Kunst-Rasen

Auswandern

…auf jeden Fall eine Überlegung wert

Nie hätte ich gedacht, dass ich in meinem Garten einmal Plastikrasen verlegen lassen! Aber in der Wüste ist die Bewässerung von echtem Rasen eine wirklich kostspielige Angelegenheit. Und so liegt er nun im Garten, der Kunstrasen.

Fast ein Jahr lang haben wir jetzt mit einem Sandgarten gelebt. Der Außenbereich unseres gemieteten Hauses ist sehr, sehr groß mit sehr, sehr viel Grün. Komplett entlang der Außenmauer wachsen Bäume, Büsche, Schilfgras und Palmen. Alle müssen das ganze Jahr über regelmäßig bewässert werden, damit sie überhaupt irgendeine Überlebenschance haben.

Da der Rasen bei Einzug bereits in einem unbeschreiblich schlechten Zustand war, haben wir den Vermieter gebeten, Kunstrasen verlegen zu dürfen. Er war sofort einverstanden. Auch die Kosten hierfür übernimmt er. Fast ein Jahr, habe ich mich nun nicht wirklich um dieses Projekt gekümmert. Keiner hat auf dem „Rasen“ gespielt. Das Trampolin stand so, dass die Kinder von dem gefliesten Bereich direkt einsteigen konnten. Und somit waren Pool und Trampolin die Hauptattraktionen im Garten und die große freie Fläche eigentlich komplett überflüssig. Nur der Hund kackt fröhlich wohin er will und somit mach ich regelmäßig einen intensiven Gang durch alle Bereiche des Gartens, um die kleinen Überraschungen wieder einzusammeln.

Jetzt ziehen wir in zwei Monaten aus, da wir ein Haus gekauft haben, und das Kunstrasen-Projekt stand irgendwie noch im Raum. Ein Angebot hierfür hatte ich bereits vorliegen und es war vom Vermieter abgesegnet. Somit stand dem Ganzen nichts mehr im Wege. Ich wollte das Mietobjekt auch in einem guten Zustand an die Nachmieter übergeben.

Nach all den extrem hohen Wasserrechnungen, vielen undichten Stellen im Garten-Bewässerungssystem und viel Organisation von Gartenpflegern, um all die Baustellen zu beheben, ist es jetzt vollbracht. Der Kunstrasen ist verlegt und es sieht gut aus. Die Kinder fragten gleich: „Warum haben wir das nicht schon viel früher gemacht?“ Vielleicht hätten sie doch tatsächlich die große freie Fläche viel mehr genutzt, wenn sie einfach einladender gewesen wäre…

Eine meiner Sorgen nach dem Verlegen war erneut der Hund mit seinen „Geschäftchen“. Aber nach Rückversicherung ist das kein Problem und somit kann der Hund nun wählen, ob Sand oder Kunstrasen 😊

Kunstrasen ist also wirklich eine Alternative, wenn man Wasser sparen möchte. Natürlich wird auch der Rasen keine 50 Jahre überdauern und muss irgendwann einmal ausgetaucht werden. Was hier die bessere Umweltbilanz bietet, weiß ich leider nicht und wäre noch zu recherchieren. Den Geldbeutel schont der Kunstrasen auf alle Fälle. Denn Wasser in der Wüste – ein kostbares Gut.

Kunstrasen wird hier entweder Artificial Grass oder Astro Turf genannt.

Afrika – 16 Tage, 4 Länder

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Südafrika – Botswana – Simbabwe – Mosambik

1 Auto, 2 Personen, 2 Ersatzreifen und 60 Liter Diesel in Ersatzkanistern. Tagebuch eines Road-Trip der besonderen Art.

Von schrecklichen Straßenverhältnissen in Mosambik, vor Tankproblemen in Simbabwe und vor Moskitos wurden wir gewarnt. Wir waren vorbereitet: Zusätzlicher Ersatzreifen, genügend Diesel an Bord und jede Menge Mückenspray. Was soll schon schiefgehen? Wir setzen dem Ganzen noch eins oben drauf und nehmen uns vor, hauptsächlich fernab der Hauptstraßen zu fahren, off-road ist angesagt, wo möglich und sinnvoll natürlich.

Tag 1:
Johannesburg, Provinz Gauteng, Südafrika – Bateleur Tented Safari Lodge, Provinz Limpopo, Südafrika – 442 km

11.08 Uhr Abfahrt. Unser Ziel ist es, neben der Erholung, in den nächsten zwei Wochen soviele Kilometer wie möglich fernab der Hauptverkehrsstraßen zu fahren. Heute heißt das Ziel aber erst einmal „raus aus der Stadt“. Auf der N1 geht es Richtung Norden, bis wir kurz hinter Bela-Bela auf die Nebenstraße R33 abbiegen. Es wird interessant, holprig und später auch sandig.
In der Bateleur Safari Lodge erwartet uns Afrika. Wir schlafen in einem Safarizelt, mit Klimaanlage… Es ist Mitte Mai und der afrikanische Winter hat Einzug gehalten, somit werden wir die Klimaanlage nicht benötigen. Die Abende sind kühl und nach dem Abendessen wärmen wir uns am Lagerfeuer. Wir genießen ein Glas Pinotage, einen besonderen südafrikanischen Rotwein. Anschließend kuscheln wir uns in die warmen Decken in unserem Zelt.

Tag 2:
Bateleur Tented Safari Lodge, Provinz Limpopo, Südafrika – Khama Rhino Sanctuary, Botswana – 328 km

Früh verlassen wir das Camp, wissen wir doch nicht, was uns bei unserem ersten Grenzübergang erwartet. Alles ist schneller abgehandelt als gedacht. Ausreise, Zoll, Einreise, Zoll, freundliche Grenzbeamte – schon geht es weiter.
Bald begegenen wir wilden afrikanischen Tieren, Eseln. Im Khama Rhino Sanctuary angekommen beziehen wir unsere Hütte. Heute haben wir ein richtiges Dach über dem Kopf, ein Strohdach. Sehr luftig ist es trotzdem, die Dachgibel sind mit einem Drahtgeflecht ausgefüllt.

Mit einer Karte vom Park in den Händen geht es los. Im eigenen Auto schleichen wir auf sandigen Pisten umher und halten mit dem Fernglas Ausschau nach Tieren. Esel haben wir schon gesehen, nun soll es ein bisschen wilder werden. Es dauert nicht lange und schon entdecken wir Warzenschweine. Auf den Knien hocken sie im Gras und fressen. Als wir näherkommen, sind sie schnell auf allen Vieren. Schwänzchen gerade in die Höhe und alle in einer Reihe verschwinden sie im Dickicht. Kudus, Impalas, Gnus, Springböcke, Zebras und Strauße alles vertreten. Und zu guter Letzt sehen wir auch noch Nashörner im Khama Rhino Sanctuary. Wir haben natürlich nichts anderes erwartet… Sollte doch in diesem Fall der Name Programm sein.

Zum Abschluß gibt es noch einen romantischen Sonnenuntergang mit rotglühender Sonne über dem botswanischen Busch. Den Abend lassen wir im Restaurant mit einem heimischen „Lion Lager“ Bier ausklingen.

Botswana

Tag 3:
Khama Rhino Sanctuary, Botswana – Nata, Botswana – 398 km

Von der Fahrt durch die Makgadikgadi Pans hat man uns abgeraten. Hat es zuvor viel geregnet, ist eine Fahrt durch die Salzpfannen nicht ganz ungefährlich. Und ohne zweites Fahrzeug gleich noch gefährlicher. Also müssen wir heute noch einmal auf die Hauptstraße. Aber diese Hauptstraße birgt auch Überraschungen. Es liegen große Haufen auf der Straße, die eigentlich nur von Nashörnern oder Elefanten stammen können. Aber diese hier mitten auf der Hauptstraße? Wir sind uns unsicher, bekommen heute auch keine Antwort.
In Nata angekommen checken wir in der Northgate Lodge in der Mitte der Stadt ein. Im kleinen Garten lädt ein Pool zum Erfrischen ein.
Wir wollen aber zuvor die im Reiseführer so vogelreiche, besuchenswerte Nata Bird Sanctuary besuchen.

Mit unserem Auto fahren wir durch die flache Pfanne, immer weiter in die Ebene hinein. Wir sehen zwei Vögel… Unser Navigationssystem ist sichtlich verwirrt, zeigt es unser Auto doch mitten im Wasser an. Die Landschaft der Pfanne, an vielen Stellen auch salzig, ist sehr schön anzuschauen. Der Boden, oft komplett ausgetrocknet, zeigt Risse und die oberen Schichten wölben sich in die Höhe.  Die Vogelvielfalt läßt zu wünschen übrig. Nach 45 Minuten erreichen wir Wasser. Und da sind sie – vier Pelikane beim Schwimmen. Etwas weit entfernt, aber immerhin mit dem Fernglas gut zu beobachten.

Sechs Vögel – wir haben genug gesehen. Wir machen uns auf den Rückweg. Unser Navigationssytem ist erleichtert, dass wir uns langsam wieder Richtung Hauptstraße bewegen und wir fahren wieder auf Wegen statt im Wasser. Dies zeigt uns allerdings, wie es hier wohl in der Regenzeit ausschaut. Am Ausgang erfahren wir noch, dass eben nicht zu jeder Jahreszeit die Vögel hier auch anzutreffen sind. Hätten wir das mal vorher gewußt.

Im Hotel angekommen, trauen wir unseren Augen nicht.  Dort steht ein Motorrad mit Stuttgarter Nummernschild. Ein weiter Weg von Deutschland bis hierher. Später treffen wir Manfred. Er unternimmt öfter solche Extremtouren mit seiner Freundin, die gerade für zwei Wochen nach Deutschland geflogen ist. Wie vereinbart man solche Reisen mit dem Arbeitgeber? „Mein Chef ist da zum Glück sehr flexible und kennt mein Hobby“, bekommen wir als Antwort. Wir sitzen noch lange zusammen und Manfred erzählt von seinen Trips durch die Welt. Russland, Europa, Süd- und Nordamerika und nun Afrika.

Tag 4:
Nata, Botswana – Victoria Falls, Simbabwe – 318 km bis zur Grenze Kazungula und weitere 69 km bis Victoria Falls

Als wir aufbrechen steht das Motorrad noch vor unserer Tür. Wir wollen wieder früh los, weil heute erneut ein Grenzübergang ansteht. Man hat uns geraten, dort früh anzukommen, damit man vor den Massen aus- und einreisen kann.

Nur wenige Kilometer nach Nata liegen wieder diese verdächtigen, großen Haufen auf der Straße. Und schon Minuten später wissen wir, wer diese fallen läßt. Die Elefanten, die da einfach so links von der Hauptverkehrsstraße entlang schlendern. Wir befinden uns tief in Afrika und genießen es.

An der Grenze stoßen wir auf eine lange Schlange LKWs, glücklicherweise ist die Schlange der PKWs erheblich kürzer. Wieder freundliche Beamte, schnelle Ausreise, etwas längere Einreise. An den Schaltern stehen Computer zur Verfügung, diese werden aber nicht genutzt. Jeder Zettel wird mit der Hand ausgefüllt. Die Frage ist natürlich, ob es mit einem Computer schneller ginge? Wahrscheinlich nicht. Wir sind im Urlaub und haben es sowieso nicht eilig.
Direkt hinter der Grenze verlassen wir die Hauptstraße. Unser Ziel ist es ja, so viel wie möglich auf Nebenstraßen zu fahren. Bis jetzt waren wir da nicht so erfolgreich, aber das soll sich nun schlagartig ändern. Für unser Navigationssystem haben wir uns den Zusatz „Maps for Africa“ gekauft. Dieser zeigt uns jeden auch noch so kleinen Feldweg an.

Nun geht es auf einem einspurigen Waldweg immer paralel zum Sambesi Fluss. Leider ist der Wald so dicht, dass wir den Fluss nicht oft sehen. Wir finden wieder viele große Haufen auf dem Pfad, aber treffen keinen einzigen Elefanten auf den fast 60 Kilometern durch den Busch, geschweige denn andere Tiere.

In Victoria Falls angekommen beziehen wir unser Zimmer in der Ilala Lodge. An der Rezeption erkundigen wir uns nach einer Windschutzscheiben Reperatur. Durch einen Steinschlag ist heute ein kleines Loch entstanden, das sich zu einem Riss von etwa 35 cm Länge vergrößert hat, innerhalb weniger Stunden.
Kurze Zeit später sind zwei junge Männer mit einem Plastiktütchen voll „Werkzeug“ zur Stelle. Mit Kleber wird der Riss gefüllt, von innen leicht gegen die Scheibe gedrückt, so dass die Masse in den Spalt eindringen kann. Mit kleinen Klebestreifen wird der Riss von außen versiegelt. 20 Minuten warten und Klebestreifen wieder entfernen. Mit einer Rasierklinge wird der überschüssige Kleber abgescharbt und fertig ist die Scheibe. Unser Retter ist der festen Überzeugung, dass wir den ganzen Weg keine weiteren Probleme haben werden. Wir vertrauen ihm, bleibt uns ja auch nichts anderes übrig.

Endlich haben wir Zeit, zu den Wasserfällen zu spazieren. Überall im Ort knien die Warzenschweine und genießen die frisch bewässerten, grünen Grashalme. Wir laufen zum Victoria Falls Hotel. Von dort soll man einen schönen Blick auf die Eisenbahnbrücke nach Sambia und auf die Gischt der Fälle haben. Und tatsächlich, der Blick ist wunderschön und das Hotel auch.

Victoria Falls

Es ist 15.30 Uhr und die ersten Besucher lassen sich zum berühmten High Tea nieder. Bei dem Blick werden auch wir schwach und genießen schon bald Rooibos Tee und allerlei herzhafte und süße Leckereien. Unser erster High Tea, aber sicher nicht der letzte.
Wir schlendern durch den Park Richtung Hotel zurück. Der Weg ist uneben und mein Blick ist auf den Boden gerichtet, bis ein plötzlicher Warnruf mich stoppt. Ich halte inne und bin sicher, ich wäre mit gesengtem Kopf in die Elefantenherde gelaufen, die etwa 20 Meter von uns entfernt, den Weg kreuzt. Was für ein Schauspiel!

