Ramadan Schulzeit

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Am 2. April hat der Ramadan 2022 gestartet. Generell merkt man in Dubai keine große Veränderung während dieser Zeit. Vereinzelt haben Cafés oder Restaurants den Außenbereich tagsüber geschlossen und öffnen diesen erst wieder nach Sonnenuntergang. Aber es gibt auch andere Restaurants, manchmal am selben Strandabschnitt, nur wenige Meter voneinander entfernt, die den ganzen Tag sowohl am Strand, als auch im Außenbereich auf der Terrasse, Getränke, auch Alkohol, und Essen servieren. Aus Respekt sollte man nicht sichtbar draußen Essen oder Trinken.

Die erste Woche des Ramadans hatten wir noch Ferien (Osterferien), aber heute hat die Schule wieder gestartet. Schule zu Ramadan Zeiten ist eine verkürzte Unterrichts-Zeit mit einem angepassten Stundenplan.

Der Unterricht an der Deutschen Internationalen Schule Dubai (DISD) startet nicht wie gewohnt um 07:50 Uhr (mit Bus Abfahrt von zu Hause um 07:05 Uhr), sondern erst um 08:15 Uhr (mit Bus Abfahrt von zu Hause um 07:43 Uhr).

Ebenso am Nachmittag endet der Unterricht nicht wie gewohnt um 14:10 Uhr sondern bereits um 13:15 Uhr, was für uns eine Ankunft mit dem Bus um 13:45 Uhr zu Hause bedeutet und nicht, wie sonst, erst um 14:40 Uhr. Jeglicher Unterricht am Nachmittag oder Zusatz-Aktivitäten am Nachmittag fallen in dieser Zeit an der DISD aus.

Ich bin froh, dass ich nicht arbeite und somit natürlich ohne Probleme diese zusätzlichen freien Stunden am Nachmittag super abfangen kann. Sonst ist wirklich einfach frühe Planung gefragt, gerade bei jüngeren Kindern.

Matopos Berge und Camp Amalinda, Simbabwe

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On the road again…

Heute führt uns der Weg weiter nach Süden. Ziel ist der National Park Matopos Berge in der Nähe von Bulawayo. Wir fahren fast ausschließlich auf Nebenstraßen. Was hier bedeutet, dass sobald wir die Hauptstraße verlassen, die Teerschicht aufhört. Es wird steinig, manchmal sandig, auf alle Fälle immer interessant. Wir begegnen unzähligen Kühen und Eseln, dafür weniger Menschen. Wir kommen vorbei an vielen kleinen, einfachen, aber gepflegten Siedlungen mit Lehmhütten, von denen uns freundliche Menschen zuwinken und begeisterte Kinder uns rufend entgegenlaufen.

Plötzlich teilt sich der Weg. Ein Weg führt gerade aus und schaut so aus, als ob er zwar nicht regelmäßig, aber hin und wieder genutzt wird. Unser „Maps for Africa“ Navigationsgerät will rechts fahren. Dieser Pfad sieht doch sehr verwachsen aus, mit hohem Gras und Bäume, die schon weit in die Fahrspur hineinwachsen. Was nun? Bis jetzt konnten wir uns immer auf unser System verlassen, auch wenn es in Botswana meinte, wir fahren mitten im Wasser. Wir entscheiden uns für den verwachsenen Weg, da der andere erst gar nicht angezeigt wird und wir nicht wissen, wo wir enden würden.

Der Pfad ist anfänglich o.k., wird dann enger und unebener, viele dicke Steine, ausgewaschene Streckenabschnitte. Keine Kühe, keine Esel und keine Hütten. Aber plötzlich ein Mensch, ein junger Mann. Wir müssen so vorsichtig und langsam fahren, dass er zu Fuß fast ebenso schnell ist, wie wir in unserem Auto.

Und dann stehen wir vor einer Brücke, oder besser dem, was einmal eine Brücke war, eine recht imposante sogar. Diese führte über einen, zum Glück, ausgetrockneten weiten Fluß. Wir steigen aus, um die Situation zu begutachten. Der Fußgänger hat uns mittlerweile auch wieder erreicht. Bleibt stehen und schaut uns zu. Die Brücke ist komplett in sich zusammengefallen und selbst zu Fuß käme man nicht mehr hinüber. Links führt ein kleiner Weg steil ins trockene Flußbett hinunter und auf der anderen Seite wieder sehr steil hinauf. Den Weg müssen wir nehmen. Ich steige aus und laufe auf die andere Seite, eigentlich mit dem Gedanken Fotos zu machen. Allerdings finde ich die Situation doch recht aufregend und außer einem nichtssagenden Foto kommt von meiner Seite nichts dabei heraus. Der Fahrer und das Auto meistern die Situation perfekt und innerhalb weniger Sekunden ist unser Nissan xTrail auf der anderen Seite des Flusses, ohne Brücke. Erleichterung. Wahrscheinlich ist diese Stelle der Grund, weswegen der neue Weg angelegt wurde.
Ohne weitere Vorkommnisse, aber trotzdem weiter auf Nebenstraßen, kommen wir am frühen Nachmittag im Camp Amalinda in den Matopos Bergen an. Die Berge bestehen aus einer besonderen Ansammlung von riesigen, kahlen Granithügeln mit schwerem Geröll. Eine faszinierend schöne Landschaft.

„Die Unterkunft liegt versteckt und eingebettet in den Bergen“, so beschreibt es der Hotelprospekt. Billy, der Hotelmanager, führt uns über steinige Stufen weiter in die Berge hinein. Es geht ganz schön hinauf. Wir kommen am „Restaurant“ vorbei, das steil am Hang liegt, mit wunderschönem Blick, offen und ohne Wände. Die Bar liegt in einer Felsenhöhle und auch unser Zimmer gleicht einer Felsenhöhle. Das mit Kissen beladene Bett trohnt auf einer Steinempore. Ein großes Moskitonetz verwandelt es in ein königliches Himmelbett. Camp Amalinda hat neun individuell eingerichtete Zimmer, alle so versteckt, dass wir auf dem Weg von der Rezeption zu unserer „Höhle“ kein weiteres entdecken können. Wir sind die einzigen Gäste für die Nacht und haben die ganze Anlage für uns.

