Wasser Durchbruch

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Was für ein Start in den Tag…

Wir haben Besuch aus Deutschland und es herrscht reges Treiben im Hause mit vier Personen mehr. Der Alltag plätschert trotzdem nebenbei dahin und nebenbei plätscherte heute dann noch plötzlich das Wasser durch die Decke. Zum großen Glück befindet sich das Leck im Heißwassertank im sogenannten „Maids Quarter“, einem kleinen, meiner Meinung nach oft einfachem, um nicht zu sagen schäbigem Raum mit eigenem Bad. Eigentlich bestimmt für eine Live-in Maid, also eine „Putzfrau“, die bei einem wohnt. Die Dame macht neben dem ganzen Haushalt auch noch hin und wieder das Essen für die Kinder oder ähnliches. Wenn man eine Maid anstellt, unterstützt man damit häufig eine ganze Familie oder einen Familienclan, die/der vielleicht irgendwo in einem asiatischen oder afrikanischen Land auf diese Unterstützung angewiesen ist/sind. Man hat ein unbeschwertes Leben, weil immer eine gute Fee um einen herum zaubert, Wäsche wäscht, bügelt, aufräumt, putzt, abwäscht, saugt, staubwischt usw usw usw.

Aber erstmal zurück zum Maids Quarter – Dieses liegt meist hinter der Küche, in der Nähe der Anschlüsse für die Waschmaschine. Wir nutzen diesen Raum als Abstellraum für Staubsauger, Hundeverpflegungsstation, Vorratsraum und ähnliches, denn einen Abstellraum oder Keller gibt es meist in den Häusern nicht. Heute Morgen also möchte unser Besuch in der Küche etwas Frühstücken und wird beim Betreten mit nassen Füßen überrascht. Nach einem kurzen Aufschrei, eile ich herbei und weiß sofort, was hier Sache ist. Ich mache eine Kehrtwende und flitze in den Garten, um die Booster Pump auszuschalten. Damit wird sofort der weitere Wasserzulauf ins Haus gestoppt, was aber nicht bedeutet, dass der Wasserfall von der Decke stoppt. Denn der fünfzig Liter Tank, über meinem Kopf in der Decke versteckt, möchte oder muss sich erst vollständig entleeren. Nebenbei rufe ich direkt den „Hausmeisterservice“ an und melde unseren Notfall. 
Zum Glück haben wir Besuch und ich bin nicht alleine zu Hause. Ich versuche so viel wie möglich vom Boden in höhere Lagen zu bringen, was vom Wasser durchweicht werden kann, was natürlich nicht für Schrank, Bett oder ähnliches möglich ist… Eine große Erleichterung bieten die, in jedem Raum mit Wasseranschluss, in den Boden eingelassenen Bodenabläufe. Sicher schon dafür gedacht, in diesen Notfällen helfend zur Seite zu stehen. Nicht, dass das Wasser alleine seinen Weg dort hineinfinden würde, aber mit Hilfe eines Bodenabziehers (leider nur einer), einem großem Küchenbrett und jeder Menge Handtücher wischen wir von allen Ecken das Wasser zum Ablauf hin. Hauptsache von den Schränken weg. Der Schweiß läuft so ausdauernd wie das Wasser von der Decke. Tom hält einen Eimer unter die größte Flut, um die weitere Wasserzufuhr zu stoppen. Wahnsinn, wieviel 50 Liter sein können… 

Wassertank in der Decke fragt sich jetzt vielleicht der ein oder andere? Ich kann nur sagen, dass wir dieses System auch aus Südafrika kennen und dort auch einmal einen ähnlichen Fall hatten. Damals zum Glück einen Abend bevor wir am nächsten Tag auf einen dreiwöchigen Roadtrip aufgebrochen sind.

Über jedem Zimmer, dass einen Warmwasseranschluss hat, befindet sich solch ein Behälter in Dubai in der Decke, die Größe natürlich unterschiedlich. Wie ein Boiler, die es früher in Deutschland in älteren Wohnungen oder Häusern gab. Für diese Heißwasserbereiter gibt es neben den Lichtschaltern einen weiteren Schalter, an dem man den Heizvorgang starten kann oder permanent anlässt, in Bädern, die regelmäßig genutzt werden. (Tipp: Um Strom zu sparen, schalten wir den Heizvorgang aller Tanks im Haus vor einem Urlaub immer aus.)

Wir warten etwa zwei Stunden auf das Serviceteam. Der Wassertank ist komplett entleert, alle Böden so weit wie möglich von der Flut bereinigt, alle Fenster und Türen weit geöffnet, damit die gefühlt 45 Grad warme Sommerhitze noch den Rest austrocknet. Wir hocken uns mit einem kalten Kaffee und einer Dose Prosecco (die die Freundin aus Deutschland mitgebracht hat) um 9:45 Uhr fix und fertig an den Esstisch und beruhigen unsere aufgekratzten Nerven. Alles wieder unter Kontrolle, tolles Gefühl. Zwar kein Wasser mehr im Haus, denn der Haupthahn ist zu und ein riesen Chaos um uns herum, Dank all der im Haus verteilten Gegenstände aus der Abstellkammer. Und ich denke jeder weiß, wieviel man in so einer Kammer an Krims und Kram einlagern kann…

Die Besucherkinder haben wahre Freude daran, Wassereimer vom Pool durchs Haus zu tragen, um Toiletten zu spülen. Und statt Händewaschen ist glücklicherweise im Jahre 2021 jeder Haushalt mit ausreichend Desinfektionsmittel ausgestattet. 

Das Service Team mit schlechtem Englisch kommt und sucht auf dem Boden umher. Ich wundere mich. Aber klar, vor ein paar Monaten hatten wir einen Wassereinbruch durch einen der Bodenabläufe. Hatte ich schon völlig vergessen. Von außen hatten Blätter und Dreck irgendeine Blockade verursacht. Damals zum Glück nur im kleinen Räumchen für Waschmaschine und Trockner, somit hatte sich das Wasser nicht ganz soweit im Erdgeschoss verteilt. 
Immer wieder weise ich nach oben, bis sie endlich verstehen, dass das Wasser dieses Mal nicht von unten, sondern von oben kommt (obwohl ich das am Telefon klar und deutlich mitgeteilt hatte). Irgendwie legen sie den Tank vorerst still, so dass wir den Haupthahn wieder öffnen können. Einen neuen Tank haben sie natürlich nicht dabei. 

