Champagne Valley – prickelnd abwechslungsreich

Startseite

Drakensberge – Südafrika

Gerade mal vier Übernachtungen hatten meine Freundin und ich für unseren Ausflug von Johannesburg in die Drakensberge eingeplant, aber diese vollgepackt mit spannenden Aktivitäten.

Trotz Katzenphobie meiner Freundin hatten wir uns auf einer Gästefarm mit Tieren einquartiert. Das hätten wir vielleicht geschickter lösen können, aber die Ardmore Guestfarm war bezahlbar und sehr gut gelegen.

Unsere erste Wanderung machten wir im Monks Cowl Nationalpark, den fast unaussprechlichen Hlatikhulu Forest Trail, der mit0 etwa 7,5 km Länge ausgeschrieben ist. Blauer Himmel mit weißen kleinen Wölkchen bespickt, gerade recht Weiß-Blau für meinen Besuch aus Bayern.

Es war Oktober und die Temperaturen perfekt für eine Wanderung. Ein Teil der Wanderung führt durch einen verwunschenen, schattenspendenden Wald mit Moss-bewachsenen Steinen. Immer wieder kommt der Weg an das Ufer eines kleinen Baches. Aus dem Wald heraus führt der Weg über weite von Wiesen gesäumte Täler, mal an Hängen entlang, mal über kleine Holzstege. Die Blicke fallen immer wieder auf die beeindruckenden, mit satt-grünem Gras bewachsenen Berge um uns herum. Leuchtend rote „Flaschen-Putzer“ Büsche (offiziell Zylinderputzer) sorgen für die bunten Farbtupfer, ebenso wie die unterschiedlichsten Wiesenblumen.

Ein herrlicher Tag und die Drakensberge haben uns schon in ihren Bann gezogen.

Im Garten der Valley Bakery gönnen wir uns noch einen Kaffee und etwas kleines Süßes. Man könnte fast meinen, der Tag ist schon zu Ende. Aber frisch gestärkt fahren wir vor dem Abendessen auch noch zu den KwaZulu Weavers. Von dem Café ist das etwa 20 km entfernt. Wir können den netten Damen, die sich über einen Plausch freuen, bei der Arbeit über die Schulter schauen und die wunderschönen Arbeiten bewundern. Bunte Wollknäule in knalligen Farben, Näherinnen, Webstühle – hier ist einiges los. Besonders die Hängematten finde ich wunderschön, aber ich habe keine Möglichkeit, eine aufzuhängen. Somit bleibt unser Geldbeutel in der Tasche stecken. Leider, denn die Damen hätten sich natürlich über Umsatz gefreut.

Für den nächsten Tag haben wir eine Wanderung gewählt, die am Drakenberg Sun Hotel startet. Sie führt uns zum „Blue Grotto Pool“ und zurück über „Barry´s Grave“ auf einer 6 km Runde wieder zum Hotel zurück. Die Strecke startet sehr waldig, erneut in satt-grüner Umgebung. Die Sonne des Morgens taucht die Grotte mit dem Wasserfall in ein wunderschönes Licht. Wir sitzen lange hier und genießen einfach nur die Kunst der Natur. Entspannung pur. Bei warmem Wetter oder als abgehärteter Wanderer kann man in dem natürlichen Pool auch baden. Uns erfrischt allein der Anblick und die noch kühle Morgenluft.
Auf dem weiteren Weg öffnet sich das Waldgebiet und wir bekommen wieder weiter, grüne Ausblicke über die umliegenden Berge geboten.

Unsere gewählte Route führt uns über „Barry´s Grave“, ein früher Wanderer, der leider im Gelände von Monks Cowl abgestürzt war und ums Leben gekommen war. Eine Naturstein-Mauer ziert die Gedenkstätte.

Zurück im Hotel gönnen wir uns auf der Terrasse noch ein frisches, fruchtiges Stück Kuchen und einen Kaffee, bevor wir uns in der weitläufigen Gartenanlage ein ruhiges Plätzchen auf der Wiese suchen und einfach nur daliegen, die Ruhe genießen, dem Vogelgezwitscher lauschen und den Blick auf die Berge. Wir dösen ein wenig in der Sonne. Urlaub.

Dann aber schnell los – duschen, denn wir haben für den Nachmittag noch etwas Musikalisches auf dem Plan. Die Drakensberge sind Heimat des „Drakensberg Boys Choirs“. Und je nach Lage, finden einmal oder zweimal in der Woche nachmittags Vorstellungen in der Schule statt. Wir werden von den Jungs, gekleidet in schwarzen Hosen, blauen Westen und weißen Rüschen-Hemden, mit fröhlichen, glockenklaren Gesängen im Schulgarten empfangen. Einer sitzt an einer Dschembe-Trommel und die flotten Lieder verbreiten sofort gute Stimmung. Man will gleich mitklatschen und swingen. Die Showbesucher werden in das Theater der Schule geleitet und die beeindruckende Show beginnt. Mal langsam, mal schnell, mal afrikanisch, mal international, immer rührend beeindruckend in den verschiedensten, passenden „Kostümen“. Es geht auch um die Geschichte Afrikas, über die Minenarbeiter, die sich alleine mit ihren abendlichen „Gumboot“-Tänzen (Gummistiefel-Tänze) versucht haben, bei Laune zu halten. Der Song von Toto „Africa“ beeindruckt wohl am meisten. A capella Gesang wird von Donner, Blitz und Regen begleitet, erzeugt durch Hände und Füße der Sänger. Absolutes Highlight für mich, die südafrikanische Nationalhymne gesungen von all diesen wundervollen jungen Männern, der unterschiedlichsten Hautfarben und Herkünften. Eine WOW Nachmittag.

Wie jeden Abend erwartet und ein deftiges, köstliches 3-Gänge-Farm-Menü zum Abendessen auf unserer Gästefarm.