Am Nachmittag lädt uns Billy zu seinem täglichen Spaziergang auf einen der Granitberge ein. „So leitete ich jeden Tag meinen Feierabend ein“, gesteht er uns. Erst führt der Weg durch verwachsenes Untergestrüp. Dann gelangen wir auf eine Granitfläche und von dort an geht es auf dem kahlen Stein aufwärts. Die Ausblicke, besonders in dieser frühen Abendstimmung, sind berauschend. Und dann sind wir ganz oben auf dem Felsen angelangt. Wir werden mit einem wunderschönen Blick über das ganze Tal und unser Camp belohnt. Mit dem Fernglas sehen wir auf einer Wiese im Tal noch ganz besondere Tiere, eine Kreuzung zwischen Esel und Zebra, erklärt unser Feierabend-Führer.

Aus seinem Rucksack zaubert Billy Sundowner Erfrischungen. Und so gibt es hier oben, weit weg vom Sambesi Fluss, wieder „Zambezi-Lager“ Bier. Wir sitzen auf den Felsen und beobachten einen weiteren beeindruckenden, afrikanischen Sonnenuntergang. Nach einer kleinen Fotosession im Abendrot, machen wir uns auf den Rückweg. Die Landschaft ist in ein wunderschönes, Abendlicht getaucht.

Falls Du Interesse hast, die Tour nachzufahren, habe ich ein kleines Reisehandbuch für dich erstellt, das auch unsere Unterkünfte enthält:

Mehr Interesse an der Tour? Hier gibt´s auch noch weitere Geschichten des Roadtrips:
https://entdeckerglueck.com/2021/09/12/afrika-16-tage-4-lander/

Victoria Falls, Simbabwe

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Wir öffnen die Gardinen von unserem Gartenblick-Zimmer und was sehen wir da? Ein großer Teil des drei Meter hohen Stahlzaunes liegt um. Eine Elefantenherde läßt sich ihren Weg nicht versperren. Da gibt es keine Umwege. Gerade aus und mittendurch. Jetzt tummeln sich Affen und Warzenschweine auf der Wiese. Der Vorfall ist offensichtlich reine Routine für die Hotelangestellten. Abends steht der Zaun wieder.

Wir laufen zum Victoria Falls Park, zahlen einen unverschämten Eintrittspreis, aber freuen uns, heute die Wassermassen ganz aus der Nähe sehen und fühlen zu können… David Livingstone war 1855 der erste Weiße, der die Fälle entdeckt hat. Sicherlich wurden damals am Eingang noch keine fast knöchellangen Plastiktüten-Regenmäntel verkauft. Wir haben vorsorglich schon unsere Regenjacken eingepackt und denken, wir sind vorbereitet. Erst begegnen wir David, der hier immer noch einen schönen Blick auf die Fälle hat und die Gischt täglich zu spüren bekommt. Dann kommen wir ganz nah an den Abgrund, wo das Wasser mit beeindruckendem Getöse über die Klippe fällt. Wir laufen zu den verschiedenen Aussichtspunkten, die so spannende Namen haben wie Horseshoe Falls, Rainbow Falls und Devils Cataract und uns immer wieder faszinierende Ausblicke auf die Fälle bieten. Der Weg führt durch ein urwaldähnliches Gelände. Zum Schluß erreicht man den Danger Point. Da überlegt man sich natürlich, ob man es wagen soll, diesen Weg zu gehen. Gefährlich war der Pfad nicht, aber nass. Und nass ist hier überhaupt kein Ausdruck dessen, wie nass man hier werden kann. Natürlich hängt das immer von den Wind- und Wasserverhältnissen ab. Ich kann nicht sagen, ob wir einen guten oder schlechten Tag erwischt haben, auf alle Fälle einen sehr spaßigen… Es sprizte so viel Gischt auf diesem Weg, dass die langen Plastiktüten-Regenmäntel sicher die bessere Wahl gewesen wären. Sozusagen geduscht und triefend nass haben wir dann die Aussicht auf die Eisenbahnbrücke aus dem Jahre 1905 genossen.

Auf dem Rückweg zum Hotel quitschen die mit Wasser gefüllten Wanderschuhe fröhlich vor sich hin. Der Besuch der Viktoria Fälle war jeden Cent wert.

Falls Du Interesse hast, die Tour nachzufahren, habe ich ein kleines Reisehandbuch für dich erstellt, das auch unsere Unterkünfte enthält:

an der Tour? Hier gibt´s auch noch weitere Geschichten des Roadtrips:
https://entdeckerglueck.com/2021/09/12/afrika-16-tage-4-lander/

Radfahren in der Wüste              

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Al Qudra – Dubai

Was ich an Dubai so liebe, sind die vielen Überraschungen, die es für einen bereit hält und die Vielfalt der Möglichkeiten. Nie hätte ich gedacht, dass ich in Dubai an einem DonnerstagMorgen in der Wüste bei heftigem Nebel mit einem EBike 45 km Radfahren werde.

Aber heute war der Tag er Tage. Ehrlich gesagt, war ich super aufgeregt, ob ich das schaffen würde. In meiner „Panik“ habe ich den Tag vorher noch ein bisschen Informationen online sammeln wollen und bin auf das Angebot eines Fahrradvermieters am Startpunkt des Rundweges gestoßen. Dort konnte man online ein EBike buchen und ich dachte mir, dass ist perfekt für mich für das erste Mal Wüstenradeln. Also schnell online mein Rad für vier Stunden gebucht, um auf der sicheren Seite zu sein, dass wir (vier Mädels, oder besser vier Frauen) und somit natürlich in erster Linie ich, mir sicher sein kann, dass ich das schaffen werde. Aus verschiedensten Gründen hatte ich trotzdem eine sehr „aufgeregte“, unruhige Nacht… Denn ich bin auch nicht wirklich so hitzebeständig… Und die Sonne kann hier schon ganz schön vom Himmel brennen. Deshalb frühe Abfahrt, sobald die Kinder aus dem Haus sind und im Schulbus sitzen. 7:10 Uhr geht es los – bei EXTREM dichtem Nebel. Wahnsinn. Ich hole meine Freundin und ihren Besuch aus Deutschland ab und los geht’s. Ein unglaublich dichter, schwerer Nebel hängt über unserer Strecke. Wir hoffen und hoffen, dass der Nebel sich noch lichtet, aber er tut es nicht. Statt 100 km/h können wir gerade mal 60 km/h fahren. Die 25 km Fahrt zum Startpunkt zieht sich ewig hin und ist super anstrengend. Wir können keine 20 m weit schauen.