Und was soll ich sagen, heute ein Tag später, kommt Wasser aus der Decke in der Küche. Zum Glück nur tröpfelnd. Ich habe direkt eine Wäschewanne darunter gestellt und sitze hier und warte mal wieder auf den Service… Sicher ist, dass ich diesen Tank auf alle Fälle auch austauschen lassen werde. Denn was jetzt nur tröpfelt, wird spätestens in den nächsten Tagen mindestens 50 Liter Wasser in unsere Küche ergießen. Und ebenso sicher ist, dass heute oder morgen alle restlichen Heißwassertanks (Geyser oder Hotwatertank genannt) unter meiner Aufsicht ebenfalls überprüft werden. Sehe ich Rost – raus damit. 

Tipp: Sofort bei Einzug jedem Familienmitglied zeigen, wo der Hauptschalter der Booster Pump, sitzt. Denn dieser magische Schalter ist die Rettung im Wasser Notfall. 

DANKE: An meine Freundin Lisa, die mir sofort nach Einzug in unser Haus genau diesen Schalter gezeigt hat mit den Worten: „Der ist ganz wichtig, den wirst Du sicher nicht nur einmal brauchen.“

EntdeckerGlück? Ich finde, man lernt etwas für´s Leben, über die Gegebenheiten in anderen Ländern. Mich freut das MehrWissen. Auch HorizontErweiterung…

„Und was machst du da so?“

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Wenn man auswandert, besonders wie in unserer Situation, der Mann hat eine neue Jobherausforderung im Ausland angenommen und die Familie kommt mit, kommt so oft die Frage an mich: „Und, was machst du da so? Kannst du dort auch arbeiten?“ 

Vorab mal ganz ehrlich und offensichtlich: Ein Umzug auf einen anderen Kontinent ist etwas komplett anderes als der Umzug in eine andere Stadt im gleichen Land. Aber das ist sicher jedem klar. Und klar, mit jedem weiteren interkontinentalem Umzug kommt mehr Erfahrung, Routine und Gelassenheit. Aber trotzdem stehen all die extrem viele Erledigungen an, ob vorab oder nach dem Umzug, egal nach wie vielen Umzügen.

In unserer Familien-Situation haben wir uns ganz bewusst gemeinsam darauf geeinigt, dass ich mich zu allererst einmal um das wirkliche Ankommen der Familie kümmere. Mein Mann, der oft direkt in seinen Job startet, kommt generell von ganz alleine recht schnell in seiner Jobroutine an und braucht mich dafür nicht. Aber mit Kindern ist das natürlich etwas anderes, die brauchen viel Geborgenheit und Vertrautheit am Anfang und das bekommen sie erst einmal hauptsächlich in der Familie, denn alles andere um sie herum ist neu und unbekannt. Aber auch Kinder haben diesen Entdeckerdrang, so wie ich, man muss sie nur an die Hand nehmen und ein bisschen führen und begleiten.

Aber neben der Gefühlswelt der Kinder muss natürlich auch das Alltägliche wieder in eine Routine gebracht werden. Angenommen die Kinder kommen in eine neue Schule oder einen neuen Kindergarten, muss der Schulweg gesichert werden. Fährt ein Bus? Gibt es eine Kantine in der Schule? Gibt es Regeln, was in die Pausenbrotbox darf oder nicht? Einkaufslisten für Schulsachen abarbeiten, in einem Land, in dem man erst einmal herausfinden muss, wo man am geschicktesten Schreibwaren oder ähnliches kauft. Darf oder muss mit Füller geschrieben werden oder was ist an der neuen Schule üblich und von den Lehrern gewünscht? Eventuell muss eine Schuluniformen gekauft werden. Und so weiter und so weiter. 

Damit aber nicht genug, wo können wir am besten Einkaufen? Wo gibt es eine Reinigung? Wo finden wir gute, nahgelegene Ärzte? Wo kaufe ich eventuell Elektrogeräte? Ein Telefon- und/oder Internetanschluss muss beantragt, Mobilfunkverträge müssen abgeschlossen werden, oft verbunden mit sehr viel Papierkram. 

Als wir nach USA gezogen sind, hatten wir alle Elektrogeräte in Deutschland verkauft oder verschenkt, somit musste ich vom Toaster, über Fön und Staubsauger usw. alles neu erstehen. Die Ankunft des Containers muss vorbereitet werden, ja nach Lage, eine Genehmigung des Wohngebietes eingeholte werden oder überhaupt erstmal eine Unterkunft, sprich ein Haus gefunden werden. Bei unseren vorherigen Umzügen hatten wir immer einen sogenannten Lock and See Trip. In Milwaukee, Wisconsin haben wir glücklicherweise bei dieser Reise bereits eine Wohnung finden und anmieten können. 
In Südafrika waren wir anfangs in einem Bed & Breakfast untergebracht. Ich habe mich dann daran gemacht, zusammen mit einer sehr netten, kompetenten Maklerin für uns ein Haus zu finden. Nachdem dieses gefunden war, geht dann eben die Organisation von Internet, Ankunft des Containers usw. los. 
Beim Umzug nach Dubai waren ganz neue Gegebenheiten, denn aufgrund von Covid19 hatten wir nicht die Möglichkeit, einen Look and See Trip zu machen und sind somit komplett ins ungewisse Unbekannte gezogen. Dank moderner Medien hatten wir hier das Glück über den ein oder anderen alten Kontakt über Facebook hilfreiche Infos einzuholen. Die Firma hat uns für die ersten drei Monate in ein möbliertes Appartement eingebucht, denn unser Container mit allem Hab und Gut war noch in Deutschland eingelagert. Wenn man in ein möbliertes Appartement zieht und mit vier Koffern anreist, sind die Küchenschränke leer. Keine Gewürze, keine Butter, kein Käse, kein Essig oder Öl, keine Nudeln, kein Obst, keine Getränke, keine Milch, kein Kakao, kein Tee, kein Kaffee. Das allererste am nächsten Tag also: Einkaufen – Grocery Shopping. Und ich kann nur sagen, dass bei einem Grundeinkauf eine Menge zusammenkommt. 
Was wir leider auch recht schnell festgestellt und vollkommen vergessen hatten war, für die Kinder ihre Getränkeflaschen und Brotdosen mitzunehmen. Also mussten wir für jeden zwei isolierte Flaschen neu erstehen, obwohl wir im Container eine ausreichende Menge der wahren Nobelversion an isolierten Getränkeflaschen hatten. Aber leider in Deutschland… (Seit Ankunft des Containers stehen nun vier qualitativ weniger hochwertige Flaschen sinnlos im Schrank herum.)

