Hwange National Park und Ivory Lodge, Simbabwe

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… Mit geflickter Scheibe und gefülltem Tank beginnt die Weiterfahrt Richtung Süden. Etwa 60 Kilometer nach Victoria Falls biegen wir auf eine Nebenstraße ab, Richtung Hwange National Park. Wir kommen an ein Gate und müssen uns registrieren lassen. Einige Zeit später erreichen wir Robins Camp. Ausgestorben und heruntergekommen fegt aber doch ein Einheimischer mit einem selbstgebastelten Besen den Parkplatz. In einem kleinen, einfachen Raum sitzt eine adrett gekleidete Dame. 45 USD müssen wir zahlen, um durch den Park zu fahren. Ein stolzer Preis für etwa 150 Kilometer. Ich will noch die Toiletten benutzen, bevor wir unsere Fahrt fortsetzen. Der Parkplatz-Feger im zerfetzten T-Shirt weist mir den Weg. Durch verlassene Unterkünfte gelangen wir an ein Haus, in dem die Waschräume für die einfachen Unterkünfte untergebracht sind. Alles wirkt sehr gespenstisch. Verwaisten Toitellen, Duschen und Badewannen, die ausschauen, als ob sie jahrelang nicht in Gebrauch waren. Wie sich schnell herausstellt, gibt es auch kein Wasser.

Obwohl die zwei Personen hier sehr nett und zuvorkommend sind, bin ich froh, dass wir weiterfahren.

Durch afrikanische Landschaft schleichen wir dahin. An einem Wasserloch sehen wir Nilpferde aus einem Beobachtungsstand. Wir begegenen mehreren Elefantenherden und auch wunderschönen Giraffen direkt neben und auf dem Weg. Für Ewigkeiten sind wir das einzige Auto. Dann fahren wir auf einen Picknickplatz und trauen unseren Augen kaum. Zwei weitere Autos parken hier und picknicken, zwei junge Männer bauen hier im Nirgendwo sogar ein Zelt auf. Sobald wir weiterfahren, ist es auch schon wieder vorbei mit der menschlichen Gesellschaft. Aber die Tiere bleiben unsere treuen Wegbegleiter.

Bei der Anfahrt zur heutigen Unterkunft steigt kurzfristig und schnell der Adrenalinspiegel. Wir biegen um eine Ecke und stehen direkt vor einer riesigen Büffelherde an einem Wasserloch. Nachdem wir uns wieder beruhigt haben, sehen wir auf der gegenüberliegenden Seite der Wasserstelle unsere Unterkunft mit direktem Blick auf dieses Naturschauspiel. Langsam fahren wir an der Herde vorbei. Und schon fünfzehn Minuten später sitzen wir auf unserer Terrasse, etwa 30 Meter von der Herde entfernt, sicherheitshalber durch einen kleinen Zaun von uns getrennt.

Unsere Unterkunft hat keine Glasfenster oder verschließbare Türen, dafür viel frische Luft und ein Moskitonetz über dem Bett. Auf Stelzen gebaut, bietet die Ivory Lodge ein wunderschönes Buscherlebnis.

Wir starten eine Tierbeobachtungsfahrt mit Fahrer und Führer und treffen schon nach wenigen Kilometern die bekannte Elefantenherde „Presidential Elephants“. Über 400 Elefanten, die im Großgebiet des Hwange National Parks leben, wurden 1990 von President Mugabe zur Presidenten Herde erklärt und sollten somit vor Keulung und Jagd geschützt werden. Dies sollte auch zeigen, dass Simbabwe verantwortungsbewußt mit seiner Tierwelt umgeht.
Ein afrikanischer, rotleuchtender Sonnenuntergang rundet diesen Tag noch ab. Am Lagerfeuer in der Dunkelheit genießen wir noch den Blick auf das beleuchtete Wasserloch und eine vorbeiziehende Elefantenfamilie. Dann schlafen wir, mehr weniger als mehr, so ohne Fenster, kann der afrikanische Busch doch ganz schön geräuchvoll sein…

Beim Frühstück gibt es spannende Geschichten. In der Hütte eines amerikanischen Pärchens wurde nachts eingebrochen. Soweit man von Einbruch sprechen kann, wenn es keine verglasten Fenster und verschließbare Türen gibt. Sie hatten Besuch, unangekündigt. Durch das Badfenster ist der Eindringling geklettert. Hat kräftig Unordnung verursacht, bevor er mit der Beute wieder floh. Die Kontaktlinsen waren Objekt der Begierde. Laut Mitarbeitern der Lodge soll es sich bei dem Dieb um ein Erdhörnchen oder eine Maus gehandelt habe. Auch ein kleiner Affe sei als Täter nicht auszuschließen. Der Affe erscheint mir irgendwie die logischste Erklärung. Nicht das der Kontaktlinsen bräuchte, aber eine Maus… Das ist die afrikanische Wildnis, man muß mit Überraschungen rechnen.

Hwange National Park

Ivory Lodge, Simbabwe

Falls Du Interesse hast, die Tour nachzufahren, habe ich ein kleines Reisehandbuch für dich erstellt, das auch unsere Unterkünfte enthält:

Mehr Interesse an der Tour? Hier gibt´s auch noch weitere Geschichten des Roadtrips:
https://entdeckerglueck.com/2021/09/12/afrika-16-tage

Victoria Falls, Simbabwe

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Wir öffnen die Gardinen von unserem Gartenblick-Zimmer und was sehen wir da? Ein großer Teil des drei Meter hohen Stahlzaunes liegt um. Eine Elefantenherde läßt sich ihren Weg nicht versperren. Da gibt es keine Umwege. Gerade aus und mittendurch. Jetzt tummeln sich Affen und Warzenschweine auf der Wiese. Der Vorfall ist offensichtlich reine Routine für die Hotelangestellten. Abends steht der Zaun wieder.

Wir laufen zum Victoria Falls Park, zahlen einen unverschämten Eintrittspreis, aber freuen uns, heute die Wassermassen ganz aus der Nähe sehen und fühlen zu können… David Livingstone war 1855 der erste Weiße, der die Fälle entdeckt hat. Sicherlich wurden damals am Eingang noch keine fast knöchellangen Plastiktüten-Regenmäntel verkauft. Wir haben vorsorglich schon unsere Regenjacken eingepackt und denken, wir sind vorbereitet. Erst begegnen wir David, der hier immer noch einen schönen Blick auf die Fälle hat und die Gischt täglich zu spüren bekommt. Dann kommen wir ganz nah an den Abgrund, wo das Wasser mit beeindruckendem Getöse über die Klippe fällt. Wir laufen zu den verschiedenen Aussichtspunkten, die so spannende Namen haben wie Horseshoe Falls, Rainbow Falls und Devils Cataract und uns immer wieder faszinierende Ausblicke auf die Fälle bieten. Der Weg führt durch ein urwaldähnliches Gelände. Zum Schluß erreicht man den Danger Point. Da überlegt man sich natürlich, ob man es wagen soll, diesen Weg zu gehen. Gefährlich war der Pfad nicht, aber nass. Und nass ist hier überhaupt kein Ausdruck dessen, wie nass man hier werden kann. Natürlich hängt das immer von den Wind- und Wasserverhältnissen ab. Ich kann nicht sagen, ob wir einen guten oder schlechten Tag erwischt haben, auf alle Fälle einen sehr spaßigen… Es sprizte so viel Gischt auf diesem Weg, dass die langen Plastiktüten-Regenmäntel sicher die bessere Wahl gewesen wären. Sozusagen geduscht und triefend nass haben wir dann die Aussicht auf die Eisenbahnbrücke aus dem Jahre 1905 genossen.