Auch hier die Situation: NEBELIG. Kein SichtMeter Besserung.

Meine Freundin mit ihrer Freundin, wollen ein Careem Mietbike nehmen. Ich gehe zu meiner Vermietstation, die 20 m voneinander entfernt liegen. Leider stellt sich hier raus, dass dieser Shop komplett auf die RENNFahrer unter den Radlern ausgelegt ist. Wir sind aber die HausfrauRadlLiga und ich komme mit dem super Rennbike, auf dem mein Po gefühlt im Nebel verschwindet, während meine Hände fast auf der Straße laufen können, überhaupt nicht zurecht. Vollkommene Fehlentscheidung. 180 Dirham für 4 Stunden….

Ich storniere und begebe mich zu meinen Freunden am Careem MietFahrradStand. Mit der entsprechenden App (von der ich in einem anderen Artikel schon einmal berichtet habe) entschlüssele ich mir ein komfortables EBike mit drei Gängen, breitem, relativ bequemen Sattel und einer vollständig geladenen Batterie. Der Po befindet sich in korrekter Position, näher zur Straße als die Hände – alles perfekt und bequem. Kann losgehen.

Meine Freundin tauscht ihr Rad noch einmal aus, um ebenfalls einen komplett geladenen Akku zu bekommen. Super einfache Handhabe und an dem Morgen, so früh unter der Woche, waren noch sieben Careem Räder verfügbar.

Bei Careem zahlt man 20 Dirham für eine Stunde und jede weitere halbe Stunde wird mit je weiteren 10 Dirham abgerechnet. Besseres Rad für meine Ansprüche und hierfür noch die erhebliche bessere Rate.

Es geht los. Nebel, Nebel… der dunkle Teer unter uns, gesäumt von strahlend gelber Fahrbahnmarkierung. Zweispurig. Wir halten uns immer schön auf unserer Fahrbahnseite, denn der Nebel würde einen heranrauschenden Rennrad Fahrer wirklich erst im letzten Moment ausspucken. Für mich ist der Nebel irgendwie mystisch. Wunderschön. Total entspannend, denn die Augen haben nicht viel zu suchen oder zu sehen. Schade natürlich für den Besuch meiner Freundin aus Deutschland, die gerne die Wüste gesehen hätte.

Einmal sehen wir drei wunderschöne Bäume am Wegrand. Wir halten an und fotografieren „Bäume im Nebel“, fotografieren gleich auch mal „Uns im Nebel“, die „Räder im Nebel“. Es ist super lustig.

Ich habe mir schon immer gewünscht, seit ich hier bin, einmal in der Wüste die arabische Oryx Antilope in freier Wildbahn zu sehen, hatte gehofft, dass es bei der Radtour so weit sein würde. Der Nebel hatte mir natürlich jegliche Hoffnung darauf genommen, aber der Nebel hat sie dann doch am Wüstenrand sichtbar gemacht. Wunderschön.

Wäre jetzt die Sonne draußen, wären wir wahrscheinlich nass geschwitzt gewesen, trotz EBike. Nass sind wir trotzdem – NebelNass. Das Wasser tropft vom Helm oder von den Haaren, die Jacken sind mehr als klamm und auf den Härchen an den Fingern sammeln sich hunderte kleine Wasser Tröpfchen.

Total surreal steht plötzlich ein Schild „Vorsicht Pferde“ mit blinkenden, orangenen Warnlampen in der Wüste. Wir überqueren eine autobahnähnliche Pferderennbahn aus Sand. Nicht weit hiervon entfernt passieren wir den Abzweig zum „Wüstenhotel“ Bab al Shams. Hier könnte man zum Frühstück, auf einen Kaffee oder eine Erfrischung einkehren.

Kurz bevor wir eine Moschee erreichen, ist der Nebel verschwunden und die Sonne kommt raus. Unglaublich. Etwa 13 km vor dem Tourende… Da mir die nasse Jacke unangenehme Kälte bereitet, machen wir einen kurzen Stopp und können tatsächlich im T-Shirt auf die Zielgerade gehen.

Das letzte Stück bei weitem, klaren Blick führt nun allerdings parallel zu Hauptstraße…

Wir drei ortsansässigen sind uns sicher, wir kommen wieder – in einem kalten Monat (Dezember oder Januar), an einem Wochentag und bei Sonnenschein. Dann können auch wir, die Wüste sehen, die wir heute nur erahnen konnten.

Es war ein wunderschöner Morgen. Zwei Stunden und 40 Minuten später sind wir wieder am Ausgangspunkt. Der Akku noch halb voll, wir überglücklich und zufrieden. Das komfortable Rad über die Careem Bike App hat mich 50 Dirham gekostet. Ein toller, bezahlbarer Ausflug. Kann ich nur empfehlen, wenn man radeln mag.

Startpunkt:
Al Qudra Cycling Trek – Last Exit – Tankstelle

Für weitere Dubai Radtouren:

Zugfahrt von Mombasa nach Nairobi

Rund um Afrika

Reisewelt – Afrika – Kenia

Nach wunderschönen Entdeckungen in Mombasa Stadt fahren wir mit dem Taxi gegen Mittag an den Bahnhof in Mombasa. Zum Glück haben wir nur wenig Gepäck, einen kleinen Handgepäckkoffer und eine Reisetasche. Die Ticketschalter damals sind noch einfache Wellblech Gebäude. Davor Teerfetzen mit Kiessteinen. Wir haben unser Ticket bereits über eine Agentur vorab gebucht. Der Bahnsteig versetzt einen glatt in eine andere Zeit. Es gibt ja auch in Deutschland sehr alte, schäbige Bahnhöfe, aber dieser ist schon fast schäbig-schick. Ein Schild am Bahnhof zeigt uns an, dass Mombasa 18 m üNN liegt. Ein Jugendlicher sitzt am Boden und lauscht seinem Freund, der auf der Gitarre eine angenehme Stimmung verbreitet. Auf unserer Boarding Karte ist die Wagennummer 1210 vermerkt. Über den fast menschenleeren, sehr einfachen Bahnhof laufen wir am Zug entlang. Grün-Weiß ist der Zug mit einem dünnen Gelb-Roten Streifen. Wir können es kaum abwarten, unser Abteil zu sehen. Die Türen der Wagen sind schon geöffnet. Der typische Bahn Geruch erwartet uns beim Betreten. Ein schmaler Gang, eben typisch für einen Abteilwagen, führt an den „Kabinen“ vorbei. Unser kleines Reich für die Nacht hat eine Verbindungstür zur Nachbarkabine, die sich nicht wirklich richtig schließen lässt. Wir platzieren geschickt unseren kleinen Koffer und die Reisetasche davor. Alle wichtigen Unterlagen, Pässe usw. haben wir immer in meiner Handtasche am Mann. Sonst haben wir nichts Wertvolles im Gepäck. Die zwei Jungs mit der Gitarre haben auch noch Video-Ausrüstung dabei. Und wie sich rausstellt, sind die beiden unsere KabinenNachbarn und auch Deutsche. Die auf einer Mission unterwegs sind.

