mehrere Tage sowohl ohne Rahmen, als auch ohne Verbarrikatierung, da die Fliesenleger noch die begehbare Dusche rund um das neue Fenster fliesen und verfugen mussten. Zum Glück wohnen wir jetzt in Dubai und ich habe mir wirklich keine Gedanken gemacht, dass jemand hier nachts einsteigen könnte.

Aber, was soll ich sagen. Jetzt haben wir einen wunderschönen lichtdurchfluteten Wohnbereich und in etwa zwei Stunden auch noch einen ebenso lichtdurchfluteten Eingangsbereich. Wunderschön.

Nachteil: Wir sind jetzt so begeistert von den neuen Fenstern, dass sicher im Laufe des nächsten Jahres noch das ein oder andere weitere ausgetauscht werden wird.

Auch der Bauleiter ist total begeistert von dem Anbieter und die beiden arbeiten mittlerweile auch sehr innig zusammen… Ich sollte da mal nach Provision fragen.

Schließlich war ich auf Fenster- und Türenjagd in düsteren Hinterhöfen unterwegs 😉

Zur Erklärung: Wir wollten keine Metalltür in günstig (hier am häufigsten im Angebot, eben auch im China Markt – Dragon Mart. Oder in verschiedenen anderen sehr schmucken Show-Räumen von internationalen Anbietern. Wir wollten auch keine Holztür, sondern hatten uns auf UPVC entschieden. Da wir sowohl in Deutschland, als auch damals in Südafrika solche Türen hatten uns sehr, sehr zufrieden waren. Und für UPVC gibt es nicht ganz so viele Anbieter.

Vorher:

Während den Bauarbeiten:

Nachher:

Bad Renovierungen        

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Wasser marsch…

Wir hatten das große Glück, dass das Bad im Elternschlafzimmer bereits komplett renoviert worden war, vor gar nicht allzu langer Zeit und dies auch sehr geschmackvoll. Leider waren die beiden Bäder der Kinder in einem schlechten Zustand. Die Toiletten schrecklich, die Aufbauten hinter den Toiletten in einem sehr littichen Zustand. Littich…? Wohl „hessisch“ für eine wirklich schwache Ausführung; eben einen schlechten Zustand. Die mit Folie überzogenen Waschtische mit Waschbecken durchweicht im unteren Bereich, die Folie lose an allen Ecken und Enden und die Fenster schlossen auch nicht wirklich richtig

Des Weiteren war im unteren Bereich ein „Powder Room“, darüber habe ich im Artikel „Haussuche“ bereits berichtet. Daneben liegt die „Study“ (ebenfalls im Artikel Haussuche zu finden), die von uns zum Gästezimmer umfunktioniert werden sollte. Somit brauchte aber dieser Powder Room, der nun als Badezimmer für Gäste fungieren soll, auch eine Dusche und eine generelle Überholung und auch hier ein neues Fenster und eine Tür! Große Pläne also schon für 11 Tage…. (neben all den anderen Ideen, die wir für die 11 Tage entwickelt hatten)

Für die Fenster habe ich eine Lösung gefunden, davon die Tage mehr. Den Rest übernahmen die fleißigen Arbeiter, die zu Hauf das Haus belebten. Ich habe Stunden im Dragon Mart, einem Chinesischen Alleshändler Riesenmarkt, verbracht, um Toiletten, Waschtische, Armaturen usw. usw. zu wählen, zu bestellen und natürlich zu zahlen. Es lief alles Hand in Hand.

Keines der Bäder war dann leider beim Einzug komplett fertig, aber kurze Zeit später zumindest zwei davon.

Wobei dann ein Bad wieder stillgelegt wurde, nachdem dann das untere Gästebad fertig angeschlossen war, denn bei der Abnahme gab es eine Überraschung. Ich habe mit dem Bauleiter und dem „Übersetzer“ die Anschlüsse der Armaturen überprüft. Wasser marsch. Und leider kam das Wasser nicht nur aus den Hähnen, Brausen und Köpfen, sondern auch aus einem „Gartenschlauch“, der über der Dusche aus der Decke baumelte… Das erklärte dann eventuell auch, warum in dem darüber liegenden Bad am Abend zuvor kein Wasser mehr lief. Somit wurde dann wieder das obere Bad auseinandergenommen…. Tief durchatmen, am Besten mal kurz meditieren und bloß nicht aufregen. Es wurden wieder Fliesen rausgerissen, die Toilette abgeschraubt und somit zog erneut, in dem so frisch geputzten Bad, CHAOS und Dreck ein. 1,5 Tage später waren beide Bäder wieder funktionsfertig und das Problem gelöst. Endlich.