Auf dem Rückweg zum Hotel quitschen die mit Wasser gefüllten Wanderschuhe fröhlich vor sich hin. Der Besuch der Viktoria Fälle war jeden Cent wert.

Falls Du Interesse hast, die Tour nachzufahren, habe ich ein kleines Reisehandbuch für dich erstellt, das auch unsere Unterkünfte enthält:

an der Tour? Hier gibt´s auch noch weitere Geschichten des Roadtrips:
https://entdeckerglueck.com/2021/09/12/afrika-16-tage-4-lander/

Erste Begegnung

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Adoption. Südafrika.

Jahrestag. Am 7. März 2013 durften wir euch das erste Mal in die Arme nehmen und im Herzen einschließen. Die HerzensTür ist für immer geschlossen und ihr seid darin und breitet das wohligste, schönste, vollkommenste Familiengefühl darin aus. Für uns, Mama und Papa, tief im Inneren. Und für uns live im Leben jeden Tag, mit so viel Freude, Neugier und Leben verschönert ihr den Tag, jeden Tag.

Über ein Jahr zuvor, im Februar 2012, hatten wir den Adoptions“Prozess“ in Johannesburg, Südafrika gestartet. Dank einer super lieben Sozialarbeiterin, konnten wir den langen Weg bereits so früh antreten. Denn, zu der Zeit, durften Ausländer, die in Südafrika leben, erst nach fünf Jahren vor Ort adoptieren.  Mit unendlich viel Papierkram, Gesundheits- und Finanzchecks, psychologischen Prüfungen, Gruppensitzungen zur Vorbereitung, Hausbesichtigungen, Empfehlungsschreiben, ausführlicher BeziehungsGeschichte, usw usw.

Dann, am 10. Januar 2012 waren wir 5 Jahre im Land und unsere Sozialarbeiterin verließ kurze Zeit später die Agentur. Kurze Panik.  Aber schnelle Erleichterung – am 6. Februar bekommen wir bereits einen Termin bei der Nachfolgerin. Super nette Person, professionell in unseren Fall eingearbeitet. Unsere Annahme war, dass wir die Dame an dem Tag kennenlernen und über den weiteren Verlauf aufgeklärt werden. Die unglaubliche Überraschung und ihre Aussage trafen uns wir ein Blitz: „Wir haben Zwillinge für sie gefunden!“  Wir konnten unser Glück kaum fassen und dann noch die Nachricht, dass wir ein Zwillingspärchen bekommen würden. Dieses extreme GlücksGefühl kann ich niemandem beschreiben, sicherlich ähnlich, wie eine Mittteilung einer geplanten Schwangerschaft. Ich für mich vergleiche es mit einem 6er Lottogewinn. Was eigentlich nicht zu toppen war, wurde dann noch von der Information übertroffen, dass die beiden Goldschätze aus dem Kinderheim kommen, in dem ich bereits eine Zeitlang einmal in der Woche ausgeholfen hatte. Aber witzigerweise war ich den beiden nie begegnet. Und ich wusste, dieses Kinderheim ist, im Vergleich zu vielen anderen, ein Paradies und sicherlich die beste Grundlage für eine gesunde Kinderseele. Wir waren (und sind) so überglücklich.

Wir sollten dann am späten Nachmittag ein Foto der Beiden per E-Mail erhalten…  GefühlsKarussell pur. Ein Foto – noch am gleichen Tag? Und die ernüchternde Aussage hinterher geschoben, dass wir dann immer noch unsere Entscheidung ändern könnten. Also Hallo – Bitte? Wer sucht denn seine Kinder nach dem Aussehen aus? Natürlich waren unsere Kinder die HÜBSCHESTEN KINDER der ganzen Welt.

Einen Tag später, am 7. Februar hatten wir einen Deutschland Flug gebucht, um Familie und Freunde zu sehen. Die Sozialarbeiterin drängte drauf, dass wir diese Reise auf jeden Fall antreten sollten. Das erste Treffen würde sich noch ein wenig in die Länge ziehen, da die Kinder von einer Kinderpsychologin zuerst auf das Thema Familie vorbereitet wurden, denn Familie kannten die Goldstücke natürlich nicht. Die kannten ihre riesengroße, lebhafte Kinderfamilie mit freiwilligen Helfern aus der ganzen Welt. Das war ihre Welt, ihre Familie. Bis dahin.

Also flogen wir nach Deutschland. Die Familie war natürlich ebenso vollkommen aus dem Häuschen.

Zwei Wochen später zurück in Johannesburg, ging die Organisation los. Betten, Decken, Kissen kaufen, Zimmer streichen, Klamotten und Spielzeug kaufen, Zimmer streichen, Gardinen anbringen usw. usw. Während ich gerade dabei bin, das Bett zu zahlen und die Anlieferung zu arrangieren, klingelt das Telefon.

Ganz spontan, morgen früh, am 7. März 2013 – exakt einen Monat, nachdem wir uns in euch bereits auf dem Foto verliebt hatten, ist das erste Treffen.

O.k., sehr spontan. Mein Mann hat sich gleich freigenommen, denn jetzt war es am Laufen und nicht mehr zum Stoppen.

Diese erste Begegnung…

Schüchtern, erwartungsvoll, unsicher, freudig, spannend.

Ihr beide wart für einen kleinen Empfang herausgeputzt. Unsere Tochter im Kleidchen und Sohn im Hemd. Super süß. Aber später zu Hause ist sehr schnell klar, dass weder die eine Kleidchen noch der andere Hemden mag. Zu lustig.

Wir haben ein Picknick dabei, mit Picknick Decke, Kinderbechern und Kindertellern, Kinderbesteck und allerlei kleinen Snacks. Wir sind natürlich die große Attraktion unter allen Kindern an diesem Vormittag und es ist sofort spürbar, dass ihr mit uns erstmal alleine sein wollt und uns nicht teilen möchtet. Ihr seid heute der absolute Mittelpunkt, alle haben mit euch mitgefiebert. Während alle Kinder draußen in der Sonne toben, verbringen wir die Zeit bis zum frühen Nachmittag im Schlafsaal auf der Picknickdecke. Später wollt ihr dann doch zum Toben raus zu den Freunden. Uns freut es, auch eure Freunde, bis dahin ja eure Familie, kennenzulernen.

Es war ein WUNDERSCHÖNER erster Tag.