Den nächsten Morgen starten wir mit einem Kaffee auf unserer Terrasse. Eine Herde Kühe, anscheinend unbeaufsichtigt, zieht an unserem Häuschen unbeeindruckt vorbei. Ein Pferd grast neben dem Weidezaun ein paar Meter von unserer Terrasse entfernt. Die Enten schnattern. Ein Hund schnuppert kurz in unsere Richtung. Natürlich erspähen wir auch die ein oder andere Katze, aber zum Glück in gebührendem Abstand. Idylle am Morgen pur.

Heute steht eine kleine Rundwanderung zu Cleo´s Pools auf dem Programm. Dieser startet für uns wieder ab dem Drakensberg Sun Hotel. Wir sind früh unterwegs. Der Rundweg von etwa 7,5 km dauert etwa 3 Stunden. Weite Grasflächen, bunten Blumen und zu unserer Zeit auch viele verbrannte, schwarze Flächen zieren den gut ausgeschilderten Weg. So recht abschalten und genießen können wir heute gar nicht, denn im Anschluss haben wir eine Canopy Tour gebucht und wir sind ehrlichweise wirklich ein bisschen aufgeregt. Wahrscheinlich hätten wir den Tag lieber andersherum starten sollen. Erst das Adrenalin und dann die entspannte Wanderung. Aber gut, so hatten wir eben nicht geplant.

Die Canopy Tour ist dann wirklich noch ein Highlight, noch eines auf diesem Kurztrip. Wir werden von einem sehr netten Team empfangen und nach ein paar Formalitäten reichlich ausgerüstet. Sicherungsgurte überall, ein Harness, Karabinerhaken und Handschuhe, ein Helm und eine ausführliche Einführung, bevor es losgeht. Die Tour startet mit einem kleinen Spaziergang zur ersten Plattform. Ab dann vergeht gefühlt alles wie im Fluge, im wahrsten Sinne des Wortes. Was uns während den Erklärungen noch wie ein unüberwindbarer Berg an Instruktionen vorkam, wird sehr schnell zur Routine. Immer nur einen Karabiner lösen und vom Stahlseil nehmen, nie beide. Von Plattform zu Plattform, mal an Bäumen, mal auf Felsvorsprüngen, düsen wir an doppelt gesicherten Stahlseilen über eine Schlucht nach der anderen. Adrenalin pur und aber auch klar, Spaß pur. Nur die erste „Fahrt“ hat etwas an Überwindung gekostet, aber dann läuft es wie am Schnürchen.

Viel zu schnell ist sind etwa drei Stunden mit 12 Lufterlebnisse vorbei. Auf der Ladefläche eines Pickups geht es zurück zum Ausgangspunkt. Das zufriedene Grinsen über das gemeinsame Erlebnis lässt gar nicht nach.

Bei unserem letzten, wieder einmal sehr köstlichen Abendessen auf unserer Gästefarm, lassen wir die beeindruckenden vergangenen drei Tage noch einmal Revue passieren. Nur die Unterkunft würden wir aufgrund der vielen Tiere, auch Katzen, das nächste Mal anders wählen. Denn mit Katzenphobie und keiner großen Tierzuneigung meiner Freundin, war der Farmaufenthalt vielleicht nicht die beste Wahl. Aber sonst haben wir alles richtig gemacht und unsere Tage in den Drakensbergen perfekt genutzt. Gerne wieder.

6.500 km entfernt läuten gerade die Glocken…

Auswandern, Startseite

… die Kirchglocken für meine Oma.

Meine liebe Omi, die gestern im Alter von 89 Jahren verstorben ist. Wie unendlich dankbar bin ich, dass ich im Dezember, trotz all der Corona Panik in Deutschland, mit meinen Kindern zusammen noch einmal die Reise angetreten habe, um eine Woche FamilienZeit in meinem Elternhaus mit meinen Eltern und eben meiner lieben Omi zu verbringen. Es war eine wunderschöne, intensive Zeit. Wir haben so viel gelacht, gespielt, geredet, einfach genossen. Wer hätte ahnen können, dass es dann doch irgendwie so schnell unwiederbringlich sein wird.

Am 21. Dezember sind wir zurück nach Dubai geflogen. Am 24. Dezember kam sie ins Krankenhaus, zu viel Wasser im Körper, wie schon so oft. Allen Ärzten hat sie noch erzählt, dass ihr einziger, großer Wunsch noch ist, uns einmal in Dubai zu besuchen. Leider wurde sie aber nicht mehr stabil. Ich habe sie noch gefragt, ob ich sie über Weihnachten einfach mitnehmen soll. Rollstuhlservice am Flughafen, Rollstuhlanmietung vor Ort, aber zur Verwunderung vieler Familienmitglieder, hat sie damals schon nein gesagt. Sie müsse erst wieder zu Kräften kommen, aber das kam sie nicht mehr.

Ich schicke ihr schon immer täglich WhatApp Sprachnachrichten, regelmäßig (fast täglich) geschmückt mit Fotos, sei es von mir, von der Sonne, vom Mittagessen, vom Hund, vom Haus, vom Garten, von den Erlebnissen…. Ich weiß, dass sie sich darüber freut. Gefreut hat. Ich habe mich so mit ihr verbunden gefühlt und ich denke, sie auch mit mir. Ich habe ihr meine alltäglichen Erlebnisse, vom Spaziergang mit dem Hund, vom Einkaufen, von Erlebnissen mit Freunden, Geschichten von den Kindern oder meinem Mann erzählt… Ich habe sie einfach an unserem Leben teilhaben lassen. Ein Stück Nähe aus der Ferne vermitteln, das war mein Ziel und mein Wunsch. Und der Omi die Langeweile austreiben, denn wenn man so alt wird, hat man nicht mehr viele Freunde um sich herum. Viele sind verstorben oder selber nicht mehr fit, um regelmäßig Besuche zu tätigen oder einfach zu tief in ihren eigenen „Angelegenheiten“ verstrickt, dass sie gar nicht darüber nachdenken, wie gut ein bisschen ZEIT einem Menschen tun kann.