Unsere Kabine hat eine einfache hellbeige Kunstlederbank mit einem herunterklappbarem oberen Einzelbett. Wir haben ein kleines Waschbecken in der Kabine, Toiletten befinden sich am Wagenende auf dem Gang. Viel Platz ist nicht, aber den brauchen wir auch nicht. Es dauert noch fast zwei Stunden bevor sich der Zug mit doch einiger Verspätung in Bewegung setzt. Die Sonne steht schon sehr tief am Horizont. Wir steigen immer mal wieder aus und vertreten uns die Füße noch ein wenig am staubigen Bahnsteig. Wir bestaunen den „Restaurant Car“ von außen und freuen uns auf das Abendessen später innen. Sitzen noch ein wenig auf der Bank am Bahnsteig, ich mache noch einige Fotos, der Gitarrist hat sich auch noch einmal auf den Bahnsteig gesellt und spielt noch ein Liedchen. Auf einfachen, flachen Holzpalettenwagen werde große Säcke herangekarrt. Die aus grobem, gewachstem Militär-anmutendem Leinenstoff genähten Säcke sind vollgepackt. Unser Bettzeug, wie sich später herausstellt. Der heiße Tag neigt sich dem Ende. Die Aufregung hat sich in Vorfreude gewandelt. Die wundersamen Zugwichtel hieven die Säcke in die einzelnen Abteile und verwandeln die einfachen Sitzbänke geschickt und schnell mit ein paar wenigen Handgriffen in unser Schlaflager.

Und dann endlich bittet der Schaffner alle, einzusteigen. Es geht los. Fast 2,5 Stunden verspätet, aber auch hier, der Weg ist das Ziel, wir haben keine Termine, nur Zeit. Zeit zum Genießen.

Und schon bald sitzen wir im Speisewagen an unserem zugewiesenen 4er Tisch und lassen es uns gutgehen. Unsere KabinenNachbarn sind auch unsere TischNachbarn. Es entsteht ein interessantes Gespräch. Wir erzählen von unserem Leben in Afrika und die beiden habe auch eine tolle Geschichte. Einer der Beiden hat als Kind in Kenia gelebt und sie reisen nun gemeinsam die wichtigen Stationen aus dieser Zeit ab, besuchen alte Freunde, versuchen alte Bekannte ausfindig zu machen und begleiten das Ganze mit ihrer Kamera-Aussrüstung. Die beiden studieren so etwas wie Medienwissenschaften und haben sich dieses herrliche Projekt für ihre Abschlussarbeit gewählt. Was für eine spannende Geschichte. Es wird ein sehr kurzweiliger Abend zu viert im Speisewagen. Nach der Suppe, erscheint eine sehr nette Bedienung mit einer übergroßen Aluminiumschale mit Reis und einer Art Gulasch. Sehr einfach, aber wirklich köstlich. Dazu gönnen wir uns ein erfrischendes, kühles Tusker Bier. Über uns summen kleine Ventilatoren und versuchen vergeblich, die Luft zu kühlen. Nach zwei weiteren Tusker und einer Nachspeise zieht es uns so gegen 22 Uhr in unser Abteil, nachdem ich die Toilette noch einmal aufgesucht habe, in der Hoffnung, diese während der Nacht nicht einmal besuchen zu müssen…

Wir kuscheln uns in die Betten, aber nicht wirklich unter die Decken, denn noch ist es sehr warm im Abteil. Ich habe das obere Bett, welches ich über eine Holzleiter erreiche. Mein Mann hat das untere Bett bezogen. Wir öffnen das Fenster ein wenig und lassen uns von dem Fahrtwind kühlen. Es wird schnell angenehmer, aber es bleibt warm. Die Nacht zieht am Fenster vorbei. Und wie das allgemein beim Zugfahren ja so ist, fallen uns schon sehr bald die Augen zu und wir dösen ein. Einen festen Schlaf habe ich in dieser Nacht nicht. Ich höre immer wieder Geräusche, immer wieder hält der Zug an. Mal schaue ich aus dem Fenster und sehen einen Bahnhof, manchmal scheint der Zug aber auch einfach im Nirgendwo zu halten. So gegen 5:30 Uhr dämmert es leicht. Wir kuscheln weiter in unseren Betten und schauen von dort aus dem Fenster. Wir sehen Strauße, Kuhherden, Radfahrer und Brücken. Es schön, wieder etwas sehen zu können, nach der dunklen Nacht. Immer wieder schlängelt sich der Zug durch weite Landschaften mit runden, reetgedeckten Hütten. Vorbei an kleinen Bahnhöfen, wo uns Kinder in Schuluniformen zuwinken, offensichtlich früh auf dem Weg zur Schule. Ich sehe selten wirklich Leute ein oder aussteigen an den kleinen Bahnhöfen.

In all dieser frühen Stille des Tages herrscht plötzlich irgendwie Tumult in der Nachbarkabine. Wir wagen einen Blick auf den Gang und dort stehen zwei Zugmitarbeiter vor der Kabine. Was ist wohl hier passiert. Wie sich herausstellt, sind die beiden in der Nacht „überfallen“ worden, auf jeden Fall sind die beiden Kameras weg inklusive eines großen Teils des Filmmaterials. Wir werden auch befragt, können aber keine hilfreichen Auskünfte geben. Wir haben zwar immer mal wieder Leute auf dem Gang laufen hören oder auch ungewöhnliche Geräusche, aber welche Geräusche sind auf solche einer Übernachtfahrt schon gewöhnlich…?

