Umzug – 14,2 km Entfernung

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Nach dem letzten, großen Umzug von 6030 km von Nandlstadt, Bayern nach Dubai, UAE erschien dieser Umzug von nur 14,2 km ein Klacks. Und so war es auch. Inwieweit man natürlich immer von einem Klacks bei einem Umzug und dem damit verbundenen Chaos über mehrere Tage, Wochen reden kann. Denn bis wieder alles seinen richtigen Ort am neuen Platz findet – das dauert…. Wir haben ja wirklich schon viel Übung

von den Eltern nach Freising – eins

von Freising nach Biedenkopf – zwei

von Biedenkopf nach Würzburg – drei

von Würzburg – nach Regensburg in eine Wohnung – vier

von der Wohnung in Regensburg in ein Haus – fünf

von Regensburg nach Milwaukee, USA – 1. Wohnung – sechs

von der 1. In die 2. Wohnung in Milwaukee – sieben

von Milwaukee nach Johannesburg, Südafrika (1. Haus) – acht

vom 1. Haus ins 2. Haus in Johannesburg – neun

von Johannesburg nach Nandlstadt, Bayern – zehn

vom gemieteten Haus in Bayern ins Eigenheim in Nandlstadt – elf

von Nandlstadt nach Dubai, UAE – zwölf

vom gemieteten Haus in Dubai in Eigenheit in Dubai – dreizehn

Trotz all der Übung, ist ein Umzug immer anstrengend, die Organisation drumherum, das Einleben, das Ordnung schaffen, das Einleben, die Infrastruktur drum herum wieder aufbauen usw. usw. Die Liste ist unendlich. Und jeder der das schon mal durchhat, weiß wovon ich spreche.

Den ein oder anderen Umzug haben wir mit sehr lieben, fleißigen Freunden gemanagt. Dieses Mal aber haben wir uns ein Umzugsunternehmen gegönnt. Einfach zu viel Umzug über die letzten Jahre und der vorletzte mit den fleißigsten Helfern das größte Desaster, denn sowohl mein Mann und ich KRANK und somit kurzfristig kurz nach Umzugsstart komplett ausgeknockt.

Dieses Mal also ein einfacher Umzug mit einem lokalen Umzugsunternehmen. Glückgriff und Volltreffer. Super Team, extrem schnell und zuverlässig.

Das Team rückte gar mit einem ganzen TeamBus an. Wie in einem Ameisenhaufen ging es bei uns zu und innerhalb kürzester Zeit, kurz nach meinem ersten Kaffee am Morgen war bereits das komplette obere Stockwerk verpackt. Wir staunten nicht schlecht.

Und wer hätte es gedacht? Bereits am ersten Abend war das neue Haus soweit eingerichtet, dass wir alle in einigermaßen fertigen Zimmern in den eigenen vier Wänden nächtigen konnten. Unglaublich. Wir hätten das nie gedacht.

Der nächste Tag, pünktlichste gestartet, verlief ebenso schnell und reibungslos und am Nachmittag war alles im Haus an einem Platz. Das vieles später wohl am falschen Platz sein sollte, war mehr der Tatsache geschuldet, dass die Räumlichkeiten im neuen Haus leicht umorganisiert wurden und noch werden… Aber es wird. Jeden Tag ein kleines Stück weiter.

Somit war der Umzug am Samstagabend fertig und am Sonntag konnten die Handwerker wieder weitermachen, denn die waren ja leider noch nicht fertig. Was aber auch nicht anders zu erwarten gewesen war.

Wir sind am 12. November im neuen Haus gewesen und langsam werden die Handwerker Besuche seltener. Es sei denn, wie gestern, dass unerwartet irgendwo Wasser aus der Wand quillt….

Fazit: Umzug, Dank tollem, professionellem Umzugsunternehmen perfekt über die Bühne gebracht. Und jetzt erstmal, hoffentlich, LANGE kein Umzug  mehr in Sicht, sondern einfach nur genießen, leben und gutgehen lassen.

Haustür, Fenster und Löcher in Wänden…

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Etwas, das uns von Anfang an nicht an unserem Hauses gefallen hat, waren die Fenster und Türen. Da alle Scheiben von außen dunkel „verspiegelt“ sind, fällt relativ wenig Tageslicht in die tollen Räume. Nach der Schlüsselübergabe und dem ersten wirklich vertraut werden mit den eigenen vier Wänden, kam uns sehr schnell die Idee, die Fenster im Wohnbereich direkt austauschen zu lassen, zwei der vier Fenster zu verbinden und eine große Schiebetür einzusetzen, sodass wir richtig viel Licht, Luft und Leichtigkeit in den Raum bekommen. Der Bauleiter, der am nächsten Morgen mit unserem doch nicht allzu kleinen Extraauftrag konfrontiert wurde, legte sich erst einmal für zwei Minuten schweigend, leicht blass um die Nase, mitten in eben diesem noch dunklen Wohnbereich auf den Boden… O.k., dieser Zusatz für die sowieso schon sehr knapp bemessenen 11 Tage Umbauphase, war keine Kleinigkeit. Ich half ihm ein bisschen zurück auf die Beine, in dem ich beteuerte, dass ich mich um die Beschaffung und Einbau der Fenster- und Türlieferanten kümmern würde. Somit auch für mich spontan eine große Herausforderung. Am nächsten Morgen erstmal ab ins Internet, dann ab ins Auto. Klinken putzen. Größte Überraschung bei dieser Tour, in welchen versteckten Industrie-„Hinterhöfen“ sich diese Anbieter befinden. Super spannend, kann ich euch nur sagen!! Da das Auffinden viel länger dauerte, als gedacht, habe ich nur zwei Anbieter abklappern können. Der erste machte einen guten Eindruck, war aber in keinster Weise auf wirkliche Besucher vor Ort eingestellt. Nichts desto trotz aber super freundlich und bereits ein Tag später war der verantwortliche Verkäufer bei mir vor Ort, drei Stunden später hatte ich das Angebot. Der zweite Verkäufer, mit dem ich telefonisch in dem etwas hübscheren Verkaufsraum nur telefonisch verbunden wurde, meldete sich nie wieder bei mir.

(Wenn also jemand wirklich glaubt, Dubai sei überall nur Glanz, Glamour und Luxus… – hier geht alles und hier gibt es alles.)

Somit fiel die Wahl ganz gezwungen spontan auf den einen Anbieter. Da aber sowohl die Qualität der Rahmen und Fenster im „Showroom“, als auch die Ausführungen des Verkäufers im persönlichen Gespräch ganz nach unseren Vorstellungen verlaufen war, war das keine schwierige Entscheidung. Zudem importiert die Firma ihre UPVC Profile auch noch aus Deutschland.

Nicht ganz so spontan und schnell ließ sich die Wand davon überzeugen, dass sie Raum für Licht geben sollte. Es waren so viele Stahlstreben in der Wand verarbeitet, dass es unbeschreiblich viel Lärm und Staub für die Nachbarn hieß. Ich fühlte mich so schlecht, dass ich zu beiden direkten Nachbarn je mit einem großen Blumenstrauß UND eine sehr großen Leckerli-Packung eines bekannten deutschen Süßwarenherstellers erneute Klinken putze. Was für eine Freude bei den Nachbarn über die nette Geste und was für eine Freude bei mir über die netten Nachbarn. Ich war regelrecht beflügelt von diesem Gefühl. Denn in unserem Mietshaus zuvor kannten wir seit einem Jahr keine einzige Person in unserer kompletten Nachbarschaft.

