Rund um den Hund

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Umzug, Anmeldung, Hundepension

In Südafrika kam kurz vor den Kindern ein Hund in unsere Familie. Es war ein kalter Wintertag, als wir den kleinen Welpen auf der Farm der Eltern einer Freundin abgeholt haben. Die süße kleine Mischlingsdame haben wir Summer genannt, weil wir sie im Winter bekommen haben. Und sie ist wirklich ein Sonnenschein und macht ihrem Namen alle Ehre. Ein Familienmitglied. Ein enger Begleiter und Freund unseres Sohnes, der eigentlich keinen Schritt innerhalb des Hauses alleine macht, sondern immer und überall Summer mitnimmt. Summer schläft vor seinem Bett, sie begleitet ihn auf die Toilette und sitzt neben der Dusche und wartet geduldig, bis er fertig ist.

In Südafrika ist ein Hund auch immer für die Sicherheit der Familie da. Wir wohnten in Johannesburg, zwar in einem Estate mit einer hohen Mauer draumherum und zusätzlich Stacheldraht oben auf der Mauer, aber trotzdem ist so ein Hund gut. Er beruhigt. Wie ich schon erwähnte haben wir einen wahren SonnenscheinHund, von dem man meint, dass er jeden schwanzwedelnd begrüßt. Macht er generell auch. Aber wir hatten zwei Erlebnisse der anderen Art in Südafrika, die mir in Erinnerung geblieben sind. Einmal begegneten wir auf einem Spaziergang innerhalb des Wohngebietes einer Person, die Summer überhaupt nicht mochte. Sie stellte die Nackenhaare, fing wie wild an zu Bellen, immer mit Blick auf den Mann, den sie offensichtlich nicht mochte. Es kostete mich einige Kraft, sie zum Beenden des Spazierganges zu überzeugen. 

Das zweite Mal hatten wir einer super nette Truppe Bauarbeiter im Haus. Darunter war ein einziger, den sie partout nicht ausstehen konnte. Er wurde angeknurrt und verbrachte seine Mittagspause aus Angst immer auf dem Vordach, während die anderen entspannt im Schatten auf der Terrasse saßen. Unsere damalige Perle des Hauses, Charity, sprach den Mann darauf an, was er denn für „Dreck am Stecken“ hätte, dass ihn der Hund nicht leiden könne. Wie sich herausstellte, nahm er Drogen, was er vollkommen eingeschüchtert zugab. Keine Ahnung, ob er das Laster nach der Erfahrung vielleicht sogar aufgab…

Umzug von Südafrika nach Deutschland

So ein Hund ist eben ein echtes Familienmitglied und ein Hund einer Expatfamilie wird somit auch zum Expathund. Als wir von Südafrika nach Deutschland zogen, lief das alles sehr reibungslos ab. Wir hatten in Deutschland vorab ein Haus gemietet und wir hatten ein Umzugspaket der Firma, das auch den Hund mit umzog (also mitbezahlte). Nachdem der Container auf die Reise gegangen war, blieb Summer noch zwei Tage in einer ihr bekannten Hundepension und wurde von dort für den Transport abgeholt. So konnten wir sie drei Tage später in München am Flughafen wieder in Empfang nehmen. Ohne Quaratäne. 

Umzug von Deutschland nach Dubai

Summer verbrachte vier spannende Jahre in Deutschland mit uns. Sie liebte den Schnee und das Toben am Schlittenberg. Sicher ein Highlight, neben den ausgedehnten Waldspaziergängen. Ein Traum für einen Hund. Was aber nun tun, wenn ein weiterer Umzug ansteht und es diesmal nach Dubai geht. Kein Schnee, keine Wälder…

Im vorherigen Leben war Summer vielleicht Seehund… denn Schwimmen liebt sie über alles. Besonders das Toben mit den Kindern im Pool. Sie springt, wie die Kinder, mit großer Begeisterung vom Beckenrand und kennt keine Angst. Das war schon in Südafrika so und das ist jetzt wieder in Dubai so. Nachdem sie vier Jahre in keinen Pool gesprungen war, brauchte es eine Weile und einige Sprünge der Kinder bevor auch sie wieder „wusste“, wie dieser Spaß funktioniert. Und klar, gibt es jetzt keine ausgedehnte Waldspaziergänge mehr, aber dafür stundenlange Badesessions. Und es gibt auch einige Wanderungen, die man in den Bergen im Winter machen kann, auch mit Hund. 

Der Umzug von Deutschland nach Dubai lief diesmal allerdings anders ab und wir mussten uns selber darum kümmern und auch selber dafür bezahlen. Günstig ist so ein Umzug nicht. Unser Hund wiegt etwa 34 kg. Summer ist also kein kleiner Hund. Da wir wegen Covid19 auch kein Haus suchen konnten, bevor wir umzogen, musste Summer zur Überbrückung bei meinen Eltern für fast vier Monate untergebracht werden. Nicht ganz freiwillig, haben sie sich bereit erklärt und haben sich auch ein bisschen verliebt.. – glaube ich. Aber natürlich macht so ein Haustier viel Arbeit und Dreck. Ständig überall die Hundehaare und aufpassen, dass der Hund nicht wegläuft. Meine Eltern haben zwar einen großen Garten, aber dieser ist nicht eingezäunt. Wir sind aber dankbar, dass sie das für uns und Summer übernommen haben. Vor Abflug musste Summer dann noch einmal vom Tierarzt durchgecheckt werden und die letzten Impfungen bekommen, ein Amtstierarzt musste noch Ausreisepapiere ausfüllen, das wiederum hat alles eine sehr liebe, tiervernarrte Freundin von uns übernommen. Es steckt viel Arbeit in so einem Umzug und ohne die lieben Freunde und Verwandte wäre das nicht so reibungslos abgelaufen.

Mit der Firma Gradlyn in Zusammenarbeit mit Pawsome Pets in Dubai haben wir den Umzug recht stressfrei für alle über die Bühne gebracht. Wir haben das RundumPaket gebucht. Summer wurde bei meinen Eltern abgeholt und zum Flughafen in Frankfurt gebracht. Ebenso hat Pawsome Pets die komplette Abwicklung hier am Flughafen in Dubai und beim Zoll übernommen und Summer mitten in der Nacht, gegen 3 Uhr, bei uns am Haus abgeliefert. 

Und wenn man sich fragt, was so etwas ungefähr kostet… Ich bin ehrlich: Eine Menge Geld. Wenn man keine Transportbox hat, muss man diese auch noch besorgen, der Amtsarzt kostet, der Tierarzt… Alles in allem hat der Umzug unseres Hundes fast 3.000 EUR gekostet. Schon unglaublich. Aber er ist und bleibt ein Familienmitglied. Zum Glück musste Summer auch hier in Dubai nicht in Quarantäne. 

Anmeldung Hund in Dubai

Zur Anmeldung ist es so, dass man sich in Dubai einen Tierarzt sucht, dort mit Impfbuch vorspricht und bei jedem Tierarzt den Hund anmelden kann. Man zahlt momentan 55 AED für die Registrierung und bekommt auch eine Hundemarke, die der Hund bei Spaziergängen tragen muss. Einmal im Jahr muss die Tollwutimpfung aufgefrischt werden. Noch nicht wirklich fündig geworden bin ich bezüglich einer Hundehalterhaftpflichtversicherung. Vielleicht typisch Deutsch, aber man ist es so gewohnt, immer alles abzusichern und zu versichern. Wenn ich hier eine endgültige Info und Aussage habe, werde ich dies entsprechend hier ergänzen. 

Sommer und Hundepension

Momentan liegen die Temperaturen tagsüber so bei 40-45 Grad Celsius. Nicht wirklich angenehm für Spaziergänge oder längere Aufenthalte im Freien. Summer und ich begleiten die Kinder morgens zusammen um Bus. Der Hund hat Gelegenheit seine SchnüffelZeitung zu lesen, verlässt mal das Grundstück, begegnet morgens vielen anderen Hunden. Aber sonst ist es zu heiß, um mit ihm größere Runden zu gehen. Ich habe hier mal den Tipp gelesen, dass man sich selber mal die Schuhe ausziehen und testen sollte, wie lange man barfuß auf dem Boden verharren kann. Bei diesen Temperaturen nicht lange. Somit ist es auch für den Hund eine Qual. Zum Glück haben wir ja unseren Seehund und einen Pool und können Summer am Nachmittag, wenn die Sonne tiefer am Himmel steht, im Pool bespaßen. Tagsüber wird mal im Haus das Käsesuchspiel veranstaltet, damit es etwas Abwechslung gibt. Jetzt nahen die Sommerferien und was dann??

Wir haben viel hin und her überlegt und uns für eine Hundepension entschieden. Dabei handelt es sich um eine riesengroße Firmenhalle, die komplett klimatisiert ist, super freundlich gestaltet, mit Landschaftsbildern in Übergröße an den Wänden, mit Kunstrasen, Pools, Tobefläche, einem Parkour usw. usw. Jeder Hund hat sein kleines Zimmer und jedes Zimmer kann von den Besitzern über eine App von überall per Video „überwacht“ werden. Desto größer der Hund, desto teurer natürlich auch hier die Unterbringung. Aber es gibt ein liebevolles, tiervernarrtes Team, dass sich24/7 um die Tiere kümmert. Tagsüber gibt es verschiedene Spielzeiten in verschiedenen Bereichen. 

Bei Summers erstem Aufenthalt dort konnten wir bildlich über die Kamera ihre Anspannung in den ersten Tagen spüren. Sie war überhaupt nicht entspannt und konstant angespannt, wenn sie in ihrem Zimmer war. Wir haben uns wirklich schon Gedanken gemacht. Und dann plötzlich am vierten Tag, hatte sie ihre Haltung geändert, sie legte entspannt, wie zu Hause, ihren Kopf wieder auf den Pfoten ab, flätzte seitlich, weit ausgestreckt auf ihrem Bett. Es war eine große Erleichterung für uns. 