Der Abschied am Abend fällt schwer. Aber wir kommen wieder, morgen. Mit strahlenden Augen und warmen Herzen werden wir euch auch morgen wieder in die Arme nehmen. Wie noch so oft…

Ihr seid die größte Bereicherung, das Beste, Wertvollste und Kostbarste in unserem Leben. Ihr seid unsere Familie – für IMMER.

In Liebe

Eure Mama und Papa

Radfahren in der Wüste              

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Al Qudra – Dubai

Was ich an Dubai so liebe, sind die vielen Überraschungen, die es für einen bereit hält und die Vielfalt der Möglichkeiten. Nie hätte ich gedacht, dass ich in Dubai an einem DonnerstagMorgen in der Wüste bei heftigem Nebel mit einem EBike 45 km Radfahren werde.

Aber heute war der Tag er Tage. Ehrlich gesagt, war ich super aufgeregt, ob ich das schaffen würde. In meiner „Panik“ habe ich den Tag vorher noch ein bisschen Informationen online sammeln wollen und bin auf das Angebot eines Fahrradvermieters am Startpunkt des Rundweges gestoßen. Dort konnte man online ein EBike buchen und ich dachte mir, dass ist perfekt für mich für das erste Mal Wüstenradeln. Also schnell online mein Rad für vier Stunden gebucht, um auf der sicheren Seite zu sein, dass wir (vier Mädels, oder besser vier Frauen) und somit natürlich in erster Linie ich, mir sicher sein kann, dass ich das schaffen werde. Aus verschiedensten Gründen hatte ich trotzdem eine sehr „aufgeregte“, unruhige Nacht… Denn ich bin auch nicht wirklich so hitzebeständig… Und die Sonne kann hier schon ganz schön vom Himmel brennen. Deshalb frühe Abfahrt, sobald die Kinder aus dem Haus sind und im Schulbus sitzen. 7:10 Uhr geht es los – bei EXTREM dichtem Nebel. Wahnsinn. Ich hole meine Freundin und ihren Besuch aus Deutschland ab und los geht’s. Ein unglaublich dichter, schwerer Nebel hängt über unserer Strecke. Wir hoffen und hoffen, dass der Nebel sich noch lichtet, aber er tut es nicht. Statt 100 km/h können wir gerade mal 60 km/h fahren. Die 25 km Fahrt zum Startpunkt zieht sich ewig hin und ist super anstrengend. Wir können keine 20 m weit schauen.

Auch hier die Situation: NEBELIG. Kein SichtMeter Besserung.

Meine Freundin mit ihrer Freundin, wollen ein Careem Mietbike nehmen. Ich gehe zu meiner Vermietstation, die 20 m voneinander entfernt liegen. Leider stellt sich hier raus, dass dieser Shop komplett auf die RENNFahrer unter den Radlern ausgelegt ist. Wir sind aber die HausfrauRadlLiga und ich komme mit dem super Rennbike, auf dem mein Po gefühlt im Nebel verschwindet, während meine Hände fast auf der Straße laufen können, überhaupt nicht zurecht. Vollkommene Fehlentscheidung. 180 Dirham für 4 Stunden….

Ich storniere und begebe mich zu meinen Freunden am Careem MietFahrradStand. Mit der entsprechenden App (von der ich in einem anderen Artikel schon einmal berichtet habe) entschlüssele ich mir ein komfortables EBike mit drei Gängen, breitem, relativ bequemen Sattel und einer vollständig geladenen Batterie. Der Po befindet sich in korrekter Position, näher zur Straße als die Hände – alles perfekt und bequem. Kann losgehen.

Meine Freundin tauscht ihr Rad noch einmal aus, um ebenfalls einen komplett geladenen Akku zu bekommen. Super einfache Handhabe und an dem Morgen, so früh unter der Woche, waren noch sieben Careem Räder verfügbar.

Bei Careem zahlt man 20 Dirham für eine Stunde und jede weitere halbe Stunde wird mit je weiteren 10 Dirham abgerechnet. Besseres Rad für meine Ansprüche und hierfür noch die erhebliche bessere Rate.

Es geht los. Nebel, Nebel… der dunkle Teer unter uns, gesäumt von strahlend gelber Fahrbahnmarkierung. Zweispurig. Wir halten uns immer schön auf unserer Fahrbahnseite, denn der Nebel würde einen heranrauschenden Rennrad Fahrer wirklich erst im letzten Moment ausspucken. Für mich ist der Nebel irgendwie mystisch. Wunderschön. Total entspannend, denn die Augen haben nicht viel zu suchen oder zu sehen. Schade natürlich für den Besuch meiner Freundin aus Deutschland, die gerne die Wüste gesehen hätte.

Einmal sehen wir drei wunderschöne Bäume am Wegrand. Wir halten an und fotografieren „Bäume im Nebel“, fotografieren gleich auch mal „Uns im Nebel“, die „Räder im Nebel“. Es ist super lustig.

Ich habe mir schon immer gewünscht, seit ich hier bin, einmal in der Wüste die arabische Oryx Antilope in freier Wildbahn zu sehen, hatte gehofft, dass es bei der Radtour so weit sein würde. Der Nebel hatte mir natürlich jegliche Hoffnung darauf genommen, aber der Nebel hat sie dann doch am Wüstenrand sichtbar gemacht. Wunderschön.

Wäre jetzt die Sonne draußen, wären wir wahrscheinlich nass geschwitzt gewesen, trotz EBike. Nass sind wir trotzdem – NebelNass. Das Wasser tropft vom Helm oder von den Haaren, die Jacken sind mehr als klamm und auf den Härchen an den Fingern sammeln sich hunderte kleine Wasser Tröpfchen.

Total surreal steht plötzlich ein Schild „Vorsicht Pferde“ mit blinkenden, orangenen Warnlampen in der Wüste. Wir überqueren eine autobahnähnliche Pferderennbahn aus Sand. Nicht weit hiervon entfernt passieren wir den Abzweig zum „Wüstenhotel“ Bab al Shams. Hier könnte man zum Frühstück, auf einen Kaffee oder eine Erfrischung einkehren.

Kurz bevor wir eine Moschee erreichen, ist der Nebel verschwunden und die Sonne kommt raus. Unglaublich. Etwa 13 km vor dem Tourende… Da mir die nasse Jacke unangenehme Kälte bereitet, machen wir einen kurzen Stopp und können tatsächlich im T-Shirt auf die Zielgerade gehen.

Das letzte Stück bei weitem, klaren Blick führt nun allerdings parallel zu Hauptstraße…

Wir drei ortsansässigen sind uns sicher, wir kommen wieder – in einem kalten Monat (Dezember oder Januar), an einem Wochentag und bei Sonnenschein. Dann können auch wir, die Wüste sehen, die wir heute nur erahnen konnten.

Es war ein wunderschöner Morgen. Zwei Stunden und 40 Minuten später sind wir wieder am Ausgangspunkt. Der Akku noch halb voll, wir überglücklich und zufrieden. Das komfortable Rad über die Careem Bike App hat mich 50 Dirham gekostet. Ein toller, bezahlbarer Ausflug. Kann ich nur empfehlen, wenn man radeln mag.