Für abends war eine Dampfzug Fahrt geplant, die aber leider mangels Teilnehmer abgesagt wurde. Nur zu gerne hätten wir einen Sundowner auf der alten Brücke nach Sambia eingenommen, mit Blick auf die Wasserfälle. Nicht dieses Mal, aber vielleicht beim nächsten Mal.

Tag 5:
Victoria Falls, Simbabwe

Wir öffnen die Gardinen von unserem Gartenblick-Zimmer und was sehen wir da? Ein großer Teil des drei Meter hohen Stahlzaunes liegt um. Eine Elefantenherde läßt sich ihren Weg nicht versperren. Da gibt es keine Umwege. Gerade aus und mittendurch. Jetzt tummeln sich Affen und Warzenschweine auf der Wiese. Der Vorfall ist offensichtlich reine Routine für die Hotelangestellten. Abends steht der Zaun wieder.

Victoria Falls

Wir laufen zum Victoria Falls Park, zahlen einen unverschämten Eintrittspreis, aber freuen uns, heute die Wassermassen ganz aus der Nähe sehen und fühlen zu können… David Livingstone war 1855 der erste Weiße, der die Fälle entdeckt hat. Sicherlich wurden damals am Eingang noch keine fast knöchellangen Plastiktüten-Regenmäntel verkauft. Wir haben vorsorglich schon unsere Regenjacken eingepackt und denken, wir sind vorbereitet. Erst begegnen wir David, der hier immer noch einen schönen Blick auf die Fälle hat und die Gischt täglich zu spüren bekommt. Dann kommen wir ganz nah an den Abgrund, wo das Wasser mit beeindruckendem Getöse über die Klippe fällt. Wir laufen zu den verschiedenen Aussichtspunkten, die so spannende Namen haben wie Horseshoe Falls, Rainbow Falls und Devils Cataract und uns immer wieder faszinierende Ausblicke auf die Fälle bieten. Der Weg führt durch ein urwaldähnliches Gelände. Zum Schluß erreicht man den Danger Point. Da überlegt man sich natürlich, ob man es wagen soll, diesen Weg zu gehen. Gefährlich war der Pfad nicht, aber nass. Und nass ist hier überhaupt kein Ausdruck dessen, wie nass man hier werden kann. Natürlich hängt das immer von den Wind- und Wasserverhältnissen ab. Ich kann nicht sagen, ob wir einen guten oder schlechten Tag erwischt haben, auf alle Fälle einen sehr spaßigen… Es sprizte so viel Gischt auf diesem Wege, dass die langen Plastiktüten-Regenmäntel sicher die bessere Wahl gewesen wären. Sozusagen geduscht und triefend nass haben wir dann die Aussicht auf die Eisenbahnbrücke aus dem Jahre 1905 genossen.

Auf dem Rückweg zum Hotel quitschen die mit Wasser gefüllten Wanderschuhe fröhlich vor sich hin. Der Besuch der Viktoria Fälle war jeden Cent wert.
Warm geduscht und getrocknet geht es dann auf Safari Tour in den Sambezi National Park. Einige Böckchen, viele Vögel und Elefanten kreuzen hier unseren Weg.

Mit einem kühlen „Zambezi-Lager“ Bier und dem Blick auf die Rauchsäulen der Fälle lassen wir die letzten erlebnisreichen Tage noch einmal revue passieren.

Tag 6:
Victoria Falls, Simbabwe – Hwange National Park – Ivory Lodge, Simbabwe – 232 km

Mit geflickter Scheibe und gefülltem Tank beginnt die Weiterfahrt Richtung Süden. Etwa 60 Kilometer nach Victoria Falls biegen wir auf eine Nebenstraße ab, Richtung Hwange National Park. Wir kommen an ein Gate und müssen uns registrieren lassen. Einige Zeit später erreichen wir Robins Camp. Ausgestorben und heruntergekommen fegt aber doch ein Einheimischer mit einem selbstgebastelten Besen den Parkplatz. In einem kleinen, einfachen Raum sitzt eine adrett gekleidete Dame. 45 USD müssen wir zahlen, um durch den Park zu fahren. Ein stolzer Preis für etwa 150 Kilometer. Ich will noch die Toiletten benutzen, bevor wir unsere Fahrt fortsetzen. Der Parkplatz-Feger im zerfetzten T-Shirt weist mir den Weg. Durch verlassene Unterkünfte gelangen wir an ein Haus, in dem die Waschräume für die einfachen Unterkünfte untergebracht sind. Alles wirkt sehr gespenstisch. Verwaisten Toitellen, Duschen und Badewannen, die ausschauen, als ob sie jahrelang nicht in Gebrauch waren. Wie sich schnell herausstellt, gibt es auch kein Wasser.

Obwohl die zwei Personen hier sehr nett und zuvorkommend sind, bin ich froh, dass wir weiterfahren.

Durch afrikanische Landschaft schleichen wir dahin. An einem Wasserloch sehen wir Nilpferde aus einem Beobachtungsstand. Wir begegenen mehreren Elefantenherden und auch wunderschönen Giraffen direkt neben und auf dem Weg. Für Ewigkeiten sind wir das einzige Auto. Dann fahren wir auf einen Picknickplatz und trauen unseren Augen kaum. Zwei weitere Autos parken hier und picknicken, zwei junge Männer bauen hier im Nirgendwo sogar ein Zelt auf. Sobald wir weiterfahren, ist es auch schon wieder vorbei mit der menschlichen Gesellschaft. Aber die Tiere bleiben unsere treuen Wegbegleiter.

Bei der Anfahrt zur heutigen Unterkunft steigt kurzfristig und schnell der Adrenalinspiegel. Wir biegen um eine Ecke und stehen direkt vor einer riesigen Büffelherde an einem Wasserloch. Nachdem wir uns wieder beruhigt haben, sehen wir auf der gegenüberliegenden Seite der Wasserstelle unsere Unterkunft mit direktem Blick auf dieses Naturschauspiel. Langsam fahren wir an der Herde vorbei. Und schon fünfzehn Minuten später sitzen wir auf unserer Terrasse, etwa 30 Meter von der Herde entfernt, sicherheitshalber durch einen kleinen Zaun von uns getrennt.

Unsere Unterkunft hat keine Glasfenster oder verschließbare Türen, dafür viel frische Luft und ein Moskitonetz über dem Bett. Auf Stelzen gebaut, bietet die Ivory Lodge ein wunderschönes Buscherlebnis.

Hwange Nationalpark

Wir starten eine Tierbeobachtungsfahrt mit Fahrer und Führer und treffen schon nach wenigen Kilometern die bekannte Elefantenherde „Presidential Elephants“. Über 400 Elefanten, die im Großgebiet des Hwange National Parks leben, wurden 1990 von President Mugabe zur Presidenten Herde erklärt und sollten somit vor Keulung und Jagd geschützt werden. Dies sollte auch zeigen, dass Simbabwe verantwortungsbewußt mit seiner Tierwelt umgeht.
Ein afrikanischer, rotleuchtender Sonnenuntergang rundet diesen Tag noch ab. Am Lagerfeuer in der Dunkelheit genießen wir noch den Blick auf das beleuchtete Wasserloch und eine vorbeiziehende Elefantenfamilie.

Tag 7:
Hwange National Park, Simbabwe – Matopos Berge, Simbabwe – 272 km

Beim Frühstück gibt es spannende Geschichten. In der Hütte eines amerikanischen Pärchens wurde nachts eingebrochen. Soweit man von Einbruch sprechen kann, wenn es keine verglasten Fenster und verschließbare Türen gibt. Durch das Badfenster ist der Eindringling geklettert. Hat kräftig Unordnung verursacht, bevor er mit der Beute wieder floh. Die Kontaktlinsen waren Objekt der Begierde. Laut Mitarbeitern der Lodge soll es sich bei dem Dieb um ein Erdhörnchen oder eine Maus gehandelt habe. Auch ein kleiner Affe sei als Täter nicht auszuschließen. Das ist die afrikanische Wildnis, man muß mit Überraschungen rechnen.

On the road again…

Heute führt uns der Weg weiter nach Süden. Ziel ist der National Park Matopos Berge in der Nähe von Bulawayo. Wir fahren fast ausschließlich auf Nebenstraßen. Was hier bedeutet, dass sobald wir die Hauptstraße verlassen, die Teerschicht aufhört. Es wird steinig, manchmal sandig, auf alle Fälle immer interessant. Wir begegnen unzähligen Kühen und Eseln, dafür weniger Menschen. Wir kommen vorbei an vielen kleinen, einfachen, aber gepflegten Siedlungen mit Lehmhütten, von denen uns freundliche Menschen zuwinken und begeisterte Kinder uns rufend entgegenlaufen.

Plötzlich teilt sich der Weg. Ein Weg führt gerade aus und schaut so aus, als ob er zwar nicht regelmäßig, aber hin und wieder genutzt wird. Unser „Maps for Africa“ Navigationsgerät will rechts fahren. Dieser Pfad sieht doch sehr verwachsen aus, mit hohem Gras und Bäume, die schon weit in die Fahrspur hineinwachsen. Was nun? Bis jetzt konnten wir uns immer auf unser System verlassen, auch wenn es in Botswana meinte, wir fahren mitten im Wasser. Wir entscheiden uns für den verwachsenen Weg, da der andere erst gar nicht angezeigt wird und wir nicht wissen, wo wir enden würden.

Der Pfad ist anfänglich o.k., wird dann enger und unebener, viele dicke Steine, ausgewaschene Streckenabschnitte. Keine Kühe, keine Esel und keine Hütten. Aber plötzlich ein Mensch, ein junger Mann. Wir müssen so vorsichtig und langsam fahren, dass er zu Fuß fast ebenso schnell ist, wie wir in unserem Auto.

Und dann stehen wir vor einer Brücke, oder besser dem, was einmal eine Brücke war, eine recht imposante sogar. Diese führte über einen, zum Glück, ausgetrockneten weiten Fluß. Wir steigen aus, um die Situation zu begutachten. Der Fußgänger hat uns mittlerweile auch wieder erreicht. Bleibt stehen und schaut uns zu. Die Brücke ist komplett in sich zusammengefallen und selbst zu Fuß käme man nicht mehr hinüber. Links führt ein kleiner Weg steil ins trockene Flußbett hinunter und auf der anderen Seite wieder sehr steil hinauf. Den Weg müssen wir nehmen. Ich steige aus und laufe auf die andere Seite, eigentlich mit dem Gedanken Fotos zu machen. Allerdings finde ich die Situation doch recht aufregend und außer einem nichtssagenden Foto kommt von meiner Seite nichts dabei heraus. Der Fahrer und das Auto meistern die Situation perfekt und innerhalb weniger Sekunden ist unser Nissan xTrail auf der anderen Seite des Flusses, ohne Brücke. Erleichterung. Wahrscheinlich ist diese Stelle der Grund, weswegen der neue Weg angelegt wurde.
Ohne weitere Vorkommnisse, aber trotzdem weiter auf Nebenstraßen, kommen wir am frühen Nachmittag im Camp Amalinda in den Matopos Bergen an. Die Berge bestehen aus einer besonderen Ansammlung von riesigen, kahlen Granithügeln mit schwerem Geröll. Eine faszinierend schöne Landschaft.

„Die Unterkunft liegt versteckt und eingebettet in den Bergen“, so beschreibt es der Hotelprospekt. Billy, der Hotelmanager, führt uns über steinige Stufen weiter in die Berge hinein. Es geht ganz schön hinauf. Wir kommen am „Restaurant“ vorbei, das steil am Hang liegt, mit wunderschönem Blick, offen und ohne Wände. Die Bar liegt in einer Felsenhöhle und auch unser Zimmer gleicht einer Felsenhöhle. Das mit Kissen beladene Bett trohnt auf einer Steinempore. Ein großes Moskitonetz verwandelt es in ein königliches Himmelbett. Camp Amalinda hat neun individuell eingerichtete Zimmer, alle so versteckt, dass wir auf dem Weg von der Rezeption zu unserer „Höhle“ kein weiteres entdecken können. Wir sind die einzigen Gäste für die Nacht und haben die ganze Anlage für uns.

Am Nachmittag lädt uns Billy zu seinem täglichen Spaziergang auf einen der Granitberge ein. „So leitete ich jeden Tag meinen Feierabend ein“, gesteht er uns. Erst führt der Weg durch verwachsenes Untergestrüp. Dann gelangen wir auf eine Granitfläche und von dort an geht es auf dem kahlen Stein aufwärts. Die Ausblicke, besonders in dieser frühen Abendstimmung, sind berauschend. Und dann sind wir ganz oben auf dem Felsen angelangt. Wir werden mit einem wunderschönen Blick über das ganze Tal und unser Camp belohnt. Mit dem Fernglas sehen wir auf einer Wiese im Tal noch ganz besondere Tiere, eine Kreuzung zwischen Esel und Zebra, erklärt unser Feierabend-Führer.

Aus seinem Rucksack zaubert Billy Sundowner Erfrischungen. Und so gibt es hier oben, weit weg vom Sambesi Fluss, wieder „Zambezi-Lager“ Bier. Wir sitzen auf den Felsen und beobachten einen weiteren beeindruckenden, afrikanischen Sonnenuntergang. Nach einer kleinen Fotosession im Abendrot, machen wir uns auf den Rückweg. Die Landschaft ist in ein wunderschönes, Abendlicht getaucht.

Matopos Hills

Tag 8:
Matopos Berge, Simbabwe – Great Zimbabwe, Simbabwe – 405 km

Wir tanken noch einmal Diesel in Bulawayo und dann geht es heute auf der Hauptverkehrsstraße zu einem der Höhepunkte der Reise. Die Ruinen von Great Zimbabwe zählen zu den größten und ältesten Bauwerken Afrikas südlich der Sahara. Als erster weißer Entdecker gilt der Deutsche, Carl Mauch, der nach mehreren gescheiterten Versuchen 1871 endlich an sein langersehntes Ziel kam.