Jetzt musste nur das Gästebad noch verputzt werden und die Tür gesetzt werden. Auch das ist jetzt soweit fertig. Fehlt noch das Licht, der Spjegel und die Reinigung und ein paar Kleinteile…

Die Bäder strahlen in einem neuen Glanz, es macht uns wirklich glücklich und wir sind froh, uns zur Erneuerung durchgerungen zu haben.

Sprachbarrieren: In den Kinderbädern ist es fast unmöglich einen Toilettenpapier-Halter anzubringen. Denn auf der einen Seite ist die gläserne Duschwand und auf der anderen Seite der nagelneue Waschtisch… Leider hatte ich bereits die Wandhalter gekauft, weil ich das Problem vorher nicht erkannt hatte. So waren die Arbeiter eifrig dabei mir Handtuchhalter anzubringen und eben auch die Halter. In den Kinderbädern war ich ratlos und erklärte in einfachstem Englisch (meiner Meinung nach) die Halter sollen NICHT angebracht werden, ich würde mich am nächsten Tag entscheiden. „NOT today, will decide/will tell you TOMORROW“. Mit entsprechenden abwinkenden Handzeichen… Ich war keine zwei Minuten aus dem Bad, da höre ich die Bohrmaschine…. Somit haben wir jetzt zwei Löcher an nicht vorgesehener Stelle in den neuen Fliesen, die „professionell“ wieder zugespachtelt wurden, nachdem aus meinem Wutanfall offensichtlich klar zu verstehen war, dass wohl etwas falsch gelaufen war….

Schlüsselübergabe und UmBauBeginn

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Am 1. November 2021 haben wir ihn dann in den Händen: unseren Schlüssel für´s Eigenheim.

Und damit noch gleich eine große Ladung ORGANISATION an der Backe. Von Arbeit kann ich nicht reden, denn in diesem Falle werden wir arbeiten lassen. Viele, die bei unserem letzten Umbau (2018) so fleißig mitgeholfen haben, können unsere Entscheidung nur zu gut verstehen. Zudem haben wir natürlich hier nicht das super fleißige Freunde-Backup von ganz besonderen Wichteln, die uns in Nandlstadt so unbeschreiblich toll unterstützt haben. Also lassen wir jetzt arbeiten. Ich habe durch eine Empfehlung einer Freundin einen top Umbauleiter gefunden. Duncan. Ohne ihn und sein Team hätten wir nie den groben Umbau in 11 Tagen geschafft. Denn nur 11 Tage lagen zwischen Schlüsselübergabe und Einzug. Unser Mietvertrag im alten Haus lief zum 14. November aus, also musste gezwungenermaßen der Umzug am 12. Und 13. November über die Bühne gehen. Und wir haben es geschafft. Mit kleinen und größeren offenen Baustellen, aber so einer Grundlage im Eigenheim, dass man dort wohnen kann. Zwar war nur ein Bad ganz fertig, aber das ist wohl eher ein Luxusproblem, wenn nur eines von vier Bädern frei ist. Fast lächerlich, darüber zu reden, aber leider war halt trotzdem nach Einzug Staub und Bauarbeiter im ganzen Haus auf meinem Tagesordnungspunkt.

Es ist nicht das erste Haus, welches wir gekauft und umgebaut haben, bzw. umbauen lassen haben.

Interessant ist, dass man hier nur minimalistisch mit den Bauarbeitern kommunizieren kann, denn die wenigsten können ausreichend Englisch. Ich bin mittlerweile umbautechnisch mit einem sehr guten, umfangreichen Vokabular ausgestattet, nach diversen Baustellen 😉, eben auch in Südafrika. Dort allerdings, war es überhaupt kein Problem mit allen Bauarbeitern fließend zu kommunizieren. Vielmehr habe ich so viele Vokabeln rund um das Thema Hausbau gelernt. Hier in Dubai muss man eigentlich immer warten, bis der „Mittelmann“ wieder vorbeischaut, um den Arbeitern die Arbeiten oder Anliegen zu erklären. Schon gewöhnungsbedürftig.