Startpunkt:
Al Qudra Cycling Trek – Last Exit – Tankstelle

Für weitere Dubai Radtouren:

Zugfahrt von Mombasa nach Nairobi

Rund um Afrika

Reisewelt – Afrika – Kenia

Nach wunderschönen Entdeckungen in Mombasa Stadt fahren wir mit dem Taxi gegen Mittag an den Bahnhof in Mombasa. Zum Glück haben wir nur wenig Gepäck, einen kleinen Handgepäckkoffer und eine Reisetasche. Die Ticketschalter damals sind noch einfache Wellblech Gebäude. Davor Teerfetzen mit Kiessteinen. Wir haben unser Ticket bereits über eine Agentur vorab gebucht. Der Bahnsteig versetzt einen glatt in eine andere Zeit. Es gibt ja auch in Deutschland sehr alte, schäbige Bahnhöfe, aber dieser ist schon fast schäbig-schick. Ein Schild am Bahnhof zeigt uns an, dass Mombasa 18 m üNN liegt. Ein Jugendlicher sitzt am Boden und lauscht seinem Freund, der auf der Gitarre eine angenehme Stimmung verbreitet. Auf unserer Boarding Karte ist die Wagennummer 1210 vermerkt. Über den fast menschenleeren, sehr einfachen Bahnhof laufen wir am Zug entlang. Grün-Weiß ist der Zug mit einem dünnen Gelb-Roten Streifen. Wir können es kaum abwarten, unser Abteil zu sehen. Die Türen der Wagen sind schon geöffnet. Der typische Bahn Geruch erwartet uns beim Betreten. Ein schmaler Gang, eben typisch für einen Abteilwagen, führt an den „Kabinen“ vorbei. Unser kleines Reich für die Nacht hat eine Verbindungstür zur Nachbarkabine, die sich nicht wirklich richtig schließen lässt. Wir platzieren geschickt unseren kleinen Koffer und die Reisetasche davor. Alle wichtigen Unterlagen, Pässe usw. haben wir immer in meiner Handtasche am Mann. Sonst haben wir nichts Wertvolles im Gepäck. Die zwei Jungs mit der Gitarre haben auch noch Video-Ausrüstung dabei. Und wie sich rausstellt, sind die beiden unsere KabinenNachbarn und auch Deutsche. Die auf einer Mission unterwegs sind.

Unsere Kabine hat eine einfache hellbeige Kunstlederbank mit einem herunterklappbarem oberen Einzelbett. Wir haben ein kleines Waschbecken in der Kabine, Toiletten befinden sich am Wagenende auf dem Gang. Viel Platz ist nicht, aber den brauchen wir auch nicht. Es dauert noch fast zwei Stunden bevor sich der Zug mit doch einiger Verspätung in Bewegung setzt. Die Sonne steht schon sehr tief am Horizont. Wir steigen immer mal wieder aus und vertreten uns die Füße noch ein wenig am staubigen Bahnsteig. Wir bestaunen den „Restaurant Car“ von außen und freuen uns auf das Abendessen später innen. Sitzen noch ein wenig auf der Bank am Bahnsteig, ich mache noch einige Fotos, der Gitarrist hat sich auch noch einmal auf den Bahnsteig gesellt und spielt noch ein Liedchen. Auf einfachen, flachen Holzpalettenwagen werde große Säcke herangekarrt. Die aus grobem, gewachstem Militär-anmutendem Leinenstoff genähten Säcke sind vollgepackt. Unser Bettzeug, wie sich später herausstellt. Der heiße Tag neigt sich dem Ende. Die Aufregung hat sich in Vorfreude gewandelt. Die wundersamen Zugwichtel hieven die Säcke in die einzelnen Abteile und verwandeln die einfachen Sitzbänke geschickt und schnell mit ein paar wenigen Handgriffen in unser Schlaflager.

Und dann endlich bittet der Schaffner alle, einzusteigen. Es geht los. Fast 2,5 Stunden verspätet, aber auch hier, der Weg ist das Ziel, wir haben keine Termine, nur Zeit. Zeit zum Genießen.

Und schon bald sitzen wir im Speisewagen an unserem zugewiesenen 4er Tisch und lassen es uns gutgehen. Unsere KabinenNachbarn sind auch unsere TischNachbarn. Es entsteht ein interessantes Gespräch. Wir erzählen von unserem Leben in Afrika und die beiden habe auch eine tolle Geschichte. Einer der Beiden hat als Kind in Kenia gelebt und sie reisen nun gemeinsam die wichtigen Stationen aus dieser Zeit ab, besuchen alte Freunde, versuchen alte Bekannte ausfindig zu machen und begleiten das Ganze mit ihrer Kamera-Aussrüstung. Die beiden studieren so etwas wie Medienwissenschaften und haben sich dieses herrliche Projekt für ihre Abschlussarbeit gewählt. Was für eine spannende Geschichte. Es wird ein sehr kurzweiliger Abend zu viert im Speisewagen. Nach der Suppe, erscheint eine sehr nette Bedienung mit einer übergroßen Aluminiumschale mit Reis und einer Art Gulasch. Sehr einfach, aber wirklich köstlich. Dazu gönnen wir uns ein erfrischendes, kühles Tusker Bier. Über uns summen kleine Ventilatoren und versuchen vergeblich, die Luft zu kühlen. Nach zwei weiteren Tusker und einer Nachspeise zieht es uns so gegen 22 Uhr in unser Abteil, nachdem ich die Toilette noch einmal aufgesucht habe, in der Hoffnung, diese während der Nacht nicht einmal besuchen zu müssen…

Wir kuscheln uns in die Betten, aber nicht wirklich unter die Decken, denn noch ist es sehr warm im Abteil. Ich habe das obere Bett, welches ich über eine Holzleiter erreiche. Mein Mann hat das untere Bett bezogen. Wir öffnen das Fenster ein wenig und lassen uns von dem Fahrtwind kühlen. Es wird schnell angenehmer, aber es bleibt warm. Die Nacht zieht am Fenster vorbei. Und wie das allgemein beim Zugfahren ja so ist, fallen uns schon sehr bald die Augen zu und wir dösen ein. Einen festen Schlaf habe ich in dieser Nacht nicht. Ich höre immer wieder Geräusche, immer wieder hält der Zug an. Mal schaue ich aus dem Fenster und sehen einen Bahnhof, manchmal scheint der Zug aber auch einfach im Nirgendwo zu halten. So gegen 5:30 Uhr dämmert es leicht. Wir kuscheln weiter in unseren Betten und schauen von dort aus dem Fenster. Wir sehen Strauße, Kuhherden, Radfahrer und Brücken. Es schön, wieder etwas sehen zu können, nach der dunklen Nacht. Immer wieder schlängelt sich der Zug durch weite Landschaften mit runden, reetgedeckten Hütten. Vorbei an kleinen Bahnhöfen, wo uns Kinder in Schuluniformen zuwinken, offensichtlich früh auf dem Weg zur Schule. Ich sehe selten wirklich Leute ein oder aussteigen an den kleinen Bahnhöfen.