Als wir sie abholten bestätigte das Team genau unsere Eindrücke. Sie hatten einige Mühe, Summer an die neue Umgebung zu gewöhnen und ihr klar zu machen, dass alle dort nur wollen, dass sie eine gute Zeit hat. Und das hatte sie. Wie im Kindergarten. Sie lernte mit anderen zu spielen, sie genoss den Pool und jetzt naht der Sommer und ihr Langzeitaufenthalt dort. 

Ich mache mir natürlich einige Gedanken darüber, was Summer wohl denken wird, wenn sie so lange von uns getrennt ist. Wird sie die Zeit einschätzen können? Aber ich kann die Situation nicht ändern und die Zeit bei meinen Eltern, ohne uns, bis zum Umzug war erheblich länger.  Ich bin ein absolut positiv denkender Mensch und führe mir immer wieder die Vorteile vor Augen. Sie wird den ganzen Tag in einer angenehm temperierten Umgebung verbringen, mit Menschen, die Tiere lieben, mit ihnen spielen und mit Spielgefährten, die mit ihr toben, rennen und schwimmen. Sicherlich abwechslungsreicher und schöner, als die immer weiter ansteigenden Temperaturen, die ihren Höhepunkt im Juli und August erreichen werden. 

Seit ihrem ersten Aufenthalt dort im März 2021 habe ich Summer immer wieder tageweise für einen Spieltag vom Pensionsteam abholen lassen. Schwanzwedelnd und vorfreudig ist sie jedes Mal mit dem Abholer zum Transporter gelaufen, ohne sich einmal umzudrehen. Nachmittags kam sie beflügelt und aufgeregt nach Hause. Mir war sehr wichtig, das Vertraute aufrecht zu erhalten, deshalb durfte sie regelmäßig zum Spielen. 

Günstig ist auch diese Angelegenheit nicht. Ich habe nach viel hin und her rechnen, ein großes Paket gebucht und vorab gezahlt, somit sparen wir sehr viel ein und eine Übernachtung kostet uns um die ca. 38 EUR. Essen müssen wir selber mitbringen. Da wir in Deutschland immer auf eine Privatperson vertrauen konnten, waren die Preise natürlich geringer, aber ich habe mir sagen lassen, dass ein ähnlicher Service in Deutschland auch ähnlich viel kosten würde. 

Ich bin gespannt, wie Summer den Sommer dort verkraften wird. Wir freuen uns auf jeden Fall riesig auf unser Wiedersehen Ende August.

Haus gefunden!

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Ich habe ja bereits davon erzählt, dass wir auf der Suche nach einem schönen, bezahlbaren Haus sind. Eigentlich war ich in meinem Kopf schon so weit, dass ich alle Hoffnung kurzfristig vor den Ferien doch noch ein Haus zu finden aufgegeben hatte. Dann plötzlich am Sonntag, den 13. Juni kam noch ein Haus auf den Markt, das wirklich vielversprechend aussah und einen ebenso ansprechend Preis hatte UND eine gute Lage. Fast zu schön, um wahr zu sein. Leider konnten wir es erst am Samstag, den 19. Juni besichtigen. Zum Glück, war auch mein Mann an diesem Samstag mal zu Hause. Warum ich das jetzt hier erwähne? Weil leider momentan vor den Ferien mein Mann die extrem Reisesaison eröffnet hat. Leider nicht zum Spaß, sondern geschäftlich mit unzähligen Terminen in und um seinen Zuständigkeitsbereich MEA – Middle East – Africa. Wir waren direkt begeistert von dem Haus, hatten zum Glück auch noch die Kinder im Auto dabei und auch die waren glücklich erfreut. Somit haben wir eine Nacht darüber geschlafen und ICH habe am Sonntagmorgen direkt zugesagt, die Bank aktiviert, damit die so schnell wie möglich einen Gutachter schickt. Leider war diese Nacht Bedenkzeit zu viel und das Haus war am Sonntag weg. Da war jemand schneller mit der Entscheidung als wir. Aber mal ehrlich, bei diesen Beträgen, die man hier in einen Hauskauf steckt, sollte die Entscheidung wirklich gut durchdacht sein. Mal wieder Frust pur. Mein Mann am Sonntag schon wieder im Flieger auf dem Weg in die Welt. Ich alleine mit meinem Frust.

ABER…. Die Maklerin hatte noch einen Joker in der Tasche. Sie hat mir ein weiteres, neues Hausangebot zukommen lassen, mit kleinem Video und dem Grundriss für die Raumaufteilung. Und ich sehe das Video und bin begeistert. Die Raumaufteilung super. Der Preis annehmbar. Und dann der Höhepunkt: Die Lage noch viel besser, als bei dem Haus, das uns gerade durch die Lappen gegangen war. Das war unser Haus! Ich wusste es. In einer ruhigen Seitenstraße gelegen. Zwei Nachbarn, aber der größte Teil des Grundstückes grenzt an einen parkähnlichen Grünstreifen mit Spazierweg und viel Wiese für die Kinder zum Spielen. Denn Wiese gibt es rund um das Haus nur im vorderen Eingangsbereich. Im hinteren, ruhigen Gartenbereich ist eine tolle überdachte Außenküche mit Pizzaofen, Grillbereich und Spülbecken. Ein kleiner Pool ist in einem gepflegten WPC Deck eingelassen. Eine überdachte Terrasse entlang des Hauses, Außendusche und noch Platz für zwei Sonnenliegen. Der Pool mit einem Sonnensegel überdacht. Traumhaft schön, für uns und unsere Bedürfnisse. Mein Mann aber nun im Flugzeug auf dem Weg nach Abidjan, Elfenbeinküste. 

Leider würde ich das Haus wieder erst zwei Tage später, am Dienstag, besichtigen können. Ich bin aber zumindest direkt am Sonntag einmal hingefahren, um mir die Lage genauer anzuschauen. Ich parke im Innenhof, um den sich unser Haus und die Häuser der Nachbarn reihen, genieße die Ruhe und fühle innerlich, dass es das richtige Haus ist. Da klingelt mein Telefon. Überraschung: Mein Mann, der einen Zwischenstopp hatte, den wiederum ich überhaupt nicht auf dem Radar hatte. Was für eine Freude bei mir. Aufgeregt berichte ich von der neuen Situation, dass wir das Haus vom Vortag leider wieder verloren haben, ich aber jetzt hocherfreut und super aufgeregt vor UNSEREM HAUS stehe. Und sein Anruf just in diesem Moment, in dem ich vor dem Haus stehe, war für mich Zeichen genug, dass das unser Haus werden wird. Jetzt aber zwei Tage warten…. Schrecklich.

Durch eine defekte Bremsanlage am Flugzeug und entsprechender Reparaturarbeiten verspätet sich mein Mann so sehr, dass er zufällig am Dienstag, den 22. Juni 2021 passend zu meinem, nun aber zu UNSEREM Besichtigungstermin des Hauses landet. Ein weiteres Zeichen, dass das unser Haus werden muss. Und so ist dann auch. Wir sind beide begeistert. Wir müssen keine Nacht darüber schlafen und sagen sofort zu. 

Denn mal ehrlich jetzt läuft die Zeit. Es ist der 22. Juni und in genau 13 Tage fliege ich für 6 Wochen in die Sommerferien mit den Kindern. Mein Mann ist bis über unseren Abflug hinaus mit Terminen und Reisen komplett verplant und kaum zu Hause. Die Organisationsspirale setzt sich in Bewegung. Das Gutachten der Bank muss erstellt werden. Verträge abgeschlossen werden. Registrierungen bei den Behörden gemacht werden. Vollmachten erstellt werden. Und schlussendlich muss die Bank final der Kreditvergabe zustimmen und ich muss VOR ABFLUG persönlich den Kreditvertrag unterschreiben. Ich kann nur sagen, da ist es dann mit ruhigen Nächten erstmal aus. Da herrscht Kopfstress pur. All die Dokumente und Belege, die herangeschafft werden müssen, die Termine, die ausgemacht werden müssen und natürlich auch wahrgenommen werden müssen. Die unzähligen neuen Begriffe rund um das Thema Hauskauf und -finanzierung. 

POA – Power of Attorney – Vollmacht

NOC – Non-objection certificate – Unbedenklichkeitsbescheinigung

MOU – Memorandum of Understanding – kurz: eine schriftliche Vereinbarung, dass der Käufer kaufen und der Verkäufer verkaufen will.

Final offer letter – finale Angebotsabgabe

Title deed – Grundstückseigentumsurkunde

Zum Glück hat der Makler/die Maklerin und die Bank alle Fäden soweit in der Hand und sagt einem wann was wie und wo zu organisieren ist. Aber trotzdem muss man eben entsprechende Unterlagen bereitstellen, Unterschriften leisten, beim Notar erscheinen für die Vollmacht, dort vorher mit der zuständigen Person noch Übersetzungen erstellen lassen. Alles zeitaufwendig und anstrengend. Wie zum Beispiel, wenn man am Telefon die Transaktionen der letzten drei Monate auf dem Deutschen Bankkonto der zuständigen Bänkerin in Dubai übersetzen muss…

Nicht ganz ohne, wenn Frau nebenbei den Hund noch zum Impfen fahren muss, weil die Ferien nahen und er sechs Wochen in der Hundepension sein wird, Hundefutter und Leckerlis einkaufen,  Frau nebenbei noch die Kinder versorgen muss, die sechswöchige Sommerreise vorbereiten muss, die Tochter noch krank wird…

Jetzt aber das große Positive zum Abschluss. Es hat sich alles gefügt. Trotz viel Bangen, ob ich alles in 13 Tage über die Bühne bekommen werde, habe ich es geschafft und das Schicksal meinte es gut mit mir. Ich habe gestern Morgen die Vollmacht vergeben, ein großer, wichtiger Schritt, damit der Hauskauf mit all den zugehörigen Abwicklungen nicht die nächsten sechs Wochen auf Eis liegt. Erledigt. Nach dem engagierten, unbeschreiblichen Einsatz unserer zuständigen Bänkerin hat sie es geschafft, dass ich tatsächlich am Sonntag, einen Tag vor meinem Abflug, den Kreditvertrag unterschreiben kann. Erledigt. 