Great Zimbabwe

Auf einem Berg liegt die „Akropolis“, der Bergkomplex. Über enge Treppen, oft beidseitig gesäumt von hohen Felsen, wandelt man langsam hinauf. Es empfiehlt sich einen Führer vor Ort zu nehmen. Während dem Aufstieg versorgt dieser einen mit den geschichtlichen Hintergründen. Es gibt viele Theorien um den Sinn und Nutzen dieser etwa 40 ha großen Anlage. Bei solchen Mauerstärken war natürlich der Verdacht da, dass es sich um Wehranlagen handelte. Dies könnte man beim Besuch der Stätten auf dem Berg auch denken. Aber sobald man auf die Steinruinen im Tal schaut, weiß man, dass die Anlage wehrtechnisch nicht gut positioniert gewesen wäre. Alle Gebäude im Tal sind sehr gut von weiter Entfernung und allen umliegenden Bergen zu sehen. Die Mauern weisen keine Schießscharten auf und es gäbe auch nicht genügend Platz, um große Streitmächte unterzubringen. Also wurde diese Theorie verworfen.

Heute geht man davon aus, dass es sich um eine religiöse Einrichtung handelte. Man fand Monolithen, Türmchen und Plattformen, die Altaren ähnelten. Angaben über die damalige Bevölkerungszahl reichen von 1000 bis 10.000.
Die Ruinen im Tal sind sicher die bekanntesten und auch die beeindruckensten. In einer kreisförmigen Mauereinfriedung, mit bis zu 5,20 m dicken Wänden, sollen, laut unserer Führerin, neben religösen Zeremonien auch die jungen Frauen und Mädchen auf Ihre Aufgaben in der Ehe vorbereitet worden sein…

Man fragt sich natürlich, warum dafür solch imposante Mauern gebaut wurden und diese auch noch in einer doppelten Ausführung als Ringmauer, mit einer Höhe von bis zu 9,80 m?

Bei manchen Erläuterungen kommen sicherlich Zweifel auf, aber ohne Führer wäre der ganze Besuch nur halb so spannend.

Die Ruinen sind ein absolutes Muss, bei einem Simbabwe Besuch.

Zum Abendessen im Hotel rufen Trommelschläge.

Tag 9:
Great Zimbabwe, Simbabwe – Mutare, Simbabwe – 329 km

Wir verlassen diesen mystischen Ort und fahren weiter nach Osten in das Hochland an der Grenze zu Mosambik. Mutare ist unser heutiges Ziel. Die Gegend ist für Ihre grünen, üppigen Wälder und rauschenden Gebirgsbäche bekannt. Rauschend ist heut auch das Wetter. Es regnet ununterbrochen und die ganze Umgebung liegt in dichtem Nebel. Je weiter wir in die Berge kommen, desto ungemütlicher wird die Dunstglocke.

Als ein Muss auf dem Weg zu unserer heutigen Unterkunft, dem 5***** Leopard Rock Hotel, hat man uns Tony´s Coffee Shoppe empfohlen. Mit unwiderstehlichen, hausgemachten Kuchen und einer Kaffee- und Teeauswahl, die einzigartig ist. Und wahrhaftig, so ist es. Die Liste der Kaffee-, Kakao- und Teesorten ist unendlich, dementsprechend groß ist auch die Karte dazu.

Man sitzt im Wohnzimmer des Betreibers, zumindest fühlt man sich so. Durch eine Tür, schaut man in sein Schlafzimmer. Alles ist sehr stilvoll eingerichtet. Auch seine Toilette teilt der Besitzer mit den Besuchern – Rasierer, Nagelknipser und andere Utensilien sind Beweise dafür.

Der Kuchen ist sehr üppig, aber richtig gut und richtig teuer. Im Garten sind die Umbauarbeiten an einem Nachbargebäude im Gange. Dorthin wird in absehbarer Zeit der Coffee Shoppe umziehen und die Besucher werden dann nicht mehr die Toilette mit dem Besitzer teilen müssen.

Mutare

Bei dem heutigen Nebel lohnt es sich nicht, einen der vielen, beschriebenen Aussichtspunkte anzusteuern. Außer dem dunstigen Grau würden wir nicht viel sehen. Also fahren wir direkt zum Hotel und finden eine große Baustelle. Dieser ehemalige Prachtbau wird gerade wieder auf Vordermann gebracht. Ein grelles Rosa ziert schon die Außenfassade. Im ganzen Haus sind nur etwa fünf Zimmer belegt. Wir beziehen eines der neu renovierten Zimmer, ganz alleine auf der dritten Etage. Schon irgendwie gespenstisch, um einen herum, nur offene Türen zu Baustellenzimmern.

Wir nutzen den Tag zum Auschlafen und wollen ein heißes Bad nehmen. Dazu müssen wir etwa drei Badewannenladungen kaltes Wasser weglaufen lassen, bevor wir warmes bekommen. Die Rezeption hat uns mehrmals versichert, dass das der einzige Weg ist, um warm zu duschen oder zu baden. All das sind wohl Zeichen dafür, dass der Tourismus in Simbabwe lange Jahre stark rückläufig bis überhaupt nicht existent war. Langsam kommt alles wieder in Schwung, deshalb auch die „Auf- und Umbauarbeiten“.

Zum Abendessen wird es dann richtig romantisch. Es gibt keinen Strom. Vor dem Restaurant ist ein kleines Kaminzimmer. Dort lodert das Feuer warm und hell bei Kerzenschein. Der Generator geht an und wieder aus. Irgendwie stört es die Stimmung überhaupt nicht. Es ist gemütlich, romantisch und man fühlt sich einfach wie im tiefsten Afrika, wo man nicht die Perfektion eines deutschen 5***** Hotels erwarten kann.

Schlußendlich kommt der Strom wieder und wir können ein wirkliches 5***** Abendessen genießen, mit sehr freundlichen und zuvorkommenden Kellnern. Es muß schon Gründe dafür gegeben haben, dass in früheren Glanzzeiten sogar die Queen und Lady Di hier im Leopard Rock abgestiegen sind. Dies ist sicher auch eine der wenigen Unterkünfte dieser Kategorie, in der man die Rechnung (noch) nicht mit einer Kreditkarte begleichen kann.

Tag 10:
Mutare, Simbabwe – Gorongosa National Park, Mosamibik – 267 km

Aufbruch in ein neues Land. Noch einmal tanken in Mutare und ja, es gibt schon wieder Diesel und damit haben wir den angeblich kritischen Teil der Reise ganz ohne Tankprobleme hinter uns gebracht. Auch die geflickte Scheibe hält.

Der heutige Grenzübergang verläuft wieder reibungslos. Die Grenzbeamten wollen zwar einen Blick in unser Auto werfen, aber nach einer kurzen Prüfung ist alles abgestempelt und es kann weiter gehen. Eine vorgeschriebene Kfz-Haftpflichtversicherung haben wir schon vor Abreise in Südafrika abgeschlossen.

Schlagartig ändern sich die Eindrücke. Wir sind in einem anderen Land angekommen. In Simbabwe auf dem Land gibt es Lehmhütten, meist mit Strohdächern, alles sehr einfach, aber äußerst gepflegt. Mosambik kommt uns auf den ersten Blick nun dreckiger und unaufgeräumter vor. Die Behausungen sind einfacher und mit gemischten Materialien zusammengestückelt. Viel mehr Menschen laufen hier entlang der Hauptstraßen.

Unser Ziel heute ist der Gorongosa National Park. In den Bürgerkriegsjahren Mosambiks, die bis 1992 andauerten, hatte die Renamo im Park ihr Hauptquatier eingerichtet. Es dauerte bis 1998 bis das Gebiet des National Parks als entmint betrachtet werden konnte. Erst 2008 wurde der Park wieder für den Tourismus geöffnet. Er gleicht einem Urwald. Hier auf eigene Faust Tiere zu sehen, ist fast unmöglich. Der Pfad durch den Park ist frei, aber rechts und linkes des Weges kann man oft keine fünf Meter weit in den Busch schauen, alles ist verwuchert. Ein paar Affen kreuzen den Weg, aber sonst begegenen wir keinem Tier.
Am Camp angekommen beziehen wir unsere Hütte, die einfach, aber schön und sauber eingerichtet ist. Leider verpassen wir die Wildbeobachtungsfahrt. Diese startet um 14 Uhr. Wir sind im 14.10 Uhr im Camp und damit zu spät. So haben wir ungewollt einen weiteren Schlaf- und Erholnachmittag. Es ist nicht erlaubt mit dem eigenen Fahrzeug auf Erkundungsfahrt zu gehen, angeblich wegen der Wetterbedingungen, aber natürlich fragt man sich, ob es eventuell auch noch wegen der Minengefahr ist… Sicher hätte sich eine geführte Erkundungsfahrt in diesem Gebiet sehr gelohnt, da alles sehr unberüht ausschaut und auch ein Besuch von Wasserfällen auf dem Programm gestanden hätte. Das nächste Mal.

Tag 11:
Gorongosa Nationalpark, Mosambik – Vilanculous, Mozambik – 419 km

Erholt geht es Richtung Küste. Wir werden heute das Meer sehen, den Indischen Ozean.
Doch bevor wir dahin gelangen, sehen wir weitere unzählige Menschen entlang den Straßen. Meist Frauen, die alles Erdenkliche auf dem Kopf transportieren: Brennholz, Eimer, Kanister, Körbe, Bündel – alles was man sich vorstellen kann oder auch nicht, wird hier auf diese Art und Weise transportiert. Und nicht nur die Last auf dem Kopf wird getragen, oft haben die Frauen noch Kinder auf den Rücken gebunden, Taschen, Eimer, Kanister oder Bündel in den Händen.

entlang der Straßen

Entlang der Straße werden die unterschiedlichsten Waren zum Kauf angeboten, wie Obst und Gemüse, Kohlen und Holz.

Wir könnten stundenlang weiterfahren und all die Begebenheit entlang der Straße beobachten. Aber wir kommen dann doch in unserem herrlichen Hotel am Strand an. Das Casa Rex liegt leicht erhöht, mit wunderschönem Ausblick auf das leuchtend türkisblaue Meer. Bis unser Zimmer fertig ist, genießen wir frischen Fisch zum Mittag, mit Meerblick. Wir schlendern über Holztreppen hinunter zum Strand. Ebbe. Die bunten Fischerboote liegen im Trockenen was ein wunderschönes Bild gibt. Die Anker ruhen auf dem trockenen Sand und haben nun ein paar Stunden frei, bis die Flut wieder kommt.
Frauen mit Eimern suchen nach kleinen Krabben. Wir spazieren im seichten Wasser die Küste entlang.

Tag 12:
Vilanculous, Mosambik – 0 km

Eigentlich war heute ein Bootsausflug zum Bazaruto Archipel geplant. Wir sind allerdings überhaupt nicht in der Stimmung mit den unterschiedlichsten Menschen auf ein Boot geferchten den Tag zu verbringen. Wir haben so viel Einsamkeit die letzten Tage im Busch Afrikas genossen und schätzen gelernt, dass wir heute lieber an Land bleiben. Und das Land hat sich heute Morgen zum Frühstück schon als sehr interessant erwiesen. Eine wunderschöne, wundergroße Spinne zierte ein enormes Spinnennetz neben unserem Tisch. Die Kellner kennen die Spinnenart, aber keiner weiß, wie sie heißt. Schade. Wir hätten unseren Tischnachbarn gerne beim Namen genannt.

Heute laufen wir entlang der Küste in Richtung Ortskern von Vilanculous. Wieder liegen die Schiffe auf dem Trockenen. Im Hafen herrscht trotzdem reger Verkehr, muß doch der Fischfang der Nacht gesäubert und verkauft werden.

Nach fast fünf Stunden sind wir zurück im Hotel und lassen den Nachmittag mit Blick auf die Bucht am Pool ausklingen. Das waren heute 0 km mit dem Auto, aber einige Kilometer zu Fuß.

Vilanculous

Tag 13:
Vilanculous, Mosambik – Inhambane, Mosambik – 232 km

Weiter geht es auf den interessanten Straßen Mosambiks. Heute soll der schlimmste Straßenteil kommen. Uns wurden mehr Schlaglöcher als Teer vorausgesagt. Erstmal verläuft alles gut. Wir erfreuen uns wieder an all den Menschen, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind. Das Warenangebot entlang des Weges hat sich geändert. Es sind nun Peri-Peri Soßen, Reet für die Dächer und Nüssen im Angebot. Uns wundert es, dass es kilometerweit immer nur einen Artikel im Angebot gibt und diesen wieder und wieder… Aber es muß funktionieren.

Und dann plötzlich kommt die Überraschung oder besser, das, wovor wir so eindringlich gewarnt wurden. Schlaglöcher, die auf Englisch Potholes genannt werden. Selbst unser Navigationssystem zeigt nun bei der Straßenbennenung in Klammern die Ergänzung (potholed) an.

Wir, wie all die anderen auch, versuchen auszuweichen. Das Tempo wird drastisch reduziert. Man beachtet nicht mehr, ob man auf der richtigen Straßenseite fährt oder nicht, man versucht nur noch den Schlaglöchern und irgendwie dem Gegenverkehr auszuweichen. Die Situation wird immer schlimmer. Aber plötzlich der Wandel. Alle Auto- und Lastwagenfahrer weichen auf den unbefestigten Seitenstreifen aus, der in einem erheblich besseren Zustand ist als die Fahrbahn. Alle Fußgänger und Fahrradfahrer befinden sich nun auf der „potholed“ Straße. So kommen wir alle wieder schneller voran.

potholed – Mosambik

Am frühen Nachmittag erreichen wir Inhambana und unser Barra Resort. Wir wohnen in einer kleinen Hütte, deren Wände aus dicht geflochtenem Strohmaterial bestehen. Am unendlich weiten und breiten Sandstrand stehen Liegen zur Verfügung und eine rustikale Bar mit Holzterrasse, beides mit Meerblick. Mit der Ruhe ist es vorbei. Ein große Gruppe Jugendlicher verbringt hier ihre Ferien. Action ist angesagt. Was sich alles viel extremer anfühlt, weil wir dreizehn Tage in einer so einsamen, ruhigen Welt unterwegs waren, dass wir uns erst wieder an die Lebhaftigkeit des Alltags gewöhnen müssen.

