Wisconsin.

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Starten werde ich heute erstmal mit einer Einführung Wisconsin. Ist ja nicht unbedingt der Klassiker, den jeder USA Reisende besucht oder gar kennt. Aber ihr werdet sehen, dass es hier viele, tolle Überraschungen gibt.

Die Hauptstadt des Staates Wisconsin ist Madison, im Süden des Landesinnern, mit etwa 250.000 Einwohnern. Die größte und auch bekannteste Stadt ist Milwaukee direkt am Lake Michigan mit ca.  600.000 Bewohnern in der Stadt, die Vororte eingerechnet hat sie circa 1.4 Millionen Einwohner.

Im Norden grenzt Wisconsin nur noch an den Lake Superior, im Nordosten schließt sich Michigan an und die komplette Grenze im Osten bildet der Lake Michigan.

Im Süden liegt der Nachbar Illinois und im Westen liegen Iowa und Minnesota. Der Mississippi bildet hier im Westen auf ca. 360 km die natürliche Grenze zwischen Wisconsin und den Staaten Iowa und Minnesota. Daran hätte wohl keiner von Euch gedacht, dass wir den fünftlängsten Fluss unserer Erde, mit 6.051 km hier in Wisconsin besuchen können. Ich zumindest nicht.

Die Great Lakes (die Großen Seen) im Norden der USA und im Süden Canadas bilden mit ca. 245.000 km2 die größte Binnensüßwasserfläche der Erde. Sie bestehen aus fünf zusammenhängenden Seen. Der Lake Michigan (Michigansee) liegt als einziger komplett in den USA. Die vier anderen, der Lake Superior (Oberer See), der Lake Huron (Huronsee), der Lake Erie (Eriesee) und der Lake Ontario (Ontariosee) teilen sich die Küste mit USA und Canada. Die Great Lakes sind die einzigen Süßwassergewässer mit Gezeiten.

Vom Lake Ontario fließt das komplette Wasser der Great Lakes durch den St. Lawrence Strom in den Atlantik.
Mit einer Fläche von ca. 140.000 km2 liegt Wisconsin auf Rang 23 von 50 Bundesstaaten und ist ungefähr doppelt so groß wie Bayern.

Der Spitzname des Staates ist Badger-State (Dachs-Staat) oder America´s Dairyland (amerikansiches Bundesland der Milchindustrie). America´s Dairyland steht auch auf fast jedem Nummernschild. Was schon einiges über diesen Bundesstaat aussagt.

Der große Zauberer Harry Houdini zog mit seiner Familie kurz nach seiner Geburt nach Appleton, im Osten Wisconsins. Hier lebte er bis zu seinem neunten Lebensjahr. Dann zog die Familie nach Milwaukee. Geboren wurde er noch in Budapest Ungarn unter dem Namen Erik Weisz. In Appleton gibt es eine Dauerausstellung zu seiner Entfesselungs- und Zauberkunst.

Die Klimaverhältnisse sind absolut mit denen in Deutschland zu vergleichen, der Winter vielleicht ein bisschen extremer von den Temperaturen.

Anreise:
Chicago, im Süden von Wisconsin im benachbarten Bundesstaat Illinois, ist der nächste internationale Flughafen zum Staate Wisconsin!

Wenn wir von Deutschland aus nonstop oder über einen anderen Flughafen in Europa nach Chicago fliegen, landen wir im Terminal 5, dem International Terminal! Sehr übersichtlich ist es hier! Da merkt man nicht viel von der Tatsache, dass Chicago der Flughafen mit der zweihöchsten Passagierzahl in USA ist. Also keine Scheu vor großen Flughäfen.

Auf nach Wisconsin:
Am einfachsten ist es, mit dem Wisconsin Coach Bus nach Milwaukee zu fahren.
Wir fahren bis Milwaukee-Amtrak-Station, genießen die Aussicht aus dem Bus, die ersten Eindrücke. Nicht lange und wir verlassen Illinois und kommen nach Wisconsin.

Rechts der Straße zeigt uns ein großes Holzschild in Form des Staates Wisconsin, dass wir WILLKOMMEN sind. Auch der Zustand der Straßen wird uns schlagartig sagen, hier hat sich etwas verändert. Wir zahlen keine Maut (Toll im amerikanischen) mehr, aber die Straßen sind besser. Wir sind wirklich willkommen.

Über weites flaches Land mit verstreuten roten Farmen führt unser Weg nach Norden. Immer auf dem Highway 94 entlang. Immer rechts von uns in ein paar Meilen Entfernung liegt der Lake Michigan. Der Einzige der großen Seen, der sich komplett in Amerika befindet.

Nach knapp zwei Stunden entspannter Fahrt mit ersten Eindrücken, kommen wir an der Amtrak Station in Milwaukee an und befinden uns somit schon Downtown. Wir nehmen ein Taxi und fahren zu einem der nahe gelegenen Hotels in Downtown oder vielleicht ein Airbnb im Historic Third Ward.

Erste kurze Orientierung, wenn wir ankommen:
Wenn wir vor dem Bahnhof stehen, diesen in unserem Rücken haben und nach rechts schauen, sehen wir das Hauptpostamt und weiter rechts, den attraktiven Stadtteil Third Ward. Wenn wir gerade ausschauen und ein bisschen rechts ist das der komplette Teil, den wir Downtown nennen und wo auch die meisten Hotels liegen.

Mit dem Taxi sind wir in wenigen Minuten und wenigen Dollar angekommen.

Und obwohl ja Madison die Hauptstadt Wisconsin ist, ist die wichtigste und bekannteste Stadt Milwaukee.

Absolutes Wahrzeichen der Stadt ist das 2001 fertiggestellte oder besser, um die wirkliche Attraktion erweiterte, Kunstmuseum. Milwaukee Art Museum – kurz MAM. Vor dem Umbau handelte es sich um einen einfachen Betonklotz aus den 70er Jahren. Nach dem Anbau des vom spanischen Architekten Santiago Calatrava entworfenen Eingangsbereiches, steht nun das Museum in strahlendem Weiß, majestätisch seine Flügel ausbreitend, am Ufer des Lake Michigan und man meint es würde gleich abheben und davonfliegen!

Jeden Morgen zur Öffnung um 10 Uhr schwingen die Flügel beeindruckend in genau sieben Minuten auf. Dann stellt es bis 12 Uhr mittags seine ganze Pracht dar. Das Schauspiel, einmal auf und einmal zu, wiederholt sich zur Mittagszeit noch einmal für den Anblick der Schaulustigen. Bis es dann um 17 Uhr (Do um 20 Uhr) seine Flügel endgültig für den Tag wieder schließt. (Nur bei nicht geeigneten Wetterbedingungen oder Sonderveranstaltungen im Museum ändert sich dieses Ritual.)

Um Milwaukee herum
Nach ein paar Tagen in der Stadt will man vielleicht auch mal wieder raus, etwas Neues entdecken und Land und Leute kennenlernen. Wir finden hier weder Metropolen wie Los Angeles, New York, noch den Gran Canyon oder die touristischen Sonnenziele in Florida. Hier lernt man ein vollkommen anderes Amerika kennen. Eines das man so vielleicht gar nicht erwartet hätte. Kleine Hafenstädte entlang des Seeufers, herrliche Sandstrände und idyllische, sehenswerte Orte im Landesinnern.

Viele dieser Sehenswürdigkeiten kann man in Tagesausflügen von Milwaukee aus besuchen. Dazu mehr in den nächsten Beiträgen.

Stecker und Steckdosen

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Eine kleine kurze Anekdote von gestern. 