In all dieser frühen Stille des Tages herrscht plötzlich irgendwie Tumult in der Nachbarkabine. Wir wagen einen Blick auf den Gang und dort stehen zwei Zugmitarbeiter vor der Kabine. Was ist wohl hier passiert. Wie sich herausstellt, sind die beiden in der Nacht „überfallen“ worden, auf jeden Fall sind die beiden Kameras weg inklusive eines großen Teils des Filmmaterials. Wir werden auch befragt, können aber keine hilfreichen Auskünfte geben. Wir haben zwar immer mal wieder Leute auf dem Gang laufen hören oder auch ungewöhnliche Geräusche, aber welche Geräusche sind auf solche einer Übernachtfahrt schon gewöhnlich…?

Uns tun die beiden wirklich sehr, sehr leid. So ein großes, emotionales und wundervolles Projekt und dann, kurz vor Reiseende, solch eine bittere Überraschung.

In unserem ZugKino kommen langsam die Anfänge Nairobis auf den Bildschirm. Viele, viele, teils sogar verrostete Blechhütten der wirklich armen Bevölkerung ziehen an unserem Fenster vorbei.

Fast 19 Stunden später sind wir am Ziel angekommen. Für uns war es ein wunderschönes Erlebnis. Diese Eindrücke des Landes, die langsame, gelassene Art des Reisens, die netten Menschen, das 5 Sterne ZugKinoFenster – wir werden es nie vergessen.

Die Betten werden wieder abgezogen und gewandelt. Die Säcke aus dem Fenster geworfen. Bevor wir den Zug dann verlassen dürfen, besteigen Polizisten in Nairobi den Zug, um diesen nach der Kameraausrüstung zu durchsuchen. Das Ganze zieht sich ein wenig hin und bleibt leider erfolglos.

Somit haben die beiden jungen Herren in der NachbarKabine leider ein komplett anderes Fazit nach dieser Reise als wir. Traurig.

Generell gilt für uns auf jeder unserer unzähligen Reisen durch Afrika: Extrem LOW-Profile. Keine Markenklamotten, kein Schmuck, keine große Kameraausrüstung, wenn man so individuell unterwegs ist. Wenn ich mit dem Mainstream unterwegs bin, kann ich etwas unbeschwerter reisen, aber so individuell, gilt einfach, desto unauffälliger und uninteressanter, desto weniger Angriffsfläche, denn solche Länder sind oft sehr, sehr arm und man versucht immer irgendwie seine Familien zu ernähren.

Damals… im Jahr 2010 fuhr noch die alte, langsame Bahn die Strecke. Mittlerweile ist die Strecke modernisiert und der alte Zug ersetzt.

Mombasa Stadt

Rund um Afrika

Reisewelt – Afrika – Kenia

Ein wunderschöner Kurztripp während unserer AfrikaZeit hat uns nach Mombasa Stadt geführt. Bei Mombasa denkt man natürlich erstmal an traumhafte weite, weiße Strände mit türkisfarbenem Meereswasser, Palmen und Cocktails schlürfen in All inklusive Anlagen. Wir hatten aber vor, mit dem Zug von Mombasa nach Nairobi zu fahren und somit haben wir uns für einen Stadtaufenthalt in Mombasa entschieden. Und den Strand hatten wir bereits einmal auf einem anderen Roadtrip genossen und für wunderschön befunden. Aber da wir gerne etwas Neues entdecken, also Mombasa Stadt vor Abfahrt des Zuges.

Wir haben uns für das Tamarind Village Hotel entschieden. Die Lage und der Ausblick sind einfach umwerfend. Der Hauptteil von Mombasa Stadt liegt auf einer „Insel“ zwischen Landzungen eingeschlossen und ist über mehrere Brücken erreichbar. Unser Hotel liegt somit auf dem Festland gegenüber und wir haben einen wunderschönen Blick auf den Hauptteil. Das Hotel hat keinen Strand, sondern eine Poolanlage umsäumt von grünen Wiesen. Wir liegen unter Palmen und genießen einfach die Ruhe nach unserer Anreise.

Schon bald wird das Abendessen auf einer großen Terrasse mit eben gleichem, herrlichem Ausblick serviert. Der Sonnenuntergang ist bilderbuchreif. Das Inselland und das Wasser werden in einem angenehmen rosa Farbton natürlich erleuchtet. Zwar erst der erste Tag, aber bereits satt gegessen und satt an ersten tollen Eindrücken fallen wir ins Bett.

Für den nächsten Tag haben wir einen Stadtführer für uns alleine gebucht. Es ist brütend heiß und schon nach dem Frühstück könnten wir eigentlich wieder duschen gehen. Aber da müssen wir durch, wir wollen was von der Stadt entdecken. Unser Guide, Michuzz wartet schon an der Rezeption auf uns. Wir fahren gemeinsam in seinem Auto auf die „Insel“.

Die Tour startet am Fort Jesus. Die Portugiesen kamen 1498 nach Mombasa, entschieden sich aber, weiter zu segeln. In 1589 kamen die Türken und fingen an, eine kleine Festung in Mombasa zu bauen. Als im Jahre 1593 sich die Portugiesen doch wieder aus Malindi zurückzogen und nach Mombasa zurückkehrten, legten sie den Grundstein für das heutige Fort Jesus. Nicht sehr lange nutzten sie es als militärische Basis, denn 1631 übernahm der Sultan von Mombasa das Fort. Es startete ein langwährender Kampf um die Stellung, mal zieht der Sultan von Oman ein, mal der Sultan von Sansibar, mal wieder die Portugiesen. Während der Zeit der Britten, um 1895 fungierte es als Gefängnis. Im Jahre 1958 wurde es dann zum staatlichen Denkmal. Mit Unterstützung der Portugiesen konnte es zu einem Museum ausgebaut werden und öffnete 1960 seine Türen. Bei einem Besuch in der Stadt, sollte auf keinen Fall ein Besuch des alten Forts fehlen.

Nach diesem unerwarteten Highlight (ich hatte mich vorab kein bisschen mit eventuellen Sehenswürdigkeiten beschäftigt) bummeln wir stundenlang durch die Gassen der Altstadt und Michuzz führt uns auch in die kleinsten Hintergassen, über Märkte, zu einer Familie und immer weiter und tiefer rein ins Getümmel. Wir sind bereits komplett durchgeschwitzt, müssen immer wieder Getränke nachkaufen. Aber die Eindrücke sind unbeschreiblich schön. Nur nette Menschen, die sich freuen, dass wir ihre Stadt besuchen und immer und überall freundlich und offen auf uns reagieren. Es ist so spannend, sich mit einem Einheimischen hier in den Gassen treiben zu lassen. Die Zeit verrennt wie im Fluge.

Wir besuchen das Leven Haus, welches eine bedeutende Rolle in der Geschichte im Kampf gegen die Sklaverei spielte. Seinen Namen bekam es von einem Schiff der Briten, die hier ihre „Anti-Slaving“ Operationen gestartet haben. Zuvor gehörte das Haus dem Seyyid Said bin Sultan, dem Herrscher von Sansibar. Später wurde es u.a. auch von deutschen Missionaren (u.a. Familie Krapf im Jahre 1844) bewohnt und von 1908 bis 1928 fungierte es als deutsches Konsulatsgebäude. Heute ist es ebenfalls ein staatliches Denkmal. 