Zum Sonnenuntergang sind die Jugendlichen verschwunden und wir können hier am Meer eine romantische, ruhige Stunde verbringen. Zum Abendessen sind alle wieder eingetrudelt.

Tag 14:
Inhambane, Mosambik – 0 km

Wenn wir schon wieder mitten im Leben sind, dann so richtig. Wir haben eine Quadtour gebucht.

Zwei Stunden erkunden wir mit unserem eigenen Guide die Umgebung. Er zeigt uns, wo er wohnt, wir trinken bei seinem Schwager einen ganz besonderen, hausgebrannten Schnaps, der uns fast aus den Schuhen haut, wir besuchen einen Leuchtturm, lernen wie Cashew Nüsse wachsen, sehen ein Sklavendenkmal und vieles mehr.
Es sind herrliche Stunden, die zwar auch recht laut sind, aber doch wieder idyllisch, weil wir in so einsamen Ecken unterwegs sind. Sandverstaubt kommen wir wieder im Hotel an und müssen uns erst einmal den Dreck der letzten zwei Stunden herrunter waschen.

Wir wagen es wieder an den Strand und siehe da, die Gruppe ist abgereist und es herrscht absolute Ruhe. Welch ein Traum, dass wir unseren letzten Strandtag noch so idyllisch ausklingen lassen können.
Bei einem vorzüglichen Drei-Gänge-Menü mit einem Gitarrenspieler geht unser letzter Tag am Meer zu Ende. Von all dem Trubel, der tags zuvor noch hier herrschte, sind zwei Pärchen übriggeblieben. Es ist wieder so ruhig wie all die zwei Wochen zuvor.

Tag 15:
Inhambane, Mosambik – Xai Xai, Mosambik – 403 km

On the road again… Die Schlagloch-Straße verwandelt sich nun in eine Baustellen-Straße. Stundenlang suchen wir unseren Weg durch das unwegsame Baustellengelände. Immerhin besteht hier Hoffnung, dass es bald besser sein wird.

Bei unserem nächsten Ziel, Xai-Xai, sind wir uns nicht sicher, was uns erwartet. Kein Reiseführer gibt wirklich gute Auskunft und es war sehr schwierig im Voraus eine Unterkunft zu finden und zu buchen. Nur auf Empfehlung haben wir die „Honey Pots“ gefunden. Kleine Holzhütten auf dem Gelände eines Sägewerkes.
Zuerst einmal wollen wir allerdings den Strand von Xai-Xai erkunden, weil es uns schon wundert, dass ein Ort mit Strand einfach keine Unterkünfte anbieten soll.
Und da ist er, der Strand. Sicher mal ein Schmuckstück, aber heute heruntergekommen. So weit wir auch fahren, Hotelruinen zieren das Ufer. Schnell wird uns klar, dass hier wirklich keine Übernachtungsmöglichkeiten angeboten werden. Auswirkungen des Bürgerkrieges. Man kann noch gut erkennen, dass es sich früher um einen schönen, kleinen Küstenort gehandelt hat, aber hier ist noch viel Aufbauarbeit zu leisten.

Also bleiben wir bei unseren „Honey Pots“. Außer uns ist hier noch eine südafrikanische Familie, die ebenfalls gerade aus Inhambane kommt. Wir sind die einzigen Gäste. Belagern gemeinsam die Bar, wenn man diese offene Holzterrasse so bezeichnen kann. Essen gibt es nicht und Kochen wollen wir auch nicht, also bestellen wir bei dem einzigen Lieferservice im Ort Hühnchenschnitzel.

Es wird ein lustiger Abend mit unerwarteten sehr netten Gesprächen.

Als wir von unserem geplanten Weg zurück nach Südafrika erzählen, fernab der Hauptstraßen, weist uns die Familie darauf hin, dass wir dort angeblich eine Eisenbahnbrücke nutzen müssen, um über einen Fluss zu gelangen. Das macht uns etwas stutzig und wir bekommen schon Zweifel, ob wir unser letztes geplantes off-road Stück doch noch aufgeben sollten.
Aber nein, wir sind so weit gekommen, dann schaffen wir das auch noch.

Tag 16:
Xai-Xai, Mosambik – Johannesburg, Südafrika – 658 km

Also geht es am nächsten Morgen los, rein ins Abenteuer. Unsere Karte zeigt schon kilometerweit Schotterpisten an, aber die Straße ist alles andere als Schotter. Bester Teerbelag, wie wir ihn seit Tagen nicht gesehen haben. Stundenlang fahren wir durch Zuckerrohrfelder. Und dann steht die große Zuckerfabrik Hulett vor uns. Auch danach bleibt die Straße in gutem Zustand und wir wundern uns schon, ob wir irgendwo einen Abzweig verpaßt haben. Aber wir werden nicht enttäuscht. Ein paar weitere Kilometer und der Teer endet. Endlich!

Vorbei geht es an kleinen Ansiedlungen und alten gemauerten Ruinen. Die besagte Eisenbahnbrücke haben wir entweder verpaßt oder es gibt sie nicht. Alles verläuft reibungslos und schon bald kommen wir an die südafrikanische Grenze. Die Ersatzkanister immer noch gefüllt im Kofferraum und die Ersatzreifen unbenutzt. Auf der N4 lassen wir den Krüger National Park rechts von uns liegen. Es geht immer weiter nach Westen, Richtung Johannesburg.

Tanken ist ein letztes Mal angesagt. Diesmal füllen wir auf dem Parkplatz unsere ganzen Reserven aus den Ersatzkanistern in den Tank. Diese waren treue Begleiter auf unserer großen, besonderen Afrika Tour. Wir würden sie jederzeit wieder mitnehmen, nur um dieses gute Gefühl der Sicherheit zu haben.

Gefahrene Kilometer ohne besondere Vorkommnisse, aber mit unbeschreiblichen Eindrücken des afrikanischen Kontinents: 4772 km

Erinnerungen an das Jahr 2010.
Mehr Fotos dazu die nächsten Tage auf instagram

Ich habe hierzu auch ein kleines Buch erstellt:

Es gibt auch ein Coffee-Table Book „Entlang der Straßen Mosambiks“

Wanderungen rund um Joburg

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In kleinen Tagesausflügen kann man die wunderschöne Natur rund um Johannesburg erwandern. 

In einer Millionenstadt wie Johannesburg, vermißt man oft die Bewegung in der Natur. Die Stadt wird zwar mit über 10 Millionen gepflanzten Bäumen als der „größte menschlich geschaffene Wald“ bezeichnet, aber das bedeutet nicht, dass man sich überall in diesem Wald auch auf Spazier- oder Wanderwege bewegen kann. In verschiedenen Naturparks rund um Johannesburg kann man allerdings die frische Luft, die Bewegung und die afrikanische Pflanzen- und Tierwelt ganz nah erleben.  

Kurz vor Pretoria liegt das Groenkloof Nature Reserve, mit einer Vielzahl von Tieren, wie Impala, Kudu, Strauße, Kuhantilopen und Rappenantilopen. Der Park bietet verschiedene Wanderrouten an: 3,5 km (rote Markierung), 4 km (weiße Route) und 10,5 km (gelbe Markierung).

Groenkloof Nature Reserve

Die gelbe Tour führt erst einmal stetig bergauf. Man hat einen freien Blick auf das imposante Vortrekker Monument auf dem gegenüberliegenden Berg. Dieses wurde von 1937 bis 1949 gebaut und erinnert an die Vortrekker, die 100 Jahre zuvor vom Kap aus in den Norden zogen, um weitere Siedlungen zu erschließen. 

Leider hat man nicht nur das imposante Bauwerk im Blickfeld, sondern auch die Autobahn. Diese begleitet einen noch einige Meter, bevor sich der Weg endlich abwendet. Die Natur im Park ist sehr dicht verwachsen und schön. Die Klippschliefer sonnen sich auf den Felsvorsprüngen, laufen aber sofort davon, wenn man sich nicht leise verhält. 

Der Weg schlengelt sich weiter in die afrikanische Wildnis. Man kann Straußen begegenen oder auch Zebras. Hin und wieder kreuzt man den 4×4 Geländeweg und einen Mountain-Bike Pfad. In einer langgezogenen Kurve geht es langsam um den Berg herum und abwärts, bevor man wieder den Ausgangspunkt erreicht. Der Parkplatz bietet schöne Grillplätze unter schattigen Bäumen. 

Da der Park sehr einfach zu erreichen ist, ist er, trotz der kleinen Mankos, einen Wandertag wert.  

Hennops – Krokodilberg Trail

Nur etwa 40 km nördlich von Johannesburg liegt der Hennops Wanderpfad in den Magaliesbergen. Es gibt zwei Touren. Besonders schön ist der 11,4 km lange Krokodilberg Trail. Dieser führt anfangs entlang des Hennops Flusses, bis man an eine abenteuerliche Hängebrücke gelangt, die einen über den Hennops führt. Wenig später geht der Weg steil bergauf, weg vom Fluß. Man hat herrliche Ausblicke auf die umliegenden Magaliesberge und die Schlucht, die man gerade über die Hängebrücke überquert hat. Es geht durch einen Aloe Wald und dann steil bergab, mit dem Blick auf ein stillgelegtes Atomkraftwerk. Hier beim Abstieg ist es etwas schwierig die Wegbeschilderung zu finden, aber alle Wege führen nach unten… Der nicht beschilderte, ausgetrampelte Pfad ist steiler und kräftezährender als der eigentliche Weg. Am Fuße des Berges angekommen stößt man auf eine alte Ruine, ein Feldhospital aus Zeiten des Anglo Boer Krieges. Von nun an geht es durch ebene, weite Flächen zurück Richtung Hennops.

Mit einer handbetriebenen kleinen Seilbahn überquert man wieder abenteuerlich den Fluß und gelangt in wenigen Metern zurück zum Parkplatz. 

Die kürzere, einfach zu gehende Alternative ist derZebraweg. Dieser ist etwa sechs Kilometer lang, ohne große Anstiege und führt durch ein eingezäuntes Wildgehege.  

Hennops – Zebraweg

In der Nähe von Hekpoort, an den südlichen Hängen der Magaliesberge bietet Go Vertical (Rustig) drei sehr gepflegte, gut ausgeschilderte Wanderrouten. Nur etwa 45 Minuten von Johannesburg entfernt ist diese Tour ideal für eine Wochenend-Tageswanderung.

Die Woodland Tour ist nur fünf Kilometer lang und mehr ein Spaziergang als eine Wanderung.  

Der acht Kilometer lange Crag Pfad ist anspruchsvoller, führt an den Hängen der Magaliesberge entlang und zu beeindruckenden Berghöhlen, wie der Neujahrshöhle. Die Tour verläuft größtenteils durch Wald und ist somit ideal geeignet für Sommertage. 

Die Summit Route umfaßt zehn Kilometer. Der Weg führt anfangs durch einen kleinen, schattigen Wald. Dann geht es steil bergauf. Kurz vor erreichen des Plateaus, lädt eine große, kühle Höhle zum Verschaufen ein. Anschließend geht es die letzten harten Meter weiter bergauf. Auf dem Bergplateau angekommen wird man mit einem atemberaubenden Blick auf die umliegenden Berge und die Täler belohnt. Allerdings ist nun der Schatten komplett verschwunden. Man sieht afrikanische Blumen und Kleintiere, bewundert die Aussicht und eh man sich versieht, geht es schon wieder abwärts. Und das richtig steil. Stöcke wären hier hilfreich, ist doch der Untergrund sehr steinig und zwischendurch auch etwas rutschig. 

Go Vertical – Summit Route

Am Ausgangspunkt wieder angekommen kann man sich im liebevoll dekorierten Restaurant mit einem kühlen Getränk erfrischen.

Im Walter Sisulu National Botanical Garden gibt es neben einem schönen Wanderweg noch viel mehr zu entdecken. Der Park bietet eine prächtige Flora und Fauna auf etwa 300 ha. Der große Witpoortjie Wasserfall ist einer der landschaftlichen Höhepunkte. Mit etwas Glück und abhängig von der Jahreszeit kann man hier ein Felsenadler (Kaffernadler) Pärchen beobachten. In der Nähe des Wasserfalles sieht man das gewaltige Nest aus Ästen und Zweigen. Meist besteht die Brut aus zwei Eiern. Immer tötet das Ältere kurz nach dem Schlüpfen das Jüngere.

Der Wanderweg führt neben dem Wasserfall in die Höhe. Oben angekommen geht es entlang des Flusses weiter, bis der Weg nach rechts abbiegt. Man schaut von hier auf eine Häuseransiedlung auf dem Berg, direkt neben dem Parkgebiet. Der Weg führt weiter bergauf bevor es dann wieder steil bergab geht. Dieser Abstieg ist sehr steil mit großen Stufen, die für kleinere Kinder nicht unbedingt geeignet sind. Im Tal geht es dann zurück Richtung Picknickwiese, die einen pefekten Ausklang für den Tag in der Natur bietet. Benannt wurde der Park nach dem südafrikanischen Antiapartheid-Kämpfer und Politiker Walter Max Ulyate Sisulu.

 Suikerbosrand Nature Reserve

Suikerbosrand Nature Reserve

In der Nähe von Heidelberg, etwa eine Stunde südlich von Johannesburg liegt das Suikerbosrand Nature Reserve. Das Gebiet umfaßt insgesamt etwa 12000 ha. Die Höhenunterschiede reichen von 1500 bis 1900 m über NN. Der Park hat seinen Namen von der Pflanze Highveld Protea/Suikerbos (Protea caffra), einem kleinen Baum oder Busch mit einer wunderschönen Blüte. Die Königsprotea (Protea cynaroides) ist die südafrikanische Nationalblume aus der gleichen Familie.