Nach der Schuleingewöhnungsphase mit Distance Learning in den ersten beiden Wochen, konnte ich mich anschließend langsam auf die Haussuche begeben, natürlich nur während die Kinder in der Schule waren. Viele Taxifahrten, viele Makler, viel Recherche und viele Häuser später, konnten wir unser Wunsch-Haus dann erst anmieten, nachdem endlich das Visum meines Mannes im Pass war. 
Nun musste die Ankunft des Containers vorbereitet werden, denn eventuell braucht man eine Genehmigung für die Anfahrt zum Haus und es muss geklärt werden, wo dieses riesen Ungetüm für den Dauer des Entleerens stehen kann. 


Irgendwann ist er dann plötzlich da, der GROSSE TAG, an dem der Container angeliefert wird. Ein Tag wie Weihnachten, Geburtstag und Ostern zusammen. Mann auf der Arbeit, Kinder im Schulalltag mit Hausaufgaben und ich mit den Packern und dem 40´High Cube Container zwei Tage im Auspack-Wahn. Die Packer verräumen in einem irrwitzigen Tempo nach meinen Anweisungen die Kisten in die vorab mit Namen beschrifteten Zimmer, packen alles aus und füllen nach keinem Konzept vorab aufgebaute Regale oder Schränke mit dem Inhalt der Kisten. 

Und wenn nach zwei Tagen, alle Möbel aufgebaut und an ihrem vorgesehenen Platz stehen, alle Kisten ausgepackt sind, aber der Inhalt nicht am vorgesehenen Platz steht, wenn unendliches Packmaterial aus Haus und Hof entsorgt wurde, heißt das noch lange nicht, dass man eingezogen ist. Denn über die nächsten Tage heißt es für mich jedes Regal, jeden Schrank wieder systematisch auszuräumen und die Dinge irgendwie an die für sie vorgesehenen Plätze zu schaffen. Das kann schon mal weitere ein, zwei Wochen dauern. Eventuell müssen noch Lampen oder Gardinen aufgehangen werden. Und auch immer ein Klassiker, Adapterstecker in großen Mengen einkaufen. 

Eine sehr nervige Aufgabe ist auch das Organisieren der Kleiderschränke. Ich denke, außer in Deutschland, gibt es in fast allen Ländern eingebaute Kleiderschränke in den Häusern und Wohnungen, zumindest war das bei uns in USA, Südafrika und auch jetzt in Dubai so. Was natürlich nicht bedeutet, dass diese Schränke auch immer größentechnisch auf unsere mitgebrachte Menge an Kleidungsstücken abgestimmt sind. Schrecklich, kann ich dazu nur sagen. 
Vor unserer Schlafzimmertür gibt es einen schmalen Wandschrank, in dem der Sicherungskasten versteckt ist. Ich habe momentan ein altes Bücherregal der Kinder in diesem Wandschrank versteckt, um ein wenig Raum für meine T-Shirts, Schuhe und Shorts zu schaffen. Das Kleiderschrank Volumen in diesem gemieteten Haus entspricht ganz klar nicht, unseren vorher immer hochgeschätzten und geliebten begehbaren Kleiderschränken. Aber gut, wer weiß, wie lange wir noch im Haus sind, denn momentan stecke ich mitten in einer erneuten Haussuche. Wir wollen kaufen. 

Nebenbei erwähnt kann ich die Besichtigungstermine weiterhin nur an den Tagen planen, an denen die Kinder nicht im Distance Learning sind, was glücklicherweise nur etwa einmal in 1-2 Wochen ist, aber wiederum leider immer erst am letzten Wochenendtag für die kommende Woche um die Mittagszeit verkündet wird. 

Ich mache die Steuererklärungen für Deutschland und Südafrika. Ich kümmere mich um die wöchentlichen Einkäufe, wieder ein Morgen pro Woche weg. Ich bin immer auf Abruf für die Kinder zu Hause, sollte mal die Schule auf Distance Learning umstellen müssen, so wie im Januar für fast einen Monat. Kümmere mich um Zahlungen fälliger Rechnungen und mache die Ablage. Bin immer noch dabei sicherzustellen, dass alle Adressänderungen korrekt ausgeführt wurden. Ich mache die Wäsche für vier Personen, sortiere all die Socken und Unterwäsche, überziehe Betten und sammle herumliegende Kleidungsstücke überall verstreut im Haus auf (machen das andere Mütter auch?). Ich bring die Kinder zum Schwimmunterricht, zur Tennisstunde oder zu sonstigen Aktivitäten. Mache die Elterngespräche der Schule und betreue die Hausaufgaben und das Lernen. Ich koche manchmal zweimal am Tag für alle, mache täglich alle Pausenbrote und Getränke für die Kinder, packe meinem Mann Obstboxen und mache täglich einen Salat für ihn. 

Eine sehr große Herzensaufgabe ist es natürlich auch, all unsere Familienurlaube zu planen. Wir lieben Roadtrips und da geht das Herz einer Reiseverkehrskauffrau natürlich richtig auf. Da kann ich mich richtig austoben.
Zudem ist schon wieder die Besuchersaison eröffnet, heißt ich koordiniere nebenbei noch die Planungen und Organisationen hierfür. 

Und eines sei erwähnt: Ich mache all das gerne. Jegliche Tätigkeit, die sich mit Hören von Podcast oder ebooks kombinieren lässt – versüße ich mir. 

Aber ganz wichtig für mich und mal nur an mich gedacht: In einem neuen Land brauche ich immer ein NEUES größeres Projekt. Dieses Mal und eben für die Zukunft mein Blog EntdeckerGlück. Und dafür schaffe ich es meistens, mir in all dem Chaos der Arbeiten einen Gedankenfreiraum zu schaffen, um mich im Idealfall eine Stunde an den Wochentagen diesem Herzenswunsch zu widmen. Das verschafft mir pure Freude und gibt mir geistiges Futter.