Und mein Mann hat nach seiner Rückkehr noch entspannt 10 Tage Zeit, all die vorbereiteten Dinge zu erledigen. Seine Vollmacht ist bereits übersetzt und bezahlt, der Kreditvertrag fertig für ihn zum Unterschreiben. 

Und dann können wir endlich, wohlverdient, die Ferien genießen, die Familie sehen und in die Arme schließen und uns nicht nur von der Belastung der letzten 13 Tage erholen. Ich brauche es. 

Schön ist eigentlich, dass unser Haus erst zum 31. Oktoberfrei wird und somit kann ich sogar nach den Ferien im September in aller Ruhe damit beginnen, den Umzug und die wenigen Umbauarbeiten zu organisieren. Denn unser Mietvertrag läuft noch bis zum 14. November und auch den können wir nun beruhigt kündigen, ohne jeglichen weiter anhaltenden Stress, dass wir vielleicht monateweise verlängern müssten. 

Es hat sich alles gefügt. Es ist unser Haus. Und wir freuen uns riesig darauf.

Das Ende des ersten Schuljahres naht

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Jetzt sind es nur noch wenige Tage und das erste Schuljahr in Dubai ist für unsere Kinder abgeschlossen. Ich bin mächtig stolz auf unsere Mäuse, dass sie das erste Jahr, die Umstellung und Eingewöhnung, die neuen Fächer, die langen Schultage, die Busfahrten und ganz besonders, die komplett neuen Schüler so gut aufgenommen und gemeistert haben. Ihr seid SPITZE. Es war und ist nicht immer alles einfach, da will ich nichts beschönigen. Immer mal wieder kommt das Heimweh nach den alten Freunden auf, nach den vertrauten Spielkameraden mit den gleichen Interessen. Da fehlt mal wieder das Dorfleben, um mit dem Roller zum Freund zu rollern oder mit Rad zum Fußballtraining zu fahren. Denn wegen der neuen langen Schultage kommt oft die Spielzeit am Nachmittag zu kurz. Wenn unsere Kinder um 15 Uhr mit dem Bus zu Hause ankommen, müssen sie erst einmal Essen und ein paar Minuten erholen bevor wir die Hausaufgaben starten können. Somit ist es oft bereits halb fünf, fünf, bis alle „Verpflichtungen“ erledigt sind. Und da die Schulfreunde meist nicht direkt in der gleichen Straße wohnen und man zu einer Verabredung noch „anreisen“ müsste, ist dies oft unter der Woche überhaupt nicht möglich. Zudem ist es in Covid19 Zeiten auch noch eher verhalten, dass man sich zum Spielen verabredet. 

Auch das eigentlich wirklich ansprechende Nachmittagsprogramm der Schule, bei dem verschiedene spannende AGs angeboten werden, konnte in Covid Zeiten nicht stattfinden. Aber auch das wird sich hoffentlich nach den Sommerferien 2021, mit Start der 6. Klasse für unsere Kinder ändern. Zwar kommen die Kinder dann noch später aus der Schule, aber haben wieder die Möglichkeit in Gruppen mit gleichgesinnten Schülern eine schöne Zeit zu verbringen. 

Wir stehen ja, wie bereits in einem anderen Artikel erwähnt, eventuell wieder vor einem Umzug, da wir planen ein Haus zu kaufen. Bewusst haben wir dieses nun noch etwas näher zur Schule ausgesucht, in einem Compound, in dem auch noch einige andere Mitschüler leben. Damit erhoffen wir uns, dass das gemeinsame Spielen und Treffen am Nachmittag einfacher wird. Zudem gibt es dort in der Anlage ein kleines Tenniscenter mit ein paar Plätzen, so dass wir hoffen, dass unsere Tochter, die momentan Einzelstunden bekommt, dann in eine Gruppe wechseln kann und vielleicht sogar wieder mit dem Rad hinfahren kann, wenn es die Temperaturen erlauben. 

Unseren Sohn, der noch sehr verspielt ist, beschäftigt es sehr, dass er nicht in den Pausen, wie früher in seiner bayerischen (vor Corona) Grundschule in den Pausen mit mitgebrachtem Spielzeug mit seinen Freunden spielen kann. Ihm fehlt hier klar der Ausgleich, das Verspielt sein, in den Pausen. Er muss seine unglaublich große Fantasie ausleben können und das kann er nicht, wenn er an seinem Platz in der Schule die Pausen absitzen muss. 

Erfreulich ist, dass über die letzten Monate die Einladungen zu Geburtstagsfeiern am Wochenende zugenommen haben. Dank stabiler Corona Zahlen und der Möglichkeit sich wieder mit mehreren Personen treffen zu dürfen, ist hier wieder Leben in das Leben gekommen und die Kinder genießen es. 

Mit den nahenden Ferien und den immer intensiveren Vorbereitungen für unsere Reise nach Deutschland zu Verwandten und Freunden, kehrt auch eine besondere Stimmung bei den Kindern ein. Eine Mischung aus Vorfreude, Niedergeschlagenheit und Spannung, wie es wohl werden wird, plötzlich wieder als Gast nach Deutschland zu reisen. Wie wird es sein, die alten Freunde wieder zu treffen? Wird man wieder sofort in die alten Spielrituale einsteigen? Wird es sich befremdlich anfühlen, nach all der Zeit und dem Raum zwischen einem? 

Ich und auch die Kinder, werden uns überraschen lassen. 

Dankbar bin ich darüber, dass die letzten Wochen, wie bereits erwähnt, die Zusammenkünfte der Kinder außerhalb des Schulgebäudes zu Geburtstagsfeiern oder Spielverabredungen zugenommen haben. Denn so hoffe ich ganz doll, dass die Kinder mit gleicher Vorfreude auf ihre neuen Freunde, auf die neue Schule und die neue Heimat, nach sechs Wochen Deutschland wieder in den Flieger steigen werden. Natürlich mit ein paar AbschiedsTränchen, das ist klar. Denn natürlich wird immer ein Teil des Herzens auch an Deutschland und den lieben Menschen von uns dort hängen, und die lässt man dann erneut wieder für eine unbestimmte Zeit zurück. 

An meine Kinder, die ungewollte und nicht selbstentschieden TCKs geworden sind und damit ihr Leben lang werden Leben müssen und wir noch nicht einschätzen können, wie sie es aufnehmen, für ihr Leben verarbeiten und einsetzen: Wir sind immer und überall für euch da. Und da, wo wir vier (plus Hund) sind, da ist unsere Heimat. Dort wo wir unser zu Hause beziehen, da ist unser WohlfühlFamilienNest. Denn das Haus, die Wohnung ist nur ein Gebäude aus Stein, wir, die darin mit unseren Herzen wohnen, wir sind die Heimat und das Zuhause. 

TCK? Third Culture Kids. 

Dazu später mal mehr. Super spannendes Thema. Den Ausdruck und das was dahintersteckt, kennen und wissen nur die, die davon irgendwie betroffen sind.

Nach der Ankunft…

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… kommt die NeuZeit. 

Neue Umgebung, neue Gegebenheiten, keine Kontakte, keine Verpflichtungen. Da beginnt eine sehr besondere, intensive Zeit. Man ist erst einmal komplett auf den Partner oder die Familie angewiesen, die kleine Familie – die mit umgezogen ist. Es gilt darauf zu schauen, dass jeder gut ankommt und ein erstes, hoffentlich gutes, Gefühl empfindet. Gemeinsam die neue Umgebung erkunden, umherlaufen, auf sich wirken lassen. Den Blick nach vorne, aber auch nach oben, unten und in die Seitengassen schweifen lassen. Eintauchen in das Neue. Neue Gerüche, neue Geschmäcker in neuen Lokalen. Das erste Mal gemeinsam die endlos erscheinenden Gänge des neuen Supermarktes erkunden. Vertraute Artikel kaufen, aber auch ganz bewusst zu etwas Neuem greifen, wie den Schokoriegeln oder die Kekse für die Kinder, die sie noch nicht kennen, heute aber das erste Mal probieren dürfen. Eine exotische, unbekannte Frucht, bei der man sicher zu Hause erst einmal im Internet nachschauen muss, wie man diese Wohl isst. 

Aber auch dem Gehör seinen Raum geben. In der Shopping Mall lauschen, wenn zu bestimmten Zeiten plötzlich der Ruf des Muezzins durch die Lautsprecher ertönt und eine besondere Stimmung in der Mall verbreitet. Und wenn es die Kinder nicht wahrnehmen, darauf hinweisen. Ihre Aufmerksamkeit für die Welt schärfen. Vielleicht schreien die Möwen in der Luft… Mein Laut, der mir just in diesem Moment zu unserem Aufenthalt in Milwaukee, USA einfällt. Einer der Geräusche, die mir für Johannesburg, Südafrika in Erinnerung geblieben sind: das Gezeter der Hadedas Vögel im Garten, besonders in den Morgenstunden. Beim „googeln“ gerade, ob dieser Geselle wohl wirklich so heißt oder einfach nur so genannt wird, stelle ich fest, dass es sich korrekterweise um den Hadada Ibis, handelt, zu Deutsch auch Hagedasch. Aber mal ehrlich, dass ändert jetzt nichts an der Tatsache, dass ich immer das lautstarke Gezetere dieses Freundes mit unserem Garten im Norden Johannesburgs in Verbindung bringen werde. 