Da die liebe Omi von Tag zu Tag schwächer wurde, war die Nachricht von gestern von mir erwartet… irgendwie…

Am schlimmsten hat mich die Nachricht meiner Oma getroffen, die ich am Dienstag, den 25. Januar 2022 von ihr bekommen habe: „Nun ist mein Traum von Dubai geplatzt. Ich habe mich so darauf gefreut. Nun wird es nichts mehr. Ich denke oft an euch. Hab euch von Herzen lieb. Oma Lore. Drücke die Kinder von mir“

Diese Worte haben mich so hart getroffen, weil ich weiß, wie sehr sie sich gewünscht hat, noch ein einziges Mal uns in Dubai zu besuchen.

Ich weiß aber auch, wie dankbar sie (und auch wir) von ganzem Herzen sind, dass wir so viele unbeschreiblich schöne gemeinsame Erlebnisse hatten, solch beeindruckende gemeinsame Reisen erleben durften, einfach so viel wertvolle gemeinsame Zeit miteinander verbringen konnten. Das war ein sehr großes Privileg.

Und weil meine Omi so reiselustig und neugierig war, wie ich es bin, hat sie uns immer überall besucht.

Hierbei war es ein großes Geschenk für sie, dass unser Lebensweg uns nach Amerika, nach Bayern und nach Südafrika geführt hat und wir mit ihr all diese Ziele intensiv gemeinsam bereisen konnten und die schönsten, schillerndsten Erinnerungen formen konnten. Denn ohne diese, unsere Lebensstationen hätten wir zwar Zeit zusammen verbracht, aber wir wären nie, so intensiv gemeinsam gereist und zusammen gewesen.

Somit zum Abschluss: So schwer es für mich gerade auch ist, NICHT bei der Familie in Hessen zu sein, nicht bei meiner Oma gewesen zu sein, als sie auf ihre letzte Reise gestartet ist, bin ich so unendlich dankbar für unser aktives HerumTreiberLeben und all die Möglichkeiten, die es mir/uns gegeben hat, gemeinsam diese besondere und, ich sage es noch einmal, intensive Zeit zu erleben.

Ich werde nächste Woche noch eine Reise für die Oma antreten. Ich werde nach Deutschland fliegen und ihr ein letztes Mal „Auf Wiedersehen“ sagen, wenn wir ihre Asche unter einem Baum der Erde übergeben und die Oma eins wird, mit der Erde auf der wir weiterleben werden, mit unseren gemeinsamen Erinnerungen… wird sie NIE VERGESSEN SEIN.

Und ich werde eine kleines bisschen Dubai Sand im Gepäck für sie dabeihaben…

Omi, du warst die Beste und ich habe dich unendlich lieb, für immer.

iSimangaliso – Teil 3

Startseite

St. Lucia

Es geht weiter. Neuer Tag, neues Ziel. Ziel ist das eigentliche Hauptgebiet des iSimangaloso Wetland Parks. Im Ort St. Lucia haben wir uns in ein Guesthouse eingemietet. Den Ort erreichen wir über eine große Brücke, die einen Fluß überquert. Wir erspähen hier schon bei der Anfahrt große Nilpferdgruppen.

Nach einem ausgedehnten köstlichen Mittagessen im touristisch gut erschlossenen Ort, begeben wir uns auf eine Bootsfahrt. Graue Wolken hängen über uns, es ist nicht kalt, aber es könnte auch jederzeit anfangen zu regnen. Wir haben Glück, in jeglicher Hinsicht. Kein Regen und sehr, sehr viele Nilpferd Begegnungen. Große und Kleinere, im Wasser und am Ufer, mit weit aufgesperrten Mäulern und immer wieder auch die verschiedensten Vögel, u.a. imposante Seeadler, auf die uns der Guide aufmerksam macht. Es ist ein wunderschönes Erlebnis, den Nilpferden doch so nah zu sein, in ihrem Element, dem Wasser.

In unserer Reet-gedeckten Hütte kochen wir uns Spaghetti mit Tomatensoße, bereiten einen frischen Salat und genießen eine wohlschmeckende Flasche Südafrikanischen Rotwein. Der Tag könnte nicht schöner enden.

Den nächsten Tag geht es durch Naturschutzgebiete, den iSimangaliso Wetland Park, weiter Richtung Süden. Ziel ist die Ingwenya Lodge in St. Lucia. Wir begegnen Nyalas und Nashörnern, und treffen immer wieder auf Wasser. Wilde Ufer mit Stegen, Schwimmen Verboten Schildern und Warnung vor Krokodilen. Der Himmel ist immer noch stark bewölkt, aber es bleibt weitgehend trocken. Irgendwie passt das Wetter zum feuchten Wetland Park. Zu unserer rechten Seite durchziehen immer wieder Seen die Landschaft und zur linken erstreckt sich der indische Ozean. Am Mission Rock klettern wir auf den Felsen umher und am Cape Vidal haben wir die Füße im Sand. Die Brandung tobt laut und der Wind schüttelt uns ganz schön durch. Kalt ist es nicht wirklich, aber doch irgendwie ungemütlich.

Der iSimangaliso ist ein Wort aus der Sprache der Zulu und bedeutet so etwas wie ein Wunder, wunderlich. Wir sind nicht mehr verwundert, wir sind verzaubert von der wilden, weiten Natur.

Den Tag beschließen wir in einem der vielen Restaurants in St. Lucia und gehen früh ins Bett.

Wir könnten noch viele weitere Tage in dieser Umgebung verbringen, aber der Alltag ruft und wir müssen zurück. Am nächsten Tag treten wir früh den langen Rückweg nach Johannesburg an. Etwa 600 km liegen vor uns und eventuell wieder die ein oder andere Baustelle…

Erinnerungen aus unserer Südafrika Zeit.