Neben der großen Fensterfront tauschten wir ebenfalls die Badfenster in den drei Bädern aus, die sowieso gerichtet werden mussten.

Gerade just in diesem Moment sitze ich hier und bekomme heute auch noch meine neue Haustüre.

Welche Freude, damit nun gleich noch das Maximum an Lichteinfall geschaffen zu haben.

Bei Einzug waren zwar die Fensterrahmen alle eingesetzt und die Schiebetür verschließbar, allerdings kam das Glas nicht rechtzeitig… und wir mussten mehrere Tage mit verbarrikadierten Fensterrahmen leben, die somit natürlich erstmal jeglichen kleinsten Lichteinfall verhinderten.

Das Fenster im unteren Bad war gar für mehrere Tage sowohl ohne Rahmen, als auch ohne Verbarrikatierung, da die Fliesenleger noch die begehbare Dusche rund um das neue Fenster fliesen und verfugen mussten. Zum Glück wohnen wir jetzt in Dubai und ich habe mir wirklich keine Gedanken gemacht, dass jemand hier nachts einsteigen könnte.

Aber, was soll ich sagen. Jetzt haben wir einen wunderschönen lichtdurchfluteten Wohnbereich und in etwa zwei Stunden auch noch einen ebenso lichtdurchfluteten Eingangsbereich. Wunderschön.

Nachteil: Wir sind jetzt so begeistert von den neuen Fenstern, dass sicher im Laufe des nächsten Jahres noch das ein oder andere weitere ausgetauscht werden wird.

Auch der Bauleiter ist total begeistert von dem Anbieter und die beiden arbeiten mittlerweile auch sehr innig zusammen… Ich sollte da mal nach Provision fragen.

Schließlich war ich auf Fenster- und Türenjagd in düsteren Hinterhöfen unterwegs 😉

Zur Erklärung: Wir wollten keine Metalltür in günstig (hier am häufigsten im Angebot, eben auch im China Markt – Dragon Mart. Oder in verschiedenen anderen sehr schmucken Show-Räumen von internationalen Anbietern. Wir wollten auch keine Holztür, sondern hatten uns auf UPVC entschieden. Da wir sowohl in Deutschland, als auch damals in Südafrika solche Türen hatten uns sehr, sehr zufrieden waren. Und für UPVC gibt es nicht ganz so viele Anbieter.

Vorher:

Während den Bauarbeiten:

Nachher:

Bad Renovierungen        

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Wasser marsch…

Wir hatten das große Glück, dass das Bad im Elternschlafzimmer bereits komplett renoviert worden war, vor gar nicht allzu langer Zeit und dies auch sehr geschmackvoll. Leider waren die beiden Bäder der Kinder in einem schlechten Zustand. Die Toiletten schrecklich, die Aufbauten hinter den Toiletten in einem sehr littichen Zustand. Littich…? Wohl „hessisch“ für eine wirklich schwache Ausführung; eben einen schlechten Zustand. Die mit Folie überzogenen Waschtische mit Waschbecken durchweicht im unteren Bereich, die Folie lose an allen Ecken und Enden und die Fenster schlossen auch nicht wirklich richtig

Des Weiteren war im unteren Bereich ein „Powder Room“, darüber habe ich im Artikel „Haussuche“ bereits berichtet. Daneben liegt die „Study“ (ebenfalls im Artikel Haussuche zu finden), die von uns zum Gästezimmer umfunktioniert werden sollte. Somit brauchte aber dieser Powder Room, der nun als Badezimmer für Gäste fungieren soll, auch eine Dusche und eine generelle Überholung und auch hier ein neues Fenster und eine Tür! Große Pläne also schon für 11 Tage…. (neben all den anderen Ideen, die wir für die 11 Tage entwickelt hatten)

Für die Fenster habe ich eine Lösung gefunden, davon die Tage mehr. Den Rest übernahmen die fleißigen Arbeiter, die zu Hauf das Haus belebten. Ich habe Stunden im Dragon Mart, einem Chinesischen Alleshändler Riesenmarkt, verbracht, um Toiletten, Waschtische, Armaturen usw. usw. zu wählen, zu bestellen und natürlich zu zahlen. Es lief alles Hand in Hand.

Keines der Bäder war dann leider beim Einzug komplett fertig, aber kurze Zeit später zumindest zwei davon.

Wobei dann ein Bad wieder stillgelegt wurde, nachdem dann das untere Gästebad fertig angeschlossen war, denn bei der Abnahme gab es eine Überraschung. Ich habe mit dem Bauleiter und dem „Übersetzer“ die Anschlüsse der Armaturen überprüft. Wasser marsch. Und leider kam das Wasser nicht nur aus den Hähnen, Brausen und Köpfen, sondern auch aus einem „Gartenschlauch“, der über der Dusche aus der Decke baumelte… Das erklärte dann eventuell auch, warum in dem darüber liegenden Bad am Abend zuvor kein Wasser mehr lief. Somit wurde dann wieder das obere Bad auseinandergenommen…. Tief durchatmen, am Besten mal kurz meditieren und bloß nicht aufregen. Es wurden wieder Fliesen rausgerissen, die Toilette abgeschraubt und somit zog erneut, in dem so frisch geputzten Bad, CHAOS und Dreck ein. 1,5 Tage später waren beide Bäder wieder funktionsfertig und das Problem gelöst. Endlich.

Jetzt musste nur das Gästebad noch verputzt werden und die Tür gesetzt werden. Auch das ist jetzt soweit fertig. Fehlt noch das Licht, der Spjegel und die Reinigung und ein paar Kleinteile…

Die Bäder strahlen in einem neuen Glanz, es macht uns wirklich glücklich und wir sind froh, uns zur Erneuerung durchgerungen zu haben.

Sprachbarrieren: In den Kinderbädern ist es fast unmöglich einen Toilettenpapier-Halter anzubringen. Denn auf der einen Seite ist die gläserne Duschwand und auf der anderen Seite der nagelneue Waschtisch… Leider hatte ich bereits die Wandhalter gekauft, weil ich das Problem vorher nicht erkannt hatte. So waren die Arbeiter eifrig dabei mir Handtuchhalter anzubringen und eben auch die Halter. In den Kinderbädern war ich ratlos und erklärte in einfachstem Englisch (meiner Meinung nach) die Halter sollen NICHT angebracht werden, ich würde mich am nächsten Tag entscheiden. „NOT today, will decide/will tell you TOMORROW“. Mit entsprechenden abwinkenden Handzeichen… Ich war keine zwei Minuten aus dem Bad, da höre ich die Bohrmaschine…. Somit haben wir jetzt zwei Löcher an nicht vorgesehener Stelle in den neuen Fliesen, die „professionell“ wieder zugespachtelt wurden, nachdem aus meinem Wutanfall offensichtlich klar zu verstehen war, dass wohl etwas falsch gelaufen war….

Schlüsselübergabe und UmBauBeginn

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Am 1. November 2021 haben wir ihn dann in den Händen: unseren Schlüssel für´s Eigenheim.

Und damit noch gleich eine große Ladung ORGANISATION an der Backe. Von Arbeit kann ich nicht reden, denn in diesem Falle werden wir arbeiten lassen. Viele, die bei unserem letzten Umbau (2018) so fleißig mitgeholfen haben, können unsere Entscheidung nur zu gut verstehen. Zudem haben wir natürlich hier nicht das super fleißige Freunde-Backup von ganz besonderen Wichteln, die uns in Nandlstadt so unbeschreiblich toll unterstützt haben. Also lassen wir jetzt arbeiten. Ich habe durch eine Empfehlung einer Freundin einen top Umbauleiter gefunden. Duncan. Ohne ihn und sein Team hätten wir nie den groben Umbau in 11 Tagen geschafft. Denn nur 11 Tage lagen zwischen Schlüsselübergabe und Einzug. Unser Mietvertrag im alten Haus lief zum 14. November aus, also musste gezwungenermaßen der Umzug am 12. Und 13. November über die Bühne gehen. Und wir haben es geschafft. Mit kleinen und größeren offenen Baustellen, aber so einer Grundlage im Eigenheim, dass man dort wohnen kann. Zwar war nur ein Bad ganz fertig, aber das ist wohl eher ein Luxusproblem, wenn nur eines von vier Bädern frei ist. Fast lächerlich, darüber zu reden, aber leider war halt trotzdem nach Einzug Staub und Bauarbeiter im ganzen Haus auf meinem Tagesordnungspunkt.

Es ist nicht das erste Haus, welches wir gekauft und umgebaut haben, bzw. umbauen lassen haben.

Interessant ist, dass man hier nur minimalistisch mit den Bauarbeitern kommunizieren kann, denn die wenigsten können ausreichend Englisch. Ich bin mittlerweile umbautechnisch mit einem sehr guten, umfangreichen Vokabular ausgestattet, nach diversen Baustellen 😉, eben auch in Südafrika. Dort allerdings, war es überhaupt kein Problem mit allen Bauarbeitern fließend zu kommunizieren. Vielmehr habe ich so viele Vokabeln rund um das Thema Hausbau gelernt. Hier in Dubai muss man eigentlich immer warten, bis der „Mittelmann“ wieder vorbeischaut, um den Arbeitern die Arbeiten oder Anliegen zu erklären. Schon gewöhnungsbedürftig.

Aber heute ist der 24. November und ich kann nur sagen, der Großteil ist jetzt endlich geschafft. Die gröbsten Arbeiten im HausInneren abgeschlossen. Nur noch Kleinigkeiten und etwas Außenbereich steht noch an. Und natürlich das finale Dekorieren und Verräumen… Das wird sicher noch eine ganze Weile dauern, aber ich lasse mir jetzt auch Zeit, denn die 11 Tage Umbau (neben Besuch aus Deutschland und Schulalltag) waren wirklich hart. Und wenn täglich um die 20-24 Arbeiter auf der Baustelle rumwuseln… Hut ab.

Entdecker Overload

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… heute Expo.

Mein letzter Eintrag hier ist über einen Monat her. Die Zeit ist seitdem nur so verflogen. Totaler Overload an Eindrücken und Erlebnissen. Unglaublich.

Expo, Expo, Expo; 2x Besuch aus Deutschland, Herbstferien mit mehr Expo, Wandern in den Hatta Bergen, Umbau, Umbau, Umbau – Umzug, mehr Umbau, Umbau… Nebenbei natürlich Klassenarbeiten, Hausaufgaben, Musikunterricht usw. usw.

KRASS, kann ich euch nur sagen. Alles super schön, überwältigend, aber natürlich auch M E G A anstrengend.

Wo soll ich anfangen?

Erstmal zur Expo – ongoing SUPER WOW Erlebnisse.

Wir waren bereits über 10x auf dem Expo Gelände. Die Saison Family Karte hat sich also auf jeden Fall gelohnt. Trotz der vielen Besuche haben wir noch lange nicht alle Pavillons gesehen. Wir nehmen uns aber auch wirklich Zeit, zu verweilen, denn meiner Meinung nach haben wir früh genug mit unseren Besuchen angefangen und werden es auf jeden Fall bis Ende März schaffen, hoffentlich alle besucht zu haben. Bei den Besuchen schwebt man förmlich von einer WOW Wolke zur nächsten. Es ist unglaublich, was sich die Länder alles haben einfallen lassen. Manche bestechen alleine durch die Architektur, andere durch die Interaktionen oder Installationen. Es ist unbeschreiblich, was man dort alles erleben kann. „RIESEN“ im Mobility Pavillon, Bällebaden im Deutschen Pavillon, Schwäbisch essen im Baden-Württemberg Haus, absolute Faszination über mehrere Etagen im Marrokko Gebäude, Glitzerwelt rund um Pakistan, Stahlstehlen Installation der besonderen Art in Bahrain, Wärme und Herzlichkeit in Nigeria, Hängematten über Wasser in Brasilien, WOW in Spanien, Waffeln und WOW in den Niederlanden, Schneeflocken in der Tschechei, grünes Haus in Singapor usw usw. Für unzählige Eindrücke gerne auf meinem Instagram Account vorbeischauen.

Und das Unglaubliche ja, solch eine harmonische, weltverbindende Massenveranstaltung (mit Maskenpflicht) zu Zeiten, in denen die Welt z.B. in Deutschland wieder Corona-verrückt spielt.

Ich bin einfach froh, dass ich meine erste Expo hier mit meiner Familie erleben und genießen kann in vollen Zügen. Und ihr könnt sicher sein, bis Ende März, ist unser Fokus weiterhin SO OFT WIE MÖGLICH EXPO!

Braunfels für 20 Stunden

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Hessen – Lahn-Dill-Kreis

Meine Oma feiert ihren 89. Geburtstag im August 2021. Zu meiner und ihrer Freude, fällt dieser Tag in unseren, ab jetzt alljährlichen, Sommer-Langzeit-Aufenthalt. Meine Oma liebt das Reisen, sie findet darin wahrscheinlich das EntdeckerGlück genauso wie ich. Ich habe auch schon einige tolle Touren mit ihr gemacht. Wir waren schon zu 10 Tage mit dem Mietwagen auf Mallorca unterwegs und haben eine Woche Flusskreuzfahrt in Frankreich genossen. Sie hat uns auch mehrmals für je zwei Wochen in Südafrika besucht. Einmal sogar ganz alleine mit Anfang 80, mit ihrer sieben Jahre jüngeren Schwester. Auch in Milwaukee, USA hat sie uns besucht.

Zu ihrem 89. kam mir somit natürlich die Idee, ihr eine Übernachtung mit mir und den Kindern in einem Hotel zu schenken. Die Wahl fiel auf das Schlosshotel in Braunfels.

Die Lage des Hotels war ungeahnt perfekt, auf Höhe der Altstadt, so dass es für meine Oma kein Problem war, mit dem Rollator die Stadt mit uns zu Fuß zu erkunden. Die Altstadt befindet sich auf dem Hügel rund um den Schlossberg, während die nicht so schöne Neustadt im Tal liegt. Der Luftkurort im nördlichen Taunus hat wirklich eine gut erhaltene und gepflegte kleine Fachwerkaltstadt rund um den historischen Marktplatz. Wir laufen einige der kleinen, verwinkelten Gassen ab und schreiten durch alte Stadttore. Danach braucht Oma eine kleine Pause. Während meine Tochter mit ihrer Uroma auf dem Marktplatz auf einer Bank ein Schwätzchen hält, machen mein Sohn und ich uns auf den kurzen Weg zum Schloss. Durch ein großes, rotes hölzernes Fall-Tor betreten wir die Schlossanlage. Beeindruckend führt uns ein breiter Treppengang weiter hinauf zum Schlosshof. Im Hof tummeln sich schon Besucher, die auf eine Führung warten. Wir aber entschließen uns, nur das Museum zu besuchen. An einem Drehkreuz zahlen wir je drei Euro und können uns dann selber „einlassen“. Das Museum ist beeindruckend. Waffen, Münzen, Kleidung, Schmuck, Uniformen, Siegel, Glas, Orden und vieles, vieles mehr. Immer weiter reihen sich die verschiedenen Räume aneinander. Super spannend, kurzweilig und auch mein 11-jähriger Sohn ist begeistert.

Geschichtlich beladen machen wir uns wieder auf den Weg zum Marktplatz. Kaffee und Eiscreme steht als nächstes auf dem Programm.

Damit sind wir gestärkt und spazieren noch ein wenig durch den Kurpark Herrengarten. Dieser Terrassengarten wurde bereits im 17. Jahrhundert angelegt. Die Kinder rennen und toben, die Oma und ich schlendern gemütlich hinterher. Am meisten begeistert mich ein wirklich großer Mammutbaum, der mich sofort an einen Besuch des Sequoia Nationalparks in den USA erinnert.

Direkt hinter dem Herrengarten kommen wir durch einen schmalen Gang wieder auf den Hof unseres Hotels. Genug gelaufen. Das Hotel hat einen wunderschönen Aufenthaltsraum mit vielen Gesellschaftsspielen und einer Selbstbedienungs-Bar auf Vertrauensbasis. Wir haben das Glück, dass wir an einem Montag in Braunfels sind und weil die Restaurants in Braunfels montags geschlossen haben, bietet das Hotel nur an diesem Wochentag (momentan) abends ein Essen für seine Gäste an. Draußen regnet es mittlerweile, wir sind viel gelaufen, hatten einen super schönen Tag und viel frische Luft und genießen das Verweilen in toller Umgebung.

Wir lernen Kniffel Duell kennen, das unerwartet viel Spaß macht, spielen unzählige Runden Qwixx, eines meiner Lieblingsspiele und werden zur Krönung noch mit einer köstlichen Suppe verwöhnt.

Später ziehen wir uns in unsere königlichen Gemächer im Schlosshotel zurück und schlafen zufrieden ein.

In dem wunderschönen Raum, in dem wir den Abend haben ausklingen lassen, starten wir den nächsten Tag mit klingenden Tassen mit köstlichem Kaffee.

Fazit: Braunfels lohnt sich auf jeden Fall für eine Nacht. Bei mehreren Übernachtungen würde man dann anfangen, die Umgebung zu erkunden oder zu erwandern.

Für meine Oma, die UrOma meiner Kinder:

Oma, es war ein so schöner Ausflug mit Dir, so wie all unsere gemeinsame Zeit immer und überall. Ich freue mich jetzt schon RIESIG, wenn Du uns im Februar in Dubai besuchen kommst.
Du bist die Beste – ich hab dich lieb. Pass gut auf dich auf.

Strohblume…

Diese kleine gelbe Blüte durfte ich Dank meiner Oma, in Braunfels kennenlernen. Sie fühlt sich komplett KÜNSTLICH anfühlt. Unser Sohn, konnte gar nicht glauben, dass sie echt ist. Man lernt nie aus. Eine „StrohBlume“ – im wahrsten Sinne des Wortes. Über solche kleinen Entdeckungen kann ich mich ja riesig freuen.

Kopenhagen für ein Wochenende

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Novemberausflug mit meiner ältesten Freundin. Früher schoben wir zwei unseren Kinderwagen zusammen durch das hessische Hinterland, jetzt ziehen wir unsere Koffer gemeinsam Richtung Bahn, die uns in die Stadt zu unserem Hotel bringen wird. Wir machen einen Mädels Ausflug. An einem Wochenende im November fliegen wir von zwei unterschiedlichen deutschen Flughäfen in die Hauptstadt Dänemarks, Kopenhagen. In meinen drei Jahren in Milwaukee, USA, war eine meiner besten Freundinnen Dänin. Ich habe damals viele ihrer wirklich offenen, netten Familienmitglieder kennengelernt, schon einiges über Sitten und Gebräuche erfahren – u.a., dass die Dänen gerne Smørrebrød essen, eigentlich nur ein Butterbrot, aber daraus wurde schon in Milwaukee ein Hype gemacht. Ich freute mich also sehr darauf, dieses Land, besser diese Stadt, dessen Menschen ich schon lieben gelernt hatte, kennenzulernen.

Die Lage unseres Hotels direkt am Rathausplatz, in der Nähe des Tivoli ist perfekt für unser Erkundungswochenende. Ebenfalls toll, der Empfang des netten Rezeptionisten und der direkte Hinweis auf die Bar neben der Rezeption, an der wir uns jederzeit kostenlos unsere Wasserflaschen auffüllen lassen können. Ein einfaches und kleines Extra, aber in einer doch recht teuren Stadt – Gold (Geld) wert.

Nur kurz Koffer ins Zimmer und dann los. Erstes Carlsberg Bier zum Mittagessen serviert von einer gutgelaunten Bedienung im Zalt. Erste Überraschung, die doch erstaunlichen Preise vor Ort. Aber das trübt unsere Stimmung kein bisschen, genauso wenig wie das trübe, kühle Wetter. Wir lassen uns einfach ohne Ziel durch die Gassen treiben, die Stadt auf uns wirken, ohne Ziel und ohne Plan. Immer wieder kommen wir zum Wasser, überqueren Brücken jeder Größe, bestaunen bunte Schiffe und machen viel zu viele Fotos von denselben. Immer wieder stoßen wir auf Plätze mit kleinen Weihnachtsmärkten und immer wieder gönnen wir uns einen Glühwein, um uns auch von innen zu wärmen. Die Mützen unserer Jacken tief ins Gesicht gezogen, denn es weht ein wirklich kalter, feuchter Wind. Am Nachmittag wollen wir eigentlich noch den Weg zur Kleinen Meerjungfrau finden. Vorbei an der beeindruckenden Frederiks Kirche und am Design Museum laufen wir Richtung Kastell und stoßen wieder auf Wasser. Nicht mehr weit bis zur Meerjungfrau. Aber kurz zuvor stoßen wir auf etwas, das uns magisch anzieht. Toldboden.

Wir verlieben uns sofort in diese Location. Untergebracht in einer alten Industriehalle mit Blick aufs Wasser im Bezirk Nordre Toldbod. Kuschelig warm, sitzen wir auf Kunstfellen an langen Tischen auf rustikalen Holzbänken. Die Tische mit Kerzenlicht geschmückt. Es ist einfach ein wunderschöner Ort. Somit verweilen wir auch spontan viel länger als geplant, genießen köstliches Essen und den ein oder anderen Drink. Aber geplant hatten wir ja eigentlich nur, dass wir Zeit miteinander verbringen wollen… Die bronzene Meerjungfrau sitzt seit 1913 auf ihrem Stein und wird auch morgen noch dort sitzen. Wobei das ja nicht ganz stimmt. Das Original wird angeblich an einem geheimen Ort aufbewahrt. Hier sitzt eine Kopie des Entwurfes, aber auch die sitzt seit 1913 dort.

Durch windige Gassen schlendern wir zurück zum Hotel.

Den nächsten Morgen starten wir mit der Hop-on Hop-off Bustour. Aus der Bustour wird sehr schnell eine Bootsfahrt, im Ticketpreis inklusive. Diese wird leider der totale Reinfall, denn da es draußen kontinuierlich regnet, bringen die vielen Menschen, die sich ins Trockene des Bootes flüchten, so viel Feuchtigkeit mit hinein, dass die Fenster und das Glasdach komplett beschlagen und wir wirklich nichts mehr von Kopenhagen sehen können. Wir machen das Beste daraus. Etwa eine Stunde lang quatschen wir, lachen uns schlapp über die skurrile Situation, lauschen schon gar nicht mehr den Erzählungen über die Lautsprecher, die wir sowieso nicht mehr verstehen können, denn das ganze Boot ist in großes Geschnatter verfallen. Wir verlassen nur einmal unseren Sitzplatz und wagen uns für ein paar Minuten in die nasse Kälte am Heck des Schiffes. Irgendwie war es dann doch ein lustiges Erlebnis, aber nicht empfehlenswert. Ziemlich lange warten wir auf den nächsten Tourbus. Nächster Ausstieg für uns: die Ice-Bar. Obwohl die Temperaturen eh schon sehr kühl sind, es leicht nieselt, wagen wir es. Am Eingang lassen wir uns zusätzlich zu unseren Winterjacken auch noch in Spezial-Capes packen und dann geht es durch eine Kälteschleuse in die Bar aus Eis. Wie kleine Kinder freuen wir uns über das Erlebnis – alles aus EIS. Tische, Bänke, Wände, Theke… wieder entstehen viel zu viele Fotos, weil wir so begeistert sind. Aber nach gut 40 Minuten dringt die Kälte dann auch durch das Cape und die Winterjacke an den Körper. Zeit, uns wieder auf den Weg zu machen. Nicht weit entfernt finden wir ein nettes Eck-Café mit einem Tisch am Fenster. „Det Elektriske Hjørne“ – die elektrische Ecke. Zwei heiße, köstliche Kaffees bringen die innere Wärme zurück. Das Leben pulsiert hier bereits am frühen Nachmittag und fast fällt es uns schwer, weiter auf Erkundungstour zu gehen.

Nächstes Ziel sind die wundervollen Gärten des Schloss Rosenborg. Natürlich fehlt hier im November die bunte Blütenpracht, aber auch der graue Himmel mit der beeindruckenden, grünen Hecken-Schnittkunst sind sehenswert. Die Kronjuwelen, die wir Schoss bei einer Führung besichtigen könnten, müssen auf einen nächsten Besuch von uns warten. Wir wollen noch die Wachablösung im Hofe des Schlosses Amalienborg sehen. Da wir etwas früh dran sind und beide wasserverliebt, machen wir noch einen kurzen Abstecher durch den Amalienhaven, einen kleinen Park nicht weit vom Schloss entfernt, ans Ufer. Und wie es der Zufall so will, steht eine hübsche, blaue Ape mit Aufschrift Kaffe-Drønet dort und wartet auf uns. Unsere kalten Füße geben uns eindeutig zu verstehen, dass wir ein heißes Getränk dringend benötigen, um den Marsch der Garde zu verfolgen.

Und dann marschieren sie nach langem Warten endlich. Viele Schaulustige drängen sich auf den Platz, laute Befehle schallen immer mal wieder über den Platz, Stiefelgeklapper, WachHerren mit überdimensionalen PuschelHüten wechseln Positionen… Aber mal ehrlich, es gibt Spannenderes.

Körper und Geist absolut unter Kontrolle schaffen wir heute den Weg vorbei am Toldboden, dem Zollhaus, Richtung Meerjungfrau. Auch hier, viele Menschen und die Frau viel kleiner, als ich erwartet hatte. Aber gut, es heißt ja auch die KLEINE Meerjungfrau. Wir versuchen ein paar Fotos ohne die Menschenmassen zu ergattern. Einige Asiaten klettern fast rüber auf den Felsen, immer der Gefahr ausgesetzt, entweder in das eiskalte Wasser zu fallen oder zumindest nasse Füße zu bekommen. Zu viel Trubel hier, weiter geht´s. Wir wollen nämlich noch das Kastell erkunden. Die Zitadelle stammt aus dem 17. Jahrhundert und auf den Hügeln weht leider der Wind mit gefühlt 17 Knoten. Die Kälte drängt schon ganz bald durch unsere dicken Winterjacken und Schuhe, aber es geht nicht mehr. Zu kalt die frische Brise. Und ganz ohne können wir heute doch nicht… Toldboden ist so nah und lockt uns wieder. Nur kurz aufwärmen, stärken und dann aber wirklich weiter. Aber nein, auch heute bleiben wir einfach sitzen, lassen den Abend ausklingen und genießen. Es ist schließlich unser letzter Abend.

Wir haben so viele tolle Eindrücke gesammelt, eine wunderschöne gemeinsame Zeit erlebt, einige Gelegenheiten für wirklich längst überfällige Gespräche gefunden und leider vergessen, Smørrebrød zu essen. Das bedeutet wohl, ich muss noch einmal wiederkommen.

Zugfahrt Johannesburg – Kapstadt

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… oder natürlich Kapstadt – Johannesburg. 25 Stunden, die sich lohnen.

Wenn ihr von Johannesburg nach Kapstadt kommen müsst oder wollt, könnt ihr die etwa 1500 Kilometer

  1. mit dem Auto fahren – das dauert ca. 15 Stunden Fahrtzeit
  2. fliegen entweder von Lanseria Flughafen im Norden Johannesburgs oder vom O.R. Tambo Airport – das dauert ca. 2 Stunden
  3. oder aber Zugfahren – das ist ein besonderes Erlebnis von 25 Stunden

Wir sind mit dem Zug Premier Class, der den wunderschönen Namen Shosholoza Meyl trägt, die Strecke von Johannesburg nach Kapstadt gefahren. Mit dem Taxi haben wir uns zum Bahnhof bringen lassen. Hier gab es bereits einen separaten Wartebereich mit gemütlichen Sofas, bevor wir zum Zug geleitet wurden. Durch die Fenster konnten wir im Speisewagen schon die eingedeckten Tische mit Biltong, Nüssen und Chips sehen.

Durch den schmalen Zug Gang suchten wir uns den Weg zur Kabine 3E, wo bereits ein Namensschildchen unsere Ankunft ankündigte. Im Inneren standen zwei Wasserflaschen und ein Begrüßungsschreiben für uns parat. Es lagen auch schon Kopfkissen auf den Sitzbänken, die aber erst gegen Abend zu Betten umfunktioniert werden würden.

Im Speisewagen, bei einem Gläschen Sekt und Biltong, setzte sich der Zug in Bewegung. Die Ausfahrt aus Johannesburg führte uns an in die Jahre gekommenen Hochhäusern und auch Townships vorbei. Die Bahnschienen immer wieder mit hohen Stacheldrahtzäunen von der Stadtwelt abgetrennt. Durch Industriegebiete führte der Weg immer weiter aus der Stadt hinaus und unser Weg führte uns vom Speisewagen in den Barwagen. Die 80er Jahre anmutende Einrichtung war super sauber und gepflegt und kein bisschen unangenehm. Man konnte sich einfach nur wohlfühlen und das wirklich nette und aufmerksame Zugpersonal setzte noch das Sahnehäubchen obenauf.

Golden trockenes Buschgras flog bildlich am Fenster vorbei, nachdem wir die Stadt verlassen hatten. Ewige Weite, die die Ausmaße Südafrikas erahnen lassen. Aber auch immer und immer wieder weitläufige, sehr große Ansiedlungen sehr einfacher Unterkünfte, mit vereinzelten „Plumpsklo“ Häuschen, die die krassen Unterschiede des Landes zeigen.

Weite, schwarz verbrannte Grasflächen, am Horizont noch die Rauchschwaden zu erkennen, ziehen ebenfalls an unserem Fenster vorbei. Auch der ein oder andere Zug rauscht mit lautem Donnern durch unser Blickfeld und reist uns aus den Tagträumen. Wir sitzen einfach nur da und lassen uns von der Show vor dem Fenster berieseln. Es ist so entspannend.

Der Tag neigt sich dem Ende zu und da in Südafrika die Sonne immer sehr früh untergeht, neigt auch sie sich immer weiter Richtung Erdkrümmung, um bald zu verschwinden. Aber vorher zaubert sie für uns noch ein unbeschreiblich wunderschönes, goldenes Licht auf die Landschaft.

Im Speisewagen ist unser Tisch schon wieder liebevoll für uns eingedeckt. Bereits zum Mittagessen wurden wir hier mit einem 4-Gänge-Menü verwöhnt. Am Nachmittag servierte man uns einen High-Tea und nun werden wir mit einem 5-Gänge-Menü in die Nacht verabschiedet. Da wir uns nur mehrmals vom Speise-, zum Barwagen oder mal auf ein Stündchen in unsere Kabine bewegt haben, ist der Hunger nicht wirklich groß. Aber das Essen ist großartig, also essen wir natürlich trotzdem.

In der Kabine warten zwei gemütliche Betten auf uns. Der Zug rattert weiter Richtung Süden. Wir lesen noch ein paar Seiten, aber viele von euch kennen sicher dieses ermüdende Gefühl, was einen immer bei Zugfahrten überkommt. Schon bald können wir die Augen nicht mehr offenhalten. Aber ich werde mehrmals in der Nacht wach, und wage jedes Mal einen Blick aus dem Fenster. Natürlich ist in der Dunkelheit nicht allzu viel zu erkennen, aber doch bekomme ich in diesen Momenten hin und wieder einen kleinen Einblick in die sich leicht verändernde Landschaft. Früh bin ich wieder wach, weil ich unbedingt den Sonnenaufgang miterleben möchte. Und wir haben Glück, denn der Blick aus unserem Kabinenfenster, ins Bett gekuschelt, bietet Prime Plätze zum Tagesanfang. Das goldene Gras vom Vortag ist einer fast Steppen-ähnlichen Öde gewichen.

Noch aus dem Bett nehmen wir ein Schild wahr „Prince Albert Road“, das bedeutet, wir sind gar nicht mehr allzu weit von Kapstadt entfernt. Schäfchen-Wolken am blauen Himmel, in der Ferne sind immer wieder Berge zu erkennen und bald neben den Schäfchen Wolken auch noch Schafe neben der Bahnstrecke. Idylle pur. Und wir noch im Bett. Am Horizont meinen wir, Berge mit etwas Schnee erkennen zu können, es ist August, tiefster Winter in Südafrika.

Wir rattern über eine eiserne Brücke. Kahle Berge und kahle Bäume ziehen an unserem bewegten „Gemälderahmen“ vorbei. Immer mal wieder taucht eine Windwasserpumpe auf, deren Windmühle sicher im Wind knattert. Mein Mann liest das Buch Hirschgulasch, aber ich kann gar nicht aufhören, aus dem Fenster zu starren. Und wie gut, dass ich aus dem Fenster schaue, denn dann plötzlich taucht ein Hügel mit Schneekuppe sehr nahe auf. Und noch vor dem Frühstück zeigt uns die Landschaft, dass wir nun wirklich nicht mehr weit von Kapstadt entfernt sein können, denn die ersten Weinanbaugebiete tauchen auf, die Schnee-gekrönten Berge immer im Hintergrund. Wunderschön. Die Berge kommen manchmal sehr nahe und auch ein Flüsschen begleitet unsere Fahrt für eine Weile.

Wir machen einen Stopp in Worcester, ebenfalls noch vor dem Frühstück. Wenige Leute steigen aus und ein, sehr wenige. Aber am Bahnhof ist einiges los.

Kurz nach unserem Stopp erwartet uns ein tolles Naturschauspiel. Man kennt vom Tafelberg ja das berühmte Tischtuch, wenn sich eine dünne Wolkendecke langsam über den Berg hinweg zieht und Richtung Kapstadt gemächlich hinabfällt und die Wolken sich dann „magisch“ aufzulösen scheinen. Was eben den Anschein erweckt, dass auf dem Plateau des Tafelberges ein Tischtuch liegt. Wir haben diesen Effekt jetzt auf den Bergen, hinten den Weinstöcken, die uns nach Worcester begegnen, während wir beim Frühstück mal wieder im Speisewagen sitzen. Das Wetter wird schlechter, Regen zieht auf und es ist so behaglich, gemütlich im Zug. Fast schade, dass die 25 Stunden schon bald um sind und wir aussteigen werden müssen.

Während wir aus Kristallgläsern ein sehr üppiges, gutes Frühstück mit warmem Kaffee oder Tee genießen, zieht kurz vor Kapstadt noch ein wirklich riesiges Squatter Camp an unserem Fenster vorbei. Die extrem einfachen Blechhütten, manche gar nur mit Folie oder Tüten abgedeckt, bieten sicher kaum, bis gar keinen Schutz vor der Kälte des afrikanischen Winters, geschweige denn wirklichen Schutz vor dem Regenschauer. An ein üppiges Frühstück mit Eiern, Speck, Süßem und warmen Getränken überhaupt nicht zu denken… Aber solche krassen Unterschiede bringen einen natürlich immer wieder zum Nachdenken, holen einen auf den Boden der Tatsachen zurück und lassen einen noch viel mehr Dankbarkeit empfinden für das, was man selber hat und Respekt und Mitgefühl denen gegenüber, die das eben nicht haben und nicht haben können und werden.

Und nicht nur sekunden-, sondern minutenlang fahren wir an den Hütten vorbei…

Kurze Zeit später erkennen wir schon die Silhouette von Kapstadt mit dem Lionshead.

Eine Stunde VOR der geplanten Ankunftszeit fahren wir in den Bahnhof ein. Wo gibt´s denn sowas?

Es waren wunderschöne 24 ganz besondere Stunden. Kann ich jedem, der die Zeit und Lust hat, nur empfehlen.

Premier Class – Shosholoza Meyl

Fliesen Suche

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Wie ich ja schon einmal erwähnt habe, haben wir ein Haus gekauft. Die Übergabe rückt immer näher, am 1. November erhalten wir spätestens den Schlüssel. Dann startet die kurze, heftige Umbauphase, denn bereits am 14. November müssen wir den Schlüssel von unserem jetzigen zu Hause übergeben. 

Die komplette obere Etage im Haus soll neu gefliest werden. Jetzt heißt es Fliesen suchen. Erste Empfehlung von Bekannten: Dragon Mart.

Dieser alleine ist bereits ein Erlebnis für sich… Ein überdimensionaler China Markt zieht sich drachenförmig über eine sehr, sehr große Fläche von etwa 150.000 m2 und beherbergt um die 4000 Anbieter. Am Wochenende sind die Hallen der Märkte gut gefüllt und wir müssen uns geduldig durch die endlosen Gänge kämpfen, die kleinen Nebengassen bloß nicht aus den Augen lassen, um irgendwann endlich auf Fliesen-Anbieter zu stoßen. Denn es gibt hier alles, was man sich vorstellen kann. Sofort im ersten Shop finden wir tatsächlich die Fliese, die uns auf Anhieb sehr gut gefällt. Da weder mein Mann und schon gar nicht ich die Qualität der Fliesen aus China beurteilen können, bin ich heute erneut mit unserem Handwerker, der den Umbau leiten und organisieren wird, zum Dragon Mart aufgebrochen. In der Hand die Visitenkarte des Shops mit unseren Wunschfliesen. 40 Minuten lang habe ich erfolglos versucht, den Shop wiederzufinden. Die nicht gerade angenehmen Dämpfe des umfangreichen Warenangebotes brannten in meinen Augen. Die Covid-19 Schutzmaske erschwerte das Atmen der sowieso schlechten Luft. Ich war fix & fertig und eben auch erfolglos. Also habe ich den Laden angerufen. Der überaus nette Verkäufer am Ende der Leitung hat dann angeboten, mich an einem Eingangstor abzuholen. Hätte ich das mal gleich vereinbart, hätte ich mir viel sinnlose, ermüdende Rennerei ersparen können. Meinem Bauleiter konnte ich nach Ankunft den Google Standort senden und ihm somit die Suche erleichtern. Die Fliesen wurden für gut befunden und gekauft. Selbst das Zuschneiden der Fliesen-Fußleisten inklusive der ordentlichen Begradigung der Ränder organisiert der Fliesenverkäufer. 50 % Anzahlung sofort in bar fällig (bei Kartenzahlung 3 % mehr – das erklärt die immer unglaublich langen Schlangen vor allen Geldautomaten im Markt) Sogar die Organisation der Anlieferung konnte sofort vor Ort geregelt werden. Die Fliesen müssen nämlich im Lager in Fudschaira abgeholt werden und zum 1. November am neuen Haus angeliefert werden. Alles erledigt. Hoffen wir mal, dass alles auch so funktioniert.

Fliesenfachgeschäft:

Es gibt noch einen großen, bekannten Fliesenhersteller im Nachbar-Emirat Ras al Khaimah. RAK Ceramics. Dieser hat auch einige Verkaufsstellen in Dubai. Zu einer bin ich hingefahren, um mir ein Vergleichsangebot einzuholen. Während im China Mart die Läden natürlich sehr einfach und „rustikal“ ausgestattet sind – Fliesen lehnen an der Wand, die Artikelnummern händisch auf die Seiten geschrieben, muss ich mich durch die unübersichtliche Menge Fliesen vorarbeiten, geht es in den hübschen, sauberen Showrooms von RAK ganz anders zu.

Ein Verkäufer empfängt mich und fragt nach meinen Wünschen. Dementsprechend werde ich an eine Wand geführt und mir wird mein Fliesen“katalog“ erklärt. Per Knopfdruck kann ich mir die Seiten ausfahren lassen und mir die hübsch gestalteten „Katalogseite“ anschauen. Mir gefällt auch die ein oder andere Fliese, aber trotzdem bleibt die China Markt Fliese mein Favorit.
Die Preise und Qualität bei RAK sind natürlich um einiges höher.

Baumarkt:

Um auch alle Möglichkeiten ausgeschöpft zu haben, begeben wir uns auch noch ein einen Baumarkt. Ein sehr großer ist der ACE in Festival City, direkt neben dem Ikea. Hier empfängt uns laute Weihnachtsmusik und Unmengen an Weihnachtsdeko, aber keine Fliesen. Einzige Bodenbeläge im Angebot sind Laminate für Innen und Kunstrasen für Außen.

Mit Vorfreude erwarte ich unsere Fliesenlieferung am 1. November.

„Ein Königreich im Himmel“

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Grandiose Gebirgsketten, sattes Grün und unberührte Natur. Lesotho – „the kingdom in the sky“, das „Königreich im Himmel“. Stippvisite.

Noch eine Nacht in Clarens, im Free State, Südafrika, bevor wir morgen unsere Fahrt durch Lesotho starten. Wir sind gespannt auf unser erstes Königreich und auf den Sani Pass, der so bekannt und viel umworben ist. Noch einen Nachmittag und einmal schlafen und dann geht es los.

Clarens ist ein Kleinod. Unzählige Kunstgalerien haben sich hier niedergelassen. Es gibt viele Geschäfte, sehr gute Restaurants und Cafés. Auch eine eigene Hausbrauerei hat der Ort zu bieten. „Früher haben wir direkt in der Gaststätte gebraut. Aber wir hatten so einen großen Zulauf, dass wir schon bald in ein neues Gebäude umziehen mussten. Auch dort war der Platz begrenzt. Damit wir mehr Gäste bedienen können, haben wir nun die Brauanlage auf unserer Farm aufgestellt“, erzählt uns Stephan Meyer, der Betreiber der „Clarens Brewery“. Wir bekommen ein rustikales Holzbrett mit den verschiedenen Biersorten zum Probieren. Schnell sind unsere zwei Favoriten ausgemacht. Das Clarens Red, ein bernsteinfarbenes Bier, das laut Karte 2008 den nationalen Hausbrauer Wettbewerb gewonnen hat und das Clarens Stout, ein schwarzes, cremiges Bier. Auch Apfelwein wird vom Betreiber Ehepaar mit eigenen Früchten selber hergestellt.

Clarens

Am nächsten Morgen brechen wir früh auf, zu unserer Stippvisite. Die Einreise nach Lesotho verläuft reibungslos. Lesotho ist ein Königreich, das komplett von seinem Nachbarland Südafrika eingeschlossen ist. Wegen seiner extremen Höhenlage wird es oft als „The kingdom in the sky“, das „Königreich im Himmel“ bezeichnet. Und schnell ist klar, dass wir, trotz der Nähe zu Südafrika, hier in einer anderen Welt sind. Zu allererst fällt einem der neue Baustil der Häuser auf. Diese sind nun rund und aus Lehm oder Stein gebaut, gedeckt mit Strohdächern, hin und wieder auch mit Wellblech. Ein ganz anderes Bild, als nur wenige Kilometer zuvor in Südafrika.

Wir bewegen uns auf der A1 Richtung Mokhotlong. Die geteerten Straßen sind einem sehr guten Zustand. Rasant steigen wir höher, die Vegetation wird schnell dünner. Bald verschwinden Bäume komplett von der Bildfläche und es säumen saftig grüne Wiesen die Hänge der umliegenden Berge. Wir begegnen immer weniger Autos. Die Einheimischen, die Basotho, bewegen sich größtenteils zu Fuß, reiten Pferde oder Esel. Alle grüßen uns freundlich winkend. Wir sehen für Stunden kein anderes Auto, aber begegenen unzähligen freilaufenden Eseln, Ziegen, Kühen und Schafen. Die Höhenmeter steigen. Das wir nun richtig in den Bergen sind, erzählen uns nicht nur die Schilder entlang des Weges, Tsehlanyane River 2595 m oder Moteng Pass 2820m, sondern auch der Hinweis auf die Mahlasela Ski Slope 3222 m mit dazugehörigem Schlepplift. Da wir im Sommer unterwegs sind, ist es hier ruhig. Auch der Pistenbully steht gelangweilt am Ende der Abfahrt und wartet auf Schnee und Arbeit.

Über die Hochebene fahren wir dahin, durch das Königreich im Himmel. Die Weite der Berge, das frische Grün der Wiesen und die Nähe zum Himmel sind faszinierend.

Immer wieder begegnen uns einheimische Männer auf Pferden. Die Reiter sind in bunte Wolldecken gehüllt und tragen Wollmützen auf dem Kopf. Sie werden für uns das Symbol Lesothos.

Wir lassen Mokhotlong links liegen und biegen auf die A14 ab. Die Straße bleibt weiter in einem sehr guten Zustand und wir fragen uns oft, wann endlich der berühmt, berüchtigte Sani Pass startet, den man nur mit einem Allrad Auto mit genügend Bodenfreiheit fahren darf und der für viele eine fahrtechnische Herausforderung ist. Dann der Wandel, der Teerbelag hört auf, der Zustand bleibt aber weiterhin sehr gut. Wir fahren vorbei an vielen kleinen Ansiedlungen runder Häuser. Immer wieder teilen wir die Fahrbahn mit Eseln, Kühen und Schafen. Die Straße steigt noch einmal richtig an und wird schmaler. Ein Auto mit südafrikanischem Kennzeichen überholt uns. Auf der Ladefläche des Pickups sitzt ein Mann auf einem Campingstuhl mit einer Dose Bier in der Hand, daneben auf einem kleineren Stuhl der Sohn. Nicht genug der kostbaren Ladung, steht noch ein weiterer Herr hinter den Beiden und hält sich am Dach der Fahrerkabine fest. Die Sache sieht nicht sehr sicher aus, macht der ganzen Familie aber sichtlich Spass. Zwei Frauen sitzen in der Fahrerkabine und düsen mit ihrer heiklen Ladung den Berg hinauf. Uns kommt der Gedanke: TIA – this is Africa…

Die Straße wird kurviger und schlängelt sich entlang der Berghänge. Wir überqueren kleine Gebirgsbäche und passieren Wasserfälle. Auf einem weiteren Hochplateau taucht dann das Schild „Sani Pass“ auf. Und kurze Zeit später erreichen wir schon wieder die Grenzstation auf 2873 m. Kinder spielen in den Pfützen. In einer Blechhütte verkaufen Frauen die für Lesotho typischen Basotho-Strohhüte, Mokorotlo genannnt. Diese spitzen Hüte zieren nicht nur die Nummernschilder des Landes, sondern auch die Nationalflagge.

In einem einfachen, kleinen gemauerten Haus bekommen wir unseren Ausreisestempel. Ab jetzt befinden wir uns wieder auf südafrikanischem Boden. Aber erst am Fuße des Sani Passes werden wir die Grenzstation passieren und offiziel einreisen.

Wir schauen uns nach der höchsten Gaststätte Afrikas um, die natürlich ebenso umworben wird, wie der Sani Pass selber. Erfolglos. Auf einem Hügel zu unserer Linken sichten wir zwar Menschen auf einem Berg herumklettern, allerdings sehen wir keine Zufahrt. „Das höchste Pub wird wohl von südafrikanischer Seite erreichbar sein“, denken wir… Langsam begeben wir uns auf den Weg bergab und stellen nach wenigen Metern fest, wir haben diesen besonderen Stopp verpasst! Wir sind vorbeigefahren. Der Pass ist schnell so steil, dass klar ist, hier gibt es keine Abfahrt mehr und kein Wenden. Wenn wir hier oben in luftiger Höhe noch einmal einkehren wollen, müssen wir wieder kommen.

Die Spannung steigt. Was wird uns erwarten auf diesem besonderen Pass? Erst einmal haben wir einen atemberaubenden Blick auf die grünen, unendlichen Berghügel, die nun in Südafrika vor uns liegen. Endlos und auch dem Himmel ganz nah erscheint einem diese Landschaft. Aber nun ist auch Wachsamkeit auf der Straße gefragt. Mehrere 4×4 Fahrzeuge schlängeln sich die engen, steilen Kurven hinauf. Räder drehen durch und Steine spritzen. Langsam, langsam bewegt sich die Karawane aufwärts. Wir sind auf dem Weg abwärts. Durch den Linksverkehr befinden wir uns die ersten Meter ganz dicht an am Abgrund, der sehr steil in die Tiefe fällt. Im Kriechtempo geht es voran. Wir können uns gar nicht sattsehen an den grasbewachsenen Bergen um uns herum, die herrlich grün leuchten, wenn die Sonne durch die Wolkendecke scheint. Immer wieder enge Kurven, steile Abhänge. Hin und wieder kann man in der Tiefe Autowracks erkennen, aus vergangenen Zeiten, wie es scheint, oft vom Rost komplett zerfressen. Gemächlich und vorsichtig geht es abwärts. Langsam tauchen wieder Büsche und Bäume auf und zieren die grünen Hügel. Die Vegetations wird üppiger und wir kommen dem Tal näher. Viel zu schnell ist der Fahrspaß vorbei und wir erreichen die südafrikansiche Grenzstation – ohne besondere Vorkommnisse und sicher. Nach der Faszination der Berge erscheint der weitere Weg unbeeindruckend. Wir erreichen Himeville und das gleichnamige „The Himeville Arms Hotel“ mit zwei Sternen. Gebaut wurde es bereits 1904. Ein Hotel, dass an der Geschichte des Sani Passes teilhaben konnte. An der Rezeption erwerben wir ein Buch mit dem Titel „Sani Pass – Riding the Dragon“ von David Alexander. David hat in frühen Jahren Pionierarbeit geleistet. Er hat hier seinen Traum verwirklicht. Regelmäßig und motorisiert bediente er die beschwerliche Strecke von Kwa-Zulu Natal in Südafrika durch die Drakensberge, über den Sani Pass nach Mokhotlong in Lesotho. Zuvor waren die einzigen Transportmittel vierbeinig. Pferde oder Mulis trugen auf ihrem Rücken die oft schwere Last unter extremsten Bedingungen bergauf. Mit David Alexander und seinem Team gelang es in mühsamer Arbeit und riskanten Aktionen den Pass mit einem 4×4 Fahrzeug zu bezwingen. 1955 wurde das „Mokhotlong Mountain Transport“ Unternehmen gegründet. Über die Jahre entwickelte sich ein richtiger Sani Pass Tourismus. Viele Reisende stiegen im Himeville Arms Hotel ab, bevor sie die damals abenteuerliche Reise starteten. Noch heute bietet das Unternehmen begleitete Touren an, allerdings unter dem Namen „Sani Pass Tours“ und mit dem neuen Betreiber, Steve Botha. Also auch der Reisende, der sich nicht im eigenen Auto auf die abenteuerliche Reise wagen möchte, kann dieses wunderschöne Naturerlebnis erfahren.

Wir sind noch nicht zu Hause angekommen, aber unser Ziel ist schon heute, den Pass noch einmal in umgekehrte Richtung zu fahren – hinauf. Und ganz sicher, dann einen Stop im höchsten Pub Afrikas zu machen und die Aussicht zu genießen.