In dieser besonderen NeuZeit sollte man versuchen die neue Stadt so intensiv wie möglich aufzunehmen, denn man ist noch vollkommen unvoreingenommen und nimmt einfach nur unbewertet auf. 

Und man sollte auch diese Zeit zu zweit, zu dritt, zu viert… genießen, denn solch eine besondere NeuZeit gibt es nicht sehr häufig. Oft hat man zum Start in einem neuen Land ein paar Tage gemeinsam frei, bevor meist der Mann wieder in seinen Job einsteigt. In diesen Tagen hat man sozusagen die Familie ganz für sich ganz alleine. Noch keine Einflüsse von außen. Es ist ein tolles, besonderes Gefühl. Man sollte auch wirklich versuchen, es wahrzunehmen.

Das ist fast ein bisschen so, wie während des Corona Lockdowns. Hier haben, leider natürlich gezwungenermaßen, die Familien plötzlich sehr intensiv Zeit miteinander verbringen müssen. Das, was viele in der Form vielleicht nicht kannten. Im Alltag geht jeder seinen Hobbies nach, geht arbeiten, trifft Freude, das oft auch getrennt. Wenn man als Familie oder als Paar in den Urlaub fährt, ist es auch eine andere Situation. Man ist offen für neue Kontakte zu anderen Urlaubern. Plötzlich war in 2020 nur noch die Familie angesagt, der Partner und/oder die Kinder oder gar der Single plötzlich wirklich Single im wahrsten Sinne des Wortes. Und ich habe in meiner direkten Umgebung damals erlebt, wie befreundete Familien (ohne ExpatErfahrung – aber sicher natürlich auch viele andere) damit zu kämpfen hatten. Wir hingegen sind uns oft auch als Familie bewusst genug. Ich denke, das beschreibt es am besten. Einfach wir vier. Wir haben es gelernt und schätzen es, die Familienzeit zu genießen. Was für viele in dieser Covid19 Anfangszeit im Frühjahr 2020 eine Zeit der Ungewissheit und Hilflosigkeit ausgelöst hat, hat uns vielleicht nicht so überraschend erwischt, weil wir ähnliche Situationen der „Abgeschiedenheit“, des „Ungewissen“ schon öfter, wenn natürlich auch auf andere Art und Weise, erlebt und gemeistert haben. 

Das soll natürlich in keiner Weise die Covid19 Pandemie schönreden. Es war und ist für die Welt ein Schock, eine Herausforderung und eine große Belastung für alle. 

Ich denke, viele Expatfamilien genießen auch bewusst diese anfängliche NeuZeit nach der Ankunft. Sie versuchen gar nicht unbedingt, direkt Kontakte zu knüpfen oder auch eventuell entfernte Kontakte zu aktivieren. Erst einmal ankommen, das Neue wirklichen lassen und genießen. Gerade ab der zweiten, dritten Weltstation wird man ganz bewusst diese Zeit durchleben, denn dann hat man die Erfahrung bereits gemacht und kann die Situation besser einschätzen. Man hat nicht das Gefühl, direkt auf die Suche nach neuen Freunden gehen zu müssen, man kann es langsam angehen. Man weiß, dass sich alles mit der Zeit finden wird. Dieser Aktionsdruck, den man sich vielleicht noch beim ersten Mal selber auferlegt hat, entfällt. Die Unsicherheit ist weg. Frau weiß, dass sich alles fügen wird, dass neue Kontakte kommen werden, wenn man offen ist. Und offen sein, ist natürlich eine Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Auswanderung. 

Ich finde hierzu einen Abschnitt aus dem Gedicht „Stufen“ von Hermann Hesse sehr passend: 

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, 
der uns beschützt und der uns hilft, zu leben. 

Aber eigentlich finde ich fast das ganze Gedicht sehr schön im Zusammenhang mit dem Gedanken zum Auswandern..

Stufen 

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf‘ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden…
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Von Hermann Hesse 4. Mai 1941

Also keine Scheu vor dem Neuen, was kommen wird. Es wird sich alles fügen, einfach offen sein und bleiben. Und nicht vergessen, die besondere Zeit nach der Ankunft einfach zu genießen. Es ist so unbeschreiblich spannend, all die neuen Dinge im neuen Umfeld unter neuen Umständen zu entdecken. Pures EntdeckerGlück.

Rückzug

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Nein, hier mit ist jetzt nicht gemeint, dass wir zurückziehen, wohin auch immer, sondern ich möchte euch heute den Verlust des Rückzugsortes meiner Tochter während der letzten zwei Wochen beschreiben und unsere Erkenntnis daraus mit euch teilen.

Familie lernt ja nie aus. 

Es hatte sich Besuch aus Deutschland angekündigt, eine vierköpfige Familie. Nach ein wenig hin und her überlegen war die gemeinsame Entscheidung gefallen, dass unsere Tochter mit in das Zimmer ihres Zwillingsbruders zieht, für diese zwei Wochen. Die Kinder des Besuches bezogen also das Zimmer unserer Tochter. Da sich dieses Zimmer ein „Jack and Jill“ Badezimmer (nähere Beschreibung dazu im Blogbeitrag „Haussuche“) mit dem Zimmer unseres Sohnes teilte, fiel somit auch irgendwie die Privatsphäre des Bades weg. Und obwohl unsere Kinder sehr oft noch sehr gerne gemeinsam in einem Zimmer schlafen, meine Tochter auf einer Matratze vor dem Bett unseres Sohnes, an Wochenende sogar manchmal zum Spaß mit all den Kuscheltieren beide in einem Bett, ist es etwas komplett anderes, seine Rückzugsoase für komplette zwei Wochen aufzugeben. Und das auch noch, während einer normalen Schulzeit, keine Ferien, keine Feiertage, Schulalltag. 

Der Besuch an sich war super angenehm!! Sehr selbstständig, viel auf eigene Faust unterwegs. Jeder machte sein Ding, über Frühstück, Fitness usw. Es lief alles sehr harmonisch, angenehm und erfreulich ab. Kompliment an den Besuch. Wir hatten eine tolle Zeit, am Wochenende machten wir einen wunderschönen Wüstenausflug mit Übernachtung gemeinsam, ohne viel Schlaf, was meiner Tochter ebenfalls zusetzte. 

Zum Beginn der zweiten Woche merkte ich, dass sie langsam die Kraft verließ. Ich schob es auf das wunderschöne, aber auch super anstrengende Wüstenwochenende. Und versuchte mit frühem Schlafengehen entgegenzuwirken. Aber es wurde eher von Tag zu Tag schlimmer. Sie wurde immer sensibler, machte oft einen traurigen Eindruck und dann erkannten wir, dass der Auslöser der fehlende Rückzugsort für sie war. Nach einem lagen, anstrengenden Schultag, bei dem die beiden von 7 bis 15 Uhr aus dem Haus sind, fehlte ihr die Erholung in ihrer Wohlfühloase – ihrem Zimmer. In dieses zieht sich unsere Tochter oft nach den Hausaufgaben zurück, malt Bilder auf ihrer Staffelei, sitzt in ihrem Sitzsack und liest Bücher – sie tut einfach das, was ihr guttut und was sie und ihr Körper brauchen. Dieser Rückzugsort war nun komplett weggefallen. Ich fand sie manchmal auf dem Boden im Zimmer ihres Bruders kniend, dort malen.

Und da wusste ich, wir haben einen großen Fehler gemacht, sie zu bitten, ihr Zimmer für den Besuch zu räumen. 

Ich redete mit ihr, entschuldigte mich für die dumme Entscheidung und versprach ihr, dass nie wieder sie oder ihr Bruder ihr Zimmer für Besuch aufgeben müssten. Allein das Reden tat gut, obwohl wir beide ein paar Tränchen vergossen.

Ich besprach die Situation auch mit den Freunden. Auch die verstanden sofort die Gefühlslage unserer Tochter. 

Im Endeffekt ist unser Gästezimmer groß genug, dass wir hier noch zwei Matratzen für zwei Kinder mit reinlegen können. Und ich denke, der Besuch, der sowieso in einer Stadt wie Dubai, die meiste Zeit auf Erkundungstour unterwegs ist, stört sich nicht daran, für eine Woche oder länger ein Zimmer mit den Kindern zu teilen. Und zudem hat der Besuch Urlaub und wir leben parallel im Alltag weiter, was heißt, dass für uns unter den normalen Arbeits- und Schulbedingungen eine andere Anstrengung und somit auch eine andere Art von Notwendigkeit an Ruhe, Erholung und eben Rückzugsmöglichkeiten wichtig ist und dies jeder verstehen wird oder verstehen sollte. Und wir haben an der Reaktion unserer Freunde gemerkt, dass eine Familie das sehr gut nachvollziehen kann. 

Somit das Fazit unserer letzten zwei Wochen: Besuch geht auch einmal während des Alltags (sicher nicht zu häufig), wenn der Besuch unkompliziert und selbstständig ist, keine 5***** Unterbringungen mit Rundumservice erwartet.

Wichtig für uns als Familie, Freunde und Gastgeber: Wir werden kein Zimmer, keine Rückzugsmöglichkeit aufgeben und wir werden unseren Alltag auf keinen Fall in irgendeiner Art und Weise an den Besuch anpassen können. 

Aber wahre Freunde und unsere tollen Familien verstehen das sowieso. Manchmal vielleicht früher als wir.