Eindrücke der Rückreise:

Suwaidi Pearls – Ras al Khaima

Startseite

Wir haben bereits vorab eine Tour bei Suwaidi Pearls gebucht. Am Treffpunkt, mit ausreichend Parkmöglichkeiten, besteigen wir mit nur zwei weiteren Familien das wunderschöne Holzboot mit Teppichen ausgelegt. Der Kapitän fährt uns durch Mangroven und die Kinder wundern sich schon sehr, wann sie endlich die Muscheln mit den Perlen sehen können. Wir bekommen Tee, Kekse und Wasser auf dem Boot gereicht. Etwa eine halbe Stunde später fahren wir wieder Richtung Ausgangspunkt. Die Kinder erneut ganz aufgeregt, warum sie jetzt keine Perlenmuscheln gesehen haben und es schon wieder zurückgeht. Direkt im Hafengebiet ist die schwimmende Farm festgemacht und hier machen auch wir fest. Wir betreten das hölzerne Deck der Anlage und werden sehr nett empfangen. Anschaulich wird der komplette Zuchtvorgang erklärt, die Kinder staunen. Es ist wirklich toll gemacht. Wir erfahren super viel über die Geschichte des Perlentauchens, immer mit tollem Anschauungsmaterial oder Bildern, um das Interesse des Besuchers aufrechtzuhalten. Zum Schluss öffnet der Guide noch eine Muschel und natürlich ist eine Perle darin. Meinen Sohn überkommt eine Trauer, weil die Muschel dafür sterben muss. Aber Kekse und Tee lenken ihn ab und muntern ihn schnell wieder auf. 
Der Ausflug hat sich wirklich gelohnt. 

iSimangaliso…

Startseite

was für ein wundersamer, schöner Name. / Teil 1

Der ehemals als Greater St. Lucia Wetland bezeichnete Park hat heute einen neuen wohlklingenden Namen “iSimangaliso Wetland Park”. Egal welcher Name, dieses exotische Gebiet am Indischen Ozean in Südafrika hat ganz besondere Naturschauspiele zu bieten.

Von Johannesburg fahren wir mit einem Zwischenstopp in Piet Retief Richtung Küste. Piet Retief ist ein größeres Dorf oder eine extrem kleine Stadt, die nicht viel zu bieten hat, die aber durch ihre ideale Lage direkt an der Autobahn N2 auf dem Weg zur Küste überzeugt. Schon nach kürzester Zeit am nächsten Morgen sind wir froh, diese Zwischenübernachtung eingelegt zu haben. Wie sich herausstellen soll, wird sich dieser zweite Teil bis an die Küste nach Kosi Bay lange hinziehen. Es erwartet uns der wohl längste Baustellenabschnitt, den man je an einer Straße gesehen hat. Schleichend bewegen wir uns von Ampel zu Ampel oder von Winker zu Winker oder von Stoppschild zu Stoppschild und passieren urige kleine Dörfer an Berghängen gelegen. Unsere vielen Stoppphasen geben uns Gelegenheit, in aller Ruhe das Dorfleben zu beobachten. Ziegenherden ziehen an unserem Auto vorbei und recken neugierig die Köpfe Richtung Fenster. Wir beobachten Frauen, die mühsam die Wäsche in Schüsseln vor ihren Hütten waschen, ein kleines Mädchen steht daneben und macht Kunststücke mit ihrem Hula-Hoop-Reifen. In unmittelbarer Nähe, pflückt eine ältere Dame Salatköpfe und lädt sie in eine Schubkarre. Durch diese alltäglichen Handlungen, werden unsere Stopps zu einer kurzweiligen Reise durch das alltägliche Landleben.

Nach Stunden erreichen wir unseren Abzweig der N2. Am Jozini Staudamm verlassen wir die Hauptstraße. Durch die Berge, mit herrlichem Ausblick auf den Damm, gelangen wir weiter Richtung Südwesten. Die geteerte Fahrbahn wandelt sich in eine breite festgefahrene Sandpiste, mit wechselnden Farben. Mal gleiten wir auf roten Pisten, mal auf hellbraunen oder auf grauen dahin, Richtung Mosambik. Wir bleiben aber in Südafrika und unser heutiges Ziel ist Kosi Bay, an der Küste des Indisches Ozeanes wirklich der nördlichste Punkt Südafrikas, den man besuchen kann. Der letzte Streckenabschnitt besteht jetzt nur noch aus einer einspurigen Sandpiste, flaches Gras und niedriges Gebüsch säumen den Weg. Einfache Wegweiser zeigen uns an Abzweigungen hier im Nirgendwo doch immer wieder die richtige Sandpiste an. Dann stehen wir vor dem Tor der Kosi Bay Lodge. Angekommen.

Kosi Bay

An der Rezeption steht eine kleine Trommel, mit dem Hinweis, dass man bitte trommeln soll, um auf sich aufmerksam zu machen. Da will doch jeder mal ran. Wir trommeln noch, nachdem wir schon längst eingecheckt sind.

Wunderschöne reetgedeckte Häuser in sandiger, grün bewachsener Umgebung warten auf uns. Aber viel Zeit zum Verweilen ist nicht. Wir wollen an einer Bootstour teilnehmen.

Bei dem Namen Kosi Bay, würde man natürlich annehmen, dass es sich um einen Ort oder eine Unterkunft am Meer, an einer Bucht handelt. Aber der Name täuscht. Die Kosi Bay Lodge liegt an einem See, genauer gesagt am Nhlange See, der dritte und größte See einer Verkettung von vier Seen. Der nördlichste See, der vierte See bildet dann die Öffnung zum Ozean. Die Kette dieser vier Seen ist mit natürlichen Kanälen verbunden. Der vierte See, der, der am weitesten vom Ozean entfernt liegt, der Amanzamnyama See, ist ein Süßwassersee.