Und noch angemerkt, auch wenn es vielleicht bei Instagram anders aussehen mag, ich gönne mir maximal einmal in der Woche einen Kaffeemorgen mit einer Freundin, ich habe sonst einfach keine Zeit dazu. 

Aber ich kann euch garantieren, in den Ferien, wenn wir unterwegs sind, dann will ich entdecken! Und zu meinem großen Glück habe ich eine ganz tolle EntdeckerFamilie. 

 

„Und was machst Du da so? – Ich hätte noch unzählige Ideen in meinem Kopf, was ich noch alles machen könnte, aber mir fehlen da irgendwie die Stunden am Tag, die Tage in der Woche und die Wochen im Jahr.

Schnipp schnapp – Haare ab

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Aus aktuellem Anlass, etwas zum Thema ankommen, einleben und Haare schneiden. 

Eine für mich etwas nervenaufreibende Aufgabe in einer neuen Stadt, in einem neuen Land ist natürlich immer auch das Thema Friseur finden… Für einige unter uns heikler als für andere, für mich ganz klar immer eine Mission, denn ich weiß sehr genau, was ich will und ich habe einiges durch. 

Fangen mir mal mit Dubai. Heute bin ich fündig geworden. Auf Empfehlung einer Freundin, habe ich meine „Friseur-Buddy-in“ für die nächsten Jahre gefunden und das nach neun Monaten und zwei Fehlschlägen. Keine schlechte Quote. 

Ich habe eine Kurzhaarfrisur, die natürlich einen regelmäßigen Schnitt braucht und der soll sitzen, genauso wie ich es mir vorgestellt habe. Mein letzter Versuch liegt sage und schreibe fünf Monate zurück. Das ist der pure Horror für eine Kurzhaarfrisur und natürlich habe ich mit meiner Effilierschere in dieser Zeit bereits öfter selber Hand angelegt und somit leider immer wieder meinen erneuten Friseur-Finde-Versuch gezwungenermaßen weiter hinausgezögert. Denn mal ehrlich, wenn ich selber kreuz und quer ausdünne und kürze, was mich besonders nervt, macht das die Sache nicht besser. Und bedeutet zudem, dass zwar kurzfristig Abhilfe geschaffen habe, aber ich anschließend gewisse Stellen erst wieder nachzüchten muss, bevor ich mich wieder in professionelle Hände begeben mag, ohne mich zu sehr zu blamieren. 

Angefangen hat es in der Zeit, in unserem möblierten Appartement in Jumeirah Lakes Towers. Hier war meine Idee, einfach um die Towers zu schlendern und an irgendeiner Ecke einen entsprechenden ansprechenden Friseur zu finden. Man findet an JEDER Ecke hier in Dubai unzählige Gents Salons oder Barber Shops, die wachsen, wie Pilze überall aus dem Boden. Fast eine Plage im Auge der Frau, die einfach nur einen Friseursalon für Damen sucht. Denn einen Friseur, einen Hair Salon, für die Ladies weit gefehlt, da sucht man laaaange. In den riesen Mall gibt es diese natürlich, aber ich wollte das kleine Lädchen um die Ecke unterstützen. Und in der verstecktesten hintersten Ecke habe ich den Salon mit dem blumigen Namen, so etwas wie Rose, Tulip oder Gerbera gefunden. Dieser sollte es sein. Ich bekam sofort für den nächsten Tag einen Termin, das hätte mich schon stutzig machen sollen. 
Der erste Besuch war dann aber überraschend positiver als gedacht. Einzigartig und von mir nie vorher irgendwo gesehen oder erlebt war der Bereich zum Haarewaschen. So bequem, habe ich das noch nie erlebt. Kein Kopfverrenken mit steifem Nacken. Ich lag absolut entspannt auf dem Rücken auf einer angenehm weichen Unterlage. Ein rechteckiger Block winkelte ab meinem Po meine Beine an. Es war göttlich und mein Highlight. Die nette Dame aus Kathmandu verstand anhand meiner vorbereiteten Fotos, was ich wollte und tatsächlich der Schnitt und auch der Preis passte. 

Zwei Monate später, machte ich erneut einen Termin im selben blumigen Salon und ich brauchte zusätzlich zu einem Haarschnitt blonde Strähnchen. Ganz leicht, wie von der Sonne ausgebleicht, auch hier hatte ich das passende Foto parat. 
Stutzig wurde ich, als sie mir erklärte, sie färbe nun erst meine Haare dunkler und anschließend kämen die Strähnchen. Ich lehnte vehement hab. Also sofort Strähnchen in meine Straßenköter blonden, langweiligen Haare. Ich bekomme sonst immer Kammsträhnen, aber die Kathmanduaerin hat andere Pläne und möchte mit Folie starten. Ich lehne erneut ab und bestehe auf Kammsträhnchen. Vielleicht war das dann schon der Fehler. Vollkommen unbeholfen fängt sie an, die komplette Längsbreite des Kammes durch mein Haar zu ziehen. Ich erstarre. Ich will ja keinen blonden Mob auf dem Kopf haben, sondern Strähnchen. Ich werde ungehalten und bitte um den Kamm. Ich zeige ihr, wie ich mir das vorstelle. Dabei merke ich nicht, wie mir ein dickes Stück Bleiche auf meine Hose fällt, denn den Umhang hat sie mir unverständlicherweise nach dem Haarewaschen abgenommen. Sie versucht es noch einmal. Ich muss es ihr noch ein zweites Mal zeigen, bevor es einigermaßen klappt. Ewig ist die Bleiche auf meinem Kopf. Aber anstatt meiner Haare, wird hier erheblich meine Stimmung gebleicht, die Welt um mich herum wird triste grau, ich bin frustriert. Es entwickelt sich ein großer gebleichter Fleck auf meiner Hose. 

Irgendwann entscheidet sie, es ist blond genug. Mir ist mittlerweile alles egal. Sie wäscht die Bleiche aus, nur um direkt im Anschluss mich mit einer Effilierschere in ein gerupftes Huhn in Straßenköterblond zu verwandeln (denn von den Strähnchen ist rein gar nichts sichtbar). Ich bin kein gelernter Friseur, aber dass man zuerst einmal einen Schnitt mit der normalen Schere reinbringen muss, bevor man anschließend ausdünnt oder die Spitzen noch ausfranst, dass ist selbst mir klar, ohne Ausbildung. 