EntdeckerGlück? Ja, trotzdem und sowieso, denn wir haben ja eine wichtige Entdeckung und Erkenntnis aus dieser Erfahrung mitgenommen. Rückzugsorte sind SEHR WICHTIG, für jeden von uns.

Haussuche…

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… kann spannend und interessant sein, kann sich aber auch zu einer nervigen, frustrierenden Sache entwickeln. Im Moment ein ewiges Gefühlschaos, auf und ab… 

Letzte Woche habe ich ein Haus zum vierten Mal besichtigt und plötzlich war das Gefühl, dass genau dieses Haus unser Haus sein soll, so stark, dass eine wahre Euphorie in mir aufstieg. Leider ziemlich schnell niedergeschmettert mit einem unschlagbaren Angebot eines Konkurrenten. Irgendwo hat man, in unserem Fall „Familie“, ja finanzielle Limits. Unseres ist klar gesteckt und auch unsere Vorstellungen von dem, was unser Haus bringen soll oder nicht, sind sehr klar. Ganz obere Priorität: eine ruhige Lage. Was für uns in diesem Fall bedeutet, weit genug entfernt von jeglichen Highways und auch von den größeren, internen Verbindungsstraßen in einer Wohnanlage. Zudem kommen eigentlich momentan auch nur zwei größere Compounds in Frage, die sowohl für meinen Mann einen annehmlichen Arbeitsweg bieten, als auch für die Kinder den Schulweg nicht endlos in die Länge ziehen. Sehr eingeschränkt, ich weiß. Hinzu kommt, dass momentan gefühlt alle Familien ein Haus unserer Kategorie suchen, aber nicht wirklich viele Familien ein Haus verkaufen, dass unseren Ansprüchen entspricht. Ihr seht also, hier kommt die Frustration ins Spiel. 

Diese Frustration diese Woche noch zusätzlich gesteigert von der Enttäuschung, dass WunschHaus nicht bekommen zu haben und nun die Suche erneut starten zu müssen. Ich habe bereits ganze Exceltabellen mit Häusern, von denen ich bereits über die Makler die Lage geklärt habe oder die ich angeschaut habe und die absolut nicht in Frage kommen. Hingegen findet sich in der Liste der interessanten Objekte… kein einziges Objekt. Frust? Ja! Immer im Hinterkopf der Gedanke, dass ich in einem Monat der Sommerhitze entfliehen werde und meine Suche sowieso (eventuell erfolglos) unterbrechen muss. Und das nicht für zwei Wochen, nein, ich werde mit den Kindern sechs Wochen in Deutschland sein, bevor ich überhaupt wieder in der Lage wäre, Häuser zu besichtigen. Panik. Was, wenn genau in dieser Abwesenheitszeit UNSER Haus auf den Markt kommt? Noch mehr Frust. Mein Plan also, die Häusersucher komplett während unserer Reisezeit zu stoppen. Ich werde keine Immobilienseiten besuchen. Ist der Plan… schaffe ich das? 

Ein Schimmer Hoffnung in der Situation: 

Nach Ankunft Mitte August 2020 wohnten wir anfangs in einem möblierten Appartement. Erst als die Kinder in der Schule angekommen waren, nach zwei Wochen in den Präsenzunterricht wechselten, konnte ich die Häusersuche im letzten Jahr starten. Und auch letztes Jahr, hat es eine ganze Weile gedauert, fast zwei Monate, bis ich das Passende für uns gefunden hatte. Somit verbrachten wir drei Monate im Hotelappartement, bevor wir das Haus beziehen konnten und unser Hab und Gut angeliefert werden konnte. 

Warum wir jetzt schon wieder ein Haussuchen und schon wieder umziehen wollen?

Wir sind jetzt in der glücklichen Lage, dass wir ein wunderschönes Haus gemietet haben, in dem wir gerne auch wohnen bleiben würden, wenn denn nicht die Mieten für solch ein Objekt exorbitant hoch wären und man für diesen Preis, lieber so schnell wie möglich ein Eigenheim finanziert. So, zumindest unsere Rechnung und Entscheidung, denn unser Plan ist es, hier wirklich für ein paar Jahre zu bleiben. Mein Mann hat einen lokalen Vertrag, keine Entsendung, somit ist von Firmenseite keine Begrenzung des Aufenthaltes geplant und von Familienseite auch nicht. 

Wenn wir also Mitte August 2021 aus unseren ersten Ferien in Deutschland wieder zurückkommen, hoffe ich, dass ich dann ein passendes, bezahlbares Kaufobjekt finden werde, denn unser Mietvertrag läuft noch bis Mitte November. Das sollte mir noch ein wenig Luft verschaffen. Ihr seht, irgendwie habe ich schon meine Hoffnung aufgegeben, noch in den nächsten vier Wochen vor Abflug ein schönes Heim zu finden. 

Und obwohl ich unseren jetzigen Vermieter bereits einmal gefragt habe, ob er uns das Haus nicht verkaufen mag und er bereits einmal mit nein geantwortet habe, habe ich einfach letzte Woche noch einmal gefragt. Die Antwort steht leider noch aus…

Die Haussuche bleibt spannend.

Tipp für Familien, die in einer ähnlichen Lage sind, die HausKaufSuche starten möchten und das Geld nicht bar auf den Tisch legen können:

Sinnvoll ist es, von eurer lokalen Bank ein preapproval für die Finanzierung (mortgage) zu bekommen. Das hilft bei der Preisverhandlung und bietet Pluspunkte. Wenn man sich mit dem Verkäufer auf einen Preis geeinigt hat, macht die Bank eine Bewertung (evaluation) des Objektes und wird auch nur den Betrag für Euch finanzieren, der bei der Wertbestimmung festgelegt wurde. In Situationen eines Verkäuferfreundlichen Zeitpunktes, wie momentan (viele Käufer, wenig Verkäufer), fällt der ermittelte Wert meist viel geringer aus, als der gewünschte Kaufpreis. Eh klar… 

Hier ist also einiges an Rechenarbeit vorab zu erledigen, um wirklich zu ermitteln, welchen Kaufpreis man im Endeffekt bezahlen kann. 

Für die Suche von Kauf- oder Mietobjekten kann ich die Homepage Propertyfinder.ae empfehlen. Es gibt noch die Seite dubizzle, aber hier habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Makler nicht regelmäßig aufräumen und ausmisten und oft viele Objekte noch angezeigt werden, die längst verkauft wurden. Fazit von mir, diese Seite macht mehr Hoffnung und Arbeit als nötig. Propertyfinder definitiv immer aktueller.

Ergänzung:

Ich möchte noch ein paar „Fachbegriffe“ zur Haussuche erklären.

Villa – einfach ein einzeln stehendes Haus.

Townhouse – vergleichbar mit einem Reihenhaus.

BUA – Build up area – entspricht der Angabe der Wohnfläche, wobei hier wirklich einfach die Bodenfläche des kompletten Wohnraumes angegeben wird.

Study – in Amerika wird dieser Bereich/Raum oft als „Den“ bezeichnet. Ein Bereich, ein Raum gedacht für ein Büro, für mich auch gerne ein Gästezimmer, etwas kleiner als das gewöhnliche Gästezimmer, oft befindet sich hier kein direktes Bad angeschlossen, aber sehr oft sehr wohl… . Manchmal ist die Study auch ein Raum, der nicht baulich vom z.B. Wohnzimmer getrennt ist. Also ein sehr dehnbarer Begriff.

Jack and Jill (bathroom) – bedeutet, dass sich zwei Schlafzimmer ein Badezimmer teilen, also beide Schlafzimmer haben über eine Tür Zugang zu diesem Badzimmer, in dem meist der Toiletten-/Duschbereich noch durch eine seperate Tür abschließbar ist. Meistens sind Doppelwaschbecken verhanden. Eigentlich perfekt für jüngere Kinder, aber sobald das Teenager-Alter naht… eher Stresspotential.

Tea Kitchen – meist eine kleine Küchenzeile mit Wasseranschluss, in der Nähe des Masterbed Rooms (Elternschlafzimmers) im oberen Hausbereich.

Family Room – generell eine größere, freie Fläche im oberen Wohnbereich, nicht durch eine Tür getrennt, mittig gelegen zwischen den umliegenden Schlafräumen. Dieser Bereich wird oft mit Sofa und TV und/oder Buchregal ausgestattet.

Powder Room – ein „Gäste-WC“ im unteren Wohnbereich, bei dem das WC räumlich getrennt und verschließbar ist und das Waschbecken frei zugänglich.

Wasser Durchbruch

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Was für ein Start in den Tag…

Wir haben Besuch aus Deutschland und es herrscht reges Treiben im Hause mit vier Personen mehr. Der Alltag plätschert trotzdem nebenbei dahin und nebenbei plätscherte heute dann noch plötzlich das Wasser durch die Decke. Zum großen Glück befindet sich das Leck im Heißwassertank im sogenannten „Maids Quarter“, einem kleinen, meiner Meinung nach oft einfachem, um nicht zu sagen schäbigem Raum mit eigenem Bad. Eigentlich bestimmt für eine Live-in Maid, also eine „Putzfrau“, die bei einem wohnt. Die Dame macht neben dem ganzen Haushalt auch noch hin und wieder das Essen für die Kinder oder ähnliches. Wenn man eine Maid anstellt, unterstützt man damit häufig eine ganze Familie oder einen Familienclan, die/der vielleicht irgendwo in einem asiatischen oder afrikanischen Land auf diese Unterstützung angewiesen ist/sind. Man hat ein unbeschwertes Leben, weil immer eine gute Fee um einen herum zaubert, Wäsche wäscht, bügelt, aufräumt, putzt, abwäscht, saugt, staubwischt usw usw usw.

Aber erstmal zurück zum Maids Quarter – Dieses liegt meist hinter der Küche, in der Nähe der Anschlüsse für die Waschmaschine. Wir nutzen diesen Raum als Abstellraum für Staubsauger, Hundeverpflegungsstation, Vorratsraum und ähnliches, denn einen Abstellraum oder Keller gibt es meist in den Häusern nicht. Heute Morgen also möchte unser Besuch in der Küche etwas Frühstücken und wird beim Betreten mit nassen Füßen überrascht. Nach einem kurzen Aufschrei, eile ich herbei und weiß sofort, was hier Sache ist. Ich mache eine Kehrtwende und flitze in den Garten, um die Booster Pump auszuschalten. Damit wird sofort der weitere Wasserzulauf ins Haus gestoppt, was aber nicht bedeutet, dass der Wasserfall von der Decke stoppt. Denn der fünfzig Liter Tank, über meinem Kopf in der Decke versteckt, möchte oder muss sich erst vollständig entleeren. Nebenbei rufe ich direkt den „Hausmeisterservice“ an und melde unseren Notfall. 
Zum Glück haben wir Besuch und ich bin nicht alleine zu Hause. Ich versuche so viel wie möglich vom Boden in höhere Lagen zu bringen, was vom Wasser durchweicht werden kann, was natürlich nicht für Schrank, Bett oder ähnliches möglich ist… Eine große Erleichterung bieten die, in jedem Raum mit Wasseranschluss, in den Boden eingelassenen Bodenabläufe. Sicher schon dafür gedacht, in diesen Notfällen helfend zur Seite zu stehen. Nicht, dass das Wasser alleine seinen Weg dort hineinfinden würde, aber mit Hilfe eines Bodenabziehers (leider nur einer), einem großem Küchenbrett und jeder Menge Handtücher wischen wir von allen Ecken das Wasser zum Ablauf hin. Hauptsache von den Schränken weg. Der Schweiß läuft so ausdauernd wie das Wasser von der Decke. Tom hält einen Eimer unter die größte Flut, um die weitere Wasserzufuhr zu stoppen. Wahnsinn, wieviel 50 Liter sein können… 

Wassertank in der Decke fragt sich jetzt vielleicht der ein oder andere? Ich kann nur sagen, dass wir dieses System auch aus Südafrika kennen und dort auch einmal einen ähnlichen Fall hatten. Damals zum Glück einen Abend bevor wir am nächsten Tag auf einen dreiwöchigen Roadtrip aufgebrochen sind.

Über jedem Zimmer, dass einen Warmwasseranschluss hat, befindet sich solch ein Behälter in Dubai in der Decke, die Größe natürlich unterschiedlich. Wie ein Boiler, die es früher in Deutschland in älteren Wohnungen oder Häusern gab. Für diese Heißwasserbereiter gibt es neben den Lichtschaltern einen weiteren Schalter, an dem man den Heizvorgang starten kann oder permanent anlässt, in Bädern, die regelmäßig genutzt werden. (Tipp: Um Strom zu sparen, schalten wir den Heizvorgang aller Tanks im Haus vor einem Urlaub immer aus.)

Wir warten etwa zwei Stunden auf das Serviceteam. Der Wassertank ist komplett entleert, alle Böden so weit wie möglich von der Flut bereinigt, alle Fenster und Türen weit geöffnet, damit die gefühlt 45 Grad warme Sommerhitze noch den Rest austrocknet. Wir hocken uns mit einem kalten Kaffee und einer Dose Prosecco (die die Freundin aus Deutschland mitgebracht hat) um 9:45 Uhr fix und fertig an den Esstisch und beruhigen unsere aufgekratzten Nerven. Alles wieder unter Kontrolle, tolles Gefühl. Zwar kein Wasser mehr im Haus, denn der Haupthahn ist zu und ein riesen Chaos um uns herum, Dank all der im Haus verteilten Gegenstände aus der Abstellkammer. Und ich denke jeder weiß, wieviel man in so einer Kammer an Krims und Kram einlagern kann…

Die Besucherkinder haben wahre Freude daran, Wassereimer vom Pool durchs Haus zu tragen, um Toiletten zu spülen. Und statt Händewaschen ist glücklicherweise im Jahre 2021 jeder Haushalt mit ausreichend Desinfektionsmittel ausgestattet. 

Das Service Team mit schlechtem Englisch kommt und sucht auf dem Boden umher. Ich wundere mich. Aber klar, vor ein paar Monaten hatten wir einen Wassereinbruch durch einen der Bodenabläufe. Hatte ich schon völlig vergessen. Von außen hatten Blätter und Dreck irgendeine Blockade verursacht. Damals zum Glück nur im kleinen Räumchen für Waschmaschine und Trockner, somit hatte sich das Wasser nicht ganz soweit im Erdgeschoss verteilt. 
Immer wieder weise ich nach oben, bis sie endlich verstehen, dass das Wasser dieses Mal nicht von unten, sondern von oben kommt (obwohl ich das am Telefon klar und deutlich mitgeteilt hatte). Irgendwie legen sie den Tank vorerst still, so dass wir den Haupthahn wieder öffnen können. Einen neuen Tank haben sie natürlich nicht dabei. 

Und was soll ich sagen, heute ein Tag später, kommt Wasser aus der Decke in der Küche. Zum Glück nur tröpfelnd. Ich habe direkt eine Wäschewanne darunter gestellt und sitze hier und warte mal wieder auf den Service… Sicher ist, dass ich diesen Tank auf alle Fälle auch austauschen lassen werde. Denn was jetzt nur tröpfelt, wird spätestens in den nächsten Tagen mindestens 50 Liter Wasser in unsere Küche ergießen. Und ebenso sicher ist, dass heute oder morgen alle restlichen Heißwassertanks (Geyser oder Hotwatertank genannt) unter meiner Aufsicht ebenfalls überprüft werden. Sehe ich Rost – raus damit. 

Tipp: Sofort bei Einzug jedem Familienmitglied zeigen, wo der Hauptschalter der Booster Pump, sitzt. Denn dieser magische Schalter ist die Rettung im Wasser Notfall. 

DANKE: An meine Freundin Lisa, die mir sofort nach Einzug in unser Haus genau diesen Schalter gezeigt hat mit den Worten: „Der ist ganz wichtig, den wirst Du sicher nicht nur einmal brauchen.“

EntdeckerGlück? Ich finde, man lernt etwas für´s Leben, über die Gegebenheiten in anderen Ländern. Mich freut das MehrWissen. Auch HorizontErweiterung…

Eid Mubarak

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Unsere erste Ramadan Zeit, die wir miterleben durften. Wie spannend!

Begonnen hat der Fastenmonat am 13. April 2020. Ramadan Kareem, was so viel bedeutet, wie „habt eine großzügige Ramadan-Zeit“ oder Ramadan Mubarak – „Froher Ramadan“, sind dann Grußworte, die man immer und überall lesen kann und hören wird. Es ist auch überall ein wenig geschmückt, hauptsächlich mit Sternen und Mond. Wir waren super gespannt, wie die Zeit wohl sein würde, nach all den Berichte von Bekannten, dass die Essensbereich in den Einkaufszentren mit großen schwarzen Sichtschutzwänden abgeschirmt werden. Dass jegliche Fenster von Restaurants mit schweren dunklen Vorhängen gegen Blicke von außen abgedeckt wurden. Vieles sollte geschlossen sein. Kein Essen, Trinken oder gar Kaugummikauen auf der Straße. 

Im Jahr 2021 kam dann aber alles ein bisschen anders. 

Bereits ab Sonntag, den 10. April 2020 wurde die Schulzeit auf eine speziell verkürzte Ramadan-Zeit umgestellt. Der Unterrichtsstart war in dieser Zeit gut 40 Minuten später, erst um 8:35 Uhr an der Deutschen Internationalen Schule in Dubai. Der Bus kam also ebenfalls evierzig Minuten später als gewöhnlich, um 7:40 Uhr und brachte die Kinder statt wie üblich um 15 Uhr, bereits um 14:35 Uhr wieder nach Hause. Sehr entspannte Zeit für die Kinder.

Mit Start des Ramadans wurde in den Nachrichten verkündet, dass alle Restaurants und Cafés ganz normal geöffnet sein dürfen und kein Sichtschutz angebracht werden muss. Was für eine tolle Überraschung für uns! Natürlich trinkt und isst man rein aus Respekt gegenüber den Fastenden nicht in der Öffentlichkeit. Auch Kaugummi haben wir in der Zeit nicht draußen hinter unseren Masken gekaut. 

Wir hatten während dem Ramadan Besuch aus Deutschland und waren erst wirklich skeptisch, da wir ja auch noch keine Erfahrungen mit den Einschränkungen hatten, aber wir wurden absolut positiv überrascht. Wir konnten uns überall frei bewegen, haben zwar auch bei 38 Grad Celcius nicht auf der Straße bei unseren Ausflügen getrunken, sind dafür einfach öfter in Cafés eingekehrt, die wirklich alle geöffnet hatten, haben uns abgekühlt und erfrischt. Keiner Vorhänge, keine Sichtschutzwände. 

Überall in den Supermärkten wurden schon ab der Woche vor dem Start des Ramadans zusätzliche Angebote mit viel Süßem, besonders Datteln in allen Varianten, in ganz besonders hochwertigen, schönen Verpackungen angeboten. 

Bei den Kindern konnte ich feststellen, dass die trotz der immer größer werdenden Hitze viel weniger in der Schule getrunken haben. Anfangs mussten die fastenden Kinder in einer Trinkpause auf den Flur treten, damit die anderen in der Klasse etwas trinken konnten. Ja, nicht wundern, die fastenden Kinder wurden auf den Flur geschickt und nicht umgekehrt, damit nicht eventuell ein trinkendes Kind auf dem Flur steht, während ein fastendes Kind zur Toilette geht. Also wirklich durchdacht. Zumindest so von meinen 11-jährigen Kindern berichtet und empfunden. Keine Garantie also. Nach einigen Tagen, meldeten sich dann aber doch die fastenden Kinder zu Wort, dass es eigentlich schlimmer für sie sei, wenn über Trinken geredet werden würde und es ihnen lieber wäre, wenn die Kinder einfach heimlich, ohne zu fragen, in der Klasse trinken. Auch hier, Bericht meiner Kinder. Aber für mich absolut nachvollziehbar. Und wie bereits erwähnt habe ich gemerkt, dass meine Kinder extrem wenig getrunken haben in dieser Zeit und wir auch immer wieder über die wirklich schwierige Zeit der Entbehrungen der Fastenden geredet haben. Sehr spannend auch für unsere Kinder, das mitzuerleben.

Ein tolles Erlebnis hatte ich während eines Photowalks mit Gulf Photo Plus durch den Stadtteil Naif, im älteren Teil Dubais. Wir schlenderten an einem Dienstagabend durch die Gassen, ließen das Treiben auf uns wirken. Und mit Sonnenuntergang konnten wir in so vielen Ecken die Rufe der Moscheen hören, überall in und um die Moscheen beteten die Männer in großen Scharen, es war eine ganz besondere Stimmung. Für unsere Gruppe hatte eine der Organisatorinnen ein kleines Iftar, das allabendliche Fastenbrechen, auf einem Dachgeschoss einer Parkgarage vorbereitet. Wir hatten die tollsten Blicke auf die beleuchtete Altstadt, den Dubai Creek und wurden mit Köstlichkeiten verwöhnt, die man für uns vorher an kleinen Ständen in den Gassen von Naif eingekauft hatte. Es war so ein wunderschönes Erlebnis. 

Beschlossen wird die Zeit des Ramadans nun, nach einem Monat, mit dem Eid al-Fitr, kurz einfach Eid genannt (gesprochen wird es „ied“), dem Fest des Fastenbrechens. Dieses beginnt heute, Dienstag, den 11. Mai 2020.

Hierfür werden etwa ein bis zwei Wochen vorher die genauen Feiertage festgelegt. In diesem Jahr ist Dienstag bis Donnerstag frei, somit eine echte kleine Ferienwoche für die Kinder mit drei freien Schultagen. Denn wohl gemerkt, die Arbeits- und Schulwoche geht hier natürlich von Sonntag bis Donnerstag. Viele Hotels bieten in diesen zusätzlichen Ferientagen spezielle Angebote an. 

Ramadan 2021 – unser erster Ramadan in Dubai. 
Eid Mubarak.

EntdeckerGlück.

Distance Learning statt Home Schooling

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Alle Eltern unter uns haben es live miterlebt: Den Umbruch des deutschen Schulsystems in Corona Zeiten. Plötzlich waren die Schulen geschlossen und die Kinder zu Hause, meist in der Obhut der Mutter. Zum Glück war bei uns die Situation so, dass ich in der Regel nur zwei Vormittage arbeitete. Aber was war schon die Regel in dieser Corona-Anfangszeit? Da auch mein Job bei der Volkshochschule, die ja ebenfalls geschlossen wurde, nur sehr beschränkt meine Anwesenheit erforderte, war unsere Situation zu Hause doch sehr entspannt. Aber natürlich war die Umstellung erstmal für alle anstrengend. Klar, für die Kinder auch irgendwie aufregend, dass sie nun nicht mehr in die Schule mussten, sondern zu Hause sein konnten. 

Unsere Zwillinge in zwei unterschiedlichen 4. Klassen hatten auch komplett unterschiedliche Lernsysteme. Die noch sehr junge, aufgeschlossene Lehrerin unseres Sohnes machte einen hervorragenden Job. Immer am Vorabend kam der Tagesplan für den nächsten Schulmorgen. Komplett durchstrukturiert, mit allen .pdf-Dateien der Reihe nach sortiert. Mit eingebauten Bewegungspausen, in denen die Schüler auf einen Link mit einem Tanzvideo klicken konnten. Innerhalb weniger Tage war die Lehrerin soweit, dass sie zu allen neuen Themen kleine Erklärvideos erstellt hatte (die wir zum Glück dann auch für die Tochter nutzen konnten).

Die Lehrerin unserer Tochter hingegen arbeitete sich nur langsam in ein funktionierendes System ein. Oft kamen die Aufgaben erst kurz vor Schulstart, mit durcheinandergewürfelten .pdf Dateien. Alles etwas chaotischer. Aber mal ehrlich, die Situation war für alle neu und jeder musste in dem plötzlich entstandenen Chaos erstmal seinen Weg finden. 

Für den Schulwechsel in das neue Schulsystem der Deutschen Internationalen Schule in Dubai war bereits bei Anmeldung klar, wir mussten unseren Kindern eigene Schul-iPads kaufen. Diese bekamen die Kinder leider erst in der zweiten Schulwoche ausgehändigt. 

Was uns anfänglich in eine etwas komplizierte Situation brachte. Wir hatten ein privates iPad und ich hatte meinen Laptop. Auf diesen beiden Geräten richteten wir den Kindern, nach Anweisung der IT- Abteilung der Schule, die benötigten Systeme ein: Zoom und Showbie. In Showbie gab es für jedes Unterrichtsfach einen eigenen Ordner, in dem die Aufgaben hinterlegt wurden. 

Zum 1. September 2020 wurde im Wechselunterricht gestartet. Eine Woche zu Hause online und die nächste Woche Präsenzunterricht an der Schule. Unsere Kinder starteten mit einer Woche zu Hause. Zu Hause hieß in diesem Fall im Hotel-Appartement. Was bedeutete, wir mussten erstmal losziehen und einen Drucker kaufen. Denn unser Drucker lagerte noch im Umzugscontainer auf irgendeinem Grundstück in Bayern. Dann war da das Platzproblem. Unsere Tochter bezog mit dem iPad das Elternschlafzimmer mit einem kleinen Schreibtisch, wo wir auch den Drucker platzierten. Unser Sohn saß am Esstisch und arbeitete dort mit meinem Laptop. Und ich… Ich hatte viel Zeit für nichts. Denn in der Küche gab es keinen Internetempfang. Wenn ich mich im Wohn- und Essbereich arbeitete, war mein Sohn permanent von meiner Anwesenheit abgelenkt. Somit las ich viel und nutze das Fitnessstudio des Hotels.

Absolut positiv: Der Unterricht lief komplett nach Stundenplan über Zoom ab. Alle Klassenzimmer mit Kameras ausgestattet, die Lehrer mit Mikrofon. Wir konnten es überhaupt nicht glauben. Wegen Covid-19 lief alles ohne Austausch von Papier ab. Die Kinder erledigten die Aufgaben entweder direkt mit ihrem iPad Stift am iPad und speicherten diese direkt für die Lehrer/in im Showbie Ordner oder machten ein Foto von Aufgaben im Heft, die dann ebenfalls direkt in Showbie in den entsprechenden Ordner hochgeladen wurden. Innerhalb kürzester Zeit waren die Kinder in all den Abläufen super fit und eigenständig unterwegs. Über die Kameraeinblendungen lernten sie ihre neuen Mitschüler in der ersten Woche ein wenig kennen und gingen damit viel besser vorbereitete in der zweiten Woche mit großer Vorfreude in die Schule. 

Der Schulbus, der nicht gerade wenig Geld kostet, holte die Kinder direkt vor dem Eingang des Hotels ab. Der Schulbus dünn bestückt, jedes Kind einen Doppelsitz für sich alleine. Jeden Morgen vor betreten des Busses wird erst die Körpertemperatur gemessen.
Abfahrt im Hotel war bereits um 6:35 Uhr, mittlerweile nach Umzug in ein Haus ist Abfahrt um 7 Uhr. Unterrichtsbeginn 7:50 Uhr. Die Schule endet täglich um 14 Uhr und die Kinder sind eine Stunde später dann wieder zu Hause.

Im Präsenzunterricht verließen die Kinder morgens mit Maske das Haus und konnten diese nur zum Essen oder Trinken abziehen. Zu Beginn konnte der zugewiesene Sitzplatz im Klassenraum den ganzen Tag nicht verlassen werden, Ausnahme natürlich der Gang zur Toilette oder die Mittagspause in der Mensa, wenn man vorab ein gekochtes Mittagessen vorbestellt hatte, war wir täglich machten. Die Kinder sollten auch mal kurz aus dem Klassenzimmer rauskommen und ihr neues Schulgebäude besser kennenlernen. Ansonsten IMMER UND ÜBERALL Maskenpflicht.

Schon nach wenigen Wochen konnte der Wechselunterricht erneut umgestellt werden. Statt dem wochenweisen Wechsel wurde ein Rotationsplan eingeführt. Somit hatten und haben die Kinder zwischen 2-6 Distance-Learning Tage im Monat, je nach Lage, denn mal waren weniger in Quarantäne, mal mehr. 

Nachdem auch die Außen-Temperaturen so gegen November langsam erträglicher wurden, durften die Kinder sogar in einer Pause am Tag an die frische Luft auf zugewiesene Abschnitte auf dem Pausenhof. Auch hier gab und gibt es einen Rotationsplan, so dass jede Klasse auch irgendwann mal auf den Abschnitt mit dem Klettergerüst darf. 

Rundum super organisiert. Im Vergleich zu den Anfängen des Homeschooling in Bayern/Deutschland – einfach kein Vergleich. 

Durch das absolute toll durchdachte System ist ein fast reibungsloser Schulablauf möglich.

Nur einmal wurde im Januar 2021 wegen zu vieler Corona-Fälle die Schule für fast vier Wochen noch einmal auf komplettes Distance Learning umgestellt. Was für uns gerade recht kam, denn auch uns hatte genau in dieser Zeit Corona erwischt…

Job—und Ortswechsel in Corona Zeiten. Entscheidungen.

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Wenn man mit zwei schulpflichtigen Kindern einen Umzug ins Ausland plant, ist natürlich sehr wichtig, den Übergang so reibungslos wie möglich für die Kinder zu gestalten. Bei uns hätte das Timing nicht besser sein können, denn unsere Zwillinge besuchten die 4. Grundschulklasse einer bayerischen Schule, als uns, also erstmal nur meinen Mann und mich, das Fernweh überkam. Wenn nicht jetzt, wann dann. 

Die Kinder würden sowieso zur 5. Klasse auf eine neue Schule wechseln müssen, im 24 km entfernten Freising. Sie hätten täglich mit dem Linienbus von unserem Örtchen, Nandlstadt, nach Freising fahren müssen. Dort hätten sie am Hauptbahnhof in einen Schulbus umsteigen müssen, der sie dann zur Montessori Schule gebracht hätte, die wir für die beiden ausgesucht hatten. Montessori deswegen, weil unser Sohn sowohl eine Rechtschreibschwäche, als auch Dyskalkulie und ADS hat und wir der Meinung waren, dass er auf dieser privaten Schule mit anschaulichem Schulmaterial gut zurechtgekommen wäre. Wie das bei Geschwistern so ist, und bei Zwillingen noch viel stärker, wäre eine Schul-Trennung nicht in Frage gekommen. Zudem beruhigte uns in der Planungsphase die Tatsache, dass die beiden gemeinsam den doch langen Schulweg meistern könnten. 

Doch dann kam alles anders. Bereits in unserem dritten Jahr in Bayern kam bei uns der erste Gedanke auf, vielleicht doch noch einmal weiterzuziehen. Mein Mann war seit 19,5 Jahren bei einer Firma, für die wir schon vorher in USA und auch in Südafrika gewesen waren. Die verantwortungsvolle Aufgabe, der er in Freising nachging, war nur o.k.. Begeisterung ist etwas anderes. Ich konnte schon sehr früh spüren, dass das nicht seine Traumaufgabe war. Dann plötzlich stand eine Stellenausschreibung in Dubai im Raum. Da auch in mir schon das Fernkribbeln angefangen hatte und irgendetwas aus der großen weiten Welt nach mir rief, sagte ich sofort: „Ja, bewirb dich!“ Doch etwas überrascht startete mein Mann den Versuch. Ich wiederum saß sofort am Laptop und schaute mir die Deutsche Internationale Schule in Dubai an. Sah toll aus. Das wäre eine gute Alternative zur Montessori Schule. 

Dann aber die Enttäuschung. Mein Mann war in seiner Position zu wichtig, als dass die Firma ihn hätte gehen lassen. Wir fielen in ein kleines Loch. 

Aber wir waren angefixt. Mein Mann widmete sich mal wieder intensiv seinem Linkedin Profil und kontaktiere den ein oder anderen Headhunter. Nach einigen uninteressanten Angeboten stand plötzlich wieder Dubai im Raum. Das war Ende 2019. Nur etwa drei Monate nach unserem ersten Gespräch über Dubai. Das war doch ein Zeichen. Wie sich herausstellte war die Firma auch noch eine uns sehr Bekannte. Denn wir hatten in Südafrika einige Freunde, die für diese Schweizer Firma arbeiteten. Ein erstes Gespräch, alles verlief vielversprechend. Dann plötzlich Corona. Das geplante Assessment Center kann nicht mehr stattfinden. Die Tage vergehen. Wird das noch was und wenn ja, sollen wir das mit dieser entstehenden Krise wirklich tun? Soll mein Mann nach 20 Jahren seinen sicheren Arbeitgeber aufgeben und neustarten – in Corona Zeiten? Achterbahn der Gefühle. Aber tief im Inneren immer diese Gewissheit, dass Dubai der richtige Schritt für uns wäre. Eine große Chance für die Kinder. Internationales Lebensgefühl, raus aus der bayerischen KleinDorf Idylle. Eintauchen in die große Welt. Corona zwingt uns Reise-liebende Familie auf unsere Traumterrasse, in den Wald rund um Nandlstadt. Laufen, Wandern, Terrasse. Im Kopf Dubai, Wüste, Sonne und Strand. Statt Italien-Rundreise zu Ostern, laufen, laufen, laufen durch Hallertauer Wald und Auen. Dann plötzlich Assessment Center per Zoom. Mein Mann seit Wochen sowieso im Homeoffice. 

Schulchaos der Kinder. Komplettumstellung für die ganze Familie. Aber für uns immer erträglich. Jeder Corona-Tag zu Hause auch irgendwie etwas Besonderes. Freunde trifft man plötzlich auf ein Bierchen am Freitagabend über Skype. Irgendwie geht alles. Auch das Assessment Center geht gut. Besser als gut. Schon einen Tag später – die Zusage. Die Spannung steigt noch einmal ins Unermessliche, denn jetzt müssen noch die Vertragsbedingungen und vor allem die Bezahlung stimmen. Dank Homeoffice haben wir immer zwischendurch Zeit, die neuen Informationen zu diskutieren. Ich aktiviere eine alte Bekanntschaft. Lisa, eine Expat-Mama mit der ich einmal in Südafrika frühstücken war, mehr durch Zufall. Lisa war neu in der Stadt und wir hatten eine gemeinsame Bekannte. Wir verstanden uns gut, aber nach nur einem Jahr war Lisa wieder aus Johannesburg abgereist und nach Dubai gezogen mit ihrer Familie. Der perfekte Ansprechpartner für mich. Lisa und ihr Mann halfen uns sehr, die Lebensunterhaltskosten für Dubai einschätzen zu können. 

Es waren zähe Verhandlungen, aber dann schlussendlich passte alles, der Vertrag war unterschrieben. Nun musste ich noch meinen Minijob bei der lokalen Volkshochschule als Programmplanerin kündigen und mein Mann den viel größeren Schritt gehen und nach 20 Jahren seinen Job bei einer Firma kündigen, die uns beiden ans Herz gewachsen war, mit Menschen die uns durch einen Großteil unseres Lebens begleitet hatten. Und all das in der HochZeit von Corona. 

Zudem machten wir mächtig Druck, dass alles bis zum Schulstart in Dubai am 1. September 2020 über die Bühne lief. Denn wir wollten unseren Kindern auf keinen Fall zumuten, dass sie noch in Bayern die 5. Klasse starten müssten. Neue Freunde finden, in eine neue Schule einleben und dann wieder die Zelte abbrechen und erneut einige Wochen oder Monate später, die gleiche Torture erneut durchlaufen… Kam nicht in Frage. 

Wir musste unser Haus verkaufen, in dem wir gerade mal knapp zwei Jahre wohnten. Die Visa für die Vereinigten Arabischen Emirate mussten organisiert werden und eine Krankenversicherung gefunden werden. Die Schuleinschreibung in Dubai lief zum Glück reibungslos. 
Wir mussten überflüssige Dinge verkaufen und ein Umzugsunternehmen finden, welches unser komplettes Hab und Gut auch noch für ein paar Wochen/Monate einlagern würde. In Zahlen gesprochen beanspruchte unser, nach vielen Verkäufen bereinigtes, Hausgut immer noch einen 40„ High Cube Container. Wer schon einmal Übersee umgezogen ist, weiß, dass das die größtmögliche „Umzugseinheit“ ist. Darüber geht dann nur die Aufteilung auf zwei Container. 

Wegen Corona stand schon sehr bald fest, dass wir nicht vorab nach Dubai fliegen konnten, um uns ein Haus zu suchen. Es war überhaupt das erste Mal, dass wir umzogen, ohne vorher eine Orientierungsreise in das Land zu machen…. Uns blieb nur die Möglichkeit vorerst nach Ankunft in ein möbliertes Appartement zu ziehen (dieses wurde zum Glück von der Firma organisiert). 

Somit mussten wir nun auch noch unseren Hund vorrübergehend unterbringen, bis dieser Nachkommen konnte, sobald wir ein Haus gefunden hatten und unsere Möbel angekommen waren. Wir mussten Freunde und Familie überzeugen uns beim Umzug des Hundes dann später zu helfen.

Dank der Tatsache, dass mein Mann im Dauer-Homeoffice war, die Kinder zu Hause ihre .pdf Zettel der Lehrer bearbeiteten und mein Job bei der VHS auch fast im Stillstand war, hatten wir viel Luft, die Berge der Aufgaben zu erledigen, die so ein Umzug mit sich bringt. 

Und wir haben es geschafft. Am 19. August 2020 flogen wir nach Dubai. Natürlich nachdem wir in einem akkreditierten Labor in Frankfurt die entsprechenden Corona-Test gemacht hatten.

Die Kinder starteten am 1. September 2020 ihre 5. Klasse an der Deutschen Internationalen Schule Dubai. 

Die ersten zwei Wochen im Distance Learning. Nicht Home-Schooling wie in Deutschland. Professionell organisiertes Distance Learning, eine ganz neue Art der Beschulung für uns und eine Bereicherung. Dazu die Tage mehr hier in meinem Blog. 

Und was all das mit EntdeckerGlück zu tun hat? Was man alles lernt, wenn man sich mit einem neuen Land, einer neuen Schule, Umzugsunternehmen, Visavorschriften, Wohngebieten, Lebensunterhaltskosten beschäftigt, ist einfach unbezahlbar und für mich ein bereicherndes Glückgefühl. EntdeckerGlück. 

Wie unsere Familien den Umzugsplan aufnahmen? Dazu in den nächsten Tagen mehr.