Wir begeben uns heute auf eine Bootstour, die auf dem Nhlangwe See beginnt. Das heißt, unsere Bootstour startet erst einmal mit einem Spaziergang. Unsere Lodge ist von einem Zaun umgeben, der die Nilpferde davon abhalten soll, nachts im Camp umherzuspazieren. Durch eine Tür gelangen wir auf die Nilpferd Seite des Zaunes. Der Weg führt uns durch einen dicht bewachsenen, saftig grünen Wald. Wir hören Kindergeschrei und schon bald haben wir das Ufer erreicht. Die Kinder und Jugendlichen tummeln sich im Wasser, machen Überschläge und springen wild in das kühlende Nass. Unser Bootsführer hat auf seinen Schultern das Benzin getragen und befüllt nun das Boot. Dann heißt es einsteigen, mit umgeschlagenen Hosenbeinen waten wir durch das Wasser zum Boot. Alle an Bord – mit nassen Hosen geht es los. Der Fahrtwind tut gut und erfrischt. Nur wenige Meter und wir sehen unser erstes Nilpferd im Wasser, gar nicht so weit entfernt von den tobenden Kindern. Gemütlich dümpelt es vor sich hin, bewegt sich kaum, nur die Augen sehen wir in unsere Richtung gehen. Der See klitzert in der bereits tief stehenden Sonne. Durch einen natürlichen Kanal gesäumt von hohem Schilf zu beiden Seiden und einer artenreichen Vogelwelt gelangen wir in den nächsten See, den zweiten See mit dem Namen Mpunwini. „Dieser hat einen höheren Salzwassergehalt“, wie uns der Kapitän erklärt. „Hier betreiben die Einheimischen vom Stamme der Tonga ihren über viele Generationen weitergegeben nachhaltigen Fischfang“. Im seichten Wasser entlang des Ufers, haben sie mit Holzstöcken kleine Krale gebaut, die Stöcke weit genug von einander entfernt gesteckt, um kleine Fische wieder freizugeben. Eine weite Kette dieser Krale zieht sich entlang des Ufers. Vögel lauern auf den Holzpfosten, um hier auch einen einfachen Fang zu machen.

Mit Blick auf die untergehende Sonne gleiten wir über das Wasser zurück zum dritten See. Dort entdecken wir noch einmal Nilpferde, dieses Mal eine größere Gruppe, die wir lange beobachten.

Den Abend lassen wir auf der erhobenen Terasse der Bar mit Blick auf den See in der Ferne ausklingen. Der Vollmond bietet noch ein letztes Schauspiel für den Tag, bevor wir in unsere Betten fallen.

Anreise über Piet Retief:

Dhaya Fort – Ras al Khaimah

Startseite

Das Dhayah Fort liegt etwas hinter dem Ort Ras al Khaimah auf einer Anhöhe. Unser Navi gibt uns die Erlebnisroute quer durch die Hintergassen mit Ziegen, Müll, ungeteert. Immer in unserem Blick das Fort hoch oben auf dem Hügel, nicht im Blick, der Zugang dazu. Zäune links von dem schmalen einspurigen Schotterweg, rechts Häuserreihen, vor und hinter uns Ziegen. Irgendwann müssen wir wenden. Die Kinder finden es schon super spannend, ich auch. Einfaches Dorfleben mittendrin. Denn UAE ist nicht nur Prunk, Glanz und Glamour, es gibt auch das einfache, das andere Leben. Der erneute Versuch führt uns durch mehr unbekannte einspurige Gassen zu einer plötzlich vor uns liegenden Teerstraße. Die Zufahrt zum Fort. Wie gut, dass wir die mal nicht sofort gefunden haben, den spannenden Teil hätten wir sonst nämlich verpasst. Beim Fort kein Eintritt, keine Besucher, alles leer. Ein Traum für uns. Wir erklimmen die 240 Stufen bei 37 Grad und haben einen wunderschönen Rundumblick. Darunter viele wirklich grüne Flächen, Palmengärten – eine wahre Oase. Früher war das Fort Verteidigungsposten. Laut der Erklärungen auf der Tourismusseite von Ras al Khaimah entstand das existierende Fort im 19. Jahrhundert auf den Fundamenten viel älterer Gebäude. Es war und ist historisch bedeutend, denn im Jahre 1819 war es der letzte Ort des Wiederstandes gegen einen Angriff der Britten. Am 22.12.1819 wurde es dann getroffen und man gab auf. Im April 2001 wurde es wieder neu aufgebaut.

Regentage Dubai

Auswandern, Startseite

Wassereinbruch – überdurchschnittlicher Durchschnitt

Also wenn man mal so im Internet stöbert, wie viele Tage es durchschnittlich in den UAE regnet, dann findet man einen Wert von 0,8 Tage pro Monat.

Das Jahr 2022 erscheint mir persönlich somit bereits jetzt als das regenreichste Jahr, drinnen wie draußen. Am 31. Dezember fing alles an. Immer wieder Regen über den Tag verteilt. Irgendwann solch heftige Regenschauer, dass wir sämtliche Polster unserer Außenmöbel sogar von der überdachten Terrasse entfernen und ins Haus schleppen müssen. Das Wohnzimmer wird zu einem ungemütlichen Matratzenlager, fast wie diese chaotischen „Kissenecken“ in den 80ern. Super nervig. Zudem haben wir genau zu dieser Zeit noch Besuch von Freunden aus Deutschland. Ein Pärchen mit einem sechs Monate alten Baby, das zum Glück noch nicht in der Lage ist, sich von der Stelle zu bewegen, denn sonst wäre das heillose Chaos im Chaos noch von Babyaktivitäten getoppt worden. Da es im Jahre 2021 eigentlich kein einziges Mal geregnet hat, muss also schnell noch die Quote erfüllt werden. Schön. Da Statistiken im Internet auch meinen, dass es meist zwei Tage im Jahre regnet, fehlt also aus 2021 ein Tag. Dieser wird wohl gleich am 1. Januar nachgeholt. Und im direkten Anschluss, am 2. und am 3. werden wohl gleich noch die Tage von 2022 angehängt.