Ich verlasse den verwelken Salon mit blumigem Namen und weiß, dass ich ihn nie wieder betreten werde. Es hat sich eigentlich so viel Wut in mir angestaut, dass ich mich direkt per Wutablass in unser Appartement im 22. Stock katapultieren könnte, aber wer hatte dann mein Fieber messen sollen (Covid Maßnahme beim Betreten des Hotels)? 
Das war im November, kurz vor unserem Umzug in unser Haus. Und erst heute am 17. Mai 2021, was ein ehrwürdiger Tag, habe ich meine Friseurin für Dubai gefunden.

Zum diesem Thema möchte ich noch eine Geschichte aus USA ergänzen. Mein erster Friseurbesuch dort. Wir wohnten in einem hippen Viertel in Milwaukee, dem Third Ward. Super trendy, tolle Läden, Cafés, Bars und Restaurants. Und auch ein toller stylischer Friseursalon. Heidi, mein Glücksgriff hier. Im Nachhinein sage ich Glücksgriff, der erste Besuch eher belustigend…

Ich trug zu dieser Zeit Brille, 10 Dioptrien, kurzsichtig, was bedeutet, Brille ab – blind. Wir waren noch relativ neu in USA, meinem ersten englischsprachigen Wohngebiet. Alles saugt man auf, was man an englischen Wörtern irgendwo entdecken kann, denn es gibt noch so viel zu lernen. Im Appartement habe ich mir schon vorab ein paar Vokabeln, wie Pony, fransig usw rausgesucht. 

Auf dem Weg zu Fuß zu Heidi laufe ich an einer Reihe Parkplätze vorbei. Auf einem Schild steht: Angle Parking only. Die Parkplätze sind alle schräg zur Straße angeordnet. Cool, denke ich, ein neues Wort. Ich komme zu Heidi, wir verstehen uns super, besprechen mit Händen und Füßen meine Frisur-Wünsche. Mein Wunsch ein schräg geschnittenes, sehr stark ausgefranstes Pony. Irgendwie läuft da schon was schief. Sie wirft Vokabeln um sich, die ich noch nie gehört habe, dann plötzlich schnappe ich Angel Cut Frindge auf. Leider assoziiere ich diese „Vokabel“ nun mit dem vorher gelernten Angle Parking only und denke, ja super, die Autos mussten schräg parken, also wird Heidi mein Pony schräg schneiden, so wie ich es will. Dann ziehe ich die Brille ab. Blindflug. 

Heidi ist froh mit der Schere auf meinem Kopfe zu Gange und auch das Gespräch ist in vollem, frohem Gange. Als ob ich schon immer hier in Milwaukee bei Heidi beim Friseur hocke und es das normalste ist von der Welt. Herrlich. 
Stolz verkündet sie, ich solle die Brille wieder aufziehen, sie sei fertig. Nachdem ich meinen Blindflug beendet habe, überkommt mich ein kurzes Schockgefühl, dann die Dankbarkeit, dass ich nicht morgen in einem Reisebüro irgendwelchen Kunden gegenübersitzen muss, sondern mich einfach ein paar Tage im Appartement verkriechen kann. Mein wie mit dem Lineal gezogen gerades Pony etwa 1,5 cm über meinen Augenbrauen ist eine tolle Frisur für einen Clowns, oder sonst wen, wirklich witzig, aber nicht für mich. Nach dem ersten Schock, muss ich nur noch lachen. Heidi ist es mega peinlich. Ich komme noch einmal auf mein Angle Parking only zurück, wir gehen zusammen zu dem Schild und klar, dieses Wort wird vollkommen anders ausgesprochen als Angel Cut Frindge. 

Wieder was gelernt. Und ich kann nur sagen, auch das ist EntdeckerGlück. 

Herrlich, diese kleinen Erlebnisse, die einem beim Friseur in Deutschland nie passieren würden.

Besuch(en)

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Wann hast Du das letzte Mal mit deiner Familie, also mit Mama und Papa, zwei Wochen unter einem Dach gewohnt? Oder hast Du je schon einmal mit deinen Freunden zwei Wochen in einem Haushalt verbracht? Nicht im Urlaub, sondern unter dem Aspekt, dass die eine Partei Urlaub hat und die andere Partei im normalen Alltagswahnsinn steckt… Es ist eine Herausforderung, aber auch eine tolle Erfahrung. Am allerwichtigsten ist es, vorab bereits die unterschiedlichen Ausgangslagen zu verdeutlichen. 

Fangen wir mal mit dem Aufenthalt bei Mama und Papa an. 

Ein Beispiel dazu: 
Im Sommer 2020 stand unser Umzug nach Dubai an. Das Haus war verkauft, unser Hab und Gut in einem Container untergebracht. Übrig sind wir vier mit Hund und mit vier Koffern, vier Mal Handgepäck und einem Mietwagen und drei Wochen frei bis zum Abflug. Eine anstrengende Zeit des „Abbruchs“ liegt hinter uns, wir befinden uns nun im Aufbruch. Wegen Corona keine Möglichkeiten noch irgendwo Urlaub zu machen. Außerdem tief in unserem Bewusstsein, dass wir ebenfalls wegen Corona, unsere Familie leider nicht so schnell wiedersehen können, wenn wir erstmal weg sind. Somit ist sehr schnell klar, wir verbringen die Zeit noch bei und mit der Familie. Das Haus meiner Eltern ist zum Glück geräumig genug und hat einen großen Garten. Meine Oma wohnt auch noch mit im Haus, alle unter einem Dach. Und nun auch noch wir darunter, unterm Dach, für die nächsten drei Wochen. Wir befinden uns in der glücklichen Lage, dass mein Mann und ich ein geräumiges Zimmer im Dachgeschoss haben und die Kinder ebenso ihr eigenes gemeinsames Zimmer beziehen können. Jeder lebt in den Tag hinein. Jeder schläft solange er will, eventuell trifft man sich beim Frühstück, es sei denn natürlich, es ist vorab ein gemeinsames Frühstück vereinbart worden. Mittag- und Abendessen wird jeweils relativ spontan abgesprochen und organisiert. Wir sind da mittlerweile ein eingespieltes Team. Jeder kommt gut mit der Situation klar und Dank Garten, Sommer und dem großen hessischen Wald direkt vor der Tür, gibt es immer Zeit und Raum auch einmal auszubrechen. 
Mal erledigen wir die Einkäufe, mal die Eltern, denn auch darüber muss nachgedacht werden, denn plötzlich wohnen vier Personen mehr im Haus und müssen verpflegt werden. Ich kann die Waschmaschine und den Trockner nutzen, aber genauso wird nachgefragt, ob noch jemand Wäsche hat, wenn eine Maschine ansteht. Es ist ein tolles, intensives Familien-Erlebnis und sicher ist jeder nach drei Wochen froh, auch wieder durchatmen zu können und seine eigene Ruhe und seinen eigenen Platz zu haben. 