Wir haben eine elektrische Zahnbürste, noch aus Deutschland. Für mich die Revolution der Zahnbürsten, die Philips Sonicare. Nun hat genau die, leider Anfang der Woche den Geist aufgegeben. Also habe ich mich bezüglich der Preise informiert und eine neue gekauft. Die Alternative wäre gewesen, dass mein Mann eine aus Österreich mitbringt, wo er sich momentan geschäftlich für ein paar Tage aufhält. Ich habe dieses Angebot abgelehnt und fand die Preise hier absolut o.k. und habe sie somit in der Apotheke meines Vertrauens erstanden.

Ich habe die Zahnbürste ausgepackt, kurz getestet, dass sie funktioniert und habe die Verpackung gewissenhaft in der Recycling Tonne entsorgt. Jetzt wollte ich gestern die lokal gekaufte Zahnbürste im Bad in Betrieb nehmen und dann war da ein kleines Problem…

Denn in den Badezimmern hier, gibt es nur eine Steckdose für Rasierer. Dort konnten wir das alte Ladegeräte mit der „deutschen“ Steckerversion anschließen. Nun aber hat die in Dubai gekaufte Ladestation leider den lokalen 3er Stecker und somit können wir ab jetzt die Zahnbürste nicht mehr im Badezimmer laden… Wo bitte schließt man sonst seine Zahnbürste an? Soll ich die jetzt im Schlafzimmer stehen haben oder in der Küche oder gar im Esszimmer? Könnten wir alle direkt nach dem Essen immer Zähneputzen. Ich könnte eine alte Waschschüssel mit Wasserkaraffe daneben platzieren – so als kleines Kunstwerk oder als Gag…

Natürlich nur ein kleines Problem, welches mich aber gestern ziemlich genervt hat und ich mit euch teilen wollte. Wo meine Zahnbürste in Zukunft geladen wird… weiß ich leider noch nicht.

Alle Steckdosen hier haben die britischen 3er Stecker. In jedem Supermarkt gibt es bezahlbar Adapter, gerne und oft auch Mehrfachadapter zu kaufen, also generell kein Problem. Nur in Kombination mit der besonderen Rasierersteckdose im Bad harmonieren diese leider nicht…

Ich werde mal versuchen, die neue Zahnbürste mit der alten Ladestation zu laden…

Hätte ich doch das Angebot meines Mannes angenommen!

 

Foto: die schwarze Ausführung ist die neue Zahnbürste

Deutschland 1. Familie und Freunde.

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Der Sommerhitze Dubais entfliehen

6 Wochen auf Reisen. 4 Wochen Deutschland. 2 Wochen Griechenland.

Noch nie vorher hatte ich sechs Wochen Urlaub am Stück. Es mag jetzt den ein oder anderen geben, der glaubt, wenn man nicht berufstätig ist, dann gibt es so etwas wie den Ausspruch „6 Wochen Urlaub“ überhaupt nicht. Aber das gibt es. Für mich auf jeden Fall. Zu Hause in meinem Leben in Dubai, bin ich Hausfrau, Mutter und FamilienUnternehmerin. Bei uns ist immer etwas los, gibt es immer etwas zu erledigen oder es steht ein neues Projekt an, wie Umzug, Hauskauf, BlogStart, Urlaubsplanung, Papierkram, Abrechnungen usw. usw. Langeweile oder gar Leerlauf kenne ich nicht. 

Doch, jetzt schon. 6 Wochen Urlaub – haben mir sowohl Langeweile, als auch Leerlauf gezeigt oder besser das süße Nichtstun. Herrlich. Aber..

Ich kann auch sagen, dass man sich nach dieser langen Zeit wieder auf seinen Alltag freut. Ich zumindest. 

Denn ich war ja nicht sechs Wochen im klassischen Urlaub wie wir das alle kennen. Dieser Urlaub war mit vielen tollen WiedersehensBesuchen, mit FamilienStunden und UrlaubsEntdeckungen verbunden. Ein unglaublicher Mix aus allem, den es gilt jetzt erst einmal langsam zu verarbeiten, zu verdauen und auch noch einmal zu reflektieren. Denn die Tage und Erlebnisse sind nur so im Fluge an mir vorbeigezogen, haben sich regelrecht überschlagen, es war so viel und so intensiv. 

Das neue Miteinander im Elternhaus. Plötzlich wohnen dort vier Generationen unter einem Dach. Der klassische Abend zur Entspannung auf der Couch mit stupidem Fernsehschauen ist da nicht im Programm. Es wird gespielt, geredet, Verwandte und Freunde kommen vorbei, es werden Geburtstage gefeiert, man geht Essen, macht Ausflüge miteinander oder getrennt. Eigentlich ist 24/7 Programm angesagt. Ständig ist der Esstisch der Eltern ausgezogen, weil immer alle zusammenkommen und das Elternhaus plötzlich zum Versammlungsort wird. Denn wenn ich mit kids in der alten Heimat bin, kommt natürlich auch meine Schwester mit ihren Kindern vorbei. Wir müssen die Zeit nutzen, in der wir uns so einfach sehen können. Ich bin dankbar für tiefenentspannten, liebe Eltern, die so viel für uns in dieser Zeit machen und super mit dem Trubel um sie herum klarkommen und dankbar für die coolste Oma mit 89 Jahren. Es ist eine intensive, besondere Familienzusammenkunft, die halt nicht nur ein Wochenende anhält, sondern sich ein paar Wochen hinzieht…

Aber natürlich waren wir nicht nur stationär im wunderschönen Hessischen Hinterland bei den Eltern. 

Die Kinder und ich haben uns auf den Weg nach Bayern gemacht. In die alte Heimat, der letzten vier Jahre vor unserem Umzug nach Dubai. GästebettenZeit in Bayern. 
Beim Zusammentreffen mit den alten Schulfreunden aus der Grundschulzeit haben sie realisiert, dass sich eigentlich nichts ändert an den Freundschaften, wenn man sie pflegt. Und die Erkenntnis gewonnen, dass es sich lohnt auch über große Entfernungen und Zeiträume, Freundschaften zu pflegen. Denn gepflegte Freunde, können Freunde fürs Leben sein oder werden, auch wenn die Lebenswege weit voneinander entfernt auf verschiedenen Kontinenten weitergehen. Eine tolle und wichtige Erkenntnis, die die Kinder hier mit 11 Jahren machen konnten. 
Wenn natürlich auch immer mal wieder in Dubai, Sätze kommen, die zeigen, dass sie den ein oder anderen Freund oder die ein oder andere Freundin, doch noch immer sehr vermissen. Ich kann ihnen aber nur zu gut mit meinen Freundschaften zeigen, dass selbst die Sandkastenfreundin erhalten bleiben kann, wenn man es will. 

Mit alten Freunden und Kollegen konnte ich entspannte, interessante Stunden verbringen. Sehr gespannt, war ich natürlich auf meine Gefühle bei dieser ersten Rückkehr. Und eigentlich ohne große Überraschung kann ich sagen, meine Gefühle waren durchweg positiv. Es war toll, die Zeit mit den alten Freunden zu verbringen, zu quatschen, zu lachen. Aber im Innern war dieses sichere Gefühl, trotzdem die absolut richtige Entscheidung getroffen zu haben, nach Dubai zu ziehen. 

Meinem Sohn kamen dann doch einmal auch die Tränen, als wir bei einer Fackelwanderung an unserem alten Haus vorbeikamen… Aber auch verständlich. Er kam mit 6 Jahren nach Nandlstadt und ist mit 10 Jahren wieder weggezogen. Ich denke, diese Zeit ist die erste Zeit, die Kinder bewusst erleben und noch viel wichtiger, sich auch bewusst an diesen Lebensabschnitt für immer erinnern werden. Somit konnte ich sehr gut mit ihm mitfühlen. Da hilft nur in den Arm nehmen, trösten, Verständnis zeigen. 10 Minuten später war die Welt wieder in Ordnung, als es am Lagerfeuer mit alten Freunden Marshmallows gab. 