Für unser neu erworbenes Eigenheim ist es leider auch die erste Bewährungsprobe… durchgefallen, würde ich da mal zusammenfassen. Bereits am Silvestertag gesellen sich zu Kissen und Polstertürmen im Wohnbereich noch unzählige Eimer und Handtücher im gesamten Haus verteilt. Was mit leichten Rinnsalen im Treppenhaus von der Decke startet, steigert sich zu kleinen, stetigen Wasserfällen über die ganze Nacht. Aus der Decke über dem bedachten Bereich der Haustür ist der Wasserfall Niagarafall-mäßig unterwegs… Das kleine Flachdach, welches wir über das kleine Badfenster unserer Tochter erreichen können, hat sich in einen privaten SonderPool verwandelt. Zuerst steigt unsere 11-jährige Tochter durch das Fenster gräbt und fühlt im DRECK nach dem eventuell vorhandenen Abfluss, der aber wenn vorhanden, definitiv verstopft ist. Auf dem Nachbardach kommunizieren wir mit unseren Nachbarn, die ebenfalls mit exakt gleicher Überschwemmungssituation zu kämpfen haben. Erst als mein Mann sich zirkusfähig durch das kleine Fenster schlängelt, bessert sich langsam die Situation. Mit Eimern schöpfen wir im Team (er außen, ich innen) das Wasser nun vom Dach in die Toilette unserer Tochter. Nachdem ich doch anfange, mir Gedanken zu machen, dass bei den vielen Steinen, die mit reingereicht werden, eventuell bald auch noch die Toilette verstopft und überschwemmt, kommt das Küchensieb in der Toilettenbrille zum Einsatz und so filtern das Regenwasser steinfrei. Was für eine Aktion, was für eine Sauerrei…

Am Ende der Straße läuft derweil weiteren Nachbarn die Garage voll Wasser. Dessen ebenfalls 11-jährige Sohn steht knietief in der Garage im Wasser und verkündet, dass es sogar bis in Haus läuft. Leider ist die Straße zu deren Haus hin sehr abschüssig. Da geht es uns ja noch recht gut.

Das war unser Ende 2021 und unser Start 2022. Nebenbei hatten wir aber super schöne Tage auf der Expo, tolle Stunden mit tollen Freunden, ein super harmonisches Silvester mit mehreren Feuerwerken, die wir von unserer Dachterrasse (Klimaanlagen-Außenstelle) aus genießen durften. Ab 19 Uhr gibt es stündlich ein Feuerwerk im Global Village Vergnügungspark und um Mitternacht konnten wir sogar recht gut das Feuerwerk rund um den Burj Khalifa sehen. Selbst den Abschluss des Expo Feuerwerks haben wir noch auch weiter Ferne verfolgen können.

Toller Start also, neben dem ständigen Trocknen und/oder Austauschen der Handtücher, Eimern leeren, neuen Eimer an neuen undichten Stellen platzieren und ständig auf der Hut sein, dass es weitere Wassereinbrüche gibt. Es folgten Absprachen über Verbesserungsmöglichkeiten mit den Handwerkern und darauf Taten.

Noch sind viele Zimmerdecken braun-gelblich eingefärbt vom eindringenden Wasser, aber da warten wir mal mit den anstehenden Malerarbeiten, bis dann wirklich die Regenzeit 2022 überstanden ist.

Denn gestern war Tag 4 im Monat Januar, der durchschnittlich 0,8 Tage Regen….

Beruhigend war, dass auch im „fancy-schmancy“ Trump Golf Club am Neujahrstag, die gleiche Eimer-Tücher Situation herrschte, wie bei uns zu Hause 😉

Permits…

Auswandern, Startseite

Move in Permit – Move out Permit

Um in eine Wohnanlage (hier: Compound) einziehen zu können oder auch ausziehen zu können, muss man eine Genehmigung beantragen.

Bei dem ersten Einzug ins gemietete Haus hier, hat uns zum Glück die Maklerin darauf hingewiesen. Wir hatten allerdings einen sehr, sehr großen Container, einen 40 ft high cube, eigentlich den größten, den es für solch einen Übersee-Umzug gibt. Genau dies hatten wir bei Beantragung der Genehmigung nicht angegeben, weil wir es einfach nicht wussten. Somit gab es eine kleine, zum Glück sehr „nette“ Diskussion mit dem Sicherheitspersonal, aber das Problem konnte gelöst werden.

Nachdem wir beim Online-Portal und der App des Compound Betreibers registriert waren, konnten wir sehr einfach und schnell mit zwei Klicks die Move-Out Permit beantragen und erhielten die Bestätigung bereits kurze Zeit später. Unser Umzug sollte oder besser musste an einem Freitag und Samstag über die Bühne gehen, denn die Zeit drängte ja. Die Baustelle auf der einen Seite war nicht wirklich fertig und das gemietete Haus musste aber am Sonntag besenrein übergeben werden. Es gab noch ein paar viele Acrylfarbflecken auf dem Zimmerboden unserer Tochter mit Verdünnung zu entfernen und die ein oder andere Wand musste auch noch gestrichen werden. Da ich diese Genehmigung für Freitag und Samstag so einfach erhalten hatte, habe ich mir überhaupt nicht weiter darüber Gedanken gemacht, dass eventuell im neuen Compound ein Einzug am Freitag gar nicht möglich sein könnte.