Im Swahililand Restaurant trinken wir einen Kardamom Kaffee – köstlich. Eine Katze sitzt neben uns auf der Fensterbank und schaut, wie wir, dem Treiben vor dem Fenster zu.

In den Gassen trocknet überall die bunte gewaschene Wäsche, Kinder spielen, es wird auch draußen gekocht. Bei einer Familie dürfen wir gar etwas probieren. Es laufen Hühner umher und natürlich auch sehr viele streunende Katzen. Immer wieder sind überall kleine Verkaufsstände aufgebaut mit den unterschiedlichsten Waren: Getränke, Klamotten, Obst und Gemüse, aber auch zubereitete Snacks, Fingerfood – Streetfood könnte man fast sagen.

Dann führt und Michuzz noch durch die große Markthalle. Draußen ist die Luft ja wirklich stickig und schwül heiß, in der Halle wird es fast noch schlimmer, denn jetzt kommen auch noch unzählige Gerüche hinzu. Auch hier unzählige Mengen an frischen Gewürzen in bunten Plastikschalen, Obst und Gemüse in Hülle und Fülle, fast malerische gestapelt auf Holzkisten oder Kunststoffbehältern, umgestülpten Eimern oder Körben. Absoluter Überfluss an Eindrücken. Ganz interessant für den Europäer natürlich die Fleisch- und Fischabteilung. Wahnsinn, dass bei der Hitze, einfach das Fleisch, umlagert von Fliegen, an Haken mitten im Raum hängt. Auch Hirn und Ziegenkopf wird unter gleichen, einfachen Bedingungen angeboten. Wie sollen wir das alles verarbeiten? Wir schwitzen und trinken und laufen und staunen. Stundenlang.

Wieder auf der Straße knattern Tuk Tuks an uns vorbei, Männer ziehen schwer beladene Holzwagen hinter sich hier. Keiner von ihnen scheint so stark zu schwitzen, wie wir. Es ist schon weit nach Mittag und wir verspüren Hunger. Michuzz weiß sofort, wo wir hingehen. „Island Dishes“ wartet auf uns. Wahrscheinlich hätten wir uns alleine nie hereingetraut. Unscheinbar, einfach, aber wirklich gut, wie sich herausstellt. Auf bunten Tellern wird uns ein köstliches Curry mit Reis serviert. Wir trauen uns sogar auch einen Salat zu essen. Ein Ventilator dreht an der Decke, die leichte Brise tut gut, denn wir sind komplett durchgeschwitzt und das gut gewürzte Curry tut noch seinen Teil dazu.

Anschließend schlendern wir noch eine ganze Weile durch die kleinen Gassen, es geht wieder Richtung Fort. Von hieraus bringt uns Michuzz mit dem Auto zurück zum Hotel. Nein, falsch gedacht, die Tour geht weiter – Stadtauswärts. Wir überqueren wieder die Brücke zum Festland, auf dem unser Hotel liegt. Da wir Deutsche sind, hat Michuzz noch einen spontanen Einfall.

Autokino an. Häuser von oben bis unten bemalt mit Werbung: mal für Omo Waschmittel in Rot-Blau; für Tusker Bier in Gelb; Gelb-Pink (wahrscheinlich mal Gelb-Rot) für Zain, einen Mobilfunkanbieter; Safaricom – ein weiterer Mobilfunkanbieter in Grün; usw. usw. Super spannend.

Ziel ist der „Krapf Memorial Heritage Park“, Andenken an einen deutschen Missionar, der im Jahre 1844 nach Mombasa kam. Laut „deutscher“ Plakette am Denkmal „lebte Dr. Johann Ludwig Krapf von 1810 bis 1881 und wirkte 18 Jahre in Ostafrika. Er galt wohl als Wegbereiter der Erforschung ostafrikanischer Sprachen. Im Jahre 1850 gab er die erste Kiswahiligrammatik der Welt heraus. An der Gedenkstätte sind sowohl seine Frau, als auch seine Tochter begraben“

Was für ein gigantisch beeindruckender Tag.

Wir lassen wieder den Abend auf der tollen Terrasse ausklingen, reden noch stundenlang über die Erlebnisse des Tages und sind eigentlich super müde, aber auch schon ein wenig aufgeregt vor dem nächsten Abenteuer: Unsere Zugfahrt von Mombasa nach Nairobi.

Mombasa StadtEindrücke

HotelEindrücke

Champagne Valley – prickelnd abwechslungsreich

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Drakensberge – Südafrika

Gerade mal vier Übernachtungen hatten meine Freundin und ich für unseren Ausflug von Johannesburg in die Drakensberge eingeplant, aber diese vollgepackt mit spannenden Aktivitäten.

Trotz Katzenphobie meiner Freundin hatten wir uns auf einer Gästefarm mit Tieren einquartiert. Das hätten wir vielleicht geschickter lösen können, aber die Ardmore Guestfarm war bezahlbar und sehr gut gelegen.

Unsere erste Wanderung machten wir im Monks Cowl Nationalpark, den fast unaussprechlichen Hlatikhulu Forest Trail, der mit0 etwa 7,5 km Länge ausgeschrieben ist. Blauer Himmel mit weißen kleinen Wölkchen bespickt, gerade recht Weiß-Blau für meinen Besuch aus Bayern.

Es war Oktober und die Temperaturen perfekt für eine Wanderung. Ein Teil der Wanderung führt durch einen verwunschenen, schattenspendenden Wald mit Moss-bewachsenen Steinen. Immer wieder kommt der Weg an das Ufer eines kleinen Baches. Aus dem Wald heraus führt der Weg über weite von Wiesen gesäumte Täler, mal an Hängen entlang, mal über kleine Holzstege. Die Blicke fallen immer wieder auf die beeindruckenden, mit satt-grünem Gras bewachsenen Berge um uns herum. Leuchtend rote „Flaschen-Putzer“ Büsche (offiziell Zylinderputzer) sorgen für die bunten Farbtupfer, ebenso wie die unterschiedlichsten Wiesenblumen.

Ein herrlicher Tag und die Drakensberge haben uns schon in ihren Bann gezogen.

Im Garten der Valley Bakery gönnen wir uns noch einen Kaffee und etwas kleines Süßes. Man könnte fast meinen, der Tag ist schon zu Ende. Aber frisch gestärkt fahren wir vor dem Abendessen auch noch zu den KwaZulu Weavers. Von dem Café ist das etwa 20 km entfernt. Wir können den netten Damen, die sich über einen Plausch freuen, bei der Arbeit über die Schulter schauen und die wunderschönen Arbeiten bewundern. Bunte Wollknäule in knalligen Farben, Näherinnen, Webstühle – hier ist einiges los. Besonders die Hängematten finde ich wunderschön, aber ich habe keine Möglichkeit, eine aufzuhängen. Somit bleibt unser Geldbeutel in der Tasche stecken. Leider, denn die Damen hätten sich natürlich über Umsatz gefreut.