Weiter ging es nach Regensburg. Nächstes Gästebett. Nächste Freundin aus einer wiederum anderen alten Heimat, der wunderschönen UNESCO Welterbe Stadt Regensburg. Auch hier erneut den Kindern vorleben, dass Freunde über jegliche Distanzen und Zeiträume immer erhalten bleiben können und mittlerweile zu Freunden der Kinder werden. 

Ich weiß nicht, auf wie vielen Terrassen, Balkonen, an wie vielen Esszimmertischen und in wie vielen Restaurants oder Cafés ich in diesen sechs Wochen mit wie vielen unterschiedlichen tollen Freunden und Familie gesessen habe und UNZÄHLIGE wunderschöne Stunden verbracht habe. Es war eine rundum erfüllende und spannende Zeit. Ich freue mich auf den nächsten Sommer. 

Aber bis dahin, liebe und genieße ich jede Sekunde meines Lebens, unseres Lebens in Dubai. Und weiß, wir haben die richtige Entscheidung getroffen. Wir sind hier glücklich.

Wichtige Apps Dubai

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In Dubai geht eigentlich nichts ohne ein paar Apps, die man unbedingt haben sollte und manche auch haben muss, wenn man hier lebt. 

Nachdem man seine EID (Emirates ID erhalten hat) kann und sollte man sich bei diesen Apps unbedingt anmelden. 

DHA App – Dubai Health Authority 

Hier kann man unter anderem seinen Termin für eine Covid19 Impfung buchen und anschließend auch seine Vaccination Card mit QR Code herunterladen oder einsehen. Unbedingt auch die Kinder hier mit eintragen.
Jeder in Dubai benötigt auch eine MRN – eine Medical Record Number – auch diese kann man über die App beantragen.

Al Hosn App

Wichtig für alle Testergebnisse rund um Covid19. Alle PCR Tests sind hier erfasst, positive wie negative Ergebnisse mit genauem Datum. Wenn man einmal ein positives Ergebnis hatte, bleibt der Name mit Foto in dieser App solange Rot unterlegt, bis man wieder zwei negative PCR Tests hat machen lassen. Nur somit kann  man wieder den grünen Status erlangen.  
Auch alle Covid19 Impftermine sind hier einsehbar und es ist vermerkt, welchen Impfstoff man wann erhalten hat und ob man vollständig geimpft ist. 
Auch in dieser App sollte man unbedingt seine Kinder miterfassen.

Prkn App

Super wichtig, wenn man selber Auto fährt. Hierüber kann man die Parkgebühren bezahlen. Man erfasst einmalig das Kennzeichen des Autos in der App. Wenn man dann in Dubai an Parkplätzen entlang der Straße orangefarbene Schilder sieht, erfasst man die Parkzone (drei Nummern und ein Buchstabe) in der App, wählt die Aufenthaltsdauer und bekommt direkt per SMS die Buchung bestätigt. Hierüber kann man auch die Parkgebühren bei einem Aufenthalt in Abu Dhabi, Sharjah oder Ajman bezahlen.

Dubai Police App

Ebenfalls sehr wichtig für alle Autofahrer. Hierüber kann man direkt einen Unfall melden. Mir ist es passiert, dass mir eine Dame beim Einparken, während ich beim Einkaufen war, das Auto angefahren hat. Ich hatte diese App noch nicht und hatte keine Ahnung, was zu tun war. Leider war der anwesende Parkplatzwächter, der den Unfall beobachtet hatte, auch keine große Hilfe. Er drängte mich, die Polizei zu rufen, was vollkommen vertane Zeit war. Leider musst die Unfallverursacherin den Unfallort verlassen und ich hatte nur Fotos der Schäden, ein Foto ihrer Emirates ID, des Nummernschildes und ihre Telefonnummer. Hätte ich die App damals schon gehabt, hätte ich mir viel Zeit und Mühe gespart. Über die App kann man direkt alle Infos des Unfallhergangs erfassen, Fotos hochladen, den Führerschein und NICHT die EID (Emirates ID) einscannen und fertig. Innerhalb von zwei Minuten hat man den kompletten Unfallbericht auf seinem Smartphone und kann diesen an die Versicherung weiterleiten. Also ein MUSS für Autofahrer– diese App. 

Careem App

Für Tage, an denen man mal nicht Autofahren möchte. Ähnlich wie Uber, nur ein lokaler Anbieter. Super Taxiservice, schnell, unkompliziert und zuverlässig. Günstigste Variante auf der App „Hala Taxi“, denn über die Option „Car“ kann man auch Limousinen buchen. Für uns, Familie mit zwei Kindern, also 4 Passagiere wählen wir unter „Hala Taxi“ den Hala Van, aufpassen hier wird einem auch immer eine Limousinen Variante für 4 mit angezeigt. Einfach ein bisschen weiter runterscrollen. 
Nach Beenden der Fahrt erfolgt die Abrechnung über die Kreditkarte, die man in der App hinterlegt hat. Man ist also schnell und einfach wieder aus dem Taxi raus. Zum Beenden der Fahrt muss man die Fahrt noch bewerten und kann (und sollte) dem Fahrer ein Trinkgeld geben. Anderen eine kleine Freude machen, macht einem selber auch eine Freude. Sollte man beim Verlassen des Autos nicht mehr daran denken, die Fahrt abzuschließen, wird man spätestens beim nächsten Öffnen der Taxi App dazu aufgefordert. 
Über die App kann man auch Essen bestellen. Sehr praktisch und von uns auch häufig genutzt. 

Careem Bike App

Careem bietet auch an einigen Stellen in der Stadt Miet-Fahrräder (strahlen in grellem Grün) an. Tolle Gelegenheit Dubai auf eine ganz andere Art kennenzulernen. Auch hierfür gibt es eine App. Der einzige Nachteil, dass man pro App immer nur ein Fahrrad ausleihen kann. 

InstaShop App

Diese App benutze ich hin und wieder für die Bestellung von Lebensmitteln oder alles was man in einem großen Supermarkt einkaufen kann. Hierüber kann man auch Kuchen, Brot oder Donuts, Blumen, Fleisch, Meeresfrüchte, Wasser, Kaffee, Hundefutter und vieles mehr bestellen und alles, meist ohne extra Kosten, nach Hause liefern lassen. Selbst Apotheken liefern die Medikamente nach Hause, meist ohne Rezept. 

DEWA App

Hierüber kann man seine Strom- und Wasserrechnungen zahlen und, manchmal noch viel wichtiger, auch seinen Verbrauch kontrollieren und reagieren, bei unrealistischem Verbrauch. Hierdurch haben wir beim Einzug in unser gemietetes Haus festgestellt, dass wir einen massiven Wasserverlust hatten. Mit einer entsprechenden Firma konnten wir drei Stellen ausfindig machen, an denen wir einen Wasserschaden hatten und das Wasser einfach ungenutzt in den Kanal floss, aber von uns bezahlt wurde.  

Propertyfinder App

Bester Helfer bei der Immobiliensuche, egal ob Kauf oder Miete.

Nice to have: 

Share App

Ähnlich wie payback in Deutschland. 

Dubizzle App

Eine App ähnlich ebay Kleinanzeigen. 

Entertainer App

Eine Art Club, der man beitritt und dann in den verschiedensten Restaurants oder Attraktionen Ermäßigungen bekommt. Lohnt sich hier mal reinzuschauen. 

Wenn mir noch weitere über den Weg laufen werden, werde ich diese natürlich zeitnah hier ergänzen.