Ich versuchte verzweifelt, die Genehmigung über die Online-Plattform zu erhalten. Da scheiterte ich allerdings bereits an der Registrierung…  Im Büro, das ich darauf hin aufsuchte, erhielt ich eine E-Mail-Adresse, an die ich mich wenden sollte. Aber auch hier keine Antwort. Es folgten weitere Besuche im Büro, bis ich durch Zufall auf die Büroleitung stieß. Diese half mir freundlichste und wir konnten schlussendlich einen Tag später das Problem soweit lösen, dass ich zumindest die Genehmigung in der Hand hielt, diese allerdings mit dem breit aufgedruckten Zusatz: Freitag kein Ein- oder Auszug. (obwohl mir das die Büroleitung bereits zugesichert hatte) Zum Glück konnte ich schlussendlich noch eine E-Mail von Ihr ergattern, in der Sie es mir freundlicherweise noch einmal schriftlich zusagt.

Am Umzugstag war der Umzugsleiter dann allerdings so skeptisch, dass ich beschloss, vorab zum Sicherheitsgate zu fahren mit meiner Genehmigung und der E-Mail, um mir dort vom „diensthabenden“ Personal bestätigen zu lassen, dass die beiden LKWs auch wirklich Einlass gewährt bekämen. Diese zusätzliche Fahrt dorthin hat sich gelohnt, denn es war nicht so einfach, wie gedacht. Es wurde der Sicherheitschef angerufen, der mit einem Kollegen dann extra zum entsprechenden Gate kam. Und nur mit ein paar sehr, sehr netten Worten und einer gemeinsamen Besichtigung des Innenhofes rund um unser Haus, bekam ich dann die Garantie, dass es klappen würde. Sehr, sehr nett die beiden Herren und schlussendlich folgen diese auch nur den Vorschriften.

Es lief somit alles sehr reibungslos, aber lieber einmal mehr vergewissern, absichern und an die entsprechenden Genehmigungen frühzeitig einholen.

Umzug – 14,2 km Entfernung

Auswandern, Startseite

Nach dem letzten, großen Umzug von 6030 km von Nandlstadt, Bayern nach Dubai, UAE erschien dieser Umzug von nur 14,2 km ein Klacks. Und so war es auch. Inwieweit man natürlich immer von einem Klacks bei einem Umzug und dem damit verbundenen Chaos über mehrere Tage, Wochen reden kann. Denn bis wieder alles seinen richtigen Ort am neuen Platz findet – das dauert…. Wir haben ja wirklich schon viel Übung

von den Eltern nach Freising – eins

von Freising nach Biedenkopf – zwei

von Biedenkopf nach Würzburg – drei

von Würzburg – nach Regensburg in eine Wohnung – vier

von der Wohnung in Regensburg in ein Haus – fünf

von Regensburg nach Milwaukee, USA – 1. Wohnung – sechs

von der 1. In die 2. Wohnung in Milwaukee – sieben

von Milwaukee nach Johannesburg, Südafrika (1. Haus) – acht

vom 1. Haus ins 2. Haus in Johannesburg – neun

von Johannesburg nach Nandlstadt, Bayern – zehn

vom gemieteten Haus in Bayern ins Eigenheim in Nandlstadt – elf

von Nandlstadt nach Dubai, UAE – zwölf

vom gemieteten Haus in Dubai in Eigenheit in Dubai – dreizehn

Trotz all der Übung, ist ein Umzug immer anstrengend, die Organisation drumherum, das Einleben, das Ordnung schaffen, das Einleben, die Infrastruktur drum herum wieder aufbauen usw. usw. Die Liste ist unendlich. Und jeder der das schon mal durchhat, weiß wovon ich spreche.

Den ein oder anderen Umzug haben wir mit sehr lieben, fleißigen Freunden gemanagt. Dieses Mal aber haben wir uns ein Umzugsunternehmen gegönnt. Einfach zu viel Umzug über die letzten Jahre und der vorletzte mit den fleißigsten Helfern das größte Desaster, denn sowohl mein Mann und ich KRANK und somit kurzfristig kurz nach Umzugsstart komplett ausgeknockt.

Dieses Mal also ein einfacher Umzug mit einem lokalen Umzugsunternehmen. Glückgriff und Volltreffer. Super Team, extrem schnell und zuverlässig.

Das Team rückte gar mit einem ganzen TeamBus an. Wie in einem Ameisenhaufen ging es bei uns zu und innerhalb kürzester Zeit, kurz nach meinem ersten Kaffee am Morgen war bereits das komplette obere Stockwerk verpackt. Wir staunten nicht schlecht.

Und wer hätte es gedacht? Bereits am ersten Abend war das neue Haus soweit eingerichtet, dass wir alle in einigermaßen fertigen Zimmern in den eigenen vier Wänden nächtigen konnten. Unglaublich. Wir hätten das nie gedacht.

Der nächste Tag, pünktlichste gestartet, verlief ebenso schnell und reibungslos und am Nachmittag war alles im Haus an einem Platz. Das vieles später wohl am falschen Platz sein sollte, war mehr der Tatsache geschuldet, dass die Räumlichkeiten im neuen Haus leicht umorganisiert wurden und noch werden… Aber es wird. Jeden Tag ein kleines Stück weiter.

Somit war der Umzug am Samstagabend fertig und am Sonntag konnten die Handwerker wieder weitermachen, denn die waren ja leider noch nicht fertig. Was aber auch nicht anders zu erwarten gewesen war.

Wir sind am 12. November im neuen Haus gewesen und langsam werden die Handwerker Besuche seltener. Es sei denn, wie gestern, dass unerwartet irgendwo Wasser aus der Wand quillt….

Fazit: Umzug, Dank tollem, professionellem Umzugsunternehmen perfekt über die Bühne gebracht. Und jetzt erstmal, hoffentlich, LANGE kein Umzug  mehr in Sicht, sondern einfach nur genießen, leben und gutgehen lassen.

