Am 1. November 2021 haben wir ihn dann in den Händen: unseren Schlüssel für´s Eigenheim.
Und damit noch gleich eine große Ladung ORGANISATION an der Backe. Von Arbeit kann ich nicht reden, denn in diesem Falle werden wir arbeiten lassen. Viele, die bei unserem letzten Umbau (2018) so fleißig mitgeholfen haben, können unsere Entscheidung nur zu gut verstehen. Zudem haben wir natürlich hier nicht das super fleißige Freunde-Backup von ganz besonderen Wichteln, die uns in Nandlstadt so unbeschreiblich toll unterstützt haben. Also lassen wir jetzt arbeiten. Ich habe durch eine Empfehlung einer Freundin einen top Umbauleiter gefunden. Duncan. Ohne ihn und sein Team hätten wir nie den groben Umbau in 11 Tagen geschafft. Denn nur 11 Tage lagen zwischen Schlüsselübergabe und Einzug. Unser Mietvertrag im alten Haus lief zum 14. November aus, also musste gezwungenermaßen der Umzug am 12. Und 13. November über die Bühne gehen. Und wir haben es geschafft. Mit kleinen und größeren offenen Baustellen, aber so einer Grundlage im Eigenheim, dass man dort wohnen kann. Zwar war nur ein Bad ganz fertig, aber das ist wohl eher ein Luxusproblem, wenn nur eines von vier Bädern frei ist. Fast lächerlich, darüber zu reden, aber leider war halt trotzdem nach Einzug Staub und Bauarbeiter im ganzen Haus auf meinem Tagesordnungspunkt.
Es ist nicht das erste Haus, welches wir gekauft und umgebaut haben, bzw. umbauen lassen haben.
Interessant ist, dass man hier nur minimalistisch mit den Bauarbeitern kommunizieren kann, denn die wenigsten können ausreichend Englisch. Ich bin mittlerweile umbautechnisch mit einem sehr guten, umfangreichen Vokabular ausgestattet, nach diversen Baustellen 😉, eben auch in Südafrika. Dort allerdings, war es überhaupt kein Problem mit allen Bauarbeitern fließend zu kommunizieren. Vielmehr habe ich so viele Vokabeln rund um das Thema Hausbau gelernt. Hier in Dubai muss man eigentlich immer warten, bis der „Mittelmann“ wieder vorbeischaut, um den Arbeitern die Arbeiten oder Anliegen zu erklären. Schon gewöhnungsbedürftig.
Aber heute ist der 24. November und ich kann nur sagen, der Großteil ist jetzt endlich geschafft. Die gröbsten Arbeiten im HausInneren abgeschlossen. Nur noch Kleinigkeiten und etwas Außenbereich steht noch an. Und natürlich das finale Dekorieren und Verräumen… Das wird sicher noch eine ganze Weile dauern, aber ich lasse mir jetzt auch Zeit, denn die 11 Tage Umbau (neben Besuch aus Deutschland und Schulalltag) waren wirklich hart. Und wenn täglich um die 20-24 Arbeiter auf der Baustelle rumwuseln… Hut ab.
Mein letzter Eintrag hier ist über einen Monat her. Die Zeit ist seitdem nur so verflogen. Totaler Overload an Eindrücken und Erlebnissen. Unglaublich.
Expo, Expo, Expo; 2x Besuch aus Deutschland, Herbstferien mit mehr Expo, Wandern in den Hatta Bergen, Umbau, Umbau, Umbau – Umzug, mehr Umbau, Umbau… Nebenbei natürlich Klassenarbeiten, Hausaufgaben, Musikunterricht usw. usw.
KRASS, kann ich euch nur sagen. Alles super schön, überwältigend, aber natürlich auch M E G A anstrengend.
Wo soll ich anfangen?
Erstmal zur Expo – ongoing SUPER WOW Erlebnisse.
Wir waren bereits über 10x auf dem Expo Gelände. Die Saison Family Karte hat sich also auf jeden Fall gelohnt. Trotz der vielen Besuche haben wir noch lange nicht alle Pavillons gesehen. Wir nehmen uns aber auch wirklich Zeit, zu verweilen, denn meiner Meinung nach haben wir früh genug mit unseren Besuchen angefangen und werden es auf jeden Fall bis Ende März schaffen, hoffentlich alle besucht zu haben. Bei den Besuchen schwebt man förmlich von einer WOW Wolke zur nächsten. Es ist unglaublich, was sich die Länder alles haben einfallen lassen. Manche bestechen alleine durch die Architektur, andere durch die Interaktionen oder Installationen. Es ist unbeschreiblich, was man dort alles erleben kann. „RIESEN“ im Mobility Pavillon, Bällebaden im Deutschen Pavillon, Schwäbisch essen im Baden-Württemberg Haus, absolute Faszination über mehrere Etagen im Marrokko Gebäude, Glitzerwelt rund um Pakistan, Stahlstehlen Installation der besonderen Art in Bahrain, Wärme und Herzlichkeit in Nigeria, Hängematten über Wasser in Brasilien, WOW in Spanien, Waffeln und WOW in den Niederlanden, Schneeflocken in der Tschechei, grünes Haus in Singapor usw usw. Für unzählige Eindrücke gerne auf meinem Instagram Account vorbeischauen.
Und das Unglaubliche ja, solch eine harmonische, weltverbindende Massenveranstaltung (mit Maskenpflicht) zu Zeiten, in denen die Welt z.B. in Deutschland wieder Corona-verrückt spielt.
Ich bin einfach froh, dass ich meine erste Expo hier mit meiner Familie erleben und genießen kann in vollen Zügen. Und ihr könnt sicher sein, bis Ende März, ist unser Fokus weiterhin SO OFT WIE MÖGLICH EXPO!
Meine Oma feiert ihren 89. Geburtstag im August 2021. Zu meiner und ihrer Freude, fällt dieser Tag in unseren, ab jetzt alljährlichen, Sommer-Langzeit-Aufenthalt. Meine Oma liebt das Reisen, sie findet darin wahrscheinlich das EntdeckerGlück genauso wie ich. Ich habe auch schon einige tolle Touren mit ihr gemacht. Wir waren schon zu 10 Tage mit dem Mietwagen auf Mallorca unterwegs und haben eine Woche Flusskreuzfahrt in Frankreich genossen. Sie hat uns auch mehrmals für je zwei Wochen in Südafrika besucht. Einmal sogar ganz alleine mit Anfang 80, mit ihrer sieben Jahre jüngeren Schwester. Auch in Milwaukee, USA hat sie uns besucht.
Zu ihrem 89. kam mir somit natürlich die Idee, ihr eine Übernachtung mit mir und den Kindern in einem Hotel zu schenken. Die Wahl fiel auf das Schlosshotel in Braunfels.
Die Lage des Hotels war ungeahnt perfekt, auf Höhe der Altstadt, so dass es für meine Oma kein Problem war, mit dem Rollator die Stadt mit uns zu Fuß zu erkunden. Die Altstadt befindet sich auf dem Hügel rund um den Schlossberg, während die nicht so schöne Neustadt im Tal liegt. Der Luftkurort im nördlichen Taunus hat wirklich eine gut erhaltene und gepflegte kleine Fachwerkaltstadt rund um den historischen Marktplatz. Wir laufen einige der kleinen, verwinkelten Gassen ab und schreiten durch alte Stadttore. Danach braucht Oma eine kleine Pause. Während meine Tochter mit ihrer Uroma auf dem Marktplatz auf einer Bank ein Schwätzchen hält, machen mein Sohn und ich uns auf den kurzen Weg zum Schloss. Durch ein großes, rotes hölzernes Fall-Tor betreten wir die Schlossanlage. Beeindruckend führt uns ein breiter Treppengang weiter hinauf zum Schlosshof. Im Hof tummeln sich schon Besucher, die auf eine Führung warten. Wir aber entschließen uns, nur das Museum zu besuchen. An einem Drehkreuz zahlen wir je drei Euro und können uns dann selber „einlassen“. Das Museum ist beeindruckend. Waffen, Münzen, Kleidung, Schmuck, Uniformen, Siegel, Glas, Orden und vieles, vieles mehr. Immer weiter reihen sich die verschiedenen Räume aneinander. Super spannend, kurzweilig und auch mein 11-jähriger Sohn ist begeistert.