Dann gibt es natürlich noch die umgekehrte Situation. Wir sind die Raumgeber oder Gastgeber.

Gerade erst hatten wir unseren ersten Besuch in Dubai. Eine langjährige Freundin von mir, für uns alle gefühlt, ein Familienmitglied. Ein guter Testlauf für das, was die nächsten Jahre noch kommen wird. 

Denn hier haben wir auch eine neue Situation für uns. Nicht nur, dass wir in ein neues Land gezogen sind, welches natürlich nach neun Monaten nicht mehr neu ist. Besuchstechnisch neu ist, dass unsere Kinder jetzt eine weiterführende Schule besuchen. Das bedeutet längere Schulzeiten, mit vielen verschiedenen Unterrichtsfächern, somit auch mehr Klassenarbeiten usw. 

Und natürlich kommt Besuch meist nicht während unserer Ferien angereist, denn ganz bewusst, sind unsere Ferien natürlich auch unsere Zeit für Familienurlaub und Familienzeit. Also wird es viel häufiger vorkommen, dass Besucher in unsere Alltagszeit reisen, nicht nur in den Urlaub. Denn wenn man sich entscheidet, eine Familie im Alltag zu besuchen, ist das eine ganz besondere Grundvoraussetzung, die es zu verstehen gilt. Wir stehen morgens um 5:45 Uhr auf und die Routine kommt in Gange. Alles ist durchstrukturiert, damit das System Familie funktioniert. Und diese Routine kann nicht einfach ausgeschaltet werden, egal ob da eine, zwei, drei, vier oder gar mehr Leute anreisen. Ich kann versuchen, mich morgens leiser im Haus zu bewegen, nicht dreimal nach den Kindern zu rufen, damit sie die Zeit nicht vergessen, denn der Bus wartet nicht. Ich kann und werde nicht jeden Morgen ein Frühstück auftischen, denn das passt zeitlich nicht in meinen Tagesablauf. Ich frühstücke nämlich unter der Woche morgens nicht. Ich trinke meinen Kaffee neben meinen Arbeiten. Ich nehme mir irgendwann, wenn der Hunger kommt, meine 10 Minuten Zeit für mein Brot. Ich kann und werde gerne mal einen Morgen unter der Woche gemeinsam frühstücken, aber eben nicht täglich. Ich kann nicht meinen Alltag ruhen lassen, weil Besuch kommt. Ich kann nicht ständig meine Morgenroutine aus Sport, Haushalt, Arbeit und Erledigungen vernachlässigen, weil ich sonst unzufrieden werde und gestresst bin. Ich muss zu einer bestimmten Zeit das Essen der Kinder vorbereiten, denn die haben Hunger, wenn sie nach Hause kommen. Anschließend muss zu Zeiten von Hausaufgaben Ruhe im Haus sein, damit sich die Kinder konzentrieren können. Die Kinder haben Musikunterricht, Schwimm- oder Tennisstunden am Nachmittag, zu denen sie angemeldet sind, die bezahlt sind und zu denen wir auch gehen werden. Damit muss der Besucher leben. Meist läuft das absolut unkompliziert ab. Nach wenigen Tagen hat sich alles gefügt und eingespielt. 
Aber dann kommt der Abend. Auch hier, die Kinder gehen um acht Uhr ins Bett und wir Eltern, die ihren Schlaf brauchen und lieben, auch wir werden zwischen 21 und 21:30 Uhr verschwinden und schlafen, denn früh am nächsten Morgen klingelt unser Wecker wieder. 

Wenn man all das vorab ehrlich kommuniziert, ist die Ausgangslage für alle viel entspannter. 

Was die Lage in Dubai nun natürlich noch viel mehr für uns entspannt, ist die Tatsache, dass die Besucher all die Ausflüge und Sehenswürdigkeiten sicher auf eigene Faust unternehmen können. Jeder kann ganz gelassen und vor allem sicher alle Ziele mit dem Taxi bezahlbar erreichen. Denn natürlich stresst den ein oder anderen vielleicht die 8-spurige Autobahn, so dass nicht alle einen Mietwagen nehmen möchten. Ich sehe dazu auch keine Notwendigkeit. 

Das war in Johannesburg, Südafrika anders. Hier hatte man viel mehr noch ein Verantwortungsgefühl für seine Besucher. Und ich hätte niemanden guten Gewissens überall alleine hinfahren lassen und Taxifahren ist nicht wirklich üblich. Zumindest damals nicht, als wir dort waren. Somit habe ich immer ein abwechslungsreiches Programm für alle Besucher ausgearbeitet und die Reiseführerin inklusive Fahrerin gespielt. Und das mit größtem Vergnügen, denn es war eine tolle Rolle für mich und großartige Erfahrung. Und man muss sagen, wir hatten unendlich viele Besucher und ich habe unendlich viel von der Stadt Johannesburg gesehen. Jedes erdenkliche Museum und jeden Winkel der Stadt kenne ich. Was dort aber auch noch positiv hinzukam, es war alles günstig und bezahlbar. Eintrittsgelder waren gering, Frühstücken oder Mittagessen erschwinglich und somit kein Problem für mich, wenn ich die verschiedensten Höhepunkte vielleicht auch mehrere Male besucht habe. 
Zudem kam in dieser Zeit hinzu, dass unsere Kinder noch in den Kindergarten gingen, sehr entspannte Spieltage hatten, keinen Schulstress und noch viel wichtiger keine Hausaufgaben. Wir konnten auch ohne Probleme, die Kinder einmal einen Freitag oder einen Montag abmelden und für ein verlängertes Wochenende mit dem Besuch gemeinsam in den Busch fahren. Was bedeutet, dass man auf eine Safari Lodge fährt und es sich gutgehen lässt. Und auch das war und ist in Südafrika erschwinglich. Und natürlich hatten wir mit unserer langjährigen Erfahrung dort auch schon ein Händchen dafür, nach Schnäppchen oder etwas Besonderem Ausschau zu halten. Da steckt dann doch immer noch und für immer tiefverankert, die Reiseverkehrskauffrau in mir. Und zudem war ja auch so ein Busch-Wochenende für uns als Familie immer wieder aufs Neue ein wunderschönes Erlebnis und die absolute Erholung. 

Diese Situation ist natürlich in Dubai auch eine andere. Ich kann und werde nicht mit jedem Besucher auf den Burj Khalifa fahren können, den Tag in einem Wasserpark verbringen, Schlittschuhlaufen oder ins Aquarium gehen. Aber wie bereits erwähnt, ist es hier auch überhaupt kein Problem, wenn man all diese Highlights auf eigene Faust macht. Und eine Übernachtung im Hotel oder in der Wüste? Ja, wir haben das erlebt und werden es sicher auch in unserem Urlaub noch einmal machen, aber auch hier, sind die Preise nicht ohne und wir können und werden das nicht mit jedem Besucher machen können. Für uns ist natürlich auch unser Garten mit Pool der absolute Luxus und ein Traum. Hier finden wir Erholung, wenn wir abends alle noch eine Runde nach Arbeit und Schule plantschen. Oder ein Wochenende im Garten „unseres Ferienhauses“, grillen, chillen, lesen, plantschen – herrlich. Da will man gar nicht wegfahren. Das ist das, was andere für ihren Sommerurlaub in Kroatien, Italien oder Spanien buchen. Und es sind dann diese Wochenenden, an denen man gemeinsam intensive Zeit verbringen kann. Und sicher wird man das ein oder andere Mal auch unter der Woche abends gemeinsam zu einem entspannten Abendessen ausgehen, nur dann eben zeitlich immer auf die Bettzeiten der Kinder angepasst. Und da darf es dann auch mal eine halbe Stunde später werden, aber das sind dann eben Ausnahmen und keine Regeln. 

Für die Kinder ist solche eine Zeit eine bewusst schöne Zeit, denn diese Besuche zeigen ihnen, dass egal wo auf der Welt man ist, Freunde und Familie einen nie vergessen und man immer in Kontakt bleiben kann. Für uns hat das natürlich schon ein ganz anderes Bewusstsein erreicht und das Verständnis davon ist voll und ganz da, aber Kinder müssen dies erst lernen, verstehen und eben am allerbesten erleben. Somit sind Besuche bei uns, als auch Besuche von uns bei Freunden und Familie etwas sehr Wichtiges. 

Und nun kommt unser erster Sommer in Dubai und die Zeit naht, in der wir der Hitze entfliehen und uns nach Deutschland aufmachen werden. Dann heißt es wieder mit Mama, Papa und Oma Zeit unter einem Dach verbringen. Intensive Familienzeit. Herrlich schön. 

Und was es für mich noch heißt, die Heimat der Kindheit wieder und weiter entdecken. Denn es ist unglaublich erstaunlich, was man in der alten Heimat alles neu entdecken und erkunden kann, wenn man als Besucher dorthin zurückkehrt, in den Urlaub. 

Pures EntdeckerGlück. Ich freu mich drauf.

Zum Foto: Manchmal sind all die Gästezimmer nicht ausreichend… Wenn die Eltern mit Oma, zusammen mit Schwester und Mann und Neffe kommen, haben wir in Südafrika einmal kurzerhand einen Wohnwagen für zwei Wochen angemietet und vor der Garage plaziert. Man erlebt die tollsten Dinge mit Besuch.

Freunde kommen. Freunde bleiben. Freunde gehen.

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Als ich gerade laufen lernte, traf ich beim Spazierengehen mit meinen Eltern meine „älteste“ Freundin. Natürlich war mir das damals noch nicht bewusst, aber es waren die Anfänge. Wir waren zwar im gleichen Jahr geboren, aber da ich im August zur Welt kam und sie im Mai, waren wir nie in einer Kindergartengruppe gemeinsam, nie in der gleichen Schulklasse, absolvierten unseren Konfirmandenunterricht getrennt, machten die damals gängigen Tanzkurse in aufeinanderfolgenden Jahren. Ich war auf einer Realschule, sie auf dem Gymnasium. Sie ging nach Köln zum Studieren, ich machte zwei Ausbildungen in der hessischen Heimat, bevor ich mit meinem damaligen Freund nach Bayern zog. Aber eines war sicher, trotz vieler kommender und gehender Freunde in all den Jahren, blieben wir uns immer ganz verbunden. Jedes Mal, wenn wir aufeinandertrafen, war es, als hätten wir gestern erst zusammengesessen. Es fehlte nie an Redestoff und es war nie ein seltsames Gefühl einer erneuten Annährung. Es war immer so, wie es schon immer war. Das ist auch heute noch so, über vierzig Jahre später. Von Grundschule, über Realschule, über Ausbildung, Tanzkurs, Sportvereinen und all dem, was einem sonst so im Leben begleitete, ist diese Freundin die beständigste. Katja.

In meinen vier Jahren in Regensburg, die Zeit in der ich meinen 30. Geburtstag feierte und heiratete, kam durch einen Spanischkurs eine neue, treue Freundin hinzu. Klara. Recht schnell zogen wir von dort aus in die USA. Klara kam mich zweimal besuchen. Wir schrieben uns zu der Zeit fast täglich lange Emails mit Updates aus unserem täglichen Leben. Ich habe diese noch alle gespeichert. 
Wir zogen von dort nach Südafrika. Während der Übergangszeit von sechs Wochen, wohnten mein Mann und ich in einer Ferienwohnung in Regensburg, direkt gegenüber von Klaras Wohnung. In Südafrika angekommen, kam Klara mich jedes Jahr mindestens für eine Woche besuchen. Sie wurde so ein Teil der Familie. 
Mit unserem Rückzug nach Bayern im Jahre 2016 rückte Klara in greifbare Nähe und wir konnten uns regelmäßig zum Frühstück treffen oder auf einen gemeinsamen Wochenendausflug gehen. Es war toll, aber die Zeit war natürlich nie so intensiv, wie während den Besuchen von Klara bei uns im Ausland, denn dort waren wir so eng zusammengewachsen und sie war damals irgendwie Familie geworden, auch für die Kinder. Scherzhaft für uns „Tante“ Klara. 
Jetzt sind wir seit August 2020 in Dubai und was soll ich sagen, Klara hat uns schon besucht. Es ist herrlich, so tolle Freunde zu haben. Unsere neue Routine: wir schreiben keine täglichen Emails mehr, sondern senden uns tägliche Sprachnachrichten. Herrlich.