Der Bokmakiere Pfad ist am Besten geeigent für eine Tagestour. Man kann zwischen 10 (folgen Sie den gelben Fußspuren) und 17 (folgen Sie den grünen Fußspuren) Kilometern wählen. Mit etwas Glück sieht man Eland, Zebra, Gnus und Paviane während der Wanderung, um nur einige zu nennen. Unbedingt an einen Sonnenhut denken. Die Strecke führt über weites Land, mit schönen Ausblicken, mit wenig bis gar kein Schatten. Fernglas nicht vergessen.

Die einfachere, kürzere Alternative ist der Cheetah Informations-Pfad. Dieser liegt in der Nähe des Besucherzentrums und nimmt etwa zwei Stunden in Anspruch. Hierbei steht nicht der Wandergedanke im Vordergrund, sondern die Möglichkeit, etwas über das direkte Umfeld und seine Beschaffenheit zu erfahren.  

Suikerbosrand Nature Reserve

Der Start- und Endpunkt der Wanderungen liegt am Suikerbosrand Protea Hotel. Im Garten kann man bei einem Kaffee oder einer kühlen Erfrischung wieder zu Kräften kommen. 

Weitere Touren, die ich noch empfehlen kann:

Klipriviersberg Nature Reserve mit unzähligen verschiedenen Touren jeder Länge. 30-40 km südlich von Johannesburg.  

Klipriviersberg Nature Reserve

Das Fairie Glen Nature Reserve liegt etwas südlich-östlich von Pretoria. Auch hier gibt es verschiedene Wanderwege.  

Farie Glen Nature Reserve

Ein bisschen anspruchsvoller ist die Tour am Shelter Rock in den Magaliesbergen. Wanderungen müssen vor 11 Uhrstarten. Es geht etwa vier Kilometer bergauf und anschließend natürlich wieder zurück. Dauer etwa vier Stunden, mit Kindern vielleicht etwas länger. Es gibt Treppen-Querungen über Zäune – für Hunde also weniger geeignet. Westlich von Johannesburg gelegen, ca. 1 Stunde und 15 Minuten Anfahrt. 

Shelter Rock
Shelter Rock

Es gibt auch noch eine schöne (long) Tour auf der Saamrus Guest Farm in den Magaliesbergen, aber die ist momentan wohl nur für Hausgäste offen. Einfach mal anfragen.  

Saamrus Guest Farm

Nach all den wunderschönen Naturerlebnissen fühlt man sich auch in und um die Millionenstadt Johannesburg dem afrikanischen Busch ganz nah.

„Ahoi“ – Kapitän auf dem Hausboot

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– nur eine Stunde Fahrt von Johannesburg entfernt

Unberührte Natur, dichtes Schilf, ruhiges Wasser, große Vogelvielfalt und wunderschöne Sonnenuntergänge – all das nur eine Stunde südlich von Johannesburg. Auf einem Hausboot der eigene Kapitän sein und für ein verlängertes Wochenende den Vaal River entlangschippern.

Ob wir wissen, wie man ein Boot steuert, will Wellington der freundliche Mitarbeiter von Old Willow No. 7, unserem Bootvermieter, wissen. „Woher?“ fragen wir. Also gibt es eine kurze Einweisung. Nicht nur Boot steuern will geübt sein, man sollte auch wissen, wie die Toilette funktionert, wo die Schwimmwesten sich befinden, wie Herd und Ofen zu benutzen sind, wie man Strom spart und den Tank wechselt. 

Es hört sich viel an, aber es stellt sich bald heraus, dass alles sehr einfach zu bedienen ist. Es ist Winter in Südafrika und somit nicht viel Verkehr auf dem Fluss. Für das erste Mal Kapitän sein, sicher nicht allzu schlecht. Auf geht´s wir stechen in See oder besser in „Fluß“.

15 Kilometer in jede Richtung sind von unserer Anlegestelle, direkt am „Millionares Bend“, einfach an einem Wochenende zu erkunden. „Millionärs Kurve“ erklärt recht schnell, wie prachtvoll hier die Häuser und wie groß die Grundstücke entlang des Flußabschnittes sind. 

Den ersten Tag gehen wir langsam an. Nach kurzer Fahrt biegen wir in einen Seitenarm mit dem Namen Leeuspruit ab. Auf einer Seite reihen sich Häuser direkt an den Fluß und auf der anderen Seite steht dichtes Schilf. Wir ankern auf der Naturseite. Die Vögel zwitschern laut im Schilf. Die Angeln werden ausgeworfen, der Grill gestartet. Wir haben natürlich Fleisch dabei, da wir nicht erwarten, so schnell einen Fisch zu fangen. 

In Winterjacken und Wolldecken gehüllt genießen wir ein Glas Wein, ein Straußensteak und nebenbei auch noch den feuerroten Sonnenuntergang.

In der Kajüte liegen dicke Decken und Wärmflaschen bereit. Wir kuscheln uns in das gemütliche Bett und schlafen ganz entspannt ein.

Der nächste Morgen ist kalt, richtig kalt. Wir entscheiden uns für ein Frühstück im Innenraum. Der heiße Kaffee wärmt schön von innen, das Radio an Bord berieselt uns mit afrikanischer Musik. Wieder in Winterjacken gehüllt, starten wir den Motor, Anker lichten und weiter geht es auf Erkundungsfahrt des Vaal River. 

Heute fahren wir fast 18 Kilometer in die andere Richtung. Doch zu allererst machen wir Halt bei unserem Vermieter. Die Batterien werden geladen, das Boot geputzt, Frischwasser aufgefüllt, die Füllmenge des Tankes geprüft und der Grill neu bestückt. Nebenbei bekommen wir von dem freundlichen Besitzer, David, Ratschläge zu besserem Angelerfolg. 20 Minuten später geht es wieder los. 

Wir  passieren riesige Prachthäuser, aber auch einfache Hütten. Überall entlang des Ufers zwitschern Vögel in allen Größen. Wir begegenen wenig Booten. Und obwohl heute Feiertag ist, sehen viele Wochenendhäuser unbewohnt und auch einige Restaurants geschlossen aus. Es ist eben Winter. Im Emerald Casino machen wir Halt und mischen uns unter die Menschenmassen, die hier herumspazieren. Wir halten uns nicht zu lange auf, da wir schon nach kurzer Zeit die Idylle und die Ruhe unseres Bootes vermissen und auch keine Spielernaturen sind. 

Der heutige Ankerplatz heißt Taaibos Spruit, ein Nebenfluss des Vaal. Flaches Land zu jeder Seite, hin und wieder säumt Schilf das Ufer, aber auch abgebrannte, schwarze Felder zieren den Weg. Wir begegnen vielen Angelern entlang unseres Wasserweges. Freundlich grüßt man sich. 

In einem ruhigen Eck ankern wir wieder dicht am Schilf. Ganz in der Ferne können wir die Kühltürme eines Atomkraftwerkes sehen. Die Angeln werden ausgeworfen. Da wir noch gut gesättigt sind von unserem üppigen Mittagessen im Casino, ist keiner enttäuscht, dass wir wieder keinen Fisch fangen und somit das Abendessen spontan ausfällt. All die Ratschläge und zusätzlichen Anlockmittel Davids haben uns heute nicht geholfen.

Die Nacht fühlt sich erheblich kühler an und früh kuscheln wir uns in die warmen Betten. 

Der nächste Morgen bestätigt unser Gefühl. Alles ist gefroren, leicht weiß überzogen und Nebel steigt vom Fluß auf. Eine wunderschöne Landschaft. Nach einer heißen Dusche an Bord, heißem Tee mit köstlichem Kuchen zum Frühstück, wagen wir uns an die frische Luft. Unser Atem ist gut sichtbar. Wir geben den Fischen eine weitere Stunde zum Anbeisen, bevor wir uns, ohne Fang, zu unserem Stopp an der Vermietstation aufmachen. 

Frisch betankt und gesäubert ist unser Ziel heute die  Staumauer. David hat keine weiteren Angel-Ratschläge auf Lager, außer Geduld, Geduld, Geduld.

Die Landschaft der heutigen Flußseite ist hügeliger und felsiger. Der Staudamm wurde bereits 1938 angelegt. Musste 14 Jahre später erweitert werden, um die ansteigende Bevölkerungszahl versorgen zu können. Heute sind die Kapazitäten lange nicht mehr ausreichend und man muss auf andere Resourcen ausweichen.

Wir ankern im Schilf des Cloudy Creek, einem weiteren Zufluß zum Vaal River. Ein erneuter Angelversuch wird gestartet, aber kein Erfolg erwartet. Wir heizen den Grill an, packen uns in Decken und Jacken und genießen südafrikanischen Wein, Steaks und Borewoers, eine besonders gewürzte lokale Bratwurst. 

Und dann steht schon die letzte Nacht unseres Wochenendausflugs bevor. Mit einem wunderschönen, klaren Sonnenuntergang beendet die Natur unseren Tag. Die Dunkelheit kommt früh, bereits um 19 Uhr ist es finster. Wir sitzen um den Grill herum und lassen die letzten Tage Revue passien. Schon heute steht fest, dass wir wiederkommen werden. Vielleicht das nächste Mal im Sommer. Aber nur vielleicht. Die Ruhe und die besondere Stimmung im Winter haben uns auch sehr gut gefallen. 

Ahoi!

Wir sind ein paar Jahre später noch einmal im Sommer zurückgekehrt. Die Abende an Deck in der kühleren Zeit waren auf jeden Fall, trotz Decken und Winterjacken, viel gemütlicher, denn im Sommer machen leider auch die Mücken hier Urlaub…

Wadi Naqab – Red Wall Hike – im Emirate Ras al Khaimah

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–        eine wunderschöne Wanderung

Ich gebe zu, bevor wir nach Dubai zogen, habe ich mich nicht weiter mit Freizeitaktivitäten in und um Dubai beschäftigt. Ich habe es einfach auf mich zukommen lassen. Eine Sache, die ich nie erwartet hätte, ist die Möglichkeit zu Wandern. 

Dank lieber Freunde, die uns zu einer NeujahrsWanderung eingeladen haben, durften wir diese schöne Tour in netter Gesellschaft laufen… auch mal klettern. 

Der Einstieg ist recht einfach zu finden, Danke Google Maps.

Es gibt zwar nicht viele Regentage in den Vereinigten Arabischen Emiraten, aber bevor man diese Wanderung macht, oder andere Gänge dieser Art in einem Wadi, sollte man sicherstellen, dass an dem Tag kein Regen erwartet wird. Denn Wadi bedeutete Senke, in dem Fall eben auch ein Flusslauf, sollte es zu regnen anfangen. Das Wadi ist an beiden Seiten von hohen, kahlen Felswänden gesäumt. Der Weg besteht aus feinem oder gröberem Gestein/Geröll und manchmal muss man sogar über größere Felsbrocken klettern. Wir hatten unseren Hund dabei, was definitiv möglich ist, mussten ihm aber bei der ein oder anderen Kletterpartie helfen. Sowohl uns Erwachsenen, als auch den Kindern hat die Tour, inklusive des Kletterns, super viel Spaß gemacht.

Aufgrund der alljährlichen Hitze empfiehlt es sich natürlich, die Wanderung am Morgen zu starten. Wir sind im Januar, gegen 9 Uhr gestartet. Dank der hohen Felswände, die das Wadi säumen, ist man bei frühem Start relativ lang im Schatten unterwegs. Die Anfahrt von Dubai dauert etwa 1,5 Stunden. Und ja, die Tour lohnt sich auf jeden Fall für einen Tag. Einfach traumhaft schön. 

Wir haben es nicht ganz bis zum Ende, zur Red Wall geschafft. Denn zum Schluss war doch sehr viel klettern über sehr große Felsen angesagt, was mit dem Hund einfach nicht mehr möglich war. Unsere Kinder sind mit den Freunden noch ein ganzes Stück weitergekommen, aber auch der ein oder andere Erwachsene der Gruppe und auch die Kinder, sind vor der Red Wall umgekehrt. 

Unsere Tour, bis zum Hunde-Wander-Aus, war trotzdem einfach Strecke etwa fünf Kilometer, für einen Samstagsausflug inklusive Kinder und Hund perfekt.

Es war ein tolles Gefühl, zu Fuß diesen Teil des Hadschar Gebirges (Hajar Mountains) zu erkunden. Wir werden sicher in den kommenden kühleren Monaten noch weitere Touren machen, denn es soll noch einige dieser Art in den Emiraten geben. 

Eine wundervolle Entdeckung in der neuen Heimat. EntdeckerGlück.

Stecker und Steckdosen

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Eine kleine kurze Anekdote von gestern. 

Wir haben eine elektrische Zahnbürste, noch aus Deutschland. Für mich die Revolution der Zahnbürsten, die Philips Sonicare. Nun hat genau die, leider Anfang der Woche den Geist aufgegeben. Also habe ich mich bezüglich der Preise informiert und eine neue gekauft. Die Alternative wäre gewesen, dass mein Mann eine aus Österreich mitbringt, wo er sich momentan geschäftlich für ein paar Tage aufhält. Ich habe dieses Angebot abgelehnt und fand die Preise hier absolut o.k. und habe sie somit in der Apotheke meines Vertrauens erstanden.

Ich habe die Zahnbürste ausgepackt, kurz getestet, dass sie funktioniert und habe die Verpackung gewissenhaft in der Recycling Tonne entsorgt. Jetzt wollte ich gestern die lokal gekaufte Zahnbürste im Bad in Betrieb nehmen und dann war da ein kleines Problem…

Denn in den Badezimmern hier, gibt es nur eine Steckdose für Rasierer. Dort konnten wir das alte Ladegeräte mit der „deutschen“ Steckerversion anschließen. Nun aber hat die in Dubai gekaufte Ladestation leider den lokalen 3er Stecker und somit können wir ab jetzt die Zahnbürste nicht mehr im Badezimmer laden… Wo bitte schließt man sonst seine Zahnbürste an? Soll ich die jetzt im Schlafzimmer stehen haben oder in der Küche oder gar im Esszimmer? Könnten wir alle direkt nach dem Essen immer Zähneputzen. Ich könnte eine alte Waschschüssel mit Wasserkaraffe daneben platzieren – so als kleines Kunstwerk oder als Gag…

Natürlich nur ein kleines Problem, welches mich aber gestern ziemlich genervt hat und ich mit euch teilen wollte. Wo meine Zahnbürste in Zukunft geladen wird… weiß ich leider noch nicht.

Alle Steckdosen hier haben die britischen 3er Stecker. In jedem Supermarkt gibt es bezahlbar Adapter, gerne und oft auch Mehrfachadapter zu kaufen, also generell kein Problem. Nur in Kombination mit der besonderen Rasierersteckdose im Bad harmonieren diese leider nicht…

Ich werde mal versuchen, die neue Zahnbürste mit der alten Ladestation zu laden…

Hätte ich doch das Angebot meines Mannes angenommen!

 

Foto: die schwarze Ausführung ist die neue Zahnbürste

Afrika „Feeling“ rund um Johannesburg

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Elefanten Waisenhaus und Monate Game Lodge

Johannesburg, oft auch nur Jo´burg oder Jozi genannt, ist eine Millionenstadt und die Wirtschaftsmetropole Südafrikas. Mit einem Besuch im Elefanten Waisenhaus vor den Toren der Stadt oder ein paar Nächten auf einer Safari-Lodge rundet man seinen Großstadtaufenthalt ab und kommt der Natur Afrikas ganz nah.  

Verlässt man Johannesburg Richtung Norden findet man sich bald in hügeliger, grüner Landschaft wieder. Man entflieht schnell dem Trubel der Stadt. Die Straßen schlängeln sich durch die bergige Weite bis hin zum Hartbeespoort Dam. 

Unser Ziel ist das Elefanten Waisenhaus. In einem afrikanisch anmutenden, Reet gedecktem Haus werden wir empfangen. Auf der Terrasse bekommen wir einen ersten Blick auf die verspielten Gefährten, die uns die nächsten zweieinhalb Stunden begleiten werden. Von den freundlichen Mitarbeitern erfahren wir mehr über die Herkunft und die Schicksale der fünf Elefanten, die momentan in diesem Waisenhaus versorgt werden. Sie heißen Amarula, Temba, Khumba, Mvusu und  Masadi. Temba ist die jüngste und ist sieben Jahre alt.  

Die Einrichtung vermittelt nicht nur Interessantes über die afrikanischen Elefanten (Loxodonta Africana), sondern gibt uns die Möglichkeit, in einer interaktiven Begegnung den Tieren ganz nah zu kommen. 

Wir fühlen die runzelige, feste Haut am Rücken, berühren die feinen, weichen Bereiche hinter den Ohren, halten die borstigen Enden des Schwanzes in den Händen und fühlen die soften Fußsohlen. Woran erkannt man nun den afrikanischen Elefanten? Unser Guide gibt uns den Tipp, dass seine Ohren die Form des Kontinentes Afrika haben. Tatsächlich! 

Mit einem dicken, feucht-dreckigen Elefantenkuss auf die Wange verabschieden wir uns erstmal. 

Jeder Elefant hat seine eigene Schlafkammer, die jeden Tag komplett gereinigt und für die Nacht hergerichtet wird. Zimmerservice – fast wie im Hotel. 

Während wir noch über die Anatomie der Elefanten aufgeklärt werden, stehen die Vierbeiner ganz neugierig hinter uns. Sie strecken uns, über einen Zaun hinweg, die Rüssel entgegen, steigen sogar mit einem Fuß auf den Zaun, nur um uns näher zu kommen. Nach der Anatomiestunde wird uns klar warum. Die Elefanten kannten schon den nächsten Programmpunkt: Füttern!

Wir bekommen zwei Eimer gefüllt mit Trockenfutter und eine kurze Anweisung, wie wir am besten und am sichersten Füttern. Gierig werden uns immer wieder die Rüssel entgegengestreckt, keine Bewegung bleibt unbeobachtet, wollen die Elefanten doch sicher sein, dass wir gerecht verteilen.

Zum Abschluss drehen wir noch eine Runde „trunk-in-hand“, was so viel bedeutet, wie Händchenhalten oder besser Rüsselhalten. Der Elefant legt seinen Rüssel in die Hand und wir machen einen kurzen Spaziergang über den Platz. 

Zur abschließenden Krönung wird bei Interesse auch ein kurzer Elefanten Ritt angeboten. 

Den schönen Morgen schließen wir mit einem köstlichen 3-Gänge-Mittagessen auf der Terrasse ab, mit Blick auf die neu gewonnen Freunde. Dazu trinken wir einen Rock Shanty, ein typisch südafrikanisches Erfrischungsgetränk.

Monate Game Lodge – etwa zwei Stunden von Johannesburg entfernt

Wir sind auf den Geschmack gekommen, wollen noch mehr Afrika Feeling und buchen eine Game-Lodge für zwei Nächte. Game bedeutet Wild. Und eine Game-Lodge ist die Bezeichnung für eine Unterkunft im Busch gelegen, oft auf einem privaten, sehr weitläufigen Grundstück mit wilden, afrikanischen Tieren. 

Wir wollen nicht weit fahren und haben uns deshalb für die malaria-freie „Monate Game-Lodge“ entschieden. Diese ist etwa zwei Stunden Fahrtzeit nördlich von Johannesburg gelegen, in der Provinz Limpopo. 

Sobald wir von der Hauptstraße abfahren, hört die geteerte Straße auf und die Schotterpiste beginnt. Wir fühlen uns Afrika gleich noch ein Stück näher. An der Lodge werden wir von sehr nettem Personal mit einem frischen Fruchtsaft erwartet. Man erklärt uns den typischen Tagesablauf bei dieser Art von Urlaub und wir wissen jetzt schon, dass wir eine spannende, gute Zeit haben werden. 

Zimmer beziehen und ab in den Pool zur Abkühlung, bevor wir unser Mittagessen unter einem schattigen Sonnenschirm bei sommerlichen Temperaturen einnehmen. 

Um 16 Uhr ist Abfahrt zu unserem ersten Game-Drive in einem offenen Safari-Fahrzeug. Alleine dieses Gefährt ist schon ein Erlebnis. Sobald wir den Bereich der Unterkunft verlassen haben, sehen wir Springböcke, Kudus, Zebras, Wasserböcke, Giraffen und vieles mehr – das ist Afrika. Unser Fahrer hält oft an, gibt uns ausreichend Zeit die verschiedenen Tiere zu beobachten und erzählt uns eine Menge über die Flora und Fauna Afrikas.  

Kurz vor Sonnenuntergang stoppt der Fahrer erneut und wir steigen alle aus. Erst zögerlich, haben wir doch gehört, es soll auch Nashörner und Geparden geben. Und dann haben wir unseren ersten Sundowner im Busch. Mit einem südafrikanischen Weißwein in der Hand, den grasenden Giraffen nicht weit von uns entfernt, genießen wir den Sonnenuntergang. 

Zurück in der Lodge erwartet uns ein Abendessen in einer Höhle. Wir steigen die Stufen hinauf und dort oben in einer natürlichen Grotte im Berg stehen gedeckte Tische im Kerzenschein. In schweren, gusseisernen Töpfen, mit Kohlen befeuert, köcheln köstliche, afrikanische Spezialitäten. Wir essen Kudu und Pap (eine Art Maisbrei) – und können kaum glauben, dass wir uns nur zwei Stunden von der Millionenstadt Johannesburg entfernt befinden. 

Am nächsten Morgen stehen wir bereits um fünf Uhr auf und eine halbe Stunde später starten wir zum nächsten Game-Drive. Es ist kühl und wir haben uns dick angezogen, aber im Safari-Fahrzeug warten auch noch kuschelige Decken auf uns. Eingemummelt geht es wieder hinaus in die Natur. Die Sonne steigt langsam höher und die Natur erwacht. In der Kühle des Morgens entdecken wir viele bekannte Tiere vom Vorabend wieder, haben aber auch das Glück, den Geparden zu finden. Diese Schönheit der Natur ist unglaublich faszinierend. Im Alltag wollen wir uns kaum vorstellen jeden Morgen um fünf Uhr auszustehen und schon bald die Arbeit zu beginnen, aber hier im Busch, sind wir gerne bereit, solche Uhrzeiten in Kauf zu nehmen. Die Natur belohnt uns dafür. 

Wir machen noch einen Kaffeestopp im Busch und kehren dann nach einer weiteren Stunde Tierbeobachtungen hungrig zur Lodge zurück. Dort wartet ein herzhaftes Frühstück auf uns. 

Anschließend ist Freizeit angesagt. Was tun den ganzen Tag? Wir entschließen uns zum Tontauben schießen. Ein großer Spaß, da wir dies alle noch nie gemacht haben. Nach einer Einführung in die Sicherheit und die Technik des Gewehres geht es los, die ersten Schieß-Versuche. Meine zehn Tontauben bleiben verschont, ich erziele keinen einzigen Treffer. Ich investiere in fünf weitere Tontauben, aber auch diese entwischen mir. 

Die spätere Erfrischung im Pool und der zweite Platz in einem kleinen Minigolf Turnier lassen schnell die Misserfolge beim Tontauben schießen vergessen. 

Bei unserem abendlichen Game-Drive haben wir dann noch eine Begegnung der besonderen Art – Nashörner. Gewaltige Tiere, die in einer Gruppe von vier auf unserem Weg stehen und nicht zur Seite gehen wollen. Uns gibt das viel Zeit, die riesigen Geschöpfe zu beobachten und zu fotografieren. Mit der untergehenden Sonne und den trockenen, gold-leuchtenden Wiesen fühlen wir uns der Natur ganz nah und vom Afrika Fieber gepackt. 

Erst nach zwanzig Minuten macht sich die kleine Herde langsam auf den Weg, immer unserem Pfad entlang, bis sie dann im Busch verschwindet.

Zurück im Camp wartet ein großes Lagerfeuer auf uns. In bequemen Campingstühlen genießen einen Aperitif mit Blick in das flackernde Feuer, bevor wir unter dem weiten Sternenhimmel unser Abendessen einnehmen. 

Der nächste Morgen beginnt natürlich wieder um fünf Uhr. Und nein, wir sind es immer noch nicht leid, Tiere zu suchen, zu beobachten und zu fotografieren. Auch wenn sich viele Tierarten immer wiederholen, können wir nicht genug bekommen und die Faszination bleibt. Nachdem wir die großen Tiere schon kennen, interessieren uns nun auch die kleineren Lebewesen, wie Vögel oder Spinnen, die wir bisher überhaupt nicht wahrgenommen haben. Wir genießen noch einmal zwei Stunden in der Wildnis, bevor wir zu unserem letzten Frühstück in die Lodge zurückkehren. 

Danach heißt es packen und Abschied nehmen. Ein faszinierender Kurzaufenthalt liegt hinter uns und wir sind uns jetzt schon sicher, dass wir nicht das letzte Mal in dieser Buschwelt Afrikas Urlaub gemacht haben.

Seychellen

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Sechs Nächte, drei Inseln und sieben Meeresfrüchte Salate

Es ist August in Südafrika, der Tiefpunkt der winterlichen Temperaturen. Wir brauchen dringend Wärme. Also buchen wir spontan einen Kurztrip auf die Seychellen. Kurz vor Mitternacht sitzen wir im Flieger. Nach einer Nacht mit wenig Schlaf steigen wir am nächsten Morgen bei sommerlichen Temperaturen um kurz vor sieben Uhr Ortstzeit aus dem Flugzeug, zwar nicht ganz fit und frisch, aber egal wie, die Wärme hier ist mehr als angenehm. 

Ein Taxi bringt uns zu unserer ersten Unterkunft auf der Hauptinsel Mahé. Mit Blumenkränzen und einem tropischen Getränk werden wir herzlichst im Hotel empfangen. Wir wollen diese herrliche Terrasse, die über das Meer hinausragt, gar nicht mehr verlassen. Wir sind uns jetzt schon sicher, dass dieses Hotel die richtige Wahl war. Und bei Betreten unseres Bungalows, bleibt uns die Sprache weg. Wir wissen nicht warum, aber wir haben ein Upgrade bekommen und beziehen eine superschöne Villa mit kleiner Terrasse. Der Wohnraum im Untergeschoss hat ein 180 Grad halbrundes Fenster und scheint über dem Meer zu schweben. Im oberen Bereich finden wir zwei Schlafzimmer mit demselben Schwebegfühl. Obwohl das Zimmer so wunderschön ist, ruft uns aber der Strand und die Fische. Wir packen die Badesachen, leihen uns Schnorchelausrüstungen an der Rezeption und dann verbringen wir den Tag an einer kleinen, idyllischen Bucht, direkt am Hotel.

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Insel Praslin

Mit einer Minipropeller Maschine, die vielleicht Platz für 15 Passagiere bietet, ist der Überflug nicht nur unser Transfer zur nächsten Insel, sondern ein ganz besonderes Erlebnis. Die Inselgruppen schauen atemberaubend schön aus der Luft aus: türkisblaues Wasser, herrliche goldene Sandstrände und tiefgrüne Inselkerne. 

Auf Praslin angekommen geht es mit dem Taxi weiter. Die Insel ist vielleicht zwölf Kilometer lang und etwa fünf Kilometer breit.  Es gibt eine einzige Ampel und diese springt dann auf rot, wenn ein Flugzeug landet oder startet. 

Wie schon auf Mahé, hängen auch hier überall Plakate und wehen Fahnen, die die achten „Olympischen“ Spiele der Inseln des indischen Ozeanes ankündigen, die in diesem Jahr eben auf den Seychellen ausgetragen werden. 

Unser Zimmer im Hotel ist sehr stilvoll eingerichtet und mit warmen Farben geschmückt. Hier kann man sich nur wohlfühlen. Zum Mittagessen genießen wir unseren zweiten köstlichen Meeresfrüchte Salat im offenen Restaurant. 

Die Bucht der Grand Anse lädt zu ausgedehnten Spaziergängen ein. Genau dies machen wir auch, nachdem wir feststellen, dass der Strand nicht zum Schnorcheln, sondern mehr zum Baden geeignet ist. 

Bei bewölktem Himmel unternehmen wir am nächsten Morgen wieder einen Spaziergang, diesmal in das kleine Städtchen. Viel gibt es dort nicht zu sehen, somit buchen wir spontan einen Mietwagen. Dieser wird auch innerhalb der nächsten Stunde ins Hotel geliefert. 

Mit unserem kleinen roten Flitzer geht es dann gleich los. Erster Stopp – ein Barber Shop mit dem Namen O´Reals. Dort erhält mein Mann einen Haarschnitt und gleich noch eine Lebenslektion: „Trinke nicht, rauche nicht und suche keinen Streit – sei friedlich und glaube an den Herrn.“ Heute ist schulfrei und schnell sitzen vier weitere junge Herren herum, die auf ihren Haarschnitt und ihre Lebenslektion warten.

Auf dem Weg zur berühmten Bucht Anse Lazio packt uns der kleine Hunger und wir stoppen im Hotel Acajou an der Cote d´Or gelegen. Ohne große Überlegungen bestellen wir natürlich wieder einen Meeresfrüchte Salat. Das Restaurant liegt direkt am Meer mit einem herrlichen Ausblick und der Salat ist wirklich ebenso gut, wie die Aussicht. 

Wir können uns gerade noch losreisen und setzten unsere Fahrt fort, weiter Richtung Norden. Ganz am Ende der Straße treffen wir auf die Anse Lazio, die Bucht, die oft als eine der schönsten der Welt betitelt wird. Bei unserer Ankunft ….

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Ausflug nach La Digue

Am nächsten Morgen ist es erneut sehr bewölkt, aber an den Temperaturen hat sich nichts geändert. Sommer. Wir haben beschlossen auch noch die kleine Insel La Digue zu besuchen. Für unseren Tagesausflug machen wir uns früh auf den Weg zum Hafen. Um 9:30 Uhr geht unsere Fähre. Wir haben eine Tasche mit Badesachen und Sonnenmilch gepackt, was brauchen wir sonst? 

Aufgrund des Wetters ist das Meer sehr wellig und die Überfahrt heftig. Zum Glück haben wir vorher bereits zwei Reisetabletten eingenommen. Alles verläuft gut und etwa 20 Minuten später sind wir schon auf unserer dritten Insel. Es herrscht ein riesen Ansturm auf den Fahrradverleih. Also beschließen wir erst einmal, einen Kaffee direkt am Hafen zu trinken. Zur Freude gibt es auch noch frisch gepresste Säfte. Gestärkt suchen auch wir uns anschließend einen Fahrradverleih. Der Ansturm ist vorbei und schnell sind wir fündig und haben die passenden Räder. Mit einer kleinen Karte in der Hand geht es los. Badetasche ins Körbchen und auf zur Erkundungsfahrt. Leider hat auch der Regen beschlossen, heute La Digue zu besuchen. Aber irgendwie ist uns das vollkommen gleichgültig. Die Temperaturen sind angenehm war und somit radeln wir bald pitsch nass über die Insel, aber sind definitiv nicht alleine. Überall treffen wir auf weitere Radfahrer. Mein Sonnenhut wird spontan zum Regenhut umfunktionert, so dass mir nicht andauernd die Tropfen in die Augen laufen. 

Es geht einen steilen Berg hinauf und anschließend erholsam wieder hinunter in eine Sackgasse in der Bucht Grand Anse. Dort im Restaurant Loutier Coco ist Radler Versammlung. In der strohgedeckten Hütte tummeln sich die nassen Radfahrer. Nach einer kurzen Getränkepause treten wir wieder in die Pedale. Also erneut den steilen Berg hinauf, aber anschließend auch wieder entspannt den Berg hinunter. Wir genießen die Bewegung und vor Euphorie über die kleine Insel, übersehe ich fast die große Schildkröte, die dort direkt neben dem Weg im Gras sitzt und frisst. 

Und dann plötzlich reißt der Himmel auf und die Sonne lacht uns an. Gerade passend erreichen wir einen herrlichen, weißen Sandstrand mit türkisblauem Wasser. Wir machen spontan eine Badepause. Lange hält diese nicht an, denn die Wolken werden wieder dichter und schon regnet es. 

Also wieder auf die Räder. Zeit, dass wir irgendwo zum Mittagessen einkehren. Etwas den Berg hinauf, nicht weit von unserem Strandstopp entfernt, finden wir ein Restaurant direkt an der Straße mit weitem Blick über´s Meer. Es stehen schon zwei weitere Fahrräder davor. Also parken auch wir ein und steigen leicht feucht die Treppen hinauf. Ein aufmerksamer Mitarbeiter begrüßt uns sofort mit zwei Handtüchern. Sehr nett. In die Karte brauchen wir nicht groß schauen, wir wissen schon, was wir möchten. Und natürlich werden wir auch hier nicht enttäuscht. Wir genießen erneut einen Meeresfrüchte Salat, während der Regen in Strömen vom Himmel fällt. Eine französische Familie hat es leider nicht vor dem Haupterguss des Himmels geschafft und betritt nun triefend nass das Restaurant. Sofort eilt wieder ein Mitarbeiter mit Handtüchern herbei. Das scheint hier Service des Hauses zu sein. Da wir nicht weit vom Hafen entfernt sind, beschließen wir hier noch eine halbe Stunde die Aussicht zu genießen, bevor wir uns auf den Rückweg zu unserem Katamaran machen, der uns um 14 Uhr wieder nach Praslin bringt. Wir nehmen vorsichtshalber jeder noch eine Reisetablette. 

Am Hafen sehen wir ein ganz junges Pärchen, das ebenfalls auf die Fähre wartet. Sie hält ihr weißes Hochzeitskleid in den Händen. Wir wünschen ihnen von ganzem Herzen, dass ihre erhoffte Traumhochzeit auf der Insel La Digue nicht ins „Wasser“ gefallen ist. Auf der anderen Seite gibt es ja das Sprichwort, dass es Glück bringt, wenn es am Hochzeitstag regnet. Unser Tagesausflug nach La Digue hat sich, trotz Regen, absolut gelohnt und hat uns nur bestätigt, dass uns diese Insel zu klein wäre, um hier in einem Hotel ein paar Tage zu verbringen. 

zurück auf Praslin

Unser kleiner roter Flitzer wartet schon am Hafen auf uns und bringt uns rechtzeitig zum Hotel zurück, so dass wir noch einen wunderschönen Sonnenuntergang mit dunklen, imposanten Regenwolken erleben dürfen. Zum Abendessen gibt es natürlich köstlichsten Meeresfrüchte Salat – und nein, wir sind ihn immer noch nicht leid.

Am nächsten Tag heißt es Abschied nehmen von Praslin. Dieses Mal geht es nicht mit dem Flieger zurück nach Mahé, sondern  ….

Fix und fertig kommen wir mit dem Taxi im Hotel an. Wir übernachten in derselben Unterkunft wie in der ersten Nacht und sind auch sehr froh darüber, da wir die Anlage einfach traumhaft fanden. 

kurz vor Heimflug noch einmal Zwischenstopp auf Mahé

Wir werden wieder mit einem wunderschönen Zimmer überrascht. Dieses Mal nicht unsere kleine Luxusvilla, aber das Zimmer ist fast genauso schön. Wir haben ein herrliches Korbbett draußen auf der Terrasse mit Meerblick. Ebenso ein wunderschönes Bett im Inneren, in das wir gleich hineinfallen und erst einmal unser immer noch anhaltendes Unwohlsein wegschlafen. Zwei Stunden später geht es uns wieder richtig gut. Wir gehen noch ein letztes Mal in diesem herrlichen Aquarium schorcheln. Die Welt ist wieder in Ordnung und wir sind im Paradies. Frischgeduscht begeben wir uns an die luftige Bar über dem Meer. Der Himmel schenkt uns noch einen atemberaubenden, pinken Sonnenuntergang und das Hotel serviert uns wieder die köstlichen, hausgemachten Kokoschips. Zusammen mit einem kühlen, lokalen Bier namens „Phoenix“ genießen wir unseren letzten Abend. Und wie der mythische Vogel, erwachen auch wir gerade wieder zu neuem, glücklichem Leben, nach dieser schrecklichen Bootsfahrt heute, die wir nun schon fast vergessen haben.

Am nächsten Tag heißt es dann früh aufstehen. Um 8:10 Uhr geht bereits unser Flug nach Hause. 

Wir haben so viel gesehen und erlebt in diesen sechs Tagen, dass wir uns fühlen, als ob wir zwei Wochen Urlaub gehabt hätten. Und wie die offizielle Homepage der Seychellen so schön sagt: „Die Seychellen – eine andere Welt“. Dies können wir nur bestätigen. Wir haben nicht nur unsere sieben Meeresfrüchte Salate in sechs Tagen auf drei Inseln genossen, sondern jede Minute unseres Aufenthaltes in dieser anderen, wunderschönen und sehenswerten Welt.

Bericht aus dem Jahr 2011.

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Inseln Afrikas – mehr als schöne Strände

Fotoreise Seychellen

Alonissos – Griechenland

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– eine meiner Trauminseln

Lange habe ich den Namen geheim gehalten von dieser kleinen, griechischen Insel… Ich wollte nicht, dass mehr Touristen auf die Insel kommen. Ich wollte dieses Kleinod für mich haben. Ich wollte die Idylle bewahren. 2017, 2018 und 2019 waren wir jeweils für zwei Wochen dort. Auch 2020 hatten wir gebucht, aber es kam Corona und Dubai. Somit mussten wir ein Jahr aussetzen, konnten aber nun, in 2021, wieder für einen Urlaub auf die Insel der nördlichen Sporaden zurückkehren. Die Insel ist 20 km lang und misst 4,5 km an der breitesten Stelle. Es leben etwa 2000 Einwohner auf der Insel. 

Warum ich den Namen sehr lange niemandem verraten habe und ihn jetzt plötzlich sogar in einem Blog Artikel erwähne?

Weil die Insel, aus welchen Gründen auch immer, sich innerhalb dieses Corona Jahres zu einer viel besuchten und anscheinend plötzlich sehr bekannten Insel entwickelt hat. Boom.

Ein Grund ist sicher, dass die Griechen selber angefangen haben, während Covid19 mehr im eigenen Land zu reisen. Viele kommen mit dem Auto auf der Fähre an. Das bedeutet, dass der Verkehr stark zugenommen hat. Aber auch der internationale Tourismus ist sehr stark gewachsen. Der einzige Sandstrand, Chrisi Milia, ist nun im August wirklich VOLL. Er war früher schon im August erheblich voller als im Juni, aber jetzt ist er vollvoll. So sehr wir gerade auch Chris und sein traumhaft schönes Lokal an dieser Bucht genießen, selbst den Kindern war es manchmal zu viel. Aber natürlich sage ich das jetzt sicher nur, weil ich die Insel und den Strand schon ganz anders erlebt habe. Die Situation ist nicht anders, als an anderen bekannten und beliebten Stränden des Mittelmeeres. Es gab Zeiten, da haben wir vielleicht mit drei, vier weiteren Familien im Juni den Strand ganz für uns gehabt. Wir waren verwöhnt. August war schon immer ein anderes Thema.

Mein Tipp für einen tollen Strandtag. Agios Dimitrios. Hier gibt es keinen Sandstrand, sondern dicke Kieselsteine. Super für die Kinder zum Schnorcheln. Frühstück oder Lunch mit unbeschreiblich schönem Blick auf die türkise Bucht, gesäumt von grünen Hängen. Weil es eben keinen Sandstrand gibt, ist hier immer weniger los. 

Einen weiterer, etwas feineren Kiesstrand gibt es in Agios Dimitrios. Auch hier ganz am Ende ein nettes Lokal, in dem wir auch öfter mit traumhaftem Meerblick gefrühstückt haben.

Ein vormals verschlafener Fischerort, Steni Vela hat heute plötzlich stylische Cafés entlang der kleinen Hafenpromenade, die auch wir natürlich bestaunt und genossen haben. Noch in 2019 gab es gerade einmal zwei, einfache Restaurants mit köstlichstem, frischem Fisch hier, wo wir mittags oft ganz alleine bewirtet wurden. 

Wir schlafen immer in Selbstverpfleger Apartments in Patitiri. Hier legt die Fähre an, hier gibt es einen netten Hafen und tolle Restaurants, Cafés und Bars. Wer meinen letzten Deutschland Beitrag gelesen hat, kann sich denken, dass wir nie im selben Apartment übernachten. Jedes Mal lassen wir uns von einer neuen Unterkunft und einer neuen Lage im Örtchen Patitiri „überraschen“. Überraschen ist natürlich so eine Sache, denn ich wähle schon sehr genau die Lage aus, denn wir sind nie alleine auf der Insel, sondern treffen uns mit Freunden, die aus Kenia anreisen und auf der Insel ein Häuschen besitzen. Und somit schaue ich immer, dass wir in der Nähe oder zumindest am gleichen Hügel der Stadt unterkommen. Ohne diese Freunde hätten wir die Insel wahrscheinlich auch nie entdeckt. Einen großen DANK an euch. 

Und wenn man sich wundert, wie man auf solch eine kleine Mini-Insel so oft reisen kann… Man kann. Sobald man auf der Fähre sitzt, fällt jeglicher Stress von einem ab. Das ist ein unbeschreibliches Gefühl. 

Anreise.

Es gibt mehrere Möglichkeiten. Ich stelle hier unsere zwei Favoriten vor. 

Insel Skiathos. Diese doch sehr touristische Insel wird regelmäßig angeflogen. Meist muss man hier auch eine Übernachtung einplanen, entweder bei An- oder Abreise buchen, je nach Flugzeiten. Von hier fahren verschiedene Fähren. Die Fährüberfahrt dauert etwa zwei Stunden. Auf dem Weg nach Alonissos macht die Fähre noch einen Stopp auf Skopolos. 