Haustür, Fenster und Löcher in Wänden…

Auswandern, Startseite

Etwas, das uns von Anfang an nicht an unserem Hauses gefallen hat, waren die Fenster und Türen. Da alle Scheiben von außen dunkel „verspiegelt“ sind, fällt relativ wenig Tageslicht in die tollen Räume. Nach der Schlüsselübergabe und dem ersten wirklich vertraut werden mit den eigenen vier Wänden, kam uns sehr schnell die Idee, die Fenster im Wohnbereich direkt austauschen zu lassen, zwei der vier Fenster zu verbinden und eine große Schiebetür einzusetzen, sodass wir richtig viel Licht, Luft und Leichtigkeit in den Raum bekommen. Der Bauleiter, der am nächsten Morgen mit unserem doch nicht allzu kleinen Extraauftrag konfrontiert wurde, legte sich erst einmal für zwei Minuten schweigend, leicht blass um die Nase, mitten in eben diesem noch dunklen Wohnbereich auf den Boden… O.k., dieser Zusatz für die sowieso schon sehr knapp bemessenen 11 Tage Umbauphase, war keine Kleinigkeit. Ich half ihm ein bisschen zurück auf die Beine, in dem ich beteuerte, dass ich mich um die Beschaffung und Einbau der Fenster- und Türlieferanten kümmern würde. Somit auch für mich spontan eine große Herausforderung. Am nächsten Morgen erstmal ab ins Internet, dann ab ins Auto. Klinken putzen. Größte Überraschung bei dieser Tour, in welchen versteckten Industrie-„Hinterhöfen“ sich diese Anbieter befinden. Super spannend, kann ich euch nur sagen!! Da das Auffinden viel länger dauerte, als gedacht, habe ich nur zwei Anbieter abklappern können. Der erste machte einen guten Eindruck, war aber in keinster Weise auf wirkliche Besucher vor Ort eingestellt. Nichts desto trotz aber super freundlich und bereits ein Tag später war der verantwortliche Verkäufer bei mir vor Ort, drei Stunden später hatte ich das Angebot. Der zweite Verkäufer, mit dem ich telefonisch in dem etwas hübscheren Verkaufsraum nur telefonisch verbunden wurde, meldete sich nie wieder bei mir.

(Wenn also jemand wirklich glaubt, Dubai sei überall nur Glanz, Glamour und Luxus… – hier geht alles und hier gibt es alles.)

Somit fiel die Wahl ganz gezwungen spontan auf den einen Anbieter. Da aber sowohl die Qualität der Rahmen und Fenster im „Showroom“, als auch die Ausführungen des Verkäufers im persönlichen Gespräch ganz nach unseren Vorstellungen verlaufen war, war das keine schwierige Entscheidung. Zudem importiert die Firma ihre UPVC Profile auch noch aus Deutschland.

Nicht ganz so spontan und schnell ließ sich die Wand davon überzeugen, dass sie Raum für Licht geben sollte. Es waren so viele Stahlstreben in der Wand verarbeitet, dass es unbeschreiblich viel Lärm und Staub für die Nachbarn hieß. Ich fühlte mich so schlecht, dass ich zu beiden direkten Nachbarn je mit einem großen Blumenstrauß UND eine sehr großen Leckerli-Packung eines bekannten deutschen Süßwarenherstellers erneute Klinken putze. Was für eine Freude bei den Nachbarn über die nette Geste und was für eine Freude bei mir über die netten Nachbarn. Ich war regelrecht beflügelt von diesem Gefühl. Denn in unserem Mietshaus zuvor kannten wir seit einem Jahr keine einzige Person in unserer kompletten Nachbarschaft.

Neben der großen Fensterfront tauschten wir ebenfalls die Badfenster in den drei Bädern aus, die sowieso gerichtet werden mussten.

Gerade just in diesem Moment sitze ich hier und bekomme heute auch noch meine neue Haustüre.

Welche Freude, damit nun gleich noch das Maximum an Lichteinfall geschaffen zu haben.

Bei Einzug waren zwar die Fensterrahmen alle eingesetzt und die Schiebetür verschließbar, allerdings kam das Glas nicht rechtzeitig… und wir mussten mehrere Tage mit verbarrikadierten Fensterrahmen leben, die somit natürlich erstmal jeglichen kleinsten Lichteinfall verhinderten.

Das Fenster im unteren Bad war gar für mehrere Tage sowohl ohne Rahmen, als auch ohne Verbarrikatierung, da die Fliesenleger noch die begehbare Dusche rund um das neue Fenster fliesen und verfugen mussten. Zum Glück wohnen wir jetzt in Dubai und ich habe mir wirklich keine Gedanken gemacht, dass jemand hier nachts einsteigen könnte.

Aber, was soll ich sagen. Jetzt haben wir einen wunderschönen lichtdurchfluteten Wohnbereich und in etwa zwei Stunden auch noch einen ebenso lichtdurchfluteten Eingangsbereich. Wunderschön.

Nachteil: Wir sind jetzt so begeistert von den neuen Fenstern, dass sicher im Laufe des nächsten Jahres noch das ein oder andere weitere ausgetauscht werden wird.

Auch der Bauleiter ist total begeistert von dem Anbieter und die beiden arbeiten mittlerweile auch sehr innig zusammen… Ich sollte da mal nach Provision fragen.

Schließlich war ich auf Fenster- und Türenjagd in düsteren Hinterhöfen unterwegs 😉

Zur Erklärung: Wir wollten keine Metalltür in günstig (hier am häufigsten im Angebot, eben auch im China Markt – Dragon Mart. Oder in verschiedenen anderen sehr schmucken Show-Räumen von internationalen Anbietern. Wir wollten auch keine Holztür, sondern hatten uns auf UPVC entschieden. Da wir sowohl in Deutschland, als auch damals in Südafrika solche Türen hatten uns sehr, sehr zufrieden waren. Und für UPVC gibt es nicht ganz so viele Anbieter.

Vorher:

Während den Bauarbeiten:

Nachher: