Ein Abend in der Wüste

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Sahara Desert Fortress Dinner – Dubai

Ich bin ja generell der Typ Mensch, der versucht, so wenig Plätze wie möglich wieder und wieder zu besuchen. Ich bin immer auf der Suche nach etwas Neuem. Gerade wenn man viel Besuch bekommt, ist das die Gelegenheit, in und um seinen Wohnort, die unterschiedlichsten Ecken zu erkunden. Dafür muss man natürlich immer mit offenen Augen und Ohren unterwegs sein, um die verschiedenen Möglichkeiten auch wahrzunehmen. Man könnte jetzt meinen, in Dubai gibt es ja eh UNZÄHLIGE Angebote und ja, das stimmt. Aber wenn ich einen Abend in der Wüste suchen, ist das Angebot doch immer ziemlich ähnlich. Unterschiede gibt es aber trotzdem immer.

Für diesen Besuch habe ich mich für einen Abend in der „Burganlage“ entschieden inklusive Abholung von zu Hause (oder vom Hotel natürlich). Von den Fotos erinnerte die Anlage an eine alte Festungsanlage in der Wüste und so war es auch. Nach nur etwa 20 Minuten Fahrt biegen wir kurz hinter der Dubai Outlet Mall in einen unscheinbaren Weg ein. Eigentlich direkt vor der Haustür. Die Teerstraße schlängelt sich viele Meter von der Autobahn immer weiter in den Sand hinein. Und dann steht sie vor uns: die Festung. Über einen roten Teppich gelangen wir zum Begrüßungszelt, in dem wir mit Datteln und arabischem Kaffee begrüßt werden. Mit unserem Pappbecher in der Hand geht es über einen gepflasterten Weg näher zur Festung. Zwei Kamele und zwei Pferde warten im Sand auf Reiter oder vielleicht darauf, in Ruhe gelassen zu werden…

In warmen sandfarbenen Tönen schmiegt sich die Anlage wunderschön in die Wüste. Überall warme Lichter, Türmchen und Sitzecken. Wirklich schön. Wir bekommen einen Tisch zugewiesen und können uns anschließend umschauen. Wir lassen uns natürlich mit Henna bemalen, gehen natürlich Kamelreiten und machen viel zu viele SandWüstenFotos.

Im Wüstenkino sitzen wir auch Kissen und bestaunen den unglaublichen Sonnenuntergang auf der Leinwand der Natur – dem Horizont. Wow!

Das Essen gibt es von einem großen Buffet. Es gibt allerlei arabische und internationale Leckereien. Allerdings bin ich überhaupt kein Buffet-Fan…

Man kann verschiedene Pakete buchen. Ich hatte eigentlich das Paket ohne Alkohol gebucht, entscheide mich aber spontan doch für ein Bier zum Abendessen. Das ist aber überhaupt kein Problem und wird einfach extra berechnet. Es gibt die klassischen WüstenAbendShows. Eine Bauchtänzerin, bei der leider die Technik laufend versagt und die Musik und somit der Tanz ins Stocken gerät, einen Derwisch, der sich vor unseren Augen in wahre Trance dreht und natürlich zum Abschluss die Feuershow. Das nette Pärchen vom Nachbartisch hat leider die Veranstaltung schon vor dem Highlight verlassen. Der überdrehte, bunte Paradiesvogel mit seiner Familie am (zum Glück) etwas weiter entfernten Tisch, ist allerdings noch sehr präsent und mit seiner ständig laufenden Kamera fast mit auf der Bühne. Egal, es ist rundum ein wirklich gelungener, schöner Abend. Und das eigentlich direkt vor der Haustür.

Karama

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Stadtteil – Dubai

Ich habe ja bereits angekündigt, dass ich die letzten drei Wochen so unbeschreibliche viele Eindrücke rund um Dubai sammeln konnte. Ich weiß fast gar nicht, wo ich anfangen soll… und was ich mit euch zu erst teilen möchte.

Ich habe mich für ein eindrucksvolles Erlebnis zu Fuß in der Stadt entschieden. Mal wieder ein Photowalk und mal wieder mit einer lieben Freundin aus Deutschland und ebenfalls erneut mit Gulf Photo Plus. Die Tour startete um 16:30 Uhr und dauerte etwa 3,5 Stunden.

Wir waren eine sehr bunt gemischte, sympathische Gruppe, geleitet von Raz, der selber eine Zeit lang im Stadtteil Karama gelebt hat. Er konnte uns mit spannenden Details und Geschichten, rund um den Stadtteil versorgen und hatte sehr interessante Tipps und Tricks rund ums Fotografieren.

Karama ist ein sehr alter Stadtteil. Laut Raz wohnen hier heutzutage sehr, sehr viele Taxifahrer. Wir bekommen gleich zu beginn ein paar architektonische Hintergrundinformationen, lernen sofort ein paar Kameratricks, bevor wir gleich zu Anfang einen unscheinbaren Hausflur eines kleinen Hochhauses betreten… Verwunderung unter den Teilnehmern… Und dann erwarten uns fünf junge, sympathische Blumenmänner in ihrem kleinen Laden. Hier binden sie unermüdlich Blumenketten aller Art, die in Kühlschränken (in denen im Supermarkt vielleicht der Käste oder die Getränke aufbewahrt werden) gelagert werden. Nie hätten wir diesen Laden gefunden und nie hätten wir ihn betreten. Die Männer kennen die Photowalk Besucher und sind begeisterte Fotomodels.

Er führte uns u.a. durch ein Gebiet von Gassen mit immer wiederkehrenden, gleichen Innenhöfen, halbrunden Balkonen an vierstöckiger Häuser. Nur die unterschiedlichen Farben der Metallgriffe an den Balkonen oder Treppenaufgängen, lassen einen die Unterschiede erkennen. Rot, Gelb, Blau und Grün. Diese Siedlungen wurden in den 80er Jahren, laut Raz, von Sheikh Rashid gebaut, um die „gestrandeten“ heimatlosen Omanis aus Sansibar zu beherbergen.

Immer wieder folgen Fotostopps mit Erklärungen der verschiedenen Kameraeinstellungen für jeden Teilnehmer individuell. Ich bin nur mit meinem iPhone unterwegs, ohne Kamera, aber bekomme auch jedes Mal wertvolle Tipps.

Eine Überraschung folgt heute der nächsten: Raz macht einen unerwarteten Stopp in einem kultigen Restaurant irgendwo, mitten drin in Karama. Unsere neun-köpfige Gruppe füllt die Terrasse überrascht und die Bedienungen sind gleich begeistert. Raz bestellt allerlei gemischte Teller zum Teilen mit Fingerfood, wie u.a. frittierte Zwiebelbällchen, über Samosas und frittierten Bananen, weitere gefüllte Teigtaschen und für jeden einen Karak Tee und Wasser. Wir beschließen ein Gruppenfoto von der Bedienung machen zu lassen, was diese sofort motiviert, selber noch ein Selfie mit uns im Hintergrund zu machen. Ein Kollege eilt noch herbei und will auch noch mit aufs Bild. Es herrscht so wundervoll ausgelassene, gute Stimmung. Herrlich. Wir bekommen noch in Essig eingelegte Ananas, die bei mir keine Begeisterung auslöst… Zum Abschluss müssen wir uns für die Restaurantbetreiber noch aufstellen und es werden weitere Gruppenfotos von uns gemacht. Was für ein Spaß im Manchatti Restaurant.

Gestärkt und beflügelt gelangen wir immer tiefer nach Karama hinein. Die Häuser werden gefühlt älter und, sagen wir mal: „verwohnter“. In der eintretenden Dämmerung hören wir noch eine wahre Gruselgeschichte von einem der brutalsten Mehrfach-Morde der Stadt, die sich in dem Haus vor uns im Januar 1992 abgespielt hat. Da läuft einem ein Schauer über den Rücken…
Wir queren eine Straße und geraten an eine große „Baustelle“. Mehrere Häuser sind abgerissen, der Schutt noch nicht abgetragen. Bagger oben auf den Schutthaufen. Es ist bereits dunkel und die Szenerie ist wirklich skuril… Am Rande des Schuttes, vor einer momentan noch stehenden Häuserreihe, steht ein junger Mann und grillt Fleischspieße im Licht seiner Mobilphone Taschenlampe. Raz tritt auf ihn zu und wechselt ein paar Worte und animiert uns auch gleich, Spieße zu probieren. Meine Freundin und ich sind die ersten Mutigen. Gegen wirklich kleines Geld gönnen wir uns zwei Spieße im Schein der spärlichen Beleuchtung. Ein Teil der Gruppe klettert auf den Trümmerhaufen herum, wir verweilen neben einem kultigen Monobloc Plastikstuhl und bestaunen die surreale Szene. Ich erfahre gerade überhaupt erst jetzt, dass dieser Plastikstuhl, den JEDER kennt, so ein Kultobjekt mit einer echten Geschichte ist.

Nach erfüllten, eindrucksvollen Stunden in Karama verabschieden wir uns aus den mittlerweile gut gefüllten Gassen, in denen an jeder Ecke die Bewohner in den Lokalitäten essen, reden und einfach das Leben genießen. Der Kopf ist gefüllt mit unzähligen wunderschönen Eindrücken und wir hoffen natürlich, dass die vielen Fotos, die wir gemacht haben, etwas von diesem Erlebnis wiederspiegeln werden. Ich finde ja…

Besuch – Urlaub – Besuch – Besuch

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3 Wochen EntdeckerGlück UAE

Wow, was habe ich für unbeschreibliche Wochen hinter mir. Entdecker Overload der ganz großen Extraklasse. Ich bin so dankbar, all das mit solch mir lieben und wichtigen Menschen in den letzten drei Wochen teilen zu dürfen. Und obwohl ich fast sagen kann, ich hatte drei Wochen „Urlaub“ am Stück, war ich wirklich unglaublich erschöpft am letzten Freitag, nachdem mein Dauer-„Sightseeing“ ein Ende hatte.

Es fing damit an, dass eine liebe Freundin noch zum Expo Endspurt mir Gesellschaft aus Deutschland leisten wollte. Diesen Endspurt wollten nicht nur wir hinlegen und somit war nach zwei Tage, die Expo für uns vom Programm gestrichen. Es waren so viele Besucher vor Ort, dass die Schlangen vor den Pavillons ermüdend lang waren und selbst die kleineren Pavillons so gut besucht waren, dass es einfach keinen Spaß mehr gemacht hat. Meine Familie und ich haben zu meiner großen Erleichterung ja bereits mit Expo Eröffnung im Oktober, jedes freie Wochenende auf dem Gelände verbracht und wirklich genießen können. Denn anfangs war der Run auf die Weltausstellung nicht so groß, wie erwartet. Da auch meine Freundin mit mir zusammen schon einige entspannte Expo Tage zuvor auf früheren Besuchen erleben durfte, fiel es auch ihr nicht schwer, spontan auf mein Alternativprogramm umzuschwenken.

Wir haben so viel erlebt, davon werde ich euch hier in den nächsten Tagen berichten…

Meine Freundin flog am Freitag wieder zurück ins kalte Deutschland und wir starteten in die Osterferien und machten uns am nächsten Tag auf zu einen einwöchigen Roadtrip durch die Vereinigten Arabischen Emirate. Denn für uns gibt es hier in der neuen Heimat immer noch viel vor der Haustür zu entdecken, also liegt das UrlaubsGlück direkt vor der Tür. In meiner ReiseplanLeidenschaft hatte ich einen gut gefüllten Reiseplan ausgearbeitet und die Familie hat sich überraschen lassen.

Wir haben so viel erlebt, davon werde ich euch hier in den nächsten Tagen berichten…

Unser Trip endete eine Woche später am Freitag, den 1. April. Direkt in dieser Nacht von Freitag auf Samstag kam meine „älteste“ Freundin aus Deutschland angereist. Da es sich hier um einen mega spontanen Besuch handelte, kam ich gar nicht dazu, mir viele Gedanken, um unser gemeinsames Programm zu machen. Klar war nur, dass ebenfalls meine Kinder bespaßt werden mussten, denn die hatten ihre zweite Ferienwoche. Und auch diese Woche war schlussendlich reich gefüllt mit Entdeckungen.

Wir haben so viel erlebt, davon werde ich euch hier in den nächsten Tagen berichten…

Fazit: Ich habe innerhalb von drei Wochen so extrem viel von meinem neuen Heimatland entdecken können. Wahnsinn. Da ein Highlight im Sprint auf ein nächstes folgte, fehlte komplett die Zeit, das Erlebte wirklich im Kopf verarbeiten zu können, was vielleicht mein Erschöpfungsgefühl am Ende erklärt. Ich werde die nächsten Tage nutzen, mit euch in kleinen Beiträgen die tollen Sehenswürdigkeiten und Erlebnisse zu teilen und somit gleich für mich zu verarbeiten. Ich bin mir sicher, dass das ein oder andere super Spannende für euch dabei sein wird. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben so viel mehr zu bieten als Strand, Luxushotels und Einkaufzentren.

Lasst euch überraschen!

Wer aufmerksam war… merkt, dass nun in meinen Erzählungen ein „Besuch“ des Titels des Beitrages fehlt. Dieser Besuch sitzt gerade im Flieger und kommt heute Nacht an.

Aber hier wird es mit meinen Eindrücken weniger werden, denn die liebe, befreundete Familie mit zwei Teenager Jungs, wird Dubai mit Taxi auf eigenen Faust erkunden. Ich werde mich meinem Alltag widmen, das Erlebte der letzten drei Wochen mit euch zusammen verarbeiten und ganz sicher, viele schöne Abende mit den Freunden verbringen. Ich freu mich drauf.

Ramadan Schulzeit

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Am 2. April hat der Ramadan 2022 gestartet. Generell merkt man in Dubai keine große Veränderung während dieser Zeit. Vereinzelt haben Cafés oder Restaurants den Außenbereich tagsüber geschlossen und öffnen diesen erst wieder nach Sonnenuntergang. Aber es gibt auch andere Restaurants, manchmal am selben Strandabschnitt, nur wenige Meter voneinander entfernt, die den ganzen Tag sowohl am Strand, als auch im Außenbereich auf der Terrasse, Getränke, auch Alkohol, und Essen servieren. Aus Respekt sollte man nicht sichtbar draußen Essen oder Trinken.

Die erste Woche des Ramadans hatten wir noch Ferien (Osterferien), aber heute hat die Schule wieder gestartet. Schule zu Ramadan Zeiten ist eine verkürzte Unterrichts-Zeit mit einem angepassten Stundenplan.

Der Unterricht an der Deutschen Internationalen Schule Dubai (DISD) startet nicht wie gewohnt um 07:50 Uhr (mit Bus Abfahrt von zu Hause um 07:05 Uhr), sondern erst um 08:15 Uhr (mit Bus Abfahrt von zu Hause um 07:43 Uhr).

Ebenso am Nachmittag endet der Unterricht nicht wie gewohnt um 14:10 Uhr sondern bereits um 13:15 Uhr, was für uns eine Ankunft mit dem Bus um 13:45 Uhr zu Hause bedeutet und nicht, wie sonst, erst um 14:40 Uhr. Jeglicher Unterricht am Nachmittag oder Zusatz-Aktivitäten am Nachmittag fallen in dieser Zeit an der DISD aus.

Ich bin froh, dass ich nicht arbeite und somit natürlich ohne Probleme diese zusätzlichen freien Stunden am Nachmittag super abfangen kann. Sonst ist wirklich einfach frühe Planung gefragt, gerade bei jüngeren Kindern.

Radfahren in der Wüste              

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Al Qudra – Dubai

Was ich an Dubai so liebe, sind die vielen Überraschungen, die es für einen bereit hält und die Vielfalt der Möglichkeiten. Nie hätte ich gedacht, dass ich in Dubai an einem DonnerstagMorgen in der Wüste bei heftigem Nebel mit einem EBike 45 km Radfahren werde.

Aber heute war der Tag er Tage. Ehrlich gesagt, war ich super aufgeregt, ob ich das schaffen würde. In meiner „Panik“ habe ich den Tag vorher noch ein bisschen Informationen online sammeln wollen und bin auf das Angebot eines Fahrradvermieters am Startpunkt des Rundweges gestoßen. Dort konnte man online ein EBike buchen und ich dachte mir, dass ist perfekt für mich für das erste Mal Wüstenradeln. Also schnell online mein Rad für vier Stunden gebucht, um auf der sicheren Seite zu sein, dass wir (vier Mädels, oder besser vier Frauen) und somit natürlich in erster Linie ich, mir sicher sein kann, dass ich das schaffen werde. Aus verschiedensten Gründen hatte ich trotzdem eine sehr „aufgeregte“, unruhige Nacht… Denn ich bin auch nicht wirklich so hitzebeständig… Und die Sonne kann hier schon ganz schön vom Himmel brennen. Deshalb frühe Abfahrt, sobald die Kinder aus dem Haus sind und im Schulbus sitzen. 7:10 Uhr geht es los – bei EXTREM dichtem Nebel. Wahnsinn. Ich hole meine Freundin und ihren Besuch aus Deutschland ab und los geht’s. Ein unglaublich dichter, schwerer Nebel hängt über unserer Strecke. Wir hoffen und hoffen, dass der Nebel sich noch lichtet, aber er tut es nicht. Statt 100 km/h können wir gerade mal 60 km/h fahren. Die 25 km Fahrt zum Startpunkt zieht sich ewig hin und ist super anstrengend. Wir können keine 20 m weit schauen.

Auch hier die Situation: NEBELIG. Kein SichtMeter Besserung.

Meine Freundin mit ihrer Freundin, wollen ein Careem Mietbike nehmen. Ich gehe zu meiner Vermietstation, die 20 m voneinander entfernt liegen. Leider stellt sich hier raus, dass dieser Shop komplett auf die RENNFahrer unter den Radlern ausgelegt ist. Wir sind aber die HausfrauRadlLiga und ich komme mit dem super Rennbike, auf dem mein Po gefühlt im Nebel verschwindet, während meine Hände fast auf der Straße laufen können, überhaupt nicht zurecht. Vollkommene Fehlentscheidung. 180 Dirham für 4 Stunden….

Ich storniere und begebe mich zu meinen Freunden am Careem MietFahrradStand. Mit der entsprechenden App (von der ich in einem anderen Artikel schon einmal berichtet habe) entschlüssele ich mir ein komfortables EBike mit drei Gängen, breitem, relativ bequemen Sattel und einer vollständig geladenen Batterie. Der Po befindet sich in korrekter Position, näher zur Straße als die Hände – alles perfekt und bequem. Kann losgehen.

Meine Freundin tauscht ihr Rad noch einmal aus, um ebenfalls einen komplett geladenen Akku zu bekommen. Super einfache Handhabe und an dem Morgen, so früh unter der Woche, waren noch sieben Careem Räder verfügbar.

Bei Careem zahlt man 20 Dirham für eine Stunde und jede weitere halbe Stunde wird mit je weiteren 10 Dirham abgerechnet. Besseres Rad für meine Ansprüche und hierfür noch die erhebliche bessere Rate.

Es geht los. Nebel, Nebel… der dunkle Teer unter uns, gesäumt von strahlend gelber Fahrbahnmarkierung. Zweispurig. Wir halten uns immer schön auf unserer Fahrbahnseite, denn der Nebel würde einen heranrauschenden Rennrad Fahrer wirklich erst im letzten Moment ausspucken. Für mich ist der Nebel irgendwie mystisch. Wunderschön. Total entspannend, denn die Augen haben nicht viel zu suchen oder zu sehen. Schade natürlich für den Besuch meiner Freundin aus Deutschland, die gerne die Wüste gesehen hätte.

Einmal sehen wir drei wunderschöne Bäume am Wegrand. Wir halten an und fotografieren „Bäume im Nebel“, fotografieren gleich auch mal „Uns im Nebel“, die „Räder im Nebel“. Es ist super lustig.

Ich habe mir schon immer gewünscht, seit ich hier bin, einmal in der Wüste die arabische Oryx Antilope in freier Wildbahn zu sehen, hatte gehofft, dass es bei der Radtour so weit sein würde. Der Nebel hatte mir natürlich jegliche Hoffnung darauf genommen, aber der Nebel hat sie dann doch am Wüstenrand sichtbar gemacht. Wunderschön.

Wäre jetzt die Sonne draußen, wären wir wahrscheinlich nass geschwitzt gewesen, trotz EBike. Nass sind wir trotzdem – NebelNass. Das Wasser tropft vom Helm oder von den Haaren, die Jacken sind mehr als klamm und auf den Härchen an den Fingern sammeln sich hunderte kleine Wasser Tröpfchen.

Total surreal steht plötzlich ein Schild „Vorsicht Pferde“ mit blinkenden, orangenen Warnlampen in der Wüste. Wir überqueren eine autobahnähnliche Pferderennbahn aus Sand. Nicht weit hiervon entfernt passieren wir den Abzweig zum „Wüstenhotel“ Bab al Shams. Hier könnte man zum Frühstück, auf einen Kaffee oder eine Erfrischung einkehren.

Kurz bevor wir eine Moschee erreichen, ist der Nebel verschwunden und die Sonne kommt raus. Unglaublich. Etwa 13 km vor dem Tourende… Da mir die nasse Jacke unangenehme Kälte bereitet, machen wir einen kurzen Stopp und können tatsächlich im T-Shirt auf die Zielgerade gehen.

Das letzte Stück bei weitem, klaren Blick führt nun allerdings parallel zu Hauptstraße…

Wir drei ortsansässigen sind uns sicher, wir kommen wieder – in einem kalten Monat (Dezember oder Januar), an einem Wochentag und bei Sonnenschein. Dann können auch wir, die Wüste sehen, die wir heute nur erahnen konnten.

Es war ein wunderschöner Morgen. Zwei Stunden und 40 Minuten später sind wir wieder am Ausgangspunkt. Der Akku noch halb voll, wir überglücklich und zufrieden. Das komfortable Rad über die Careem Bike App hat mich 50 Dirham gekostet. Ein toller, bezahlbarer Ausflug. Kann ich nur empfehlen, wenn man radeln mag.

Startpunkt:
Al Qudra Cycling Trek – Last Exit – Tankstelle

Für weitere Dubai Radtouren:

National Museum

Rund um die UAE

Ras al Khaimah

Auf dem Parkplatz nur zwei weitere Autos, super freundlicher Empfang mit einem kleinen Begrüßungstee. Toll ist, dass das Museum so verschachtelt ist, man in viele verschieden Räume und auf viele verschiedene Ebenen gar klettern kann über Leiter-ähnliche Treppen, fast ein Abenteuer-Museum für die Kinder. Tolle Geschichten aus der Region und unser Highlight, das wir fast verpasst hätten, weil die Türe geschlossen war, da der Raum klimatisiert ist: der historische Dattelpress-Raum. Dieser Besuch hat sich wirklich gelohnt. 

Ghost Village & Heritage Village al Jazirah al Hamra

Rund um die UAE

Ras al Khaimah

Großes Erstaunen bei uns allen, als die „Sehenswürdigkeit“, die angeblich nicht auf Touristen ausgerichtet ist, sondern mehr auf eigene Faust erkundet werden soll (laut Internet), plötzlich über ein Kassenhäuschen und eine geschlossene Tür verfügt. Leider war uns nicht bewusst, dass diese Geisterstadt Teil des Ras al Khaimah Fine Art Festivals 2021 war und somit nur am Wochenende „geöffnet“ sein sollte. Dumm gelaufen. Aber mal ehrlich, es gibt immer Mittel und Wege. Wir sind wieder ins Auto gestiegen, einmal um die Ecke gefahren, außer Sichtweite des Wachmannes und sind einfach einen Block weiter durch die verlassene Stadt geschlendert, denn der Bereich ist wirklich groß und es gibt in jeder Ecke etwas zu entdecken. Es ist angeblich die letzte traditionelle Stadt, die noch erhalten ist, mal mehr, mal weniger. Früher stark besiedelt von Seefahrern und Perlentauchern und -händlern, bis Mitte der 20. Jahrhunderts die Moderne lockte und die Bewohner langsam das Dorf verließen. 

Auch die Kinder fanden es super spannend, in den verlassenen Häusern und Gassen herumzuschauen.

Suwaidi Pearls – Ras al Khaima

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Wir haben bereits vorab eine Tour bei Suwaidi Pearls gebucht. Am Treffpunkt, mit ausreichend Parkmöglichkeiten, besteigen wir mit nur zwei weiteren Familien das wunderschöne Holzboot mit Teppichen ausgelegt. Der Kapitän fährt uns durch Mangroven und die Kinder wundern sich schon sehr, wann sie endlich die Muscheln mit den Perlen sehen können. Wir bekommen Tee, Kekse und Wasser auf dem Boot gereicht. Etwa eine halbe Stunde später fahren wir wieder Richtung Ausgangspunkt. Die Kinder erneut ganz aufgeregt, warum sie jetzt keine Perlenmuscheln gesehen haben und es schon wieder zurückgeht. Direkt im Hafengebiet ist die schwimmende Farm festgemacht und hier machen auch wir fest. Wir betreten das hölzerne Deck der Anlage und werden sehr nett empfangen. Anschaulich wird der komplette Zuchtvorgang erklärt, die Kinder staunen. Es ist wirklich toll gemacht. Wir erfahren super viel über die Geschichte des Perlentauchens, immer mit tollem Anschauungsmaterial oder Bildern, um das Interesse des Besuchers aufrechtzuhalten. Zum Schluss öffnet der Guide noch eine Muschel und natürlich ist eine Perle darin. Meinen Sohn überkommt eine Trauer, weil die Muschel dafür sterben muss. Aber Kekse und Tee lenken ihn ab und muntern ihn schnell wieder auf. 
Der Ausflug hat sich wirklich gelohnt. 

Dhaya Fort – Ras al Khaimah

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Das Dhayah Fort liegt etwas hinter dem Ort Ras al Khaimah auf einer Anhöhe. Unser Navi gibt uns die Erlebnisroute quer durch die Hintergassen mit Ziegen, Müll, ungeteert. Immer in unserem Blick das Fort hoch oben auf dem Hügel, nicht im Blick, der Zugang dazu. Zäune links von dem schmalen einspurigen Schotterweg, rechts Häuserreihen, vor und hinter uns Ziegen. Irgendwann müssen wir wenden. Die Kinder finden es schon super spannend, ich auch. Einfaches Dorfleben mittendrin. Denn UAE ist nicht nur Prunk, Glanz und Glamour, es gibt auch das einfache, das andere Leben. Der erneute Versuch führt uns durch mehr unbekannte einspurige Gassen zu einer plötzlich vor uns liegenden Teerstraße. Die Zufahrt zum Fort. Wie gut, dass wir die mal nicht sofort gefunden haben, den spannenden Teil hätten wir sonst nämlich verpasst. Beim Fort kein Eintritt, keine Besucher, alles leer. Ein Traum für uns. Wir erklimmen die 240 Stufen bei 37 Grad und haben einen wunderschönen Rundumblick. Darunter viele wirklich grüne Flächen, Palmengärten – eine wahre Oase. Früher war das Fort Verteidigungsposten. Laut der Erklärungen auf der Tourismusseite von Ras al Khaimah entstand das existierende Fort im 19. Jahrhundert auf den Fundamenten viel älterer Gebäude. Es war und ist historisch bedeutend, denn im Jahre 1819 war es der letzte Ort des Wiederstandes gegen einen Angriff der Britten. Am 22.12.1819 wurde es dann getroffen und man gab auf. Im April 2001 wurde es wieder neu aufgebaut.

Flamingo Season

Rund um die UAE

Was kommt einem als erstes in den Sinn, wenn man an Dubai denkt? Sicher viel Glitzer, Glamour, Hochhäuser, Superlative, Shoppingmalls Strand, Sonne und natürlich Wüste.

Flamingos waren definitiv nicht in meinen Gedanken zu Dubai.

Bereits Anfang Dezember habe ich mit einem Besuch aber dann doch das Ras al Khor Naturschutzgebiet erkundet. Im Vorbeifahren auf der Autobahn entdeckt man einen kleinen, versteckten Ausguck. Dieser war unser Ziel. Wir brauchten beim ersten Mal zwei Anläufe, denn der sogenannte „Flamingo Hide“ war nicht weiter groß ausgeschrieben. Aber wir haben das Ziel irgendwann erreicht und da waren sie, die Flamingos am „Flamingo Hide“. Ganz unkompliziert parkt man am Straßenrand in einer kleinen Parkbucht und schlendert über einen mit Schilf-verkleideten Holzsteg zum Aussichtspunkt. Hier sitzt ein Angestellte und stellt sicher, dass sich nicht zu viele Besucher gleichzeitig dort aufhalten. Der Angestellt war sehr nett und motiviert und hat uns erzählt, dass die Flamingos Ende Dezember noch viel mehr werden, weil sie aus anderen Ländern zum Überwintern nach Dubai fliegen.

Und so war es dann bei meinem Besuch nun mit meinem Schwiegervater Mitte Januar wirklich voll. Da sind wirklich große Scharen der pinken Flügler aus kälteren Gefilden ins warme Dubai gekommen. WOW. Mein Schwiegervater war sprachlos. Und der absolute Bonus unseres Besuches war, dass wir zufällig zur Fütterung anwesend sein konnten. Wir waren sechs Besucher (mehr waren/sind zu Covid Zeiten wohl nicht erlaubt), die das Spektakel der Fütterung erleben durften. Vollkommen einfangen in das Geschnatter und rosa Vogelmeer vor uns haben wir gar nicht bemerkt, was für eine Schlange sich vor der Hütte gebildet hatte, bis der nette Angestellte uns darauf hinwies, dass unsere Besuchszeit nun vorüber sei.

Vollkommen beflügelt sind dann wir wieder über den Steg zurück zum Auto und konnten gar nicht fassen, so etwas in freier Natur mitten in Dubai erleben zu können.

Fütterung.