Für den nächsten Tag haben wir eine Wanderung gewählt, die am Drakenberg Sun Hotel startet. Sie führt uns zum „Blue Grotto Pool“ und zurück über „Barry´s Grave“ auf einer 6 km Runde wieder zum Hotel zurück. Die Strecke startet sehr waldig, erneut in satt-grüner Umgebung. Die Sonne des Morgens taucht die Grotte mit dem Wasserfall in ein wunderschönes Licht. Wir sitzen lange hier und genießen einfach nur die Kunst der Natur. Entspannung pur. Bei warmem Wetter oder als abgehärteter Wanderer kann man in dem natürlichen Pool auch baden. Uns erfrischt allein der Anblick und die noch kühle Morgenluft.
Auf dem weiteren Weg öffnet sich das Waldgebiet und wir bekommen wieder weiter, grüne Ausblicke über die umliegenden Berge geboten.

Unsere gewählte Route führt uns über „Barry´s Grave“, ein früher Wanderer, der leider im Gelände von Monks Cowl abgestürzt war und ums Leben gekommen war. Eine Naturstein-Mauer ziert die Gedenkstätte.

Zurück im Hotel gönnen wir uns auf der Terrasse noch ein frisches, fruchtiges Stück Kuchen und einen Kaffee, bevor wir uns in der weitläufigen Gartenanlage ein ruhiges Plätzchen auf der Wiese suchen und einfach nur daliegen, die Ruhe genießen, dem Vogelgezwitscher lauschen und den Blick auf die Berge. Wir dösen ein wenig in der Sonne. Urlaub.

Dann aber schnell los – duschen, denn wir haben für den Nachmittag noch etwas Musikalisches auf dem Plan. Die Drakensberge sind Heimat des „Drakensberg Boys Choirs“. Und je nach Lage, finden einmal oder zweimal in der Woche nachmittags Vorstellungen in der Schule statt. Wir werden von den Jungs, gekleidet in schwarzen Hosen, blauen Westen und weißen Rüschen-Hemden, mit fröhlichen, glockenklaren Gesängen im Schulgarten empfangen. Einer sitzt an einer Dschembe-Trommel und die flotten Lieder verbreiten sofort gute Stimmung. Man will gleich mitklatschen und swingen. Die Showbesucher werden in das Theater der Schule geleitet und die beeindruckende Show beginnt. Mal langsam, mal schnell, mal afrikanisch, mal international, immer rührend beeindruckend in den verschiedensten, passenden „Kostümen“. Es geht auch um die Geschichte Afrikas, über die Minenarbeiter, die sich alleine mit ihren abendlichen „Gumboot“-Tänzen (Gummistiefel-Tänze) versucht haben, bei Laune zu halten. Der Song von Toto „Africa“ beeindruckt wohl am meisten. A capella Gesang wird von Donner, Blitz und Regen begleitet, erzeugt durch Hände und Füße der Sänger. Absolutes Highlight für mich, die südafrikanische Nationalhymne gesungen von all diesen wundervollen jungen Männern, der unterschiedlichsten Hautfarben und Herkünften. Eine WOW Nachmittag.

Wie jeden Abend erwartet und ein deftiges, köstliches 3-Gänge-Farm-Menü zum Abendessen auf unserer Gästefarm.

Den nächsten Morgen starten wir mit einem Kaffee auf unserer Terrasse. Eine Herde Kühe, anscheinend unbeaufsichtigt, zieht an unserem Häuschen unbeeindruckt vorbei. Ein Pferd grast neben dem Weidezaun ein paar Meter von unserer Terrasse entfernt. Die Enten schnattern. Ein Hund schnuppert kurz in unsere Richtung. Natürlich erspähen wir auch die ein oder andere Katze, aber zum Glück in gebührendem Abstand. Idylle am Morgen pur.

Heute steht eine kleine Rundwanderung zu Cleo´s Pools auf dem Programm. Dieser startet für uns wieder ab dem Drakensberg Sun Hotel. Wir sind früh unterwegs. Der Rundweg von etwa 7,5 km dauert etwa 3 Stunden. Weite Grasflächen, bunten Blumen und zu unserer Zeit auch viele verbrannte, schwarze Flächen zieren den gut ausgeschilderten Weg. So recht abschalten und genießen können wir heute gar nicht, denn im Anschluss haben wir eine Canopy Tour gebucht und wir sind ehrlichweise wirklich ein bisschen aufgeregt. Wahrscheinlich hätten wir den Tag lieber andersherum starten sollen. Erst das Adrenalin und dann die entspannte Wanderung. Aber gut, so hatten wir eben nicht geplant.

Die Canopy Tour ist dann wirklich noch ein Highlight, noch eines auf diesem Kurztrip. Wir werden von einem sehr netten Team empfangen und nach ein paar Formalitäten reichlich ausgerüstet. Sicherungsgurte überall, ein Harness, Karabinerhaken und Handschuhe, ein Helm und eine ausführliche Einführung, bevor es losgeht. Die Tour startet mit einem kleinen Spaziergang zur ersten Plattform. Ab dann vergeht gefühlt alles wie im Fluge, im wahrsten Sinne des Wortes. Was uns während den Erklärungen noch wie ein unüberwindbarer Berg an Instruktionen vorkam, wird sehr schnell zur Routine. Immer nur einen Karabiner lösen und vom Stahlseil nehmen, nie beide. Von Plattform zu Plattform, mal an Bäumen, mal auf Felsvorsprüngen, düsen wir an doppelt gesicherten Stahlseilen über eine Schlucht nach der anderen. Adrenalin pur und aber auch klar, Spaß pur. Nur die erste „Fahrt“ hat etwas an Überwindung gekostet, aber dann läuft es wie am Schnürchen.

Viel zu schnell ist sind etwa drei Stunden mit 12 Lufterlebnisse vorbei. Auf der Ladefläche eines Pickups geht es zurück zum Ausgangspunkt. Das zufriedene Grinsen über das gemeinsame Erlebnis lässt gar nicht nach.

Bei unserem letzten, wieder einmal sehr köstlichen Abendessen auf unserer Gästefarm, lassen wir die beeindruckenden vergangenen drei Tage noch einmal Revue passieren. Nur die Unterkunft würden wir aufgrund der vielen Tiere, auch Katzen, das nächste Mal anders wählen. Denn mit Katzenphobie und keiner großen Tierzuneigung meiner Freundin, war der Farmaufenthalt vielleicht nicht die beste Wahl. Aber sonst haben wir alles richtig gemacht und unsere Tage in den Drakensbergen perfekt genutzt. Gerne wieder.

National Museum

Rund um die UAE

Ras al Khaimah

Auf dem Parkplatz nur zwei weitere Autos, super freundlicher Empfang mit einem kleinen Begrüßungstee. Toll ist, dass das Museum so verschachtelt ist, man in viele verschieden Räume und auf viele verschiedene Ebenen gar klettern kann über Leiter-ähnliche Treppen, fast ein Abenteuer-Museum für die Kinder. Tolle Geschichten aus der Region und unser Highlight, das wir fast verpasst hätten, weil die Türe geschlossen war, da der Raum klimatisiert ist: der historische Dattelpress-Raum. Dieser Besuch hat sich wirklich gelohnt. 