Uns tun die beiden wirklich sehr, sehr leid. So ein großes, emotionales und wundervolles Projekt und dann, kurz vor Reiseende, solch eine bittere Überraschung.

In unserem ZugKino kommen langsam die Anfänge Nairobis auf den Bildschirm. Viele, viele, teils sogar verrostete Blechhütten der wirklich armen Bevölkerung ziehen an unserem Fenster vorbei.

Fast 19 Stunden später sind wir am Ziel angekommen. Für uns war es ein wunderschönes Erlebnis. Diese Eindrücke des Landes, die langsame, gelassene Art des Reisens, die netten Menschen, das 5 Sterne ZugKinoFenster – wir werden es nie vergessen.

Die Betten werden wieder abgezogen und gewandelt. Die Säcke aus dem Fenster geworfen. Bevor wir den Zug dann verlassen dürfen, besteigen Polizisten in Nairobi den Zug, um diesen nach der Kameraausrüstung zu durchsuchen. Das Ganze zieht sich ein wenig hin und bleibt leider erfolglos.

Somit haben die beiden jungen Herren in der NachbarKabine leider ein komplett anderes Fazit nach dieser Reise als wir. Traurig.

Generell gilt für uns auf jeder unserer unzähligen Reisen durch Afrika: Extrem LOW-Profile. Keine Markenklamotten, kein Schmuck, keine große Kameraausrüstung, wenn man so individuell unterwegs ist. Wenn ich mit dem Mainstream unterwegs bin, kann ich etwas unbeschwerter reisen, aber so individuell, gilt einfach, desto unauffälliger und uninteressanter, desto weniger Angriffsfläche, denn solche Länder sind oft sehr, sehr arm und man versucht immer irgendwie seine Familien zu ernähren.

Damals… im Jahr 2010 fuhr noch die alte, langsame Bahn die Strecke. Mittlerweile ist die Strecke modernisiert und der alte Zug ersetzt.

Mombasa Stadt

Rund um Afrika

Reisewelt – Afrika – Kenia

Ein wunderschöner Kurztripp während unserer AfrikaZeit hat uns nach Mombasa Stadt geführt. Bei Mombasa denkt man natürlich erstmal an traumhafte weite, weiße Strände mit türkisfarbenem Meereswasser, Palmen und Cocktails schlürfen in All inklusive Anlagen. Wir hatten aber vor, mit dem Zug von Mombasa nach Nairobi zu fahren und somit haben wir uns für einen Stadtaufenthalt in Mombasa entschieden. Und den Strand hatten wir bereits einmal auf einem anderen Roadtrip genossen und für wunderschön befunden. Aber da wir gerne etwas Neues entdecken, also Mombasa Stadt vor Abfahrt des Zuges.

Wir haben uns für das Tamarind Village Hotel entschieden. Die Lage und der Ausblick sind einfach umwerfend. Der Hauptteil von Mombasa Stadt liegt auf einer „Insel“ zwischen Landzungen eingeschlossen und ist über mehrere Brücken erreichbar. Unser Hotel liegt somit auf dem Festland gegenüber und wir haben einen wunderschönen Blick auf den Hauptteil. Das Hotel hat keinen Strand, sondern eine Poolanlage umsäumt von grünen Wiesen. Wir liegen unter Palmen und genießen einfach die Ruhe nach unserer Anreise.

Schon bald wird das Abendessen auf einer großen Terrasse mit eben gleichem, herrlichem Ausblick serviert. Der Sonnenuntergang ist bilderbuchreif. Das Inselland und das Wasser werden in einem angenehmen rosa Farbton natürlich erleuchtet. Zwar erst der erste Tag, aber bereits satt gegessen und satt an ersten tollen Eindrücken fallen wir ins Bett.

Für den nächsten Tag haben wir einen Stadtführer für uns alleine gebucht. Es ist brütend heiß und schon nach dem Frühstück könnten wir eigentlich wieder duschen gehen. Aber da müssen wir durch, wir wollen was von der Stadt entdecken. Unser Guide, Michuzz wartet schon an der Rezeption auf uns. Wir fahren gemeinsam in seinem Auto auf die „Insel“.

Die Tour startet am Fort Jesus. Die Portugiesen kamen 1498 nach Mombasa, entschieden sich aber, weiter zu segeln. In 1589 kamen die Türken und fingen an, eine kleine Festung in Mombasa zu bauen. Als im Jahre 1593 sich die Portugiesen doch wieder aus Malindi zurückzogen und nach Mombasa zurückkehrten, legten sie den Grundstein für das heutige Fort Jesus. Nicht sehr lange nutzten sie es als militärische Basis, denn 1631 übernahm der Sultan von Mombasa das Fort. Es startete ein langwährender Kampf um die Stellung, mal zieht der Sultan von Oman ein, mal der Sultan von Sansibar, mal wieder die Portugiesen. Während der Zeit der Britten, um 1895 fungierte es als Gefängnis. Im Jahre 1958 wurde es dann zum staatlichen Denkmal. Mit Unterstützung der Portugiesen konnte es zu einem Museum ausgebaut werden und öffnete 1960 seine Türen. Bei einem Besuch in der Stadt, sollte auf keinen Fall ein Besuch des alten Forts fehlen.

Nach diesem unerwarteten Highlight (ich hatte mich vorab kein bisschen mit eventuellen Sehenswürdigkeiten beschäftigt) bummeln wir stundenlang durch die Gassen der Altstadt und Michuzz führt uns auch in die kleinsten Hintergassen, über Märkte, zu einer Familie und immer weiter und tiefer rein ins Getümmel. Wir sind bereits komplett durchgeschwitzt, müssen immer wieder Getränke nachkaufen. Aber die Eindrücke sind unbeschreiblich schön. Nur nette Menschen, die sich freuen, dass wir ihre Stadt besuchen und immer und überall freundlich und offen auf uns reagieren. Es ist so spannend, sich mit einem Einheimischen hier in den Gassen treiben zu lassen. Die Zeit verrennt wie im Fluge.

Wir besuchen das Leven Haus, welches eine bedeutende Rolle in der Geschichte im Kampf gegen die Sklaverei spielte. Seinen Namen bekam es von einem Schiff der Briten, die hier ihre „Anti-Slaving“ Operationen gestartet haben. Zuvor gehörte das Haus dem Seyyid Said bin Sultan, dem Herrscher von Sansibar. Später wurde es u.a. auch von deutschen Missionaren (u.a. Familie Krapf im Jahre 1844) bewohnt und von 1908 bis 1928 fungierte es als deutsches Konsulatsgebäude. Heute ist es ebenfalls ein staatliches Denkmal. 