Festland Volos. Auch hier muss man meist je nach Flugzeit eine Übernachtung entweder bei der An- oder Abreise buchen. Von hier fährt unsere Lieblingsfähre etwas 4,5 Stunden (über Skiathos). Das macht aber weder uns, noch den Kindern etwas aus. Wir sitzen an Deck, der Mittelmeerwind weht uns durch die Haare, wir genießen die Ausblicke auf die grünen Inseln die an uns vorbeiziehen, trinken ein erstes Mythos oder Alpha Bier und haben einfach Urlaub. Unsere Kinder sind sehr pflegeleicht, genießen die Fahrt genauso wie wir. Nur hören die beiden meist noch Hörspiele, während sie die Sonnenstrahlen und den Wind genießen.

Oft buchen wir für den Ankunftstag direkt einen Transfer vom Flughafen entweder zum Hafen oder zum Hotel, so können wir einen schnellen, reibungslosen Anreisetag garantieren. Und müssen uns nicht in die Schlange der Taxigäste einreihen. 

Fähre. 

Unser Favorit ist Hellenic Seaways. Es ist die größte Fähre. Was wir hier lieben ist das große Oberdeck, auf dem man draußen sitzen kann. Das ist herrlich und da fängt der Urlaub dann wirklich an. 

Mietwagen.

Auf Alonissos buchen wir immer ein Auto. Das ist super praktisch. Wir fahren die ganzen zwei Wochen das Strandspielzeug im Kofferraum umher, können die Insel auf eigene Faust und unabhängig erkunden und immer mal Abstecher zu anderen Buchten machen, spontan unterwegs noch auf einen Kaffee-Stopp halten. Es gibt auch Busverbindungen, aber das ist uns mit zwei Kindern zu umständlich.

Old Town. 

Bei keinem Aufenthalt darf ein Besuch in Hora/Old Town/Chora fehlen. Hoch oben auf einem Berg gelegen, hat man hier viele einladende Cafés, Bars, Restaurants und tolle Geschäft. Auch hier hat sich innerhalb des Covid19 Jahres die Anzahl an Auswahlmöglichkeiten mindestens verdoppelt. Unglaublich. Den Ort hat in den 60ern ein schweres Erdbeben erschüttert, aber wurde, oft auch Dank Hilfe vieler Ausländer, die hier investierten, wieder hergerichtet. 

Warum fährt man so oft auf eine so kleine Insel?

Weil es Erholung pur ist. Das Leben dort ist komplett entschleunigt. Die Menschen sind unglaublich freundlich. Das Essen ist einfach nur frisch und köstlichst. Es ist schon ein bisschen, wie nach Hause kommen. Wir kennen nun schon so viele nette Einheimische auf dieser Insel und sie kennen uns. Man ist irgendwie Teil der Insel. Das ist mir bis jetzt bei noch keinem anderen Reiseziel so ergangen. 

Und ja, auch dieses Jahr haben wir wieder neue Ecken erkundet. Über die Jahre haben wir uns mal Quads gemietet und sind in Gegenden gefahren, die wir sonst nie entdeckt hätten. Wir haben mal ein Boot gemietet und sind um die Insel gefahren. Die Männer haben die Insel mit dem Mountainbike erkundet. Die Kinder, zusammen mit den Papas, haben auch schon bei der Alonissos Challenge, einem Laufevent teilgenommen. Dabei können die Kinder den 2 km Lauf durch Patitiri machen, während die Erwachsenen oder jeder, der sich fähig dazu fühlt, zwischen 10 km, 15 km oder gar 30 km wählen kann. Dieses Jahr ist eine Gruppe von uns von Patitiri bis zum Strand von Chrisi Milia, 10 km, gewandert. Es gibt einen Fußweg hoch in die Stadt Hora. Man kann tauchen und schnorcheln. Wenn man ganz viel Glück hat, sieht man vielleicht sogar die Mönchsrobbe, die wir allerdings in all den Jahren noch nicht gesichtet haben. Auch das Museum in Patitiri haben wir natürlich schon besichtigt. Es gibt so viele Möglichkeiten.

Einmal im Juni haben wir das Amani Spa entdeckt. Im kleinen Supermarkt lag ein vielversprechender Flyer aus. Wir, beide Familien mit Afrika Hintergrund, sind sofort aufmerksam geworden, weil der Baustil einem afrikanischen LuxusZeltCamp ähnelte. Also sind wir dort nach einem Strandtag einfach mal vorbeigefahren. Empfangen wurden wir von einer super sympathischen Familie, ebenfalls mit afrikanischem Hintergrund. Sofort war eine Verbindung zu spüren. Sie kamen vor vielen Jahren über Umwege aus Simbabwe nach Alonissos und haben diese besondere Unterkunft mit Wellnessbereich aufgebaut. Und das Zelt, welches uns sofort auf dem Flyer aufgefallen ist, beherbergt den Spa Bereich. Traumhaft schön. Auch die Kinder waren wie magisch von diesem Ort angezogen und schockverliebt. Da wir damals in der absoluten Vorsaison auf der Insel waren, konnten wir uns auf einen Deal einigen, dass wir den Tag zu acht dort verbringen durften. Der Infinity Pool war Magnet der Kinder. Frühstück gab es unter einem Olivenbaum mit Meerblick. Wir haben uns nacheinander im Spa verwöhnen lassen und sind am frühen Abend nach einem letzten Sundowner wieder nach Patitiri gefahren. Da uns der Tag so verzaubert hat, haben wir an einem anderen Abend dann noch ein Abendessen auf der „Lodge“ gebucht. Aber diese Aktion war mit Kindern wirklich nur nach Absprache und in der Vorsaison möglich. 

In diesem Jahr haben wir uns ein Boot mit Kapitän gemietet und sind auf die Nachbarinsel Skopolos gefahren. Skopolos ist definitiv die bekanntere Insel. Nur etwa 4 km entfernt. Hier wurden die Mamma Mia Filme gedreht. Ein absolutes Muss von unserer Familie vor jeder Reise nach Alonissos: Einmal beide Teile Mamma Mia anschauen. Somit wollten wir unbedingt die Kirche auf dem Berg besuchen. Unser alter Seebär Kapitän wusste gleich Bescheid, allerdings gab es keine Anlegemöglichkeit für das Boot…. Er fuhr so nah wie möglich an den Strand heran und wir mussten dann, sozusagen über Bord springen. Schuhe in der Hand in die Luft gestreckt. Der Aufstieg war nicht ohne…. Zum Glück waren wir früh genug vor Ort, so dass die steile Treppe empor der Felswand noch im Schatten lag. Gut durchgeschwitzt kamen wir oben an und wurden von einem atemberaubenden Ausblick empfangen und von der Kirche etwas enttäuscht. Denn es sah nichts hier oben so aus, wie im Film. Dennoch war die kleine griechisch-orthodoxe Kirche wunderschön. Aber das hatten wir uns alle etwas anders vorgestellt. Um ehrlich zu sein: Keiner von uns hatte sich vorher weiter über mehr Details zu den Drehorten oder ähnlichem informiert. Der Ausblick hat alles wettgemacht. 

Wir mit unserer Familie haben dieses Mal auch noch bewusst, alle kleinen Strände angefahren und angeschaut, die wir vorher nicht kannten. Mal mussten wir dafür steile Ab- und Aufstiege in Kauf nehmen, aber wir wurden immer mit einem erfrischenden Bad belohnt und ich kann sagen, es hat sich gelohnt.

Zwei Wochen gingen super schnell um, wie jedes Mal. Ich kann von mir berichten, dass ich zum Ende hin „übererholt“ war. Dieses Gefühl kannte ich bis jetzt nicht. Ich konnte auf keiner Sonnenliege mehr liegen und kein Buch mehr lesen. Wir haben deshalb auch noch sehr geballt neue Plätzchen der Insel erkundet. Denn mein Platz auf der Liege war durchgelegen. 

Erkenntnis: Ein reiner Badeurlaub für eine Person, die 365 Tage im Jahr in der Sonne lebt, einen Pool mit Sonnenliegen im Garten hat und dieser Pool die ausgleichende Beschäftigung am Wochenende ist, der ist nicht mehr wirklich für einen Strandurlaub gemacht. Ich zumindest nicht…

Aber, Alonissos – wir kommen wieder. Ich kann jetzt nur nicht sagen, wann…

Buchten der Insel Alonissos

Der Ort Patitiri auf Alonissos

Im Ort Hora/Old Town, hoch auf dem Berg gelegen

Bootsausflug nach Skopolos mit anschließenden Badestopps

Sunset Bar auf Alonissos

Deutschland 2. Immer wieder neu.

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Ich bin ja immer noch im Prozess, meine 6-wöchige Sommerreise zu verarbeiten, zu reflektieren, zu genießen. Ich schwelge noch in all den wunderschönen Entdeckungen, die ich auf dieser Reise wieder machen konnte und lass mich davon irgendwie auch immer noch berieseln und beflügeln, obwohl der Alltag schon wieder voll und ganz eingekehrt ist. 

Einer meiner Grundsätze, schon immer, bei jeder Reise nach Deutschland (wir sind ja doch schon einige Jahre in der Welt unterwegs): Mindestens eine neue Stadt besuchen. 

Das kann ich jedem nur empfehlen. 

Dieses Mal, da ich ja wirklich lange unterwegs war, habe ich nicht nur eine neue Stadt besucht. 

Mit meiner SandkastenFreundin, die sich glücklicherweise auch 24 Stunden aus ihrem Familienalltag freischaufeln konnte, fuhr ich für eine Nacht nach Mainz. Einfach mal beide frei und ganz unbeschwert und ohne Verantwortung Zeit zum Quatschen. Das konnten wir schon immer gut. Auch wenn die Zeit dafür immer rarer wird. Dieses Mal hat es geklappt. Das zentrale Hotel war nur wenige Meter vom idyllischen Platz rund um den Dom entfernt. Und klar, wartet dort direkt der erste Aperol Spritz auf uns. Den Platz und den Dom, kann man schließlich auch im Sitzen betrachten. Die Sehenswürdigkeiten von Mainz haben wir mehr im Vorbeigehen mitgenommen. Die Neuigkeiten austauschen und ratschen, ratschen, ratschen – das war der Mittelpunkt des Mainz-Kurztrips. Aber ich kann nur sagen: eine wunderschöne Stadt. Und kein Wetterchen kann hier die Stimmung trüben. Mainz – vielleicht mal wieder, denn die Heimat der Mainzelmännchen könnte gerne weiter erkundet werden und ihre Existenz haben wir fast vollkommen ignoriert…

Ich hatte das wunderbare Glück, den 89. Geburtstag meiner lieben Oma im August mitfeiern zu können. Etwas ganz Besonderes. Als Geschenk habe ich meiner reiselustigen Oma eine Übernachtung nur mit mir und den Kindern im Schlosshotel in Braunfels geschenkt. Somit ging es ein paar Tage später schon los auf unsere Überraschungstour. Das Städtchen hat sich als kleine Perle entpuppt. Da Oma natürlich nicht mehr so fit auf den Beinen ist, haben sich die Wege auch mal kurz getrennt. Meine Tochter hat mit der Uroma auf dem Marktplatz geplaudert, während ich mit meinem Sohn das Schloss besichtigt habe. Wir haben gemeinsam den Kurpark Herrengarten erkundet, sind durch die wenigen, feinen Geschäfte gebummelt, durch die Gässchen geschlendert, Eisgegessen und einfach nur rundum die gemeinsame Zeit genossen. Das Schlosshotel hatte einen liebevoll gestalteten Raum zum Verweilen, an dem glücklicherweise an einem Abend in der Woche auch Essen serviert wird. Somit musste die liebe Oma nicht noch einmal den Rollator losschieben. Wir haben drei Stunden lang gemeinsam Spiele gespielt. Selbst ein neues Spiel, Kniffel Duell, haben wir uns an dem Abend noch beigebracht. Dank der großen Auswahl in der „SpieleBar“ des Hotels. 

Aber es müssen nicht immer gleich neue Städte sein. Einfach mal an dem Ort, wo du bist, vielleicht auch schon ewig wohnst, nach Neuem Ausschau halten. 

Meine Eltern und Oma habe ich zu einem Museumbesuch in Marburg an der Lahn „animiert“. Alle super skeptisch, aber sie kamen mit. Das Kunstmuseum war sehr schön renoviert, hatte Kunst u.a. von Künstlern aus der direkten Umgebung, was zu tollen, unerwarteten Eindrücken geführt hat und es gastierte eine Fotoausstellung, die bis heute zum Running Gag zwischen meinem Papa und mir geführt hat. 
Bei einem kurzen Spaziergang entlang der Lahn in Marburg haben wir noch einen Abstecher, in einen mir bis dahin unbekannten Stadtteil Marburgs gemacht. Beeindruckende Fachwerkhäuser mit Kaffeerösterei und Kunstgalerien hat mich total überrascht: Weidenhausen.

Zu einem Mittagessen in einem „neuen“ Lokal im hessischen Hinterland, sind wir statt mit dem Auto zu fahren, einfach mal zu Fuß gelaufen. Ein Lokal, dass es schon viele Jahre gibt, ich bis dahin aber nie besucht hatte, haben wir bewusst ausgewählt, um etwas Neues kennenzulernen. Die Strecke, die ich sonst immer nur mit dem Auto fahre, war ein echtes Erlebnis, sie über Fahrrad- und Fußwege zu erkunden. Es gab sogar für Hin- und Rückweg noch zwei verschiedene Wege, die wir laufen konnten. Die Kinder mussten wir allerding mit einem Stopp bei der Eisdiele bei Laune halten, damit sie die 12 km auch mitmarschiert sind. 

Ich liebe es, immer und überall wo ich bin, einfach Neues zu erkunden, auszuprobieren – zu entdecken. 

EntdeckerGlück. 

Wir waren während unserer 6-wöchigen Sommerreise auch noch zwei Wochen in Griechenland… Zum 4. Mal auf der gleichen kleinen Insel, die 20 km in der Länge misst und 4,5 km in der Breite. Und auch hier, wenn man sich wirklich drauf einlässt, gibt es auch beim 5. Mal noch so viel zu entdecken. Davon die nächsten Tage mehr.

Eindrücke von Mainz

Schnappschüsse aus Braunfels

Unterwegs in Marburg an der Lahn