Aber heute ist der 24. November und ich kann nur sagen, der Großteil ist jetzt endlich geschafft. Die gröbsten Arbeiten im HausInneren abgeschlossen. Nur noch Kleinigkeiten und etwas Außenbereich steht noch an. Und natürlich das finale Dekorieren und Verräumen… Das wird sicher noch eine ganze Weile dauern, aber ich lasse mir jetzt auch Zeit, denn die 11 Tage Umbau (neben Besuch aus Deutschland und Schulalltag) waren wirklich hart. Und wenn täglich um die 20-24 Arbeiter auf der Baustelle rumwuseln… Hut ab.

Entdecker Overload

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… heute Expo.

Mein letzter Eintrag hier ist über einen Monat her. Die Zeit ist seitdem nur so verflogen. Totaler Overload an Eindrücken und Erlebnissen. Unglaublich.

Expo, Expo, Expo; 2x Besuch aus Deutschland, Herbstferien mit mehr Expo, Wandern in den Hatta Bergen, Umbau, Umbau, Umbau – Umzug, mehr Umbau, Umbau… Nebenbei natürlich Klassenarbeiten, Hausaufgaben, Musikunterricht usw. usw.

KRASS, kann ich euch nur sagen. Alles super schön, überwältigend, aber natürlich auch M E G A anstrengend.

Wo soll ich anfangen?

Erstmal zur Expo – ongoing SUPER WOW Erlebnisse.

Wir waren bereits über 10x auf dem Expo Gelände. Die Saison Family Karte hat sich also auf jeden Fall gelohnt. Trotz der vielen Besuche haben wir noch lange nicht alle Pavillons gesehen. Wir nehmen uns aber auch wirklich Zeit, zu verweilen, denn meiner Meinung nach haben wir früh genug mit unseren Besuchen angefangen und werden es auf jeden Fall bis Ende März schaffen, hoffentlich alle besucht zu haben. Bei den Besuchen schwebt man förmlich von einer WOW Wolke zur nächsten. Es ist unglaublich, was sich die Länder alles haben einfallen lassen. Manche bestechen alleine durch die Architektur, andere durch die Interaktionen oder Installationen. Es ist unbeschreiblich, was man dort alles erleben kann. „RIESEN“ im Mobility Pavillon, Bällebaden im Deutschen Pavillon, Schwäbisch essen im Baden-Württemberg Haus, absolute Faszination über mehrere Etagen im Marrokko Gebäude, Glitzerwelt rund um Pakistan, Stahlstehlen Installation der besonderen Art in Bahrain, Wärme und Herzlichkeit in Nigeria, Hängematten über Wasser in Brasilien, WOW in Spanien, Waffeln und WOW in den Niederlanden, Schneeflocken in der Tschechei, grünes Haus in Singapor usw usw. Für unzählige Eindrücke gerne auf meinem Instagram Account vorbeischauen.

Und das Unglaubliche ja, solch eine harmonische, weltverbindende Massenveranstaltung (mit Maskenpflicht) zu Zeiten, in denen die Welt z.B. in Deutschland wieder Corona-verrückt spielt.

Ich bin einfach froh, dass ich meine erste Expo hier mit meiner Familie erleben und genießen kann in vollen Zügen. Und ihr könnt sicher sein, bis Ende März, ist unser Fokus weiterhin SO OFT WIE MÖGLICH EXPO!

Fliesen Suche

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Wie ich ja schon einmal erwähnt habe, haben wir ein Haus gekauft. Die Übergabe rückt immer näher, am 1. November erhalten wir spätestens den Schlüssel. Dann startet die kurze, heftige Umbauphase, denn bereits am 14. November müssen wir den Schlüssel von unserem jetzigen zu Hause übergeben. 

Die komplette obere Etage im Haus soll neu gefliest werden. Jetzt heißt es Fliesen suchen. Erste Empfehlung von Bekannten: Dragon Mart.

Dieser alleine ist bereits ein Erlebnis für sich… Ein überdimensionaler China Markt zieht sich drachenförmig über eine sehr, sehr große Fläche von etwa 150.000 m2 und beherbergt um die 4000 Anbieter. Am Wochenende sind die Hallen der Märkte gut gefüllt und wir müssen uns geduldig durch die endlosen Gänge kämpfen, die kleinen Nebengassen bloß nicht aus den Augen lassen, um irgendwann endlich auf Fliesen-Anbieter zu stoßen. Denn es gibt hier alles, was man sich vorstellen kann. Sofort im ersten Shop finden wir tatsächlich die Fliese, die uns auf Anhieb sehr gut gefällt. Da weder mein Mann und schon gar nicht ich die Qualität der Fliesen aus China beurteilen können, bin ich heute erneut mit unserem Handwerker, der den Umbau leiten und organisieren wird, zum Dragon Mart aufgebrochen. In der Hand die Visitenkarte des Shops mit unseren Wunschfliesen. 40 Minuten lang habe ich erfolglos versucht, den Shop wiederzufinden. Die nicht gerade angenehmen Dämpfe des umfangreichen Warenangebotes brannten in meinen Augen. Die Covid-19 Schutzmaske erschwerte das Atmen der sowieso schlechten Luft. Ich war fix & fertig und eben auch erfolglos. Also habe ich den Laden angerufen. Der überaus nette Verkäufer am Ende der Leitung hat dann angeboten, mich an einem Eingangstor abzuholen. Hätte ich das mal gleich vereinbart, hätte ich mir viel sinnlose, ermüdende Rennerei ersparen können. Meinem Bauleiter konnte ich nach Ankunft den Google Standort senden und ihm somit die Suche erleichtern. Die Fliesen wurden für gut befunden und gekauft. Selbst das Zuschneiden der Fliesen-Fußleisten inklusive der ordentlichen Begradigung der Ränder organisiert der Fliesenverkäufer. 50 % Anzahlung sofort in bar fällig (bei Kartenzahlung 3 % mehr – das erklärt die immer unglaublich langen Schlangen vor allen Geldautomaten im Markt) Sogar die Organisation der Anlieferung konnte sofort vor Ort geregelt werden. Die Fliesen müssen nämlich im Lager in Fudschaira abgeholt werden und zum 1. November am neuen Haus angeliefert werden. Alles erledigt. Hoffen wir mal, dass alles auch so funktioniert.

Fliesenfachgeschäft:

Es gibt noch einen großen, bekannten Fliesenhersteller im Nachbar-Emirat Ras al Khaimah. RAK Ceramics. Dieser hat auch einige Verkaufsstellen in Dubai. Zu einer bin ich hingefahren, um mir ein Vergleichsangebot einzuholen. Während im China Mart die Läden natürlich sehr einfach und „rustikal“ ausgestattet sind – Fliesen lehnen an der Wand, die Artikelnummern händisch auf die Seiten geschrieben, muss ich mich durch die unübersichtliche Menge Fliesen vorarbeiten, geht es in den hübschen, sauberen Showrooms von RAK ganz anders zu.

Ein Verkäufer empfängt mich und fragt nach meinen Wünschen. Dementsprechend werde ich an eine Wand geführt und mir wird mein Fliesen“katalog“ erklärt. Per Knopfdruck kann ich mir die Seiten ausfahren lassen und mir die hübsch gestalteten „Katalogseite“ anschauen. Mir gefällt auch die ein oder andere Fliese, aber trotzdem bleibt die China Markt Fliese mein Favorit.
Die Preise und Qualität bei RAK sind natürlich um einiges höher.

Baumarkt:

Um auch alle Möglichkeiten ausgeschöpft zu haben, begeben wir uns auch noch ein einen Baumarkt. Ein sehr großer ist der ACE in Festival City, direkt neben dem Ikea. Hier empfängt uns laute Weihnachtsmusik und Unmengen an Weihnachtsdeko, aber keine Fliesen. Einzige Bodenbeläge im Angebot sind Laminate für Innen und Kunstrasen für Außen.

Mit Vorfreude erwarte ich unsere Fliesenlieferung am 1. November.