Im Swahililand Restaurant trinken wir einen Kardamom Kaffee – köstlich. Eine Katze sitzt neben uns auf der Fensterbank und schaut, wie wir, dem Treiben vor dem Fenster zu.

In den Gassen trocknet überall die bunte gewaschene Wäsche, Kinder spielen, es wird auch draußen gekocht. Bei einer Familie dürfen wir gar etwas probieren. Es laufen Hühner umher und natürlich auch sehr viele streunende Katzen. Immer wieder sind überall kleine Verkaufsstände aufgebaut mit den unterschiedlichsten Waren: Getränke, Klamotten, Obst und Gemüse, aber auch zubereitete Snacks, Fingerfood – Streetfood könnte man fast sagen.

Dann führt und Michuzz noch durch die große Markthalle. Draußen ist die Luft ja wirklich stickig und schwül heiß, in der Halle wird es fast noch schlimmer, denn jetzt kommen auch noch unzählige Gerüche hinzu. Auch hier unzählige Mengen an frischen Gewürzen in bunten Plastikschalen, Obst und Gemüse in Hülle und Fülle, fast malerische gestapelt auf Holzkisten oder Kunststoffbehältern, umgestülpten Eimern oder Körben. Absoluter Überfluss an Eindrücken. Ganz interessant für den Europäer natürlich die Fleisch- und Fischabteilung. Wahnsinn, dass bei der Hitze, einfach das Fleisch, umlagert von Fliegen, an Haken mitten im Raum hängt. Auch Hirn und Ziegenkopf wird unter gleichen, einfachen Bedingungen angeboten. Wie sollen wir das alles verarbeiten? Wir schwitzen und trinken und laufen und staunen. Stundenlang.

Wieder auf der Straße knattern Tuk Tuks an uns vorbei, Männer ziehen schwer beladene Holzwagen hinter sich hier. Keiner von ihnen scheint so stark zu schwitzen, wie wir. Es ist schon weit nach Mittag und wir verspüren Hunger. Michuzz weiß sofort, wo wir hingehen. „Island Dishes“ wartet auf uns. Wahrscheinlich hätten wir uns alleine nie hereingetraut. Unscheinbar, einfach, aber wirklich gut, wie sich herausstellt. Auf bunten Tellern wird uns ein köstliches Curry mit Reis serviert. Wir trauen uns sogar auch einen Salat zu essen. Ein Ventilator dreht an der Decke, die leichte Brise tut gut, denn wir sind komplett durchgeschwitzt und das gut gewürzte Curry tut noch seinen Teil dazu.

Anschließend schlendern wir noch eine ganze Weile durch die kleinen Gassen, es geht wieder Richtung Fort. Von hieraus bringt uns Michuzz mit dem Auto zurück zum Hotel. Nein, falsch gedacht, die Tour geht weiter – Stadtauswärts. Wir überqueren wieder die Brücke zum Festland, auf dem unser Hotel liegt. Da wir Deutsche sind, hat Michuzz noch einen spontanen Einfall.

Autokino an. Häuser von oben bis unten bemalt mit Werbung: mal für Omo Waschmittel in Rot-Blau; für Tusker Bier in Gelb; Gelb-Pink (wahrscheinlich mal Gelb-Rot) für Zain, einen Mobilfunkanbieter; Safaricom – ein weiterer Mobilfunkanbieter in Grün; usw. usw. Super spannend.

Ziel ist der „Krapf Memorial Heritage Park“, Andenken an einen deutschen Missionar, der im Jahre 1844 nach Mombasa kam. Laut „deutscher“ Plakette am Denkmal „lebte Dr. Johann Ludwig Krapf von 1810 bis 1881 und wirkte 18 Jahre in Ostafrika. Er galt wohl als Wegbereiter der Erforschung ostafrikanischer Sprachen. Im Jahre 1850 gab er die erste Kiswahiligrammatik der Welt heraus. An der Gedenkstätte sind sowohl seine Frau, als auch seine Tochter begraben“

Was für ein gigantisch beeindruckender Tag.

Wir lassen wieder den Abend auf der tollen Terrasse ausklingen, reden noch stundenlang über die Erlebnisse des Tages und sind eigentlich super müde, aber auch schon ein wenig aufgeregt vor dem nächsten Abenteuer: Unsere Zugfahrt von Mombasa nach Nairobi.

Mombasa StadtEindrücke

HotelEindrücke

Champagne Valley – prickelnd abwechslungsreich

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Drakensberge – Südafrika

Gerade mal vier Übernachtungen hatten meine Freundin und ich für unseren Ausflug von Johannesburg in die Drakensberge eingeplant, aber diese vollgepackt mit spannenden Aktivitäten.

Trotz Katzenphobie meiner Freundin hatten wir uns auf einer Gästefarm mit Tieren einquartiert. Das hätten wir vielleicht geschickter lösen können, aber die Ardmore Guestfarm war bezahlbar und sehr gut gelegen.

Unsere erste Wanderung machten wir im Monks Cowl Nationalpark, den fast unaussprechlichen Hlatikhulu Forest Trail, der mit0 etwa 7,5 km Länge ausgeschrieben ist. Blauer Himmel mit weißen kleinen Wölkchen bespickt, gerade recht Weiß-Blau für meinen Besuch aus Bayern.

Es war Oktober und die Temperaturen perfekt für eine Wanderung. Ein Teil der Wanderung führt durch einen verwunschenen, schattenspendenden Wald mit Moss-bewachsenen Steinen. Immer wieder kommt der Weg an das Ufer eines kleinen Baches. Aus dem Wald heraus führt der Weg über weite von Wiesen gesäumte Täler, mal an Hängen entlang, mal über kleine Holzstege. Die Blicke fallen immer wieder auf die beeindruckenden, mit satt-grünem Gras bewachsenen Berge um uns herum. Leuchtend rote „Flaschen-Putzer“ Büsche (offiziell Zylinderputzer) sorgen für die bunten Farbtupfer, ebenso wie die unterschiedlichsten Wiesenblumen.