6.500 km entfernt läuten gerade die Glocken…

Auswandern, Startseite

… die Kirchglocken für meine Oma.

Meine liebe Omi, die gestern im Alter von 89 Jahren verstorben ist. Wie unendlich dankbar bin ich, dass ich im Dezember, trotz all der Corona Panik in Deutschland, mit meinen Kindern zusammen noch einmal die Reise angetreten habe, um eine Woche FamilienZeit in meinem Elternhaus mit meinen Eltern und eben meiner lieben Omi zu verbringen. Es war eine wunderschöne, intensive Zeit. Wir haben so viel gelacht, gespielt, geredet, einfach genossen. Wer hätte ahnen können, dass es dann doch irgendwie so schnell unwiederbringlich sein wird.

Am 21. Dezember sind wir zurück nach Dubai geflogen. Am 24. Dezember kam sie ins Krankenhaus, zu viel Wasser im Körper, wie schon so oft. Allen Ärzten hat sie noch erzählt, dass ihr einziger, großer Wunsch noch ist, uns einmal in Dubai zu besuchen. Leider wurde sie aber nicht mehr stabil. Ich habe sie noch gefragt, ob ich sie über Weihnachten einfach mitnehmen soll. Rollstuhlservice am Flughafen, Rollstuhlanmietung vor Ort, aber zur Verwunderung vieler Familienmitglieder, hat sie damals schon nein gesagt. Sie müsse erst wieder zu Kräften kommen, aber das kam sie nicht mehr.

Ich schicke ihr schon immer täglich WhatApp Sprachnachrichten, regelmäßig (fast täglich) geschmückt mit Fotos, sei es von mir, von der Sonne, vom Mittagessen, vom Hund, vom Haus, vom Garten, von den Erlebnissen…. Ich weiß, dass sie sich darüber freut. Gefreut hat. Ich habe mich so mit ihr verbunden gefühlt und ich denke, sie auch mit mir. Ich habe ihr meine alltäglichen Erlebnisse, vom Spaziergang mit dem Hund, vom Einkaufen, von Erlebnissen mit Freunden, Geschichten von den Kindern oder meinem Mann erzählt… Ich habe sie einfach an unserem Leben teilhaben lassen. Ein Stück Nähe aus der Ferne vermitteln, das war mein Ziel und mein Wunsch. Und der Omi die Langeweile austreiben, denn wenn man so alt wird, hat man nicht mehr viele Freunde um sich herum. Viele sind verstorben oder selber nicht mehr fit, um regelmäßig Besuche zu tätigen oder einfach zu tief in ihren eigenen „Angelegenheiten“ verstrickt, dass sie gar nicht darüber nachdenken, wie gut ein bisschen ZEIT einem Menschen tun kann.

Da die liebe Omi von Tag zu Tag schwächer wurde, war die Nachricht von gestern von mir erwartet… irgendwie…

Am schlimmsten hat mich die Nachricht meiner Oma getroffen, die ich am Dienstag, den 25. Januar 2022 von ihr bekommen habe: „Nun ist mein Traum von Dubai geplatzt. Ich habe mich so darauf gefreut. Nun wird es nichts mehr. Ich denke oft an euch. Hab euch von Herzen lieb. Oma Lore. Drücke die Kinder von mir“

Diese Worte haben mich so hart getroffen, weil ich weiß, wie sehr sie sich gewünscht hat, noch ein einziges Mal uns in Dubai zu besuchen.

Ich weiß aber auch, wie dankbar sie (und auch wir) von ganzem Herzen sind, dass wir so viele unbeschreiblich schöne gemeinsame Erlebnisse hatten, solch beeindruckende gemeinsame Reisen erleben durften, einfach so viel wertvolle gemeinsame Zeit miteinander verbringen konnten. Das war ein sehr großes Privileg.

Und weil meine Omi so reiselustig und neugierig war, wie ich es bin, hat sie uns immer überall besucht.

Hierbei war es ein großes Geschenk für sie, dass unser Lebensweg uns nach Amerika, nach Bayern und nach Südafrika geführt hat und wir mit ihr all diese Ziele intensiv gemeinsam bereisen konnten und die schönsten, schillerndsten Erinnerungen formen konnten. Denn ohne diese, unsere Lebensstationen hätten wir zwar Zeit zusammen verbracht, aber wir wären nie, so intensiv gemeinsam gereist und zusammen gewesen.

Somit zum Abschluss: So schwer es für mich gerade auch ist, NICHT bei der Familie in Hessen zu sein, nicht bei meiner Oma gewesen zu sein, als sie auf ihre letzte Reise gestartet ist, bin ich so unendlich dankbar für unser aktives HerumTreiberLeben und all die Möglichkeiten, die es mir/uns gegeben hat, gemeinsam diese besondere und, ich sage es noch einmal, intensive Zeit zu erleben.

Ich werde nächste Woche noch eine Reise für die Oma antreten. Ich werde nach Deutschland fliegen und ihr ein letztes Mal „Auf Wiedersehen“ sagen, wenn wir ihre Asche unter einem Baum der Erde übergeben und die Oma eins wird, mit der Erde auf der wir weiterleben werden, mit unseren gemeinsamen Erinnerungen… wird sie NIE VERGESSEN SEIN.

Und ich werde eine kleines bisschen Dubai Sand im Gepäck für sie dabeihaben…

Omi, du warst die Beste und ich habe dich unendlich lieb, für immer.

Ghost Village & Heritage Village al Jazirah al Hamra

Rund um die UAE

Ras al Khaimah

Großes Erstaunen bei uns allen, als die „Sehenswürdigkeit“, die angeblich nicht auf Touristen ausgerichtet ist, sondern mehr auf eigene Faust erkundet werden soll (laut Internet), plötzlich über ein Kassenhäuschen und eine geschlossene Tür verfügt. Leider war uns nicht bewusst, dass diese Geisterstadt Teil des Ras al Khaimah Fine Art Festivals 2021 war und somit nur am Wochenende „geöffnet“ sein sollte. Dumm gelaufen. Aber mal ehrlich, es gibt immer Mittel und Wege. Wir sind wieder ins Auto gestiegen, einmal um die Ecke gefahren, außer Sichtweite des Wachmannes und sind einfach einen Block weiter durch die verlassene Stadt geschlendert, denn der Bereich ist wirklich groß und es gibt in jeder Ecke etwas zu entdecken. Es ist angeblich die letzte traditionelle Stadt, die noch erhalten ist, mal mehr, mal weniger. Früher stark besiedelt von Seefahrern und Perlentauchern und -händlern, bis Mitte der 20. Jahrhunderts die Moderne lockte und die Bewohner langsam das Dorf verließen. 

Auch die Kinder fanden es super spannend, in den verlassenen Häusern und Gassen herumzuschauen.