Rund um den Hund

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Umzug, Anmeldung, Hundepension

In Südafrika kam kurz vor den Kindern ein Hund in unsere Familie. Es war ein kalter Wintertag, als wir den kleinen Welpen auf der Farm der Eltern einer Freundin abgeholt haben. Die süße kleine Mischlingsdame haben wir Summer genannt, weil wir sie im Winter bekommen haben. Und sie ist wirklich ein Sonnenschein und macht ihrem Namen alle Ehre. Ein Familienmitglied. Ein enger Begleiter und Freund unseres Sohnes, der eigentlich keinen Schritt innerhalb des Hauses alleine macht, sondern immer und überall Summer mitnimmt. Summer schläft vor seinem Bett, sie begleitet ihn auf die Toilette und sitzt neben der Dusche und wartet geduldig, bis er fertig ist.

In Südafrika ist ein Hund auch immer für die Sicherheit der Familie da. Wir wohnten in Johannesburg, zwar in einem Estate mit einer hohen Mauer draumherum und zusätzlich Stacheldraht oben auf der Mauer, aber trotzdem ist so ein Hund gut. Er beruhigt. Wie ich schon erwähnte haben wir einen wahren SonnenscheinHund, von dem man meint, dass er jeden schwanzwedelnd begrüßt. Macht er generell auch. Aber wir hatten zwei Erlebnisse der anderen Art in Südafrika, die mir in Erinnerung geblieben sind. Einmal begegneten wir auf einem Spaziergang innerhalb des Wohngebietes einer Person, die Summer überhaupt nicht mochte. Sie stellte die Nackenhaare, fing wie wild an zu Bellen, immer mit Blick auf den Mann, den sie offensichtlich nicht mochte. Es kostete mich einige Kraft, sie zum Beenden des Spazierganges zu überzeugen. 

Das zweite Mal hatten wir einer super nette Truppe Bauarbeiter im Haus. Darunter war ein einziger, den sie partout nicht ausstehen konnte. Er wurde angeknurrt und verbrachte seine Mittagspause aus Angst immer auf dem Vordach, während die anderen entspannt im Schatten auf der Terrasse saßen. Unsere damalige Perle des Hauses, Charity, sprach den Mann darauf an, was er denn für „Dreck am Stecken“ hätte, dass ihn der Hund nicht leiden könne. Wie sich herausstellte, nahm er Drogen, was er vollkommen eingeschüchtert zugab. Keine Ahnung, ob er das Laster nach der Erfahrung vielleicht sogar aufgab…

Umzug von Südafrika nach Deutschland

So ein Hund ist eben ein echtes Familienmitglied und ein Hund einer Expatfamilie wird somit auch zum Expathund. Als wir von Südafrika nach Deutschland zogen, lief das alles sehr reibungslos ab. Wir hatten in Deutschland vorab ein Haus gemietet und wir hatten ein Umzugspaket der Firma, das auch den Hund mit umzog (also mitbezahlte). Nachdem der Container auf die Reise gegangen war, blieb Summer noch zwei Tage in einer ihr bekannten Hundepension und wurde von dort für den Transport abgeholt. So konnten wir sie drei Tage später in München am Flughafen wieder in Empfang nehmen. Ohne Quaratäne. 

Umzug von Deutschland nach Dubai

Summer verbrachte vier spannende Jahre in Deutschland mit uns. Sie liebte den Schnee und das Toben am Schlittenberg. Sicher ein Highlight, neben den ausgedehnten Waldspaziergängen. Ein Traum für einen Hund. Was aber nun tun, wenn ein weiterer Umzug ansteht und es diesmal nach Dubai geht. Kein Schnee, keine Wälder…

Im vorherigen Leben war Summer vielleicht Seehund… denn Schwimmen liebt sie über alles. Besonders das Toben mit den Kindern im Pool. Sie springt, wie die Kinder, mit großer Begeisterung vom Beckenrand und kennt keine Angst. Das war schon in Südafrika so und das ist jetzt wieder in Dubai so. Nachdem sie vier Jahre in keinen Pool gesprungen war, brauchte es eine Weile und einige Sprünge der Kinder bevor auch sie wieder „wusste“, wie dieser Spaß funktioniert. Und klar, gibt es jetzt keine ausgedehnte Waldspaziergänge mehr, aber dafür stundenlange Badesessions. Und es gibt auch einige Wanderungen, die man in den Bergen im Winter machen kann, auch mit Hund. 

Der Umzug von Deutschland nach Dubai lief diesmal allerdings anders ab und wir mussten uns selber darum kümmern und auch selber dafür bezahlen. Günstig ist so ein Umzug nicht. Unser Hund wiegt etwa 34 kg. Summer ist also kein kleiner Hund. Da wir wegen Covid19 auch kein Haus suchen konnten, bevor wir umzogen, musste Summer zur Überbrückung bei meinen Eltern für fast vier Monate untergebracht werden. Nicht ganz freiwillig, haben sie sich bereit erklärt und haben sich auch ein bisschen verliebt.. – glaube ich. Aber natürlich macht so ein Haustier viel Arbeit und Dreck. Ständig überall die Hundehaare und aufpassen, dass der Hund nicht wegläuft. Meine Eltern haben zwar einen großen Garten, aber dieser ist nicht eingezäunt. Wir sind aber dankbar, dass sie das für uns und Summer übernommen haben. Vor Abflug musste Summer dann noch einmal vom Tierarzt durchgecheckt werden und die letzten Impfungen bekommen, ein Amtstierarzt musste noch Ausreisepapiere ausfüllen, das wiederum hat alles eine sehr liebe, tiervernarrte Freundin von uns übernommen. Es steckt viel Arbeit in so einem Umzug und ohne die lieben Freunde und Verwandte wäre das nicht so reibungslos abgelaufen.

Mit der Firma Gradlyn in Zusammenarbeit mit Pawsome Pets in Dubai haben wir den Umzug recht stressfrei für alle über die Bühne gebracht. Wir haben das RundumPaket gebucht. Summer wurde bei meinen Eltern abgeholt und zum Flughafen in Frankfurt gebracht. Ebenso hat Pawsome Pets die komplette Abwicklung hier am Flughafen in Dubai und beim Zoll übernommen und Summer mitten in der Nacht, gegen 3 Uhr, bei uns am Haus abgeliefert. 

Und wenn man sich fragt, was so etwas ungefähr kostet… Ich bin ehrlich: Eine Menge Geld. Wenn man keine Transportbox hat, muss man diese auch noch besorgen, der Amtsarzt kostet, der Tierarzt… Alles in allem hat der Umzug unseres Hundes fast 3.000 EUR gekostet. Schon unglaublich. Aber er ist und bleibt ein Familienmitglied. Zum Glück musste Summer auch hier in Dubai nicht in Quarantäne. 

Anmeldung Hund in Dubai

Zur Anmeldung ist es so, dass man sich in Dubai einen Tierarzt sucht, dort mit Impfbuch vorspricht und bei jedem Tierarzt den Hund anmelden kann. Man zahlt momentan 55 AED für die Registrierung und bekommt auch eine Hundemarke, die der Hund bei Spaziergängen tragen muss. Einmal im Jahr muss die Tollwutimpfung aufgefrischt werden. Noch nicht wirklich fündig geworden bin ich bezüglich einer Hundehalterhaftpflichtversicherung. Vielleicht typisch Deutsch, aber man ist es so gewohnt, immer alles abzusichern und zu versichern. Wenn ich hier eine endgültige Info und Aussage habe, werde ich dies entsprechend hier ergänzen. 

Sommer und Hundepension

Momentan liegen die Temperaturen tagsüber so bei 40-45 Grad Celsius. Nicht wirklich angenehm für Spaziergänge oder längere Aufenthalte im Freien. Summer und ich begleiten die Kinder morgens zusammen um Bus. Der Hund hat Gelegenheit seine SchnüffelZeitung zu lesen, verlässt mal das Grundstück, begegnet morgens vielen anderen Hunden. Aber sonst ist es zu heiß, um mit ihm größere Runden zu gehen. Ich habe hier mal den Tipp gelesen, dass man sich selber mal die Schuhe ausziehen und testen sollte, wie lange man barfuß auf dem Boden verharren kann. Bei diesen Temperaturen nicht lange. Somit ist es auch für den Hund eine Qual. Zum Glück haben wir ja unseren Seehund und einen Pool und können Summer am Nachmittag, wenn die Sonne tiefer am Himmel steht, im Pool bespaßen. Tagsüber wird mal im Haus das Käsesuchspiel veranstaltet, damit es etwas Abwechslung gibt. Jetzt nahen die Sommerferien und was dann??

Wir haben viel hin und her überlegt und uns für eine Hundepension entschieden. Dabei handelt es sich um eine riesengroße Firmenhalle, die komplett klimatisiert ist, super freundlich gestaltet, mit Landschaftsbildern in Übergröße an den Wänden, mit Kunstrasen, Pools, Tobefläche, einem Parkour usw. usw. Jeder Hund hat sein kleines Zimmer und jedes Zimmer kann von den Besitzern über eine App von überall per Video „überwacht“ werden. Desto größer der Hund, desto teurer natürlich auch hier die Unterbringung. Aber es gibt ein liebevolles, tiervernarrtes Team, dass sich24/7 um die Tiere kümmert. Tagsüber gibt es verschiedene Spielzeiten in verschiedenen Bereichen. 

Bei Summers erstem Aufenthalt dort konnten wir bildlich über die Kamera ihre Anspannung in den ersten Tagen spüren. Sie war überhaupt nicht entspannt und konstant angespannt, wenn sie in ihrem Zimmer war. Wir haben uns wirklich schon Gedanken gemacht. Und dann plötzlich am vierten Tag, hatte sie ihre Haltung geändert, sie legte entspannt, wie zu Hause, ihren Kopf wieder auf den Pfoten ab, flätzte seitlich, weit ausgestreckt auf ihrem Bett. Es war eine große Erleichterung für uns. 

Als wir sie abholten bestätigte das Team genau unsere Eindrücke. Sie hatten einige Mühe, Summer an die neue Umgebung zu gewöhnen und ihr klar zu machen, dass alle dort nur wollen, dass sie eine gute Zeit hat. Und das hatte sie. Wie im Kindergarten. Sie lernte mit anderen zu spielen, sie genoss den Pool und jetzt naht der Sommer und ihr Langzeitaufenthalt dort. 

Ich mache mir natürlich einige Gedanken darüber, was Summer wohl denken wird, wenn sie so lange von uns getrennt ist. Wird sie die Zeit einschätzen können? Aber ich kann die Situation nicht ändern und die Zeit bei meinen Eltern, ohne uns, bis zum Umzug war erheblich länger.  Ich bin ein absolut positiv denkender Mensch und führe mir immer wieder die Vorteile vor Augen. Sie wird den ganzen Tag in einer angenehm temperierten Umgebung verbringen, mit Menschen, die Tiere lieben, mit ihnen spielen und mit Spielgefährten, die mit ihr toben, rennen und schwimmen. Sicherlich abwechslungsreicher und schöner, als die immer weiter ansteigenden Temperaturen, die ihren Höhepunkt im Juli und August erreichen werden. 

Seit ihrem ersten Aufenthalt dort im März 2021 habe ich Summer immer wieder tageweise für einen Spieltag vom Pensionsteam abholen lassen. Schwanzwedelnd und vorfreudig ist sie jedes Mal mit dem Abholer zum Transporter gelaufen, ohne sich einmal umzudrehen. Nachmittags kam sie beflügelt und aufgeregt nach Hause. Mir war sehr wichtig, das Vertraute aufrecht zu erhalten, deshalb durfte sie regelmäßig zum Spielen. 

Günstig ist auch diese Angelegenheit nicht. Ich habe nach viel hin und her rechnen, ein großes Paket gebucht und vorab gezahlt, somit sparen wir sehr viel ein und eine Übernachtung kostet uns um die ca. 38 EUR. Essen müssen wir selber mitbringen. Da wir in Deutschland immer auf eine Privatperson vertrauen konnten, waren die Preise natürlich geringer, aber ich habe mir sagen lassen, dass ein ähnlicher Service in Deutschland auch ähnlich viel kosten würde. 

Ich bin gespannt, wie Summer den Sommer dort verkraften wird. Wir freuen uns auf jeden Fall riesig auf unser Wiedersehen Ende August.

Nach der Ankunft…

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… kommt die NeuZeit. 

Neue Umgebung, neue Gegebenheiten, keine Kontakte, keine Verpflichtungen. Da beginnt eine sehr besondere, intensive Zeit. Man ist erst einmal komplett auf den Partner oder die Familie angewiesen, die kleine Familie – die mit umgezogen ist. Es gilt darauf zu schauen, dass jeder gut ankommt und ein erstes, hoffentlich gutes, Gefühl empfindet. Gemeinsam die neue Umgebung erkunden, umherlaufen, auf sich wirken lassen. Den Blick nach vorne, aber auch nach oben, unten und in die Seitengassen schweifen lassen. Eintauchen in das Neue. Neue Gerüche, neue Geschmäcker in neuen Lokalen. Das erste Mal gemeinsam die endlos erscheinenden Gänge des neuen Supermarktes erkunden. Vertraute Artikel kaufen, aber auch ganz bewusst zu etwas Neuem greifen, wie den Schokoriegeln oder die Kekse für die Kinder, die sie noch nicht kennen, heute aber das erste Mal probieren dürfen. Eine exotische, unbekannte Frucht, bei der man sicher zu Hause erst einmal im Internet nachschauen muss, wie man diese Wohl isst. 

Aber auch dem Gehör seinen Raum geben. In der Shopping Mall lauschen, wenn zu bestimmten Zeiten plötzlich der Ruf des Muezzins durch die Lautsprecher ertönt und eine besondere Stimmung in der Mall verbreitet. Und wenn es die Kinder nicht wahrnehmen, darauf hinweisen. Ihre Aufmerksamkeit für die Welt schärfen. Vielleicht schreien die Möwen in der Luft… Mein Laut, der mir just in diesem Moment zu unserem Aufenthalt in Milwaukee, USA einfällt. Einer der Geräusche, die mir für Johannesburg, Südafrika in Erinnerung geblieben sind: das Gezeter der Hadedas Vögel im Garten, besonders in den Morgenstunden. Beim „googeln“ gerade, ob dieser Geselle wohl wirklich so heißt oder einfach nur so genannt wird, stelle ich fest, dass es sich korrekterweise um den Hadada Ibis, handelt, zu Deutsch auch Hagedasch. Aber mal ehrlich, dass ändert jetzt nichts an der Tatsache, dass ich immer das lautstarke Gezetere dieses Freundes mit unserem Garten im Norden Johannesburgs in Verbindung bringen werde. 

In dieser besonderen NeuZeit sollte man versuchen die neue Stadt so intensiv wie möglich aufzunehmen, denn man ist noch vollkommen unvoreingenommen und nimmt einfach nur unbewertet auf. 

Und man sollte auch diese Zeit zu zweit, zu dritt, zu viert… genießen, denn solch eine besondere NeuZeit gibt es nicht sehr häufig. Oft hat man zum Start in einem neuen Land ein paar Tage gemeinsam frei, bevor meist der Mann wieder in seinen Job einsteigt. In diesen Tagen hat man sozusagen die Familie ganz für sich ganz alleine. Noch keine Einflüsse von außen. Es ist ein tolles, besonderes Gefühl. Man sollte auch wirklich versuchen, es wahrzunehmen.

Das ist fast ein bisschen so, wie während des Corona Lockdowns. Hier haben, leider natürlich gezwungenermaßen, die Familien plötzlich sehr intensiv Zeit miteinander verbringen müssen. Das, was viele in der Form vielleicht nicht kannten. Im Alltag geht jeder seinen Hobbies nach, geht arbeiten, trifft Freude, das oft auch getrennt. Wenn man als Familie oder als Paar in den Urlaub fährt, ist es auch eine andere Situation. Man ist offen für neue Kontakte zu anderen Urlaubern. Plötzlich war in 2020 nur noch die Familie angesagt, der Partner und/oder die Kinder oder gar der Single plötzlich wirklich Single im wahrsten Sinne des Wortes. Und ich habe in meiner direkten Umgebung damals erlebt, wie befreundete Familien (ohne ExpatErfahrung – aber sicher natürlich auch viele andere) damit zu kämpfen hatten. Wir hingegen sind uns oft auch als Familie bewusst genug. Ich denke, das beschreibt es am besten. Einfach wir vier. Wir haben es gelernt und schätzen es, die Familienzeit zu genießen. Was für viele in dieser Covid19 Anfangszeit im Frühjahr 2020 eine Zeit der Ungewissheit und Hilflosigkeit ausgelöst hat, hat uns vielleicht nicht so überraschend erwischt, weil wir ähnliche Situationen der „Abgeschiedenheit“, des „Ungewissen“ schon öfter, wenn natürlich auch auf andere Art und Weise, erlebt und gemeistert haben. 

Das soll natürlich in keiner Weise die Covid19 Pandemie schönreden. Es war und ist für die Welt ein Schock, eine Herausforderung und eine große Belastung für alle. 

Ich denke, viele Expatfamilien genießen auch bewusst diese anfängliche NeuZeit nach der Ankunft. Sie versuchen gar nicht unbedingt, direkt Kontakte zu knüpfen oder auch eventuell entfernte Kontakte zu aktivieren. Erst einmal ankommen, das Neue wirklichen lassen und genießen. Gerade ab der zweiten, dritten Weltstation wird man ganz bewusst diese Zeit durchleben, denn dann hat man die Erfahrung bereits gemacht und kann die Situation besser einschätzen. Man hat nicht das Gefühl, direkt auf die Suche nach neuen Freunden gehen zu müssen, man kann es langsam angehen. Man weiß, dass sich alles mit der Zeit finden wird. Dieser Aktionsdruck, den man sich vielleicht noch beim ersten Mal selber auferlegt hat, entfällt. Die Unsicherheit ist weg. Frau weiß, dass sich alles fügen wird, dass neue Kontakte kommen werden, wenn man offen ist. Und offen sein, ist natürlich eine Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Auswanderung. 

Ich finde hierzu einen Abschnitt aus dem Gedicht „Stufen“ von Hermann Hesse sehr passend: 

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, 
der uns beschützt und der uns hilft, zu leben. 

Aber eigentlich finde ich fast das ganze Gedicht sehr schön im Zusammenhang mit dem Gedanken zum Auswandern..

Stufen 

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf‘ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden…
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Von Hermann Hesse 4. Mai 1941

Also keine Scheu vor dem Neuen, was kommen wird. Es wird sich alles fügen, einfach offen sein und bleiben. Und nicht vergessen, die besondere Zeit nach der Ankunft einfach zu genießen. Es ist so unbeschreiblich spannend, all die neuen Dinge im neuen Umfeld unter neuen Umständen zu entdecken. Pures EntdeckerGlück.

Container Reise

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Heute möchte ich noch eine ganz besondere Zeit während eines Umzugs ins Ausland beleuchten. 

Viele von euch sind sicher schon das ein oder andere Mal umgezogen und wissen, wieviel Organisation und Planung erforderlich ist. Erst einmal die Entscheidung überhaupt treffen, neue Wohnung oder neues Haus finden, alte Wohnung oder altes Haus fristgerecht kündigen, Umzug vorbereiten und planen. Eventuell selber packen oder Umzugsunternehmen organisieren und terminieren. Neue Schule für die Kinder finden, Vertragskündigungen oder -änderungen, Nachsendeanträge, Wohnungs- oder Hausübergabe usw usw. Die Liste ist unendlich und viele kennen das. 

Jeder Umzug, noch so klein und unscheinbar, kann eine große Belastung sein oder gar in ein großes Desaster ausarten. So unser entfernungstechnisch zweitkürzester Umzug innerhalb Deutschlands… Den wir naiv wie wir waren (wird uns nie wieder passieren) mit freiwilligen Helfern, tollen Freunden organisiert hatten. Leider überkam mich nach nur zwei Stunden am Morgen eine unbeschreibliche Übelkeit, mit Schüttelfrost, Fieber und Gliederschmerzen, dass ich dankbar war, dass im Obergeschoss bereits das Gästebett aufgebaut war (in dem wohlgemerkt der Schwiegervater hätte schlafen sollen, der für unseren Umzug extra aus Hessen nach Bayern angereist war). Ich war wirklich komplett ausgeknockt und habe NICHTS mehr vom Umzug mitbekommen. Auch nicht, dass es meinen Mann etwa zwei Stunden später ebenfalls mit gleichen Symptomen dahingerafft hatte und er in einem der Kinderzimmer niederlag (davon hatte ich nichts mitbekommen). Da ich erst am darauffolgenden Nachmittag wieder unter den Lebenden und somit aufnahmefähig war, war ich mehr als positiv überrascht, dass unsere UmzugsFeen und -Elfen den Umzug komplett alleine gestemmt hatten. Begleitet von meinem zu Tränen-gerührten Schwiegervater, der irgendwie versuchte die Stellung zu halten und sich nur immer wieder und wieder bedankte!! Das war mein schlimmster Umzug, obwohl ich schon mehrmals innerhalb Deutschlands und auch mehrmals Übersee – von Deutschland nach USA, von USA nach Südafrika, von Südafrika nach Deutschland und zu Letzt von Deutschland nach Dubai umgezogen bin. Der schwerste und schlimmste Umzug war genau dieser oben erwähnte – einfach aus dem Grund, weil ich die Kontrolle komplett darüber verloren hatte. 

Nicht zu unterschätzen ist natürlich der Umzug auf einen anderen Kontinent. Denn es ist nicht, wie bei einem Umzug von Hamburg nach Berlin oder von Kombach nach Biedenkopf, bei dem die Möbel spätestens einen Tag später wieder vollständig aufgebaut in der neuen Bleibe stehen, die Tassen wieder im Schrank sind und die Messer und Gabeln wieder in der Schublade auf ihren Einsatz warten. Das „Zeug“ dann mal mindestens 6 Wochen einfach weg. 

Wenn der Container verpackt, verplompt und abgefahren ist, bleibt man mit einer leeren Behausung und ein bis zwei Koffern pro Person zurück. Alles, was man für die nächste Zeit braucht, muss wirklich gut geplant sein. Das fängt bei Kleidungsstücken und Schulsachen an und hört sicher nicht bei wirklich wichtigen Unterlagen auf. Da liegt viel dazwischen. 

Offen auch, die Frage, wohin, wenn der Container abgereist und das Haus/die Wohnung leer ist. Da ist wirklich gute Planung gefragt. 

Wir haben schon verschiedene Varianten durch. Beim letzten Umzug im Sommer 2020 von Deutschland nach Dubai, hatten wir drei Wochen Urlaub, aber nicht nur drei Wochen Urlaub, sondern auch Covid19 auf der Welt, somit war jegliches Reisen in der Welt ausgeschlossen. 

Zum Glück haben wir bei meinen Eltern ein großes, ruhiges Gästezimmer. Ein intensive Familienzeit vor einem Umzug ins Ausland kann wirklich sehr, sehr wertvoll und schön sein. Denn wann, habt ihr das letzte Mal drei Wochen mit euren Eltern und eventuell Großeltern verbracht oder bei/mit ihnen gelebt. Somit war klar, wir können ihre Tassen, Teller, Besteck und Gewürze benutzen und aus unseren Koffern leben. Können waschen, bügeln und kochen und fühlen uns heimelich. 

Nach Ankunft in Dubai bezogen wir ein möbliertes, „serviced“ Appartement. Messerchen, Löffelchen und Gäbelchen (jeweils vier für uns vier) in der Schublade, ein paar Töpfe und genau vier Teller, Tassen und Gläser, aber immerhin, im Schrank. Relativ schnell war klar, dass wir so nicht entspannt leben können. Also sind wir erst einmal losgezogen, haben ein günstiges Set Schüsseln jeder Größe gekauft, um auch einen Salat zubereiten zu können; haben noch vier weitere Messer, Gabeln und Löffel gekauft und auch ein scharfes Messer. Selbstverständlich auch sämtliche Gewürze, denn diese hatten wir zurücklassen müssen. (Beim Umzug von Südafrika nach Deutschland waren diese unerlaubt und unerwartet im Container gelandet, weil die Packer etwas übereifrig waren. Aber diesen waren zum Glück unbemerkt durch den Zoll gekommen.)
„Serviced“ hieß, dass dreimal die Woche eine Putzkolonne durch die Wohnung zauberte (denn sämtliche Putzeiner, Wischer usw. sind auch im Container unterwegs). Täglich wurde der Müll geleert, nur gewaschen hat keiner. Waschen lassen war nicht inklusive und definitiv zu teuer. Diesen Part habe ich übernommen. Wie sich schnell herausstellte, war leider das Hotel-Bügeleisen nicht für den Großeinsatz zur Glättung von Arbeitshemden meines Mannes und Schuluniformen der Kinder geeignet. Also losziehen und Bügeleisen kaufen… obwohl ja eines im Container auf dem Weg zu uns ist… 
Kurz vor Schulbeginn stellten wir in Dubai fest, dass wir sowohl die zahlreich vorhandenen Butterbrotdosen, als auch die Getränkeflaschen für die Kinder vergessen hatten, im Gepäck mitzunehmen. Aber bei außerordentlich heißen Temperaturen im September in Dubai, steht außer Frage: Da müssen neue, gut isolierte Getränkeflaschen her, mindestens zwei für jedes Kind. Hätten wir auch vorher dran denken können… – haben wir aber nicht. Sämtliche Hefte, Blöcke und Stifte hatten wir laut Schulliste eingekauft und mitgeschleppt im Ranzen, aber an die Pausen hatten wir nicht gedacht. Ihr seht, so ein Container-Umzug ist immer mit einigen unerwarteten Nebenausgaben verbunden…

Die absolute Luxusvariante für die Übergangszeit ist sicher die, dass man sich eine Bleibe im Ausgangsland erhalten kann. Oft ist das bei Expatriates so, die einen zeitlich begrenzten Entsendungsvertrag bekommen. Diese Situation hatten wir damals, als wir das erste Mal von Deutschland nach USA entsendet wurden. In Regensburg hatten wir damals ein Haus gekauft und konnten dieses vermieten. Glücklicherweise gab es unter der Garage eine geräumige Einraum-Einliegerwohnung, die zu unserem ZweitZuhause in Deutschland werden sollte. Für die Überbrückungszeit perfekt, aber leider später nie wirklich praktikabel für uns. Denn wir waren nie länger als ein paar Tage in Regensburg, um Freunde zu besuchen (unsere kompletten Familien leben in Hessen, also gut 500 km von Regensburg entfernt). Somit war in Regensburg ein Hotelaufenthalt viel angenehmer, als in einem Wohngebiet in einer kleinen Miniwohnung zu leben. Bereits nach einem weiteren Aufenthalt darin, haben wir diese Wohnung mitvermietet. Aber für den Übergang nach Abreise des Containers – ein Traum. 

Eine Variante ist natürlich auch die Urlaubsvariante. Wenn man zwischen zwei Jobs steht, kann man diese Hab und Gut-freie Zeit ideal auch als verlängerte Urlaubszeit nehmen. Denn, wann hat man schon einmal die Gelegenheit, vielleicht sechs Wochen am Stück freizunehmen? Aber das muss natürlich gerade finanziell sehr gut und früh geplant werden. Leider von uns zwar schon einmal angedacht, aber nie umgesetzt… Es war immer mal im Raum gestanden, besonders zu Beginn des Aufenthaltes, dass wir, wenn wir Südafrika verlassen, mit dem Auto von Johannesburg nach Deutschland fahren… Das haben wir nicht umgesetzt. Ich erkläre mir das so: In unseren fast 10 Jahren in Johannesburg, haben wir so unbeschreiblich viel vom südlichen Afrika mit dem Auto bereist, dass wir guten Gewissens, das Vorhaben vom Anfang haben unter den Tisch kehren können. Reue deswegen? Definitiv Nein.

Eine möblierte Ferienwohnung für den Übergang ist auch eine schöne Lösung. Dies hatten wir einmal, als wir von USA nach Südafrika zogen. Und zwar weder in USA noch in Südafrika, sondern die Überbrückungszeit war damals für 6 Wochen in unserer alten Heimat Regensburg. Dort war der Hauptsitz der Firma, für die mein Mann entsendet war, somit bot sich das damals an. Sehr entspannte, sechs Wochen. 

In Südafrika haben wir nach Ankunft in einem Bed & Breakfast gewohnt. Das war zum Eingewöhnen genau das Richtige. Erstmal ankommen, die neuen Gegebenheiten kennenlernen, eingewöhnen und annehmen. Vertrautheit aufbauen. Auf Wunsch im Restaurant bekocht werden und täglich Frühstück zu bekommen. Internetzugang zu haben und durch die eher familiäre Atmosphäre einen Anschluss an das Leben vor Ort zu bekommen. Und eine tolle Zeit der Ankunft des Containers entgegenzufiebern. Und dieses Glücksgefühl, wenn dann endlich der Tag der Ankunft da ist – unbeschreiblich schön und befreiend.

Dieses Glücksgefühl, wenn die Plombe mit einer Zange abgesprengt wird und sich die Türen der überdimensionalen Metallkiste öffnen… WOW! Da sind sie, die Pakete und Kisten mit unserem Hab und Gut. Wenn man dann wieder die eigenen Schüsseln, Besteck, Teller und Tassen in den Händen hält – das ist wie Weihnachten, Geburtstag und Ostern an einem Tag. Herrlich. 

Und die Kinder sind natürlich vollkommen aus dem Häuschen, endlich wieder alle Spielsachen und Bücher in den Händen halten zu können. 

Nicht herrlich natürlich, dass all das „Zeug“ auch wieder zu verstauen ist und für jedes Ding ein Plätzchen gefunden werden muss. Da ist, meist Frau, einige Tage Vollzeit beschäftigt. 

Was besitzt man nicht alles? Und was hat man, eigentlich nur bedingt, die letzten Wochen oder Monate davon wirklich vermisst? Einiges, kann ich  nur sagen. 

EntdeckerGlück? 

Ja, unbedingt! Super spannend so eine Zeit der Ausnahmesituation, des kompletten Lebensumbruchs. Es ist eine herrlich intensive Zeit für Pärchen und Familie. 

Aber dazu in einem nächsten Blogbeitrag gerne mehr….

Viele Grüße aus Dubai

Ergänzung: Mein entfernungstechnisch kürzester Umzug war in Milwaukee/USA. Dort sind wir innerhalb unserer Wohnanlage, dem Jefferson Block Appartements, vom 2. Stock in den 5. Stock gezogen – mit Hilfe von Freunden und Arbeitskollegen meines Mannes und mit zwei Einkaufswagen!!

Wasser Durchbruch

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Was für ein Start in den Tag…

Wir haben Besuch aus Deutschland und es herrscht reges Treiben im Hause mit vier Personen mehr. Der Alltag plätschert trotzdem nebenbei dahin und nebenbei plätscherte heute dann noch plötzlich das Wasser durch die Decke. Zum großen Glück befindet sich das Leck im Heißwassertank im sogenannten „Maids Quarter“, einem kleinen, meiner Meinung nach oft einfachem, um nicht zu sagen schäbigem Raum mit eigenem Bad. Eigentlich bestimmt für eine Live-in Maid, also eine „Putzfrau“, die bei einem wohnt. Die Dame macht neben dem ganzen Haushalt auch noch hin und wieder das Essen für die Kinder oder ähnliches. Wenn man eine Maid anstellt, unterstützt man damit häufig eine ganze Familie oder einen Familienclan, die/der vielleicht irgendwo in einem asiatischen oder afrikanischen Land auf diese Unterstützung angewiesen ist/sind. Man hat ein unbeschwertes Leben, weil immer eine gute Fee um einen herum zaubert, Wäsche wäscht, bügelt, aufräumt, putzt, abwäscht, saugt, staubwischt usw usw usw.

Aber erstmal zurück zum Maids Quarter – Dieses liegt meist hinter der Küche, in der Nähe der Anschlüsse für die Waschmaschine. Wir nutzen diesen Raum als Abstellraum für Staubsauger, Hundeverpflegungsstation, Vorratsraum und ähnliches, denn einen Abstellraum oder Keller gibt es meist in den Häusern nicht. Heute Morgen also möchte unser Besuch in der Küche etwas Frühstücken und wird beim Betreten mit nassen Füßen überrascht. Nach einem kurzen Aufschrei, eile ich herbei und weiß sofort, was hier Sache ist. Ich mache eine Kehrtwende und flitze in den Garten, um die Booster Pump auszuschalten. Damit wird sofort der weitere Wasserzulauf ins Haus gestoppt, was aber nicht bedeutet, dass der Wasserfall von der Decke stoppt. Denn der fünfzig Liter Tank, über meinem Kopf in der Decke versteckt, möchte oder muss sich erst vollständig entleeren. Nebenbei rufe ich direkt den „Hausmeisterservice“ an und melde unseren Notfall. 
Zum Glück haben wir Besuch und ich bin nicht alleine zu Hause. Ich versuche so viel wie möglich vom Boden in höhere Lagen zu bringen, was vom Wasser durchweicht werden kann, was natürlich nicht für Schrank, Bett oder ähnliches möglich ist… Eine große Erleichterung bieten die, in jedem Raum mit Wasseranschluss, in den Boden eingelassenen Bodenabläufe. Sicher schon dafür gedacht, in diesen Notfällen helfend zur Seite zu stehen. Nicht, dass das Wasser alleine seinen Weg dort hineinfinden würde, aber mit Hilfe eines Bodenabziehers (leider nur einer), einem großem Küchenbrett und jeder Menge Handtücher wischen wir von allen Ecken das Wasser zum Ablauf hin. Hauptsache von den Schränken weg. Der Schweiß läuft so ausdauernd wie das Wasser von der Decke. Tom hält einen Eimer unter die größte Flut, um die weitere Wasserzufuhr zu stoppen. Wahnsinn, wieviel 50 Liter sein können… 

Wassertank in der Decke fragt sich jetzt vielleicht der ein oder andere? Ich kann nur sagen, dass wir dieses System auch aus Südafrika kennen und dort auch einmal einen ähnlichen Fall hatten. Damals zum Glück einen Abend bevor wir am nächsten Tag auf einen dreiwöchigen Roadtrip aufgebrochen sind.

Über jedem Zimmer, dass einen Warmwasseranschluss hat, befindet sich solch ein Behälter in Dubai in der Decke, die Größe natürlich unterschiedlich. Wie ein Boiler, die es früher in Deutschland in älteren Wohnungen oder Häusern gab. Für diese Heißwasserbereiter gibt es neben den Lichtschaltern einen weiteren Schalter, an dem man den Heizvorgang starten kann oder permanent anlässt, in Bädern, die regelmäßig genutzt werden. (Tipp: Um Strom zu sparen, schalten wir den Heizvorgang aller Tanks im Haus vor einem Urlaub immer aus.)

Wir warten etwa zwei Stunden auf das Serviceteam. Der Wassertank ist komplett entleert, alle Böden so weit wie möglich von der Flut bereinigt, alle Fenster und Türen weit geöffnet, damit die gefühlt 45 Grad warme Sommerhitze noch den Rest austrocknet. Wir hocken uns mit einem kalten Kaffee und einer Dose Prosecco (die die Freundin aus Deutschland mitgebracht hat) um 9:45 Uhr fix und fertig an den Esstisch und beruhigen unsere aufgekratzten Nerven. Alles wieder unter Kontrolle, tolles Gefühl. Zwar kein Wasser mehr im Haus, denn der Haupthahn ist zu und ein riesen Chaos um uns herum, Dank all der im Haus verteilten Gegenstände aus der Abstellkammer. Und ich denke jeder weiß, wieviel man in so einer Kammer an Krims und Kram einlagern kann…

Die Besucherkinder haben wahre Freude daran, Wassereimer vom Pool durchs Haus zu tragen, um Toiletten zu spülen. Und statt Händewaschen ist glücklicherweise im Jahre 2021 jeder Haushalt mit ausreichend Desinfektionsmittel ausgestattet. 

Das Service Team mit schlechtem Englisch kommt und sucht auf dem Boden umher. Ich wundere mich. Aber klar, vor ein paar Monaten hatten wir einen Wassereinbruch durch einen der Bodenabläufe. Hatte ich schon völlig vergessen. Von außen hatten Blätter und Dreck irgendeine Blockade verursacht. Damals zum Glück nur im kleinen Räumchen für Waschmaschine und Trockner, somit hatte sich das Wasser nicht ganz soweit im Erdgeschoss verteilt. 
Immer wieder weise ich nach oben, bis sie endlich verstehen, dass das Wasser dieses Mal nicht von unten, sondern von oben kommt (obwohl ich das am Telefon klar und deutlich mitgeteilt hatte). Irgendwie legen sie den Tank vorerst still, so dass wir den Haupthahn wieder öffnen können. Einen neuen Tank haben sie natürlich nicht dabei. 

Und was soll ich sagen, heute ein Tag später, kommt Wasser aus der Decke in der Küche. Zum Glück nur tröpfelnd. Ich habe direkt eine Wäschewanne darunter gestellt und sitze hier und warte mal wieder auf den Service… Sicher ist, dass ich diesen Tank auf alle Fälle auch austauschen lassen werde. Denn was jetzt nur tröpfelt, wird spätestens in den nächsten Tagen mindestens 50 Liter Wasser in unsere Küche ergießen. Und ebenso sicher ist, dass heute oder morgen alle restlichen Heißwassertanks (Geyser oder Hotwatertank genannt) unter meiner Aufsicht ebenfalls überprüft werden. Sehe ich Rost – raus damit. 

Tipp: Sofort bei Einzug jedem Familienmitglied zeigen, wo der Hauptschalter der Booster Pump, sitzt. Denn dieser magische Schalter ist die Rettung im Wasser Notfall. 

DANKE: An meine Freundin Lisa, die mir sofort nach Einzug in unser Haus genau diesen Schalter gezeigt hat mit den Worten: „Der ist ganz wichtig, den wirst Du sicher nicht nur einmal brauchen.“

EntdeckerGlück? Ich finde, man lernt etwas für´s Leben, über die Gegebenheiten in anderen Ländern. Mich freut das MehrWissen. Auch HorizontErweiterung…