Durch familiäre Umstände und Selbstständigkeit ist Katja nicht so flexible, wie Klara, aber wir schaffen es immer wieder uns regelmäßig zu sehen. Da wir alle im sehr im täglichen Leben, mit Familie und Aufgaben eingespannt sind, hat sich das Austauschen von Sprachnachrichten zu einer tollen Routine entwickelt. Ersetzt aber natürlich nie die wirklichen Gespräche, dir wir immer wieder einplanen. Diese beiden Freundinnen kamen und blieben und werden bleiben. 

Während all der Jahre in verschiedenen Orten, in verschiedenen Ländern, kamen so viele tolle, neue Freunde hinzu. Auch hier: einige blieben, andere gingen und blieben gegangen. Die, mit denen ich immer noch in Kontakt bin, bereichern mein Leben und teilen ein besonderes Stück Lebensweg mit mir. Das verbindet und wird auch so bleiben. Dank all der modernen Medien ist das Kontakt-halten mittlerweile so einfach geworden und verbindet so wunderschön, auch visuell. 

Mit Corona hab sich auch viel gewandelt. In dieser Zeit sind auch unsere Kinder, bereits im Alter von 10 Jahren, durch WhatsApp, Skype oder Zoom mit ihren Freunden in einer ganz neue Art von Kontakt und Kommunikation getreten. Nicht frei gewählt, aber gezwungen. Denn schon während der letzten Monate in Deutschland konnte sich keiner mehr treffen. Aber schnell schalteten die Kinder ihren Modus um und bildeten die irresten Gruppen zum Austauschen und reden, stundenlang. Sie wuchsen auf eine neue Art und Weise zusammen. Was zum Glück unseren Kindern wiederum in diesem Moment des Wandels in ihrem Leben sehr half. Denn nicht nur würden die meisten der Mitschüler der vierten Klasse auf die verschiedensten neuen Schulen wechseln, in unterschiedlichen Orten, sondern auch neue Freunde finden. Aber irgendwie war genau diese Generation Kinder durch Covid19 bereits an die neue Art des „Freundschaft erhalten“ ungewollte durch die Umstände gezwungen worden. 

Es ist jetzt zwar doch für alle etwas schwieriger neue, wirklich feste Freunde zu finden, denn natürlich gelten immer noch gewisse Versammlungsregeln, aber auch wenn vieles langsamer anläuft, denke ich doch, dass auch hier noch interessante Verbindungen fürs Leben entstehen werden. Und es ist immer wieder schön zu sehen, dass wirklich auch der Kontakt zu Bayern und den Freunden dort nicht abreißt.  

Es wird wieder so sein, dass einen einige dieser Freunde der letzten vier Jahre in Deutschland enger erhalten bleiben werden, aber es bleiben für immer die gemeinsamen Erlebnisse in uns allen erhalten. 

Und auch jetzt hier haben wir schon Freunde gefunden, wo ich das Gefühl habe, auch diese kommen nicht nur, die bleiben. 
Und wie findet man Freude? Offen sein. Die liebsten hier haben wir am Neujahrstag in einem Restaurant „entdeckt“, am Nachbartisch. Ebenfalls mit zwei Kindern, im ähnlichen Altern, wie unsere und wir kamen ins Gespräch. Und es wurde so ein unerwartet toller Abend, dass wir uns bereits eine Woche später zum Grillen trafen. Und was soll sagen, schon bald fahren wir für ein paar Tage gemeinsam in den Urlaub. Was für ein Zufall am Neujahrstag. 
Immer mit offenen Augen durch Leben und ruhig mal etwas wagen. Auch wenn es auf den ersten Blick verrückt ausschaut. Aber die Familie am Nachbartisch könnten die neuen besten Familienfreunde werden. Keine Scheu haben. Aber ich bin überzeugt, dass eine Familie, die schon öfter im Ausland gelebt hat, diese Scheu einfach nicht mehr kennt. Tu das, was sich gut anfühlt. 

Und jeder Moment mit tollen Menschen ist EntdeckerGlück.

Ergänzung: Jetzt habe ich das Bedürfnis noch ein tolles Erlebnis beim Mittagessen heute zu teilen. Heute Morgen verfasse ich den Blogbeitrag, von dem meine Kinder natürlich keine Ahnung haben. Wir sitzen dann heute Nachmittag beim Essen zusammen und die Kinder erzählen von der Schule. Plötzlich sagt mein Sohn, ob er Mia eine Sprachnachricht senden kann. Ich frage: „Mia? Welche Mia?“
„Na, die Südafrika Mia.“
Zur Erklärung, Mia – die erste wahre Freunden, an die sich unsere Zwillinge bewusst erinnern können – mit drei Jahren.
Ich bin total überrascht, aber natürlich suche ich sofort den Kontakt der Mutter auf WhatsApp raus. Wir nehmen gemeinsam zwei Videobotschaften für Mia auf und senden sie sofort ab.
Ich bin vollkommen überrascht, dass gerade heute, wo ich das Thema Freundschaft in meinen Blog aufnehme, diese Situation entsteht.
Es zeigt wieder einmal, dass das, was ich vorher beschrieben habe, stimmt. Die Welt ist durch die verfügbaren neuen Medien ein großes Stück näher zusammengewachsen.

Gerade sitzt mein Sohn neben mir und macht seine Biologie Aufgaben. Jetzt erklärt sich auch, wie er auf Mia zu sprechen kam. Ein gemeinsames Erlebnis im Kindergarten in Johannesburg. Das Schlüpfen von Küken, dass die Kinder dort live beobachten durften. Und das Thema „Vogeljunge entwickeln sich im Ei“, welches aktuell heute in Biologie in der 5. Klasse in Dubai behandelt wird.