Ein herrlicher Tag und die Drakensberge haben uns schon in ihren Bann gezogen.

Im Garten der Valley Bakery gönnen wir uns noch einen Kaffee und etwas kleines Süßes. Man könnte fast meinen, der Tag ist schon zu Ende. Aber frisch gestärkt fahren wir vor dem Abendessen auch noch zu den KwaZulu Weavers. Von dem Café ist das etwa 20 km entfernt. Wir können den netten Damen, die sich über einen Plausch freuen, bei der Arbeit über die Schulter schauen und die wunderschönen Arbeiten bewundern. Bunte Wollknäule in knalligen Farben, Näherinnen, Webstühle – hier ist einiges los. Besonders die Hängematten finde ich wunderschön, aber ich habe keine Möglichkeit, eine aufzuhängen. Somit bleibt unser Geldbeutel in der Tasche stecken. Leider, denn die Damen hätten sich natürlich über Umsatz gefreut.

Für den nächsten Tag haben wir eine Wanderung gewählt, die am Drakenberg Sun Hotel startet. Sie führt uns zum „Blue Grotto Pool“ und zurück über „Barry´s Grave“ auf einer 6 km Runde wieder zum Hotel zurück. Die Strecke startet sehr waldig, erneut in satt-grüner Umgebung. Die Sonne des Morgens taucht die Grotte mit dem Wasserfall in ein wunderschönes Licht. Wir sitzen lange hier und genießen einfach nur die Kunst der Natur. Entspannung pur. Bei warmem Wetter oder als abgehärteter Wanderer kann man in dem natürlichen Pool auch baden. Uns erfrischt allein der Anblick und die noch kühle Morgenluft.
Auf dem weiteren Weg öffnet sich das Waldgebiet und wir bekommen wieder weiter, grüne Ausblicke über die umliegenden Berge geboten.

Unsere gewählte Route führt uns über „Barry´s Grave“, ein früher Wanderer, der leider im Gelände von Monks Cowl abgestürzt war und ums Leben gekommen war. Eine Naturstein-Mauer ziert die Gedenkstätte.

Zurück im Hotel gönnen wir uns auf der Terrasse noch ein frisches, fruchtiges Stück Kuchen und einen Kaffee, bevor wir uns in der weitläufigen Gartenanlage ein ruhiges Plätzchen auf der Wiese suchen und einfach nur daliegen, die Ruhe genießen, dem Vogelgezwitscher lauschen und den Blick auf die Berge. Wir dösen ein wenig in der Sonne. Urlaub.

Dann aber schnell los – duschen, denn wir haben für den Nachmittag noch etwas Musikalisches auf dem Plan. Die Drakensberge sind Heimat des „Drakensberg Boys Choirs“. Und je nach Lage, finden einmal oder zweimal in der Woche nachmittags Vorstellungen in der Schule statt. Wir werden von den Jungs, gekleidet in schwarzen Hosen, blauen Westen und weißen Rüschen-Hemden, mit fröhlichen, glockenklaren Gesängen im Schulgarten empfangen. Einer sitzt an einer Dschembe-Trommel und die flotten Lieder verbreiten sofort gute Stimmung. Man will gleich mitklatschen und swingen. Die Showbesucher werden in das Theater der Schule geleitet und die beeindruckende Show beginnt. Mal langsam, mal schnell, mal afrikanisch, mal international, immer rührend beeindruckend in den verschiedensten, passenden „Kostümen“. Es geht auch um die Geschichte Afrikas, über die Minenarbeiter, die sich alleine mit ihren abendlichen „Gumboot“-Tänzen (Gummistiefel-Tänze) versucht haben, bei Laune zu halten. Der Song von Toto „Africa“ beeindruckt wohl am meisten. A capella Gesang wird von Donner, Blitz und Regen begleitet, erzeugt durch Hände und Füße der Sänger. Absolutes Highlight für mich, die südafrikanische Nationalhymne gesungen von all diesen wundervollen jungen Männern, der unterschiedlichsten Hautfarben und Herkünften. Eine WOW Nachmittag.

Wie jeden Abend erwartet und ein deftiges, köstliches 3-Gänge-Farm-Menü zum Abendessen auf unserer Gästefarm.

Den nächsten Morgen starten wir mit einem Kaffee auf unserer Terrasse. Eine Herde Kühe, anscheinend unbeaufsichtigt, zieht an unserem Häuschen unbeeindruckt vorbei. Ein Pferd grast neben dem Weidezaun ein paar Meter von unserer Terrasse entfernt. Die Enten schnattern. Ein Hund schnuppert kurz in unsere Richtung. Natürlich erspähen wir auch die ein oder andere Katze, aber zum Glück in gebührendem Abstand. Idylle am Morgen pur.

Heute steht eine kleine Rundwanderung zu Cleo´s Pools auf dem Programm. Dieser startet für uns wieder ab dem Drakensberg Sun Hotel. Wir sind früh unterwegs. Der Rundweg von etwa 7,5 km dauert etwa 3 Stunden. Weite Grasflächen, bunten Blumen und zu unserer Zeit auch viele verbrannte, schwarze Flächen zieren den gut ausgeschilderten Weg. So recht abschalten und genießen können wir heute gar nicht, denn im Anschluss haben wir eine Canopy Tour gebucht und wir sind ehrlichweise wirklich ein bisschen aufgeregt. Wahrscheinlich hätten wir den Tag lieber andersherum starten sollen. Erst das Adrenalin und dann die entspannte Wanderung. Aber gut, so hatten wir eben nicht geplant.

Die Canopy Tour ist dann wirklich noch ein Highlight, noch eines auf diesem Kurztrip. Wir werden von einem sehr netten Team empfangen und nach ein paar Formalitäten reichlich ausgerüstet. Sicherungsgurte überall, ein Harness, Karabinerhaken und Handschuhe, ein Helm und eine ausführliche Einführung, bevor es losgeht. Die Tour startet mit einem kleinen Spaziergang zur ersten Plattform. Ab dann vergeht gefühlt alles wie im Fluge, im wahrsten Sinne des Wortes. Was uns während den Erklärungen noch wie ein unüberwindbarer Berg an Instruktionen vorkam, wird sehr schnell zur Routine. Immer nur einen Karabiner lösen und vom Stahlseil nehmen, nie beide. Von Plattform zu Plattform, mal an Bäumen, mal auf Felsvorsprüngen, düsen wir an doppelt gesicherten Stahlseilen über eine Schlucht nach der anderen. Adrenalin pur und aber auch klar, Spaß pur. Nur die erste „Fahrt“ hat etwas an Überwindung gekostet, aber dann läuft es wie am Schnürchen.