Geschichtlich beladen machen wir uns wieder auf den Weg zum Marktplatz. Kaffee und Eiscreme steht als nächstes auf dem Programm.
Damit sind wir gestärkt und spazieren noch ein wenig durch den Kurpark Herrengarten. Dieser Terrassengarten wurde bereits im 17. Jahrhundert angelegt. Die Kinder rennen und toben, die Oma und ich schlendern gemütlich hinterher. Am meisten begeistert mich ein wirklich großer Mammutbaum, der mich sofort an einen Besuch des Sequoia Nationalparks in den USA erinnert.
Direkt hinter dem Herrengarten kommen wir durch einen schmalen Gang wieder auf den Hof unseres Hotels. Genug gelaufen. Das Hotel hat einen wunderschönen Aufenthaltsraum mit vielen Gesellschaftsspielen und einer Selbstbedienungs-Bar auf Vertrauensbasis. Wir haben das Glück, dass wir an einem Montag in Braunfels sind und weil die Restaurants in Braunfels montags geschlossen haben, bietet das Hotel nur an diesem Wochentag (momentan) abends ein Essen für seine Gäste an. Draußen regnet es mittlerweile, wir sind viel gelaufen, hatten einen super schönen Tag und viel frische Luft und genießen das Verweilen in toller Umgebung.
Wir lernen Kniffel Duell kennen, das unerwartet viel Spaß macht, spielen unzählige Runden Qwixx, eines meiner Lieblingsspiele und werden zur Krönung noch mit einer köstlichen Suppe verwöhnt.
Später ziehen wir uns in unsere königlichen Gemächer im Schlosshotel zurück und schlafen zufrieden ein.
In dem wunderschönen Raum, in dem wir den Abend haben ausklingen lassen, starten wir den nächsten Tag mit klingenden Tassen mit köstlichem Kaffee.
Fazit: Braunfels lohnt sich auf jeden Fall für eine Nacht. Bei mehreren Übernachtungen würde man dann anfangen, die Umgebung zu erkunden oder zu erwandern.
Für meine Oma, die UrOma meiner Kinder:
Oma, es war ein so schöner Ausflug mit Dir, so wie all unsere gemeinsame Zeit immer und überall. Ich freue mich jetzt schon RIESIG, wenn Du uns im Februar in Dubai besuchen kommst. Du bist die Beste – ich hab dich lieb. Pass gut auf dich auf.
Strohblume…
Diese kleine gelbe Blüte durfte ich Dank meiner Oma, in Braunfels kennenlernen. Sie fühlt sich komplett KÜNSTLICH anfühlt. Unser Sohn, konnte gar nicht glauben, dass sie echt ist. Man lernt nie aus. Eine „StrohBlume“ – im wahrsten Sinne des Wortes. Über solche kleinen Entdeckungen kann ich mich ja riesig freuen.
Novemberausflug mit meiner ältesten Freundin. Früher schoben wir zwei unseren Kinderwagen zusammen durch das hessische Hinterland, jetzt ziehen wir unsere Koffer gemeinsam Richtung Bahn, die uns in die Stadt zu unserem Hotel bringen wird. Wir machen einen Mädels Ausflug. An einem Wochenende im November fliegen wir von zwei unterschiedlichen deutschen Flughäfen in die Hauptstadt Dänemarks, Kopenhagen. In meinen drei Jahren in Milwaukee, USA, war eine meiner besten Freundinnen Dänin. Ich habe damals viele ihrer wirklich offenen, netten Familienmitglieder kennengelernt, schon einiges über Sitten und Gebräuche erfahren – u.a., dass die Dänen gerne Smørrebrød essen, eigentlich nur ein Butterbrot, aber daraus wurde schon in Milwaukee ein Hype gemacht. Ich freute mich also sehr darauf, dieses Land, besser diese Stadt, dessen Menschen ich schon lieben gelernt hatte, kennenzulernen.
Die Lage unseres Hotels direkt am Rathausplatz, in der Nähe des Tivoli ist perfekt für unser Erkundungswochenende. Ebenfalls toll, der Empfang des netten Rezeptionisten und der direkte Hinweis auf die Bar neben der Rezeption, an der wir uns jederzeit kostenlos unsere Wasserflaschen auffüllen lassen können. Ein einfaches und kleines Extra, aber in einer doch recht teuren Stadt – Gold (Geld) wert.
Nur kurz Koffer ins Zimmer und dann los. Erstes Carlsberg Bier zum Mittagessen serviert von einer gutgelaunten Bedienung im Zalt. Erste Überraschung, die doch erstaunlichen Preise vor Ort. Aber das trübt unsere Stimmung kein bisschen, genauso wenig wie das trübe, kühle Wetter. Wir lassen uns einfach ohne Ziel durch die Gassen treiben, die Stadt auf uns wirken, ohne Ziel und ohne Plan. Immer wieder kommen wir zum Wasser, überqueren Brücken jeder Größe, bestaunen bunte Schiffe und machen viel zu viele Fotos von denselben. Immer wieder stoßen wir auf Plätze mit kleinen Weihnachtsmärkten und immer wieder gönnen wir uns einen Glühwein, um uns auch von innen zu wärmen. Die Mützen unserer Jacken tief ins Gesicht gezogen, denn es weht ein wirklich kalter, feuchter Wind. Am Nachmittag wollen wir eigentlich noch den Weg zur Kleinen Meerjungfrau finden. Vorbei an der beeindruckenden Frederiks Kirche und am Design Museum laufen wir Richtung Kastell und stoßen wieder auf Wasser. Nicht mehr weit bis zur Meerjungfrau. Aber kurz zuvor stoßen wir auf etwas, das uns magisch anzieht. Toldboden.
Wir verlieben uns sofort in diese Location. Untergebracht in einer alten Industriehalle mit Blick aufs Wasser im Bezirk Nordre Toldbod. Kuschelig warm, sitzen wir auf Kunstfellen an langen Tischen auf rustikalen Holzbänken. Die Tische mit Kerzenlicht geschmückt. Es ist einfach ein wunderschöner Ort. Somit verweilen wir auch spontan viel länger als geplant, genießen köstliches Essen und den ein oder anderen Drink. Aber geplant hatten wir ja eigentlich nur, dass wir Zeit miteinander verbringen wollen… Die bronzene Meerjungfrau sitzt seit 1913 auf ihrem Stein und wird auch morgen noch dort sitzen. Wobei das ja nicht ganz stimmt. Das Original wird angeblich an einem geheimen Ort aufbewahrt. Hier sitzt eine Kopie des Entwurfes, aber auch die sitzt seit 1913 dort.
Durch windige Gassen schlendern wir zurück zum Hotel.
Den nächsten Morgen starten wir mit der Hop-on Hop-off Bustour. Aus der Bustour wird sehr schnell eine Bootsfahrt, im Ticketpreis inklusive. Diese wird leider der totale Reinfall, denn da es draußen kontinuierlich regnet, bringen die vielen Menschen, die sich ins Trockene des Bootes flüchten, so viel Feuchtigkeit mit hinein, dass die Fenster und das Glasdach komplett beschlagen und wir wirklich nichts mehr von Kopenhagen sehen können. Wir machen das Beste daraus. Etwa eine Stunde lang quatschen wir, lachen uns schlapp über die skurrile Situation, lauschen schon gar nicht mehr den Erzählungen über die Lautsprecher, die wir sowieso nicht mehr verstehen können, denn das ganze Boot ist in großes Geschnatter verfallen. Wir verlassen nur einmal unseren Sitzplatz und wagen uns für ein paar Minuten in die nasse Kälte am Heck des Schiffes. Irgendwie war es dann doch ein lustiges Erlebnis, aber nicht empfehlenswert. Ziemlich lange warten wir auf den nächsten Tourbus. Nächster Ausstieg für uns: die Ice-Bar. Obwohl die Temperaturen eh schon sehr kühl sind, es leicht nieselt, wagen wir es. Am Eingang lassen wir uns zusätzlich zu unseren Winterjacken auch noch in Spezial-Capes packen und dann geht es durch eine Kälteschleuse in die Bar aus Eis. Wie kleine Kinder freuen wir uns über das Erlebnis – alles aus EIS. Tische, Bänke, Wände, Theke… wieder entstehen viel zu viele Fotos, weil wir so begeistert sind. Aber nach gut 40 Minuten dringt die Kälte dann auch durch das Cape und die Winterjacke an den Körper. Zeit, uns wieder auf den Weg zu machen. Nicht weit entfernt finden wir ein nettes Eck-Café mit einem Tisch am Fenster. „Det Elektriske Hjørne“ – die elektrische Ecke. Zwei heiße, köstliche Kaffees bringen die innere Wärme zurück. Das Leben pulsiert hier bereits am frühen Nachmittag und fast fällt es uns schwer, weiter auf Erkundungstour zu gehen.
Nächstes Ziel sind die wundervollen Gärten des Schloss Rosenborg. Natürlich fehlt hier im November die bunte Blütenpracht, aber auch der graue Himmel mit der beeindruckenden, grünen Hecken-Schnittkunst sind sehenswert. Die Kronjuwelen, die wir Schoss bei einer Führung besichtigen könnten, müssen auf einen nächsten Besuch von uns warten. Wir wollen noch die Wachablösung im Hofe des Schlosses Amalienborg sehen. Da wir etwas früh dran sind und beide wasserverliebt, machen wir noch einen kurzen Abstecher durch den Amalienhaven, einen kleinen Park nicht weit vom Schloss entfernt, ans Ufer. Und wie es der Zufall so will, steht eine hübsche, blaue Ape mit Aufschrift Kaffe-Drønet dort und wartet auf uns. Unsere kalten Füße geben uns eindeutig zu verstehen, dass wir ein heißes Getränk dringend benötigen, um den Marsch der Garde zu verfolgen.
Und dann marschieren sie nach langem Warten endlich. Viele Schaulustige drängen sich auf den Platz, laute Befehle schallen immer mal wieder über den Platz, Stiefelgeklapper, WachHerren mit überdimensionalen PuschelHüten wechseln Positionen… Aber mal ehrlich, es gibt Spannenderes.
Körper und Geist absolut unter Kontrolle schaffen wir heute den Weg vorbei am Toldboden, dem Zollhaus, Richtung Meerjungfrau. Auch hier, viele Menschen und die Frau viel kleiner, als ich erwartet hatte. Aber gut, es heißt ja auch die KLEINE Meerjungfrau. Wir versuchen ein paar Fotos ohne die Menschenmassen zu ergattern. Einige Asiaten klettern fast rüber auf den Felsen, immer der Gefahr ausgesetzt, entweder in das eiskalte Wasser zu fallen oder zumindest nasse Füße zu bekommen. Zu viel Trubel hier, weiter geht´s. Wir wollen nämlich noch das Kastell erkunden. Die Zitadelle stammt aus dem 17. Jahrhundert und auf den Hügeln weht leider der Wind mit gefühlt 17 Knoten. Die Kälte drängt schon ganz bald durch unsere dicken Winterjacken und Schuhe, aber es geht nicht mehr. Zu kalt die frische Brise. Und ganz ohne können wir heute doch nicht… Toldboden ist so nah und lockt uns wieder. Nur kurz aufwärmen, stärken und dann aber wirklich weiter. Aber nein, auch heute bleiben wir einfach sitzen, lassen den Abend ausklingen und genießen. Es ist schließlich unser letzter Abend.
Wir haben so viele tolle Eindrücke gesammelt, eine wunderschöne gemeinsame Zeit erlebt, einige Gelegenheiten für wirklich längst überfällige Gespräche gefunden und leider vergessen, Smørrebrød zu essen. Das bedeutet wohl, ich muss noch einmal wiederkommen.
Eine tolle Möglichkeit auf eigene Faust ein bisschen die Stadt zu erkunden, sind die Leihfahrräder von Careem. Die grünen Elektroräder stehen an mehreren Stationen in der Stadt zur Verfügung. Die Mietstationen sind auf der Careem App eingezeichnet. Diese benötigt man unbedingt, um ein Fahrrad zu „entschlüsseln“.
Ich habe mit den Rädern das komplette Gebiet der Dubai Marina abgefahren in zwei Etappen. Je eine Seite der Marina an einem Tag. Auf der einen Seite habe ich mir noch einen Kaffee in der deutschen Bäckerei „Bakers Kitchen“ gegönnt.
Zum Strand hin kann man leider nicht wirklich radeln. An der Promenade des JBR Beaches ist das Radfahren leider verboten und von der Marina aus Richtung Norden ist der Strand privat und gehört zu den Hotels. Ich habe auch versucht mit dem Rad hinüber auf die Bluewater Island mit dem Al Ain Riesenrad zu gelangen – leider unmöglich.
Von der Marina aus einmal über die E11, die Sheikh Zayed Road hinweg, kommt man zum Bereich der Jumeirah Lake Towers. Hier gibt es drei Seen und einen Park, an denen man ebenfalls wunderschön mit dem Rad entlangfahren kann. Fußgängerbrücken (auf denen man natürlich das Rad schieben muss) überqueren die zwischen den Seen und dem Park liegenden Hauptstraßen.
Von der Marina aus Richtung Norden gelangt man zum Dubai Media City Park, mit tollen Graffitis auch einen Abstecher wert.
Noch viel weiter nördlich, am Dubai Creek, kann man auch sehr schön entlang radeln. Diesen Bereich habe ich mir für den kommenden „Winter“ aufgehoben. Auch hier stehen Careem Leihräder zur Verfügung.„kleine“ Fahrradtouren in Dubai
Eine tolle Möglichkeit, deine neue Stadt aus einem anderen Blickwinkel kennenzulernen.
Wenn du auch nur ein bisschen Fotografie-begeistert oder interessiert bist, solltest Du unbedingt in Deiner Stadt Ausschau nach Photowalks halten. Hier kommen Gleichgesinnte zusammen, die bestimmte Gegenden der Stadt gemeinsam & vor allem langsam erkunden. Man lernt oft unbekannte oder auch bekannte Ecken ganz neu kennen, schlendert durch Gassen und Straßen und lässt die Umgebung auf sich wirken. Die Veranstalter geben Tipps oder Anregungen, auf welches Thema man sich eventuell fokussieren könnte und bieten einem somit die Möglichkeit, Dinge einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Bei diesen Walks ist es nicht wichtig, eine professionelle Ausstattung mit verschiedenen Objektiven o.ä. zu besitzen. Ich gehe mittlerweile nur noch mit meinem Smartphone mit, habe durch die tollen Guides noch einige mir vorher unbekannte Funktionen meiner Kamera kennengelernt. Aber natürlich ist ebenso der Profi mit entsprechender Ausrüstung manchmal dabei. Jeder fühlt sich hier wohl.
Meist vermitteln die Guides nicht nur Lehrreiches zum Thema Fotografie, sondern man lernt auch noch einiges zum Thema Kultur und Geschichte oder erfährt Insider-Tipps und -Geschichten.
Ihn Johannesburg war ich mit verschiedenen Anbietern unterwegs:
Eine tolle Möglichkeit, deine neue Stadt aus einem anderen Blickwinkel kennenzulernen.
Wenn du auch nur ein bisschen Fotografie-begeistert oder interessiert bist, solltest Du unbedingt in Deiner Stadt Ausschau nach Photowalks halten. Hier kommen Gleichgesinnte zusammen, die bestimmte Gegenden der Stadt gemeinsam & vor allem langsam erkunden. Man lernt unbekannte oder auch bekannte Ecken ganz neu kennen, schlendert durch Gassen und Straßen und lässt die Umgebung auf sich wirken. Die Veranstalter geben Tipps oder Anregungen, auf welches Thema man sich eventuell fokussieren könnte und bieten einem somit die Möglichkeit, Dinge einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Bei diesen Walks ist es nicht wichtig, eine professionelle Ausstattung mit verschiedenen Objektiven o.ä. zu besitzen. Ich gehe mittlerweile nur noch mit meinem Smartphone mit, habe durch die tollen Guides noch einige mir vorher unbekannte Funktionen meiner Kamera kennengelernt. Aber natürlich ist ebenso der Profi mit entsprechender Ausrüstung manchmal dabei. Jeder fühlt sich hier wohl.
Meist vermitteln die Guides nicht nur Lehrreiches zum Thema Fotografie, sondern man lernt auch noch einiges zum Thema Kultur und Geschichte oder erfährt Insider-Tipps und -Geschichten.
In Dubai habe ich nun zwei Touren mit Gulf Photo Plus gemacht.
Nächste Woche steht die nächste Tour für mich an.
Impressionen meiner Wüstentour:
Impressionen einer Abendtour durch den Stadtteil Naif zum Fastenbrechen (Eid) während des Ramadan im Jahr 2021:
Mein aktuellster Photowalk mit Gulf Photo Plus hat mich durch den Stadtteil Bur Dubai geführt. Indische Eindrücke, Textil-Souk und enge, versteckte Gassen. Ein wundervoller Morgen.
Sechs Nächte, drei Inseln und sieben Meeresfrüchte Salate
Es ist August in Südafrika, der Tiefpunkt der winterlichen Temperaturen. Wir brauchen dringend Wärme. Also buchen wir spontan einen Kurztrip auf die Seychellen. Kurz vor Mitternacht sitzen wir im Flieger. Nach einer Nacht mit wenig Schlaf steigen wir am nächsten Morgen bei sommerlichen Temperaturen um kurz vor sieben Uhr Ortstzeit aus dem Flugzeug, zwar nicht ganz fit und frisch, aber egal wie, die Wärme hier ist mehr als angenehm.
Ein Taxi bringt uns zu unserer ersten Unterkunft auf der Hauptinsel Mahé. Mit Blumenkränzen und einem tropischen Getränk werden wir herzlichst im Hotel empfangen. Wir wollen diese herrliche Terrasse, die über das Meer hinausragt, gar nicht mehr verlassen. Wir sind uns jetzt schon sicher, dass dieses Hotel die richtige Wahl war. Und bei Betreten unseres Bungalows, bleibt uns die Sprache weg. Wir wissen nicht warum, aber wir haben ein Upgrade bekommen und beziehen eine superschöne Villa mit kleiner Terrasse. Der Wohnraum im Untergeschoss hat ein 180 Grad halbrundes Fenster und scheint über dem Meer zu schweben. Im oberen Bereich finden wir zwei Schlafzimmer mit demselben Schwebegfühl. Obwohl das Zimmer so wunderschön ist, ruft uns aber der Strand und die Fische. Wir packen die Badesachen, leihen uns Schnorchelausrüstungen an der Rezeption und dann verbringen wir den Tag an einer kleinen, idyllischen Bucht, direkt am Hotel.
Mit einer Minipropeller Maschine, die vielleicht Platz für 15 Passagiere bietet, ist der Überflug nicht nur unser Transfer zur nächsten Insel, sondern ein ganz besonderes Erlebnis. Die Inselgruppen schauen atemberaubend schön aus der Luft aus: türkisblaues Wasser, herrliche goldene Sandstrände und tiefgrüne Inselkerne.
Auf Praslin angekommen geht es mit dem Taxi weiter. Die Insel ist vielleicht zwölf Kilometer lang und etwa fünf Kilometer breit. Es gibt eine einzige Ampel und diese springt dann auf rot, wenn ein Flugzeug landet oder startet.
Wie schon auf Mahé, hängen auch hier überall Plakate und wehen Fahnen, die die achten „Olympischen“ Spiele der Inseln des indischen Ozeanes ankündigen, die in diesem Jahr eben auf den Seychellen ausgetragen werden.
Unser Zimmer im Hotel ist sehr stilvoll eingerichtet und mit warmen Farben geschmückt. Hier kann man sich nur wohlfühlen. Zum Mittagessen genießen wir unseren zweiten köstlichen Meeresfrüchte Salat im offenen Restaurant.
Die Bucht der Grand Anse lädt zu ausgedehnten Spaziergängen ein. Genau dies machen wir auch, nachdem wir feststellen, dass der Strand nicht zum Schnorcheln, sondern mehr zum Baden geeignet ist.
Bei bewölktem Himmel unternehmen wir am nächsten Morgen wieder einen Spaziergang, diesmal in das kleine Städtchen. Viel gibt es dort nicht zu sehen, somit buchen wir spontan einen Mietwagen. Dieser wird auch innerhalb der nächsten Stunde ins Hotel geliefert.
Mit unserem kleinen roten Flitzer geht es dann gleich los. Erster Stopp – ein Barber Shop mit dem Namen O´Reals. Dort erhält mein Mann einen Haarschnitt und gleich noch eine Lebenslektion: „Trinke nicht, rauche nicht und suche keinen Streit – sei friedlich und glaube an den Herrn.“ Heute ist schulfrei und schnell sitzen vier weitere junge Herren herum, die auf ihren Haarschnitt und ihre Lebenslektion warten.
Auf dem Weg zur berühmten Bucht Anse Lazio packt uns der kleine Hunger und wir stoppen im Hotel Acajou an der Cote d´Or gelegen. Ohne große Überlegungen bestellen wir natürlich wieder einen Meeresfrüchte Salat. Das Restaurant liegt direkt am Meer mit einem herrlichen Ausblick und der Salat ist wirklich ebenso gut, wie die Aussicht.
Wir können uns gerade noch losreisen und setzten unsere Fahrt fort, weiter Richtung Norden. Ganz am Ende der Straße treffen wir auf die Anse Lazio, die Bucht, die oft als eine der schönsten der Welt betitelt wird. Bei unserer Ankunft ….
Am nächsten Morgen ist es erneut sehr bewölkt, aber an den Temperaturen hat sich nichts geändert. Sommer. Wir haben beschlossen auch noch die kleine Insel La Digue zu besuchen. Für unseren Tagesausflug machen wir uns früh auf den Weg zum Hafen. Um 9:30 Uhr geht unsere Fähre. Wir haben eine Tasche mit Badesachen und Sonnenmilch gepackt, was brauchen wir sonst?
Aufgrund des Wetters ist das Meer sehr wellig und die Überfahrt heftig. Zum Glück haben wir vorher bereits zwei Reisetabletten eingenommen. Alles verläuft gut und etwa 20 Minuten später sind wir schon auf unserer dritten Insel. Es herrscht ein riesen Ansturm auf den Fahrradverleih. Also beschließen wir erst einmal, einen Kaffee direkt am Hafen zu trinken. Zur Freude gibt es auch noch frisch gepresste Säfte. Gestärkt suchen auch wir uns anschließend einen Fahrradverleih. Der Ansturm ist vorbei und schnell sind wir fündig und haben die passenden Räder. Mit einer kleinen Karte in der Hand geht es los. Badetasche ins Körbchen und auf zur Erkundungsfahrt. Leider hat auch der Regen beschlossen, heute La Digue zu besuchen. Aber irgendwie ist uns das vollkommen gleichgültig. Die Temperaturen sind angenehm war und somit radeln wir bald pitsch nass über die Insel, aber sind definitiv nicht alleine. Überall treffen wir auf weitere Radfahrer. Mein Sonnenhut wird spontan zum Regenhut umfunktionert, so dass mir nicht andauernd die Tropfen in die Augen laufen.
Es geht einen steilen Berg hinauf und anschließend erholsam wieder hinunter in eine Sackgasse in der Bucht Grand Anse. Dort im Restaurant Loutier Coco ist Radler Versammlung. In der strohgedeckten Hütte tummeln sich die nassen Radfahrer. Nach einer kurzen Getränkepause treten wir wieder in die Pedale. Also erneut den steilen Berg hinauf, aber anschließend auch wieder entspannt den Berg hinunter. Wir genießen die Bewegung und vor Euphorie über die kleine Insel, übersehe ich fast die große Schildkröte, die dort direkt neben dem Weg im Gras sitzt und frisst.
Und dann plötzlich reißt der Himmel auf und die Sonne lacht uns an. Gerade passend erreichen wir einen herrlichen, weißen Sandstrand mit türkisblauem Wasser. Wir machen spontan eine Badepause. Lange hält diese nicht an, denn die Wolken werden wieder dichter und schon regnet es.
Also wieder auf die Räder. Zeit, dass wir irgendwo zum Mittagessen einkehren. Etwas den Berg hinauf, nicht weit von unserem Strandstopp entfernt, finden wir ein Restaurant direkt an der Straße mit weitem Blick über´s Meer. Es stehen schon zwei weitere Fahrräder davor. Also parken auch wir ein und steigen leicht feucht die Treppen hinauf. Ein aufmerksamer Mitarbeiter begrüßt uns sofort mit zwei Handtüchern. Sehr nett. In die Karte brauchen wir nicht groß schauen, wir wissen schon, was wir möchten. Und natürlich werden wir auch hier nicht enttäuscht. Wir genießen erneut einen Meeresfrüchte Salat, während der Regen in Strömen vom Himmel fällt. Eine französische Familie hat es leider nicht vor dem Haupterguss des Himmels geschafft und betritt nun triefend nass das Restaurant. Sofort eilt wieder ein Mitarbeiter mit Handtüchern herbei. Das scheint hier Service des Hauses zu sein. Da wir nicht weit vom Hafen entfernt sind, beschließen wir hier noch eine halbe Stunde die Aussicht zu genießen, bevor wir uns auf den Rückweg zu unserem Katamaran machen, der uns um 14 Uhr wieder nach Praslin bringt. Wir nehmen vorsichtshalber jeder noch eine Reisetablette.
Am Hafen sehen wir ein ganz junges Pärchen, das ebenfalls auf die Fähre wartet. Sie hält ihr weißes Hochzeitskleid in den Händen. Wir wünschen ihnen von ganzem Herzen, dass ihre erhoffte Traumhochzeit auf der Insel La Digue nicht ins „Wasser“ gefallen ist. Auf der anderen Seite gibt es ja das Sprichwort, dass es Glück bringt, wenn es am Hochzeitstag regnet. Unser Tagesausflug nach La Digue hat sich, trotz Regen, absolut gelohnt und hat uns nur bestätigt, dass uns diese Insel zu klein wäre, um hier in einem Hotel ein paar Tage zu verbringen.
zurück auf Praslin
Unser kleiner roter Flitzer wartet schon am Hafen auf uns und bringt uns rechtzeitig zum Hotel zurück, so dass wir noch einen wunderschönen Sonnenuntergang mit dunklen, imposanten Regenwolken erleben dürfen. Zum Abendessen gibt es natürlich köstlichsten Meeresfrüchte Salat – und nein, wir sind ihn immer noch nicht leid.
Am nächsten Tag heißt es Abschied nehmen von Praslin. Dieses Mal geht es nicht mit dem Flieger zurück nach Mahé, sondern ….
Fix und fertig kommen wir mit dem Taxi im Hotel an. Wir übernachten in derselben Unterkunft wie in der ersten Nacht und sind auch sehr froh darüber, da wir die Anlage einfach traumhaft fanden.
kurz vor Heimflug noch einmal Zwischenstopp auf Mahé
Wir werden wieder mit einem wunderschönen Zimmer überrascht. Dieses Mal nicht unsere kleine Luxusvilla, aber das Zimmer ist fast genauso schön. Wir haben ein herrliches Korbbett draußen auf der Terrasse mit Meerblick. Ebenso ein wunderschönes Bett im Inneren, in das wir gleich hineinfallen und erst einmal unser immer noch anhaltendes Unwohlsein wegschlafen. Zwei Stunden später geht es uns wieder richtig gut. Wir gehen noch ein letztes Mal in diesem herrlichen Aquarium schorcheln. Die Welt ist wieder in Ordnung und wir sind im Paradies. Frischgeduscht begeben wir uns an die luftige Bar über dem Meer. Der Himmel schenkt uns noch einen atemberaubenden, pinken Sonnenuntergang und das Hotel serviert uns wieder die köstlichen, hausgemachten Kokoschips. Zusammen mit einem kühlen, lokalen Bier namens „Phoenix“ genießen wir unseren letzten Abend. Und wie der mythische Vogel, erwachen auch wir gerade wieder zu neuem, glücklichem Leben, nach dieser schrecklichen Bootsfahrt heute, die wir nun schon fast vergessen haben.
Am nächsten Tag heißt es dann früh aufstehen. Um 8:10 Uhr geht bereits unser Flug nach Hause.
Wir haben so viel gesehen und erlebt in diesen sechs Tagen, dass wir uns fühlen, als ob wir zwei Wochen Urlaub gehabt hätten. Und wie die offizielle Homepage der Seychellen so schön sagt: „Die Seychellen – eine andere Welt“. Dies können wir nur bestätigen. Wir haben nicht nur unsere sieben Meeresfrüchte Salate in sechs Tagen auf drei Inseln genossen, sondern jede Minute unseres Aufenthaltes in dieser anderen, wunderschönen und sehenswerten Welt.
Bericht aus dem Jahr 2011.
Download kompletter Reisebericht mit Hotelempfehlungen:
6 Wochen auf Reisen. 4 Wochen Deutschland. 2 Wochen Griechenland.
Noch nie vorher hatte ich sechs Wochen Urlaub am Stück. Es mag jetzt den ein oder anderen geben, der glaubt, wenn man nicht berufstätig ist, dann gibt es so etwas wie den Ausspruch „6 Wochen Urlaub“ überhaupt nicht. Aber das gibt es. Für mich auf jeden Fall. Zu Hause in meinem Leben in Dubai, bin ich Hausfrau, Mutter und FamilienUnternehmerin. Bei uns ist immer etwas los, gibt es immer etwas zu erledigen oder es steht ein neues Projekt an, wie Umzug, Hauskauf, BlogStart, Urlaubsplanung, Papierkram, Abrechnungen usw. usw. Langeweile oder gar Leerlauf kenne ich nicht.
Doch, jetzt schon. 6 Wochen Urlaub – haben mir sowohl Langeweile, als auch Leerlauf gezeigt oder besser das süße Nichtstun. Herrlich. Aber..
Ich kann auch sagen, dass man sich nach dieser langen Zeit wieder auf seinen Alltag freut. Ich zumindest.
Denn ich war ja nicht sechs Wochen im klassischen Urlaub wie wir das alle kennen. Dieser Urlaub war mit vielen tollen WiedersehensBesuchen, mit FamilienStunden und UrlaubsEntdeckungen verbunden. Ein unglaublicher Mix aus allem, den es gilt jetzt erst einmal langsam zu verarbeiten, zu verdauen und auch noch einmal zu reflektieren. Denn die Tage und Erlebnisse sind nur so im Fluge an mir vorbeigezogen, haben sich regelrecht überschlagen, es war so viel und so intensiv.
Das neue Miteinander im Elternhaus. Plötzlich wohnen dort vier Generationen unter einem Dach. Der klassische Abend zur Entspannung auf der Couch mit stupidem Fernsehschauen ist da nicht im Programm. Es wird gespielt, geredet, Verwandte und Freunde kommen vorbei, es werden Geburtstage gefeiert, man geht Essen, macht Ausflüge miteinander oder getrennt. Eigentlich ist 24/7 Programm angesagt. Ständig ist der Esstisch der Eltern ausgezogen, weil immer alle zusammenkommen und das Elternhaus plötzlich zum Versammlungsort wird. Denn wenn ich mit kids in der alten Heimat bin, kommt natürlich auch meine Schwester mit ihren Kindern vorbei. Wir müssen die Zeit nutzen, in der wir uns so einfach sehen können. Ich bin dankbar für tiefenentspannten, liebe Eltern, die so viel für uns in dieser Zeit machen und super mit dem Trubel um sie herum klarkommen und dankbar für die coolste Oma mit 89 Jahren. Es ist eine intensive, besondere Familienzusammenkunft, die halt nicht nur ein Wochenende anhält, sondern sich ein paar Wochen hinzieht…
Aber natürlich waren wir nicht nur stationär im wunderschönen Hessischen Hinterland bei den Eltern.
Die Kinder und ich haben uns auf den Weg nach Bayern gemacht. In die alte Heimat, der letzten vier Jahre vor unserem Umzug nach Dubai. GästebettenZeit in Bayern. Beim Zusammentreffen mit den alten Schulfreunden aus der Grundschulzeit haben sie realisiert, dass sich eigentlich nichts ändert an den Freundschaften, wenn man sie pflegt. Und die Erkenntnis gewonnen, dass es sich lohnt auch über große Entfernungen und Zeiträume, Freundschaften zu pflegen. Denn gepflegte Freunde, können Freunde fürs Leben sein oder werden, auch wenn die Lebenswege weit voneinander entfernt auf verschiedenen Kontinenten weitergehen. Eine tolle und wichtige Erkenntnis, die die Kinder hier mit 11 Jahren machen konnten. Wenn natürlich auch immer mal wieder in Dubai, Sätze kommen, die zeigen, dass sie den ein oder anderen Freund oder die ein oder andere Freundin, doch noch immer sehr vermissen. Ich kann ihnen aber nur zu gut mit meinen Freundschaften zeigen, dass selbst die Sandkastenfreundin erhalten bleiben kann, wenn man es will.
Mit alten Freunden und Kollegen konnte ich entspannte, interessante Stunden verbringen. Sehr gespannt, war ich natürlich auf meine Gefühle bei dieser ersten Rückkehr. Und eigentlich ohne große Überraschung kann ich sagen, meine Gefühle waren durchweg positiv. Es war toll, die Zeit mit den alten Freunden zu verbringen, zu quatschen, zu lachen. Aber im Innern war dieses sichere Gefühl, trotzdem die absolut richtige Entscheidung getroffen zu haben, nach Dubai zu ziehen.
Meinem Sohn kamen dann doch einmal auch die Tränen, als wir bei einer Fackelwanderung an unserem alten Haus vorbeikamen… Aber auch verständlich. Er kam mit 6 Jahren nach Nandlstadt und ist mit 10 Jahren wieder weggezogen. Ich denke, diese Zeit ist die erste Zeit, die Kinder bewusst erleben und noch viel wichtiger, sich auch bewusst an diesen Lebensabschnitt für immer erinnern werden. Somit konnte ich sehr gut mit ihm mitfühlen. Da hilft nur in den Arm nehmen, trösten, Verständnis zeigen. 10 Minuten später war die Welt wieder in Ordnung, als es am Lagerfeuer mit alten Freunden Marshmallows gab.
Weiter ging es nach Regensburg. Nächstes Gästebett. Nächste Freundin aus einer wiederum anderen alten Heimat, der wunderschönen UNESCO Welterbe Stadt Regensburg. Auch hier erneut den Kindern vorleben, dass Freunde über jegliche Distanzen und Zeiträume immer erhalten bleiben können und mittlerweile zu Freunden der Kinder werden.
Ich weiß nicht, auf wie vielen Terrassen, Balkonen, an wie vielen Esszimmertischen und in wie vielen Restaurants oder Cafés ich in diesen sechs Wochen mit wie vielen unterschiedlichen tollen Freunden und Familie gesessen habe und UNZÄHLIGE wunderschöne Stunden verbracht habe. Es war eine rundum erfüllende und spannende Zeit. Ich freue mich auf den nächsten Sommer.
Aber bis dahin, liebe und genieße ich jede Sekunde meines Lebens, unseres Lebens in Dubai. Und weiß, wir haben die richtige Entscheidung getroffen. Wir sind hier glücklich.
Die Insel im Indischen Ozean ist bekannt für seine traumhaften Strände und all die luxuriösen Hotelanlagen. Wir aber wählen bescheidenere Gästehäuser und Mietwagen für unsere zwei Wochen Trauminsel.
Es ist der 25. Dezember und wir sind mit unserem kleinen grünen Chevrolet Spark unterwegs. Wir haben ihn liebvoll „Sparky“ getauft. Leider ist mein Mann viel zu groß (oder Sparky viel zu klein), dass er hinter dem Steuer Platz nehmen und auch noch fahren könnte. Also bin ich, ohne wirkliche Wahl, der Fahrer für unseren Urlaub. Dies führt zu einigen heftigen Diskussionen. Ich finde, ich passe mich dem Fahrstil der Mauritianer an. Mein Mann findet das überhaupt nicht und meint, ich rase viel zu schnell. Öfter kommt es soweit, dass ich am Straßenrand anhalte und ihn vor die Wahl stelle, entweder zu schweigen oder auszusteigen. Nach den ersten paar Tagen kommt Ruhe in unseren Sparky und wir diskutieren immer weniger meinen Fahrstil. Liegt es nun daran, dass ich wirklich anders fahre, mein Mann sich an meinen Fahrstil gewöhnt hat oder will er einfach keine weitere Angst zeigen und tapfer sein? Egal, hauptsache Frieden.
Wie gesagt, es ist der 25. Dezember und wir sind seit zwei Tagen auf der Insel und wollen das Landesinnere erkunden. Eigentlich hatten wir uns vorgestellt, heute in den Bergen mit schönem Ausblick ein gemütliches Mittagessen einzunehmen. Daraus wird nichts. Alle Lokale an denen wir vorbeifahren, es sind nicht viele, haben geschlossen – Weihnachtsferien. Auch wir haben Ferien. Wohin sind all die Einheimischen verschwunden? Sie wohnen und arbeiten doch auf einer traumhaften Insel, warum flüchten sie? O.k., o.k. jeder braucht einmal Urlaub, aber doch nicht gerade dann, wenn auch wir Urlaub und somit unsere speziellen Vorstellungen und Erwartungen haben.
Ganz spontan gibt es heute also kein Mittagessen. Dafür werden wir auf unserem Spaziergang durch den Naturpark „La Vallée des Couleurs“ bei Chamouny, ganz im Süden, mit wunderschönen Ausblicken gesättigt. Saftige grüne Hügel und Berge, rauschende Wasserfälle, kräftig blühende Blumen und viel, viel Sonne. Es gibt ein kleines Feld farbiger Erde, dass schon erahnen läßt, wie schön unser nächster Programmpunkt sein wird.
Wir fahren nach Westen zum Park „Terres des Coulours“ (Park der farbigen Erde) bei Chamarel. Dieser Park ist für seine in sieben verschiedenen Farben leuchtende Erde bekannt und ein Muss bei einem Urlaub auf Mauritius. Wie eine Mondlandschaft liegt das große bunte Feld inmitten des dichten Waldes. Verschiedenste Farbtöne von Rot und Braun zieren die hügeligen, ausgewaschenen Erhebungen vor uns. Es ist bewölkt, aber wann immer die Sonne ihren Weg durch die Wolkendecke findet und die bunte Erde bescheint, leuchten die Farben gleich noch viel prächtiger. Der Anblick ist beeindruckend! Weniger beeindruckend ist die Tatsache, dass auch das Restaurant hier im Park geschlossen ist.
Da wir nicht unbedingt der Fan von großen Strandhotelanlagen sind, habe wir uns in einem kleinen Gästehaus in La Gaulette eingemietet. Zumindest für die ersten Tage. Die „kreolische „Königin“ ist ein hübsches, persönlich geführtes Frühstückshotel. La Gaulette ist ein kleiner Ort im Südwesten der Insel, in den sich nicht viele Touristen verirren. Am Meer gibt es keinen Strand und auch keine Promenade, hier reihen sich einfache Hütten aneinander, in denen einheimische Familien leben. Aber mit unserem Sparky überhaupt kein Problem, wir sind flexibel. Der nächste weiße Traumstrand befindet sich auf der Halbinsel Le Morne, nur wenige Fahrminuten von La Gaulette entfernt. Zu Fuß können wir im Ort sogar ein kleines Restaurant erreichen, das auch geöffnet ist. „La Kaz Do“ hat eine schmale Terrasse und eine kleine Karte, aber sehr gutes Essen und freundliche, zuvorkommende Bedienungen.
Von unserer Terrasse in der „kreolischen Königin“ haben wir einen freien Blick auf den Berg „Le Morne Brabant“. Dieser ist 556 m hoch und wurde von der UNESCO 2008 zum Weltkulturerbe ernannt. Zu Zeiten der Sklaverei auf Mauritius flüchteten viele Sklaven auf diesen Berg, um sich in Freiheit zu verstecken. Der Berg ist sehr steil und schwer zugänglich. Es kam vor, dass sich die Sklaven in der Not lieber vom Berg in den Tod stürzten, als wieder in die Gefangenschaft zurückzukehren.
Wir fahren heute noch einmal ganz frei in die Berge und besichtigen die „Rhumerie de Chamarel“. Wenn man durch die Landschaft der Insel dahinfährt, fällt einem auf, dass bestimmt 80 % der Fläche mit Zuckerrohr bewachsen ist. Somit ist klar, dass all dieser Zuckerrohr auch verarbeitet werden muss, wie hier in Chamarel und dies sehr stilvoll. Diese besonders eindrucksvoll gebaute Rumdestillerie bietet Besuchern einen Einblick in das Handwerk der Brennerei und ein einladendes Restaurant, das sogar zwischen den Jahren geöffnet ist. Wir nutzen diese Gelegenheit natürlich sofort und genießen ein köstliches Mittagessen, eine Flasche südafrikanischen Wein und zum Abschluss einen mauritianischen Rum.
Weiter durch die Berge fahren wir zum Grand Bassin, einem Kratersee. Entlang des Ufers zieren viele kleine Opferschreine, bunte hinduistische Götterstatuen und einige Tempel den See. Dies ist die heiligste Hindustätten auf Mauritius. Viele Gläubige pilgern barfuß von ihrem Haus zum See, der auch „Ganga Talao“ – See des Ganges genannt wird. Nicht direkt am See, aber ganz in der Nähe ragt eine etwas über 30 m hohe Shivastatue in den Himmel. Shiva ist einer der wichtigsten Götter im Hinduismus. Der Hinduismus ist auch die am meisten verbreiteste Religion auf der Insel.
Auf dem Rückweg halten wir noch an zwei kleinen Buchten an, die uns besonders gefallen und ganz verlassen sind. Das ist das herrliche an einem Urlaub mit eigenem Mietwagen: überall wo es einem gefällt, kann man auch anhalten und man entdeckt die einsamsten Strände. Das Meerwasser ist badewannenwarm, aber trotzdem genießen wir das Plantschen im seichten Wasser.
Den nächsten Tag fahren wir wieder durch das Landesinnere. Durch Zuckerrohrfelder und Zuckerrohrfelder und … Zuckerrohrfelder geht es Richtung Süden, zu den Rochester Falls. Wir parken unseren Sparky auf einem kleinen Parkplatz und schon sind wir von Einheimischen umlagert. Alle wollen uns im kleinen Park der Wasserfälle umherführen. Wir schließen uns einem jungen Mann an, der sich Jim nennt, und schon geht es los. Etwa zehn Meter stürzt das Wasser hier in die Tiefe. „Laßt uns nach unten gehen, dort könnt ihr schwimmen“, schlägt unser Begleiter vor. Bei den Temperaturen hört sich das sehr verlockend an. Über einen kleinen Waldweg gelangen wir an einen See, der sich unterhalb des Wasserfalles gebildet hat, bevor das Wasser in einem Fluß seinen weiteren Weg über die Insel sucht. Jim passt auf die Kleidung auf, während wir uns im Wasser erfrischen und das herabstürzende Nass auf den Körper prasseln lassen. Beeindruckend schaut diese Kulisse aus. Die Felsen erscheinen fast schwarz und das Wasser strahlend weiß. Erfrischt steigen wir auf der anderen Seite den Berg hinauf und springen dann von Stein zu Stein zurück zum gegenüberliegenden Ufer. Wir gönnen uns noch eine frische Kokosnuss, bevor wir, immer noch nass, in unseren Sparky steigen.
Auf dem Rückweg machen wir einen Stopp in Gris-Gris, dem südlichsten Punkt der Insel. Der kleine Park, in dem sich unzählige Einheimische zum Picknick tummeln, liegt hier direkt am Meer. Baden ist nicht möglich, so stark und hoch sind hier die Wellen, die mit praller Wucht an die Felsen schlagen und uns die Gischt ins Gesicht wehen. Das Tosen des Meeres ist berauschend. Lange stehen wir da und beobachten einfach nur die Wellen, die in einem türkisblauen Streifen brechen und die Gischt aufspritzen lassen. Von hier aus gesehen ist der Südpol das nächste Land in dieser Verlängerung.
Ein letztes Abendessen in unserem „La Kaz Do“, wo wir mittlerweile schon gut bekannt sind, bevor wir weiterziehen.
Da wir verschiedene Ecken der Insel kennenlernen möchten, geht es nun an der Küste entlang Richtung Norden, nach La Preneuse. Dort haben wir ein Appartement im „La Mariposa“ gebucht. Die wunderschöne, direkt am Strand liegende Anlage ist klein und gemütlich und hat richtig Charme. Bei Ankunft bin ich froh, dass ich vor vielen, vielen Jahren Französisch in der Schule gelernt habe. Es ist Sonntag und außer einem Zimmermädchen ist gerade niemand zur Stelle. In ziemlich schlechtem Französisch kann ich irgendwie erklären, dass wir eine Reservierung haben. Und es funktioniert, wir bekommen einen Zimmerschlüssel. Das Appartement ist hell und freundlich eingerichtet und sehr gepflegt, wie die ganze Anlage. Kleine strohgedeckte Sonnenschirme geben uns Schatten auf unseren Holzliegen am weißen Sandstrand. Das türkisblaue Meer, für das Mauritius so bekannt ist, breitet sich direkt vor uns aus. Kleine Boote wiegen sich auf den leichten Wellen des indischen Ozeanes. Dieser Ort ist so idyllisch und erholsam, dass Sparky auch erst einmal Urlaub bekommt und wir zwei Tage am Strand verbringen. Von der Lagune sehen wir wieder den Berg „La Morne Brabant“ in der Ferne. Das Hotel hat nur wenige Zimmer und somit sind, trotz der Hochsaison zu Weihnachten und Silvester, nur wenige andere Sonnenanbeter mit uns am Strand.
Nach zwei Tage werden wir wieder unruhig und wollen noch etwas von der Insel sehen. Port Louis, die Hauptstadt steht auf dem Programm. Wir können nicht auf Mauritius Urlaub machen und die berühmte „Blaue Mauritius“ verpassen. Also düsen wir mit Sparky weiter Richtung Norden. Port Louis erscheint uns riesen groß, nach all den kleinen Straßen durch die Dörfer der Berge und die Zuckerrohrfelder.
Schnell ist Sparky geparkt und es geht zu Fuß weiter. Entlang der Caudan Waterfront schlendern wir Richtung „Blue Penny Museum“. Die Promenade ist geschmückt mit weihnachtlichen Figuren. Vom Dach des „Le Caudan Waterfront“ Einkaufszentrums baumelt ein überdimensionaler roter Nikolaus und davor am Geländer des Hafens steht ein geschmückter Weihnachtsbaum.
Die Kühle im Museum tut richtig gut. Melancholisch lesen wir über die Liebesgeschichte von Paul & Virginie, die sowohl ihren Autor, Jaques-Henri Bernardin de Saint-Pierre berühmt gemacht hat, wie auch die Insel Mauritius. Der Roman war ein großer, weltweiter Erfolg und wurde in unzählige Sprachen übersetzt. Paul und Virginie wachsen beide auf Mauritius auf. Virginie wird dann von Ihrer Mutter nach Frankreich zur Schule geschickt. Sie hat solche Sehnsucht nach Paul, dass sie schlussendlich auf das Schiff St. Géran steigt und sich auf die Heimreise macht. Das Schiff schafft es die ganze Strecke von Frankreich bis Mauritius, zerschellt dann aber, vor den Augen Pauls, an einem Felsen vor der Küste. Virginie überlebt das Unglück nicht und Paul bricht es das Herz. Die Beiden sind als Denkmal im Museum anzutreffen. Ebenso anzutreffen sind natürlich die rote und die blaue Mauritius. Allerdings muss man hier etwas mehr Geduld aufbringen, wenn man die original Briefmarken anschauen möchte. Diese werden nur für kurze Zeit stündlich beleuchtet, um die Farben zu schonen. Wir warten geduldig und erhaschen einen kurzen Blick. Natürlich können wir als Laien keinen Unterschied zu den Kopien sehen, die ständig beleuchtet bestaunt werden können. Aber wenn wir schon hier sind und die Gelegenheit haben, möchten wir natürlich das Konterfei der Königin Victoria im Original sehen.
Wir erfahren noch Einiges über die Siedlungsanfänge auf der Insel und über die Postgeschichte, bevor wir uns wieder in die sommerlich, heißen Temperaturen außerhalb des Museums wagen. Entlang des Hafens schlendern wir vorbei an großen Schiffen, beobachten Fischer und essen ein Eis. Bald haben wir genug von all dem Trubel und es geht zurück zu unserer schönen, ruhigen Lagune. Fast hätten wir es vergessen, heute ist Silvester. Was tun?
Zurück in La Preneuse spazieren wir am Strand entlang. Einige Fischer sind gerade von ihrer Tour zurückgekehrt und nehmen im Sand die Fische aus. Eine Weile stehen wir da und schauen ihnen zu. Auf einer Terrasse mit Meerblick sehen wir festlich gedeckte Tische im Hotel „Les Sirandanes“. Spontan fragen wir nach und tatsächlich ist noch ein Tisch für zwei verfügbar. Gebucht!
Wir nehmen einen Aperitif an der Bar und schauen der Sonne zu, die in diesem Jahr ein letztes Mal berauschend schön im Meer versinkt. Bei einem verlockenden 6-Gänge-Menü genießen wir diesen besonderen Abend. Mit einem Glas Sekt geht es ins neue Jahr und dann barfuß am Strand entlang zurück zu unserer schönen Unterkunft.
Herrlich entspannt genießen wir den nächsten Tag am Strand. Und da ist sie wieder – die Sonne. Gestern noch im alten Jahr im Meer versunken, heute im neuen Jahr wieder strahlend schön und warm am Himmel für uns. Kann ein Jahr besser starten? Nein.
Es steht wieder ein Umzug an. Die Koffer im Sparky verstaut, machen wir uns auf den Weg ganz in den Norden nach Grand Baie. Wow, dieser Ort ist belebt und voll. Zum Glück liegt unser Hotel nicht direkt im Ort. Wir durchqueren ganz Grand Baie und am Ortsausgang finden wir unser Hotel „Bleu du Toi“ in einer kleinen Seitenstraße. Entfernt von all dem Trubel, aber auch vom Strand. Für uns und unseren Sparky kein Problem. Die Zimmer sind nicht gerade groß, aber schön. Das Hotel wird von einem belgischen Ehepaar sehr liebevoll geführt. Wir erholen uns heute noch einmal am Pool, nach den turbulenten ersten Eindrücken von Grand Baie. Es kostet uns allerdings einige Überwindung in den Pool zu springen. Allerdings nicht, weil das Wasser so erfrischend kalt ist, sondern weil das Wasser so stark von den Außentemperaturen aufgeheizt ist, dass es jeder Badewanne Konkurenz machen kann.
Abends sitzen wir an einer großen, langen Tafel auf der Terrasse des Hotels. Die Eigentümer haben gekocht und die Gäste genießen nun zusammen mit ihnen dieses vorzügliche Abendmahl. Mit Teelichtern beleuchtete Muscheln erhellen warm den stilvoll gedeckten Tisch. Das Essen ist einfach, aber von bester Qualität. Es gibt eine hausgemachte Lasagne als Hauptspeise, von der wir noch einen Nachschlag nehmen, so gut ist diese.
Wir haben eine nette Konversation mit einem Ehepaar, dass sich für zwei Wochen in diesem Hotel eingebucht hat. Ohne Mietwagen. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen sie die umliegenden öffentlichen Strände. Diese haben wir versucht den ganzen Urlaub zu meiden. Es scheint, dass fast alle Einheimischen über Weihnachten und Silvester frei haben und mit samt ihrem Mobiliar, wie Tischen, Stühlen, Teppichen und Küchenutensilien die öffentlichen Strände belagern. Aber Hans und Inge bestätigen uns, dass sie einen Weg gefunden haben, trotzdem immer noch einen ruhigen Platz zu finden. Sie laufen an den Stränden einfach so weit in eine Richtung, bis es ruhiger wird.
Auch wenn Sparky uns einige Diskussionen auf dieser Reise gekostet hat, sind wir doch heilfroh, ihn bei uns zu haben. Er gibt uns die Flexibilität, einfach so lange weiterzufahren, bis wir unseren perfekten, einsamen Strand gefunden haben.
Zwei Dinge stehen noch auf unserer to-do Liste. Und so geht es am nächsten Tag in den berühmten Pamplemousses Botanischen Garten, der eigentlich den offiziellen Namen „Sir Seewoosagur Ramgoolam Botanical Garden“ trägt. Mit einem Führer und einer kleinen Gruppe spazieren wir durch den Park. Der Führer weist uns auf versteckte Pflanzen hin, die wir ohne ihn sicher übersehen hätten. Wir sehen unter anderem „Wurst“ Bäume, mit überdimensionalen wurstähnlichen Früchten und Bäume, aus denen blutrotes Harz rinnt. Der Höhepunkt des Parks ist ein großes Becken mit Amazonas Wasserlilien. Die Teller der Pflanzen sind so riesig, dass angeblich, laut Führer, ein Kleinkind darauf sitzen könnte und nicht untergehen würde. Wir kommen noch an einer Schildkrötenanlage vorbei und einem kleinen Wildgehege. Eine weitere Stunde spazieren wir durch den wunderschönen, blühenden Park, bevor wir zu unserem letzten Programmpunkt aufbrechen.
Sparky bringt uns zum „L´Aventure du Sucre“, das Museum, das dem Zucker gewidmet ist. Der Zucker war lange Zeit die wichtigste Einnahmequelle der Bewohner. Mittlerweile hat der Tourismus einen großen Teil übernommen. Anschaulich und imposant wird hier die Geschichte, der Anbau, die Verarbeitung und die Produktpalette dargestellt. Es wurden keine Kosten und Mühen gescheut, hier dem Zucker ein richtiges Denkmal zu erschaffen. Anschließend fahren wir mit einem ganz neuen Bewußtsein an all den unzähligen sattgrünen Zuckerrohrfeldern zurück zu unserem Hotel.
Von unserem ebenso zuckerrohr-grünen Sparky müssen wir uns nun langsam verabschieden. Der Urlaub neigt sich dem Ende. Sparky bringt uns noch sicher zum Flughafen. Für ihn heißt es jetzt warten auf die nächsten Reisenden, die mit ihm die Insel erkunden werden. Für uns heißt es wieder, Alltag wir kommen.
In dem kleinen, feinen Reiseführer (auch als pdf Version verfügbar) findest Du neben der Mauritius Reise auch noch Hoteltipps und Reisepläne für die Seychellen, Sanizibar und Madagaskar.