Viel zu schnell ist sind etwa drei Stunden mit 12 Lufterlebnisse vorbei. Auf der Ladefläche eines Pickups geht es zurück zum Ausgangspunkt. Das zufriedene Grinsen über das gemeinsame Erlebnis lässt gar nicht nach.

Bei unserem letzten, wieder einmal sehr köstlichen Abendessen auf unserer Gästefarm, lassen wir die beeindruckenden vergangenen drei Tage noch einmal Revue passieren. Nur die Unterkunft würden wir aufgrund der vielen Tiere, auch Katzen, das nächste Mal anders wählen. Denn mit Katzenphobie und keiner großen Tierzuneigung meiner Freundin, war der Farmaufenthalt vielleicht nicht die beste Wahl. Aber sonst haben wir alles richtig gemacht und unsere Tage in den Drakensbergen perfekt genutzt. Gerne wieder.

National Museum

Rund um die UAE

Ras al Khaimah

Auf dem Parkplatz nur zwei weitere Autos, super freundlicher Empfang mit einem kleinen Begrüßungstee. Toll ist, dass das Museum so verschachtelt ist, man in viele verschieden Räume und auf viele verschiedene Ebenen gar klettern kann über Leiter-ähnliche Treppen, fast ein Abenteuer-Museum für die Kinder. Tolle Geschichten aus der Region und unser Highlight, das wir fast verpasst hätten, weil die Türe geschlossen war, da der Raum klimatisiert ist: der historische Dattelpress-Raum. Dieser Besuch hat sich wirklich gelohnt. 

Ghost Village & Heritage Village al Jazirah al Hamra

Rund um die UAE

Ras al Khaimah

Großes Erstaunen bei uns allen, als die „Sehenswürdigkeit“, die angeblich nicht auf Touristen ausgerichtet ist, sondern mehr auf eigene Faust erkundet werden soll (laut Internet), plötzlich über ein Kassenhäuschen und eine geschlossene Tür verfügt. Leider war uns nicht bewusst, dass diese Geisterstadt Teil des Ras al Khaimah Fine Art Festivals 2021 war und somit nur am Wochenende „geöffnet“ sein sollte. Dumm gelaufen. Aber mal ehrlich, es gibt immer Mittel und Wege. Wir sind wieder ins Auto gestiegen, einmal um die Ecke gefahren, außer Sichtweite des Wachmannes und sind einfach einen Block weiter durch die verlassene Stadt geschlendert, denn der Bereich ist wirklich groß und es gibt in jeder Ecke etwas zu entdecken. Es ist angeblich die letzte traditionelle Stadt, die noch erhalten ist, mal mehr, mal weniger. Früher stark besiedelt von Seefahrern und Perlentauchern und -händlern, bis Mitte der 20. Jahrhunderts die Moderne lockte und die Bewohner langsam das Dorf verließen. 

Auch die Kinder fanden es super spannend, in den verlassenen Häusern und Gassen herumzuschauen.

iSimangaliso – Teil 3

Startseite

St. Lucia

Es geht weiter. Neuer Tag, neues Ziel. Ziel ist das eigentliche Hauptgebiet des iSimangaloso Wetland Parks. Im Ort St. Lucia haben wir uns in ein Guesthouse eingemietet. Den Ort erreichen wir über eine große Brücke, die einen Fluß überquert. Wir erspähen hier schon bei der Anfahrt große Nilpferdgruppen.

Nach einem ausgedehnten köstlichen Mittagessen im touristisch gut erschlossenen Ort, begeben wir uns auf eine Bootsfahrt. Graue Wolken hängen über uns, es ist nicht kalt, aber es könnte auch jederzeit anfangen zu regnen. Wir haben Glück, in jeglicher Hinsicht. Kein Regen und sehr, sehr viele Nilpferd Begegnungen. Große und Kleinere, im Wasser und am Ufer, mit weit aufgesperrten Mäulern und immer wieder auch die verschiedensten Vögel, u.a. imposante Seeadler, auf die uns der Guide aufmerksam macht. Es ist ein wunderschönes Erlebnis, den Nilpferden doch so nah zu sein, in ihrem Element, dem Wasser.

In unserer Reet-gedeckten Hütte kochen wir uns Spaghetti mit Tomatensoße, bereiten einen frischen Salat und genießen eine wohlschmeckende Flasche Südafrikanischen Rotwein. Der Tag könnte nicht schöner enden.

Den nächsten Tag geht es durch Naturschutzgebiete, den iSimangaliso Wetland Park, weiter Richtung Süden. Ziel ist die Ingwenya Lodge in St. Lucia. Wir begegnen Nyalas und Nashörnern, und treffen immer wieder auf Wasser. Wilde Ufer mit Stegen, Schwimmen Verboten Schildern und Warnung vor Krokodilen. Der Himmel ist immer noch stark bewölkt, aber es bleibt weitgehend trocken. Irgendwie passt das Wetter zum feuchten Wetland Park. Zu unserer rechten Seite durchziehen immer wieder Seen die Landschaft und zur linken erstreckt sich der indische Ozean. Am Mission Rock klettern wir auf den Felsen umher und am Cape Vidal haben wir die Füße im Sand. Die Brandung tobt laut und der Wind schüttelt uns ganz schön durch. Kalt ist es nicht wirklich, aber doch irgendwie ungemütlich.

Der iSimangaliso ist ein Wort aus der Sprache der Zulu und bedeutet so etwas wie ein Wunder, wunderlich. Wir sind nicht mehr verwundert, wir sind verzaubert von der wilden, weiten Natur.

Den Tag beschließen wir in einem der vielen Restaurants in St. Lucia und gehen früh ins Bett.

Wir könnten noch viele weitere Tage in dieser Umgebung verbringen, aber der Alltag ruft und wir müssen zurück. Am nächsten Tag treten wir früh den langen Rückweg nach Johannesburg an. Etwa 600 km liegen vor uns und eventuell wieder die ein oder andere Baustelle…

Erinnerungen aus unserer Südafrika Zeit.

Eindrücke der Rückreise: